Waschanlage für Kraftfahrzeuge Die Erfindung bezieht sich auf eine Waschanlage für Kraftfahrzeuge, bei der diese mittels eines laufenden Bandes von einer Entstaubungseinrichtung aus durch eine Wasch- und Spülvorrichtung, sodann durch eine Trocknungsvorrichtung bis zu einem Nachbearbeitungs- platz transportiert werden.
Derartige Waschanlagen, wie sie heute üblich sind, werden meistens mit Autowaschstrasse bezeichnet. Diese Strassen schwanken in ihrer Länge zwischen 60 und 80 m. Sie arbeiten grundsätzlich alle nach demsel ben Prinzip und haben nur entsprechend ihrer verschie denen Länge einen etwas kleineren oder grösseren stündlichen Ausstoss. Dieser schwankt etwa zwischen 60 und 75 Wagen pro Stunde. Die Ausbildung und Funk tion der einzelnen, auf dieser Waschstrasse benutzen Vorrichtungen ist bekannt. Es handelt sich hierbei zunächst um eine Entstaubungsanlage mittels Vakuum, zweitens um eine Spül- und Waschvorrichtung, bei der rotierende Bürsten eingesetzt werden und in dosierter Menge ein geeignetes Waschmittel zugesetzt wird.
Nach Passieren dieser Waschvorrichtung gelangt der Wagen in die Trocknungsvorrichtung, in der durch geeignete Mit tel das Wasser zunächst mechanisch vom Wagen abge streift und dieser sodann durch Pressluft trockengeblasen wird. Sowohl in der Waschvorrichtung kann das Wasser als auch in der Trocknungsanlage die Luft erwärmt sein. Schliesslich gelangt der Wagen in die Nachbearbeitungs- und Abholzone, von wo der fertige Wagen entnommen werden kann. Die Praxis hat gezeigt, dass diese bekann ten Waschstrassen verschiedene Mängel aufweisen.
Die se bestehen in folgendem: Erstens ist die Strasse mit ihren ca. 80 m so lang, dass sich im Weichbild einer Stadt kaum noch Platz dafür findet. Man ist daher gezwungen, sie ausserhalb des Stadtinneren aufzustellen, was den Kraftfahrer zu einem längeren Weg zur Strasse hin und wieder zurück zwingt. Der zweite Nachteil besteht darin, dass die zu reinigenden Wagen von dem Transportband mit gleich bleibender Geschwindigkeit durch die gesamte Wasch strasse hindurchgefördert werden. Die Durchschnittsge schwindigkeit beträgt bei solchen Anlagen etwa 15 m pro Minute. Die Breite eines Portals sowohl in der Waschanlage als auch in der Trocknungsanlage beträgt im Mittel etwa 1 m.
Dieses Portal passiert der Wagen also mit einer Geschwindigkeit von 15 m/min@ d. h. also die Verweilzeit für die entsprechende Bearbeitung be trägt etwa 4 Sekunden. Diese Zeit reicht aber für eine wirklich gründliche Reinigung nicht aus. Daraus ergibt sich der dritte Nachteil. Dieser liegt darin, dass hinter dem Waschportal Personal eingesetzt werden muss, welches von Hand eine zusätzliche Wäsche durchführt. Es handelt sich hierbei meistens um zwei Mann. Das gleiche gilt bei der Trocknungsanlage. Auch hier wird der Wagen nicht ausreichend getrocknet, so dass hier nochmals zwei Mann zum Nachtrocknen eingesetzt werden. Für die Bedienung dieser Strasse müssen also mindestens sechs Menschen eingesetzt werden.
Der letzte Nachteil endlich besteht in den hohen Kosten der langen Strasse, die schon allein durch den grossen Platzbedarf (etwa 800 bis 1000 m2) bedingt sind. Zu den vorbe- schriebenen Nachteilen technischer Art kommt aber noch ein sehr wesentlicher wirtschaftlicher Faktor hinzu. Dieser liegt darin, dass - wie die Erfahrung gezeigt hat - die Kapazität dieser grossen Waschstrassen fast nie voll ausgenutzt wird. Es handelt sich bei diesen vielmehr um ein reines Stossgeschäft, welches nur zu gewissen Tages- und Jahreszeiten einsetzt. Tagesmässig gesehen liegen diese Stosszeiten morgens vor dem allgemeinen Arbeitsbeginn sowie nachmittags nach Büroschluss und am Sonnabendvormittag.
Jahreszeitenbedingt liegen sie im wesentlichen im Sommer und Herbst bei schlechtem Wetter. Nach eingehenden Beobachtungen liegt die Ausnutzung der Kapazität bei diesen bekannten Strassen auf maximal 40 %. Während bei voller Ausnutzung etwa 75 Fahrzeuge in der Stunde gewaschen werden können, liegt daher der durchschnittliche Ausstoss bei nur etwa 30 Wagen in der Stunde. Durch diese Tatsache sinkt naturgemäss die Wirtschaftlichkeit der Wasch strasse erheblich d. h. für die bestehenden Ver hältnisse ist die 'bekannte und übliche Waschstrasse in einer Länge von 60 bis 80 m zu lang.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, all die aufgezeigten Nachteile zu beseitigen. Dieselbe hat das Kennzeichen, das ein regelbar intermittierend an getriebenes Band die einzelnen Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit von einem Bearbeitungsplatz zum nächsten transportiert und auf jedem Bearbeitungs platz für eine zur Bearbeitung ausreichende Zeit still steht, während der die Bearbeitungsmaschinen an den Fahrzeugen entlang fahren. Als Bearbeitungsplatz gelten erstens der Entstaubungsplatz, zweitens der Waschplatz, drittens der Trocknungsplatz und viertens der Ausgabe platz. Diese Plätze können z. B. unmittelbar nebeneinan der und so lang sein, dass auch Fahrzeuge von 6 m Län ge auf ihnen Platz finden.
Die Länge der Waschstrasse wird dann etwa 24 m. Die Geschwindigkeit des Trans portes der Fahrzeuge von einem Platz zum anderen kann wesentlich höher sein als die Fahrzeugbewegung auf den bekannten Waschstrassen, da ja während dieser Bewe gung keine Arbeitsvorgänge ausgeführt werden. Wie Versuche gezeigt haben, ist die Geschwindigkeit von einem Platz zum anderen mit etwa 2 km/h anzusetzen, d. h. der Wagen braucht zum Durchfahren der 6 m langen Strecke bis zum nächsten Bearbeitungsplatz etwa 10 sec.
Auf dem Waschplatz etwa am Ende des eingefahrenen Fahrzeuges und etwa in der Mitte dessel ben sind zweckmässig je ein Waschportal an sich bekannter Bauart mit einer Vor- und Nachspüleinrich- tung angeordnet, die während der Stillstandszeit des Fahrzeuges einen etwa der halben Fahrzeuglänge ent sprechenden Weg in Richtung der Waschstrasse hin- und wieder zurückfahren. Ebenso sind vorteilhaft auf dem Trocknungsplatz etwa in der Mitte und vor dem einge fahrenen Fahrzeug je ein Trocknungsportal angeordnet, die während der Stillstandszeit einen etwa der halben Fahrzeuglänge entsprechenden Weg entgegen der Waschstrasse in Richtung zurück und wieder vorfah ren.
Um bei gleicher Leistung die Gestehungskosten zu senken, sind im Gegensatz zu den bekannten Einrichtun gen in jedem Trocknungsportal je zwei Kleingebläse angeordnet. Wegen des Anfahrens und Abbremsens der Fahrzeuge erfolgt die Kupplung zwischen Transportband und Kraftfahrzeug durch eine kraftschlüssige zug- und druckaufnehmende Verbindung. Die Erstellung einer solchen Kupplung bedeutet für den Fachmann keinerlei Schwierigkeiten.
In der Zeichnung ist schematisch ein Ausführungs beispiel der Waschanlage nach der Erfindung darge stellt.
Fig. 1 zeigt die Waschanlage mit vier Kraftwagen in den einzelnen Arbeitsphasen, Fig. 2 zeigt eine Zeit/Geschwindigkeits-Kurve. Der Arbeitsplatz für die Entstaubung ist mit 1 bezeichnet, der Waschplatz mit 1I, der Trocknungsplatz mit III und der Ausgabeplatz mit IV. Vom Platz 1 bis zum Platz IV läuft das nicht mit dargestellte Transport band hindurch und bringt die Fahrzeuge in intermitie- render Bewegung von einem Platz zum nächsten. Die Funktion der Anlage ist folgende: Auf dem Platz I wird der Wagen in der Phase A mittels zweier Staubsaugerschläuche 1 und 1 a innen von Staub gereinigt.
Nach diesem Reinigungsvorgang fährt das Transportband den Wagen auf den Platz 1I, der Wagen hält hier während der Phase B still. In dieser Stillstandszeit bewegt sich das Waschportal 2 von hinten über den Wagen hinweg über dessen halbe Länge und sodann wieder zurück. Es beschreibt also den Weg x. Ebenso bewegt sich während dieser Zeit das Wasch portal 2a etwa von der Mitte des Fahrzeuges nach vorn und wieder zurück und beschreibt den Weg x1. Das Portal 2 trägt dabei eine Sprühdüse 3, durch die der Wagen beim Einfahren auf den Platz 1I angefeuchtet wird.
Das Portal 2a trägt eine Nachspüldüse 3a, durch welche der Waschschaum vom Fahrzeug abgespült wird. Nach diesem Reinigungsvorgang wird der Wagen auf den Platz III transportiert, wo er wiederum für die Phase C stillsteht. Während dieser Stillstandszeit bewegt sich das Portal 4, in das in an sich bekannter Weise Gebläse eingebaut sind, nach rückwärts und wieder bis zur Mitte des Fahrzeuges nach vorn. Es beschreibt also den Weg y.
Während derselben Zeit bewegt sich das zweite Gebläse portal 4a über die vordere Hälfte des Wagens zurück und wieder nach vorn und beschreibt den Weg y1. Nach der Trocknung auf diesem Platz wird der Wagen vom Transportband auf den Platz IV geschoben und nimmt die Lage D ein, aus der das Fahrzeug von seinem Besitzer wieder entnommen wird. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, steht der Wagen auf jedem der drei Arbeitsplätze fr eine Zeit t still. Die praktische Erfahrung hat gezeigt, dass hierfür eine Zeit von 1 Minute notwendig aber auch voll ausreichend ist. Die Bewegung von einem Arbeitsplatz zum anderen erfolgt während der Zeit t1 mit einer Geschwindigkeit v.
Wie bereits erwähnt, ist eine angemessene Geschwin digkeit 2 km/h, so dass der Transport über die 6 m lange Strecke etwa 10 Sekunden dauert. In der Praxis verhält sich daher t zu t1 wie etwa 6 zu 1. Diese Verweilzeit und die Transportgeschwindigkeit können natürlich weitgehend geregelt werden. Aus der Fig. 2 ist ohne weiteres ersichtlich, dass die Gesamtbearbeitungszeit eines Wagens gleich 3t + 3t1 ist, d. h. also 180 + 30 Sekunden = 3,5 Minuten insgesamt. Die Dauer des gesamten Reinigungsvorganges für ein Fahrzeug vom Auffahren auf das Band bis zur Ausgabe des fertigen Fahrzeuges dauert daher 3,5 Minuten.
Zusammenfas send ist nun noch folgendes zu sagen: Der Ausstoss bei den bisherigen Anlagen ist abhän gig von der Arbeitszeit des Entstaubens, die manuell ausgeführt wird. Der Erfahrung hat gezeigt, dass hierfür im Mittel 50 Sekunden gebraucht werden. Da der Wagen auf diesem Platz noch stillsteht, ist die Folgezeit der Wagen auf der Gesamtstrasse etwa 50 Sekunden, d. h. am anderen Ende verlässt ein fertiger Wagen alle 50 Sekunden die Waschstrasse, d. h. pro Stunde werden 70 bis 75 Wagen ausgestossen, solange das Band voll ausgelastet ist, was aber - wie eingangs beschrieben im Mittel nur zu 40 /o der Fall ist.
Die wesentlichen Unterschiede zwischen den bekannten Strassen und einer Waschanlage nach der Erfindung sind deutlich aus der nachstehenden Tabelle zu entnehmen, die die in der Praxis benutzten Effektivzeiten angibt.
EMI0003.0001
bekannte <SEP> Waschanla Strassen <SEP> ge <SEP> nach <SEP> der
<tb> <U>Erfindung</U>
<tb> Strassenlänge <SEP> 80m <SEP> 24 <SEP> m
<tb> Verweilzeit <SEP> in
<tb> der <SEP> Entstaubung <SEP> 50 <SEP> sec <SEP> 1 <SEP> min
<tb> Zeit <SEP> d.
<SEP> Trocknungs vorganges <SEP> 4 <SEP> sec <SEP> 20 <SEP> sec
<tb> Gesamtdurchlaufzeit <SEP> 5 <SEP> min <SEP> 3,5 <SEP> min
<tb> maximale <SEP> Leistung <SEP> pro <SEP> Stunde <SEP> 75 <SEP> Wagen <SEP> 60 <SEP> Wagen
<tb> Zeit <SEP> des <SEP> Waschvorganges <SEP> 4 <SEP> sec <SEP> 4 <SEP> sec Die wesentlichen Vorteile der Erfindung gegenüber den bekannten Ausführungen bestehen demnach darin, dass sie nur ein Drittel des Platzbedarfs haben und vor allen in der wesentlich gründlicheren Reinigung, die bei Anwendung gleicher Mittel eine fünfmal längere Zeit einwirkt und dadurch rund vier Arbeitskräfte einspart. Wenn diese Anlage in bezug auf den stündlichen Ausstoss den bekannten Strassen unterlegen ist, so reicht sie doch für den vorhandenen Bedarf völlig aus und hat dabei noch den Vorteil,
dass die normale Wartezeit eines Kunden um etwa ein Drittel verkürzt wird.