Ventilsackabfüllinaschine
Die Erfindung betrifft eine Ventilsackabfüllmaschine mit eingebauter Waage zum Füllen und gleichzeitigen Wiegen von Ventilsäcken.
Bei den bekannten Ventilsackabfüllmaschinen wird das gewünschte Sollgewicht für den abzufüllenden Sack über eine in der Abfüllmaschine angebrachte Balkenwaage, die durch das entsprechende Gegengewicht beschwert ist, bestimmt. Bei Erreichen einer bestimmten Vorfüllung des Sackes (Vollstrom) senkt sich der Füllstutzen, über den das Ventil des Ventilsackes gesteckt wurde, über eine Gleit- und Dichtfläche um 10-20 mm ab. Dadurch wird die Füllöffnung verengt und es läuft nur noch eine kleinere Menge pro Zeiteinheit in den Sack (Feinstrom). Nach Erreichen des Sollgewichts muss sich der Ventilsackfiillstutzen nochmals um einige Millimeter (z. B. 10 mm) absenken, wodurch jetzt die Öffnung in den beiden Gleitflächen durch die sich absenkende Gleitfläche des Füllstutzens ganz verdeckt wird. Der Füllvorgang ist beendet.
Es ist einleuchtend, dass die genaue Wägung durch das Absinken des Füllstutzens, der dadurch die Balkenwaage betätigt, und der mit seiner Gleitfläche, die gleichzeitig noch abdichten muss, am feststehenden Teil der Maschine vorbeigleitet, sehr behindert wird.
Da meistens kurz vor Erreichen des Sollgewichtes das letzte zu füllende Gut noch in den Sack hineingedrückt werden muss, quetscht sich etwas von dem Füllgut zwischen die Gleitflächen. Eine genaue Wägung wird dadurch bei vielen Produkten fast unmöglich. Ventilsackabfüllmaschinen, mit denen ein feinteiliges Produkt mit leichtem Schüttgewicht von z. B. 200 g/l abgesackt und gewogen wird, werden deshalb nicht vom Eichamt abgenommen, weil schon eine in der Praxis unvermeidbare unterschiedliche Füllsäule über der Ventilsackabfüllmaschine Gewichtsschwankungen ergibt. Die bei den bekannten Ventilsackabfüllmaschinen gebräuchlichen offenen Balkenwaagen mit dem Gegengewichtskasten bringen durch Verschmutzen und Verstauben der Pfannen und Steine weitere Ungenauigkeiten hinzu.
Alle diese Nachteile der bekannten Maschinen werden erfindungsgemäss dadurch beseitigt, dass der Füllvorgang durch eine Zeigerwaage auf Vollstrom, auf Feinstrom und auf Beendigung der Wägung zwangsläufig steuerbar ist.
Hierbei kann z. B. hinter dem Füllorgan der Maschine ein dreistufiger Schieber eingebaut sein, welcher durch die Zeigerwaage auf volle Füllöffnung, gedrosselte Füllöffnung und auf geschlossene Füllöffnung zwangsläufig einstellbar ist.
Bei Ventilsackabfüllmaschinen, bei denen das Füllorgan wegen des zu füllenden Gutes eine Schnecke ist, wird zweckmässig die Drehzahl der Füllschnecke bei Erreichen eines vorher eingestellten Gewichts elektronisch herabgesetzt, so dass sich ein Feinstrom ergibt, und bei Erreichen des Sollgewichts die Füllschnecke abstellt.
In der Abb. 1 ist eine beispielsweise Ausführung der Erfindung mit einem dreistufigen Schieber in zwei Ansichten dargestellt.
Auf einem Rahmen ist in an sich bekannter Weise ein Füllorgan 10 vorgesehen, dem das abzufüllende Material von oben zugeführt wird. Das Material tritt in einen festen Stutzen 1 ein, der über eine flexible Schlauchverbindung 2 mit einem Füllstutzen 8 verbunden ist. Auf der Skala einer Zeigerwaage 11 sind verstellbare Reiter 3, 4 und 5 angebracht, die als Kontakte für die Steuerung eines Schiebers 12 dienen, der eine Öffnung 6 für Vollstrom und eine Öffnung 7 für Feinstrom besitzt. Der Schieber kann durch ein dreistufiges Verstellgerät 9 in die gewünschte Stellung gebracht werden. Weiterhin ist eine Sackabdrückvorrich- tung 13 vorgesehen. Das Sackgewicht wirkt über die den Sack tragenden Bauelemente 15 auf den Lastarm 14 der Waage 11 ein.
Die Anordnung arbeitet auf folgende Weise: Erreicht der Zeiger der Waage den ersten Reiter 3, z. B. bei 18 kg, dann wird hierdurch der am Füllorgan angebrachte dreistufige Schieber 12 um eine Stufe verschoben. Diese Stufe verkleinert den Durchlassquerschnitt. Es läuft jetzt der Feinstrom.
Wird das Sollgewicht, z. B. 20 kg und 0,4 kg Tara (Sackgewicht) = 20,4 kg erreicht, so wird der Schieber
12 über den Kontakt 4 um eine weitere Stufe verschoben. Durch diese letzte Stufe wird der Füllstutzen absolut verschlossen, es kann nichts mehr nachfliessen.
Ein eingebautes Zeitglied lässt den Sack noch ca. 1 Sekunde auf dem Füllstutzen hängen. In dieser Sekunde wird der Sack nachgewogen. Sollte durch die kinetische Energie des bei der 1. Wägung in den Sack einfliessenden Gutes das Sollgewicht jetzt nicht mehr erreicht werden, so öffnet der dreistufige Schieber 12 wieder den Feinstrom, bis das Sollgewicht erreicht ist.
Nach einer nochmaligen Kontrollwägung - wie vorbe schrieben-wird der Sack durch die Sackabdrückvorrichtung 13 vom Stutzen abgeschoben und je nach Produkt auch das Füllorgan wie Schnecke, Turbine, Bandförderer o. dgl. ausgeschaltet. Der nächste Sack wird auf den Füllstutzen gesteckt, durch einen Knopfdruck geht der dreistufige Schieber auf Stellung 1 (Vollstrom, also voller Querschnitt) und das Füllorgan wird gleichzeitig wieder in Bewegung gesetzt. Die nächste Wägung beginnt.
Da bei den bekannten Präzisions-Zeigerwaagen der Hub nur zwischen 2 bis 3 mm ist, muss auch der Füllstutzen nur um dieses Mass sinken können. Dies kann leicht durch eine flexible Gummischlauchverbindung zwischen Füllstutzen und Maschine erreicht werden, ohne dass dadurch Gewichtsschwankungen auftreten.
Durch Verstellen der Reiter an der Zeigerskala kann sehr schnell auf ein anderes Füllgewicht umgestellt werden.
Falls bei der Kontrollwägung das genaue Gewicht noch nicht erreicht ist, geht der dreistufige Schieber wieder in Stellung 2 und öffnet den Feinstrom, bis das Sollgewicht erreicht ist. Wenn das gewünschte Gewicht überschritten ist, wird über den Kontakt 5 der Sack gekennzeichnet bzw. es wird ein Warnsignal ausgelöst.
Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass diese Methode einer korrekten, eichfähigen Wägung beim Füllen von Ventilsäcken auch bei Ventilsackabfüllmaschinen ohne Füllorgan erfolgreich anzuwenden ist.
Für diesen Fall gibt es zwei verschiedene Arten von Abfüllmaschinen, und zwar einmal den sogenannten Fallstrompacker und zum anderen den Luftpacker. Mit Hilfe des ersteren lassen sich nur sehr leicht fliessende Produkte, z. B. Granulate, abfüllen, mit dem letzteren können aber auch schwerer fliessende Güter abgefüllt werden, da über der Abfüllmaschine eine Art von Vorlaufbehälter angeordnet ist, der beim Füllvorgang des Ventilsackes mittels Pressluft unter Druck gesetzt wird.
Für beide Arten von Abfüllmaschinen haben sich die weiter oben geschilderten Nachteile, die Ursachen ungenauer Sackgewichte sind, ebenfalls durch Einbau eines dreistufigen Schiebers, welcher durch eine eingebaute, an sich bekannte Zeigerwaage auf Vollstrom, Feinstrom und auch Wägung beendet elektronisch gesteuert wird, beseitigen lassen.
Ventilsackabfüllmaschinen, bei denen das Füllorgan wegen des zu füllenden Gutes eine Schnecke ist, übernimmt dieses an sich bekannte Füllorgan Schnecke bzw. Doppelschnecke die Aufgabe des dreistufigen Schiebers. Die Impulse für Grob strom , Feinstrom und Wägung beendet kommen wieder von den Kontakten an der Zeigerwaage.
Eine derartige Ventilsackabfüllmaschine arbeitet nach Abbildung 2 folgendermassen:
Bei 0-kg-Stellung (mit aufgestecktem Ventilsack) wird das Füllorgan (Schnecke) durch einen Knopfdruck in Betrieb gesetzt. Die Drehzahl der Schnecke ist beispielsweise 800 UpM. Wenn der Zeiger der Waage 21 z. B. 18 kg erreicht, wird durch einen Kontakt 22 (Reiter an der Zeigerwaage) die Drehzahl der Schnecke, welche vorzugsweise durch einen polumschaltbaren Bremsmotor 23 angetrieben wird, herabgesetzt, beispielsweise auf 500 UpM. Durch die Herabsetzung der Schneckendrehzahl wird nur noch eine kleinere Menge pro Zeiteinheit in den Sack transportiert, es läuft also dann der Feinstrom. Wird das Sollgewicht, z. B. 20 kg, erreicht, so wird durch den jetzt von der Zeigerwaage gegebenen Impuls der Antriebsmotor der Schnecke abgestellt. Die Wägung ist beendet.
Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination der Zeigerwaage mit einer Doppelschnecke 24. (Eine Doppelschnecke ist hierbei eine Schnecke, um die herum eine grössere Hohlschnecke läuft.)
Bei Vollstrom laufen beide Schnecken, bei Feinstrom nur je nach Material die äussere oder die innere Schnecke, und bei Wägung beendet zu bleiben beide Schnecken stehen.