CH429756A - Verfahren zum Butylieren bzw. Entbutylieren von Phenolen - Google Patents

Verfahren zum Butylieren bzw. Entbutylieren von Phenolen

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CH429756A
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Ruetgerswerke & Teerverwertung
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C37/00Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring
    • C07C37/48Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring by exchange of hydrocarbon groups, which may be substituted, from the same of other compounds, e.g. transalkylation

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Description


  



  Verfahren zum Butylieren bzw. Entbutylieren von Phenolen
Die Herstellung von Phenolen mit einem oder mehreren   tert.-Butylresten    erfolgt üblicherweise durch di  rekteButylierungderentsprechenden    Phenole mit Isobuten in Gegenwart von Katalysatoren z. B. nach Frie  del-Crafts, insbesondere Schwefelsaure. Butyllerte Phen-      ole,    wie z. B. p-tert.-Butylphenol, 2, 6-Di-tert.-butyl-4methylphenol, 2,   5-Dimethyl-6-tert.-butylphenol    u. a.,   sowie    Folgeprodukte der butylierten Phenole, werden als Antioxydantien und Stabilisatoren verwendet.



   Bei der bekannten direkten Butylierung ist es jedoch nicht ohne weiteres möglich, zu solchen   butylier-    ten Phenolen zu gelangen, die nicht alle, sondern nur eine geringe Anzahl der möglichen tert.-Butylreste tragen. Diese Verbindungen können bei der direkten Alkylierung nur schwer   als einziges Butylierungspro-      dukt    gewonnen wenden, da bei einer, direkten Alkylie  rung die Tendenz zur Bildung der vollständig butylier-    ten Produkte besteht und auch bereits bei Einhaltung kurzer Reaktionszeiten ein Gemisch der verschieden weit   butylierten    Phenole erhalten wird.



   Es wurde nun gefunden, dass man auch zu solchen   butylierten Phenolen,, die    durch die direkte Butylierung nicht oder nur schwer zugänglich sind, dadurch gelant, dass man ein nicht butyliertes Phenol mit einem ein oder mehrere tert.-Butylreste enthaltenden Phenol in   Gegenwart von Uerchlorsäure    als Katalysator unter Erwärmen   reagieren lässt,    wobei ein bzw. mehrere tert.  Butylreste    auf das nicht butylierte Phenol übertragen wird.

   Bei Verwendung dieses Katalysators sind die Reaktionszeiten sehr kurz, und die Reaktionstemperatur liegt so niedrig, dass keine   Daalkylierung und nur in    geringem Masse eine Polymerisation des abgespaltenen Isobutens eintritt.   Ausserdem    ist die Entfernung der Perchlorsäure ohne Schwierigkeiten schnell und quanti  tativ    durch Einleiten von gasförmigem Ammoniak oder Behandlung mit wässrigem Ammoniak möglich. So kann man nach dem erfindungsgemässen Verfahren z. B. aus Transalkylierung praktisch quantitativ zum   6-tert.-Butyl-    3-methylphenol gelangen, was bei der direkten Butylierung nicht möglich ist.



   Das gleich gilt für die Herstellung von 2, 4-Di-tert.  butylphenol, das. durch Transalkyliarung aus    2, 4, 5-Tritert.-butylphenol. auf diesem Wege leicht zugänglich ist.



  Auch diie Herstellung von mono-tert.-Butylderivaten mehrwertiger Phenole, wie z. B.   4-tert.-Butylbrenz-       catechin oder 2^tert.-Butylhydrochinon, ist durch diese    Reaktion   leicht m guten    Ausbeuten möglich.



   Eine solche Transalkylierung,   d.    h. die Übertragung von   Isobutenresten    auf ein anderes Molekül des gleichen oder eines anderen Phenols, lässt sich zwar auch z. B. in Gegenwart von Schwefelsäure durchführen. Jedoch sind die Reaktionszeiten mindestens dreimal so lang,   und die Reaktionstemperaturen müssen verhält-    nismässig sehr hoch liegen. Bei der Aufarbeitung der Reaktionsprodukte treten die gleichen Schwierigkeiten zur Entfernung der Schwefelsäure ein, die auch bei der Aufarbeitung von Butylierungsansätzen, die   Schwefel-      säure als Katalysator. enthalten,    beobachtet werden (vgl.



  D. R. Stevens : Separation of individual Kresols and   Xylenols from    their mixtures, Ind. Eng.   Chelem.    35, 1943,   S.      358,    W. H.   Weinreich    : Alkylated Cnesols from Refinery Gases, Ind. Eng. Chemistry, 35, S. 264-272).



   Die Übertragung von Butylresten auf ein anderes   Phenolmolekül    kann mit der Gewinnung der   entbutyher-    ten Phenole in reiner Form verbunden werden. Besondere Bedeutung gewinnt das Verfahren der vorliegenden   Erfindung für    die   Herstellung reinen m-bzw. p-Kresols    auf den entsprechenden Butylderivaten. So lieferte   z.    B. die Transalkylierung von 4, 6-Di-tert.-butyl-3-methylphenol auf Phenol das p-tert.-Butylphenol und reines   m-Kresol. Analog lässt    sich reines p-Kresol herstellen.



  Das p-tert.-Butylphenol erweist sich bei der Untersu  chung    als frei von o-Verbindung.



   Die in den Beispielen angegebenen Teile sind Ge  wichtsteile.   



   Beispiel 1    220    Teile 4, 6-Di-tert.-butyl-3-methylphenol, 282 Teile Phenol und 1, 2 Teile   Perchlorsäure (60 /oig)    werden unter Rühren auf   80       C    erhitzt und bei dieser Temperatur 2 Stunden gelassen.   Anschliessend    leitet man    au    bei   60     C Ammoniak bis zur Neutralisation der Perchlorsäure ein, filtriert von ausgefallenen Ammoniumperchlorat ab udn trennt die einzelnen Substanzen durch Destillation.

   Neben wenig polymerisiertem Isobuten und   dem überschüssigen Phenol wenden erhalten    : 106, 5 Teile m-Kresol (= 98,   8  /o,    der Theorie) mit einem   Erstar-      rungspunkt von    11, 8  C und 271, 1 Teile p-tert.-Butyl  phénol    (= 91,   5"/o    der Theorie) mit einem E. P. von 98,   8     C.



   Beispiel 2
In der im Beispiel 1 geschilderten Weise werden 220 Teile 2, 6-Di-tert.-butyl-4-methylphenol mit 282 Teilen Phenol zur Reaktion gebracht ; das   Reaktions-    gemisch wird, wie in Beispiel 1 angegeben,   aufgearbei-      tet.    Es werden erhalten :   104,    3 Teile   p-Kresol    (= 96, 8% der Theorie) mit einem E. P. von 33,   9     C und 268, 5 Teile p-tert.-Butylphenol (= 89,   7"/o der Theorie) mit    einem E. P. von 98,   9     C.



   Beispiel 3    Analog Beispiel l lässt    man 660 Teile 4, 6-Di-tert.  butyl-3-methylphenol    mit 48, 6 Teilen m-Kresol in Ge  genwart von    3, 3 Teilen Überchlorsäure (70%ig)   mitein-    ander reagieren.   Nach Aufarbeitumjg werden erhalten    : 867 Teile 6-tert.-Butyl-3-methylphenol (= 88,   5 O/o    der Theorie) mit einem Siedepunkt von 131  C bei 20 Torr.



   Beispiel 4
262 Teile 2, 4, 6-Tri-tert.-butylphenol werden mit 94 Teilen Phenol und 1, 3 Teilen Überchlorsäure (60%ig)   vermischt und auf 90  C    erhitzt, wobei bei   80  C    eine homogene Lösung der Substanzen eintritt. Man lässt 3 Stunden unter Rühren reagieren und arbeitet nach Ent  tarnung    des Katalysatoris durch Destillation auf. Man erhält 182, 3 Teile 2, 4-Di-tert.-butylphenol (= 90, 9% der Theorie) mit dem   Siedepunkt Kp2o    = 144-147  C und einem Schmelzpunkt von 55-56  C.



   Beispiel   5   
330 Teile 4,6-Di-tert.-butyl-3-methylphenol und 372 Teile   Brenzkatechin werden mit    250 Teilen Dioxan vermischt, 1, 8 Teile Überchlonsäure (60%ig) zugegeben und auf die Reaktionstemperatur von 85  C erhitzt.



  Unter Rühren lässt man 3 Stunden bei dieser Temperatur reagieren. Gegen Ende der Reaktion fällt ein Teil des Reaktioasproduktes in kristalliner Form aus. Dieser Teil wird durch Filtration gewonnen, das Filtrat durch Einleiten von Ammoniak und Filtration vom Katalysator befreit.   Lösungsmittel ; und das lentstehende m-Kresol       werden durch Destillation entfernt, wobei defr Rest    des   Reaktionsproduktm in kristalliner    Form zurückbleibt.



  Die vereinigten Kristalle werden mit   heissem    Wasser zur Entfernung des überschüssigen   Brenzkatechins      behan-    delt und aus Lackbenzin   umkristallisiert. Es resultieren       382    Teile 4-tert.-Butylbrenzkatechin mit einem Schmelzpunkt von   53-55  C.   



     Ausboute    : 76,5% der Theorie.



   Beispiel 6    Wie im Beispiel 5 beschrieben, lässt    man 330 Teile 4, 6-Di-tert.-butyl-3-methylphenol mit 372 Teilen Resoroin in   250    Teilen Dioxan in Gegenwart von 1, 8 Teilen Überchlorsäure   (60 O/o)    bei   90  C    reagieren. Nach der im   Beispiel 5 beschriebenem Aufarbeitung fällt    das   6-tert.-Butylresorcin    in kristalliner Form an. Es wird aus Wasser   umkrisballisiert und    besitzt einen Schmeizpunkt von   112-144     C.



   Ausbeute : 363 Teile = 72,   8"/e der Theorie.   



   Beispiel 7
Analog Beispiel 5 weiden 330 Teile 4,   6-Di-tert.-      butyl-3-methylphenol mit    372 Teilen Hydrochinon und 1, 8 Teilen Überchlorsäure zur   Realktion    gebracht. Als Lösungsmittel werden   300    Teile eines Gemisches von Aceton-Äthyl-Amylketon (1 :   1)    verwendet. Die   Auf-      arbeitun,    erfolgt ebenfalls analog Beispiel 5. Das Rohprodukt wird aus Wasser   umkristallisiert und. basitzt    einen Schmelzpunkt von   121-124  C.   



   Ausbeute : 313 g = 60,8% der Theorie.



   Beispiel 8 356 Teile 2,   5-Dimethyl-4-tert.-butylphenol werden mit    376 Teilen Phenol vermischt und 3, 6 Teile   Uberchlor-    säure (70%ig) zugegeben. Unter Rühren wird die Misch, ung 3 Stunden auf die Reaktionstemperatur von   90     C erhitzt. Das Reaktionsgemisch wird, wie in Beispiel 1 angegeben, aufgearbeitet. Es   wencden    erhalten : 228 Teile 2,   5-Dimethylphenol    = 95,   0 ouzo    der Theorie mit einem Schmelzpunkt von 74,6  C   (=    99, 5 % der Reinheit) und 274 Teile   p-tert.-Butylphenol    mit einem Schmelzpunkt von 98,   7     C.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zum Butylieren bzw. Entbutylieren von Phenolon,dadurchgekennzeichnet,dass man ein nichtbutyliertes Phenol mit einem ein oder mehrere tert. Butylreste enthaltemden Phenol in Gegenwart von tuber- chlorsäure unter Erwärmung reagieren lässt, wobei ein bzw. mehrere tert.-Butylreste auf das nicht-butylierte Phenol übertragen werden.
    UNTERANSPRUCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn- zeichnet, dass die Menge der Perchlorsäure etwa 0, 10, 3%, gerechnet als 100%ige Perchlorsäure, bezogen auf das Gewicht der Reaktionsteilnehmer, beträgt.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Reaktionstemperatur von maximal 90 C gearbeitet wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch zur Herstellung von reinem m-bzw. p-Kresol, dadurch gekennzeichnet, dass man 4, 6-Di-tert.-butyl-3-methylphenol oder 2, 6-Ditert.-butyl-4-methylphenol mit Phenol in Gegenwart von Überchlorsäure erwärmt und aus dem vom Katalysator befreiten Reaktionsgemisch das reine m- bzw. p-Kresol durch Destillation abscheidet.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man in Gegenwart eines indifferenten Lösungsmittels arbeitet.
CH136763A 1962-03-07 1963-02-05 Verfahren zum Butylieren bzw. Entbutylieren von Phenolen CH429756A (de)

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