CH427775A - Verfahren zur Herstellung von halogenierten N,N-disubstituierten Carbamidsäurehalogeniden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von halogenierten N,N-disubstituierten Carbamidsäurehalogeniden

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CH427775A
CH427775A CH807162A CH807162A CH427775A CH 427775 A CH427775 A CH 427775A CH 807162 A CH807162 A CH 807162A CH 807162 A CH807162 A CH 807162A CH 427775 A CH427775 A CH 427775A
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carbamic acid
acid chloride
halogen
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chlorine
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CH807162A
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Karl-Heinz Dr Koenig
Horst Dr Pommer
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Basf Ag
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Description


  



  Verfahren zur Herstellung von halogenierten N, N-disubstituierten   Carbamidsäurehalogeniden   
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von halogenierten N,N-disubstituierten Carbamidsäure  halogeniden. Unlter Halogenen    werden im   Sinue    dieser Erfindung Fluor, Chlor und Brom verstanden. Halogenierung bedeutet dementsprechend die Einführung von Fluor, Chlor oder Brom.



   Es ist bekannt, dass organische Verbindungen durch Einwirkung von Halogenen oder anderen Halogenie= rungsmitteln halogeniert werden können. Man unter  scheidet dabeï bekanntlich    zwischen einer Addition an C-C-Mehrfachbindungen und einer Substitution, bei der ein Wasserstoffatom gegen   HaTogen ausgettauscht wilrd.   



  Die   Ha, logenierung von N, N-disubstituierten Carbamid-    säurehalogeniden ist bisher noch nicht bekanntegeworden, und halogeneierte N,N-disubstituierte Carbamidsäurehalogenide sind   bislalng    noch nicht beschrieben worden.



   Es wurde gefunden,   dal3    man halogenierte N, N-disubstituierte Carbamidsäurehalogenide erhält, wenn man ein N, N-disubstitutertes Carbamidsäurehalogenid der Formel
EMI1.1     
 mit einem Halogenierungsmittel umsetzt. In der Formel bedeuten R1 und R2 aliphatische, cycloaliphatische, araliphatische Reste oder gemeinsam Glieder eines   heterocyclischen    Ringes, X bezeichnet ein Halogenatom.



   Überraschenderweise werden die   Ausgangsrstoffe    bei der Umsetzung nach dem Verfahren nicht gespalten. Die strukturell ähnlichen Carbamidsäureester, die am Stick  stoffatom    noch mindestens ein   Wasserstoffatom tragen,    werden bei 25 bis 30  C nur am Stickstoff chloriert, während kein   Chlor    in den aliphatischen Rest eintritt.



  Chloriert man bei 90   bis 100'C,    so   erh, dit    man z. B. aus    thylurethan    in übersichtlicher Reaktionsfolge unter Spaltung des   Moleküts    1,   1-Dichlor-2, 2-bis-(carbäthoxy-    amino)-äthan (Houben-Weyl,  Methoden der organi  sehen Chemie  , Band    8,   Seize    146).



   Auch   von einer    anderen Verbindung mit tertiären Stickstoffatomen, nämlich dem N,N-Bis-piperidylmethan, ist   bekannt, dass    sie   durci    Einwirkung von Chlor gespalten wird, und zwar in N-Chlormethylpiperidin und N  chlorpiperidin    [Ber. d. Dtsch. Chem. Ges. 90 (1957), S. 2003). Die Ausgangsstoffe des Verfahrens nach der Erfindung sind   hingegen erstaunl'icherweise    unter den   Verfa'hrensbedingungen    gegen Halogen stabil, eine Spaltung von C-N-Bindungen wird nicht beobachtet.



   In bevorzugten   Ausgangsstoffen d'er Formel    I be  deutet Rt    einen   aliphatischen Kolhlenwasserstoffrest    mit 1 bis 12, insbesondere mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, einen   cyclloaKiphatischen Kohlenwasserstoffrest    mit 5 bis 12, insbesondere mit 5 bis 8   Kohqenstoffatomen    oder einen araliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 7 bis 12, insbesondere mit 7 bis 10 Kohlenstoffatomen.

   In den bevorzugten Ausgangsstoffe I hat   R2 dieselbe Bedeutung    wie R1, kann daruber hinaus aber auch für einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 8   Kohlenstoff-    atomen stehen, der die Gruppierung -NR3COX, so   elit-      liält, dass zwischen    den beiden Stickstoffatomen minde  stems    2   KohTenstoffatome stehen.    In der Gruppe   -NF-3COX bedeutet Rl    Alkyl mit 1 bis 4   Kohtenstoff-    atomen und X Halogen.

   In den   bevorzugten Ausgangs-    stoffen I   bededten weiterhin R,    und   R2 zusammen-      genommene Gil'ieder eines    5-bis 7 gliedrigen heterocycli  schen Ringes, der    das   durch Rt    und R2   substituierte    Stickstoffatom einschliesst und, von diesem   Stickstoff-      atom abgesehen, Koh15enwasserstoffstruktur    aufweist oder zusätzlich ein weiteres Sauerstoff-, Stickstoff- oder   Schwefeqatom ails    Ringglied   eniällt. RJ und    R2 können weiterhin Glieder eines heterocyclische, das   durch Rj    und R2 substituierte Stickstoffatom und die Gruppe    > N-COX enthaltenden    6-Ringes bedeuten.

   In der Gruppe bezeichnet X Halogen. 



   Die aufgeführten bevorzugten Ausgangsstoffe I   kön-    nen aul3er der   COX-Gruppe    und den genannten Heteroatomen   aucun    andere unter den   Verfahrensbedingungen    inerte Gruppen oder Atome   enfflaiten, und    zwar 1 bis 2 Halogenatome, Äther- oder Thioätherbrücken, Carboxyl-, Carbonester-,   Carbonsäurehalogenid-, Nitril-oder      Nitrogrwppen.   



   Von den geeigneten Ausgangsstoffen der Formel I seien beispielsweise erwähnt :
Dimethylcarbamidsäurechlorid,    Dimethylcarbamidsäurefl'uorid,   
Diäthylcarbamidsäurebromid,
N-Methyl-N-äthy-carbamidsäurfluorid,    Di-n-propylcarbamidsäurechiorid,   
Di-n-buty-carbamidsäurechlorid,
Diisobutylcarbamidsäurechlorid,    N-Äthyl-N-(n-butyl)-carbamidsäurebromid,
N-Methyl-N-(n-octyl)-carbamidsäurejodid,   
N-Dodecyl-N-äthyl-carbamidsäurechlorid,
N-Stearyl-N-methyl-carbamidsäurechlorid,
N-Allyl-N-methyl-carbamidsäurechlorid,
N-Cyclo-pentyl-N-methyl-carbamidsäurechlorid,
N-Cyclooctyl-N-äthyl-carbamidsäurechlorid,
N-Cyclododecyl-N-methyl-carbamidsäurechlorid,
N-Benzyl-N-methyl-carbamidsäurechlorid,    Dibenzyl-carbamidsäurecEori'd,   
N-Benzyl-N-cyclohexyl-carbamidsäurechlorid,

  
N-(ss-Phenyläthyl)-N-methyl-carbamidsäurechlorid,
N-Methyl-N-[ss-(p-nonylphenyl)-äthyl] carbamidsäurechlorid,
N, N-Bis-(ss-chloräthyl)-carbamidsäurechlorid,
N-Methyl-N-chlormethyl-carbamidsäurechlorid,
N, N-Dimethylen-carbamidsäurechlorid,
N,   N-Hexamethylen-carbamidsäurechTorid,   
N, N-3-Oxapentanmethylen-carbamidsäurechlorid,
1, 6-Hexamethylen-N,N'-dimethyl-di   carbamidsäurechlorid,   
1, 8-Octamethylen-N,N'-dimethyl-di carbamidsäurechlorid,
1, 4-Piperazin-di-carbamidsäurechlorid,
2, 5-Dimethyl-1, 4-piperazin-carbamidsäurechlorid,
N-Äthyl-N-(ss-chlor-äthyl)-carbamidsäurechlorid,    N-Methyl-N-(γ

  -methoxypropyl)-    carbamidsäurechlorid,    N-(ss-Carbomethoxyäthyl)-N-methyl-    carbamidsäurechlorid,    N-Carboxymethyl-N-äthyl-carbamidsäurechlorid,   
N-ss-Cyanoäthyl-N-äthyl-carbamidsäurechlorid,
N-ss-Methylmercaptoäthyl-N-methyl   carbamidsaurechlorid.   



  Man erhält die Carbamidsäurehalogenide in   übliicher    Weise, z. B. durch Umsetzen des   entsprZedhenden    sekun  daren Amins    bzw. dessen   Hgdrohalogehide mit Phosgen    oder einem anderen Kohlensäurehalogenid.



     Die bevorzugten Halogenierungsmittet    sind die freien Halogene, insbesondere Chlor. Neben Chlorierungen lassen sich auch Fluorierungen mit gutem Erfolgt durchführen, wenn sie   aucil wegen der Heftigkeit    der Reaktion manchmal schwierig zu beherrschen sind. Andere   ge-    eignete Halogenierungsmittel sind Sulfurylhalogenide,   insbesondere Sul'furylchWorid.   



   Das Verfahren nach der Erfindung   kann in flüssiger    Phase oder in der   Gasphase durchgeführt    werden. Die Reaktionstemperatur   kann innerhalb weiiter    Grenzen   schwanken. Vorteilhaft    arbeitet man, je   nachS dem    Ausgangsstoff und den besonderen Bedingungen der Umsetzung, zwischen -20 und + 200 C.



   Die Halogenierung kann unter   radikaflischen Bedìn-      gungen vorgenommen    werden.   Dazu bestra'hlt    man das   RealQtionEgemisch    mit   ultraviolettem    Licht oder führt die Umsetzung in Gegenwart von beliebigen Radikalbildnern durch. Als solche seien   beispietlsweise Ascari'dol, Ben-      zoylperoxyd, Di-tert.-butylperoxyd, Acetylperoxyd    und Lauroylperoxyd erwähnt. Es sind aber auch alle   ande-    ren   bekannten RadikaRbildner    geeignet.

   Man wendet   diese    Radikalbildner   zweckmässig in    einer Menge von   0, 0001    bis 0, 25 Gew.%, bezogen auf den Ausgangsstoff, an.   Die Halogenierung    unter radikalischen Bedingungen   gelilngt    am besten bei Verwendung von elementarem, zweckmässig vorher getrocknetem Chlor unter Bestrahlung   mit ultraviolettem Licht odeir    mit Sulfurylchlorid in Gegenwart von   radikalbil'denden    Stoffen. Wenn man mit ultraviorlettem Licht bestrahlt, liegt die Reaktionstempe  ratur zweckmÅassig zwischen-20    und 100 C.

   Man kann die Halogenierung aber auch bei   einer    Temperatur   rober-    halb von 100  C unter Bestrahlung mit ultraviolettem Licht durchführen, obwohl die Reaktion bei derartigen Temperaturn auch ohne zusätzliche Messnahmen eintritt. Die besten Bedingungen   sine finir    einen gegebenen Fall durch einen Vorversuch leicht zu   ermitteln.   



   Die   Haldgenierung unter Zusatz von Radikalbildnern      eignet sich besonders    bei   Verwendung von Sulfufylhalo-    geniden als Halogenierungsmittel. Man wendet in   die-    sem   FaBe zweckmässig Temperaturen    etwa zwischen 50 und 100  C an.



   Es ist auch möglich, die Carbamidsäurehalogenide   unter Bedingungen zu halogenieren,    unter denen ein Verlauf über Radikale nicht anzunehmen ist. Man kann in der Gasphase oder in   flüss'iger    Phase, gegebenenfalls in Gegenwart   von Lösungsmineln,    sowie in   Gegenwart    von Halogenüberträgern arbeiten. Als solche eingnen sich z. B. Aktivkohle und   wasserfreie Metallhalogeníde,    wie   Nickel (II)-chl'orid,    Kupfer (II)-chlorid, Eisen (II)-chlorid, Antimon(V)-chlorid oder Aluminiumchlorid. Andere geeignete   Halbgenüberkäger    sind   Jod und    Eisen.

   Man führt die nichtradikalische Halogenierung vorteilhaft bei   Temperaturen zwischen    80 und   200  C durcM.   



   Bemerkenswerterweise gelingt es,   dtie Halogenierung    der Ausgangsstoffe I so zu   lenken, dass Verbiindungen    mit Bestimmtem Halogenierungsgrad bevorzugt erhalten werden. Arbeitet man z. B. mit einem   Sullfurylbalogenid      a1s Halagenierungsmi'ttdl    in Genwart eines Radikalbilderns bei   ein-r Reaktionstemperatur oberhialb    von 50  C, so kann man das einfachhalogeinerte N, N-disubstituierte Carbamidsäurehalogenid in guter Ausbeute ge  winuen.    Wendet man   das Sulfurylhalogenid    im   tuber-      schuss an und aifoeitet    mit   lamgen Reaktidnszeiten,    so   kan'n man    so viel Halogen einführen,

   dass auf jedes   substituierbare, das heisst mindesteWs    1 Wasserstoffatom tragendes   nichtaromatisches Koblenstoffatom    ein Halogenatom entfällgt. Beispielsweise kann man auf   diese    Weise aus N,N-Dimethylcarbamidsäurechlorid und Sul  furylc'hlorid    das N-Chlormethyl-N-methylcarbamidsäure  dhl'orid und    das N,N-Bis-chlormethyl-carbamidsäurechlorid herstellen.



   Überraschenderseise kann man aber auch bei der Halogenierung mit elementaren Halogenen die Stufe, in der auf jedes substituierbare   nichtaroma, tische lÇohlen-    stoffatom ein Hal'ogenatom entfällt, erhalten, wenn man bei einer   Temperatur b'is    zu   120     C arbeitet. Dabei erfolgt der Eintritt der halogenatome verhältnismässig   rasch. Erslt    bei höherer Temperatur gelingt es, weiteres Halogen einzuführen, bis schliesslich alle Wasserstoffatome durch Halogen ersetzt werden. 



   Es war   übeNaschend, dass    sich das Halogen   in dix    Ausgangsstoffe I stufenweise einführen lässt. Wenn man   näml'ich Tolual chloriert, geli'ngt    es nicht, die   Halogenie-      rung so zu    lenken, dass praktisch ausschliesslich Benzyl-, Benzal- oder   Benzotrichlorid erhalten werden.    Setzt man 1   Mol ChWor    je   Mol Toluol    um, so liegen Benzylchlorid,   Benzaldhlorid    und   Benzabrichblorid    neben unverändertem   Toluol    vor. Benzylchlorid lässt sich als Hauptprodukt nur dann gewinnen, wenn man mit   seh° geringem    Umsatz chloriert.



   Man führt das   Verfahren vorzugsweise    unter Atmo  sphärendruck durch. Verminderter DIuck    ist   vor altem      empfehlenswert, wenn hodhsiedende    Ausgangsstoffe   um-      gesetzt werden sdllen oder    die Umsetzung in der Gasphase vorgenommen wird.



   Das neue Verfahren kann ohne Verdiinnung oder   Lösungsmittel durchgeführt werden.    Es ist jedoch auch möglich, inerte Lösungsmittel, wie Tetrachlorkohlenstoff, Hexachloräthan, Methylenchlorid, Acetylentetrachlorid oder   Chl'orbenzol, mitzuve, rwenden.    Bei der   Halogenieru, ng in    der Gasphase verdünnt man das Halo  g en oder    das   Halogenierungsmittel zweckmässig    mit einem inerten Gas, vorzugsweise mit trockenem Stickstoff.



   Die Halogenierung kann bei dem gewünschten Halogenierungsgrad abgebrochen werden. Ein   Mat3 fur    den Fortschritt der   Realktion    ist z. B. der   abgespaltene Halo-      genwasserstoff, die Gewichtszuna'hme,    die stark anstei  genden Brechungsindizes oder de, r Siedepunkt    des Gemiches. Die Umsetzungsprodukte werden dann durch Destillation aufgearbeiten.

   Bei den   niederha'logenierten      Produkten gelingt    die Trennung der in   unterschiedFliehem    Masse halogenierten Carbamidsäurehalgoenide im   all-      gemeinen ohne Schwierigkeiten.    Bei höherhalogenierten Stoffen wird der Trennaufwand wegen der geringeren Unterschiede in der Flüschtigkeit grösser.



   Die   nadir    dem neuen   Verfahren erhältlichen haloge-    nierten N, N-disubstituierten   Carbamidsäurehalogenide    sind neue,   viellseitig verwendbare Zwischenprodukte,    z. B. für die Herstellung von Schädlingsbekämpfungsmitteln.   Fur    diesen   Zweck brauchen    die   Reaktìons-      gemische häufig nicht    in   ihé BesRtandtteile getrennt    zu werden, sondern können unmittelbar weiter Verwendung finden.



   Die neuen halogeniarten N, N-disubstituierten Carbamidsäurehalogenide sind aber auch als Fungizide unmittelbar zu verwenden. So wird z. B. echter Meltau durch einmalfiges Besprühen mit   eider    0, 032gewichtsprozentigen wässrigen Emulsion von chloriertem Piperidylcarbamidsäurechlorid mit einem Chlorgehalt von 64, 6   tu    nahezu   vol, llkommen vernichtet.   



     Besonders wertvolle Fungizide haben    die Formel
EMI3.1     

In dieser Formel   bedeutet R4 Alikyl mit    1 bis 4 Kohlenstoffatomen, R5 hat   dtieselbe Bedeutung    wie R1, kann darüber hinaus aber auch einen   Alkyl°cst    mit 2 bis 8   Kdhlenstoffatomen bezeichXnen, der dtie    Gruppe    NR3-COX    so   trägt, dass    zwischen beiden Stickstoffatomen mindestens 2 Kohlenstoffatome stehen. In der Gruppe    -NRa-COX    bedeutet   R3 Alkyi    mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen und X Halogen.

   In der Formel II   bezeichnen Rl    und R5 zusammengenommen gemeinsame Glieder eines heterocylischen Ringes, der das   durch R4 und Rss substituierte      Stickstoffatom einsciliebt    und noch ein   weite, res    Stickstoff-, Sauerstoff- oder Schwefelatom enthalten kann, im übrigen aber Kohlenwasserstoffstruktur aufweist. R1 und   R2konnen weiterhin fur Glieder    eines 6-Ringes stehen, der das   dureh R4    und   R5    substituierte Stickstoffatom und die Gruppe  > N-COX, in der X Halogen bedeutet,   enthdtt    und im übrigen Kohlenwasserstoffstruktur aufweist. In der   Formel Il    bedeutet X Halogen.

   Die Substituenten   R4 und    R5 sind derartig durch Halogen substituiert, dass, von X   abgesehen, mindestens 1 Halogenatom    in der Verbindung II enthalten ist und   hbchstens so vide, daf3    die Reste R4 und   R5 ausser    den gegebenenfalls vorhandenen   Heterroatomen    nur noch Chlor oder Kohlenstoff enthalten,   hingegen keinen Wasserstoff mehr.   



   In   besendefs bevorzugten    Verbindungen   der Formel      II silnd    die Substituenten R4 und R2 so durch Halogen substituiert, dass nur   die Kohlenstoffatome in α-Stellung    in   bezug auf-NRS-COX    bzw.  > N-COX ganz oder teilweise durch jeweils 1 Halogenatom substituiert sind.



     Deza, rtige Vorbindungen haben    z. B. die Formel
EMI3.2     
   i, nJder    X Halogen und   R6    Alkyl mit 1 bis 4   Ko'hlenstoff-    atomen bedeutet. Andere wertvolle Produkte dieser Art   hajben    die   Formel-n   
EMI3.3     
 in der X   für Hallogen    steht,
EMI3.4     
 in   der    X Halogen und R6 Alkyl mit 1 bis 4   KohRienstoff-      atamen bedeutet,   
EMI3.5     
 in   der    X   Halogen bezeich-net.   



   Die in den folgenden Beispielen genannten Teile sind Gewichtsteile.



   Beispiel 1
In 232 Teile Dimethylcarbamidsäurechlorid leitet man bei 135 bis 140 C so lange trockenes Chlorgas ein, bis die Gewichtszunahme 91 Teile beträgt. Die Reaktion ist besonders zu Anfang ziemlich exotherm, so dass man ohne zusätzliche Heizung auskommt. Das   Reaktions-      genlisch    wird   tuber    eine Füllkörperkolonne fraktioniert   desti, lhert.    Man   erhält   
69 Teile Dimethylcarbamidsäurechlorid  (Ausgangsprodukt),   136    Teile Methyl-chlormethyl-carbamidsäurechlorid    (Kp.    18 88,5  C nd25= 1,485),
71 Teile Bis-(chlormethyl)-carbamidsäurechlorid    (Kp.      18    99 bis 100,   5     C ;

     nid5=    1, 497),
22 Teile Dichlormethyl-chlormethyl-carbamidsäure    chIorid (Kp. 20    108 bis   109     C ;   n25    = 1, 516) und
24 Teile höherchloriderte Carbamidsäurechloride    (Kp. 20    110 bis   136  C    ; n   25 =    1, 528).



   Beispiel 2
Zu 174 Teilen Dimethylcarbamidsäurechlorid und 0, 5   Teilen Bonzoylperoxrd werden    bei 75   bis 85'C    nach und nach 520 Teile Sulfurylchlorid gegeben. Der entweichende Chlorwasserstoff wird intensiv gekühlt,   damait    nicht unnötig viel Sulfurylchlorid mitgeührt wird.



  Nach der Zugabe des Sufurylchlorids rhitzt man das Gemisch noch 5 Std. am Rückfluss und destiliert es anschliessend fraktioniert über eihe Füllkörperkolnne.



  Man erhält 53   Teiae    nicht umgesetzten Ausgangsstoff und 125 Teile Methyl-chlormethylcarbamidsäurechlorid (Kp.20 89 bis 90 C ; nD25 = 1,483) und eine geringe Menge eines schwefelhaltige Rückstandes.



   Beispiel 3
In 98 Teile Bis-(ss-chloräthyl)-carbamidsäurechlorid   wiid    so   lange trockenes Ch-lor eingdeitet,    bis 163   Teinte    aufgenommen sind. Man hält die Reaktionstemperatur anfangs auf 90 bis   100     C und steigert sie nach und nach bis auf   180     C.   Durch Destillation    des Reaktionsgemisches erhält man 249 Teile eines hochviskosen Öls vom Kp.0,35 129 bis 133 C mit dem Brechungsindex nD25 = 1, 562. Der   Chlorgeh, alt beträgt    80, 02%, was einer Perchlorierung entspricht. Die Ausbeute an Bis-pentachlor äthyl-carbamidsäurechlorid, bezogen auf den   Ausgangs-    stoff, beträgt 96 % der   Th. eaxie.   



   Beispiel 4
Man   arbeitet wie in Beìspiel    3, geht aber von   Di-    äthylcarbamidsäurechlorid aus. Die Umsetzung verläuft  ähnlich, jedoch anfangs   unter wesenfl'i stärkelrer      WaTmee'twi'clclung.    Man   erhält Bis-pentacKoräthyl-      carbamidsäurechllorid      (Kp.    0, 5 134 bis 137 C ;   n 2D =    1,   561) in    einer   Ausbeute van    94 % der Theorie.



   Beispiel 5
Man leitet bei einer   Temperatur zwischen    90 und   100     C   iln    148 Teilen Piperidylcarbamidsäurechlorid so   l'ange Chler ein,    bis die Gewichtszunahme 25   TeiGe be-      trä'gt. Durch Destillation    des   Reaqçtionsgemisches erhält    man ein chloriertes Piperidylcarbamidsäurechlorid vom Kp.   11    108 bis   148  C    in Form einer farblosen Flüssigkeit vom Brechungsindex nD25 = 1,5116.   Der Chlorgehallt    beträgt 34, 0 %.



   Leitet main bei der   gleichen Temperatur höhere      CKormengen ein, so erhällt man in    nahezu quantitativer Ausbeute die folgenden Produkte :    Chloraufnahme Gefundender Chlorgehalt
Siedeberich Brechungsidex    (Teile) (%)
54   Kp.12    122-150 C nD25 = 1,5225 42, 9
69   Kp.    12 126-155  C nD25 =   1,5362    49, 3
128   Kp.14    135-163 C nD25 =   1,5479    55, 0
166 Kp.

     o,    5   117-138 C    nD25 = 1,5630 64, 6
188 Kp.1, 5   120-142 C    nD25 =   1,5712    66, 0    Das letzterwa'hnte    Produkt   besteh° überwiegend    aus Pentachlorpiperidyl - carbamidsäurechlorid (berechneter   Chl'orgèhlallt    66, 8    su).   



   Beispiel 6
In 250 Teile Dimethylcarbamidsäurechlorid leitet man bei 110 bis   125a C    so lange Chlor ein, bis die Ge  wichtszunahme    125 Teile beträgt. Durch Destillation des Reaktionsgemisches über eine   gut wirksame Frak-    tionierkolonne erhält man neben einem   Vodauf    von 40 Gewichteilen Methyl-chlormethyl-carbamidsäurechlorid 268 Teile   Bis-(ch, lormethyi)-carbamidsäurechlo-    rid vom   Kip. 26    104   bis 1051    C in Form einer farblosen   Fliissigkeit vom Brechungsindex    nD25 = 1,5080.



   Das Mehtyl-chlormethyl-carbamidsäurechlorid kann zur weiteren Chlorierung einem neuen Ansatz zugegeben werden.



   Beispiel 7
Man leitet in 300 Teile Morpholyl-carbamidsäure  cKoíd beï    135 bis   145     C so lange Chlor ein, bis die Gewichtszunahme 36 Teile beträgt. Durch Destillation des   Reaktionsgemisches erh5lt    man ein chloriertes Morpholyl-carbamidsäurechlorid vom Kp. 12 112 bis 134 C, dem   Brechungsindex n"=    1,   5046    und einem   Chlor-    gehalt von 28, 4 %.



     Leitet man grössere    Mengen an Chlor ein, so erhält man die folgenden Ergebnisse :   Chloraufnahme Siedebereich Brechungsindex Gefundener Chlorgehalt  (Teile) (%)   
109 Kp.12 121-138 C nD20 = 1,5251 43, 9
145 Kp.0, 3 80-97 C nD20   = 1,5342    50,9
282 Kp.   0,    3   88-108  C    nD20   = 1,5486    61,3    Dass letztgenannte    Produkt besteht überwiegend aus Getrachlormorpholyl-carbamidsäurechlorid (berechneter Chlorgehalt 61, 7   %).    Die chlorierten Carbamidsäurechloride sind   farblose ) le.   



   Eine noch   stärkere Chloraufnahme    findet erst bei Gemperaturen oberhalb von 100 C statt. Dabei sinkt die Chlorierungsgechwindigkeit bis zur Perchlorierung mit steigendem Chlorierungsgrad merklich ab. 



   Beispiel 8
In 270 Teile Pyrrolidyl-carbamidsäurechlorid leitet man bei 85 bis 95 C Chlor bis zu   einer Gewichts-      zunahme    von 65 Gewichtsteilen ein. Man   erhällt durch    Destillation ein   chloriertes PyMolidyl-carbamidsäu, re-    chlorid vom Kp.14 101 bis 118 C, dem Brechungsindex nD25 = 1,5240 und einem Chlorgehalt von 41,2%.



     Durch stärkere Chlorierung    bei 100 bis 105  C er  hält    man die folgenden Ergebnisse :    Chloraufnahme Gefunderner Chlorgehalt
Siederbereich Brechungsindex    (Teile) (%)
142 Kp.14 129-141 C nD25 = 1,5405 51,2    288 Kp. n. 4 106-111C nD25 = 1,5630 64,9       Auch hier erfolgt    die weitere   Chloraufn hme    erst bei Temperaturen von 100 C, in   beträchtllichem Masse    erst ab   135  C.   



   Das   letztgen nnte    Produkt besteht überweigend aus Tetrachlorpyrrolidyl-carbamidsäurechlorid (berechneter Chlorgehalt 65, 3 %).



   Beispiel 9
In 136 Teile   N-Isopropyd-N-benzy'1-carbamidsaure-    Chlorid (Kp.28 178  C, nD25 = 1,5298) leitet man bei 95 bis 100 C so   4ange Oilar ein,    bis die Gewichtszunahme 46   Tei, le beträgt.    Man   erhä'lt durch Destilllation    ein chloriertes N-Isopropyl-N-benzyl-carbamidsäurechlorid vom Kp. 0,05 118 bis 160 C und dem   Brechungsindex n25=    1,   5498    und einem Chlorgehalt von 38, 2%.



   Beispiel 10
In 124 Teile N-Methyl-N-cyclohexyl-carbamidsäurechlorid   (Kp. 1,    5   112  C, n D =    1, 4923)   Zeitet man    bei 75 bis 95 C so viel Chlor ein, dass die Gewichtszunahme 174   Teille bekägt.    Man   erhält    ein   chqlorierltes N-Methyl-    N-cyclohexyl-carbamidsäurechlorid vom Kp. 0. 4 161 bis 196 C und dem Brechungsindex nD25 = 1,5471).



   Beispiel 11
In 210 Teile Piperazin - dicarbamidsäurechlorid   (Fp.      157    bis 158 C) leitet man bei 160 C Chlor ein.



  Die Temperatur   lässt m n    in dem   Ma, 13e,    in dem   sikh    der Schmelzpunkt des Reaktionsgemisches ernicdrigt, auf 90 bis   100     C absinken,   so daB    das Reaktionsgemisch   standig flussig bleibt.    Wenn die Gewichtszunahme 52 Teile beträgt, destilliert man das Gemisch unter vermindertem   Druck und erhälEt    ein   chloriertes Piperazin-dic rb-      amidsäurechEo, rid    vom Kp.   o, 3 92    bis   108 C    mit einem Chlorgehalt von 47, 6 %.



   Beispiel 12
Man arbeitet wie in   Beispiell    1, leitet jedoch anstelle von Chlor unter guter Kühlung Fluor ein und arbeitet bei einer Temperatur von 35 bis   450 C.    Die Zufuhr von Fluor wird   abgebrochen,    wenn 1, 5   Mol Fluor    je Mol   Dimethyl-carbamidsduredhlorid aufgenommen    sind. Man erhält durch Destillation des   Reaktionsgemisches    fluoriertes Dimethyl-carbamidsäurechlorid vom Kp.   25    74 bis 96 C, nD25 = 1,485.



   Beispiel 13
In 577 Teile Diäthylcarbamidsäurechlorid   (Kp.    20 88 bis   89  C) I'eitet    man bei 90 C so lange Chlor ein, bis die Gewichtszunahme 150 Teile beträgt. Man   destin-    liert das Gemisch und erhät 280   Teile niclk umgesetz-    tes Diäthylcarbamidsäurechlorid, 71   Teille N-Athyi-N-      α-chloräthylcarbamidsäurechlorid    vom Kp. 20 106 bis 107 C und 335 Teile N,   N-Bis-(α-chloräthyl)-carbamid-      säurechlorid    vom Kp. 20 127 bis 128 C ,

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von halogenierten N, Ndisubstituierten Carbamidsäurehalogeniden,d adurch gekennzeichnet, dass man ein N,N-disustituiertes Carbamidsäurehalogenid der Formel EMI5.1 in der R1 und R2 aliphatische, cycloaliphatische oder araliphatische Reste oder gemeinsam Glieder eines heterocyol, ischen Ringes bedeuten, und in der X fiir ein Halogenatom steht, mit einem Halogenierungsmittel umsetzt.
    UNTERANSPRVCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man einen solchen Ausgangsstoff der Formel I verwendet,in dem R1 einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen, einen cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 5 bis 12 oder einen araliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 7 bis 12 bedeutet, R2 dieselbe Bedeutung hat wie R1, darüber hinaus aber auch für einen alip'hatischen Ko'hlenwasserstoffrest mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen stehen kann, der die Gruppierung -NR3COX, in der R3 Alkyl mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen und X Halogen bedeuten, so enthält, da, J3 zwischen den beiden Stickstoffatomen mindestens 2 Kohlenstoffatome stehen,
    oder RI und R2 zusammen genommen Glieder eines 5-bils 7gliedrigen heterocydischen Ringes bedeuten kannen, der das durch R1 und R2 substituierte Sltickstoffatom ein- schliesst und, von diesem Stickstoffatom abgesehen, Koh- Tenwasserstoffstruktur aufweist oder zusätzlich ein weiteres Sauerstoff-, Stickstoff-oder Schwefelatom alls Rinlgglied enthält, oder R1 und R2 weiterhin Glieder eines heterocyclischen, das durch R1 und R2 substituierte Stickstoffatom sowie die Gruppe > NCOX, in der X Halogen bedeutet, ent hwalteniden 6Riinges bedeuten können,
    wobei die Substituenten R1 und R2 auch 1 bis 2 Halogenatome, Atheroder Thioätherbrücken, Carboxyl-, Carbonester-, Carbonsäurehalogenid-, Nitril- oder Nitrogruppen enthalten können.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass man bei einer Temperatur zwi'schen 0 und 200 C arbeitet.
    3. Verfahren nach Patent2nspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass man Fluor, Chl'or ader Brom als Halogenierungsmittel verwendet.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Sulfurylhalogenid als Halogenierungsmittel verwendet.
    5. Verfahren nach patentanspruch, dadurch gekenn zeichnct, dass man Chlora'lsHavogenierungsmitts verwendet und unter Einstrahlun von ultraviolettem Licht arbeitet.
    6. Verfahren nach Utteranspruch 4, daurch ge- kennzeic'hnet, dal3 man bei einer Temperatur zwischen 50 und 100 C unter Zusatz eines Radikalbildners arbeitet.
    7. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch ge- ken, nzeichnet, dal3 man bei einer Temperatur oberhalb von 50 C arbeitet und ein Halcigenatom je Mo Aus gangsstoff einfüh, rt.
    8. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichet, dass man bei einer Temperatur bis zu 120 C arbeitet und je substituierbaes nichtaromatisches Kohlenstoff a-tom 1 Halogenantom einführt.
    9. Verfahrenanach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man mit Fluor, Chlor oder Brom bei einer Temperatur oberhalb von 120 C arbeitet uns'allie Wasserstoffatome durch HaZogen ersetzt.
CH807162A 1961-07-11 1962-07-05 Verfahren zur Herstellung von halogenierten N,N-disubstituierten Carbamidsäurehalogeniden CH427775A (de)

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