DE2149552A1 - Verfahren und Anlage zur Reinigung von Abwaessern - Google Patents

Verfahren und Anlage zur Reinigung von Abwaessern

Info

Publication number
DE2149552A1
DE2149552A1 DE19712149552 DE2149552A DE2149552A1 DE 2149552 A1 DE2149552 A1 DE 2149552A1 DE 19712149552 DE19712149552 DE 19712149552 DE 2149552 A DE2149552 A DE 2149552A DE 2149552 A1 DE2149552 A1 DE 2149552A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
sludge
aeration
wastewater
supply
water
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE19712149552
Other languages
English (en)
Inventor
Aale Pasveer
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Nederlandse Organisatie voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek TNO
Original Assignee
Nederlandse Organisatie voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek TNO
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Nederlandse Organisatie voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek TNO filed Critical Nederlandse Organisatie voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek TNO
Publication of DE2149552A1 publication Critical patent/DE2149552A1/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F3/00Biological treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F3/02Aerobic processes
    • C02F3/12Activated sludge processes
    • C02F3/1236Particular type of activated sludge installations
    • C02F3/1263Sequencing batch reactors [SBR]
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F3/00Biological treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F3/02Aerobic processes
    • C02F3/12Activated sludge processes
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F3/00Biological treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F3/30Aerobic and anaerobic processes
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02WCLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES RELATED TO WASTEWATER TREATMENT OR WASTE MANAGEMENT
    • Y02W10/00Technologies for wastewater treatment
    • Y02W10/10Biological treatment of water, waste water, or sewage

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biodiversity & Conservation Biology (AREA)
  • Microbiology (AREA)
  • Hydrology & Water Resources (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • Water Supply & Treatment (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Activated Sludge Processes (AREA)
  • Purification Treatments By Anaerobic Or Anaerobic And Aerobic Bacteria Or Animals (AREA)

Description

Potenfanwälfe
bipUng. Amthor
Dipl.-lng. Wolf
6 Frankfurt a. M.
Mittelweg 12
Verfahren und Anlage zur Reinigung von Abwässern
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von Abwässern nach dem Belebtschlammverfahren unter Anwendung einer Verweilzeit des Wassers von mindestens zwei Tagen in einem Belüftungsbecken und unter Anwendung einer gesonderten Nachkläranlage, von wo aus eingedickter Schlamm in das Belüftungsbecken zurückgeleitet wird.
Eine solche Anlage ist im wesentlichen aus der niederländischen Patentschrift 87*500 bekannt und wird in Fachkreisen Oxydations- oder "Pasveer"-Graben genannt. Dieser kann Je nachdem mit einer Nachkläranlage verbunden sein und kann dann je nachdem kontinuierlich oder diskontinuierlich betrieben werden. Bei Anwendung einer Nachkläranlage wird die Anlage im allgemeinen kontinuierlich betrieben·
209815/1180
-*- ' 2U9552
Falls der Oxydationsgraben nicht kontinuierlich in Betrieb ist, wird die Belüftung eine Zeitlang ausgesetzt; sodann wird geraume Zeit (beispielsweise eine halbe Stunde lang) frisches Abwasser zugegeben, während an der der Zufuhr diametral gegenüberliegenden Seite gleichzeitig ein ebenso großes Volumen gereinigtes Abwasser abgeführt wird. Danach wird einige Stunden lang die Belüftung angwwandt.
Im allgemeinen enthält das ausfließende biologisch gereinigte Abwasser noch Stickstoffverbindungen, Phosphate, Kohlensäure und Bicarbonate. Diese Stoffe "düngen" das aufnehmende Wasser und fördern dadurch die Entwicklung einer Wasserflora, unter anderem das Wachstum von Algen, oft in unerwünschtem Ausmaß. Dies wird heutzutage als großes Problem erkannt.
Die Methoden für bakteriologische Denitrifikation, die bisher für Anwendung in großem Ausmaß in Betracht kämen, sind das Verfahren nach Wuhrmann und das nach Bringmann. Bei dem Verfahren nach Wuhrmann wird in einer normal ausgeführten Belebtschlammanlage das Belebtschlammgemisch nach dem Reinigungsprozeß in ein Denitrifikationsbecken gebrahht, in dem die Belebtschlammflocken mittels eines Rührwerks in einem Schwebezustand gehalten werden, wo aber kein Sauerstoff zugegeben wird. Die Bakterien der Belebtschlammflocke verbrauchen dann im Prozeß der endogenen Atmung zunächst den vorhandenen gelösten Sauerstoff. Wenn dieser verschwunden ist, sind viele der vorhandenen Bakterien imstande, den Sauerstoff des Nitrats zu verbrauchen. Obgleich sich bei diesem Verfahren grundsätzlich hohe Prozentsätze an Stickstoff entfernen lassen, zeigt sich in der Praxis, daß eine Anzahl Faktoren das Erzielen eines optimalen Ergebnisses verhindert. Dies wird dadurch verursacht, daß nach Ablauf des Reinigungsprozesses die Geschwindigkeit des Sauerstoffverbrauchs nicht mehr sehr hoch ist; der Denitrifikationsprozeß verläuft dann langsam, wodurch eine lange Verweilzeit im Denitrifikationsbecken notwendig ist und eine Seihe von Faktoren zur Geltung kommen, wie der Sauerstoff-
209815/1180
gehalt des Belebtschlammgemisches, die Schlamm-Flocke-Belastung und die Temperatur. Diese Faktoren, deren zuletztgenannte. . die Geschwindigkeit des Sauerstoffverbrauchs beeinflussen, bewirken ein ständig wechselndes Ergebnis. Bei den Versuchen von Hühnerberg und Sarfert (GWF 108/1967 p.966/969 und 1197/1205) wurde mit dem Wuhrmann-Verfahren denn auch ein durchschnittlicher Abbau von" nicht mehr als 50 bis 60 Prozent erzielt.
Um die Geschwindigkeit des SauerstoffVerbrauchs zu steigern, wird beim Bringmann-Verfahren das gereinigte ausfließende Abwasser (nicht der belebte Schlamm) mit frisch vorgeklärtem Abwasser vermischt, nachdem man dafür gesorgt hat, daß der gesamte Stickstoff im ausfließenden Abwasser als Nitrat anwesend ist. Auf diese Weise erzielt man zwar eine höhere Geschwindigkeit des Säuerst offjVerbrauchs und damit der Denitrifikation, gleichzeitig wird aber die Qualität des ausfließenden Abwassers nachteilig beeinflußt. Es ist daher notwendig, das Gemisch in einer Nachbelüftung aufs neue einem Reinigungsverfahren zu unterziehen. Man kann erwarten, daß dieses Verfahren für die Praxis zu verletzlich ist, was durch die bereits erwähnte Untersuchung von Hühnerberg und Sarfert bestätigt wird. Die Zusammensetzung des gereinigten Wassers ist ungünstig beeinflußt, und das Ausmaß des Stickstoffabbaus ist noch geringer als bei dem Wuhrmann-Verfahren.
Wegen der Mängel beider Verfahren und der damit verbundenen ziemlich hohen Kosten ist eine Anwendung in der Praxis bis jetzt unterblieben.
Es wurde nun festgestellt, daß 90 Prozent der löslichen Stickstoffverbindungen abgebaut werden können, wenn nach einem bestimmten System vorgegangen wird.
Die Erfindung besteht daraus, daß das Abwasser unter Vermischen während einer begrenzten Zeit der in dem Belüftungsbecken vorhandenen schlammhaltigen Flüssigkeit zugeführt wird, daß danach die Flüssigkeit während einer drei- bis zwölfmal so langen Zeit intensiv belüftet wird
209815/1180
2H9552
und daß nur während eines letzten Teils der langen Periode behandeltes Wasser mit Schlamm zur Nachkläranlage abgeleitet wird.
Vorzugsweise sorgt man dafür, daß zumindest während der ersten Hälfte der Periode, in welcher das Abwasser dem Belüftungsbecken zugeführt wird, gute Vermischung mit der bereits vorhandenen Flüssigkeit stattfindet, daß aber nahezu keine Belüftung angewandt wird.
Man kann dieses Verfahren diskontinuierlich in einer vorhandenen Oxydationsgrabenanlage durchführen; dies hat aber den Nachteil des diskontinuierlichen Verfahrens, daß nämlich große Sammelbecken (Pufferbecken) für das unbehandelte Wasser zur Verfugung stehen müssen. " Daher wird das erfindungsgemäße Behandlungssystem
vorzugsweise in einer Anlage durchgeführt, die aus einer Anzahl von 5 bis 8 parallel zu schaltenden gleichwertigen Belüftungsbecken besteht, welche systemgemäß jeweils nacheinander an die Abwajss er zufuhr und später an die Abfuhr des behandelten schlammhaltigen Wassers angeschlossen werden. Jedes der Belüftungsbecken ist mit einer eigenen Belüftungsvorrichtung versehen.
Je Einwohner werden dem Abwasser täglich 10 bis 12 g Stickstoff zugeführt. Davon wird ca. 1,5 g als Biweiß in dem Bakterienschlamm festgehalten. Für die Hltrifikation der restlichen 10,5 g werden 48 g Sauerstoff benötigt, ) wovon bei vollständiger Denitrifikation 62,5 Prozent (in der Praxis ist mit 50 Prozent zu rechnen) zurückgewonnen werden können. Beim'Denitrifikationsverfahren ist damit zu rechnen, daß je Einwohner jährlich 365 χ 24 g « 8,75 kg ' Sauerstoff wieder für die Oxydation von Kohlenstoffverbindungen gebraucht werden. Das bedeutet pro Jahr und ; Einwohner eine Einsparung von 5 kWh, was ein Viertel der ! Energie ist, die für das Oxydationsgrabenverfahren ohne Denitrifikation erforderlich ist.
Verfahren und Anlage zur Reinigung von Abwässern mit Denitrifikation gemäß nachstehender Beschreibung ermöglichen einerseits durch diese Einsparung an Energie und andererseits durch die Wahl einer sweckmäßigfτι Ausführung der
ORIGINAL INSPECTED
Zusatzvorrichtungen, die für die Erzielung einer 90- bis 95piOzentigen Denitrifikation erforderlich sind, daß die gesamten Reinigungskosten (Kapital-, Wartungs- und Energiekosten) pro Einwohner und pro Jahr gerechnet denen eines Oxydationsgrabens entsprechen, der nach dem normalen kontinuierlich verlaufenden Verfahren ausgeführt ist, während man doch die Vorteile des diskontinuierlichen Verfahrens hat.
Dadurch wird eine allgemeine Anwendung eines solchen Verfahrens und einer solchen Anlage möglich.
Die Erfindung wird an Hand eines Ausführungsbeispieles, das in der Zeichnung schematisch dargestellt ist, erläutert. Darin ist:
Abb. 1 : eine Draufsicht der Reinigungsanlage; Abb. 2 : ein Vertikalschnitt gemäß der Linie H-II in Abb.1; Abb. 5 : ein Querschnitt der zentralen Verteileranlage gemäß der Linie III-III in Abb.4;
Abb. 4- : eine Draufsicht der zentralen Verteileranlage in größerem Maßstab als in Abb. 1 und 2.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die Belüftungseinrichtung aus vier Becken 1, 2, 3 und M- (eine andere Anzahl ist Jedoch auch möglich), die derart angeordnet sind, daß die Abwasserzufuhr mittels einer an zentraler Stelle befindlichen Verteilereinrichtung 5 erfolgen kann. Jedem der Becken wird Luft-Sauerstoff zugeleitet. Häufig wird dazu ein schwimmender Belüfter (6, 7» 8» 9) vom Typ mit Vertikalachse dienen, doch ist auch die Anwendung anderer Belüftungsmethoden denkbar.
Das Abwasser wird den Belüftungsbecken der Reihe nach zugeführt; z.B. eine Stunde lang Becken 1, dann eine Stunde lang Becken 2, usw. Während des ersten Teils der Periode der Abwasserzufuhr, z.B. während der ersten 20 oder 30 Minuten, wird die Belüftung ausgesetzt; der Belüfter bleibt Jedoch derart in Betrieb, daß das zufließende Abwasser gut mit dem Inhalt der Belüftungsbecken vermischt wird. Bei dem Belüfter mit Vertikalachse erreicht man dies auf einfache Weise durch Verringerung der Anzahl Umdrehungen pro Zeiteinheit. In dieser Mischzeit wird das
209815/1180
2H9552
vorhandene Nitrat reduziert, das Stickstoffgas entweicht. Nach der Mischzeit von einer halben Stunde folgt stets eine Belüftungszeit von dreieinhalb Stunden. Weder bei Trockenwetter-Zufuhr noch bei Regenzufuhr wird Abwasser während der letzten drei Stunden der Belüftungszeit zugeleitet.
In der letzten Stunde der Belüftungszeit wird eine in oder an dem Belüftungsbecken angebrachte Abfuhrvorrichtung (eine schon"bekannte Schieber-, Ventil- oder Rohrkonstruktion (10, 11, 12 oder 13)) geöffnet und eine Abwassermenge, die der in der ersten Stunde zugeführten Abwassermenge gleichkommt, zur Nachkläranlage 17 abgeleitet. Der in der Nachkläranlage abgesetzte Schlamm, der sog. Rücklaufschlamm, wird durch Leitungen 14 und 15 zu der oben erwähnten zentralen Verteilereinrichtung zurückgeleitet.
Ebenso wie die (nicht dargestellte) Abwasserpumpe kann die Rücklaufeinrichtung 16 für den Rücklaufschlamm kontinuierlich in Betrieb sein.
Bei dem antragsgemäßen Verfahren, dem "Oxydenitro-Verfahren", wird als Entwurfsgrundlage für die Reinigungseinrichtung das Belüftungsvolumen günstigst mit 250 Liter (4 χ 62,5 Liter) je Einwohneräquivalent angesetzt (ca. 54 g BQBc ); das ist die Größe, die auch für einen normalen Oxydationsgraben mit Nachkläranlage gilt. Dazu kommt dann pro Belüftungsbecken zusätzlich das Volumen, das für die Aufnahme einer einstündigen Regenwasserzufuhr erforderlich ist (RWA-Zufuhr), wofür häufig 30 Liter pro Einwohneräquivalent gerechnet wird (also 4 χ 30 Liter extra je Einwohneräquivalent).
Die zentrale Verteilereinrichtung (5) kann beispielsweise als System elektromagnetisch bedienter Kipprinnen oder Ventile ausgeführt werden, oder sie kann gemäß Abbildung 3 funktionieren. Diese Einrichtung besteht aus ' zwei konzentrischen Rinnen 21 und 22. In die Innenrinne 21 wird durch Rohr 18 das Abwasser gepumpt. Der von der Nachkläranlage kommende Rücklaufschlamm wird durch Rohre 14 und 15 der Außenrinne 22 zugeleitet.
209815/1180
2143552
Jede Rinne hat eine Abfuhröffnung 23 bzw. 24. Die beiden Linien, die den Mittelpunkt der Achse der Verteilereinrichtung mit den Mittelpunkten beider öffnungen verbinden, bilden einen Winkel von 90 .
Die Verteilereinrichtung 5 ist drehbar aufgestellt. Das Schaltsystem ist so eingestellt, daß die Verteilereinrichtung sich einmal pro Stunde in kurzer Zeit um einen Winkel von 90° dreht. Wenn die Verteilereinrichtung sich im Ruhestand befindet, liegen die Mitten der beiden Abfuhröffnungen 23 und 24 über den betreffenden Diagonallinien der Belüftungsbecken.
(Die Trennwände zwischen den Belüftungsbecken sind, sofern sie sich unter der Verteilereinrichtung befinden, abgerundet. Während der kurzen Zeit, in welcher Abwasser (Rücklaufschlamm) darüberströmt, setzt sich dann kein Schmutz ab).
Wie oben bereits erwähnt, können Abwasserpumpe und Schlammrucklaufeinrichtung kontinuierlich betrieben werden» Es ist jedoch vorteilhaft, hier eine gewisse Verfeinerung vorzunehmen.
Es ist zu empfehlen, mindestens zwei Abwasserpumpen einzubauen, wie häufig getan wird, eine für die TrockenwetterAbfuhr und eine für Regenabfuhr. Die Kapazität der Trockenwetterpumpe richtet sich nach dem 10-Stunden-Durchschnitt der Trockenwetter-Zufuhr pro 24 Stunden« Das Schaltsystem (siehe nachstehend) wird so eingestellt, daß einmal stündlich, und zwar gleichzeitig mit den übrigen Schaltungen, die Trockwetterpumpe für die Dauer einer halben Stunde in Betrieb gesetzt wird (bei Verwendung eines Zeitrelais kann, falls erwünscht, eine längere oder kürzere Dauer gewählt werden).
Auf diese Weise wird die Trockenwetter-Zufuhr auf 20 Stunden verteilt. Dadurch erzielt man einen optimalen Verlauf des Denitrifikationsprozesses. In der halbstündigen "Mischzeit" wird so stets die Zufuhr einer Abwassermenge gewährleistet, die zum Erzielen einer schnellen Denitrifikation ausreichend ist. Außerdem erhält man ein optimales Mischverhältnis zwischen zugeführtem Abwasser
209815/1180
mit Stickstoffverbindungen und Schlammgemisch ohne gelöste Stickstoffverbindungen, wodurch der Stickstoffgehalt des ausfließenden Abwassers auf das erreichbare Minimum herabgesetzt wird.
Wenn bei Regenabfuhr das Niveau im Pumpenkeller steigt, setzt sich die Regenabfuhrpumpe auf normale Weise unabhängig vom Schaltsystem in Betrieb und arbeitet, bis das Niveau im Keller auf den gewünschten Stand herabgesetzt ist. Regenwasser enthält nämlich viel weniger Verunreinigungen als Abwasser, so daß zusätzliche Regenwasserzufuhr keinen schädlichen Einfluß auf den biologischen Prozeß hat.
Zur Schlammrücklaufeinrichtung ist zu bemerken, daß auch hier zwei Pumpen aufgestellt werden können, die beide beispielsweise die halbe Kapazität der Trockenwetterabfuhrpumpe haben. Sine von ihnen kann kontinuierlich in Betrieb sein, die andere v/irc, axt der Regenzufuhrpumpe gleichgeschaltet (eventuell wird hier ein Verzögerungsrelais von drei Stunden zwischengeschaltet). Zur Zirkulation in den Belüftungsbecken wäre noch zu bemerken, daß in bestimmten Fällen su befürchten ist, daß die erforderliche Zirkulation - mit ausreichender Strömungsgeschwindigkeit auch über dem Boden des Belüftungsbeckens - nicht zustande kommt; in solchen Fallen kann es vorteilhaft sein, Belüfter mit einem damit verbundenen Rohr für o.ie Zufuhr des Wasser-Schlamm-Gemisches einzusetzen. Um sicher zu sein, daß die erforderliche Geschwindigkeit über dem Boden auch bei höchstem Wasserstand erreicht wird, kann ein festes Zufuhrrohr 19 angebracht werden, um welches sich das mit dem Belüfter verbundene Rohr 20 auf und ab bewegen kann (Abb.2). Dieses letztere Rohr kann als Schwimmkörper konstruiert werden.
Für die an jedem Belüftungsbecken angebrachte Abfuhrvorrichtung sind Schieber- oder iQappenventile (10, 11, 12 und 15) angegeben. Auch das in einer Anzahl Fälle bei Oxydationsgräben verwendete bewegliche Abflußrohr kann dazu dienen, oder der Abfluß erfolgt durch Siphonrohre.
209815/1180
Die Abflußgeschwindigkeit muß dabei - beispielsweise mittels einer mit Elektroden in den Abflußleitungen 27 und 28 angebrachten Meßwand 2$ bzw. 26 - derart geregelt sein, daß die höchstzulässige hydraulische Belastung der Nachjkläranlage nicht überschritten wird. Eventuell kann statt dessen eine Schwimmervorrichtung, eine Zeitschaltung oder eine kapazitive Niveauregelung verwendet werden. Sobald in dem Belüftungsbecken der zulässige niedrigste Stand erreicht ist, schließt sich das Ventil. Auch schwimmende Abfuhrvorrichtungen mit konstantem Ausstoß können zur Anwendung gelangen. Das durch die Leitungen und 28 abgeführte Abwasser durchläuft die Siebanlage 29, wo biologisch nicht abbaufähige Stoffe wie Plastics zurückgehalten werden, und strömt dann durch Leitung 30 zu einer zentralen Zufuhr 31 der Nachkläranlage. Das elektrische Schaltsystem ist einfach. Einmal stündlich werden gleichzeitig eine Reihe von Schaltungen verrichtet.Zur Stunde 0 wird:
. Abfuhr 10 geschlossen, Abfuhr 11 geöffnet.
. Belüfter 6 auf "Mischen" geschaltet (durch ein einstellbares Zeitrelais wird nach 20 oder $0 Minuten wieder auf Belüften umgeschaltet).
• Die Verteilereinrichtung dreht sich um 90°, wodurch Abwasser jetzt in Becken 1 und Rücklaufschlamm in Becken 2 strömt.
. Die Trockenwetterpumpe wird eingeschaltet (siehe oben). Um 1 Uhr wird:
. Abfuhr 11 geschlossen, Abfuhr 12 geöffnet.
. Belüfter 7 auf "Mischen" geschaltet (nach 20 oder Minuten wieder auf "Belüften"^.
. Die Verteilereinrichtung dreht sich wieder um 90°, wodurch Abwasser jetzt in Becken 2 und Rücklaufschlamm in Becken 3 strömt.
tterpumpe
. Die TrockenweAwird eingeschaltet.
Um 2 Uhr wird:
. Abfuhr 12 geschlossen, Abfuhr 13 geöffnet, usw.
Das Ausmaß des Stickstoffabbaus ist laut vorstehender Beschreibung abhängig von dem Verhältnis zwischen der Menge
209815/1180
2H9552
des in dem Belüftungsbecken vorhandenen Schlammgemisches und der jeweils zugeführten Abwassermenge. Der Abbauprozentsatz, in der Regel 90 bis 95%j kann durch Regelung der Sauerstoffzufuhr noch mehr gesteigert werden. Wird diese so eingestellt, daß am Ende der Belüftungszeit der Sauerstoffgehalt des Schlammgemisches, das dem Belüfter zugeleitet wird, nicht zu hoch wird, sondern z.B. zwischen 0 und 2 mg/1 beträgt, so erreicht man, daß das im zweiten Teil der Belüftungszeit gebildete Nitrat in erheblichem Ausmaß unmittelbar, also noch in derselben Belüftungsperiode, denitrifiziert wird.
Ein zusätzlicher, nicht unbedeutender Vorteil des Denitrifikationsverfahrens als Ganzes liegt darin, daß
* die mit der Denitrifikation verbundene pH-Senkung (Bildung von Salpetersäure) zunichte gemacht wird (verhindert wird), Das wirkt sich günstig auf die Rückhaltung von Phosphat in dem Schlammgemisch aus, weil dadurch vermieden wird, daß ein Teil des Kalziumphosphatkomplexes sich löst. Der Phosphatgehalt des ausfließenden Abwassers einer erfindungsgemäßen Einrichtung mit Denitrifikation ist dadurch geringer als bei einer Einrichtung ohne Denitrifikation. Deswegen herrschen bei Denitrifikation günstige Verhältnisse für einen weiteren Abbau der Phosphate, wenn das aus der Literatur bekannte sog. Simultanverfahren zur Phosphatbeseitigung angewandt wird. Dabei werden Eisensalze dem Belebtschlammgemisch oder dem zu reinigenden Abwasser zugegeben. Bei diesem Verfahren wird eine 90-prozentige Beseitigung der Phosphate erzielt. Dieser Prozentsatz wurde durch eine Untersuchung nach dem erfindungsgemäßen System in einem bestehenden Oxydationsgraben bestätigt.
20981 5/1180

Claims (1)

  1. Pat entansprüche
    1.) Verfahren zur Eeinigung von Abwässern nach dem Belebtschlammverfahren unter Anwendung einer Verweilzeit des Wassers in dem Belüftungsbecken von mindestens zwei Tagen und unter Anwendung einer gesonderten Nachkläranlage, von welcher aus eingedickter Schlamm in das Belüftungsbecken zurückgeleitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Abwasser während einer begrenzten Zeit unter Vermischen der in dem Belüftungsbecken befindlichen schlammhaltigen Flüssigkeit zugeleitet wird, daß danach die Flüssigkeit während einer drei- bis zwölfmal so langen Zeit intensiv belüftet wird und daß nur während des letzten Teils der langen Periode behandeltes Wasser mit Schlamm zur Nachkläranlage abgeführt wird.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest während der ersten Hälfte der Periode, in welcher das Abwasser dem Belüftungsbecken zugeführt wird, für eine gute Vermischung mit der bereits vorhandenen Flüssigkeit gesorgt wird, daß aber nahezu keine Belüftung ang ewandt wi rd.
    5. Verfahren nach Anspruch 1-2, dadurch gekennzeichnet» daß das Behandlungssystem in einer Anzahl parallel zu schaltenden gleichwertigen Belüftungsbecken durchgeführt wird, die systemgemäß nacheinander an die Abwasserzufuhr und später an die Abfuhr angeschlossen werden.
    4. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-3, die eine mit Belüftungsvorrichtungen versehene Wasserbehandlungseinrichtung und ein Nachklärbecken mit einer Rückleitung für eingedickten abgetrennten Schlamm enthält, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungseinrichtung aus drei bis acht parallel geschalteten gesonderten Belüftungsbecken besteht, die jeweils mit einer eigenen Belüftungsvorrichtung versehen sind, und daß Vorrichtungen angebracht sind, um sowohl die Abwasserzufuhr als auch die Abfuhr von behandeltem schlammhaltigem Wasser und die Zufuhr von Rücklaufschlamm
    209815/1 180
    nach einem festgesetzten System der Reihe nach an Jedes der Belüftungsbecken anzuschließen.
    5. Verfahren nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine drehbar aufgestellte Verteilereinrichtung, die aus zwei konzentrischen Rinnen besteht, deren eine an die Zufuhr des zu reinigenden Abwassers und deren andrere an die Zufuhr des RücklaufSchlamms angeschlossen ist, und deren jede mit einer Abflußöffnung versehen ist, so daß jede der beiden Zufuhren nacheinander gemäß einem System an eins der Belüftungsbecken angeschlossen werden kann.
    209815/1180
    Lee
    r s e 11 e
DE19712149552 1970-10-05 1971-10-05 Verfahren und Anlage zur Reinigung von Abwaessern Pending DE2149552A1 (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
NL7014621A NL7014621A (de) 1970-10-05 1970-10-05

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE2149552A1 true DE2149552A1 (de) 1972-04-06

Family

ID=19811231

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19712149552 Pending DE2149552A1 (de) 1970-10-05 1971-10-05 Verfahren und Anlage zur Reinigung von Abwaessern

Country Status (10)

Country Link
AT (1) AT310688B (de)
BE (1) BE773449A (de)
BR (1) BR7106612D0 (de)
CA (1) CA956733A (de)
CH (1) CH544038A (de)
DE (1) DE2149552A1 (de)
FR (1) FR2123256B1 (de)
GB (1) GB1372367A (de)
NL (1) NL7014621A (de)
SE (1) SE382807B (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3710325A1 (de) * 1987-03-28 1988-10-13 Kernforschungsanlage Juelich Abwasserreinigungsverfahren mit schubweiser abwasserzufuhr zum belebungsbecken
BE1006765A5 (fr) * 1990-05-31 1994-12-06 Forschungszentrum Juelich Gmbh Dispositif pour l'epuration des eaux residuaires selon le procede a boue activee et, en particulier, avec denitrification.

Families Citing this family (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
NL7808555A (nl) * 1978-08-18 1980-02-20 Stamicarbon Werkwijze voor het zuiveren van afvalwater.
RU2226182C2 (ru) * 2002-03-26 2004-03-27 Зимин Борис Алексеевич Аэротенк
CN108338108B (zh) * 2018-03-26 2024-02-09 阮保国 水净化处理环保养殖网箱

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3710325A1 (de) * 1987-03-28 1988-10-13 Kernforschungsanlage Juelich Abwasserreinigungsverfahren mit schubweiser abwasserzufuhr zum belebungsbecken
US5019266A (en) * 1987-03-28 1991-05-28 Forschungszentrum Juelich Gmbh Waste water purification process with batchwise supply of waste water to the activated sludge tank
BE1006765A5 (fr) * 1990-05-31 1994-12-06 Forschungszentrum Juelich Gmbh Dispositif pour l'epuration des eaux residuaires selon le procede a boue activee et, en particulier, avec denitrification.

Also Published As

Publication number Publication date
BE773449A (nl) 1972-04-04
CH544038A (de) 1973-11-15
GB1372367A (en) 1974-10-30
SE382807B (sv) 1976-02-16
AT310688B (de) 1973-10-10
FR2123256B1 (de) 1979-08-17
NL7014621A (de) 1972-04-07
FR2123256A1 (de) 1972-09-08
BR7106612D0 (pt) 1973-05-31
CA956733A (en) 1974-10-22

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0247519B1 (de) Verfahren zur Abwasserreinigung
EP0071960B1 (de) Anlage zur biologischen Abwasserreinigung sowie Verfahren zum Betrieb der Anlage
EP0200875B1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Abwasserreinigung nach dem Belebtschlammverfahren
AT393116B (de) Verfahren und anlage zum reinigen von abwasser
CH360350A (de) Verfahren und Anlage zum Reinigen von Abwasser
EP1919833B1 (de) Vorrichtung zur abwasserreinigung
EP0688304B1 (de) Verfahren zur biologischen abwasserreinigung mit integrierter pufferung
DE2857345A1 (de) Vorrichtung zum biologischen reinigen von abwasser
DE2455929C2 (de)
EP0773908B1 (de) Verfahren und vorrichtung zur reinigung von abwässern, insbesondere für vollbiologische hauskläranlagen
EP0339013A2 (de) Vorrichtung zum Aufbereiten von Abwasser
DE3235992C2 (de) Anlage zur biologischen Reinigung und Denitrifikation von Abwasser
DE19630831C2 (de) Horizontal und vertikal druchströmte Pflanzenkläranlage
DE19838692A1 (de) Pflanzenbeetkläranlage und Klärverfahren dafür
DE2757860A1 (de) Verfahren und einrichtung zur abwasserreinigung mittels belebtschlamm
DE3147920A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur biologischen reinigung von abwasser
EP1099668A1 (de) Verfahren zur Reinigung von kommunalem oder ähnlichem Abwasser
EP0338182A1 (de) Vorrichtung zum Aufbereiten von Abwasser
DE3226797C2 (de)
EP0466973B1 (de) Verfahren und Anlage zur biologischen Abwasserklärung mittels aerober Schlammstabilisierung, insbesondere unter Verwendung einer Kleinkläranlage
DE3146622C2 (de) Anlage für die Reinigung von Abwasser
DE4239184C1 (de) Anlage zur biologischen Eliminierung von Phosphat aus Abwasser
AT400949B (de) Verfahren zum biologischen reinigen von abwasser und vorrichtung zu seiner durchführung
AT262900B (de) Verfahren und Vorrichtung zur biologischen Reinigung von Abwasser
DE3141889A1 (de) "verfahren zum betrieb einer teichbelueftungsanlage und teichbelueftungsanlage dazu"

Legal Events

Date Code Title Description
OHA Expiration of time for request for examination