CH444811A - Verfahren zum Färben und Bedrucken von Textilmaterial aus Cellulose mit Reaktivfarbstoffen - Google Patents

Verfahren zum Färben und Bedrucken von Textilmaterial aus Cellulose mit Reaktivfarbstoffen

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CH444811A
CH444811A CH1338963A CH1338963A CH444811A CH 444811 A CH444811 A CH 444811A CH 1338963 A CH1338963 A CH 1338963A CH 1338963 A CH1338963 A CH 1338963A CH 444811 A CH444811 A CH 444811A
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Description


      Verfahren        zum        Färben    und Bedrucken von     Textilmaterial    aus     Cellulose          mit        Reaktivfarbstoffen       Gegenstand der Erfindung     ist    ein     Verfahren    zum  Färben,

   Klotzen oder Bedrucken von     cellulosehalti-          gem        Textilgut    durch Imprägnieren mit schwach sauren  bis neutralen Lösungen von     Reaktivfarbstoffen    bei 0       bis    40  C und     Fixieren    bei 0 bis 40  C in alkalischem       Medium,    welches dadurch     gekennzeichnet    ist, dass man       Reaktivfarb;

  stoffe    mit einer     Mindestsubstantivität    von  20%     einsetzt,    deren     Hydrolysengeschwindigkeitskon-          stante    bei 20  C bei einem     pH-Wert    von 10,5 mehr       a9s    5 X     10-3        min.-'    beträgt, und     mindestens        eine     Gruppe der Formel  
EMI0001.0029     
    tragen,     worin        Hal    Chlor oder Brom,

   R Wasserstoff  oder einen substituierten oder     unsubstituierten        nied-          rigmolekularen        Alkylrest    und X Wasserstoff oder  einen     niedrigmolekularen        Alkylrest    bedeuten, und 5  bis 60     Sekunden        fixiert.     



  Um     einer    vorzeitigen Hydrolyse der erfindungsge  mäss zu verwendenden     Reaktivfarbstoffe    vorzubeugen       und    somit einen     Abfall    der Ausbeute zu vermeiden,  verwendet man schwach saure bis neutrale Klotz  lösungen oder     Druckpasten    und     führt    die Fixierung  durch Behandlung mit einer alkalischen     Fixierflotte       aus. Die Fixierung beginnt im Augenblick, wo das  Färbegut     mit    der     alkalischen        Fixierflotte    in Kontakt  kommt.  



       Reaktivfarbstoffe    mit einer     Mindestsubstantivität     von     207o    sind solche     Farbstoffe,    welche aus einer Lö  sung, welche 1 Gramm     Farbstoff    und' 90     Gramm          Natriumchlorid    in 3 Litern Flotte     enthält,    bei einem       Flottenverhältnis    von 1:30 bei 50  C und     innerhalb     von 60 Minuten zu mindestens 20% auf     mercerisierte     Baumwolle aufziehen.  



  Das eingesetzte     ce        lulosehaltnge        Textilmaterial,    wie  Fasern, Fäden und     Gewirke    aus     nativer        Cellulese,    z. B.  Baumwolle,     mercerisierte    Baumwolle, Leinen, und  Fasern aus regenerierter     Cellulose,    z.

   B.     Viscosereyon,          Kupferreyon,        Zellwolle,    sowie Gemische     und./oder          Gebilde    aus     diesen    Fasern, Fäden     und        Gewirken    unter  sich oder im     Gemisch        mit    anderen     .textilen    Gebilden,  wie     mit        natürlichen    oder synthetischen Polyamid  fasern, z. B.

   Wolle, Seide, Nylon oder     Polyesterfasern-          oder        Polyacrylnitrilfasem    und     -fäden    kann, nach dem  Aufbringen der Klotz- bzw.     Imprägnierlösung,    vor  dem Fixieren gegebenenfalls einer     Zwischentrocknung     unterworfen werden.  



  Die durch     Klotz-        bzw.    Imprägniervorgänge auf  gebrachten Farbstoffe können kontinuierlich,     beispiels,          weise    auf     Rollenkufe,        Foulard    oder ähnlichen Imprä  gnier-     und        Abquetschvorrichtungen,        fixiert    werden.  



  Das Färben     und    Bedrucken des erwähnten     Tex-          tilmaterials        kann    nach den herkömmlichen Methoden       durchgeführt    werden, wobei die     Fixierflotte    mit Vor  teil     einen        pH-Wert    von 8     bis    14, vorzugsweise     jedoch     einen     pH-Wert    von 8,5 bis 12,5, aufweist.  



  Die Fixierflotten enthalten     alkalisch    reagierende  Verbindungen, so z. B.     Natriummetasilikat,    Natrium-           carbonat,        Kaliumcarbonat,        Natriumhydroxid,        Kalium-          hydroxid,        Lithiumhydroxid,        Trinatriumphosphat,    Na  tron- oder Kaliwasserglas mit einem     Molverhältnis          SiO2:Na2O    bzw.     K20    von 2-3,5:1, vorzugsweise von  etwa 3,3:1, usw. oder auch deren Gemische.  



  Empfehlenswert     ist    auch, wenn man nach dem       Foulardieren    und     vor    und/oder nach dem     Fixieren     einen Luftgang von 2 bis 120 Sekunden     einschaltet.     



  Man     kann    z. B. das     Substrat    mit einer sauren oder  neutralen Klotz- bzw.     Imprägnierflotte    bzw. Druck  paste klotzen,     anschliessend    gegebenenfalls einer Zwi  schentrocknung unterwerfen und nachher mit einer       alkalisch    reagierenden Flotte     überpflatschen    und' hier  auf bei einem     pH-Wert    von 8 bis 14, vorzugsweise von  8,5 bis 12,5, den Farbstoff fixieren.  



  Das Verfahren     eignet    sich für     alle        Farbtiefen;    so  kann z. B. einer Druckpaste 0,01 bis 100 Teile Farb  stoff pro 1000     Teile        Druckpaste,    vorzugsweise jedoch  5 bis 40     Teile    pro 1000     Teile    Druckpaste, beigefügt  werden.  



  Solchen Druckpasten können auch die üblichen       Druckereihilfsmittel        zugesetzt        werden,        bei'spselsweise          Farbstofflösungsmittel,    wie     Harnsitoff,        Thiodäthylen-          glykol,        Butylcarbitol,        Glycerin,    ferner     Verdickungs-          mittel,    optische     Aufhellmittel,        Egalisiermittel,        Netz-          mittel    usw.

   Als ,solche     Verdickungsmittel    seien ge  nannt:     Tragantverdickung,        Johannisbrotkernmeh'liver-          dickung    und Derivate,     Alginate,    Stärke und     Stärke-          derivate    usw.  



  Auch den     Klotz-    bzw. Imprägnierlösungen     können     die üblichen     Färbereihilfsmittel    zugesetzt werden, wie  z. B.     Netz        und        Egalisiermittel.     



  Die     Klotz-    bzw. Imprägnierflotte kann 1 bis 100       Teile,        vorzugsweise    10 bis 50     Teile,        Farbstoff     pro Liter Klotz- bzw.     Imprägnierflotte    enthalten. Das  Textilgut wird     foulardiert    und abgequetscht bis zu       einer        Trockengewichtszunahme    von 40 bis 180%, vor  zugsweise 60 bis     80%.     



  Nach dem neuen Verfahren lassen sich auf den       erwähnten    Substraten Färbungen und' Drucke herstel  len, die sich insbesondere durch klare tiefe Töne mit  hervorragenden     Nassechtheiten        auszeichnen,    wie z: B.  Wasch-, Schweiss-, Wasser-, Meerwasser-,     Alkali-,          Avivier-,    Rauchgas, Reib-, Säure-,     Sublimations-,          Plissier-,    Bügel-,     Dekatur-,    Lösungsmittel- und     über-          färbeechtheit.    Auch die Lichtechtheit ist ausgezeichnet.

           Diese        Echtheiten    sind in der     Bildung        einer    stabilen  chemischen Bindung zwischen dem     Farbstoffmolekül     und dem     Substratmolekül    begründet. Oft     nimmt    nicht       die    gesamte Menge des Farbstoffes an der     chemischen     Umsetzung mit dem Substrat teil.

   Der     Anteil    des nicht       umgesetzten        Farbstoffes    wird in diesen     Fällen    durch  geeignete     Operation,    wie     Spülen        und/oder        Seifen,    ge  gebenenfalls unter Anwendung von höheren Tempera  turen, von dem Substrat entfernt, wobei auch synthe  tische     Waschmittel,        wie        Alkylarylisulfonate,    z. B.     Na-          triumdod'ecylbenzolsulfonat,        Alkylsulfate,    z. B.

   Na  triumlauryl-,     -cetyl-        oder        -oleylsulfat,        Alkylpolyglykol-          äther    sowie Mono- und     Dialkylphenylpolyglykoläther,     welche     sulfatiert    oder     carboxymethyliert    sein können,  z. B.     Natriumliaurylpolyglykoläthersulfate,    Verwen  dung     finden.     



  Die     Reaktivfarbstoffe,    welche     einen    Rest der For  mel 1 tragen, können durch     Umsetzung    von wasser  löslichen     Aminofarbstoffen        mit    einem     Säurehalogenid     der Formel  
EMI0002.0118     
         hergestellt    werden.  



  Für das erfindungsgemässe Verfahren     geeignete     Farbstoffe sind beispielsweise wasserlösliche Farb  stoffe, vorzugsweise     metallfreie,        metalliisierbare    oder       metallhaltige        Farbstoffe    der Mono-,     Dis-    oder     Poly-          azoreshe,    Farbstoffe der     Anthrachinon-,        Pyrazolon    ,       Nitro-,        Stilben-,        Di-    oder     Triarylmethan-,        Ind_igo-          Oxazin-,

          Thiazin-,        Perinon-,        Naphthochinon    , Indigo-,       Chinophthalon-,        Xanthen-,        Acridin-,        Chinolin    oder       Phthalocyaninreihe.     



  Gegenüber den     nächstvergleichbaren,    nach dem in  der französischen Patentschrift Nr.<B>1</B>247 660 be  schriebenen     Färbeverfahren        ausgeführten    Färbungen       zeichnen    sich die     erfindungsgemäss        erhaltenen    Färbun  gen durch eine grössere Stabilität bei der     Fünffach-          kochwäsche    aus.  



  In     den    folgenden Beispielen bedeuten die Teile       Gewichtsteile,    die Prozente Gewichtsprozente, und die  Temperaturen sind in     Celssu        -sgraden    angegeben.    <I>Beispiel 1</I>       Mercerisiertes    Baumwollgewebe wird     mit    einer Lösung, welche 2     Teile    des Farbstoffes der Formel  
EMI0002.0159     
      (hergestellt durch Umsetzung von 1-amino-4-[4'-me       thyliaminophenyl-amino]-anthrachinon-2,3'-disulfon-          saurem    Natrium mit     2,4-Dichlorpyrimxd'in-5-carboii-          säurechlorid)

      in 100 Teilen Wasser     enthält,    bei Raum  temperatur imprägniert und zwischen     Walzen    auf     eine          Trockengewichtszunahme    von 70% abgequetscht. Die       Klotzfärbung    wird dann in     einer    Rollenkufe, welche  eine Lösung der Zusammensetzung 15     Teile    Glauber  salz und 0,2     Teile        Natriumhydroxid    in 100 Teilen  Wasser     enthäf,

          kontinuierlich    in 20 Sekunden bei       einer    Temperatur von 25      fixiert.    Anschliessend wird  der     unfixierte        Farbstoffanbeil    durch     Spülen    in kaltem  und heissem Wasser sowie     durch    kochendes Seifen ent  fernt.     Man        erhält    eine     rotsbichig    blaue Färbung mit  guter Lichtechtheit und guten     Nassechtheiten,        wie    z. B.

         einer    guten     Waschechtheit.       Verwendet man     anstelle    der 0,2 Teile     Natrium-          hydroxid    1 Teil     Natriummetasilikat,    so erhält man  ebenfalls gute Resultate.  



  Ersetzt man die 2 Teile     des    obigen Farbstoffes  durch 2     Teile    des     durch    Kondensation von     1-amino-4-          (4'-aminophenylamino)-anthrachinon-2,5,3'-    bezie  hungsweise     -2,8,3'-trisulfonsaurem    Natrium mit     2,4-          Dichlor-6-methyl-pyrimidin-5-carbonylchlorid    herge  stellten Farbstoffes, so     erhält    man ebenfalls eine sehr       nassechte,    aber     grünstichig    blaue Färbung.  



  <I>Beispiel 2</I>  Gebleichte und     laugierte        Baumwollstückware    wird       mit    einer Lösung von 2 Teilen     dies    Farbstoffes der  Formel  
EMI0003.0048     
    (hergestellt     durch    Umsetzung von 1-hydroxy-2-(4'       methylphenylazo)-8-aminonaphthalin-3,6;

  2'-trisulfon-          @saurem    Natrium mit     2,4-Dichlorpyrimidin-5-carbon-          säurechlorid)    und' 0,5 Teilen Kochsalz in 100     Teilen     Wasser bei Raumtemperatur bis zu einer Trocken  gewichtszunahme von 65%     imprägniert    und abge  quetscht.

       Die    nasse     Klotzfärbung    wird dann auf einem         Drei-Walzenfoulard,    beschickt mit einer Lösung, ent  haltend 20     Teile    Kochsalz und 1     Teil        Natriumcarbonat     in 100 Teilen Wasser, bei 40  in     einem    Durchgang  kontinuierlich     fixiert.    Nachher wird die Färbung zur  Entfernung überschüssigen     Farbstoffs    kalt und heiss  gespült und kochend     geseift.    Man     erhält    eine rote Fär  bung     mit    guten     Nassechtheiten.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zum Färben, Klotzen oder Bedrucken von celluibsehaltigem Textilgut durch Imprägnieren mit schwach sauren bis neutralen Lösungen von Re- aktivfarbstoffien bei 0 bis 40 C und Fixieren bei 0 bis 40 C in alkalischem Medium, dadurch gekennzeich net, dass man Reaktivfarbstoffe mit einer Mind'estsub- stantivität von 20% .einsetzt,
    deren Hydrolysen geschwindigkeitskonstante bei<B>20'C</B> bei einem pH- Wert von 10,5 mehr als 5 X 10-3 min-' beträgt, und mindestens eine Gruppe der Formel EMI0003.0086 tragen, worin Hal Chlor oder Brom, R Wasserstoff oder einen substituierten oder unsubstituierten nied- rigmoleMaren Alkylrest und X Wasserstoff oder einen niedrigmolekularen Alkylrest bedeuten,
    und 5 bis 60 Sekunden fixiert. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man vor dem Fixieren trocknet. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, d'ass man 5 bis 10 Sekunden fixiert. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man bei einem pH-Wert von 8 bis 14 fixiert. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass man bei einem pH-Wert von 8,5 bis 12,5 fixiert. Entgegengehaltene Schrift- und Bildwerke <I>Französische Patentschrift</I> Nr.1 <I>247 660</I>
CH1338963A 1962-12-13 1963-10-31 Verfahren zum Färben und Bedrucken von Textilmaterial aus Cellulose mit Reaktivfarbstoffen CH444811A (de)

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