CH439805A - Verfahren und Vorrichtung zur Messung der Konsistenz eines Gemisches, beispielsweise von Frischbeton - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Messung der Konsistenz eines Gemisches, beispielsweise von Frischbeton

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CH439805A
CH439805A CH1548263A CH1548263A CH439805A CH 439805 A CH439805 A CH 439805A CH 1548263 A CH1548263 A CH 1548263A CH 1548263 A CH1548263 A CH 1548263A CH 439805 A CH439805 A CH 439805A
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Bachmann Hugo
Leeb Dietmar
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Bachmann Hugo
Leeb Dietmar
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Description


  



  Verfahren und Vorrichtung zur Messung der Konsistenz eines Gemisches, beispielsweise von Frischbeton
Die vorliegende Erfindung betrifft ein   Verfahren    zur Messung der Konsistenz eines Gemisches, beispielsweise von Frischbeton, und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.



   Eine   betontechnologisch    und bautechnisch wichtige Eigenschaft des Frischbetons ist seine Konsistenz, worunter man die mehr oder weniger ausgeprägte Beweglichkeit der unabgebundenen Betonmasse versteht. Qualitativ wird die Konsistenz durch die Ausdrücke   steif  ,     plastischp    und   flüssig   beschrieben. Ein allgemein  giiltiges    quantitatives   Mal3    ist jedoch in der Betontechnologie bis heute nicht bekannt.



   In   LaboratorienS in Betonwerken    und auf Baustellen sind verschiedene Verfahren und Vorrichtungen zur Konsistenzmessung bekannt. Einige der bekanntesten Messverfahren werden im folgenden kurz beschrieben :
1. Die     Pawers-Probeo giht    ein   Mass für    die Konsistenz durch die Anzahl der Hubstösse, durch welche ein auf einem sogenannten Schocktisch stehender Betonkegelstumpf (hergestellt durch Handstampfung einer Frischbetonprobe in einer Kegelstumpfform) in einen Zylinder gleichen Volumes umgeformt werden kann.



   2. Das Messverfahren, welches mit dem     Vébé-    Gerät   durchgeführt wird, gibt als   Konsisbenzmaf3    die Zeit an, welche benötigt wird, um einen Betonkegelstumpf gleicher Herstellungsart wie bei der     Powers-      Probe      durch Vibration (Unwuchtvibrator) in einen Zylinder gleichen Volumes umzuformen.



   3. Bei der     Ausbreitprobeo    wird ein auf einem Schocktisch hergestellter Betonkegelstumpf (analog wie bei der     Powers-Probeo)    unter Einwirkung einer bestimmten, immer gleichbleibenden Anzahl von Hub  stössen    bei unbehinderter   Gestaltsänderung    des Betons zu einem Kuchen ausgebreitet, wobei der mittlere Durchmesser des Kuchens als   Mal3 fur    die Konsistenz gilt.



   4. Beim     Eindringversuch    nach Graf   ist das Kon  sistenzmass die Eindrint, tiefe eines zylindrischen    Fall  körpers,    welcher von einer bestimmten Höhe auf einen Beton, der in einer   Würfelform    durch Stampfen verdichtet wurde, fallengelassen wird.



     Der Messbereich dler angeführten und einer    Vielzahl weiterer Verfahren ist sehr begrenzt. die ersten drei sind, wie fast all Verfahren, nur zur Konsistenzmessung   plastischer   bis   fast-flüssiger   Betons geeignet. Der   Eindringversuch nach Graf   ist das einzige angewandte Verfahren zur   Konsistenzmessun,,   steifer   Betons.    Zur Erfassung des gesamten Konsistenzbereich müssen also verschiedene Verfahren angewendet werden. Die Resultate sind dadurch untereinander nicht vergleichbar.



   Ein geeignetes   Mass für die    Brauchbarkeit und Zuverlässigkeit eines Messverfahrens ist die sogenannte Reproduzierbarkeit eines   Messresultates,    welche durch den   Messfehler   gekennzeichnet ist :
Wenn ein und derselbe Beobachter eine   Messgrösse,      de, ren    wahrer Wert konstant ist, mehrmals nacheinander mit demselben   Messverfahren bestimmt    und dabei die Umweltbedingungen konstantgehalten werden, so weichen die   ErgebnÅasse    der   Einzelmaessungen    dennoch voneinander ab, sie streuen um ihren Durchschnittswert x x1 + x2 + x3 + ...

   + xn
X = n    xi    =   Einzelmesswert    n = Anzahl aller   Einzelmef3werte   
Ein Mass für die Veränderlichkeit der Einzelergebnisse mehrerer Messungen ist die Streuung derselben. Diese ist definiert als Standardabweichung oder mittlere quadratische Abweichung S
EMI1.1     
     Tarin    sind xi-x die Unterschiede zwischen den   Einzelmesswerten xi    und dem Durchschnittswert x und n die Anzahl aller   Einzelmel3werte. Der. c < Mel3fehler      m ist dann die auf den Durchschnittswert x bezogene mittlere quadratische Abweichung S und wird meist in Prozenten angegeben :    m = # S/- # (100%)    x m gibt die Unsicherheit an, mit der eine Einzelmessung behaftet ist.



   Die heute in Verwendung stehenden Konsistenzmessverfahren weisen im allgemeinen sehr grosse Messfehler auf. Nebst solchen, deren Ursache in der Art des Messverfahrens selbst   b. egriindet zst,    sind bei verschiedenen gebräuchlichen Verfahren diejenigen   Meus-    fehler von Bedeutung, die aus personellen Einfliissen herrühren.

   Beispiele   fur    personelle Einflüsse, sowohl bei der Durchfiihrung des Verfahrens als auch bei der Feststellung der   Mef3resultate,    sind : -Verdichtung der Frischbetonproben erfolgt durch
Handstampfung (alle beschriebenen Verfahren) -Schwierige Feststellung des Zeitpunktes, zu dem der
Betonkegelstumpf vollständig in den volumenglei chen Zylinder umgeformt ist   (Vébé-Gerät)   
Bei   grösseren Messfehlern    sind also stets mehrere Messungen notwendig, um zu einem repräsentativen   Durchschnattswert fur    die Konsistenz zu kommen.

   Da jedoch die einmalige Konsistenzbestimmung bei fast allen Verfahren relativ viel Zeit erfordert, so ist die mehrmalige Wiederholung der Messung an Frischbeton, der aus ein und derselben Mischcharge stammt, wegen des ziemlich raschen Steiferwerdens des Betons meistens nicht möglich.



   Zusammengefasst weisen die heutigen Konsistenzmel3verfahren im wesentlichen folgende Unvollkommenheiten auf :   -BegrenzterMessbereich    - Grosse Messfehler   -GrosserZeitaufwand   
Die vorliegende Erfindung soll diesen Mängeln abhelfen. Sie wurde entwickelt aus der Beobachtung, dass Beton während des Vibrierens etwa die Eigenschaften   einer zähen Flüssigkeit    annimmt. Vibrierter Beton   fliej3t    unter Einwirkung der Schwerkraft   zusammenhiingend    und   breÅatet    sich je nach seiner Zusammensetzung   (Ze-    ment, Wasser, Zuschlagstoffe und Zusatzmittel) langsam oder schnell aus.

   Das   erfindungsgemdl3e    Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass eine bestimmte Menge der Gemischprobe zuerst in eine Form eingebracht und verdichtet und anschliessend, nach Entfernen der Form, mit Hilfe einer genau bekannten Vibration, die eine bestimmte, immer gleichlange Zeit dauert, auf einem Tisch zu einem Kuchen ausgebreitet wird, dessen mittlerer Durchmesser   (Mittelwert    aus kleinstem und   grösstem    Durchmesser) das Konsistenzmal3 darstellt.



   An Hand der beigefügten Zeichnung wird die Erfindung im weiteren   beispielswedse erläutert    :
Fig.   1    zeigt einen Vertikalschnitt und Fig. 2 die Draufsicht. Eine Probe der zu untersuchenden Gemischmasse wird in einen auf einem   Vibrdertisch    4 durch einen Spannrahmen 2   festgehaltfensnBehalber,bestehen    aus der Form 1 und dem Aufsatz 3, im allgemeinen bis zur Oberkante eingefüllt und vibriert. Diese sogenannte Vorvibration soll so lange dauern, bis das Gemisch gut verdichtet ist, d.   h.    keine sichtbare Volumenabnahme mehr feststellbar ist. Zur Verringerung der Messfehler wird die Vibration selbst sowie auch die Vibrationszeit zweckmässiger5weise für alle Konsistenzen als   gleichbleibend gewahlt.   



   Nach der Verdichtung des Gemisches durch die Vorvibration, die bei   fliissigeren Kansistenzen      (Ge-    misch so   bewegldch, dass    die Verdichtung fast von selbst eintritt) auch durch eine andere Verdichtungs  methode,.B:durc.h.Stiachrn,    ersetzt werden   kans,    wird der Aufsatz 3 abgenommen, der   tuber    der Form 1 vorstehende Gemischrest mit einer Kelle abgeschnitten und die Gemischoberfläche glattgestrichen.



   Nach   der Entfernung desl Spanarahmens    2   ual der    Form 1 wird die verdichtete Gemischprobe, welche nun frei auf der Tischplatte 4 liegt, durch eine genau definierte Vibration, die eine bestimmte, immer gleichlange Zeit dauert, zu einem Kuchen ausgebreitet. Der mittlere Durchmesser (Mittelwert aus kleinstem und   grösstem    Durchmesser) des ausgebreiteten Kuchens bildet, analog zur     Ausbreitprobeo,    das   Mass für    die Konsistenz des Gemisches.



   Der Aufsatz 3 wird verwendet, um die gesamte   fur    die Konsistenzmessung erforderliche   unverdichtete    Gemischmenge auf einmal in die Form 1   einfüllen    zu können, d. h. damit spmtilche Teile dieser Gemischmenge genau gleich und genau gleichlang vibriert werden.



   Die Vorrichtung zur Ausbreitung der Gemischprobe besteht aus einer als   Riitteltisch    ausgebildeten Tischplatte 4, welche mit einer beispielsweise aus einem elektromagnetischen Schwinger oder aus einem elektro  motorisch angetriebenen Unwu, chtschwinger bestehen-    den Vibrationseinrichtung verbunden ist, die eine stets gleichbleibende Schwingung von solcher Frequenz und Amplitude   lerzeugt, dass    ein kontinuierliches und gleichmässiges Fliessen der Gemischprobe eintritt. Da fur verschiedene   Gemscharten    deren Einzelteilchen   tuber      verschieden grosse    Reibungs-und   Kohäsionskräfte    verfugen, ist die   fur    die jeweilige Art, z.

   B.   fur    Frischbeton, erforderliche Beschleunigung darauf abzustimmen.



  Die Anwendung einer gerichteten Schwingung   ermog-    licht die   Gleichmässigkeit    des   Flief3ens    nach allen radialen Richtungen.



   Zur Erzielung   zuverlässiger Messresultate    mit kleinen   MeJ3fehlern    ist die Konstanthaltung der Vibrationszeit, der Schwingungsamplitude und der Frequenz unerlässlich.



   Eine immer gleichbleibende Vibrationszeit ist erreichbar durch einen Zeitschalter, welcher nach der vorgeschriebenen Zeit den Vibrierapparat automatisch abschaltet.



   Als Schwingungserreger   fur    gerichtete Schwingungen dienen in der Regel elektromagnetische Schwinger oder   tuber    einen   Elektromotor angetriebene, gegenläufig    kreisende, gekuppelte Unwuchtschwinger. Die Schwingungskennzahlen (Amplitude und Frequenz) solcher Erreger werden fortlaufend durch Spannungs- und Frequenzschwankungen des Stromnetzes sowie durch die   je-    weilige Belastung und bleibend durch Anderungen der Eigendämpfung des schwingenden Systems (federgelagerte Tischplatte und Schwinger)   beeinflusst.    Die genannten fortlaufe nden und bleibenden   Einflilsse    auf die   Schwingungskennzahlen    sind,

   wie aus Versuchen hervorging bei den   erfindungsgemässen    Verfahren nicht   vernachlässigbar.    Es ist daher unbedingt notwendig,   dal3    zur Konstanthaltung von Amplitude und Frequenz geeignete Stabilisierungs-Einrichtungen vorgesehen wer den.



   Die Vorrichtung zur Aufnahme einer bestimmten Menge des Gemisches,   die verdichtet    werden soll, kann bestehen aus einer Form 1, beispielsweise einer beidseitig offenen Kegelstumpfform, die z. B. mittels eines abnehmbaren Spannrahmens 2 auf dem   Vibriertisch    4 festgehalten wird, und einem von der Form 1 abnehmbaren Aufsatz 3, beispielsweise ein beidseitig offenes zylindrisches Rohr, wobei der Inhalt des Aufsatzes 3 mindestens halb so   grogs    sein soll wie jener der Form 1.



  Die Form 1 muf3 so beschaffen sein, dass sie nach dem Einbringen und Verdichten der Gemischprobe durch Hochziehen und Drehen oder durch Auseinandernehmen so entfernbar ist,   dal3    die Gestalt der verdichteten Gemischprobe dabei nicht beeinträchtigt wird.



  Die Höhe 5 der Form 1 ist kleiner als ihr Basisdurchmesser 6, da ansonsten die verdichtete Gemischprobe, beispielsweise in der Gestalt des Kegelstumpfes, nach Entfernen der Form unter Einwirkung der Vibration bei bestimmten Konsistenzen zum Auseinanderbrechen neigt.



   Das erfindungsgemässe Verfahren ist geeignet   fur    die Konsistenzmessung eines Gemisches, beispielsweise von Frischbeton. Es   weist gogenüber den    bisher   ge-      bräuchlichen    Verfahren die folgenden wesentlichen Vorteile auf :    1.    Es lassen sich   sämtliche Konsistenzbereiche    von     steifo    bis     fast-flussigp    erfassen, wobei sich das Verfahren insbesondere   finir    steifen Beton ausgezeichnet   beignet.   



   2. Die Messfehler sind   ausserordentlich klein,    d. h. dass man mit einer einzigen Messung bereits einen sehr zuverlässigen Wert erhält und somit mehrere Messungen im allgemeinen unnötig sind.



   3. Die   Durchführung    einer   Konsistenzmessung    ist sehr einfach und rasch. Es werden dazu nur wenige Liter Beton benötigt und der Zeitaufwand inkl. Reinigen und Wiederbereitstellen der Vorrichtung beträgt weniger als 5 Minute.



   Das erfindungsgemässe Verfahren kann sehr vielseitig eingesetzt werden. Da damit die rheologischen Eigenschaften des in Schwingung versetzten Gemisches erfasst werden, eignet es sich besonders dort, wo Konsistenz und   Vibrationswilligkeit gekennzeichnet    oder verglichen werden sollen. Das Verfahren kann angewendet werden   fur    Forschungsarbeiten,   fur    Eignungsversuche zu wichtigen Bauvorhaben, zur Beurteilung der Wirkung von Zusatzmitteln, welche die Konsistenz des Betons verähndern, und vor allem auch zur   tuber-    wachung der Konsistenz bei einer laufenden Betonfabrikation.

   Bei dieser erlaubt das Verfahren eine zuverlässige Kontrolle des Wassergehaltes eines Gemisches, da dieser bei sonst gleichbleibendem Mischungsrezept die Konsistenz weitaus am   starksten beeinflul3t.   



  Wegen des eindeutigen Zusammenhanges zwischen Wassergehalt einer Betonmischung und der zu erwartenden Betonfestigkeit lässt sich daher mattes einer ständigen genauen Konsistenzkontrolle die Streuung der   Beton-    festigkeit, herrührend aus der Variation des Wassergehaltes, in sehr engen Grenzen halten.



   PaTENTASPRÜCHE    I.    Verfahren zur Messung der Konsistenz eines Gemisches, wobei eine Probemenge der Wirkung einer Vibration ausgesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass eine bestimmte Menge der Gemischprobe zuerst in eine Form (1) eingebracht und verdichtet und anschliessend, nach Entfernen der Form (1), mit Hilfe einer genau bekannten Vibration, die eine bestimmte, immer gleich lange   Zeit dauert,    auf   einen Tifsch    (4) zu einem Kuchen ausgebreitet wird, dessen mittlerer   Durchmes-    ser   (Mittelwerb aus Ideinstem und grösstem Durchmesser)    das   Konsistenzmass    darstellt.

Claims (1)

  1. II. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, bestehend aus einer die Ausbreitung der Probe ermöglichenden Tischplatte (4) mit einer zur Aufnahme einer bestimmten zu verdichtenden Probemenge des zu untersuchenden Gemisches dienenden, von der Tischplatte (4) abnehmbaren Form (1), dadurch gekennzeichnet, dass die Tischplatte (4) als Rütteltisch ausgebildet ist und mit viner aus einem elektromagnetischen Schwinger oder aus einem elektromotorisch angatraebenen Unwuch. tschwinger bestehenden Vibrationseinrichtung verbunden ist, die eine stets gleichbleibende Schwingung der Tischplatte (4) erzeugt.
    UNTERANSPRUCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dal3 auch das Verdichten der Gemischprobe durch die Vibrationseinrichtung ausgeübt wird.
    2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass zur Vibration eine senkrecht gerich tete Schwingung verwendet wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dal3 Amplitude und Frequenz der Schwin- gung während des Ausbreitens der verdichteten Gemischprobe durch Stabilisierungs-Einrichtungen konstant gehalten werden.
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