CH454722A - Verputzmasse und deren Verwendung zum Verputzen von Decken- und Wandinnenflächen - Google Patents

Verputzmasse und deren Verwendung zum Verputzen von Decken- und Wandinnenflächen

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CH454722A
CH454722A CH694863A CH694863A CH454722A CH 454722 A CH454722 A CH 454722A CH 694863 A CH694863 A CH 694863A CH 694863 A CH694863 A CH 694863A CH 454722 A CH454722 A CH 454722A
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Description


      Verputzmasse    und deren Verwendung zum Verputzen von Decken- und     Wandinnenflächen       Die Erfindung betrifft eine trockene, mit Wasser  anzurührende     Verputzmasse    und deren Verwendung  zum Verputzen von Decken- und     Wandinnenflächen.     



  Bei den bisher zum Verputzen von Mauerwerk,  Beton und dergleichen handwerklich angewendeten     Ver-          putzverfahren    wird im allgemeinen eine relativ dicke  Schicht von etwa 2-3 cm     Verputzmasse    auf die zu  verputzenden Flächen aufgetragen. Als     Verputzmasse     werden Gemische von Gips oder hydraulischen Binde  mitteln, wie     Kalk    und Sand, angewendet. Die Anwen  dung von Gips enthaltenden Putzmassen ist auf Innen  wandflächen beschränkt.

   Für     Modellierungsarbeiten    an       Innenwandflächen    oder Deckenflächen können gege  benenfalls auch     Verputzmassen    aus reinem Gips ver  wendet     welrden.     



  Den bekannten     Verputzmassen    und     ihren    Anwen  dungsweisen haften verschiedene Nachteile an.     Ver-          putzmassen,    die grössere Anteile an Gips enthalten,     er-          fordern    lange     Trocknungszeiten,    da das im Gips ent  haltene Wasser nur langsam entweicht. Hierdurch wird  die Weiterbehandlung derartiger Flächen, z. B. das An  bringen einer Wandbekleidung, wie Tapeten oder An  strichfarben, beträchtlich verzögert, da eine vor dem  vollständigen Trocknen des Verputzes aufgebrachte  Wandbekleidung nach dem Trocknen eine     Verfärbung     erfahren kann.

   Ein weiterer     Nachteil    der üblichen     Ver-          putzmassen    und ihrer Anwendungsweise ist der, dass  die     Verputzarbeit    zu gewissen Zeiten mit andauernd  niedrigen Temperaturen unter 0  C ausgesetzt werden  muss, da naturgemäss bei unter dem Gefrierpunkt des  Wassers liegenden Temperaturen mit derartigen Massen,  die erhebliche Mengen Wasser enthalten und dieses nur  langsam abgeben, nicht gearbeitet werden kann.

   Die  Ausführung der     Verputzarbeit    mit solchen Verputz  massen erfordert gut geschulte Spezialkräfte, da der  Verputz neben anderen Aufgaben den Zweck hat, eine  unbedingt ebene glatte Fläche auch auf unebenem  Mauerwerk     herzustellen.    Die hierfür     erforderlichen    Spe  zialkräfte stehen nicht     immer        und        überall    zur Verfü-         gung,    so dass auch wegen Mangel an Arbeitskräften  zeitliche Verzögerungen eintreten können.  



  Ziel der Erfindung ist, die angeführten Nachteile zu  vermeiden, und eine     Verputzmasse    sowie eine Verwen  dung der Putzmasse zum Verputzen von Decken- und       Wandinnenflächen    vorzuschlagen, die es ermöglichen,  die     Verputzarbeit    durch ungelernte Hilfskräfte und we  sentlich rascher als bisher ausführen zu lassen und die  ferner den Vorteil einer beschleunigten Trocknung des  aufgebrachten Verputzes vermitteln.

   Ausser der Beseiti  gung der erwähnten Mängel bekannter     Verputzmassen     und     Verputzverfahren    soll der mit der erfindungsgemä  ssen Masse     erstellte        Verputz        physikalische        Eigenschaften.     aufweisen, die die bisher üblichen     Wandverputze    nicht  besitzen. Die angemachte     Verputzmasse    soll eine gute  Haftfähigkeit auf schlechten Putzträgern und auch auf  trockenen Flächen     beisitzen.    Die     Verputzmasse    soll eine  unbedingt konstante Beschaffenheit und Zusammenset  zung besitzen, um die erwähnten günstigen Eigenschaf  ten zu garantieren.

    



  Erfindungsgemäss ist die     Verputzmasse    gekennzeich  net durch ein     Gemisch    enthaltend 35     bis    65 Gewichts  prozent Gips, 35 bis 50 Gewichtsprozent rundkörnigen  Sand unter 0,7 mm Korngrösse, 2 bis 8 Gewichtsprozent  pflanzliche und/oder mineralische Fasern, 0,2 bis  0,8 Gewichtsprozent     Methylzellulose,    und bis zu 15 Ge  wichtsprozent, bezogen auf die Menge der Fasern, an  anderem wasserlöslichem Klebstoff.

   Die erfindungsge  mässe Verwendung der Putzmasse ist dadurch gekenn  zeichnet, dass die     Verputzmasse    mit Wasser in einer  Menge von weniger als 1     Teil    der     Verputzmasse    ange  rührt und mindestens eine Schicht in einer Stärke von  2 bis 5 mm aufgetragen wird.  



  Die     Auftragung    der angemachten     Verputzmasse    in  der angegebenen geringen Stärke setzt zwar planebene  Wandflächen voraus, vermittelt jedoch eine     beträchli-          che    Anzahl technischer und wirtschaftlicher Vorteile.  Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass die vom  Bindemittel (Gips) umhüllten grössten Körner des bei  gemischten rundkörnigen     Sandes    bei der     Auftragung         von selbst eine gleichmässige Auftragsstärke und damit  bei planebenen Wandflächen auch eine ebene, glatte  Sichtfläche bewirken.

   Die     Verputzarbeit    kann infolge  dessen durch ungelernte oder nur angelernte     Hilfskräfte,     also mit weitaus geringeren Lohnkosten als     bisher    aus  geführt werden. Die geringe Auftragsstärke der an  gemachten     Verputzmassen    vermittelt weitere beträcht  liche Vorteile. In der gleichen Zeit     können    beträchtlich       grössere    Flächen als bisher bearbeitet werden. Für die  Flächeneinheit werden     wesentlich    geringere Mengen     Ver-          putzmassen    benötigt.  



  Weitere wesentliche Vorteile werden durch die  ausserordentlich rasche Trocknung und Härtung des in  dünner Schicht aufgetragenen Verputzes erzielt. Die  dünne Putzschicht gibt das in die     Verputzmasse    eingear  beitete, zum Abbinden nicht benötigte Wasser inner  halb sehr kurzer Zeit ab. Die vollständige     Durchtrock-          nung    des aufgetragenen Verputzes erfolgt erfahrungs  gemäss innerhalb zwei bis drei Tagen.  



  Es hat sich     ferner    erwiesen, dass die angemachte       Verputzmasse    der angegebenen Zusammensetzung auch  auf trockenen Wänden sehr gut haftet. Der Auftrag  kann daher ohne vorherige Befeuchtung des Untergrun  des erfolgen. Auch dieser Umstand wirkt sich auf die       Trocknungsdauer    günstig aus.  



  Jeder der angegebenen Bestandteile der erfindungs  gemässen     Verputzmasse    hat bestimmte Eigenschaften zur  Folge, die sich entweder bei der     Verputzarbeit    oder  am fertiggestellten Verputz günstig auswirken. Der Zu  satz von     Methylzellulose    hat zur Folge, dass das Ab  binden des Gipses erst nach etwa drei bis vier Stun  den erfolgt, so dass     ausreichend    Zeit für die Verarbei  tung der     Verputzmasse    verbleibt.

   Der<U>-</U>     usatz        an   <U>Fas</U>ern  und wasserlöslichem Klebstoff     bewirkt,    eine     Verfilzung          innerhalb    der     Verputzmasse    und     eine    gute Haftung  derselben am Untergrund. Diese Haftung ist von be  sonderer Bedeutung bei glatten Flächen, die unter Um  ständen wie beim Betonbau,     zumeist    der Fall ist, Rück  stände von     Trennmitteln    für die Holzschalung aufweisen.

    Der     Zusatz    von     Fasern        vermittelt    ausserdem     eine    ge  wisse     Elastizität    des fertigen Verputzes, so dass die  Haftfestigkeit auch bei mechanischer Belastung erhalten  bleibt. Auch wird durch den Zusatz von     Fasern    die  Wärmeisolierung und Schalldämmung des Verputzes       verbessert.    Die Härte und Festigkeit des Verputzes  bleibt jedoch wie bei bisher bekannten     Verputzmassen     infolge der Verwendung des rundkörnigen Sandes voll  kommen erhalten.  



  Neben den erwähnten Bestandteilen kann die er  findungsgemässe     Verputzmasse        zusätzlich    noch etwa 5  bis 15 Gewichtsprozent Kalkhydrat enthalten. Dieser  Zusatz verleiht der mit Wasser angesetzten Verputz  masse eine     grössere:        Geschmeidigkeit    und erhöht die  Wasserfestigkeit des abgebundenen Verputzes. Ferner  werden durch den Zusatz von Kalkhydrat abgedeckte  Eisenteile, wie     Moniereisen,    Nagelköpfe und derglei  chen, gegen Korrosion geschützt.  



  Die in der     Verputzmasse    enthaltenen Fasern können  sowohl     organischer    als auch anorganischer Natur     sein.     Als organische Fasern     kommen    beispielsweise     Zellstoff-          fasern    oder Holzschliff, als     anorganische    Fasern Asbest  fasern oder Glasfasern in Frage. Durch die Verwendung  von Asbestfasern neben oder anstelle von     organischen          Fasern    und durch die Beimischung von feuergetrockne  tem,     kieselsäurereichem    Quarzsand wird die Feuerbe  ständigkeit des Verputzes beträchtlich erhöht.

      Als Klebstoffe können tierischer Leim und bzw. oder  wasserlösliche     modifizierte    Zellulose verwendet werden.  Trotz seiner verhältnismässig geringen Menge     wirkt    sich  dieser Zusatz auf die Haftfähigkeit des aufgetragenen  Verputzes am Untergrund ausserordentlich günstig aus.  



  Eine bewährte Zusammensetzung der     erfindungs-          gemässen        Verputzmasse    ist folgende:  
EMI0002.0058     
  
    40,0 <SEP> GewA <SEP> Modellgips
<tb>  10,0 <SEP> Kalkhydrat
<tb>  44,0 <SEP> Quarzsand <SEP> unter <SEP> 0,7 <SEP> mm <SEP> Korngrösse
<tb>  1,5 <SEP> Holzschliff <SEP> oder <SEP> Zellstoff-Fasern
<tb>  2,5 <SEP> Asbestfasern
<tb>  0,6 <SEP> tierischer <SEP> Leim <SEP> (15 <SEP> Gew, <SEP> ö,
<tb>  bezogen <SEP> auf <SEP> den <SEP> Faseranteil)
<tb>  0,3 <SEP> Methylzellulose
<tb>  1,

  0 <SEP> Polyvinylacetat       Für die     Verputzarbeit    mit der     erfindungsgemässen          Verputzmasse    wirkt sich der Zusatz an     Methylzellulose          insofern        günstig    aus, als dieser Zusatz der Verputz  masse eine     gewisse    Zügigkeit verleiht, die ihre Ver  arbeitung durch ungelernte Arbeitskräfte erleichtert.  Auch bewirkt der Sandanteil, dass beim Aufziehen der       Verputzmasse        kleine    Unebenheiten im Untergrund abge  deckt werden, ohne Riefen zu verursachen.  



  In     vielen    Fällen, z. B. für besonders glatte Wand  ansichten, empfiehlt es sich, auf dem abgetrockneten  Wandputz eine weitere Putzschicht als     Glätteauftrag          aufzubringen,    der die gleiche oder gegebenenfalls     eine     modifizierte Zusammensetzung besitzt und in gleicher       Stärke    und Arbeitsweise aufgetragen wird. Der zweite  Auftrag kann erfahrungsgemäss nach     einer    durchschnitt  lichen Trockenzeit von vier Stunden erfolgen.  



  Durch geeignete Abänderung innerhalb der offen  barten     Zusammensetzung    lässt sich die angemachte     Ver-          putzmasse    auch für die Ausfüllung von Fugen, Ritzen  usw. anwenden, wobei man je nach den Voraussetzun  gen Quarzsand einer     mittleren    Korngrösse von 1-3 mm  zusätzlich zur Anwendung bringt     und    den Zusatz an       Holzschliff    oder Zellstoff-Fasern in entsprechender  Weise heraufsetzt.  



  Die zur Durchführung der     erfindungsgemässen    Ver  wendung erforderliche     Verputzmasse    wird in der ange  gebenen Zusammensetzung als fertiges, trockenes, ledig  lich noch mit Wasser     anzurührendes    Gemisch angeliefert,  wodurch     Mischungsfehler    durch nicht fachmännisch ge  schultes Personal ausgeschlossen werden und auch die  Gewähr für die Wahl der richtigen Mischungskomponen  ten, z. B. den     rundkörnigen    Sand, geleistet     ist.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Trockene, mit Wasser anzurührende Verputz masse zum Verputzen von Decken- und Wandinnen- flächen, gekennzeichnet durch ein Gemisch enthaltend 35 bis 6$ Gewichtsprozent Gips, 35 bis 50 Gewichts prozent rundkörnigen Sand unter 0,7 mm Korngrösse, 2 bis 8 Gewichtsprozent pflanzliche und/oder minera lische Fasern, 0,2 bis 0,8 Gewichtsprozent Methylzellu- lose und bis zu 15 Gewichtsprozent, bezogen auf die Menge der Fasern, an anderem wasserlöslichem Kleb stoff.
    1I. Verwendung der Verputzmasse nach Patentan spruch I zum Verputzen von Decken- und Wandinnen- flachen, dadurch gekennzeichnet, dass die Verputzmasse mit Wasser in einer Menge von weniger als 1 Teil der Verputzmasse angerührt und mindestens eine Schicht <B>.</B> einer Stärke von 2 bis 5 mm aufgetragen wird.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verputzmasse nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sie zusätzlich 5 bis 15 Gewichts prozent Kalkhydrat enthält. 2. Verputzmasse nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die darin enthaltenen Fasern teil weise aus organischen Fasern, teilweise aus anorgani schen Fasern bestehen. 3. Verputzmasse nach Patentanspruch I und Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die organi schen Fasern Zellstoffasern oder Holzschliff, die anor ganischen Fasern Asbestfasern oder Glasfasern sind.
    4. Verputzmasse nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der wasserlösliche Klebstoff tieri schen Leim und/oder wasserlösliche modifizierte Zellu lose enthält. 5. Verputzmasse nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus: EMI0003.0016 40,0 <SEP> GewA <SEP> Modellgips <tb> 10,0 <SEP> Kalkhydrat <tb> 45,0 <SEP> Quarzsand <SEP> unter <SEP> 0,7 <SEP> mm <SEP> Korngrösse <tb> 1,5 <SEP> Holzschliff <SEP> oder <SEP> Zellstoff-Fasern <tb> 2,5 <SEP> Asbestfasern <tb> 0,6 <SEP> tierischer <SEP> Leim <SEP> (15 <SEP> Gew.%, <tb> bezogen <SEP> auf <SEP> den <SEP> Faseranteil) <tb> 0,3 <SEP> Methylzellulose besteht. 6.
    Verwendung der Verputzmasse nach Patentan spruch I1, dadurch gekennzeichnet, dass der Auftrag der angerührten Verputzmasse auf den trockenen, zuvor nicht befeuchteten Untergrund erfolgt. 7. Verwendung der Verputzmasse nach Patentan spruch 1I und Unteranspruch 6, dadurch gekennzeich net, dass auf den aufgebrachten Verputz nach einer Trockenzeit von etwa vier Stunden eine weitere Putz schicht gleicher Zusammensetzung als Glätteauftrag in gleicher Stärke und Arbeitsweise aufgetragen wird.
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Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
RU2237035C1 (ru) * 2003-03-06 2004-09-27 ООО "Прикамская гипсовая компания" Сухая штукатурная смесь
RU2237034C1 (ru) * 2003-03-06 2004-09-27 ООО "Прикамская гипсовая компания" Сухая штукатурная смесь
RU2237036C1 (ru) * 2003-03-06 2004-09-27 ООО "Прикамская гипсовая компания" Сухая штукатурная смесь
RU2237037C1 (ru) * 2003-03-06 2004-09-27 ООО "Прикамская гипсовая компания" Сухая смесь

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RU2237036C1 (ru) * 2003-03-06 2004-09-27 ООО "Прикамская гипсовая компания" Сухая штукатурная смесь
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