CH461100A - Bindemittel und Verwendung desselben zur Herstellung eines Strassenbelages - Google Patents

Bindemittel und Verwendung desselben zur Herstellung eines Strassenbelages

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CH461100A
CH461100A CH1531062A CH1531062A CH461100A CH 461100 A CH461100 A CH 461100A CH 1531062 A CH1531062 A CH 1531062A CH 1531062 A CH1531062 A CH 1531062A CH 461100 A CH461100 A CH 461100A
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CH1531062A
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British Petroleum Co
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Description


  
 



  Bindemittel und Verwendung desselben zur Herstellung eines   Strassenbelages   
Die üblichen Bindemittel für   Strassenbeläge,    z. B.



  Petroleumbitumen, Steinkohlenteer, sind schwarz gefärbt, und dies ist ein Nachteil, wenn man wünscht, eine Strassenoberfläche zu färben, z. B. zwecks Anbringens von Leitlinien für den Verkehr, Fussgängerstreifen und dergleichen. Es ist bekannt, gefärbte Oberflächenmaterialien aus Bitumen oder Steinkohlenteer herzustellen, aber diese bekannten Oberflächenmaterialien sind nur für leichte Beanspruchungen geeignet, wie sie z. B. bei Gartenwegen und Trottoirs vorkommen, genügen aber für stark beanspruchte Strassen nicht. Ziel der Erfindung ist die Behebung dieser Mängel.



   Die Erfindung betrifft nun ein Bindemittel, welches 50-89   Ges. %    eines Öles, welches bei 760 mm Hg einen Anfangssiedepunkt von wenigstens 3000 C besitzt und weniger als 5   Ges. %,    vorzugsweise weniger als 1   Ges. %,    von in n-Heptan unlöslichem Material aufweist (IP 143/55) und, bezogen auf das Bindemittel, 1-15   Ges. %    eines polymerisierten azyklischen Mono-Olefins und 10 bis 40   Ges. %    eines mit dem genannten Ö1 verträglichen anderen Harzes enthält.



   Das erwähnte Öl kann aromatischer paraffinischer Art sein. Es kann ein Destillat aus einer unter Atmosphärendruck oder unter Vakuum durchgeführten Destillation, ein Rückstand einer solchen Destillation oder ein Öl sein, das durch Lösemittelextraktion aus einem der vorstehenden Materialien erhalten wird, wobei es im   letzteren Fall der mit Lösemittel behandelte ) Irück-    stand oder die extrahierte Komponente sein kann.



   Einige dieser Öle, besonders Vakuumdestillationsrückstände, können mehr als 5   Ges. %    an Material, welches in n-Heptan unlöslich ist, enthalten. Ein solches   Ö1    kann für das erfindungsgemässe Bindemittel ohne Reinigung nicht verwendet werden, weil zu grosse Mengen an asphaltartigen Bestandteilen dazu neigen, Pigmentierungen zu überdecken.



   Ein für das erfindungsgemässe Bindemittel besonders geeignetes Öl ist ein Extrakt aus einer Erdölfraktion, vorzugsweise aus einem Rückstand einer   Vakuumdestil-    lation von Erdöl.



   Um ein Bindemittel einer bei der Anwendungstemperatur gewünschten Viskosität zu erhalten, kann der Ölgehalt desselben innerhalb der angegebenen Grenzen entsprechend angepasst werden. Ferner ist zu beachten, dass mit steigendem Ölgehalt ein desto billigeres Produkt erhalten werden kann.



   Das Harz kann ein natürliches Harz oder ein durch chemische Behandlung modifiziertes natürliches Harz sein. Geeignete Harze sind Dienharze auf Erdölbasis, Kolophonium, metallisierte Harze, insbesondere Zinkund Calciumharze, Polyterpene, Terpen- und Abietinphenolharze, Gummiarabikum, durch trocknende Öle modifizierte Glycerinphthalatharze und Kumaronharze, welch letztere besonders im Gemisch mit z. B. Stein  kohlenteeröl    vorteilhaft sind.



   Als anderes Harz, das in Mengen von 1040   Ges. %    zu verwenden ist, ist vorzugsweise ein natürliches oder synthetisches Polymer geeignet, dessen physikalische Eigenschaft einen Kontrast zu polymerisierten Olefinen bilden. So neigt das Harz dazu, ein kristallines Aussehen zu zeigen, hart und spröde zu sein und sich leicht, z. B. durch Reiben zwischen den Fingern, pulverisieren zu lassen. Demgegenüber hat z. B.   Polyäthylen    ein nichtkristallines Aussehen, ist weich und geschmeidig und kann nicht leicht zu Pulver zerrieben werden.



   Ein Harz, welches für die erfindungsgemässe Zusammensetzung des Bindemittels besonders geeignet ist, wird aus einem von Petroleum stammenden Monomer hergestellt. Die genaue Zusammensetzung des Monomers ist nicht bekannt, aber es enthält eine beträchtliche Menge Cyclopentadien.



   Das Harz erhöht die Viskosität und Duktilität (IP 32/55) des Bindemittels bei Umgebungstemperatur und ebenso dessen Haftfestigkeit an der Trägersubstanz, das z. B. ein Mineralaggregat oder Papier sein kann.



   Das polymerisierte Mono-Olefin besitzt vorzugsweise ein Molekulargewicht von 2000-500 000. Besonders ge  eignete derartige Polymere sind diejenigen, welche aus Monomeren mit 2-4 Kohlenstoffatomen im Molekül aufgebaut sind, z. B. Polyäthylen, Polyisobutylen. Hoch druck-Polyäthylen ist besonders geeignet, weil es gut löslich ist.



   Das Polyolefin verbessert insbesondere bei Sommertemperaturen die Kohäsion und erhöht den Erweichungspunkt. Eine zu hohe Konzentration an Polyolefin kann jedoch zu einer zu hohen Viskosität bei der Anwendungstemperatur führen und ist daher zu vermeiden.



   Das Bindemittel kann durch Erhitzen einer Mischung der Komponenten bei einer Temperatur von 100 bis 1700 C hergestellt werden.



   Das Bindemittel kann durch genügende Menge eines organischen Farbstoffes oder eines mineralischen Pigmentes gefärbt sein.



   Gegebenenfalls kann auch ein organisches Pigment, und zwar in einer Konzentration von 1-100 Gewichtsteilen pro Million Gewichtsteile verwendet werden. Ein solches Pigment soll bei der Anwendungstemperatur beständig sein. Verwendbare Pigmente sind daher z. B.



  Carburex-Rot,   Orgarol-Geib,    Lutetia-Cyanin, Lutetia Smaragd, Acetochinon-Gelb, Acetochinon-Grün.



   Die Verwendung von mineralischen Pigmenten wird jedoch bevorzugt, weil diese eine bessere Deckfähigkeit besitzen. Üblicherweise werden dem Bindemittel 0,5 bis 5   Ges. %    mineralisches Pigment zugesetzt, wobei das Pigment in gewissen Fällen andere Zusätze ersetzen kann. Die mineralischen Pigmente sind im Bindemittel unlöslich, aber sie ergeben mit diesen ein stabiles Gemisch. Geeignete mineralische Pigmente sind z. B. Cadmium-Orange, Cadmium-Rot, Cadmium-Gelb, Kobalt Blau,   Mangan-Blau,      Chromoxyd-Grün,    Molybdän Orange.



   Die beschriebenen Bindemittel können in einem flüchtigen Lösemittel gelöst oder in einem flüchtigen Träger, z. B. Wasser, emuLgiert werden, um ein Verschnittbindemittel zu bilden.



   Beispiel 1
Ein durchsichtiges Bindemittel wurde in der Weise hergestellt, dass folgende drei Komponenten bei einer Temperatur von 1200 C zusammengerührt wurden: Öl
Dieses war ein schwerer Extrakt, welcher durch Furfuralextraktion einer   Vakuumdestillationsfraktion    von Rohöl aus Irak erhalten wurde. Dieser Extrakt hatte foIgende Eigenschaften:
Viskosität bei 500 C 360 cSt
Anfangssiedepunkt bei 760 mm Hg 3840 C in n-Heptan unlösliches Material keines Harz
Dieses war ein   Kobienwasserstoffdienharz,    welches   einen Schmelzpunkt von 1040 C hatte. Es wurde durch    Polymerisieren eines aus Erdöl stammenden Materials hergestellt. Die Zusammensetzung des Monomers ist nicht genau bekannt, aber es enthält einen beträchtlichen Anteil Cyclopentadien.



  Polymer
Dieses war Polyäthylen mit einem Molekulargewicht von 5000.



   Die Mengenverhältnisse waren  Öl 60   Ges. %   
Harz 30   Ges. %   
Polymer 10   Ges. %   
Das Bindemittel war eine durchsichtige Masse, welche folgende Eigenschaften aufwies:
Erweichungspunkt (IP 58/56   81,50C   
Eindringtiefe (IP 49/58) 202 mm/10
Dichte bei 250 C 0,95 g/cm3
Ein Strassenbelagsmaterial wurde in der Weise hergestellt, dass ein mineralisches Gemisch, welches mit 5,5   Ges. %,    bezogen auf das gesamte mineralische Gemisch, des vorstehend beschriebenen Bindemittels überzogen wurde. Das mineralische Gemisch bestand aus einem Quarzgestein, welches in St. Quen de Mimbre ge  brochen    wurde, einem Füllstoff, z. B.

   Kreide, und einem   Cadmium-Gelb-Pigment    und wies folgende   Korn, grössen-    verteilung auf:   
Korngrösse: Gew. % bezogen auf das
Gesamtmineralgemisch:   
10-8 mm 10
8-6,3 mm 10    3,15-2,5    mm 25
2,5-2 mm 20
1-0,8 mm 10    6,8-0,08    mm 18     > 0,08    mm 5
Cadmium-Gelb 2
Der Bindemittelgehalt ist hier kleiner als üblich, weil 1. das Bindemittel eine geringe Dichte hat und 2. die   Bindemittel/Quarz-Grenzflächenspannung    nied rig ist.



   Mit diesem   Strassenbeiagsm aterial    wurden folgende Versuchsresultate erzielt:    Marshall-Stabilität    720 kg    Duriez- Trocken -Stabilität    1720 kg    Eintauch-Verdich'tungs-Verhältnis    0,93
Ferner zeigt dieses Bindemittel ein ausgezeichnetes Verhalten in bezug auf Wasser. Unaktivierte bekannte Bindemittel weisen unter gleichen Bedingungen eine schlechte Adhäsion an Quarziten auf. (Der Marshall Stabilitätstest ist im    U. 5.    American Society for test methods handbook  unter der Codenummer D 1559-58 beschrieben.)
Der Duriez-Test wird an einem Kreiszylinder aus dem Strassenbelagsmaterial, dessen Radius 4 cm und dessen axiale Länge 9-10 cm beträgt, durchgeführt.

   Dieser Versuch wird so durchgeführt, dass der Zylinder zwischen parallelen Platten, welche mit einer Geschwindigkeit von 1 mm/sec entlang der Achse des Zylinders verschoben werden, zusammengedrückt wird. Der Druck wird kontinuierlich registriert und das Muster nach der maximalen Belastbarkeit beurteilt.



   Vorgängig des  Trocken -Versuches wird der Zylinder während einer Woche bei einer Temperatur von    180 C    in Luft mit   50%    relativer Feuchtigkeit gelagert.  



  Für einen    Nass -Versuch    wird der Zylinder während einer Woche bei einer Temperatur von 180 C unter Wasser gelagert. Der   Duriez- Nass -Versuch    gibt ge  wöhnlich    ein etwas niedrigeres Resultat als der Duriez   Trocken   -Versuch.    Das Verhältnis der Resultate von    Nass -    und  Trocken -Versuch wird als Eintauch/Verdichtungs-Verhältnis registriert.



   Die Abkürzung    IP ,    welcher eine Nummer folgt, die in der vorliegenden Beschreibung verwendet wird, gibt die Codenummer eines Versuches des  British Institute of Petroleum's   book'Standard    Methods of Testing Petroleum and its Products'   an.



   Beispiel II
Ein durchsichtiges Bindemittel wurde durch Zusammenrühren folgender Komponenten bei einer Temperatur von 1400 C hergestellt: Öl
Es handelt sich um das gleiche Öl, welches im Beispiel I verwendet wurde.



  Harz
Dieses war ein Polyterpenharz, welches einen Schmelzpunkt von   1150C    hatte.



  Polymer
Dieses war ein Polyisobutylen mit einem mittleren Molekulargewicht von 15 000.



   Das Mengenverhältnis betrug:  Ö1 75   Ges. %   
Harz 15   Ges. %   
Polymer 10   Ges. %   
5 Teile Carburex-Rot pro Million Teile färbten das Bindemittel sehr schön rot, ohne dessen Durchsichtigkeit zu beeinträchtigen.



   Filzplatten wurden mit diesem roten Bindemittel   imprägniert,    indem die trockenen Filzplatten bei einer Temperatur von   210-2500 C    durch das geschmolzene Bindemittel hindurchgezogen wurden. Die Filzplatten wurden dabei gut durchtränkt, und es trat kein Ausschwitzen auf.



   Eine kleine Menge des geschmolzenen Bindemittels wurde mittels beheizter Walzen auf die eine Seite von zwei Bogen Packpapier aufgebracht. Die mit Bindemittel überzogenen Seiten der Packpapiere wurden miteinander in Berührung gebracht und die beiden Bogen zwischen kalten Walzen hindurchgeführt. Die zwei Bogen waren hierauf fest zusammengekittet. Stark gefärbte Filze und Papiere können mit einem nicht pigmentierten bzw. nicht gefärbten Bindemittel behandelt werden.   

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH 1 Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, dass es 50 bis 89 Ges. % eines Öles, welches bei 760 mm Hg einen Anfangssiedepunkt von wenigstens 3000 C besitzt und weniger als 5 Ges. % von in n-Heptan unlöslichem Material aufweist und, bezogen auf das Bindemittel, 1 bis 15 Ges. % eines polymerisierten azyklischen Mono-Ole- fins und 10-40 Ges. % eines mit dem genannten Ö1 verträglichen anderen Harzes enthält.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Bindemittel nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Ö1 ein lirdölprodukt oder ein Steinkohlenteerdestillat oder -destiilationsrückstand ist, z. B. ein solches Produkt, das nicht mehr als 1 Ges.% von in n-Heptan unlöslichem Material enthält und ein aromatischer Extrakt ist, welcher durch Lösungsmittelextraktion aus einer Erdölfraktion gewonnen wurde.
    2. Bindemittel nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das in ihm enthaltene Harz ein Kohlenwasserstoffdienharz, z. B. ein Cyclopentadienharz, ist.
    3. Bindemittel nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Öl ein Teeröl und das Harz ein Kumaronharz ist.
    4. Bindemittel nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das in ihm enthaltene Olefinpolymer ein mittleres Molekulargewicht von 2000-500000 besitzt und aus einem Monomer, welches 2-4 Kohlenstoffatome im Molekül enthält, z. B. Äthylen oder Isobutylen, aufgebaut ist.
    5. Bindemittel nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es einen organischen Farbstoff oder ein organisches oder anorganisches Pigment in einer Menge enthält, welche genügt, um die Mischung zu färben, vorzugsweise 1-100 Gewichtsteile organischen Farbstoff pro Million Gewichtsteile bzw. 0,5-5 Ges. % organisches oder anorganisches Pigment PATENTANSPRUCH II Verwendung des Bindemittels nach Patentanspruch I zur Herstellung eines gefärbten Strassenbelages, dadurch gekennzeichnet, dass ein Str assenbelagsmateri al mit einer solchen Menge des organischen Farbstoff oder anorganisches Pigment enthaltenden Bindemittels gemischt wird, dass die Teilchen des Strassenbelagmaterials mit dem gefärbten Bindemittel überzogen werden.
CH1531062A 1961-12-22 1962-12-20 Bindemittel und Verwendung desselben zur Herstellung eines Strassenbelages CH461100A (de)

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