CH432421A - Verfahren zum Betrieb einer Strömungsmaschine und Strömungsmaschine zum Durchführen des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Betrieb einer Strömungsmaschine und Strömungsmaschine zum Durchführen des VerfahrensInfo
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Description
Verfahren zum Betrieb einer Strömungsmaschine und Strömungsmaschine zum Durchführen des Verfahrens Bei Strömungsmaschinen mit verschwenkbaren Leit- schaufeln ohne überdeckung ist es bereits bekannt, letztere von positiven Öffnungswinkeln auf negative Öffnungswinkel durchzuschwenken (als Öffnungswinkel werden hierbei die spitzen Winkel zwischen der ge schlossenen und den jeweils offenen Leitschaufelstel- lungen bezeichnet), um eine Drehrichtungsumkehr des Laufrades zu erzielen.
Dieses Verfahren konnte sich aber für ein ohne Unterbrechen der Strömung erfolgen des Umsteuern von flüssigkeitsbeaufschlagten Maschinen der genannten Art, beispielsweise an Wasserturbinen, bislang nicht durchsetzen, da sich infolge der grossen Änderung der Strömungsrichtungen während des Um steuervorganges und der damit verbundenen unstabilen Strömungsverhältnisse starke Erschütterungen und Ge räusche einstellten.
Erfindungsgemäss wird nun für derart umsteuerbare Strömungsmaschinen für Flüssigkeiten ein Betriebsver fahren vorgeschlagen, bei dem während des Durch schwenkvorganges der Leitschaufeln von positiven öff- nungswinkeln auf negative Öffnungswinkel und/oder umgekehrt der in Strömungsrichtung vor dem Laufrad befindlichen Strömung Luft zugeführt wird. Zweck mässigerweise erfolgt dieses Luftzuführen entweder durch mehrere oder alle Leitschaufeln oder in ein stromauf- wärts der Leitschaufeln vorgesehenes Spiralgehäuse oder aber durch den Gehäusedeckel, z.
B. durch den Turbi nendeckel einer Wasserturbine.
Diese nur während des Umsteuervorganges erfol gende Luftzufuhr mindert wegen des zeitlich nur sehr ge ringen Umfanges den Gesamtwirkungsgrad der flüssig keitsbeaufschlagten Strömungsmaschine nicht, macht aber ein ohne Strömungsunterbrechung erfolgendes Um steuern durch Leitschaufel-Verschwenken, insbesondere bei Wasserturbinen, erst praktisch brauchbar, indem die sonst auftretenden Erschütterungen undi Geräusche weitgehend vermieden werden.
Besonders vorteilhaft eignet sich dieses Verfahren zum Betrieb von umkehrbaren Pumpenturbinen, da hier bei beim Übergang von Turbinen- auf Pumpenbetrieb das Laufrad auf eine entgegengesetzte Drehrichtung gebracht werden muss. Bei einer solchen Pumpenturbine kann für das Umschalten von Turbinen- auf Pumpen betrieb zuerst durch Durchschwenken der Leitschaufeln von Vorwärts-Turbinenbetrieb auf Rückwärts-Turbi- nenbetrieb umgesteuert und anschliessend die Lauf raddrehzahl durch Fremdantrieb auf die Pumpen-Nenn- drehzahl erhöht werden.
Infolge des Durchschwenkens der Leitschaufeln auf negative Öffnungswinkel bremst sich das Turbinenlaufrad in der Vorwärtsdrehrichtung schnell selbst ab und beschleunigt sich sofort in der entgegengesetzten Drehrichtung, so dass der Fremdan trieb lediglich die verhältnismässig geringe Drehzahl differenz zwischen der durch die Turbine selbst erreich baren höchsten Rückwärts-Drehzahl und der Pumpen- Nenndrehzahl zu überbrücken braucht.
Bisher erfolgte dieses Umschalten umständlicher und zeitraubender, derart, dass zuerst die Turbine im Vorwärtsbetrieb durch eine gesonderte Bremse bis auf Null abgebremst und hierauf durch den Fremdantrieb (Elektromotor oder besondere Anwurfturbine) von Null bis auf die Pumpen drehzahl hochgefahren werden musste.
Die zum Durchführen der vorgenannten Verfahren dienende Strömungsmaschine mit überdeckungslosen und von einem Verstellbereich mit positiven Schaufel öffnungswinkeln auf negative Öffnungswinkel durch schwenkbaren Leitschaufeln, wird zweckmässigerweise so ausgebildet, dass der stromaufwärts des Laufrades befindliche Strömungskanal eine Luftzuführung mit Ab sperrorgan aufweist und dass letzteres mit der Verstell einrichtung für die Leitschaufeln derart in Steuerver bindung steht, dass das Absperrorgan bei den dem übergangsbereich zwischen den positiven und negativen Öffnungswinkeln entsprechenden Leitschaufelstellungen geöffnet ist.
Auf diese Weise werden Fehlschaltungen vermieden und das Bedienungspersonal in seiner Auf merksamkeit entlastet.
Das Zuführen von Luft in die Strömung einer Wasserturbine im Bereich hinter dem Laufrad oder an den Leitschaufeln ist wohl an sich schon bekannt, jedoch zu einem anderen Zwecke, nämlich, um die im normalen Dauerbetrieb bei Teil- oder Überlast im Sau rohr entstehenden Druckschwankungen zu dämpfen so wie eine rotationsbehaftete Laufrad-Abströmung zu ver meiden oder zu mindern. Auch der Ort dieser Stör quellen ist ein anderer wie beim Gegenstand der Er findung, denn die erfindungsgemässen Massnahmen sollen insbesondere im Bereich der Leit- und Laufradbe- schaufelungen wirksam sein.
Des weiteren darf bei den bekannten Ausführungen die Luftzufuhr nur gering sein, damit der Wirkungsgrad der Turbine nicht allzu sehr verschlechtert wird. Gemäss der Erfindung ist dagegen eine weit stärkere Dosierung der Luftzufuhr zulässig, da diese nur während eines kurzen übergangs- betriebes erfolgt.
Bei einer anderen vorbekannten Turbinenausfüh rung wird ebenfalls dauernd: Luft in die Wasserströmung eingeführt, und zwar zum Zweck einer Belüftung des Flusswassers und der Beschleunigung der biologischen Wasserreinigung. Diese Art der Luftzufuhr hat offen sichtlich überhaupt keinen Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung.
Nachstehend wird die Erfindung anhand der Zeich nung an dem Ausführungsbeispiel einer Pumpenturbine erläutert. Hierbei zeigen: Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch eine vertikal achsige Pumpenturbine und Fig. 2 einen etwa horizontalen Schnitt durch die Schaufelungen.
Das Laufrad 1 der in der Drehrichtung umkehrbaren Pumpenturbine weist im wesentlichen radial durch strömte Laufradschaufeln 2 auf und treibt bei norma lem Turbinenbetrieb - also bei Vorwärts-Drehrichtung über die Welle 3 den elektrischen Generator 4 an. Die Leitschaufeln 5 sind mit Hilfe der verlängerten Schaufelzapfen 6 und der Schaufelhebel 7 verschwenk- bar. Diese Hebel 7 sind über eine Stange 8 und den Hebel 9 mit einem Absperrorgan 10 (hier als Dreh schieber ausgebildet) bewegungsabhängig gekuppelt.
Der Drehschieber 10 steuert die Luftzufuhr von dem stets mit Druckluft gefüllten Windkessel 11 über die Lei tungsteile 12a und 12b in das Spiralgehäuse 13 der Pumpenturbine. Abweichend davon könnte die Luft zufuhr in die Wasserströmung auch über die Leitungen 12a, 12b und 14 an einer Stelle des Turbinendeckels 15 oder über die Leitungen 12a und 16 an den Leit- schaufeln 5 erfolgen.
Der Horizontalschnitt nach Fig. 2 zeigt ausser den Laufradschaufeln 2 und den verschwenkbaren Leit- schaufeln 5 noch die letzteren benachbarten ortsfesten Stützschaufeln (Traversen) 17.
Bei normalem Turbi nenbetrieb und gemäss Pfeil 21 in Vorwärtsdrehrichtung rotierendem Laufrad strömt das Wasser in Richtung des Pfeiles 18 zu, ferner werden dann alle Leitschaufeln 5 innerhalb des Bereiches 19 bis 20 mit positiven öff- nungswinkeln + a um etwa 20-25 verschwenkbar (ge zeichnete Stellung), und zwar entsprechend der ge- wünschten Wasserdurchflussmenge.
Um auf Pumpenbetrieb überzugehen, werden die Leitschaufeln 5 über die geschlossene Stellung 5" hinaus in die strichpunktiert gezeichnete Stellung 5' mit nega tivem Öffnungswinkel - a verschwenkt (Winkeleinstel lung 22), so dass infolge der sich ändernden Strömungs verhältnisse die Laufradschaufeln 2 und das Laufrad 1 zuerst bis auf Null abgebremst und anschliessend in der entgegengesetzten Richtung 23 beschleunigt werden.
Bei diesem Umsteuern treten im Bereich der Leit und Laufradschaufelungen 5 bzw. 2 sehr starke Strö mungsänderungen, und als Folge davon, unstabile Strö- mungsverhältnisse, Erschütterungen und Geräusche auf, die bisher unter Umständen ein derartiges Umsteuern unmöglich machten. Durch die während dieser Zeit durch die Leitungen 12a, 12b bzw. 12a, 12b, 14 oder 12a, 16 in die Strömung eingeführte Luft werden diese Schwierigkeiten vermieden.
Sobald das Laufrad 1 etwa die höchste Rückwärts drehzahl (in Drehrichtung 23) im Eigenbetrieb erreicht hat - diese Drehzahl liegt in der Regel bei etwa 80 der Pumpennenndrehzahl und darüber je nach Pumpen typ - wird auf Fremdantrieb umgeschaltet und das Laufrad 1 bis auf die Pumpennenndrehzahl hochge fahren. Ausserdem werden nunmehr die Leitschaufeln wieder in die Arbeitsstellung 5 zurückgeschwenkt, in der sie bei dem nun folgenden Pumpenbetrieb mit einer Flüssigkeitsströmung gemäss Pfeil 24 verbleiben.
Nach diesem Umsteuern wird die Luftzufuhr durch die Leitungen 12, 12b, 14 und 16 wieder abgesperrt, da sie während des normalen Pumpen- und Turbinen- betriebes nicht erforderlich ist und während dieser Be triebszeit den Wirkungsgrad der Anlage verschlechtern würde.
Um hiervon abweichende wirkungsmindernde Fehlschaltungen in der Luftzuführung sicher zu ver hindern, sind die Hebel 7 der Leitschaufel-Verstellein- richtung derart über die Stange 8 mit dem Hebel 9 am Drehschieber 10 gekuppelt, dass die Luftleitungen 12a, 12b, 14 und 16 bei den Leitschaufelstellungen im Winkelbereich zwischen 19 und 20 geschlossen sind (dies entspricht dem normalen Turbinen-Vorwärtsbe- trieb und dem normalen Pumpenbetrieb)
und in dem Leitschaufel-Verstellbereich zwischen 20 bis 22 - der dem Umsteuervorgang von Vorwärts- auf Rückwärts- Turbinenbetrieb und von diesem auf Pumpenbetrieb ent spricht - geöffnet ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCHI Verfahren zum Betrieb einer Strömungsmaschine für Flüssigkeiten, insbesondere einer Pumpenturbine, mit verschwenkbaren Leitschaufeln ohne Überdeckung, die von einem Verstellbereich mit positiven Winkeln zwischen den geöffneten Stellungen und der Schliess stellung der Leitschaufeln auch auf negative Schaufel öffnungswinkel durchschwenkbar sind, dadurch gekenn zeichnet, dass während des Durchschwenkvorganges der Leitschaufeln (5) von positiven (19, 20, + a) auf ne gative Öffnungswinkel (22, - a) und/oder umgekehrt der in Strömungsrichtung vor dem Laufrad (1, 2)be- findlichen Strömung Luft zugeführt wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass die Luft durch mehrere oder alle Leitschaufeln (5) zugeführt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass die Luft in ein stromaufwärts der Leitschaufeln (5) vorgesehenes Spiralgehäuse (13) ein geführt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass die Luft durch den Gehäusedeckel (15) zugeführt wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch I, zum Betrieb einer umkehrbaren Pumpenturbine, dadurch gekenn zeichnet, dass für das Umschalten von Turbinen - auf Pumpenbetrieb zuerst die Pumpenturbine durch Leit- schaufel-Durchschwenken von Vorwärts-Turbinenbe- trieb auf Rückwärts-Turbinenbetrieb umgesteuert wird und dass anschliessend die Laufraddrehzahl durch Fremdantrieb auf die Pumpen-Nenndrehzahl erhöht wird.PATENTANSPRUCH 1I Strömungsmaschine für Flüssigkeiten, insbesondere Pumpenturbine zum Durchführen des Verfahrens nach Patentanspruch I, mit Leitschaufeln ohne Überdeckung, die von einem Verstellbereich mit positiven Schaufel öffnungswinkeln auch auf negative Schaufelöffnungs- winkel durchschwenkbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass der stromaufwärts des Laufrades (1, 2) befindliche Strömungskanal eine Luftzuführung (12a, 12b, 14, 16) mit einem Absperrorgan (10) aufweist und dass dieses Absperrorgan (10) mit der Verstelleinrichtung (6, 7) für die Leitschaufeln (5)derart in Steuerverbindung (8, 9) steht, dass es bei den dem Übergangsbereich (Winkel bereich 20-22) zwischen den positiven und negativen öffnungswinkeln entsprechenden Leitschaufelstellungen geöffnet ist.
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