Heizofen und Verfahren zur Herstellung desselben Gegenstand der Erfindung ist ein Heizofen, insbe sondere für gasförmige oder flüssige Brennstoffe bzw. elektrische Heizeinrichtung.
Heizöfen für gasförmige oder flüssige Brennstoffe weisen durchwegs Ofengehäuse aus Blech auf, die ge gebenenfalls mit Schamotte ausgekleidet sind. Es ist auch schon ein Heizofen für gasförmigen oder flüssigen Brennstoff bekannt, der eine Schamotte- oder Kachel ummauerung aufweist.
Ein Kachelofen gibt bei einer Ofenoberflächentem- peratur von nur 90 C eine Wärmemenge von 1000 WE pro m= Ofenoberfläche in einer Stunde ab. Ein Raum von z. B. 100 m3 erfordert unter normalen Bedingungen eine Heizleistung von 4000 WE/h, so dass hiefür ein Kachelofen mit einer Oberfläche von 4 m2 notwendig ist, um mit 90 C Ofenoberflächentemperatur den Raum Qenügend zu heizen.
Ein solcher Kachelofen ist daher gross und schwer und erfordert eine sehr lange Anheiz- zeit des 100 m3 grossen Raumes, die durch das grosse Wärmespeichervermögen des Ofens bedingt ist.
Gegensätzlich zum Kachelofen liefert ein Eisen- oder Blechofen 4000 WE pro m= Heizfläche in der Stunde. Diese Öfen können kleiner bemessen werden, haben kurze Anheizzeiten, weil auch die spezifische Wärme des Eisens klein und das Gesamtgewicht gegen über Kachelöfen wesentlich geringer ist. Ein Nachteil der Eisenöfen liegt in der hohen Oberflächentemperatur, die meist über 250 C liegt. Diese hohe Temperatur führt zur Staubschwelung. Die strahlende Wärme wird bei einer Dauerheizung als weniger angenehm empfun den, so dass der Kachelofen bevorzugt wird, wenn man besondere Behaglichkeit wünscht.
Eisenöfen werden als Markenöfen in Serie erzeugt. Bei Kachelöfen kennt man nur kleinere Typen, die als Transportable in den Han del kommen.
Unter Vermeidung der angeführten Nachteile, so wohl beim Kachelofen als auch beim Eisenofen, wurde gemäss der Erfindung ein Ofengehäuse geschaffen, das für Heizöfen mit gasförmigem und flüssigem Brennstoff geeignet ist und auch als Ofengehäuse mit elektrischer Heizeinrichtung gebaut werden kann.
Gemäss der Erfindung ist mindestens ein Teil der Ofengehäusewandung aus feuerfestem Beton in einem Guss hergestellt. Es können dadurch jenen Wänden des Ofengehäuses, die dem Raum zugekehrt sind, bei ein facher Ausbildung des Ofenkörpers die Eigenschaften eines Kachelofens gegeben werden. Dabei ist es gleich gültig, ob es sich um einen in die Mauer oder Mauer ecke verbauten Kaminofen oder um einen im Raum frei aufgestellten Ofen handelt.
Vorzugsweise ist das Ofengehäuse bis auf eine Sei tenwand, den Boden oder beiden aus feuerfestem Be ton in einem Guss hergestellt. Das Verfahren zur Her stellung des Heizofens ist erfindungsgemäss dadurch ge kennzeichnet, dass die gegossenen Gehäusewandungs- teile nach dem hydraulischen Abbinden und dem Trocknen zur Befreiung der inneren Spannungen wärmebehandelt werden. Die Wärmobehandlung dauert vorteilhaft wenigstens eine Stunde bei einer Temperatur von mindestens 500 C.
Um dem Ofengehäuse bzw. dessen Wänden eine glatte Oberfläche und ein gefälliges Äusseres zu geben, kann es oder können dessen einzelne Wände nach der Wärmebehandlung an den Aussenflächen veredelt, z. B. mit einer Mosaikkeramik versehen werden, die vorzugs weise mittels eines silikathaltigen Bindemittels befestigt ist. Ein solches Ofengehäuse ist durch die glatte Ober fläche sehr leicht zu reinigen.
Gemäss einer Ausführungsform ist das Ofengehäuse an einer Seite durch zwei distanziert angeordnete Wände abgeschlossen, zwischen welchen die Frischluft dem Feuerraum zugeführt wird. Vorzugsweise weist die dem Feuerraum zugekehrte Wand unten die äussere Wand,
oben die Luftdurchlassöffnungen für die Frischluft auf, so .dass diese die von den beiden Wänden gebildete Kam mer durchströmt und in dieser vorgewärmt wird.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 eine Vorderansicht und Fig.2 eine Seitenansicht eines frei im Raum auf stellbaren Gasofens.
Das schachtelförmige Ofengehäuse 1 wird bis auf die Rückwand aus feuerfestem Beton in einem Guss hergestellt. Die Herstellung ist äusserst einfach, da der Beton hydraulisch bindet und pro dm nur 1,9 kg wiegt. Für einen Ofen mit einer Heizleistung für einen Raum von 100 m-' weist ein erfindungsgemäss hergestellter Ofen unter normalen Bedingungen ein Rohgewicht von ca. 50 kg auf.
Diesem Ofengewicht entspricht bei einer Wanddicke l#; an 2,5 cm des Ofengehäuses eine Ober fläche von 2 m=. Dieses Ofengehäuse liefert mit seiner kurzen Anheizzeit 2000 WE pro m2 und Stunde und bleibt dabei in seiner Ofenoberflächentemperatur unter 140 C.
Der Ofenbeton wird nach seiner hydraulischen Ab bindung eine Stunde lang auf ca. 600 C gebracht. Diese Temperatur ist notwendig, um das Ofengehäuse von seinen inneren Spannungen zu befreien.
Auf das getemperte Ofengehäuse wird mittels eines silikathaltigen Bindemittels eine Mosaikkeramik 2 auf geklebt, die in den Fig. 1 und 2 nur zum kleinen Teil dargestellt ist, sich aber über alle Wände des Ofengehäu ses erstreckt. Dieses Material ist kleiner als die üblichen Fliessen und Kacheln, so dass die bei der Erwärmung des Ofens auftretenden Spannungen des Ofengehäuses die Mosaikkeramik nicht abfallen lassen können.
Das Ofengehäuse 1 weist innen den Gasbrenner 3 auf und ist an seiner offenen Seite von zwei in Abstand angeordneten Wänden 4 bzw. 5 abgeschlossen. Von der inneren Wand 4 geht oben das Abgasrohr 6 weg, das an einen Kamin angeschlossen wird. Zur Frischluftzu- führung in den Feuerraum (Raum um den Brenner 3) besitzt die innere Wand 4 unten und die äussere Wand 5 oben Durchtrittsöffnungen 7 bzw. B. Durch diese An ordnung entsteht eine vorzugsweise aus Blechwänden gebildete Kammer an der Rückseite des Heizofens, in der die angesaugte Verbrennungsluft die Rückwand kühlt und zugleich auf ihrem Weg zum Brenner zur Verbesserung des Wirkungsgrades des Heizaggregates vorgewärmt wird.
Der Heizofen eignet sich auch für einen Aussen wandofen, in welchem Falle die Luftdurchlassöffnung 8 der äusseren Wand 5 mit einer durch die Mauer geführ ten Leitung zur Zuführung der Frischluft verbunden ist.
Die Vorteile des erfindungsgemässen Ofens zufolge des neuen Ofengehäuses sind die grosse Ofenoberfläche bei geringem Ofengewicht, da das spezifische Gewicht des Ofenmaterials gering ist und die geringe Wandstärke am Gesamtgewicht sparen hilft. Die glatte keramische Oberfläche lässt sich nicht nur leicht reinigen und gibt ein hervorragendes äussers Bild, sondern schafft gleich zeitig auch eine rasche Aufheizzeit. Der Ofen kann in Serie erzeugt werden und hat dicht bleibende Wände.
Die Erfindung ist auf das dargestellte Ausführungs beispiel nicht beschränkt. So kann z. B. statt des Gas brenners ein Brenner für flüssige Brennstoffe im Ofen gehäuse vorgesehen sein oder eine elektrische Heizein- richtung zur Bildung eines Elektroofens eingesetzt wer den. Die Veredelung der äusseren Oberfläche könnte auch auf andere Weise als durch Aufbringen von Mo saikkeramik erfolgen. Die offene Seite des Ofengehäu ses kann natürlich auch auf einer anderen als der Rück seite oder am Boden vorgesehen sein.