Vorrichtung zum Verpacken von pastösen Produkten
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verpacken von pastösen Produkten, z. B. Butter, Margarine, Schokolade, Seife u. dgl. mit zwei nebeneinander angeordneten, mit Ausnehmungen versehenen und schrittweise angetriebenen Walzen, von denen die erste mit Mitteln versehen ist, um eine in eine ihrer Ausnehmungen eingebrachte und dadurch kalibrierte Masse des pastösen Produktes in eine ihr gegenüberliegende Ausnehmung der zweiten Walze zu stossen, unter Mitnahme einer zwischen die Walzen gebrachten Verpackungsfolie, wobei zur Führung dieser Folie eine ortsfeste Führung und eine zu derselbenhin- und von derselben wegbewegliche Führung vorgesehen sind, während ein hin- und herbewegliches Faltorgan zum Falten eines Randes der Folie dient.
Bekannte Vorrichtungen dieser Art sind sehr kompliziert, störanfällig und unzugänglich, weshalb oft Vorrichtungen ohne bewegliche Führung verwendet werden; dieselben haben aber dafür den Nachteil, dass die Verpackungsfolie nicht immer schön glatt auf der verpackten Masse liegt. Zur Vermeidung obiger Nachteile zeichnet sich die Vorrichtung nach der Erfindung dadurch aus, dass das Faltorgan und die bewegliche Führung gemeinsam auf einem einzigen hin und her beweglichen Rahmen angebracht sind.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine Stirnansicht einiger wesentlicher Teile einer Verpackungsvorrichtung für Butter od. dgl.,
Fig. 2 eine Ansicht eines hin und her bewegbaren Faltungs- und Führungsorganes in Richtung des Pfeiles II von Fig. 1,
Fig. 3-8 je eine andere Arbeitsphase der Vorrichtung nach Fig. 1, 2.
Die Vorrichtung nach Fig. 1-3 weist zwei nebeneinander angeordnete Walzen 1 und 2 auf, die durch nicht dargestellte Mittel gegensinnig gedreht werden und dabei jeweils nach einem Schritt von 90" kurzzeitig halten.
Jede Walze 1 und 2 weist an ihrem Umfange vier um 900 gegeneinander versetzte, in Längsrichtung verlaufende Ausnehmungen 3 bzw. 4 von rechteckigem (im vorliegenden Fall praktisch quadratischem) Querschnitt auf. Die Ausnehmungen 3 bzw. 4 erstrecken sich nicht ganz bis zu den Stirnflächen der Walzen 1 und 2.
Neben der Walze 1 befindet sich eine Zuführungsvorrichtung 5 für die Butter. Diese Zuführungsvorrichtung, die z. B. mit einer Schnecke versehen sein kann, ist in der Zeichnung lediglich durch einen Trichter dargestellt, der in die in Füllstellung befindliche Ausnehmung 31 ausmündet. In jeder der Ausnehmungen 3 befindet sich ein Kolben 6 mit einer Kolbenstange 7, wobei diese Elemente 6, 7 in der Zeichnung aber lediglich in der Ausnehmung 3i angeordnet sind. Der Kolben 6, dessen äussere Stirnfläche 8 bei Ankunft der Ausnehmung 31 in die Füllstellung etwa in der zylindrischen Mantelfläche der Walze 1 liegt, wird durch den Druck der zugeführten Butter in eine durch nicht dargestellte Anschläge bestimmte Lage zurückgedrängt, wobei dann diese Stirnfläche 8 des Kolbens 7 den Boden der Ausnehmung 3,bildet.
Nachdem die Ausnehmung 31 gefüllt worden ist, dreht sich die Walze 1 um 90" und die Ausnehmung 34 kommt in die Füllstellung usw. Wenn eine gefüllte Ausnehmung in die Lage der dargestellten Ausnehmung 33 gekommen ist, der gegenüber eine Ausnehmung 43 der Walze 2 liegt, wird durch nichtdargestellte Mittel, z. B. im Inneren der hohl ausgebildeten Walze 1 angeordnete Nocken, die Kolbenstange 7 nach aussen gestossen, wodurch die in der Ausnehmung 33 befindliche Buttermasse in die gegenüberliegende Ausnehmung 43 gestossen wird. Dabei nimmt diese Buttermasse eine Verpakkungsfolie 9 mit, die in Richtung des Pfeiles 10 zwischen die Walzen 1 und 2 eingeführt worden ist. Ein passendes Stück dieser Folie wird mittels nichtdargestellter Messer abgeschnitten.
Hierauf werden zunächst die zur Ausnehmung 43 herausragenden Längsränder der Folie auf die prismatische Buttermasse heruntergefaltet und dann eine Faltung der Folie über die Stirnenden derselben bewirkt.
Wenn die Ausnehmung, in der sich die so verpackte Buttermasse befindet, in die Lage der Ausnehmung 42 kommt, fällt sie aus derselben heraus, es sei denn, dass sie z. B. mittels eines nicht dargestellten Kolbens schon früher, z. B. in der Lage der Ausnehmung 4t, aus derselben ausgestossen worden ist.
Abgesehen von den später näher erläuterten Einzelheiten ist eine derartige Vorrichtung wohlbekannt, weshalb denn auch weitere, zum Verständnis der Funktion nicht unbedingt erforderliche Einzelheiten weder dargestellt noch beschrieben sind.
Bei den bekannten Vorrichtungen ist es schwierig, eine einwandfreie Einführung der Verpackungsfolie 9 zu erzielen. Hängt diese Folie 9 aus einer in Fig. 1 weggelassenen, ortsfesten Führung frei nach unten, so besteht die Gefahr, dass die Folie 9 bald der einen, bald der anderen Walze 1 und 2 näher kommt und sich auch in der Längsrichtung der Walzen ausbuchtet, u. a. unter dem Einfluss des durch die Rotation der Walzen erzeugten Windes. Derartige Verpackungsvorrichtungen ergeben keine glatten, sauberen Packungen, sondern unregelmässige, Wellen od. dgl. aufweisende Packungen.
Um diesem Übelstand zu begegnen, ist schon versucht worden, der Folie mit einer zwischen den Walzen auf- und abbeweglichen Führung entgegenzufahren und sie mit derselben an der ortsfesten Führung abzuho len . Diese Lösung ergibt bessere Packungen; da aber zwischen den Walzen bereits eine bewegliche Faltvorrichtung vorhanden sein muss, um den inneren Längsrand der Folie zu falten, ist es äusserst schwierig, die beiden beweglichen Vorrichtungen zwischen den beiden Walzen unterzubringen; diese Konstruktion hat aber auch bei Überwindung dieser Schwierigkeit noch den Nachteil, dass sie relativ teuer und störanfällig ist, wobei die Behebung von Störungen wegen der Uxlzugänglich- keit der Vorrichtungen sehr mühsam ist.
Die dargestellte Vorrichtung vermeidet all die Nachteile der vorbekannten Vorrichtungen, wie aus der nachfolgenden Beschreibung ihrer diesbezüglichen Einzelheiten hervorgehen wird.
Zum Falten des inneren Längsrandes der Folie 9 und zum Abholen dieser Folie 9 von einer ortsfesten Führung 11 (s. Fig. 3) ist eine einzige auf- und abbewegliche Vorrichtung 12 (s. Fig. 1-3) vorgesehen. Die Vorrichtung 12 weist einen U-förmigen Rahmen auf, der aus einem Joch 13 und zwei an dessen Enden befestigten Schenkeln 14 besteht. Die Schenkel 14 weisen jenseits des Joches 13 Scharnierlappen 15 auf, die mit Löchern 16 versehen sind, in denen die beiden Endzapfen eines Trägers 18 stecken, der in seiner Mitte an einer geradlinig auf- und abbeweglichen Stange 19 befestigt ist. An den Schenkeln 14 sind zwei Bleche 20 und 21 befestigt, die zusammen eine Abholführung für die Folie 9 bilden.
Ein oberer Randteil 22 des Bleches 20 ist nach aussen auf dasselbe zurückgebogen, um eine abgerundete Faltkante 23 zu bilden. Ein oberer Randteil 24 des Bleches 21 ist dagegen lediglich etwas nach aussen abgebogen, um das Einführen der Folie 9 zu erleichtern.
Am freien Ende eines der Schenkel 14 (in Fig. 2 links) ist ein Führungszapfen 25 vorgesehen, der in eine Führung 26 (s. Fig. 1) eingreift, die als Nut oder Schlitz in einer ortsfesten Platte 27 vorgesehen ist. Die Führung 26 ist unten gerade,. in der Mitte bogenförmig und oben wieder gerade, und es ist ersichtlich, dass wenn der : Zap- fen 25 sich im mittleren Teil der Führung 26 befindet, der Rahmen 13-14 im Sinne des Pfeiles 28 von Fig. 1 um den Träger 18 geschwenkt wird, so dass die abgerundete Faltkante 23 ein Stück weit federnd gegen den Umfang der Walze 2 gedrückt wird, wenn sie sich etwa im Bereich der engsten Stelle zwischen den Walzen 1 und 2 befindet.
Wenn der Rahmen 13, 14 noch weiter oben liegt, befindet sich dagegen die Führung 20, 21 wieder in der gleichen Vertikalebene, wie wenn sich der Rahmen 13, 14 in seiner in Fig. 1 gezeigten, unteren Lage befindet.
Die in Fig. 3 dargestellten Teile der Vorrichtung sind in der gleichen Lage, wie in Fig. 1, d. h. die Bleche 20 und 21 befinden sich ganz unten. Die Folie 9 liegt eben in der ortsfesten Führung 11 und unten in der Abholführung 20, 21. Die in die Ausnehmung 33 eingebrachte und dadurch kalibrierte Buttermasse ist durch Schraffieren angedeutet und mit 29 bezeichnet. Fig. 4 zeigt, wie die Masse 29 aus der Ausnehmung 3s ausgestossen wird und die Folie 9 mitnimmt. Gemäss Fig. 5 befindet sich die Buttermasse 29, welche inzwischen, beispielsweise mit Hilfe eines gespannten Drahtes, vom Kolben 6 abgetrennt worden ist, bereits ganz in der Ausnehmung 4,; ; ferner sind die Bleche 20 und 21 be- reits etwas angehoben, so dass die Faltkante 23 den inneren Längsrand 30 gefasst und etwas nach innen gefaltet hat.
In der Lage von Fig. 6 ist die Faltung des inneren Längsrandes vollzogen. Der äussere Längsrand 31 wird später auf die übliche, nicht näher zu erläuternde Weise auf den inneren Längsrand 30 heruntergefaltet.
Nun beginnen sich die Walzen 1 und 2 zu drehen, wobei die Führung 20, 21 zunächst noch weiter gehoben wird und gemäss Fig. 7 ganz nahe unter der ortsfesten Führung 11 liegt, in der eine nächste Folie 9 abwärts geschoben wird. Fig. 8 zeigt, wie die Folie 9 unter gemeinsamer Führung durch die Führungen 11 und 20, 21 schon weit nach unten gelangt ist, worauf schliesslich durch Abwärtsbewegung der Führung 20, 21 wieder die Lage von Fig. 3 für den nächsten Verpackungszyklus hergestellt ist.
Die beschriebene Verpackungsvorrichtung liefert, auch bei relativ hoher Arbeitsgeschwindigkeit sehr regelmässige, glatte Packungen, ist nicht störanfällig und die einzige auf und ab bewegliche Vorrichtung 12 ist leicht zugänglich. Die Abholführung 20, 21 kann ohne Schwierigkeiten breiter gemacht werden als die Folie 9, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, während dies bei den bisherigen Verpackungsvorrichtungen mit Abholführung wegen der früher erwähnten Platzschwierigkeit nicht der Fall war. Die Breite der Folie 9 muss natürlich etwas grösser sein als die Länge der Ausnehmungen 3 und 4.
Es sei noch bemerkt, dass die Zahl der Ausnehmungen 3 und 4 in den Walzen 1 und 2 natürlich nicht auf vier beschränkt ist und dass es auch gleichgültig ist, ob diese Walzen gegensinnig oder gleichsinnig angetrieben werden.