Anordnung zur Luftverbesserung in Räumen von Bauten oder in geschlossenen Fahrzeugen Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Luftver besserung in Räumen von Bauten oder in geschlosse nen Fahrzeugen, zwecks Errichtung eines den natürli chen Verhältnissen entsprechenden elektrostatischen Feldes mittels an eine Gleichstromquelle von hoher Spannung angeschlossener Elektroden.
Zu diesem Zwecke hatte man bisher in einem Raum sowohl an der Decke als auch am Boden eine Elektrode angeordnet, wobei die isoliert aufgehängte Deckenelektrode mit dem positiven Pol einer Gleich stromquelle von hoher Spannung, die Bodenelektrode jedoch mit dem negativen Pol verbunden war. Die Wirkung eines so erzeugten elektrostatischen Feldes besteht darin, dass hierdurch die für das menschliche Wohlbefinden ungünstigen, in städtischer Raumluft in aussenordentlich hoher Zahl vorhandenen Jonen und gleichzeitig auch die in der Luft enthaltenen Staub und andere Materieanteile ausgeschieden werden.
Das in der freien Natur vorhandene elektrische Spannungs gefälle kann sich in Räumen infolge der Käfigwirkung moderner Bauwerke und in geschlossenen Fahrzeugen entweder gar nicht oder nur in äusserst geschwächter Form auswirken. Hinzu kommt, dass in bewohnten Räumen durch elektrische Funkenbildung, durch UV-Lichtstrahlen und durch thermische Zerlegung ständig wesentlich mehr Jonen neu erzeugt werden als dies in der freien Natur der Fall ist. In der Natur ist für eine solche Neubildung von Jonen hauptsächlich die natürliche Radioaktivität des Bodens und die Höhenstrahlung wirksam.
Messungen haben ergeben, dass .die Atmosphäre in Höhenlagen 500 Jonen/ccm enthält, während diese Zahl in städtischen Innenräu- msn auf annähernd 100 000 ansteigen kann. Es ist daher wesentlich, das Spannungsgefälle in Innenräu men erheblich höher zu halten als in der freien Natur. Die bekannte Anordnung einer positiv geladenen Dek- kenelektrode in Räumen bewirkt, insbesondere wenn man mit Rücksicht auf das notwendige Spannungsge fälle eine hohe Spannung wählt, die Ausbildung eines starken Feldes zwischen der Deckenelektrode und der darüberliegenden Raumdecke.
Es findet daher an der Deckenelektrode bzw. an der Decke und in dem zwi schen .diesen liegenden Raum eine sehr hohe Staubab- scheidung statt. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit von Reinigungsmassnahmen in sehr geringen Zeitab ständen, .die gerade im Bereich der Decke und der Deckenelektrode besonders schwierig sind. Eine isoliert unter der Decke zu befestigende Elektrode ist ausser- dem erheblich schwieriger zu errichten und beeinflusst in hohem Masse das Aussehen des Raumes.
Dem könnte nur begegnet werden durch Anordnung einer Zweit- oder Blinddecke unterhalb der Deckenelek trode, was wiederum einen starken Eingriff in die übrige Ausgestaltung des Raumes bedeutet und auch die Gesamtkosten ganz erheblich erhöht. Im Falle der Anordnung einer Deckenelektrode, die am positiven Pol der Gleichstromquelle liegt, ergibt sich, dass sich an ihr die im Raum befindlichen negativen Jonen abla gern.
Es werden also die negativen Jonen aus dem Raum verhältnismässig schnell beseitigt, was .deshalb nachteilig ist, weil Sauerstoff gerade in negativ jonisier- ter Form zum menschlichen Wohlbefinden im besonde ren Mass beiträgt, wogegen positiv jönisiertes C02 mit seinen nachteiligen Wirkungen weniger rasch ausge schieden wird.
Die Erfindung beseitigt die Nachteile der bekann ten Anordnungen. Sie besteht darin, dass im Fussbo- denbereich des Raumes mindestens eine mit dem nega tiven Pol der Gleichstromquelle verbundene, die Bodenfläche möglichst vollständig bedeckende, gegen über -an Erde angeschlossenen Begrenzungsflächen .des Raumes elektrisch isolierte Bodenelektrode vorgesehen ist und der positive Pol der Gleichstromquelle mit Erde, bzw.
mit den Begrenzungsflächen des Raumes verbunden ist, wobei eine unterhalb der Jonisations- spannung der Raumluft liegende Spannung angewandt wird.
Vorzugsweise wird die Höhe der Spannung so ge wählt, dass sich je nach den örtlichen Verhältnissen ein vertikales Spannungsgefälle von 500 bis 1500 V/in ausbildet.
Vielfach verläuft die Boden- bzw. Aufenthaltsflä che eines Raumes nicht in einer durchgehenden Ebene. Die Bodenfläche kann stufenförmig sein oder es befin den sich z. B. in Gestalt grösserer Liegemöbel Aufent haltsflächen in etwas erhöhter Lage gegenüber der Bodenfläche des Raumes, also in geringerer Entfer nung von der Raumdecke als .die Bodenfläche. Um auch in diesen Fällen an allen Stellen ein annähernd gleiches Spannungsgefälle zu erzielen,
kann es zweck- mässig sein, in Höhe dieser Flächen weitere elektrisch isolierte Elektroden anzuordnen, die jedoch an einer geringeren negativen Spannung als die Bodenelektro den liegen.
Zweckmässigerweise bestehen die Elektroden aus einer zwischen zwei Isolierschichten eingebetteten elek trisch leitenden Schicht, wobei die dem Rauminneren zugekehrte isolierende Schicht einen begehbaren Bodenbelag bildet, bzw. mit einem solchen versehen sein kann. Die leitende Schicht der Elektrode kann aus einem auf die Innenfläche mindestens einer der Isolier schichten aufgesprühten oder aufgedampften metalli schen Belag bestehen. Ebenso ist es möglich, die lei tende Schicht der Elektrode aus einem in die Innenflä che mindestens einer der Isolierschichten eingewalzten Belag aus Metallpulver zu bilden.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand bei spielsweise veranschaulicht. Es zeigen: Fig.l die schaubildliche Schnittdarstellung eines Raumes mit Bodenelektrode und zusätzlicher Elek trode in gegenüber der Bodenfläche etwas erhöhter Lage, Fig.2 eine schaubildliche Schnittdarstellung einer aus zwei Isolierschichten und dazwischen angeordneter leitender Schicht bestehenden Bodenelektrode, Fig.3 eine schaubildliche Schnittdarstellung einer Bodenelektrode mit einem zwischen zwei Isolierschich ten angeordneten auf die Innenfläche der einen Isolier schicht aufgedampften Metallbelag,
Fig.4 einen Längsschnitt durch zwei aufeinander liegende isolierende Schichten und in die Innenfläche mindestens einer dieser beiden Schichten eingewalztem Belag aus Metallpulver.
Der Raum eines durch den Boden 1, die Wände 2 und die Decke 3 gebildeten Raumes ist mit 4 bezeich net. Auf dem Boden 1 des Raumes ist eine Elektrode angeordnet, die nach Fig. 2 aus einer elektrisch isolie renden Unterlageschicht 5, einer ebenfalls isolierenden Deckschicht 6 und einem dazwischen angeordneten elektrisch leitenden Belag 7 besteht. Letzterer kann aus einem Metallgewebe oder einer Metallfolie hergestellt sein.
Eine solche Elektrode könnte nach Fig.3 vor allem wenn die Herstellung der isolierenden Schichten 5, 6 in ganzen Bahnen stattfindet, auch so gebildet werden, dass man .den elektrisch leitenden Belag auf die Innenfläche mindestens einer dieser Bahnen in dünner Schicht 7a aufsprüht oder aufdampft. Gleichfalls möglich wäre es, nach Fig. 4 den leitenden Belag zwi schen beiden isolierenden Schichten 5, 6 durch Einwal zen von Metallpulver in dünner Schicht 7b in die in nere Fläche mindestens einer der isolierenden Schich ten 5, 6 herzustellen.
Der Metallbelag kann auch in pastenartiger Form auf die eine Fläche mindestens einer der beiden Isolierschichten 5, 6 aufgebracht sein, was ebenfalls in laufenden Bahnen möglich ist.
Die dem Rauminneren zugekehrte isolierende Schicht 6 kann entweder einen beliebigen begehba ren nicht dargestellten Belag in Form eines Teppichs tragen, sie kann aber ebenso auch im Falle ihrer Her stellung beispielsweise aus Kunststoff selbst einen begehbaren Bodenbelag bilden. Die Grösse der Boden elektrode wird so gewählt, dass sie möglichst die ganze Fläche des Bodens 1 oder mindstens einen grossen Anteil davon bedeckt.
Der metallische Belag 7, 7a, 7b der Bodenelek trode ist mit dem negativen Pol 8 einer beliebigen Gleichstromquelle 9 von hoher Spannung verbunden, die aus einem Hochspannungsgenerator bekannter Bauart oder auch aus einem entsprechenden Trans formator mit nachgeschaltetem Gleichrichter ebenfalls bekannter Bauart bestehen kann. Der positive Pol 10 dieser Gleichstromquelle 9 ist mit Erde bzw. den Be grenzungsflächen 1, 2, 3 des Raumes 4 verbunden. Die Spannung der Gleichstromquelle 9 wird so gewählt, dass im Raum 4 ein Spannungsgefälle von 500 bis 1500 V/m entsteht.
Weist die Bodenfläche 1 des Raumes über grössere Flächenanteile einen stufenförmigen Verlauf auf, oder befinden sich z. B. Liegemöbel 11 mit grösserer Aufenthaltsfläche in erhöhter Lage gegenüber der Bodenfläche 1, so kann eine gleichartig aufgebaute Elektrode 5, 6, 7 vorgesehen sein, die ebenfalls mit dem negativen Pol der Gleichstromquelle 9 verbunden ist.
Mit Rücksicht auf die der Decke 3 des Raumes etwas näherliegende Oberfläche dieser Elektrode und auf das zu erzielende Spannungsgefälle kann es zweck- mässig sein, wenn die gegenüber dem Boden 1 etwas erhöht liegende Elektrode 5, 6, 7 des Liegemöbels 11 an einer geringeren negativen Spannung als die unmit telbar .auf dem Boden 1 angeordnete Elektrode liegt. Wenn die Elektrode auf dem Boden 1 an einer negati ven Spannung von beispielsweise 1500 V liegt, so wird die Elektrode des Liegemöbels 11 am Pol 12 der Gleichstromquelle 9 mit einer negativen Spannung von 1000 V angeschlossen.
Die Staubabscheidung erfolgt in Bodennähe, also an einer bei Durchführung der üblichen Reinigungsar beiten ohne weiteres leicht zugänglichen Stelle, so dass die Reinigung schon bei der normalen Reinigung vor genommen wird.
Die erfindungsgemässe Anordnung ist nicht an ortsfeste Räume gebunden, sondern kann ebenso auch bei Fahrzeugen, insbesondere solchen die aus Metall bestehen mit Vorteil angewendet werden.