Für die Heu-, insbesondere Bergheuernte bestimmtes selbstfahrendes Gerät
Die Erfindung betrifft ein für die Heuernte bestimmtes selbstfahrendes Gerät, dessen Rahmen am einen Ende mit einer breitspurigen Triebachse mit lenkbaren Triebrädern und am anderen Ende mit starr gelagerten'Stützrädern versehen ist.
Im Zuge der Mechanisierung der Bergheuernte sind bereits verschiedene Geräte vorgeschlagen worden, wie beispielsweise hiefür geeignete Motormäher und Motorheuer. Diese Geräte bringen eine Beschleunigung der Erntearbeit und teilweise auch eine Erleichterung mit sich. Nach wie vor ist jedoch die Arbeit am steilen Berghang sehr anstrengend, muss doch der Bedienungsmann diese Geräte von Hand aus führen und dabei Wegstrecken bis 25 und 30 km pro Tag zurüdklegen. Das Gehen wird ausserdem durch die grossen Hangneigungen erschwert, die in einem Bereich von 35% bis 60% variieren.
Die Arbeit der Heubergung ist bei der Bergheuernte noch nicht mechanisiert und muss durchwegs in Handarbeit bewältigt werden. Um hier eine echte Verbesserung zu schaffen, ist es erforderlich, sämtliche Arbeitsgänge, die bei der Bergheuernte auftreten, wie Mähen, Zetten, Wenden,'Schwadenziehen, Schwadenaufladen und-abfahren zu mechanisieren, wobei angestrebt werden muss, dass der Bedienungsmann mit dem Gerät mitfahren kann.
Nur eine Geräteausbildung, die es dem Bedienungsmann ermöglich, auf dem Gerät mitzufahren, kann hier eine echte Erleichterung schaffen und als Fortschritt angesehen werden.
Bei bekannten Geräten der eingangs erwähnten Art ist meist nur an einer'Seite eine Anschlussvorrichtung für ein Arbeitswerkzeug vorhanden, wobei diese Vorrichtungen umständlich zu handhaben sind und auch keine Mög- lichkeit für einen direkten Anschluss der Antriebswelle des Arbeitsgerätes gegeben ist.
Um diese Nachteile auszuschliessen, ist das erfindungs- gemässe Gerät dadurch gekennzeichnet, dass an beiden Enden des Geräterahmens eine Anschlussvorrichtung für Arbeitswerkzeuge vorgesehen ist und das Getriebe des die Triebräder antreibenden Motorgetriebeblóckes vorne und hinten Abtriebe aufweist, die direkt mit der Antriebs- welle der Arbeitswerkzeuge kuppelbar sind.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Dabei zeigen :
Fig. 1 den Grundkörper mit der Triebachse, den Motorgetriebeblook, den Fahrersitz mit der Lenkung in Sei tenansicht ;
Fig. 2 in Draufsicht ;
Fig. 3 ein ausschaltbares Mähwerk,
Fig. 4 einen Kettenrechen ;
Fig. 5 einen mit dem Grundkörper verbundenen Leichtladewagen in Seitenansicht.
Fig. 6 in Draufsicht und die
Fig. 7 bis 10 schematisch Antriebssysteme, und zwar
Fig. 7 für den Grundkörper,
Fig. 8 für einen Leichtladewagen
Fig. 9 für des Mähwerk und
Fig. 10 für den Rechen.
Fig. 11 und 12 lassen in Seitenansicht und Draufsicht die Anschluss-und die Aushebevorrichtung erkennen.
In allen Ausführungen besteht das Grundgerät aus einer breitspurigen Triebachse 1, dessen treibende Räder 2, 3 lenkbar ausgebildet sind. Der Motorgetriebeblock 4 und der daneben angebrachte Fahrersitz 5 sind gewichts- verteilt zwischen Triebachse und Stützrädern 6, 7 angebracht. Diese Stützräder sind starr am Rahmen 8 gelagert und bilden so die zweite Achse des Fahrzeuges. Wahlweise können diese Stützräder jedoch hochgeschwenkt oder abgenommen werden.
Das Getriebe 9 besitzt mindestens zwei oder mehrere Gänge, welche für Vor-und Rückwärtsfahrt schaltbar sind. Ferner besitzt das Getriebe zwei Zapfwellenausgän- ge 10, 11 wovon einer nach vorne in Richtung Triebachse weist, während der zweite nach hinten in Richtung Stütz- radachse zeigt. Beide Zapfwellenausgänge sind aussermittig in der Nähe des Rades 3 angeordnet.
An der Stützradachse und an der Triebachse sind mittig aushebbare Anschlusshülsen 12, 13 für die Arbeitsgeräteaufnahme angelenkt, welche mit mechani schen oder hydraulischen Mitteln 14 (Fig. 11) aushebbar sind. Die stützradseitige Anschlusshülse 12 dient vorwiegend zum Anschluss des Portalmähwerkes 15 (Fig. 3), die triebradseitige 13 zum Anschluss des Kettenrechens , 16 (Fig. 4) und des Leichtladewagens 17 (Fig. 5, 6). Da die Anschlusshülsen vorne und hinten einheitlich ausgeführt sind, können fallweise die Arbeitsgeräte auch in anderer iReihenfolge angehängt werden bzw. es können auch noch andere Arbeitswerkzeuge angeschlossen werden.
Die Anordnung nach der vorgeschriebenen Reihenfolge hat jedoch den Vorteil, dass das Mähwerk 15 frontal angeordnet ist und-mit dem in Fahrtrichtung gesehen hinten angehängten Kettenrechen 16 während des Mähens gleichzeitig gezettet werden kann. Bei der Grünfutter- , einbringung Ikann das gemähte Gras auf einen seitlich , abgelegten Schwad zusammengezogen werden und bei der , Rückfahrt kann auf dieselbe Art ein zweiter Schwad dazugelegt werden, um auf diese Weise einen Doppelschwad für den nachfolgenden Ladevorgang zu erhalten.
Die nachfolgenden Arbeitsgänge zur Heuwerbung, wie Wenden, Schwadenziehen usw., werden zweckmässig bei abgenommenem Mähwerk ausgeführt, um Gewicht einzusparen.
Zum Laden werden alle übrigen Arbeitswerkzeuge abgenommen und der Leichtladewagen 17 wird triebachsseitig mit Hilfe der Anschlusshülse 13 angekuppelt. Die Anschlusshülse wird anschliessend in ihrer Höhenbe- weglichkeit arretiert und die starren Stützräder 6, 7 hochgeschwenkt oder abgenommen. Der Ladewagen besitzt eine zusätzliche Triebachse 18. Die beiden Triebachsen 1 und 18 werden daraufhin mit einer Gelenkwelle 20 an triebsmässig verbunden.
Zu diesem Zweck besitzt die Triebachse des Grundgerätes einen Zapfwellenausgang auf der Geräteanschlussseite. Nach dem Einsetzen der Gelenkwelle zwischen den beiden Triebachsen sind diese, gleich grosse Räder vorausgesetzt, bei jedem Gang bei Vor-und Rückwärtsfahrt bei gleicher Umfangsgeschwin digkeitlkraftschlüssig verbunden.
Die Getriebezapfwelle 11 des Grundgerätes wird mit einer zweiten Gelenkwelle 21 mit den Antrieben 22, 23 der Pick-up 25 und der Presse 24 verbunden. An Stelle dieser zweiten Gelenkwelle kann der Antrieb für die Ar beitswerkzeuge des Ladewagens auch vom Triebachsantrieb abgenommen werden. Wenn im ersten Falle der Antrieb des Ladewagens gangunabhängig ist, wäre im zweiten Fall der Antrieb gangabhängig. Da die Fahrge schwindigkeiten beim Laden am Berg, bedingt durch das Gelände, nicht in grossen Grenzen variieren kann, wäre ein gangabhängiger Antrieb ohne weiteres zu rechtfertigen.
Die Grundgerät-Ladewagen-Kombination läuft auf zwei angetriebenen Achsen, wovon die des Grundgeräts zusätzlich auch lenkbar ist. Durch die hervorragende Gewichtsverteilung und gute Bodenanpassung (Ladewagen- getriebeachse ist gegenüber der Triebachse des Grundgerätes in Längsrichtung pendelnd angehängt) besitzt diese Kombination beim Laden hohe Transport-und Steiglei- stung. Ferner ist es vorteilhaft, dass beim Anschluss des Ladewagens am Grundgerät ausser dem Schwenken der Stützräder keine Veränderungen (beispielsweise hinsichtlich des Fahrersitzes bzw. der Lenkung) vorgenommen werden müssen.
Diese erfindungsgemässe Ausbildung hat also folgende Vorteile : Es ergibt sich eine gute Gewichtsver . teilung und bestmögliche Zugleistung durch zwei getriebene Achsen. Der Fassungsraum des Ladewagens kann dementsprechend grösser gewählt werden. Es stellt sich eine grössere Leistungsfähigkeit sämtlicher Arbeitsgeräte durch grössere Arbeitsbreite ein. Das Ankuppeln ist einfach. Es sind nur geringe Veränderungen am Grundgerät notwendig und mehrere Arbeitsgänge können zusam mengelegt werden.
Die Fig. 7 zeigt die Getriebeausbildung und den An trieb im einzelnen. Die Fig. 8 lässt dazu die Ausbildung des Ladewagenantriebes erkennen, wobei die Fig. 8 in einer Lage zur Fig. 7 dargestellt ist, dass die Verbindung zwischen Hauptantrieb und Ladewagengeräten und-trieb- achse besonders anschaulich wird. In entsprechender La , ge zeigt Fig. 9 den Mähwerksantrieb 26 (siehe auch Fig. 3).
Ferner zeigt Fig. 10 noch den Rechenantrieb'27.
Die Aushebevorrichtung 14 und deren Befestigung auf der Triebachse 1 ist in den Fig. 11 und 12 deutlicher dargestellt.
Ein Vorteil des beschriebenen selbstfahrenden land wirtschaftlichen Gerätes besteht darin, dass mit wenigen Handgriffen sowohl vorne als auch hinten ein Arbeitswerk- zeug angebaut werden kann, wodurch eine grosse Wirt schaftlichkeit bei der Heuernte erreicht wird.
Ausserdem soll die Möglichkeit bestehen, die Antriebs welle jedes Arbeitswerkzeuges direkt mit dem Grund gerät zu kuppeln.
Auf Grund der doppelten Anschlussmöglichkeit kön- nen vorne und hinten gleichzeitig oder wahlweise Arbeits werkzeuge, wie z. B. ein Portalmähwerk. Kettenrechen oder Leichtladewagen angekuppelt werden, wobei die breite Fahrspur dem Gerät eine gute Standfestigkeit gibt.
Diese kann noch dadurch verbessert werden, dass der vorne und hinten mit je einem Antrieb ausgestattete Mo torgetriebeblock im Abstand von der Gerätelängsachse und auf der anderen 5eite dieser Achse ebenfalls im Ab stand davon ein Fahrersitz mit dem Geräterahmen ver bunden ist, wobei vorteilhaft die Abstände des Motorge triebeblockes und des Fahrersitzes so gewählt sind, dass im belasteten Zustand etwa Gleichgewicht herrscht.
Damit wird das Gerät praktisch kippsicher.
Wird ein Leichtladewagen mit einer weiteren Trieb achse angebaut, so bekommt die Triebachse für deren
Antrieb hinten einen Anschluss, z. B. einen Zapfwellen ausgang.