CH427392A - Vorrichtung zum Trennen von Käsebruch und Molke bei der Herstellung von Käse - Google Patents
Vorrichtung zum Trennen von Käsebruch und Molke bei der Herstellung von KäseInfo
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Description
Vorrichtung zum Trennen von Käsebruch und Molke bei der Herstellung von Käse
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Trennen von Käsebruch und Molke bei der Herstellung von Käse unter Benützung eines Filters. Als Filter wird jetzt meistens ein Tuch verwendet, in dem man den Käsebruch nach verschiedenen Manipulationen in eine Presse bringt. Es sind aber auch schon starre Siebe als Filter verwendet worden. Die bisherigen Vorrichtungen zum Trennen von Käsebruch und Molke brauchen viel Zeit zum Filtrieren und sind umständlich in ihrer Handhabung ; meistens ist nicht nur viel Arbeit nötig, sondern auch noch grosse Kör- perkraft der Arbeiter erforderlich. Die Erfindung bezweckt insbesondere diese Nachteile zu beheben, gestattet aber zugleich auch noch weitere Vorteile zu erzielen.
Die Vorrichtung nach der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass auf einem fahrbaren Gestell ein von demselben abnehmbarer Järb angebracht ist, in dem der zum Abfiltrieren der Molke dienende Filter angeordnet ist, und dass auf dem Järb eine Haube lösbar befestigt ist, um einen mit dem Käsebruch Molke-Gemisch zu beschickenden Behälter zu bilden.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es ist : Fig. 1 ein schematischer Schnitt durch eine Trennvorrichtung ;
Fig. 2 ein schematischer Aufriss einer Käsereian- lage mit einer solchen Trennvorrichtung ;
Fig. 3 ein Grundriss zu Fig. 2, aber mit drei Trennvorrichtungen ;
Fig. 4 eine Trennvorrichtung, bei Benützung zum Pressen des Käses ; und
Fig. 5 eine Trennvorrichtung bei ihrer Reinigung.
Die in Fig. 1 dargestellte Trennvorrichtung weist ein fahrbares Gestell 1 auf, auf dem eine starke Sammelwanne 2 aus Stahl oder dgl. für die vom Käse- bruch getrennte Molke angeordnet ist. Die Wanne 1 ist mit einem zentralen Ablauf 2'versehen und trägt auf einem ev. mit nicht gezeichneten Löchern versehenen Ring 2"eine kreisförmige Grundplatte 3 aus Holz oder Kunststoff, die eine peripherische Schulter 3'aufweist, auf der ein starker Ring 4, ein sog.
Järb , sitzt, in welchem ein zylindrisches Metallsieb 5 angeordnet ist, das einen auf der Grundplatte 3 abgestellten Boden 5'aufweist. Die Löcher des Siebes 5 haben beispielsweise einen Durchmesser von etwa 1 mm, um den Käsebruch, dessen Kern einen Durch- messer von etwa 1,5-4 mm hat, zurückzuhalten. Die durch das Sieb 5 hindurchgehende Molke gelangt durch nicht dargestellte, vertikale Rillen der Innenwand des Järbs und horizontale Rillen der Grundplatte 3 sowie durch Auslauföffnungen 3"in die Wanne 2. Mittels leicht lösbarer Klammern 6 ist eine hohe zylindrische Haube 7, die in ihrem unteren Teil einen wärmeisolierenden Mantel 8 aufweist unter Zwischenlage einer Dichtung 9 auf dem Järb 4 befestigt.
Die Haube 7 weist etwas unterhalb ihres oberen Abschlussbodens 7'eine Öffnung 10 auf, durch die eine geneigte Einlaufleitung 11 gesteckt werden kann, deren Auslaufende 11'so abgebogen ist (siehe auch Fig. 3), dass das beim Einfüllen des Käsebruch-Molke-Gemisches dasselbe tangential zur Haube 7 einläuft, und etwa schraubenlinienförmig an derselben abläuft. Dadurch wird vermieden, dass die Flüssigkeit Luft mit sich reisst. Das Auslaufstück 11'kann auch zu einem Anschluss-Stück gehören, das an der Haube 7 befestigt ist, und in das man das in diesem Fall gerade Ende der Leitung steckt. Zur Entlüftung der Haube 7 und eventuell als berlauf dient ein Hahn oder Ventil 12.
In der Mitte des Abschlussbodens 7' ist unter demselben eine kleine Freistrahl-Rückstoss- turbine 13 angeordnet. Dieser Turbine 13 kann eine Reinigungsflüssigkeit unter Druck zugeführt werden, welche den Rotor 13'der Turbine in Umdrehung versetzt und aus nicht dargestellten Offnungen derselben ausgespritzt wird. Radiale Befestigungsstifte 14, von denen nur einer gezeigt ist, dienen zum Festhalten des Järbs 4 auf der Grundplatte 3.
Um die Benützung der beschriebenen als Ganzes mit 15 bezeichneten Trennvorrichtung zu erläutern, sei zunächst auf die Fig. 2 und 3 hingewiesen. Die in diesen Figuren dargestellte Käsereianlage weist einen auf und ab bewegbaren Käsekessel 16 auf. Käsekessel dieser Art und deren Vorteile sind im schweiz.
Patent Nr. 407 639 beschrieben. Gemäss Fig. 3 gelangt der Inhalt des Kessels 16 über einen in Fig. 2 weggelassenen Verteiler 17 und drei gleich langen Leitungen 11 in drei Trennvorrichtungen 15, die auch als Käsebruch-Abfüllwagenp oder kurz als Fahrbehalter bezeichnet werden sollen. Die drei Fahrbehälter 16 werden so in ganz gleichmässiger Weise gefüllt.
Nun läuft die Molke in jedem Behälter unter ihrem relativ hohen hydrostatischen Druck sehr rasch durch das Sieb 5 ab, in dem der Käsebruch zu rückbleibt. Gegenüber üblichen Vorrichtungen, bei denen man den Käsekessel in eine offene Käseform (Sieb) einfliessen lässt, das meistens recht grosse Löcher aufweist, und daher innen noch mit einem m Filtertuch (Käsetuch) abgedeckt wird, erfolgt die Trennung von Käsebruch und Molke viel rascher, etwa in der Hälfte der Zeit oder weniger. Besonders wichtig ist es ferner, dass nun der Käsebruch nicht erst, samt Käsetuch, in einen Järb eingebracht werden muss, um ihn in einer Presse 17 auszupressen.
Zum Manipulieren der schweren, im Käsetuch ent haltenen Käsemasse ist Kraft und Zeit erforderlich, auch wenn Hilfsvorrichtungen, wie Hebezeuge, Laufkatzen und dgl. vorhanden sind. Diese Hilfsvorrichtungen sind nun auch überflüssig, denn man rollt einfach den Fahrbehälter 15 zur betreffenden Presse 17, nimmt die Haube 7 nach Lösen der Klammern 6 weg, und schiebt die Grundplatte 3 mit dem gefüllten Järb 4 auf den Pressetisch. Um die Höhe des Behälters derjenigen von verschiedenartigen Pressen anzupassen, ist das Fahrgestell 1 höhenverstellbar, z. B. wie in Fig. 1 angedeutet, mittels teleskopisch ausziehbarer Beine 1'.
Bei einer vorteilhaften Variante des Järbs 4 ist es möglich, auf demselben nach Abnahme der Haube einen der Grundplatte 3 ähnlichen Deckel zu befestigen, z. B. ebenfalls mit radialen Stiften. Vor dem Anbringen des Deckels legt man dann eine Druckplatte auf die Käsemasse, und auf die Druckplatte ein aufblasbares Gummikissen und eventuell weitere Holzoder Kunststoffeinlagen. Hierauf bläst man das Gummikissen mit Druckluft auf, die man mit einem Schlauch 18 (siehe Fig. 4) zuführt. In diesem Falle sind gar keine Pressen 17 üblicher Art nötig und entfällt vor allem auch die Arbeit, das Järb auf den Pressetisch zu schieben und von demselben wieder weg zu nehmen.
Fig. 5 zeigt, wie der Fahrbehälter 15 gereinigt wird. Hierzu verbindet man die Turbine 13 mit dem Druckstutzen und die Mulde 2 mit dem Saugstutzen einer Pumpe 19 und lässt ein Reinigungsmittel enthaltendes Wasser zirkulieren.
In Variante kann man auch einen mehrteiligen, z. B. zweiteiligen Järb 4 vorsehen, der wesentlich höher ist als der herzustellende Käselaib. Das Sieb 5 braucht dann nicht in seiner ganzen Höhe perforiert zu sein. Der Fahrbehälter kann eventuell so gross sein, dass man den ganzen Inhalt des Käsekessels in ihn abfüllen skann. Nach dem Ablaufen der Molke, hat man dann einen grossen Käseblock, den man nach Wegnahme des Järbs in Scheiben von gewünschter Dicke und gleichmässigem Gewicht schneiden kann, die dann einzeln in bereitgestellten Formen gepresst werden können.
Wenn man den Block bei einem zweiteiligen Järb halbiert, braucht man nur halb so viele Fahrbehälter, wie man Käselaibe herstellen wird. Dies ist z. B. bei der Herstellung von Greyerzerkäse zweckmässig, dessen Laibe nur etwa halb so viel wiegen wie diejenigen des Emmentalerkäses.
Es sei noch erwähnt, dass die wärmeisolierende Wirkung des Mantels 8 und der Grundplatte 3 wesentlich zur Verbesserung der Käsequalität beiträgt, indem sich der Käsebruch beim Filtrieren nicht stark abkühlen kann.
Die beschriebenen Fahrbehälter erleichtern nicht nur die Arbeit, die leicht von einem einzigen Arbeiter bewältigt werden kann, sondern sie verringern auch den Raumbedarf der Käsereianlage, insbesondere in Höhenrichtung und in Verbindung mit auf und ab bewegbaren Käsekesseln. Dadurch können die Anlagekosten neuer Käsereien erheblich gesenkt werden, zumal auch besondere Laufkatzen, übliche Pressen usw. nicht mehr nötig sind. Es ist aber klar, dass die Fahrbehälter auch mit beliebigen Käsekesseln anderer Art mit Vorteil verwendet werden können. Es ist ferner zu bemerken, dass man anstelle des aus Metall bestehenden starren Siebes 5 gewünschtenfalls auch ein übliches Käsetuch als Filter benützen kann.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Vorrichtung zum Trennen von Käsebruch und Molke bei der Herstellung von Käse unter Benützung eines Filters, dadurch gekennzeichnet, dass auf einem fahrbaren Gestell (1) ein von demselben abnehmba- rer Järb (4) angebracht ist, in dem der zum Abfiltrie- ren der Molke dienende Filter (5) angeordnet ist, und dass auf dem Järb eine Haube (7) lösbar befestigt ist, um einen mit dem Käsebruch-Molke-Gemisch zu be schickenden Behälter zu bilden.UNTERANSPRÜCHE 1. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell (1) höhenverstellbar ist.2. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Sieb (5) und der Järb (4) auf einer Grundplatte (3) angebracht sind, die aus wär- meisolierendem Material, z. B. Holz oder Kunststoff, besteht.3. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Haube (7) mindestens in ihrem unteren Teil von einem wärmeisolierenden Mantel (8) umgeben ist.4. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Führungsmittel (11') vorgesehen sind, um beim Füllen des Behälters die Flüssigkeit tangential in die Haube (7) einzuführen, so dass der eintretende Strahl sich an deren Innenwand anschmiegt.5. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Filter ein zylindrisches Metallsieb (5) vorgesehen ist.6. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass unter dem oberen Abschlussboden (7') der Haube (7) eine kleine Freistrahl-Rückstossturbine (13) zur Einführung einer Reinigungsflüssigkeit vorgesehen ist.7. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine Druckplatte, ein mit Druckluft aufblasbares Gummikissen und ein Deckel vorgesehen sind, um den auf dem Gestell befindlichen Järb nach Abnahme der Haube zu einer Presse zu ergänzen.8. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Järb mehrteilig ist, zwecks Erzeugung eines hohen Käseblockes, der nach Entfernen des Järbs in gleichmässige Scheiben geschnitten werden kann.
Priority Applications (1)
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| CH427392A true CH427392A (de) | 1966-12-31 |
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|---|---|---|---|---|
| DE102006020226A1 (de) * | 2006-05-02 | 2007-11-08 | Franz Müller GmbH | Füllanlage zur Käseherstellung |
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1965
- 1965-02-12 CH CH194665A patent/CH427392A/de unknown
Cited By (2)
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| DE102006020226B4 (de) * | 2006-05-02 | 2008-03-20 | Franz Müller GmbH | Füllanlage zur Käseherstellung |
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