Einrichtung zum schnellen Ab- und Aufwickeln von bandförmigem Material
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum schnellen Ab- und Aufwickeln von bandförmigem Material, bei welcher eine Ab- und Aufwickelspule mit je einem Antriebsmotor starr verbunden ist, bei welcher das bandförmige Material nach der Abwickelspule bzw. vor der Aufwickelspule je um eine auf einer Wippe angebrachte Umlenkrolle geführt ist, wobei die beiden Wippen frei drehbar gelagert sind und durch eine Feder einen ständigen Zug auf das bandförmige Material aus üben, und bei welcher die Motoren bei Betätigung von den Wippen einzeln zugeordneten Mikroschaltern schrittweise in ab- bzw. aufwickelndem Drehsinn in Betrieb gesetzt werden.
Bei Geräten, welche ein bandförmiges Material von einer Spule auf eine andere unter hohen Geschwindigkeiten umrollen, bildet die Aufrechterhaltung eines konstanten Bandzuges ein schwieriges Problem. Einfachere Systeme, welche lediglich einen Antriebsmotor für die Aufwickelspule und eine gebremste Abwickelspule besitzen, kommen vor allem dann nicht in Betracht, wenn der Vorschub des Bandes plötzlich gestoppt werden bzw. der Vorschub schrittweise erfolgen soll.
In diesem Falle muss zur Vermeidung eines unkontrollierbaren Abwickel überlaufes auch die Abwickelspule mit einem Motor angetrieben werden, wobei die Motoren der Ab- und Aufwickelspule miteinander synchronisiert werden müssen, was allerdings insofern nicht einfach ist, als der Aufwickelmotor mit der Zeit bzw. mit der Länge des aufgewickelten Bandes immer langsamer, der Abwickelmotor dagegen immer schneller laufen sollte.
Die hier aufgeworfenen Probleme sind an sich allgemeiner Art, doch lassen sich vor allem in der photographischen Film- und Kopiertechnik eine Reihe von Anwendungsbeispielen solcher raschlaufender Ab- und Aufwickelvorrichtungen finden. So wird etwa für Kinofilme eine rasch und kontinuierlich arbeitende Umspulvorrichtung benötigt, während bei sogenannten Umrolltischen der photographischen Kopiertechnik entwikkelte Positivbänder umgespult und zu Betrachtungsbzw. Korrekturzwecken plötzlich angehalten werden müssen. In photographischen Printern werden die Positivbänder schrittweise fortbewegt, wobei für den Vorschub nur geringe Zeit zur Verfügung steht.
Da in der photographischen Film- und Kopiertechnik somit besonders hohe Anforderungen an einen Ab- und Aufwickelmechanismus gestellt werden, finden sich gerade in diesem Gebiet zahlreiche verbesserte Einrichtungen zur Gewährleistung eines raschen, schrittweisen oder kontinuierlichen Umspulvorganges, bei welchem auf das bandförmige Material stets der gleiche Zug ausgeübt wird, so dass dieses dauernd straff gespannt bleibt.
Einrichtungen der eingangs beschriebenen Art zum Ab- und Aufwickeln eines bandförmigen Materials stellen eine besonders günstige Weiterbildung der zweimotorigen Variante dar. Ihr wesentliches Merkmal stellt die Einführung je einer als Speicher wirkenden Wippe oder dergleichen nach der Abwickelspule bzw. vor der Aufwickelspule dar, welche Speicher die Verzögerungen in Anlauf und Stoppen der beiden Motoren sowie die durch Nichtsynchronisierung der Ab- bzw. Aufwickelgeschwindigkeiten bedingten Unterschiede im Bandzug kompensieren.
Bei einer bekannten Ausführung befinden sich im Ruhestand Wippe und Umlenkrolle in einer oberen (Abwickelseite) bzw. unteren Stellung (Aufwickelseite).
Bei Vorschubsbeginn und zunächst noch gebremsten bzw. noch nicht eingekuppelten Ab- bzw. Aufwickelmotoren werden die Wippen entgegen der Kraft (Abwickelseite) bzw. durch die Kraft einer zugeordneten Feder aus ihren Stellungen gedreht, wodurch sich mechanische Bremsen lösen bzw. Rutschkupplungen einschalten und die gespeicherten Bandstücke ab- bzw. aufgewickelt werden. Bei einer anderen Ausführungsform sind die Speicher durch geführte Schlitten gebildet, welche gegen die Kraft von Gewichten verschoben werden, wobei eine Abweichung von der Ruhelage das Öffnen bzw. Schliessen von Mikroschaltern bewirkt, was seinerseits ein Einschalten der den Ab- bzw. Aufwickelspulen zugeordneten Motoren zur Folge hat.
Obwohl diese beiden Einrichtungen eine wesentliche Bereicherung des Standes der Technik darstellen, weisen sie dennoch beide einige unangenehme Mängel auf, deren Beseitigung Ziel der vorliegenden Erfindung ist.
Ein erster Nachteil dieser bekannten Einrichtungen ist das Fehlen leines Schaltspieles; da die Ab- bzw.
Aufwickelspulen bereits bei kleinsten Auslenkungen der Wippen in Umlauf gesetzt werden, ergibt sich bei schrittweisem Vorschub eine grosse Schalthäufigkeit der Schalter, Kupplungen und Motoren. Dies führt vor allem dann zu übermässigen Abnutzungen dieser Elemente, wenn, wie dies etwa in photographischen Negativprintern mit zu einem Band zusammengeklebten Negativen oder bei Filmklebevorrichtungen der Fall ist, das bandförmige Material positioniert und dabei oft um geringste Längen vorgeschoben werden muss. Ein besonders schwerwiegender Nachteil ergibt sich gerade bei diesen Anwendungsbeispielen aus der Tatsache, dass infolge der sofortigen Ab- bzw. Aufwicklung des Bandes auch eine allfällige geringste Rückwärtsbewegung desselben ausgeschlossen ist.
Ein weiterer Nachteil ist schliesslich das Fehlen einer universellen Anwendbarkeit der bekannten Einrichtungen, wobei insbesondere die Beschränkung auf nur eine Vorschubsrichtung negativ ins Gewicht fällt. So lassen sich viele Anwendungsbeispiele anführen, in denen die Möglichkeit eines beidseitigen Bandvorschub es gefordert wird, so etwa beim bereits erwähnten Umrolltisch für photographische Positivbänder oder Umspulen von Fümbändern für bestimmte Laborbetriebsabläufe.
Die Erfindung überwindet diese Nachteile und ist dadurch gekennzeichnet, dass die beweglichen Kontakte der Mikroschalter auf dem Umfang von Kurvenscheiben ablaufen und dass diese Kurvenscheiben von den entsprechenden Wippen derart in ihrer Drehlage verändert werden, dass bei einer oberen Stellung der der Abwickelspule zugeordneten Wippe der betreffende Mikroschalter seine Schaltstellung verändert, wodurch der Motor der Abwickelspule in Betrieb gesetzt wird und ein Abwickeln des Bandes bewirkt, wonach die Wippe infolge der Zugkraft der Feder in eine untere Lage zurückfällt und dabei die Kurvenscheibe nach Durchlaufen einer freien Weglänge in eine Drehlage bringt, in welcher der Mikroschalter seine Schaltstellung wieder verändert und dabei den Abwickelmotor ausschaltet,
und dass bei einer unteren Stellung der der Aufwickelspule zugeordneten Wippe der andere Mikroschalter seine Schaltstellung verändert, wodurch der Motor der Aufwickelspule in Betrieb gesetzt wird und ein Aufwickeln des Bandes bewirkt, wonach die Wippe durch das Band entgegen der Zugkraft ihrer Feder in eine obere Lage gezogen wird und dabei die Kurvenscheibe nach Durchlaufen einer freien Weglänge in eine Drehlage bringt, in welcher der Mikroschalter seine Schaltstellung wieder verändert und dabei den Aufwickelmotor ausschaltet.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sowie ein elektrisches Schaltschema zur Erläuterung der möglichen Betriebsarten sollen im folgenden an Hand der Figuren näher erklärt werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht der Ab- und Aufwickelvorrichtung,
Fig. 2 einen Ausschnitt der Fig. 1 im Grundriss,
Fig. 3 die Montage einer Kurvenscheibe im Schnitt,
Fig. 4 eine besonders vorteilhafte Rollenhalterung,
Fig. 5 ein elektrisches Schaltschema.
Die in Fig. 1 dargestellte Ab- und Aufwickelvorrichtung für bandförmiges Material besteht aus zwei axial symmetrischen Teilen I und II, wobei zur Erläuterung des Aufbaues und der Funktionsweise der Einrichtung zunächst der Fall angenommen werden soll, in welchem Teil I als Abwickel- und Teil II als Aufwickelvorrichtung definiert wird. Diese Annahme wird durch die Pfeile 9, 10, 11, 12, 13, 15, 16 und 17 angedeutet, welche eine vorläufig bevorzugte Bandtransportrichtung kennzeichnen.
Das umzuspulende Band, welches als Spule 7 aufgewickelt vorliegt, wird auf eine Antriebswelle 1 geschoben, wobei als Fixiermittel zwischen Spulenkörper 5 und Antriebswelle ein Mitnehmerkeil 3 dient. Das Band (Pfeil 9) wird zunächst um eine Rolle 23 umgelenkt, welche mittels einer Welle 21 drehbar auf einer Wippe 19 gelagert ist. Die Wippe 19 wird ihrerseits frei drehbar auf der Antriebswelle 1 gelagert und mittels einer Feder 33 im Uhrzeigersinn vorgespannt. Das Band (Pfeil 11) wird anschliessend um eine Rolle 27, welche mittels einer Welle 25 fest fixiert ist, umgelenkt und verlässt den Einrichtungsteil I entweder in einer oberen Lage (Pfeil 13) oder, nach einer weiteren Umlenkung um eine mittels einer fest montierten Welle 29 drehbar gelagerten Rolle 31, in einer strichliert eingezeichneten unteren Lage (Pfeile 15, 17).
Zur Aufnahme des bandförmigen Materials in der Aufwickelvorrichtung II dienen die Rollen 28 bzw. 32, die auf fest montierten Wellen 26 bzw. 30 drehbar gelagert sind. Nach Umlenkung um eine Rolle 24 wird das Band schliesslich auf einem Spulenkörper 6 zu einer Spule 8 aufgewickelt. Spulenkörper 6 sitzt auf einer Antriebswelle 2 und wird mit jener mittels eines Mitnehmerkeiles 4 fest verbunden. Umlenkrolle 24 sitzt drehbar auf einer Welle 22, welche auf einer Wippe 20 montiert ist. Wippe 20 ist auf der Antriebswelle 2 frei gelagert und wird mittels einer Feder 34 im Gegenuhrzeigersinn vorgespannt.
Teile I und II der Ab- und Aufwickelvorrichtung sind räumlich voneinander getrennt aufstellbar; sie sind genau gleich aufgebaut, was sich auch daraus erkennen lässt, dass die Elemente des Teiles II die um eins vermehrten Positionsnummern des Teiles I tragen.
Eine Kurvenscheibe 39 (Teil I) ist auf einer Welle 37 drehbar gelagert und besitzt zwei vorstehende Stifte 41 und 43. Die Kurvenscheibe 39 kann durch die Wippe 19 mittels eines auf dieser fest montierten Stiftes 35 verdreht werden, und zwar im Uhrzeigersinn, sobald der Stift 35 der Wippe mit dem Stift 43 der Kurvenscheibe in Berührung kommt, im Gegenuhrzeigersinn, sobald der Stift 35 am Stift 41 ansteht.
Die Kurvenscheibe betätigt den Schaltkontakt 71 eines Mikroschalters 45, wobei in der eingezeichneten Lage der Schalter geschlossen ist; eine genügend grosse Dre hung der Kurvenscheibe im Gegenuhrzeigersinn würde ein Öffnen des Schaltkontaktes 71 bewirken, wie dies für den Schaltkontakt 72 des korrespondierenden Mikroschalters 46 des Teiles II dargestellt ist. Die einzelnen Elemente tragen hier die Bezugszeichen: Kurvenscheibe 40 mit Stiften 42 und 44 und Achse 38 sowie Stift 36 der Wippe 20.
Mikroschalter 45 bzw. 46 befinden sich im Stromkreis je eines zum Antrieb der Welle 1 bzw. 2 bestimmten Motors. In Fig. 2, welche den Abwickelteil I von oben zeigt, trägt dieser Motor das Bezugszeichen 53. Die Welle 1, auf welcher der Spulenkörper 5 mit dem aufgewickelten Band 7 mittels einer Zwischen scheibe 49 und einer Muffe 51 aufgebracht ist, wird mittels eines Lagers 73 in der Gehäusewand 75 abgestützt. Auf der Welle 1 ist ferner, wie bereits erwähnt, die Wippe 19 mit Rollenachse 21, Rolle 23 und Stift 35 frei drehbar gelagert, während Kurvenscheibe 39 mit den Stiften 41 und 43 (nicht sichtbar) mittels einer Welle 37 und die Umlenkrolle 27 mittels einer Welle 25, auf welcher sie frei drehbar gelagert ist, mit der Gehäusewand 75 verbunden sind.
Die Kurvenscheibe 39 muss so gelagert sein, dass die zu ihrer Verdrehung benötigten Kräfte klein sind, die Kurvenscheibe ohne Krafteinwirkung indessen ihre Stellung in jeder beliebigen Lage beibehält. Eine solche Lagerung ist beispielsweise in Fig. 3 dargestellt. Die Kurvenscheibe 39 mit den Stiften 41 und 43 wird auf einer Büchse 65 gelagert, welche ihrerseits mittels einer Schraube 69 in der Gehäusewand 75 gehalten wird.
Eine Tellerfeder 67, zwischen zwei Unterlagsscheiben 66 und 68 vorgespannt, übt einen Druck auf die Kurvenscheibe 39 aus, die, gegen eine Schulter der Büchse 65 gepresst, ihre Stellung in ihrer beliebigen Lage beibehält.
Um verschiedene Bandbreiten verarbeiten zu können, werden die einzelnen Rollen 23, 24, 27, 28, 31, 32 auswechselbar gestaltet. Hierzu dienen auf die entsprechenden Wellen aufgebrachte Sicherungsringe und Kugelschnapper, wie etwa in Fig. 4 für die Rolle 27 dargestellt. Die Welle 25 ist mittels eines Gewindes 55 in die Gehäusewand 75 eingeschraubt. Ein Sicherungsring 59 dient als Schulter für die Spule 25. Der Kugelschnapper, welcher die Spule vor einem seitlichen Verschieben arretiert, besteht aus einem Gewindebolzen 60, einer Feder 61 und einer Kugel 62.
Die Ausbildung der Rolle 27 stellt insofern eine Besonderheit dar, als die Schulterbreiten a und b verschieden gewählt wurden. Je nachdem, wie die Rolle 27 auf die Welle 25 aufgesteckt wird, lässt sich damit eine seitliche Verschiebung des Bandmaterials erreichen, was etwa bei der Verwendung der erfindungsgemässen Ab- und Aufwickelvorrichtung in photographischen Printern für verschiedene Negativformate eine Rolle spielt, wobei besondere Zentriervorrichtungen für die Negativfilme in der Belichtungsebene auf diese Art vermieden werden können. Der Hohlraum 58 zwischen Bandmaterial 57 und Rolle 27 dient zum Schutze desselben gegen Verkratzungen.
Die Funktionsweise der erfindungsgemässen Einrichtung soll im folgenden an Hand der Fig. 1 beschrieben werden. Es wird zunächst wiederum der Fall angenommen, Teil I diene als Abwickel- und Teil II als Aufwickelvorrichtung. Die beiden Wippen 19 bzw. 20 befinden sich in den eingezeichneten Lagen, wobei die durch die Bandspannungen in Pfeilrichtung 80 bzw. 82 bewirkten Drehmomente durch jene in Pfeilrichtung 81 bzw. 83 wirkenden Drehmomente der Federn 33 bzw.
34 kompensiert werden. Es ist für die weiteren Ausführungen belanglos, ob das Bandmaterial in der oberen Lage (Pfeil 13), etwa bei Einbau der Vorrichtung in ein Tischmodell, oder über die Rollen 31 und 32 in einer unteren Lage (Pfeil 17), was bei Anordnung der Teile I und II oberhalb eines Arbeitstisches der Fall ist, gelenkt wird. Ebenso spielt die Vorschubsart des Bandes von Hand oder mittels eines Antriebsrades 56 keine wesentliche Rolle.
Wird das Band in Richtung 13 bzw. 17 um eine geringe Distanz verschoben, so wird, da der Motor 53 bzw. die Antriebswelle 1 sich in Ruhe befinden, die Wippe 19 in Pfeilrichtung 80 bewegt; Stift 35 der Wippe 19 entfernt sich vom Stift 43 weg und nähert sich im Gegenuhrzeigersinn dem Stift 41 der Kurvenscheibe 39, die vorderhand noch in Ruhe bleibt. Es ist ohne weiteres möglich, das Band auch um eine gewisse Strecke wieder zurückzuschieben, wobei die Feder 33 dafür sorgt, dass das Band über die Rolle 23 dauernd gespannt bleibt. Dies ist besonders dann wichtig, wenn das Band, etwa ein Negativband in einem photographischen Printer, positioniert werden soll.
Wird das Band so weit vorgezogen, dass Stift 35 der Wippe 19 mit dem Stift 41 der Kurvenscheibe 37 in Berührung kommt, so wird die Kurvenscheibe, ebenfalls in Pfeilrichtung 80, mitgenommen. Schaltkontakt 71 des Mikroschalters 45 läuft dabei auf der äusseren Kurve der Kurvenscheibe 39 ab, wobei es bei Erreichen der abgeflachten Stelle der Kurven scheibe zum Öffnen der Kontakte des Mikroschalters 45 kommt. Dies bewirkt, wie später noch gezeigt werden wird, ein Anlaufen des Motors 53 im Uhrzeigersinn.
Durch die Drehung der Welle 1 im Uhrzeigersinn wird durch die starre Verbindung Spule 5 mitgenommen und die Bandrolle 7 in Pfeilrichtung 9 abgerollt.
Durch die Wirkung der Feder 33 bewegt sich die Wippe 19 nunmehr in Pfeilrichtung 81, wodurch die Bandspannung weiterhin aufrechterhalten bleibt. Kurvenscheibe 39 bleibt zunächst in der im Augenblick eingenommenen Stellung, womit Motor 53 weiterhin eingeschaltet bleibt, und zwar so lange, bis der Stift 35 der Wippe 19 in Berührung mit dem Stift 43 der Kurvenscheibe 39 gelangt und diese im Uhrzeigersinn zu drehen beginnt. Sobald Kontakt 71 durch die Wirkung der Kurvenscheibe 39 wieder den Mikroschalter 45 betätigt, wird die Stromzuführung zu Motor 53 unterbrochen, worauf dieser nach einem geringen Überlauf zum Stillstand kommt. Auch in dieser Lage ist es noch möglich, das Band um eine gewisse Länge zurückzuschieben, und zwar theoretisch so weit, bis die Rolle 23 an einem Mikroschalter 47 ansteht.
Dieser Mikroschalter ist für den Abrollvorgang an sich ohne Bedeutung, kann aber etwa zur Anzeige des Bandendes der Rolle 7 verwendet werden, da bei Fehlen eines Bandzuges die Wippe 19 durch die Wirkung der Feder 33 am Mikroschalter 47 ansteht.
Die Funktionsweise des Aufwickelteiles II ist analog.
In der eingezeichneten Lage, bei welcher der Kontakt 72 des Mikroschalters 46 offen ist, ist der Motor der Welle 2 stromlos. Ein Vorschieben des Bandes in Pfeilrichtung 13 oder 17 bewirkt durch den Zug der Feder 34 eine Verdrehung der Wippe 20 in Pfeilrichtung 83, und zwar so lange, bis der Stift 36 der Wippe 20 in Berührung mit dem Stift 44 der Kurvenscheibe 40 kommt. Durch Bewegung der Kurvenscheibe 40 im Gegenuhrzeigersinn schliesst sich der Kontakt 72 des Mikroschalters 46, wodurch der Spulenkörper 6 infolge Betätigung des zugehörigen Motors und dessen Welle 2 sich im Uhrzeigersinn zu drehen und das Band 8 aufzuwickeln beginnt.
Wippe 20 wird dabei in Pfeilrichtung 82 wieder gehoben, wobei Stift 36 nach Durchlaufen einer freien Wegstrecke mit Stift 42 in Kontakt kommt und anschliessend die Kurvenscheibe 40 so lange verdreht, bis in der eingezeichneten Lage Kontakt 72 sich öffnet und der Mikroschalter 46 den Motor der Auf spuirichtung II abschaltet. Auch bei diesem Teil der erfindungsgemässen Einrichtung ist es, wie leicht gezeigt werden kann, jederzeit möglich, das Band um eine gewisse Länge wieder zurückzuziehen.
Ist das Band vollständig aufgewickelt, so fällt die Wippe 20 durch die Kraft der Feder 34 auf den Mikroschalter 48, welcher die Drehung des Motors und der Welle 2 unterbricht; ohne diese Massnahme würde der Motor weiterlaufen, da der obere eingezeichnete Schaltpunkt des Mikroschalters 46, in welchem die Stromzufuhr zu diesem Motor der Aufwickelvorrichtung unterbrochen wird, nicht mehr erreicht werden kann.
Fig. 5 zeigt eine geeignete elektrische Schaltung für die erfindungsgemässe Ab- und Aufwickeleinrichtung, wobei der einfacheren Darstellung wegen nur die Schaltung für den Teil I angegeben wird. Mittels der Umschalter A und B lassen sich dabei folgende Be triebszustände einstellen:
Schalter A: Vor- oder Rückwärtslauf
Schalter B: Schrittweiser oder kontinuierlicher Vorschub.
In der eingezeichneten Stellung der Kontakte a1 bis a4 des Schalters A bzw. Kontakt b des Schalters B arbeitet der Einrichtungsteil I in der vorhin beschriebe- nen Betriebsart als Abwickeleinheit. Während die Statorwicklung 77 des Gleichstrommotors 53 dauernd unter Spannung steht, ist der Spannungspfad: Spannungsquelle 79, Mikroschalter 47, Kontakt at, Kontakt a2, Mikroschalter 45, Kontakt b, Rotorwicklung 85, Kontakt ae, Spannungsquelle 79 nur während jener Phase geschlossen, in welcher der Motor 53 in Betrieb steht, die Wippe 19 (Fig. 1) sich somit von der oberen in die untere Stellung bewegt.
Sobald die Kurvenscheibe 39 (Fig. 1) den Kontakt 71 (Fig. 1) des Mikroschalters 45 wieder öffnet, ist der Spannungspfad Rotor 85 - Spannungsquelle 79 unterbrochen, während nunmehr über die Kontakte b, Mikroschalter 45 (gestrichelt), Kontakt a3 ein Bremswiderstand R in Serie mit dem Rotor 85 liegt. In dieser Phase bleibt der Motor 53 blockiert, während die Wippe durch die Bandspannung wieder in ihre obere Stellung gezogen wird.
Soll der Drehsinn der Umwickelvorrichtung umgekehrt werden, womit der Abwickelteil I nunmehr die Funktionen des Aufwickelteiles II übernimmt, so kann dies einfach durch Umschalten des Schalters A in seine strichliert eingezeichnete Lage bewerkstelligt werden.
Damit wird einerseits der Drehsinn des Rotors 85 durch Umpolung der Spannung über die Kontakte as und ad geändert und anderseits die Erregungsphasen des Rotors in bezug auf die Stellung der Wippe 19 (Fig. 1) umgekehrt. War beispielsweise vorhin der Motor 53 bei der Abwärtsbewegung der Wippe 19 erregt, so bleibt in dieser Phase der Motor nunmehr infolge Vertauschung der Kontakte a2 und a3 blockiert; in dieser Phase ist der Stromkreis des Rotors 85 über den Kontakt b, Mikroschalter 45, Kontakt a2 (strichliert) und den Bremswiderstand R geschlossen. Erst bei Umschalten des Mikroschalters 45 (Aufwärtsbewegung der Wippe 19) liegt der Rotor über den Kontakt b, Mikroschalter 45 (strichliert), Kontakt a3 (strichliert), Kontakt a1 (strichliert) bzw.
Kontakt a4 (strichliert), Mikroschalter 47 an der Spannungsquelle 79. Bleibt die Aufwärtsbewegung der Wippe 19 und somit die erneute Betätigung des Schalters 45 aus, was bei vollständiger Aufwicklung des Bandes der Fall ist, so senkt sich vielmehr die Wippe 19 bis zur Betätigung des Mikroschalters 47 weiter ab, womit der Spannungspfad mit dem Motor 53 unterbrochen wird und dieser, da Mikroschalter 45 seine Stellung unverändert beibehält und somit kein Bremswiderstand R eingeschaltet wird, einfach ausläuft.
Wird anstelle des schrittweisen Vorschubes ein kontinuierliches Umspulen gewünscht, so kann dies einfach durch Umschalten des Schalters B in die strichlierte Lage bewerkstelligt werden. In dieser Lage ist der Rotor 85 direkt über die Kontakte at bzw. a4 mit der Spannungsquelle 79 verbunden, wobei die Stellung des Schalters A nur auf den Drehsinn des Motors eine Wirkung hat. In dieser Betriebsart kann der Vorschub einzig durch den Mikroschalter 47 unterbrochen werden. Für den kontinuierlichen Betrieb wird dabei nur der aufwickelnde Teil durch den Kontakt 6 in Dauerbetrieb versetzt, währenddem der abwickelnde Teil stets schrittweise arbeitet.
Da die Teile I und II (Fig. 1) gleich aufgebaut sind, braucht die elektrische Schaltung des Teiles II nicht weiter erläutert zu werden. Beim Betrieb der Einrichtung als Ganzes muss lediglich darauf geachtet wer- den, dass der eine Teil als Abwickel- und der andere als Aufwickelvorrichtung geschaltet sind.