Gebäudeskelett Die Erfindung betrifft ein Gebäudeskelett aus vorgefertigten Säulen bzw. Säulenabschnitten und vor gefertigten, unterzuglos nebeneinanderliegenden Dek- kenbauteilen. Ziel der Erfindung ist eine derartige Ausbildung eines solchen Skeletts, dass ein homoge ner monolithisch wirkender Baukörper erreicht wird, der in Fertigteilbauweise auf dem Gebäudefundament aufgestellt werden kann.
Wenn z. B. bei Stahlbetonkonstruktionen eine den Werkstoffeigenschaften gerecht werdende Trag weise erzielt werden soll, so kann dies nur durch eine homogene monolithische Konstruktion erreicht werden, die so wirkt, als wäre sie in einem Guss her gestellt. Dies ist bisher nur bei Ausführungen im Ortbetonbau erreichbar gewesen. Es sind zwar schon Gebäudeskelette bekannt, die aus vorgefertigten Säulen bzw. Säulenabschnitten und vorgefertigten Deckenbauteilen bestehen.
Bei diesen bekannten Ge bäudeskeletten sind aber ausserdem noch Ortbeton- zwischenkonstruktionen, insbesondere zur gegensei tigen Verbindung der Fertigbauteile erforderlich, die in der Regel mit schlaffer Bewehrung hergestellt wer den. Diese Ortbetonzwischenkonstruktionen müssen selbst dann, wenn sie nur als kraftschlüssige Fugen verbindung dienen, je nach Betongüte eine Mindest abmessung von 3 bis 10 cm haben.
Derartige Ortbetonzwischenkonstruktionen sind im Gegensatz zu homogenen monolithisch wirken den Konstruktionen jedoch nachteilig, und zwar vor allem auf Grund der starken Unterschiede im Auf bau des Korngerüsts, der Verdichtung und der Be tonaltersstufe bei den Fertigbauteilen und den Zwi- schenkonstruktionen. Dies führt wiederum zu erhebli chen Unterschieden zwischen dem Fertigteilbeton und dem Ortbeton hinsichtlich des elastischen Verhaltens, des plastischen Verhaltens, der Arbeitslinie sowie dem Schwinden und Kriechen des Betons zum Zeitpunkt der Herstellung der Verbindung,
so dass einwandfreie kraftschlüssige Verbindungen zwischen Fertigbautei len und Ortbeton nicht gewährleistet werden können.
Durch die Erfindung sollen diese Nachteile aus geschaltet werden und ein monolithisch wirkendes Ge bäudeskelett geschaffen werden, welches auf einfachste und rascheste Weise im Fertigteilbau errichtet werden kann. Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass sämtliche Fertigbauteile des Skeletts ortbetonlos und ohne jegliche Ortbetonzwischenkonstruktionen mit ebenen Fugen miteinander verbunden sind,
wobei die geringere Breite als der Stützenabstand aufwei senden Deckenbauteile durch Spannstähle auf dem Wege der Vorspannung miteinander verspannt sind sowie die Säulen mit ebenen oberen Stirnflächen stumpf gegen die Unterseite der an sie anschliessen den Deckenbauteile stossen und mit letzteren durch die in aneinander angeschlossenen Bauteilen ver ankerte Armierungseisen verbunden sind, die die ebene Fuge zwischen Säule und Deckenbauteil über brücken.
Zwischen die Fertigteile kann lediglich zur gleichmässigeren und besseren Druckübertragung der Vorspannung Fugenmasse eingebracht werden, die als elastischer Puffer während des Vorspannens Beschä digungen der vorgefertigten Bauteile verhindert und eine sichere Kraftübertragung gewährleistet.
Die Deckenbauelemente bestehen zweckmässig aus in ihrer Längsrichtung sich über mindestens den Ab stand zweier Säulen erstreckenden Platten, die quer zu ihrer Längsrichtung mit den benachbart liegen den Deckenplatten mittels in sie eingelegter Spann stähle verspannt und damit miteinander verbunden sind.
Sofern die Deckenbauelemente nicht nur in Querrichtung, sondern auch in Längsrichtung an einandergesetzt sind, können sie auch in dieser Rich- tung mit den benachbarten Deckenplatten durch ein gelegte Spannstähle miteinander verspannt und ver bunden sein.
Das erfindungsgemässe Gebäudeskelett besitzt er hebliche Vorteile gegenüber den bisher bekannten Skeletten. Die Vermeidung von jeglichen Ortbeton- zwischenkonstruktionen macht die umständliche An fertigung und Anordnung von Ortbetonschalungen auf der Baustelle überflüssig.
Es ist lediglich das Fundament mit evtl. Kellerwänden oder dergleichen mit Ortbeton zu erstellen, worauf das erfindungs gemässe Gebäudeskelett ohne weiteres auf dem Fun dament lediglich durch Zusammensetzen und Ver spannen der Fertigbauteile errichtet werden kann. Durch die Ausschaltung von Ortbetonzwischenkon- struktionen kann ein Stahlbetonskelett erhalten wer den, deren sämtliche Teile gleiche Betongüte und gleiches Betonalter haben.
Gleichzeitig kann die An zahl der Fugen durch Verwendung von Fertigteilen grösster Abmessungen auf ein. Minimum beschränkt werden. Die Fertigteile können hinsichtlich ihres Ge wichts und ihrer Abmessungen an der äussersten Grenze dessen liegen. was mit wirtschaftlich vertret barem Aufwand noch transportiert@und an der Bau stelle montiert bzw. eingebaut werden kann.
Die Herstellung sämtlicher Teile des Gebäude skeletts kann in einem Herstellerbetrieb fern der Bau stelle hochmechanisiert bzw. voll maschinell durch geführt werden. Die Zahl der verschiedenen Arten und Formen von Fertigteilen kann auf ein Minimum beschränkt werden.
So ist es ohne weiteres möglich, dass ein Skelett lediglich aus jeweils einer einzigen Art von Stützelementen, Deckenelementen, Treppen elementen und gegebenenfalls Installationsturmele- menten besteht, so dass also für das gesamte Bauwerk nur vier verschiedene Fertigteile bzw. Fertigteilgrup- pen notwendig sind.
In den Deckenbauelementen können Hohlräume für die Aufnahme der Installationen des Bauwerkes angeordnet sein, die sich vorzugsweise in horizon taler Richtung der Decke erstrecken- und durch öff- nungen in den Deckenbauteilen von unten oder oben her zugängig sind. Neben den Installationshohlräu men und den Spannkanälen für die Aufnahme der Spannstähle können noch weitere Hohlräume bzw. Kanäle zur Gewichtsersparnis vorgesehen sein.
Die Skelettbauteile werden erst an der Baustelle aneinandergesetzt und durch hierbei in ihre Spann kanäle eingeführte Spannstähle durch Vorspannung miteinander verbunden. Die Verlegung der nicht unterstützten Deckenbauelemente kann auf einem oder mehreren versetzbaren Montagegerüsten erfol gen, die nach Aufbringung der Vorspannung auf die miteinander zu verbindenden Fertigbauteile entfernt und versetzt werden können.
Die Herstellung der Deckenbauteile und gege benenfalls auch der Säulenbauteile erfolgt zweckmässig in einer Schalung, in welcher eine bestimmte Anzahl der Fertigbauteile unmittelbar nebeneinanderliegend gleichzeitig betoniert werden können, wobei die ein- ander benachbarten Bauteile sich gegenseitig als Schalungswand dienen.
Die in dieser Schalung herge stellten Fertigbauteile werden entsprechend ihrer Nebeneinanderlage in der Schalung in gleicher Ne beneinanderlage im Gebäudeskelett verlegt und mit einander verspannt, so dass das bei der Herstellung benachbarte Decken- oder Säulenbauteil auch dem Gebäude entsprechend benachbart ist.
Dies führt dazu, dass evtl. Oberflächenunebenheiten in dem einen Fertigbauteil durch die Oberflächenuneben- heiten umgekehrter Form im benachbarten Fertig- Bauteil derart ausgeglichen werden, dass die Uneben heiten genau ineinanderpassen.
Weitere Einzelheiten und Vorteile ergeben sich aus der folgenden Beschreibung der in der Zeich nung dargestellten Ausführungsbeispiele: Fig. 1 zeigt den Grundriss einer Ausführungs- form des Gebäudeskeletts in schematischer Darstel lung.
Fig. 2 ist ein Schnitt nach Linie U-11 in Fig. 1 bei auf die Erdgeschossdecke aufgesetztem Montage gerüst.
Fig. 3 bis 6 zeigen weitere Ausführungsformen des Gebäudeskeletts gemäss der Erfindung im Grund- t2 in schematischer Darstellung.
Fig. 7 bis 10 zeigen in verschiedenen Schnitten einen Viertel eines Deckenfeldes eines Gebäude skeletts gemäss der Erfindung.
Fig. 11 bis 14 zeigen einen Viertel eines Decken feldes mit Deckenbauelementen in anderer Ausfüh rungsform.
Fig. 15 bis 17 zeigen Schnitte durch einen Viertel eines Deckenfeldes mit Deckenbauelementen in einer weiteren Ausführungsform.
Fig. 18 zeigt eine Draufsicht auf einen Viertel eines Deckenfeldes einer vierten Ausführungsform der Deckenbauelemente.
Fig. 19 ist ein Schnitt nach Linie XIX-XIX in Fig. 18.
Fig. 20 zeigt einen Schnitt durch eine Ausfüh rungsform eines Stützenanschlusses.
Fig. 21 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Stützenanschlusses im Schnitt.
Fig. 22 bis 25 zeigen die Montage eines Stützen anschlusses in vier verschiedenen Arbeitsabschnitten. Fig. 26 ist eine Draufsicht auf die Schalung für die Herstellung der Deckenbauelemente. Fig. 27 ist ein Schnitt- nach Linie NXVII bis XXVII in Fig. 26 durch die Schalung.
Fig. 28 und 29 veranschaulichen in einer sche matischen Schnittdarstellung durch die Schalung die Herstellung der Fertigbauteile.
Fig. 30 veranschaulicht in Draufsicht auf eine Gebäudedecke die Nebeneinanderordnung der Dek- kenbauteile in der Decke entsprechend ihrer Her stellung.
Bei dem in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausfüh rungsbeispiel -eines Gebäudeskeletts gemäss der Er findung besteht die von den Säulen 1 getragene Skelettdeckenplatte lediglich aus nebeneinander an- geordneten Deckenbauelementen 2, die durch die ebenso wie die Säulen bzw. Säulenabschnitte zwischen den Decken in einem Herstellungsbetrieb vorgefer tigt, an die Baustelle transportiert und dort ohne Ortbetonzwischenkonstruktionen zusammengefügt werden. Die gegenseitige feste Verbindung der Fertig teile erfolgt durch Spannstähle.
So sind die Decken bauelemente 2 bei dem in Fig. 1 und 2 dargestell ten Ausführungsbeispiel durch die in sie eingebrach ten Spannstähle 3 in ihrer Querrichtung verspannt. Da lediglich die über den Stützen befindlichen Dek- kenbauteile (von welchen in der Zeichnung nur zwei dargestellt sind) eine direkte Auflagerung auf den Säulen 1 haben und die dazwischenliegenden Decken bauelemente unterzuglos und damit ununterstützt sich zwischen diesen aufgelagerten Deckenbauteilen be finden, ist es notwendig,
dass diese ununterstützten Deckenbauelemente bei ihrem Einbau auf einem vorzugsweise fahrbaren Montagegerüst 4 verlegt wer den. Auf dem Montagegerüst werden dann die Spann stähle 3 durch die nebeneinandergelegten Decken bauelemente hindurchgezogen und durch Anwendung von Vorspannung die Deckenbauteile miteinander verspannt und damit fest miteinander verbunden.
Diese Vorspannung gewährleistet, dass auch nach Ent fernung des Montagegerüsts die unterzuglose Skelett decke in der üblichen Weise belastet werden kann, ohne dass die feste gegenseitige Verbindung der Dek- kenbauteile aufgehoben wird und die Deckenbauteile nach unten ausbrechen.
Bei der Verlegung eines Deckenfeldes werden zweckmässig zwei Montagegerüste an den beiden En den der Deckenbauteile 2 verwendet. Es ist selbst verständlich aber auch möglich, darüber hinaus noch ein oder mehrere Zwischengerüste im Deckenfeld auf zustellen, insbesondere dann, wenn die Deckenbau elemente auch in ihrer Längsrichtung aneinander gestossen werden (Fig. 3). Sofern die statischen Ver hältnisse es erfordern, können die vorgefertigten Deckenbauteile im Herstellerwerk auch in Längs richtung vorgespannt sein.
Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungs beispiel laufen die Spannstähle 3 und 5 nicht nur in Querrichtung, sondern auch in Längsrichtung der Deckenbauteile 2 durch sämtliche in dieser Richtung aneinandergestossene Deckenbauteile hindurch, so dass durch Vorspannung der Spannstähle die Decken elemente 2 nicht nur in Querrichtung sondern auch in Längsrichtung mit den Nachbarelementen zusam mengespannt und damit fest miteinander verbunden sind.
Es ist auch möglich, an den Stirnenden der Dek- kenbauelemente des in Fig. 1 dargestellten Gebäude skeletts noch je ein weiteres Gebäudeskelett anzu setzen und damit Erweiterungen des Skeletts vorzu nehmen. In ähnlicher Weise kann man auch das in Fig. 4 dargestellte Gebäudeskelett durch Ansetzen weiterer Skelettfelder erweitern, wobei die Spannstähle 3 und 5 lediglich mit den in den angesetzten Skelett feldern sich erstreckenden benachbarten Spannstäh- len verbunden werden müssen, um ein Zusammen spannen sämtlicher Deckenfelder zu gewährleisten.
In Fig. 5 und 6 sind weitere Ausführungsmög lichkeiten des erfindungsgemässen Gebäudeskeletts dargestellt, die ebenfalls Erweiterungen zulassen. Bei ihnen sind die Deckenbauelemente ebenfalls in bei den Richtungen durch die bei ihrem Einbau in sie eingezogenen Spannstähle 3 und 5, die über die gesamte Deckenbreite bzw. -länge sich erstrecken, miteinander verspannt.
In den Fig. 7 bis 10 ist eine Skelettdeckenplatte aus vorgefertigten Deckenbauteilen 2 dargestellt, die aus Stahlbeton bestehen und mit durchlaufenden Ka nälen 6, 7 für die Aufnahme der Gebäudeinstalla tionen sowie an ihrer Unterseite mit Zugangsöffnun gen 8 zu diesen Kanälen neben den nicht dargestell ten Spannkanälen für die Aufnahme der Spannstähle ausgestattet sind. Die Kanäle 6 und 7 sind so in den Deckenbauteilen angeordnet, dass sie sich senk recht zueinander in den Deckenebenen erstrecken.
Die Öffnungen 8 für die Zugänge zu diesen Kanälen können nach dem Einbau der Installationen in be liebiger Weise, beispielsweise durch Anordnung von Deckeln aus Beton,. Glas, Eternit oder ähnlichem Material geschlossen werden. In den Zugangsöffnun gen 8 können auch beispielsweise Beleuchtungskörper untergebracht werden, die gleichzeitig einen Abschluss der Öffnungen bilden.
Die Herstellung der in Fig. 7 bis 10 dargestell ten Deckenbauteile im Herstellerwerk erfolgt zweck mässig in zwei Betonierabschnitten in einer Stahl schalung, die die Form einer umgekehrten Kassetten schalung aufweist. Zunächst wird der untere, die Ka näle 6, 7 und die Zugangsöffnungen 8 enthaltende Teil bis. zur Oberkante der Kanäle 6, 7 betoniert, wobei die Kanäle bzw.
Zugangsöffnungen durch die Kassettenschalung ausgespart werden, die zur Erleich terung des Ausschalens nach oben trapezförmig sich erweiternd ausgebildet ist. Anschliessend werden die im unteren Teil oben offenen Kanäle durch Deck platten aus Pressspan, Eternit oder dergleichen ab gedeckt und der obere Teil des Deckenbauteiles in einem weiteren Betonierabschnitt aufbetoniert. Je nach den statischen Erfordernissen können sowohl im unteren als auch im oberen Teil des Deckenbau teiles Bewehrungen vorgesehen werden.
Die Querschnittsgrösse der Aufnahmeräume für die Gebäudeinstallation richtet sich ebenfalls nach den statischen. Gegebenheiten. Bei einer biegesteif an die Säulen angeschlossenen Skelettdeckenplatte haben zweckmässig die in der Nähe der Stützen sich erstreckenden Kanäle den kleinsten Querschnitt,. während die sich in Feldmitte erstreckenden Kanäle den grössten Querschnitt haben können, wie dies auch bei dem in Fig. 7 bis 10 dargestellten Beispiel der Fall ist.
In den Fig. 11 bis 14 ist eine weitere Skelett deckenplatte gemäss der Erfindung aus aneinander- gespannten vorgefertigten Deckenbauteilen im Beton bzw. Stahlbeton dargestellt, bei welchen die Kanäle für die Aufnahme teilweise durch bei der Betonie rung eingelegte Schläuche (sogenannte Ductubepneu- matische Schläuche) und teils durch eingesetzte Stahlrohrstücke hergestellt sind, die nach dem Beto nieren aus dem Deckenbauteil entfernt werden. So sind z.
B. die Kanäle 9 durch Schläuche und die Kanäle 10 durch eingelegte Stahlrohre gebildet bzw. hergestellt.
In den Fig. 15 bis 17 ist eine kreuzweise Rippen decke eines Gebäudeskeletts dargestellt, die aus ge mäss der Erfindung aneinandergespanuten vorgefer tigten Deckenbauteilen 2 besteht. Die in den Rippen 11 vorgesehenen Durchbrüche 12 dienen wiederum zur Aufnahme der Gebäudeinstallationen, die von der offenen Unterseite der Rippendecke zugängig sind.
In Fig. 18 und 19 ist eine aus massiven vorge fertigten Deckenbauteilen 2 durch Aneinanderspan- nung hergestellte Decke dargestellt, die verwendet werden kann, sofern keine Installationen in der Decke verlegt werden sollen.
Die Verlegung der Installationen innerhalb der Deckenbauteile hat den Vorteil, dass sich - die An ordnung einer abgehängten Decke erübrigt, die im allgemeinen notwendig ist, wenn die Installationen unterhalb der tragenden Decke angeordnet werden.
Durch die Aneinanderspannung der vorgefertig ten Deckenbauteile ohne Auflagerung auf Unterzüge oder dergleichen wird eine Decke von ausserordent- lich geringer Gesamthöhe erhalten, wodurch auch eine sehr niedrige Geschosshöhe erreicht werden kann. Die gesamte horizontale Installation kann im Inneren der Decke und die vertikale Installation in eigenen Installationstürmen untergebracht werden.
Trenn- und Fassadenwände können völlig unab hängig von der Tragkonstruktion eingebaut und nachträglich versetzt und verändert werden.
Die Fügen zwischen den Deckenbauteilen werden zweckmässig durch eine vor dem Aneinandersetzen der Bauteile aufgebrachte Fugenmasse geschlossen. Diese hat die Aufgabe, als elastischer Puffer während der Aufbringung der Vorspannung Beschädigungen der Deckenbauteile zu verhindern und eine sichere Kraftübertragung zu gewährleisten. Als -Fugenmasse kommt in erster Linie ein mit Spachtel- oder Pinsel auftragbarer .Kunststoffmörtel in Betracht, der aus einem aus zwei Komponenten bestehenden Kunst stoffkleber auf Epoxyharzbasis,
Polyesterharzbasis oder Äthoxyllenharzbasis und einem Sandkorngerüst besteht. Das Sandkorngerüst -dient dabei zur über tragung der Vorspannung und zur Abpufferung nicht vermeidbarer Oberflächenungenauigkeiten, während der Kunststoffkleber lediglich zur Verklebung des Sandkörngerüsts dient.
In Fig. 20 ist der biegesteife Anschluss einer Skelettdecke an eine Stütze 1 dargestellt. Das auf den unteren Stützenabschnitt zur Auflagerung ge langende Deckenbauteil 2 besitzt im Bereich seiner Auflagerung eine geringfügige Vertiefung bzw.
Aus- nehmung 13, in welche der untere Stützenabschnitt einrastet. _ Die in dem unteren Stützenabschnitt be findlichen Spannstähle 14 greifen durch die entspre chend im Deckenbauteil 2 angeordneten Spannkanäle hindurch und sind 'mit den Spannstählen 15 des oberen Stützenabschnitts durch Stossmuffen 16 ver bunden,
die sich in Erweiterungen der Spannkanäle für die Spannkanäle 15 im oberen Stützenabschnitt befinden. Der obere Stützenabschnitt greift ebenso wie der untere in eine Einsenkung bzw. Ausnehmung 17 an der Oberseite des Deckenbauteils ein. Die Fugen zwischen den Stützenabschnitten und dem Deckenbauteil können ebenso wie die Trennfugen zwischen den Deckenbauteilen untereinander durch Fugenmasse in Form des vorerwähnten Kunststoff mörtels oder dergleichen gefüllt sein.
Durch Auf bringung der Vorspannkraft auf die Spannstähle 14, 15 wird eine biegefeste Einspannung des im Stützen bereich liegenden Deckenbauteils 2 und damit der gesamten Skelettdecke gewährleistet.
In den Fig. 22 bis 25 ist die Montage einer Decke in vier hintereinander liegenden Montageab schnitten dargestellt, wobei in Fig. 23 das zur Ver legung der Deckenbauteile 2 notwendige Montage gerüst mit Ziffer 4 bezeichnet ist.
In Fig. 21 ist ein gelenkiger Anschluss eines Dek- kenbauelements 2 bzw. einer Decke an einer Säule 1 dargestellt, welcher bei Anlagen mit grosser Stützen weite zur Erzielung geringerer Stützenabmessungen zweckmässig ist.
Bei diesem Stützenanschluss ist zwi schen der Säule bzw. dem Säulenabschnitt 1 und dem Deckenbauteil 2 ein elastisches Zwischenelement 18 vorgesehen, welches aus Gummi oder gummiähnli- chem Material wie Neopren oder dergleichen be stehen kann. Der zugsichere Anschluss zwischen Stütze und Platte wird durch stützenmittig angeord nete Spannglieder 19 gewährleistet, die in der Stütze verankert sind und durch entsprechend senkrechte Spannkanäle 20 im Deckenbauelement 2 hindurch greifen.
Die in Fig. 20 und 22 bis 25 dargestellten Stützen sind in Vertikalrichtung nach Montage des Skeletts einer Vorspannung unterworfen.
Die Decken des Skeletts sind nach dessen Mon tage in Querrichtung der Deckenbauteile durch die zu deren Aneinanderspannen dienenden Spannstähle vorgespannt. Sie können aber auch senkrecht dazu, d. h. in Längsrichtung der Deckenbauteile vorge spannt sein.
Sofern die Deckenbauteile nicht im Skelett in Längsrichtung gestossen und aneinander gespannt werden, erfolgt ihre Vorspannung zweck mässig bereits im Herstellerwerk. Auf die Vorspan- nung in Deckenbauteillängsrichtung kann in besonde ren Fällen aber auch verzichtet werden, soweit in dieser Richtung keine Verbindung zu erfolgen hat.
Die Deckelbauteile können aber auch durch eine einsinnig oder kreuzweise angeordnete schlaffe Be wehrung armiert sein.
Die Fertigung der Deckenbauteile im Hersteller betrieb erfolgt gleichzeitig in einer grösseren Anzahl auf einer Grundmatrize aus Stahl, die gegebenenfalls als Rütteltisch ausgebildet sein kann. Die in Fig. 26 und 27 dargestellte Grundmatrize dient zur Herstel lung von jeweils acht Deckenbauelementen, die in Fig. 26 mit den Ordnungszahlen 1 bis 8 gekenn zeichnet sind.
Die Schalung besteht im wesentlichen aus einem Boden 20 mit vier senkrecht stehenden Seitenwänden 21 und sieben dünnen lamellenartigen Trennwänden 22, die zur Trennung der gemeinsam in dieser Schalung zu betonierenden Deckenbauteile 1 bis 8 dienen. Die Seitenwände 21 der Schalung sind durch Verstrebungen 23 äusserst steif ausgebildet.
Nach der gleichzeitigen Betonierung der acht in der Schalung herzustellenden Deckenbauteile werden diese zweckmässig fortlaufend numeriert, und zwar beginnend mit dem neben dem Freiplatz 24 befindli chen Fertigteil. In Fig. 26 der Zeichnung sind die acht in der Schalung zu betonierenden Fertigbauteile mit den Ordnungszahlen 1 bis 8 versehen.
Nach dem Betonieren dieser Gruppe von Deckenbauteilen werden die Deckenteile 1 bis 7 entsprechend den ihnen gegebenen Ordnungszahlen gestapelt, während das Deckenteil mit der Ordnungszahl 8 für die Beto nierung der zweiten Gruppe auf den Freiplatz 24 am Schalungsrand neben dem Platz gesetzt wird, auf wel chem das Bauteil Nr. 1 betoniert worden ist.
Die stabile Seitenwand 21 wird an dieser Stelle entfernt, so dass das betonierte Deckenbauteil Nr. 8 (in Fig. 26 der Zeichnung nunmehr als Nr. 8' beziffert) als Seitenschalung für das Deckenbauteil Nr. 9 der zwei ten Gruppe der zu betonierenden Deckenbauteile dient, welche die Nummern 9 bis 16 enthalten (Fig. 28 und 29). Diese zweite Gruppe von Deckenbau teilen wird ebenfalls wieder gleichzeitig betoniert, die Deckenteile Nr. 8 bis 15 auf die früher betonierten Deckenbauteile Nr. 1 bis 7 gestapelt und Deckenteil 16 als Seitenschalung für das Deckenbauteil Nr. 17 der dritten Betoniergruppe verlegt.
Die Stapelung, der Einbau und die Montage der Deckenbauteile erfolgen in der Reihenfolge der die sen gegebenen Ordnungszahlen, also genau entspre chend der Reihenfolge und ihrer Nachbarschaft bei der Betonierung (Fig. 30). Dies führt infolge der Verwendung der elastischen dünnen Trennwände dazu, dass evtl. Schalungsungenauigkeiten und ins besondere evtl. Oberflächenungenauigkeiten in den Fugen der Deckenbauelemente stets ausgeglichen werden, da sich die Ungenauigkeiten als Folge der auch im Gebäudeskelett eingehaltenen Nachbarschaft bei ihrer Herstellung gegenseitig aufheben.
Da sich die positiven Massungenauigkeiten des einen Dek- kenelements als negative Ungenauigkeiten auf dem Nachbarelement abbilden, wird eine Passgenauigkeit im Skelett erreicht, die nur eine minimale Fugen stärke von z. B. 3 bis 5 mm erfordert.
Wenn die Fertigung der Deckenbauteile in der Schalung nicht unter Zeitdruck geschieht, kann auch auf die Trennlamellen 21 verzichtet werden und die Betonierung der Deckenbauteile hintereinander er folgen. In diesem Falle wird das folgende Deckenteil unmittelbar gegen das vorher betonierte Deckenbau teil betoniert, wobei lediglich die diesem zu betonie renden Teil zugewandte Seitenfläche des vorher beto nierten Deckenbauteils mit einem Kalkanstrich ver sehen wird.
Jedem einzelnen Deckenbauteil werden also durch die Fertigungsfolgen zwei bestimmte Nachbarfertiä bauteile zugeordnet und der Einbau der Bauteile so vorgenommen, dass die Nachbarn jedes Bauteil bei seiner Betonierung auch im fertigen Bauwerk dem Deckenbauteil entsprechend benachbart sind.
Die Abmessungen der Deckenbauteile werden so gewählt, dass das Gewicht jedes Teils die obere Grenze dessen, was mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand transportiert werden kann, nicht überschreitet. Je weiter man sich dieser oberen Grenze nähert, desto mehr wird die Anzahl der Fugen des Gebäudeskeletts auf ein Minimum beschränkt.
Um die Erhärtungszeit der betonierten Decken bauteile soweit als möglich zu verkürzen, kann dies durch Anwendung von Dampferhärtungs- und Vaku umverfahren geschehen. Darüber hinaus kann die Ausnutzung der Grundmatrize auch noch dadurch gesteigert werden, dass ausser der Besetzungszeit auch die Vorbereitungszeit für die Betonierung einer Bau teilgruppe entsprechend kurz gehalten wird. Dies ist durch Anwendung einer provisorischen Grundmatrize möglich, auf welcher die gesamte Gruppe für den Einbau auf der Betoniermatrize vorbereitet wird.
Auf dieser provisorischen Grundmatrize können die stei fen Seitenwände 21, die dünnen lamellenartigen Trennwände 22, die schlaffe Bewehrung der Bauteile, die Vorspannbewehrung und die Schalkörper für die Ausbildung der Hohlräume in den Bauelementen zu sammengebaut werden. Nach dem Zusammenbau kann dieses Schalungsgerippe rasch von der provi sorischen Grundmatrize auf die Betoniermatrize ver setzt werden.
Bei der Herstellung der Schalung für die grup penweise Betonierung der Deckenbauelemente werden auch die Spannkanäle quer zur Längsrichtung dieser Bauteile ausgeschalt. Vor dem Räumen der Scha lung nach der Betonierung der Bauteilgruppe wer den die eingebauten, sich senkrecht zur Deckenbau- teillängsrichtung erstreckenden Spannkabel wieder aus den betonierten Bauteilen herausgezogen, worauf diese unter Beibehaltung ihrer Nachbarschaft ge stapelt, an die Baustelle transportiert und in das Gebäudeskelett eingebaut werden.
Nach Verlegung der Deckenbauteile auf dem Montagegerüst im Ge bäudeskelett werden die nach der Betonierung ge zogenen Spannstähle wieder in die Bauteile einge führt und durch Vorspannung der Spannstähle an- einandergespannt und damit fest miteinander ver bunden.
Die Rohre zur Aussparung der Spannkanäle sind an den lamellenartigen Trennwänden der Schalungs- matrize gestossen, so dass die Spannkanäle bei der Montage genau aneinander anschliessen. Während die in Querrichtung sich erstreckenden Spannkabel nach dem Betonieren der Deckenbauteile aus diesen wieder herausgezogen werden, verbleiben die in Längsrichtung sich erstreckenden Spannkabel in .dem Bauteil.
Sie werden anschliessend auf -dem Stapel platz vorgespannt und gegebenenfalls anschliessend die Spannkanäle verpresst. Sofern noch ein Nach spannen der Spannkabel nach dem Einbau in das Gebäudeskelett erfolgen soll, erfolgt die Verpressung der Spannkanäle zweckmässig erst nach der Montage.
Soweit als möglich können die Gebäudeinstalla tion bereits auf dem Stapelplatz in die Hohlräume der Deckenbauteile eingebaut werden. Durch die Zu gangsöffnungen 8 ist jedoch auch ein Einbau nach der Montage der Deckenbauteile noch ohne weiteres möglich. Auch können die Gebäudeinstallationen später jederzeit repariert oder ausgewechselt werden.
Die Anordnung zusätzlicher Installationen, die Abänderung und der Umbau der eingebauten In stallationen sowie Reparaturen können ohne weiteres nach Inbetriebnahme des Bauwerks ohne fühlbare Störungen des Betriebes und mit geringstem Auf wand nachträglich durchgeführt werden.
Das Vorspannen der Skelettdecken kann mit Hilfe der meisten gebräuchlichen Spannverfahren er folgen. Je nach Form der Hohlräume der Decken bauteile kann gerade, in einer Richtung gekrümmt oder in beiden Richtungen gekrümmt vorgespannt werden.
Es können nicht nur Gebäudeskelette aus Beton sondern auch solche aus Beton und Stahl oder aus schliesslich aus Stahl hergestellt werden. Die vorge fertigten Deckenbauteile 2 können nämlich nicht nur aus Beton oder Stahlbeton sondern auch aus Stahl bestehen, die auf der Baustelle zu Deckenfeldern zusammengebaut und geschlossen montiert werden. Die-Montagefugen werden dabei entweder stahlbau- mässig verbunden oder verklebt und überspannt.
Auch die Stützen bestehen in diesem Fall zweck mässig aus Stahl und werden nach üblichen stahlbau- mässigen Grundsätzen montiert.
Zum Korrosions- und Feuerschutz 'kann zweck- mässig eine Kunststoffbeschichtung auf dem Stahl skelett bzw. auf dessen Bauteilen vorgesehen sein.
Auf die aus stählernen Fertigbauteilen gebildete Skelettdeckenplatte können auch noch weitere Dek- kenbaulemente aus Beton oder Stahlbeton aufge setzt werden, wie sie oben näher beschrieben sind. Diese Betondeckenbauteile können zur Erreichung der Verbundwirkung durch Verzahnung und Kunst stoffverklebung mit der Stahlkonstruktion verbunden bzw. durch Widerlagersenkung vorbelastet werden.
Es ist aber auch möglich; auf die .Stahlkonstruk- tion nachträglich noch eine Deckenplatte :aus Ort- beton aufzubringen und durch Verbundanker und Verklebung mit der Stahlkonstruktion zu verbinden.
Die durch das erfindungsgemässe Gebäudeskelett gewährleisteten Vorteile sind ausserordentlich zahl reich und vielseitig und sind zum Teil schon ein gangs erwähnt worden.
Neben diesen bereits erwähn ten Vorteilen ist noch von Bedeutung, .dass durch .die verschiedenartige Verlegungsweise der Deckenbauteile ein und derselben Grösse .Gebäudeskelette der ver schiedensten Grundrisse möglich sind, welche infolge des Fehlens jeglicher Unterzüge niedrigste Gesamt deckenstärke und daher niedrigste Geschosshöhe bei vorgeschriebener lichter Höhe der Geschosse haben.
Durch Wegfall von abgehängten Decken infolge der Möglichkeit des Einbaus der Installationen in die Deckenbauteile,. durch die Vereinheitlichung der Bau elemente und durch den möglichen Einbau aller Hal terungen und Anker für den Ausbau des Gebäudes bereits bei der Herstellung der Fertigbauteile können die Ausbaukosten des Gebäudes erheblich vermin dert werden.
Durch die völlig geschlossenen und kraftschlüssig verbundenen Fugen ist eine gute Schallisolierung ge währleistet. Die gegenseitige Verbindung der Decken bauelemente durch Vorspannung verhindert das Auf treten von Rissen und vermeidet daher die Bildung von Luftschallbrücken.
Die Herstellung der die Decken bildenden Fertig bauteile kann in Serienbauweise erfolgen, wobei die Deckenbauteile für das gesamte Gebäudeskelett gleiche Abmessungen haben und sich lediglich durch die Verschiedenheit ihrer Hohlräume für verschie dene Stützweitenverhältnisse unterscheiden. Mit einem Deckenbauteil :einer .einzigen Art kann daher ein ganzes Gebäudeskelett .errichtet werden.
Durch die fabrikmässige Serienfertigung der Bau teile des Gebäudeskeletts kann eine erhebliche Qua litätsverbesserung und eine kürzere Gesamtbauzeit erreicht werden. Die Montagezeit kann durch Ver wendung von Kunststoffugenmörtel anstelle von Ze- mentfugenmörtel noch erheblich verkürzt werden, da Kunststoffmörtel erheblich rascher abbindet als Ze mentmörtel.