Saugfähiger Tupfer und Verfahren zu dessen Herstellung
Die Erfindung betrifft saugfähige Tupfer von der Art, die aus einem Pfropfen saugfähigen Materials an einem oder beiden Enden eines Stäbchens bestehen und die gewöhnlich zum Reinigen des Gehörgangs, der Nasenhöhlen und für kosmetische Zwecke oder dergleichen verwendet werden, sowie ein Verfahren zur Herstellung derselben.
Bisher wurden Tupfer dieser Art dadurch hergestellt, dass ein Pfropfen aus saugfähigem Fasermaterial, wie z. B. Baumwolle, mittels eines Klebstoffes am Ende eines Stäbchens aus Holz oder Presspappe zum Haften gebracht wurde. Bei der Herstellung dieser Tupfer haben sich verschiedene Probleme ergeben.
Eines dieser Probleme bestand darin, dass der saugfähige Pfropfen von dem Stäbchen abgleitet oder beim Gebrauch infolge Versagens des Klebstoffes verschoben wird. Beispielsweise kann ein Pfropfen in einer Körperhöhlung steckenbleiben und beim Herausziehen des Stäbchens nicht wieder zum Vorschein kommen. Dies kann selbstverständlich ernstliche Schwierigkeiten verursachen und in jedem Fall mangelndes Vertrauen hinsichtlich der Verwendung dieser Art des Tupfers hervorrufen.
Ein anderes Problem hat sich dadurch ergeben, dass das Stäbchen aus Holz oder Presspappe, das unter allen Umständen verwendet werden kann, wenn es genügend fest ist, zu brüchig sein und beim Biegen zerbrechen kann, so dass es eine offensichtliche Gefahr bildet.
Obwohl mit Widerhaken versehene Holzstäbchen vorgeschlagen worden sind, um das Abgleiten der Pfropfen zu verhindern, wird dadurch das Problem nicht gelöst, weil der Widerhaken, der das Festhalten des Pfropfens auf dem Stäbchen unterstützt, gewöhnlich eine scharfe Spitze aufweist, die nach aussen in den Pfropfen hineinragt und demgemäss für die Verwendung in den Ohren, der Nase und in anderen Körperhöhlungen zu gefährlich ist. Selbstverständlich wird dadurch, dass das Stäbchen mit Widerhaken versehen wird, auch das Problem der Biegsamkeit des Stäbchens nicht gelöst.
Es wurden schon aus Kunststoff geformte Stäbchen vorgeschlagen. die an jedem Ende geformte Zähne oder Flanschen zum Festhalten der Pfropfen aufweisen, aber auch bei diesen Stäbchen werden mehr Probleme gestellt als gelöst. Sie sind beispielsweise zu kostspielig und besitzen gewöhnlich nicht die gewünschte Biegsamkeit. Obwohl die vorgeschlagenen geformten Zähne oder Flanschen den Pfropfen festzuhalten trachten, sind sie im allgemeinen nicht ausreichend, um zu gewährleisten, dass der Pfropfen auf dem Stäbchen nicht verschoben wird. Da Klebstoffe zur Befestigung von Fasermaterial auf Kunststoffstäbchen nicht leicht verfügbar sind, ergibt sich ein weiteres Problem. Ausserdem können die Zähne oder Flanschen ebenso wie die Widerhaken auf den Holzstäbchen beim Gebrauch gefährlich sein.
Der hier beschriebene saugfähige Tupfer löst alle diese Probleme ohne die Verwendung eines Klebstoffes und ermöglicht gleichzeitig wesentliche Ersparnisse infolge einer Herabsetzung der Kosten des Stäbchens und des Fehlens des Klebstoffes.
Gegenstand der Erfindung ist ein Tupfer, der ein hohles thermoplastisches Stäbchen aufweist, das beim Gebrauch unter schwierigen Bedingungen gebogen werden kann, ohne zu zerbrechen, und das wenigstens an einem Ende einen Teil aufweist, um den, einen Pfropfen bildend, saugfähiges Fasermaterial dicht gewickelt ist und sich über das Ende des Stäbchens hinaus erstreckt, wobei die am Stäbchen anliegenden Fasern des Pfropfens in dem genannten Teil des Stäbchens durch Hitzeeinwirkung eingebettet sind, wodurch der Pfropfen auf dem Stäbchen befestigt ist.
Auf diese Weise kann der Pfropfen auf dem Stäbchen festgehalten werden, ohne dass ein Klebstoff erforderlich wäre. Das Stäbchen selbst ist fest, ohne brüchig zu sein, und ist höchst biegsam, so dass es beim Gebrauch unter schwierigen Bedingungen gebogen werden kann, ohne zu zerbrechen. Die Wände des Stäbchens können vorzugsweise dünn gehalten werden, um die gewünschte Biegsamkeit zu erzielen und die Kosten des Materials des Stäbchens auf ein Mindestmass herabzusetzen. Gleichzeitig erfordert dies die Verwendung eines ziemlich festen thermoplastischen Stäbchenmaterials. Polypropylen, Polyäthylen von hoher Dichte und Vinylpolymere sind Beispiele von Materialien, die für diesen Zweck geeignet und nicht kostspielig sind.
Polypropylen wird bevorzugt, weil es im Autoklav bei 1150 C während eines längeren Zeitraumes sterilisiert werden kann, ohne zerstört zu werden, und weil es ideale Festigkeitseigenschaften und Biegsamkeit aufweist, wenn es zu einem hohlen Rohr ausgepresst und in Stücke geschnitten wird. Die anderen genannten Materialien sind für die Gassterilisation geeignet.
Bei einem Ausführungsbeispiel eines Tupfers, der die gewünschte Biegsamkeit gemäss der Erfindung aufweist, soll das Stäbchen, ohne zu zerbrechen, vorzugsweise um mindestens 600 um eine gekrümmte Fläche mit einem Halbmesser von 4,8 mm biegbar sein können; wenn eine Kraft senkrecht zur Stäbchenachse an einer ungefähr 6 mm vom Ende des Stäbchens entfernten Stelle einwirkt, während das andere Ende des Stäbchens in gerader Lage unterhalb der gekrümmten Fläche festgehalten ist. Vorzugsweise kann das Stäbchen derart geformt sein, dass eine Anzahl von im Abstand voneinander liegenden Längsrippen gebildet wird, die für eine bestimmte Menge des Stäbchenmaterials eine erhöhte Festigkeit und eine bessere Griffläche zum Festhalten des Tupfers ergeben.
Es wird angenommen, dass die Längsrippen ein der Biegung des Stäbchens Widerstand leistendes grösseres Moment liefern, woraus sich eine erhöhte Festigkeit ergibt.
Bei dem Verfahren zur Herstellung eines saugfähigen Tupfers gemäss der Erfindung wird ein Endteil des hohlen thermoplastischen Stäbchens augenblicklich auf eine Temperatur erhitzt, die oberhalb der Schmelztemperatur des Stäbchens liegt, so dass dieser Teil erweicht wird, ohne den Zusammenhang des Stäbchens zu zerstören, worauf ein Pfropfen aus Fasermaterial wie z. B. Baumwolle, auf den in der Hitze erweichten Teil des Stäbchens aufgebracht wird, bevor derselbe vollständig fest geworden ist, wobei die mit dem Stäbchen in Berührung befindlichen Fasern des Pfropfens in das erweichte Stäbchenmatrial eingebettet werden.
Diese Fasern bleiben auch eingebettet und haften an dem Stäbchen, wenn sich das Stäbchen abkühlt und vollständig fest wird. Auf diese Weise wird es für den Pfropfen praktisch unmöglich, von dem Ende des Stäbchens abzugleiten. Unter dem Ausdruck augenblicklich ist ein sehr kurzer Zeitraum zu verstehen, z. B. der Bruchteil einer Sekunde. Der Zusammenhang des Stäbchens würde zerstört werden, wenn es z. B. dauernd gebogen, verzogen, ernstlich geschwächt oder zerbrochen würde.
Um jedoch eine zusätzliche Sicherheit zu erhalten, dass der Pfropfen auf dem Ende des Stäbchens nicht verschoben wird, können in dem in der Hitze erweichen ten Teil des Stäbchens vorzugsweise eine oder mehrere radial gerichtete Flächen ausgebildet werden, um einen direkten mechanischen Eingriff mit dem Pfropfen zu erzielen. Beispielsweise können auf der Oberseite und Unterseite jedes Endes des Stäbchens mehrere im Abstand voneinander liegende Querrippen ausgebildet werden. Die radial gerichteten Flächen können auf dem Stäbchen vorzugsweise während der Hitzeeinwirkung auf dasselbe ausgebildet werden.
Nach einem bevorzugten Verfahren zur Herstellung eines saugfähigen Tupfers kann das Stäbchen dadurch erhitzt werden, dass das Ende des Stäbchens zwischen erhitzten Backen hindurchgezogen wird, die in einem solchen Abstand voneinander liegen, der etwas kleiner als der Aussendurchmesser des Stäbchens ist, wobei die Oberflächen der die Stäbchen berührenden Backen auf eine Temperatur erhitzt werden, die über der Schmelztemperatur der Stäbchen liegt. Die Backen können im Abstand voneinander liegende Zähne aufweisen, die ebenfalls erhitzt werden, um in dem erweichten Teil des Stäbchens im Abstand voneinander liegende Querrippen zu bilden.
Durch dieses Verfahren wird Hitze gleichmässig auf die oberen und unteren Flächen des Stäbchens zur Einwirkung gebracht und das Ende des Stäbchens wird rasch geformt, ohne verdreht zu werden oder seinen Zusammenhang auf andere Weise zu zerstören.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles. In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 schaubildlich einen Tupfer gemäss einer Ausführungsform der Erfindung,
Fig. 2 in grösserem Massstab einen Querschnitt nach der Linie 2-2 der Fig. 1,
Fig. 3 in grösserem Massstab einen Längsschnitt nach der Linie 3-3 der Fig. 1,
Fig. 4 in grösserem Massstab einen Querschnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 3,
Fig. 5 schematisch, teilweise im Schnitt und teilweise in Ansicht, eine Vorrichtung zur Herstellung des Tupfers gemäss den Fig. 1 bis 4,
Fig. 6 schaubildlich eine schematische Ansicht eines Teils der Vorrichtung gemäss Fig. 5 und veranschaulicht einen Satz der Heizbacken zum Erhitzen und Formen eines Endes der Stäbchen beim Durchgang durch die Vorrichtung,
Fig.
7 in grösserem Massstab schematisch eines der Stäbchen, das in den Raum zwischen einem Satz der Heizbacken eintritt,
Fig. 8 in grösserem Massstab eine ähnliche schematische Ansicht eines Stäbchens bei seinem Durchgang zwischen den Backen,
Fig. 9 in grösserem Massstab eine schematische Ansicht eines Stäbchens kurz vor dem Verlassen der Backen,
Fig. 10 in grösserem Massstab einen Querschnitt nach der Linie 10-10 der Fig. 9,
Fig. 11 in grösserem Massstab, teilweise im Schnitt und teilweise in Ansicht, einen Tupfer gemäss einer abgeänderten Ausführungsform der Erfindung,
Fig. 12 in grösserem Massstab das Erhitzen des einen Endes des Stäbchens gemäss Fig. 11,
Fig. 13 dm Grundriss eine Versuchsanordnung zum Messen der Biegsamkeit der Kunststoffstäbchen gemäss der Erfindung.
In den Fig. 1 bis 10 ist ein saugfähiger Tupfer 15 gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Der Tupfer besteht aus einem dünnwandigen hohlen thermoplastischen Stäbchen 16 und einem Pfropfen 17 aus saugfähigem Fasermaterial, der an jedem Ende des Stäbchens befestigt ist. Das Stäbchen weist an jedem Ende einen in der Hitze erweichten Teil 18 auf, und die Pfropfen 17 bedecken die in der Hitze erweichten Teile und erstrecken sich über jedes Ende des Stäbchens hinaus. Wie nachstehend noch genauer erklärt wird, werden Oberflächenteile 18 der Länge des Stäbchens in der Nähe jedes Endes desselben durch augenblickliche Einwirkung von Hitze erweicht, und auf dem Stäbchen wird eine Vielzahl von in der Querrichtung verlaufenden Rippen 19 ausgebildet.
Das saugfähige Fasermaterial wird an dem Stäbchen zum Haften gebracht, indem es derart rund um die erweichten Teile 18 des Stäbchens gewickelt wird, dass es mit dem erweichten Material desselben und mit den Rippen 19 in Berührung kommt, bevor das erweichte Material vollkommen fest wird. Die Seitenflächen 21 der Rippen 19 erstrecken sich relativ zur Stäbchenachse auf den gegenüberliegenden Seiten des Stäbchens mehr oder weniger in radialer Richtung, um zwischen den benachbarten Rippen 19 Nuten 22 zu bilden, in welche das saugfähige Fasermaterial eintritt. Infolgedessen werden die Fasern des Pfropfens 17, die mit dem in der Hitze erweichten Teil 18 des ;Stäbchens in Berührung stehen, in denselben eingebettet, und der Pfropfen steht mit den Seitenflächen 21 der Rippen 19 in mechanischem Eingriff, wodurch der Pfropfen auf dem Stäbchen befestigt wird.
Das Stäbchen 16 und der Tupfer selbst sind in struktueller Hinsicht fest, d. h. sie besitzen eine beträchtliche Längsfestigkeit, aber sie können unter normalen Gebrauchsbedingungen auch leicht gebogen werden, ohne zu zerbrechen. Unter normalen Gebrauchsbedingungen kann die Beanspruchung, die das Stäbchen zu biegen trachtet, von einer mässigen bis zu einer hohen Beanspruchung zunehmen. Das Stäbchen gemäss der Erfindung ist gut biegsam und kann beim Gebrauch unter schwierigen Bedingungen gebogen werden, ohne zu zerbrechen.
Gemäss Fig. 13 kann das Stäbchen 16, ohne zu zerbrechen, um einen beträchtlichen Winkel von wenigstens 600 um eine gekrümmte Fläche C mit einem Halbmesser R von 4,8 mm gebogen werden, wenn eine Kraft F senkrecht zur Stäbchenachse an einer ungefähr 6 mm vom Ende des Stäbchens entfernten Stelle einwirkt, während das andere Ende des Stäbchens in gerader Lage unterhalb der gekrümmten Fläche festgehalten wird. Fig. 13 veranschaulicht eine Versuchsanordnung zur Messung der Biegsamkeit des Stäbchens auf diese Weise. Ein Ende 23 des Stäbchens ist in einer langgestreckten Nut oder Bohrung 24 angeordnet, die weit genug ist, um den Stäbchendurchmesser derart aufzunehmen, dass das Ende des Stäbchens das Ende der Bohrung erreicht. Die Bohrung 24 ist für ein Stäbchen mit einer Länge von 78 mm 30 mm lang, so dass in Fig. 13 D = 30 mm und L = 78 mm ist.
Wie oben angegeben, beträgt der Halbmesser R der gekrümmten Fläche C, um welche das Stäbchen gebogen wird, 4,8 mm.
Der Grad der Ablenkung des Stäbchens um die Fläche C wird in der in Fig. 13 angegebenen Weise gemessen. Dieser Versuch wird als ein angemessener Massstab für die Biegsamkeit des Stäbchens für die Zwecke der Erfindung angesehen.
Wie oben angegeben, besteht einer der Hauptvorteile der Erfindung darin, dass sie Kostenersparnisse ermöglicht. weil kein Klebstoff verwendet wird und weil ein Kunststoffstäbchen verwendet werden kann, das billiger ist als die bisher verwendeten Stäbchen aus Holz oder Presspappe. Dies ist jedoch nur möglich, wenn der Kunststoff die Form eines verhältnismässig dünnwandigen hohlen Rohres hat. Vom Kostenstandpunkt aus ist es wünschenswert, die Menge des Kunststoffes im Stäbchen so viel als möglich zu verringern, d. h. die Wandstärke des Rohres auf ein Mindestmass herabzusetzen, wenn dies geschehen kann, ohne die funktionellen Vorteile dieser Art des Stäbchens aufzugeben.
Fig. 2 zeigt eine bevorzugte Querschnittsform des Stäbchens gemäss der Erfindung, die eine Anzahl von konvexen Umfangszacken aufweist, welche vorstehende Längsrippen 25 darstellen, die auf der Aussenseite des Stäbchens während des Auspressens gebildet werden. Zwischen den Rippen 25 liegen Längsnuten, so dass die hohlen Stäbchen 16 abwechselnd dick- oder dünnwandige Teile aufweisen, die durch die Rippen und die Nuten gebildet werden. Diese Querschnittsform ergibt eine maximale Stärke und Biegungsfestigkiet mit einem Minimum an Material, weil die eine erhöhte Dicke aufweisenden Rippen 25 des Stäbchens das der Biegung Widerstand leistende Moment vergrössern. Au sserdem werden Stäbchen, die den besonderen zackigen Querschnitt gemäss Fig. 2 besitzen, nicht ineinander greifen und die Vorrichtung verstopfen, wenn sie aus einem Vorrat in einem Trichter zugeführt werden.
Ein swigfähiger Tupfer gemäss den Fig. 1 bis 4, der alle Vorteile der Erfindung aufweist, kann vorteilhaft aus Polypropylenstäbchen hergestellt werden, die mit einem der Fig. 2 ähnlichen Querschnitt ausgepresst werden und die eine Länge von ungefähr 78 mm, einen inneren Durchmesser von ungefähr 2 mm und eine mittlere Wandstärke von ungefähr 0,375 mm haben.
Das saugfähige Fasermaterial wird vorzugsweise rund um jedes Ende des Stäbchens gewickelt, um Pfropfen von ungefähr 18 mm Länge zu bilden, welche über die Enden des Stäbchens mindestens um ungefähr 0,8 mm hinausragen, gewöhnlich um etwas weniger als ungefähr 3 mm. Propylen wird für das Stäbchen bevorzugt, nicht nur weil es die gewünschte Festigkeit und Biegsamkeit der gewünschten Stäbchenform ergibt, sondern weil es auch ermöglicht, dass der Tupfer in der oben angegebenen Weise im Autoklav sterilisiert werden kann. Es ist auch vom Kostenstandpunkt aus höchst wünschenswert. Stäbchenmaterialien, wie z. B.
Polyäthylen von hoher Dichte, bestimmte Vinylharze und andere entsprechende thermoplastische Kunststoffe können jedoch verwendet werden, wenn das Stäbchen auf andere Weise als im Autoklav sterilisiert werden soll. Der Pfropfen selbst wird gewöhnlich aus langen Stapelfasern von Baumwolle oder Zellwolle gebildet.
Gemäss der Erfindung kann aber auch anderes saugfähiges Material in zufriedenstellender Weise verwendet werden.
Die Fig. 5 bis 10 veranschaulichen die Herstellung von Tupfern gemäss der in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Ausführungsform. Ein Vorrat von ausgepressten Stäbchen 16 mit dem Querschnitt gemäss Fig. 2 wird aus einem Trichter 26 durch einen waagrechten Durchlass 27 einer Aufnahmestelle W zugeführt, wo sie intermittierend durch Förderpassstücke 28 aufgenommen werden, die auf dem Umfang von Zwillingstragrädern 29 und 29a im Abstand voneinander liegen, welche die Stäbchen aus einer Stellung in die andere bewegen.
Wie Fig. 6 zeigt, sind die Tragräder 29 und 29a voneinander etwas entfernt, drehen sich aber mit der gleichen Geschwindigkeit um die gleiche Welle 29b von Stellung zu Stellung, als ob sie aus einem Stück bestünden. Die Räder sind so eingestellt, dass sie am Ende jeder Drehung um 450 während ungefähr 0,08 s oder etwa V19 einer Sekunde stillstehen. In Fig. 5 ist das Rad 29a der Deutlichkeit halber entfernt, und die Wirkungsweise der Vorrichtung wird nachstehend nur unter Bezugnahme auf das Rad 29 und die zugehörigen Teile zum Aufbringen der Baumwollpfropfen beschrieben. Der andere Pfropfen wird auf die gleiche Weise von einer identischen Vorrichtung aufgebracht, die mit dem Rad 29a verbunden ist.
Die Förderpassstücke 28 sind in axialen Nuten 31 angeordnet, die zu diesem Zweck auf dem Umfang des Tragrades 29 im Abstand voneinander liegen. Jedes Passstück 28 ist mit einer kleinen Nut 32 versehen, die so geformt ist, dass sie ein Stäbchen 16 aufnehmen und festhalten kann, wenn sich das Rad 29 dreht. Zwei Paare von erhitzten Backen 33 und 34 sind an einer Schmelzstelle X in der Bahn der Stäbchen 16 am oberen Ende des Tragrades 29 angeordnet. Jedes Paar der Backen 33 und 34 liegt in der Bahn eines Endes der Stäbchen, wie die Fig. 6 und 10 deutlich zeigen.
Wenn die Stäbchen 16 die erhitzten Backen 33 und 34 verlassen, bewegen sie sich durch eine Pfropfenzuführstelle Y nach unten, wo jedes Ende des Stäbchens gegen einen in seinem Weg angeordneten (nicht dargestellten) Pfropfen aus saugfähigem Material stösst und denselben zu einer Pfropfenbildungsstelle Z mitnimmt, die gegenüber der Stäbchenzuführstelle W um ungefähr 1800 versetzt angeordnet ist. Führungsschuhe 35 und 36 sind zwischen dem Trichter 26 und den erhitzten Backen 33 und 34 auf einer Seite des Tragrades bzw. zwischen den erhitzten Backen und der Pfropfenbildungsstelle Z auf der anderen Seite des Tragrades angeordnet, um die Stäbchen in den Förderpassstücken 28 zu halten, wenn sich diese von Stellung zu Stellung bewegen.
Insbesondere aus Fig. 10 ist ersichtlich, dass jedes Paar der Heizbacken 33 und 34 eine Reihe von im Abstand voneinander liegenden Zähnen 37 aufweist, wo die Backen mit jedem Ende des Stäbchens 16 in Berührung kommen, wenn dasselbe zwischen den Backen hindurchgeht. Die Spitzen der Zähne 37 der oberen Backe 33 sind von den Spitzen der Zähne der unteren Backe 34 um eine Strecke entfernt, die etwas kleiner ist als der Aussendurchmesser des Stäbchens 16, so dass die Zähne in das Stäbchen einschneiden, wenn dasselbe zwischen den Backen hindurchbewegt wird. Fig. 10 ist ein Querschnitt durch die Backen und zeigt die Zähne angrenzend an das Ausgangsende E der Backen.
Die Zähne 37 haben ihre maximale Höhe gemäss Fig. 10 zwischen dem Punkt A in Fig. 7 und dem Ausgangs- ende E der Backen. Die Zähne sind jedoch von der Stelle A bis zum Eingangsende M der Backen verjüngt, so dass die Zähne am Eingangsende vollständig verschwinden. Der Abstand zwischen den Backen 33 und 34 ist daher am Eingangsende M etwas grösser als der Aussendurchmesser der Stäbchen, so dass dieselben leicht in das Eingangs ende eintreten können und mit den verjüngten Spitzen der Zähne 37 erst ungefähr an der Stelle T in Berührung kommen, wie die Fig. 7 und 8 zeigen.
Die Backen 33, 34 und die Zähne 37 werden durch elektrische Heizkörper 38 auf eine Temperatur erhitzt, die oberhalb der Schmelztemperatur der Stäbchen 16 liegt, d. h. auf ungefähr 426-4820 C, wenn Polypropylenstäbchen mit einer Schmelztemperatur von ungefähr 1760 C verwendet werden. Die Berührung zwischen den heissen Zähnen 37 der Backen 33, 34 und den Stäbchen 16 beginnt daher an der Stelle T und endet an der Stelle E, wenn die Stäbchen zwischen den Backen hindurchbewegt werden. Die erhitzten Zähne schneiden in die Oberseite und Unterseite des Stäbchens zwischen den Stellen T und A ein, zwischen denen sie ihre maximale Höhe erreichen, und bleiben dann mit den erhitzten und genuteten Teilen des Endes des Stäbchens in Berührung, bis die Stelle E erreicht ist.
Die Stäbchen werden sehr rasch zwischen den Backen hindurchbewegt, so dass die Hitzeeinwirkung augenblicklich erfolgt, d. h. während einer sehr kurzen Zeitdauer. Für ein Polypropylenstäbchen der beschriebenen Grösse und Art beträgt beispielsweise die Zeit, die das Stäbchen braucht, um die Strecke von T bis E zwischen den Backen 33, 34 zurückzulegen, vorteilhaft ungefähr 9 s. Hierin ist die eingestellte Stillstandszeit von ungefähr t/I2 s bei der Drehung der Räder 29, 29a eingeschlossen.
Die Backen 33, 34 können so eingestellt sein, dass der Abstand zwischen den Spitzen der gegenüberliegenden Zähne 37 an den oberen und unteren Backen zwischen den Stellen A und E etwas grösser ist als der Innendurchmesser der Stäbchen 16, so dass die Zähne die Stäbchen nicht durchschneiden. Es ist wünschlens- wert, dass sich die Stäbchen nicht drehen, sondern in einer festgelegten Winkelstellung verbleiben, wenn sie auf diese Weise genutet werden, um sicherzustellen, dass die Enden der Stäbchen nicht verzogen werden und der Zusammenhang des Stäbchens aufrechterhalten wird.
Ein Teil des bei der Bildung der Rippen 19 auf dem Stäbchen verschobenen Materials bewegt sich nach aussen, um den Aussendurchmesser des Stäbchens quer zu den Spitzen der Rippen etwas zu vergrössern, wie Fig. 4 schematisch zeigt. Es ist jedoch anzunehmen, dass ein grosser Prozentsatz des verschobenen Materials das Stäbchen während der kombinierten Heiz- und Formwirkung der Backen 33, 34 in Form von Gasen verlässt. Da das saugfähige Fasermatierial rund um die Enden der Stäbchen gewickelt wird, während diese noch heiss sind und bevor sie Gelegenheit zum vollständigen Festwerden hatten, dringen die mit dem Stäbchen in Berührung sbehenden Fasern des Materials nicht nur in die Nuten 22 zwischen den Rippen 19 ein, sondern auch in das erweichte Material des Stäbchens, so dass sie in demselben fest eingebettet sind, wenn sich das Material abkühlt.
In den Fig. 11 und 12 ist ein saugfähiger Tupfer 41 gemäss einer etwas abgeänderten Ausführungsform der Erfindung dargestellt, bei welcher das Ende eines ähnlichen hohlen thermoplastischen Stäbchens 42 durch eine Flamme 43 erhitzt wird, die in axialer Richtung gegen das Ende des Stäbchens gerichtet ist, um einen Teil desselben zu erweichen. Das Stäbchenende wird der Flamme nur einen Augenblick ausgesetzt, so dass sein Zusammenhang nicht zerstört wird. Wenn die Flamme in der dargestellten und beschriebenen Weise während eines sehr kurzen Zeitraumes auf das Ende des Stäbchens gerichtet wird, wird auf demselben ein Flansch 44 gebildet, wie Fig. 11 zeigt.
Hierauf wird das Stäbchen, dessen mit einem Flansch versehenes Ende sich noch in teilweise erweichte Zustand befindet, mit dem saugfähigen Fasermaterial umwickelt, wie in Verbindung mit der in den anderen Figuren dargestellten Ausführungsform beschrieben wurde, um einen Pfropfen 45 zu bilden, der für einen Tupfer gemäss der Erfindung geeignet ist. Bei dieser Ausführungsform werden die mit dem in der Hitze erweichten Teil des Stäbchens in Berührung stehenden Fasern des Pfropfens in denselben eingebettet, und der Pfropfen wird auf dem Stäbchen durch die Einbettung dieser Fasern und durch mechanischen Eingriff zwischen dem Pfropfen 45 und dem Flansch 44 am Ende des Stäbchens befestigt.
Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen beispielsweisen Ausführungsformen be schränkt, die verschiedene Abänderungen erfahren können, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.