CH438238A - Ofen mit Aussenkühlung zur Gewinnung von Chlorwasserstoffgas aus Chlor und Wasserstoff - Google Patents
Ofen mit Aussenkühlung zur Gewinnung von Chlorwasserstoffgas aus Chlor und WasserstoffInfo
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Description
Ofen mit Aussenkühlung zur Gewinnung von Chlorwasserstoffgas aus Chlor und Wasserstoff Die vorliegende Erfindung betrifft einen Ofen mit Aussenkühlung zur Gewinnung von Chlorwasserstoffgas aus Chlor und Wasserstoff. Bei der Verbrennung von Chlor- und Wasserstoffgas zu Chlorwasserstoffgas wer den erhebliche Mengen an Reaktionswärme frei. Die für derartige Prozesse üblicherweise verwendeten Reak tionsöfen werden, um eine Überhitzung der Brennkam- merwand zu vermeiden, in der Regel von aussen mit Wasser gekühlt, weil ein Teil der freiwerdenden Reak tionswärme durch Abstrahlung und Konvektion an die Brennkammerwand abgegeben wird. Der andere Teil der Reaktionswärme wird vom Chlorwasserstoffgas auf genommen, so dass dessen Temperatur beim Verlassen des Ofens noch immer sehr hoch ist.
Sie ist in der Regel so hoch, dass das Chlorwasserstoffgas, bevor es seiner Verwendungsstelle, z. B. einem Chlorwasserstoff-Ab sorptionsapparat, einem Chlorierungsapparat oder Lager tanks zugeführt wird, in Wärmeaustauschern oder was sergekühlten Leitungen abgekühlt werden muss.
Es sind auch Verbrennungsöfen bekannt, die zur Abkühlung der Gase innerhalb der Brennkammer Kühl elemente aufweisen, z. B. in Form von fingerartigen Rohren oder anderen Wärmeaustauschern. Eine andere Möglichkeit, die Temperatur des erhaltenen Chlorwas serstoffgases herabzusetzen, besteht in der Anwendung einer zusätzlichen Filmkühlung, womit gleichzeitig eine Absorption der! Säure verbunden sein kann.
Die bei der Verbrennung von Chlor und Wasserstoff entstehende Wärme tritt in einem überwiegenden Anteil als Gas- und Flammenstrahlung auf. Bei Verwendung eines Wärmeaustauschers der bekannten Art, bei dem vorwiegend die konvektiv übertragene Wärme abgeleitet wird, ist daher eine Abkühlung nur bis zu einem be stimmten Masse erreichbar. Eine weitgehende Abküh lung wird nur dann erhalten, wenn man zusätzliche Ap paraturen, die den Prozess aber sehr verteuern, einbaut. Es bleibt daher nach wie vor die Aufgabe, auf einfache Weise das erhaltene Chlorwasserstoffgas hoher Tempe- ratur so weit abzukühlen, dass es für die Weiterverar beitung geeignet ist.
Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass für die Verarbeitung von Salzsäure sich in der chemi schen Industrie Apparate aus imprägniertem Graphit besonders bewährt haben. Die für die Verdichtung des Graphits verwendeten Imprägnierungsmittel verlangen jedoch Arbeitstemperaturen, die nicht über etwa 160 C liegen. Auf dieser Grundlage ergibt sich die Forderung, das Chlorwasserstoffgas vor seiner Verwendung in sol chen Apparaturen auf mindestens 160 C abzukühlen. Dies lässt sich dadurch erreichen, dass unter Verwen dung eines Ofens mit Aussenkühlung zur Gewinnung von Chlorwasserstoffgas erfindungsgemäss die Innen fläche der Brennkammerwandung über das sich aus ihrer Grundform (z.
B. einer zylindrischen, kubischen, kugel förmigen oder ähnlichen Form) ergebende Mass im Sinne einer Erhöhung der Wärmeabsorptionsfähigkeit ver- grössert ist. Diese Lösung gestattet eine sehr weitgehende Kühlung mit hohem Nutzeffekt, ohne dass zusätzliche Einrichtungen in- oder ausserhalb der Brennkammer not wendig wären oder dass die Apparatur vergrössert wer den müsste.
Der durch Strahlung abgegebene Wärmeanteil wird bei dem erfindungsgemässen Ofen mit hohem Nutzeffekt dem Kühlkreislauf zugeführt. Dies kann dadurch erreicht werden, dass die Brennkammerwand zur Erhöhung der Wärmeabsorptionsfähigkeit innen, vorzugsweise in der Strahlungszone, mit Rippen versehen ist, die vorzugs weise aus dem gleichen Material wie die Brennkammer- wandung bestehen. Die Rippen werden insbesondere so ausgebildet, dass sie sich relativ zur Strahlungsrichtung gegenseitig nicht abdecken, d. h. also, dass ihre gesamte Oberfläche angestrahlt wird.
Es ist vorteilhaft, die Rip pen etwa parallel zur Ofenlängsachse anzuordnen oder - bei einem zylindrischen Ofen in den die Wasserstoff und die Chlorkomponente vom Boden her eintreten -, die Rippen etwa senkrecht zur Richtung der Ofenachse, vorzugsweise in Form einer Schraubenlinie, anzuordnen. Die Rippenform selbst kann von beliebigem Querschnitt sein, vorzugsweise wird sie dreieckig oder trapezförmig gewählt. Bei solchen Rippenformen ist eine besonders gute Ausleuchtung sichergestellt.
Aber auch Querrippen in Form von Schraubenlinien bieten insofern Vorteile, als sie für eine gute Durchwirbelung der Verbrennungsgase (des Chlorwasserstoffgases) in der Randzone der Brenn- kammerwand sorgen. Besonders die konvektive Wärme übertragung aus dem Gas in die wassergekühlten Mantel flächen der Brennkammer wird dadurch gefördert. Aus- serdem ist es technisch sehr einfach, solche Rippen her zustellen. An die Stelle des glatten Ausdrehens der Brenn- kammerwand tritt lediglich ein Ausdrehen mit entspre chender Profilgebung durch einen gewöhnlichen Form stahl.
Ein zusätzlicher Arbeitsgang ist nicht erforderlich.
Um den besten Wirkungsgrad des erfindungsgemäs sen Ofens zu erreichen, besteht die Brennkammerwand aus einem Stoff, dessen Wärmeabsorptionskoeffizient über das ganze Strahlungsspektrum nahezu gleich der Zahl 1 ist. Diese Forderung wird weitgehend erfüllt, wenn die Brennkammerwand aus Graphit, vorzugsweise aus gasdichtem Graphit, besteht. Dabei sind noch weitere Vorteile mit eingeschlossen. Dieser Werkstoff wird näm lich von dem entstehenden Salzsäuregas chemisch nicht angegriffen, er weist ausserdem eine sehr hohe Tempe- raturspannungsbeständigkeit auf.
Weitere Kühleinrichtungen, wie sie sonst notwendig sind, können hier wegfallen. Der Ofen arbeitet mit einem sehr grossen Nutzeffekt, ohne dass er mehr Raum als der bisher übliche Ofen beansprucht. Er ist auch wirt schaftlicher und benötigt weniger Wartung.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung des mehr oder weniger sche matisch dargestellten Ausführungsbeispiels; es zeigt Fig. 1 im Längsschnitt das Ausführungsbeispiel eines Ofens mit gerippter Innenwandung der Brennkammer; Fig. 2 den mit A bezeichneten Ausschnitt aus Fig. 1, und zwar in vergrössertem Massstab; Fig. 3 in einem grösseren Massstab einen Querschnitt durch einen Teil der Brennkammer in einer abgewandel ten Ausführungsform.
Bei dem Ofen nach Fig. 1 und 2 ist die Brennkam- merwand 1 unter Belassung eines zylindrischen Zwi schenraums 3 - zur Hindurchleitung von Kühlwasser oder eines flüssigen _ oder gasförmigen sonstigen Kühl mittels - von einem Stahlmantel 2 umgeben. Das Kühl wasser tritt durch den Stutzen 4 in der Nähe des Ofen bodens in den Zwischenraum 3 ein und verlässt ihn an seinem oberen Ende durch den Stutzen 5. In den Boden der Brennkammerwand 1 ist ein Brenner 6 eingesetzt. Er besteht aus zwei zueinander zylindrisch angeordneten Leitungen 7 und B. Die Leitung 8 ist unten abgeschlos sen. Sie hat einen seitlichen Stutzen 8a zur Einführung des Wasserstoffgases.
Durch den Boden des Teils 8 ist das Rohr dicht hindurchgeführt; es dient zur Zuleitung des Chlorgases. Die Gase verbrennen in der Verbrennungskammer 9 zu Chlorwasserstoff und erzeugen dabei eine hohe Reak tionswärme. Diese Reaktionswärme tritt teils als Flam menstrahlung auf oder wird von dem Chlorwasserstoff gas aufgenommen. Um einen möglichst grossen Anteil dieser Reaktionswärme an die Brennkammerwand über zuführen und dadurch die Temperatur des Chlorwasser stoffgases zu erniedrigen, ist die Innenfläche der Brenn- kammerwand mit Rippen versehen. In Fig. 2 ist ein vergrösserter Schnitt durch die Brennkammerwand dar- gestellt.
Daraus lässt sich entnehmen, dass die Brenn- kammerwand 1 innen quer zur Längsachse verlaufende Rippen 10 aufweist, deren Tiefe (bzw. Höhe) bei Öfen von etwa 200 bis 1000 mm lichtem Querschnitt vorzugs weise etwa 10 mm beträgt. Wie aus Fig. 2 zu ersehen ist, ist für die Rippenflanken ein Neigungswinkel von etwa 60 gewählt, um eine möglichst gute Ausleuchtung der gesamten Oberfläche der Brennkammerwand 1 zu errei chen und damit ein Sich-Abdecken der Rippen zu ver meiden.
Bei der Abwandlung nach Fig. 3 verlaufen die hier mit 11 bezeichneten - Rippen der Brennkammer- wand 1 in Richtung der Ofenachse. Im übrigen kann diese Ausführung mit der nach Fig. 1 und 2 überein stimmen.
Bei der Ausführung nach Fig. 1 und 2 und ebenso bei der nach Fig. 3 besteht die Brennkammerwand 1 vorzugsweise aus gasdichtem, z. B. imprägniertem Gra phit. Alsdann ist die Absorptionsfähigkeit der Brenn- kammerwand für die Flammenstrahlung besonders gut, so dass ein grosser Anteil der Reaktionswärme von der Brennkammerwand aufgenommen werden kann. Eine Überhitzung der Brennkammerwand 1 wird durch Küh lung ihrer Aussenwand vermieden. Bei dem dargestell ten Ausführungsbeispiel wird hierzu, wie schon erwähnt, Kühlwasser durch den Zwischenraum 3 hindurchgeleitet, stattdessen kann unter Fortlassung des Stahlmantels 1 die Brennkammerwand 1 mit Kühlwasser berieselt wer den.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Ofen mit Aussenkühlung zur Gewinnung von Chlor wasserstoffgas aus Chlor und Wasserstoff, dadurch ge kennzeichnet, dass die Innenfläche der Brennkammer- wand über das sich aus ihrer Grundform ergebende Mass im Sinne einer Erhöhung der Wärmeabsorptionsfähig keit vergrössert ist.UNTERANSPRÜCHE 1. Ofen nach Patentanspruch, dadurch gekennzeich net, dass die Brennkammer zur Erhöhung der Wärme- absorptionsfähigkeit innen in der Strahlungszone mit Rippen versehen ist, die vorzugsweise aus dem gleichen Material wie die Brennkammer bestehen. 2. Ofen nach Unteranspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, dass bei einem zylindrischen Ofen, in den die Wasserstoffgas- und die Chlorgaskomponente vom Bo den her eintreten, die Rippen etwa senkrecht zur Rich tung der Ofenachse, vorzugsweise in Form einer Schrau benlinie, angeordnet sind. 3.Ofen nach Unteranspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, dass die Rippen etwa parallel zur Richtung der Ofenachse angeordnet sind. 4. Ofen nach Patentanspruch, dadurch gekennzeich net, dass die Brennkammerwand aus einem Stoff be steht, dessen Wärmeabsorptionskoeffizient über das gan ze Strahlungsspektrum nahezu gleich der Zahl 1 ist. 5. Ofen nach Patentanspruch, dadurch gekennzeich net, dass die Brennkammerwand aus gasdichtem, imprä gniertem Graphit besteht.
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