CH444771A - Verfahren zur biologischen Reinigung von Abwasser in einer Kläranlage mit gesonderter aerober Behandlung des Überschuss-Schlammes und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents

Verfahren zur biologischen Reinigung von Abwasser in einer Kläranlage mit gesonderter aerober Behandlung des Überschuss-Schlammes und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens

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CH444771A
CH444771A CH138266A CH138266A CH444771A CH 444771 A CH444771 A CH 444771A CH 138266 A CH138266 A CH 138266A CH 138266 A CH138266 A CH 138266A CH 444771 A CH444771 A CH 444771A
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CH
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wastewater
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CH138266A
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Noack Werner
Theodor Dipl Ing Zimmermann
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Abwassertechnik Mbh & Co Kg Ge
Theodor Dipl Ing Zimmermann
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    • C02F3/12Activated sludge processes
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Description


  Verfahren     zur    biologischen     Reinigung    von Abwasser in einer     Kläranlage    mit gesonderter     aerober     Behandlung des     überschuss-Schlammes    und Vorrichtung     zur    Durchführung des     Verfahrens       Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur biologi  schen Reinigung von Abwasser in einer Kläranlage mit  gesonderter'     aerober    Behandlung des     überschuss-          Schlammes.     



  Es sind     Abwasserreinigungsanlagen    bekannt, bei  denen die absetzbaren Stoffe organisch belasteter Ab  wässer zunächst in einer mechanischen Stufe zur     Sedi-          mentation    gebracht und dann die kolloidalen sowie die  im Abwasser gelösten Stoffe in einer künstlichen biolo  gischen Stufe nach dem     Belebtschlammverfahren    abge  baut werden. In der mechanischen Reinigungsstufe fällt  Primärschlamm an, während in der biologischen Stufe  Überschussschlamm entsteht.

   Beide Schlammarten  werden gemeinsam einer     Schlammbehandlungsanlage     zugeführt, in der der Schlamm     mit    oder ohne vorherge  hende Eindickung     ausgefault    und anschliessend natür  lich oder künstlich entwässert wird.  



  Für kleinere Gemeinden bis etwa 2500 an das  Abwassernetz angeschlossenen Einwohnern hat man  auch schon     Abwasserreinigungsanlagen    vorgesehen, die  zur Durchführung der biologischen Reinigung einen  Oxydationsgraben oder ähnliche Bauwerke und zur  nachfolgenden Schlammtrennung ein     Nachklärbecken     aufweisen. Es werden hier in einem Becken zwei ver  schiedene biologische Vorgänge gekoppelt. Einmal soll  das frische Abwasser biologisch gereinigt werden, wozu  biologisch aktiver     Bel_ebtschlamm    erzeugt und erhalten  werden muss.

   Zum anderen sollen die organischen  Bestandteile des gebildeten     Belebtschlammes    soweit  abgebaut werden, dass der     überschuss    des Belebt  schlammes ohne nachfolgende saure Gärung und der  damit verbundenen Belästigung abgezogen werden  kann.  



  Man hat in diesem Zusammenhang auch schon  Anlagen, sogenannte Totalkläranlagen, vorgesehen, bei  denen das     Belüftungs-    und     Nachklärbecken    zu einer  Einheit vereinigt sind. Die Belüftungszeit beträgt  jedoch bei diesem sowie bei dem vorgenannten Verfah  ren bis zu 3 Tagen, wobei die gesamte Abwassermenge  belüftet wird. Diese lange Belüftungszeit ist erforder-         lich,    um, wie erwähnt, einerseits das Abwasser     zu    rei  nigen und andererseits den anfallenden Schlamm  soweit abzubauen, dass bei seiner Abgabe auf     Trok-          kenbeete    oder in Fässer     od.    dgl. keine Belästigungen,  insbesondere Geruchsbelästigungen entstehen.  



  Die genannten Verfahren sind mit einer Reihe  schwerwiegender Nachteile behaftet. Für die in dem  erstgenannten     Verfahren    durchzuführende anaerobe  Behandlung des Schlammes sind sehr kostspielige Bau  werke zu errichten. Sowohl die Erstellung der soge  nannten     Emscherbrunnen    als auch die Errichtung ge  trennter Faulräume verursacht wegen der durch das  Verfahren bedingten grossen Abmessungen dieser An  lagen ausserordentlich hohe Anlagekosten, wobei für  die getrennten Faulräume ausserdem erhebliche Be  triebskosten aufzuwenden sind.  



  Das zweitgenannte Verfahren, bei dem die biologi  sche Reinigung in einem Oxydationsgraben     od.    dgl.  durchgeführt wird, oder das in den sogenannten Total  kläranlagen zur Durchführung kommt, hat den wesent  lichen Nachteil, dass es in seiner Leistungsfähigkeit  sehr stark begrenzt ist und daher, wie erwähnt, nur für  die Abwasserreinigung kleinerer Gemeinden bis etwa  2500 Einwohnern zur Anwendung kommen kann.  Ausserdem erfordert dieses Verfahren infolge der bei  ihm erforderlichen langen Belüftungszeiten die Errich  tung sehr grosser und damit     teuerer    Bauwerke.

   Bei  spielsweise erfordert ein Oxydationsgraben der übli  chen Bauart für je<B>1000</B> Einwohner einen Belüftungs  raum von etwa 450     cbm        Fassungsvermögen.    Ein weite  rer Nachteil besteht darin, dass durch die Mischung  des vorhandenen     Belebtschlammes        mit    dem zugeführ  ten Frischschlamm auch nicht abgebauter Schlamm aus       dem    Kreislauf als.     überschussschlamm        abgezogen     wird. Dadurch tritt nachträglich eine saure Gärung des  abgezogenen Schlammes ein, die u. a. zu     Geruchbelä-          stigungen    führt.  



  Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, diese  vorgenannten Nachteile der bekannten     Verfahren    und  Anlagen zu beseitigen.      Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch ge  kennzeichnet, dass die bis zum zweifachen Trocken  wetteranfall anfallende Abwassermenge nach Grobre  chen,     Sandfang    und     Rechengutzerkleinerung    unmittel  bar der biologischen Reinigungsstufe zugeleitet und die  bei Regen darüber hinaus der     Kläranlage    zuzuführende  Abwassermenge in ein     Regenklärbecken    abgeführt  wird, um sie später nach     Abklingen    des Zuflusses unter  den zweifachen     Trockenwetteranfall    ebenfalls in -die  biologische Reinigungsstufe zu fördern,

   wobei der  durch den biologischen     Reinigungsprozess    anfallende       Überschuss-Schlamm,    nachdem er in einem gesonder  ten Belüftungsbecken einer     aeroben    Behandlung unter  worfen wurde, zum Aufbau von organischen Bestand  teilen einem     Eindickbehälter    zugeführt wird, von wo er  in eingedicktem Zustand zur Entwässerung oder Nass  Schlammabgabe gelangt.  



  Die     Erfindung    betrifft auch eine Vorrichtung zur  Durchführung des Verfahrens, die dadurch gekenn  zeichnet ist, dass neben der zur biologischen Abwasser  reinigung erforderlichen Belüftungsanlage noch eine  weitere Belüftungsanlage zur Behandlung des vom ge  klärten Abwasser abgetrennten, biologisch aktiven     Be-          lebtschlammes    vorgesehen ist.  



  Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel des     er-          findungsgemässen    Verfahrens anhand der in der Zeich  nung dargestellten Schemazeichnung näher erläutert.  



  Im Zulauf der     mit    organischen Stoffen belasteten  Abwässer ist zunächst, wie an     sich        bekannt,    ein     Grob-          rechen    1     angeordnet,        mit    dem die von     dem    Abwasser  mitgeführten groben Teile ausgeschieden werden. Das  Abwasser     fliesst    dann, wie ebenfalls bekannt, über  einen Sandfang 2, in dem die     spezifisch    schweren  mineralischen Stoffe, insbesondere Sand, zur     Sedimen-          tation    gebracht werden.

   Von hier gelangt das Abwasser  zu einer Zerkleinerungsvorrichtung 4, die     zweckmässig     aus einem Feinrechen mit einem     Rechengutzerkleinerer     besteht, und in der die groben organischen Stoffe für  die nachfolgende biologische Behandlung möglichst  weitgehend aufgeschlossen werden.  



  Von der Zerkleinerungsvorrichtung 4 gelangen die  Abwässer in ein Belüftungsbecken 5, in dem die biolo  gische Reinigung des Abwassers unter Einwirkung des  sich in dem     Belüftungsbecken    bildenden biologisch  aktiven     Belebtschlammes        stattfindet.    Das     Belüftungs-          becken    5 ist von bekannter Bauart. Die Anlage wird  dabei so betrieben, dass die mittlere     Verweilzeit    des  Abwassers in dem Belüftungsbecken 5 etwa 3 Stunden  beträgt.

   Bei diesem Vorgang bildet sich in dem Belüf  tungsbecken ein biologisch aktiver     Belebtschlamm    mit  einem durch den ständigen Zufluss an frischem Abwas  ser bedingten Überangebot an Nährstoffen, unter des  sen Einwirkung das frische Abwasser biologisch ge  klärt wird. Das über die Leitung 10 abfliessende Was  ser-Schlammgemisch gelangt in das     Nachklärbecken    6,  in dem der sich absetzende     Belebtschlamm    am Boden  sammelt, während das gereinigte Wasser über die Lei  tung 11 zu einem     Vorfluter        od.    dgl. abgeleitet wird.  



  Der in dem     Nachklärbecken    6 anfallende     Schlamm     wird über eine Leitung 12 abgezogen und zum über  wiegenden Teil als     Rücklaufschlamm    RS in das Belüf  tungsbecken 5 zurückgeführt, wo er somit als biolo  gisch aktiver     Belebtscblamm    für die Abwasserreinigung  wieder zur Verfügung steht.

   Ein kleinerer Teilstrom       gelangt    als     überschussschlamm        üS    über eine Leitung  13 in ein zweites Belüftungsbecken 7 für die     aerobe          Schlammbehandlung.       In dem Belüftungsbecken 7, das von     grundsätzlich     gleicher Ausbildung wie das Belüftungsbecken 5 sein  kann, werden,     nunmehr    bei einem Unterangebot an  Nährstoffen, da keine frischen Abwässer zugeführt  werden, die organischen Bestandteile des gebildeten       Belebtschlammes    unter gleichzeitiger Erhöhung der  anorganischen Bestandteile des Schlammes so weit  abgebaut,

   dass der     Überschussschlamm    des insgesamt  in dem Belüftungsbecken 5 gebildeten     Belebtschlam-          mes    ohne nachfolgende saure Gärung und den damit  verbundenen Belästigungen abgezogen werden     kann.     Die     Verweilzeit    des     Überschussschlammes    in dem Be  lüftungsbecken 7 beträgt etwa 3 Tage.

   Da jedoch der       Anteil    des anfallenden     Überschussschlammes    nur etwa  3     %        des        gesamten        täglichen        Abwasseranfalles        ist,        kann     das     Belüftungsbecken    7 trotz der verhältnismässig lan  gen     Verweilzeit    des     überschussschlammes    auch bei  hohem Abwasseranfall mit -verhältnismässig kleinen  Abmessungen gebaut werden.  



  Die Zuführung des     Überschussschlammes    zu dem  Belüftungsbecken 7 erfolgt zweckmässig diskontinuier  lich in Abständen von 24 Stunden, nachdem zuvor die  entsprechende Menge des bereits behandelten Schlam  mes über eine Leitung 14 aus dem Becken 7 in     ein     nachgeschaltetes     Eindickbecken    8 abgezogen worden  ist.  



  Der in dem     Eindickbecken    8 anfallende     Schlamm     wird über eine Leitung 16 einem     Schlammtrockenbeet     9     zugeführt.    Er kann aber auch in Fässer und andere  Behälter abgegeben werden.

   Das im     Eindickbecken    8  anfallende Wasser gelangt dagegen über eine Leitung  17 in die zu dem     Belliftungsbecken    5 führende     Zulauf-          leiiung    für die frischen Abwässer, und zwar an einer       Stelle,    die hinter dem Sandfang 2     liegt.    ,  Die     obenbeschriebene    biologische Stufe ist hin  sichtlich ihrer Leistungsfähigkeit so ausgelegt, dass sie  bis zum doppelten     Trockenwetteranfall,    -     TWA=An-          fall    an Abwasser ohne Regenwasser -, belastet werden  kann.

   Der darüber hinausgehende Anfall wird in einem       Regenklärbecken    3 zurückgehalten und nach Beendi  gung des Regens der biologischen Stufe, d. b. dem Be  lüftungsbecken 5 über eine Leitung 18 zugeführt. Ist  bei sehr starken und anhaltenden Regengüssen das  Becken 3 gefüllt, so kann das Wasser nach einer  mechanischen Reinigung über eine     überreichleitung    19       abfliessen.     



  Zu bemerken ist noch, dass das     Eindickbecken    8       maximal    für einen Tagesanfall an     überschussschlamm,          der        nur        rund    3     %        des        Tagesabwasseranfalls        beträgt,     auszulegen ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur biologischen Reinigung von Ab wasser in einer Kläranlage mit gesonderter aerober Behandlung des überschuss-Schlammes, dadurch ge kennzeichnet, dass die bis zum zweifachen Trocken wetteranfall anfallende Abwassermenge nach Grobre chen, Sandfang und Rechengutzerkleinerung unmittel bar der biologischen Reinigungsstufe zugeleitet und die bei Regen darüber hinaus der Kläranlage zuzuführende Abwassermenge in ein Regenklärbecken abgeführt wird,
    um sie später nach Abklingen des Zuflusses unter den zweifachen Trockenwetteranfall ebenfalls in die biologische Reinigungsstufe zu fördern, wobei der durch den biologischen Reinigungsprozess anfallende überschuss-Schlamm, nachdem er in einem gesonder ten Belüftungsbecken einer aeroben Behandlung unter worfen wurde, zum Aufbau von organischen Bestand- teilen einem Eindickbehälter zugeführt wird,
    von wo er in eingedicktem Zustand zur Entwässerung oder Nass- Schlammabgabe gelangt. II. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass neben der zur biologischen Abwasserreinigung erfor derlichen Belüftungsanlage (5) noch eine weitere Belüf tungsanlage (7) zur Behandlung des vom geklärten Abwasser abgetrennten, biologisch aktiven Belebt schlammes vorgesehen ist. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass der überschuss-Schlamm aus dem dem Belebungsbecken (5) nachgeschalteten Klärbecken (6) diskontinuierlich abgezogen und dem besonderen, der aeroben Behandlung dienenden Belüftungsbecken (7) zugeführt wird, nachdem zuvor die gleiche Menge behandelten Schlammes aus dem Belüftungsbecken (7) in den Eindickbehälter gegeben wurde.
    2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass der Überschuss-Schlamm in Ab ständen von etwa 24 Stunden in einer Menge von etwa 3 % des Tageswasseranfalles aus dem dem Belebungs becken (5) nachgeschalteten Klärbecken (6) abgezogen wird.
CH138266A 1965-02-01 1966-02-01 Verfahren zur biologischen Reinigung von Abwasser in einer Kläranlage mit gesonderter aerober Behandlung des Überschuss-Schlammes und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens CH444771A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE9300384U1 (de) * 1993-01-14 1993-03-25 Kary GmbH, 2800 Bremen Vorrichtung zur Reinigung kommunaler Abwässer

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE9300384U1 (de) * 1993-01-14 1993-03-25 Kary GmbH, 2800 Bremen Vorrichtung zur Reinigung kommunaler Abwässer

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