CH464045A - Verfahren zur Herstellung einer bituminösen Strassenbaumasse - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer bituminösen StrassenbaumasseInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung einer bituminösen Strassenbaumasse Vor allem seit dem zweiten Weltkrieg wird in zu nehmendem Masse die Forderung nach Aufhellung der Strassenbeläge erhoben, insbesondere wenn es sich um die an sich sehr dunklen Beläge mit bituminösen Binde mitteln handelt. Die Aufhellung der Fahrbahndecken soll vor allem der Verringerung des Beleuchtungsauf wandes dienen und die Verkehrssicherheit während der Dunkelheit erhöhen. Man versuchte bisher, dieser For derung dadurch zu entsprechen, dass als Zuschlagstoffe bei der Strassenherstellung unter Verwendung bituminö ser Bindemittel möglichst helle Steine verwendet wur den.
Da aber das als Zuschlagstoff verwendete Gestein den verschiedensten Anforderungen, beispielsweise hin sichtlich der Schlagfestigkeit, Witterungsbeständigkeit und dergleichen, entsprechen muss, können zahlreiche Gesteine nicht oder nur bei Strassenbelägen mit geringer Verkehrsbeanspruchung verwendet werden, beispiels weise Kalkstein, der seinem Helligkeitswert nach an sich zur Aufhellung der Strassendecken dienen könnte.
Es ist bereits bekannt, zum Zwecke der Herstellung aufgehellter Strassendecken mindestens teilweise als Zu schlagstoff Quarz (Flint) zu verwenden, der bei hohen Temperaturen gebrannt wird, wodurch sich im Gestein Luftbläschen bilden, die zu einer hellweissen Färbung führen. Der durch das Brennen weiss gefärbte Quarz wird sodann gebrochen und in der üblichen Weise als Zuschlagstoff weiterverarbeitet. Zum Brennen geeigne ter Quarz steht aber nur in beschränktem Umfang und an bestimmten Stellen zur Verfügung, der durch das Brennen des Quarzes gewonnene Zuschlagstoff ist des halb, vor allem bei weiterer Entfernung von den Ge winnungsstätten, recht kostspielig. Ausserdem lässt sich der Naturquarz nur durch das Brennen verändern, also weiss färben, während seine übrigen Eigenschaften nicht beeinflusst werden können.
Ferner tritt durch das Bren nen eine Auflockerung der Struktur des Gesteins ein, die zu einer Verminderung der Festigkeit und damit vor allem zu einer Kornzertrümmerung durch den Ver kehr und dadurch zu einer vorzeitigen Zerstörung des Strassenbelages führt. Ein anderer bekannter künstlicher Zuschlagstoff zum Aufhellen bituminöser Strassendecken besteht aus Klein körpern aus entglasten, zweckmässig durch Abschrek- ken gewonnenen Glasmaterialien. Auch mit diesem Verfahren lässt sich aber kein Zuschlagstoff mit strah- lendweisser Färbung erzielen.
Ferner müssen die Vorrich tungen zur Herstellung dieser Zuschlagstoffe besonders geschaffen werden, weil sie für kein anderes Verfahren gebraucht werden können. Das Herstellungsverfahren selbst ist recht umständlich, da zunächst in bekannter Weise ein glasartiges Material hergestellt, dieses sodann zerkleinert und anschliessend wieder auf eine Tempera tur erhitzt werden muss, in der die Entglasung eintritt. Beim Wiedererhitzen muss ausserdem ein schwer schmelz bares Material, wie z. B. Kreide, Sand oder Kies, bei gefügt werden.
Bekannt ist auch die Verwendung von Aluminium griess zum Aufhellen von Asphaltfeinbeton. Die reflek tierende Aluminiumgriessschicht wird dabei bei der Her stellung des Strassenbelages auf die Oberfläche aufge streut. Dieses Verfahren ist aber ausserordentlich auf wendig, da die Kosten für den Aluminiumgriess erheb lich höher sind als die Kosten der ganzen Fahrbahn decke selbst.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ver fahren zur Herstellung einer aufgehellten bituminösen Strassenbaumasse zu vermitteln, wobei der zur Auf hellung verwendete Zuschlagstoff ohne grossen Aufwand herstellbar ist, mit bereits für andere Zwecke vorhan denen Vorrichtungen hergestellt werden kann und nicht oder nur in untergeordnetem Masse standortgebunden ist.
Dies wird bei einem Verfahren zur Herstellung einer bituminösen Strassenbaumasse erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass zwecks Aufhellung frostsichere, grob- oder feinkeramische Körper, die aus weissbrennen dem Ton bei Sintertemperatur gebrannt worden sind, als Zuschlagstoff beigemischt werden.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass grob- oder feinkeramische Körper aus weiss- brennendem Ton zu grossen Raumkörpern gebrannt und sodann auf unter 10 mm Korngrösse gebrochen werden.
Für die Herstellung der keramischen Körper kann also der weissbrennende Ton mit verschiedenem, je nach den Bedürfnissen gewähltem Kaolinitgehalt in an sich bekannter Weise aufbereitet und in Ring-, Zick zack-, Kammer-, Tunnel- oder Drehöfen bei Sinter temperatur zu grösseren Raumkörpern gebrannt werden, wie dies auch bei der Herstellung anderer keramischer Gegenstände üblich ist. Für die Herstellung des nach dem erfindungsgemässen Verfahren zu verwendenden Zuschlagstoffes können also freie Kapazitäten in der keramischen Industrie - in sinnvoller Weise ausgenutzt werden.
Da im Gegensatz zu den bekannten, zum Zwecke der Aufhellung dienenden künstlichen Zuschlagstoffen durch die Erhitzung nicht eine Lockerung der Material struktur erfolgt, die mit Riss- oder Porenbildung und damit mit einer Beeinträchtigung der Festigkeit verbun den sein kann, sondern eine Verdichtung des Materials infolge der Sinterung,
ergibt sich in besonders einfacher Weise eine für die dynamische Verkehrsbelastung aus reichende Festigkeit und es lässt sich ausserdem durch die Wahl entsprechender Rohstoffe oder Brennpro- gramme nicht nur die Helligkeit der Zuschlagstoffe vorausbestimmen, sondern es ist auch eine Beeinflussung des Rauhheitsgrades, der Wasseraufnahmefähigkeit oder -abweisung, der Schlagfestigkeit, der Haftfestigkeit ge genüber dem Bindemittel, .
der Zähigkeit und der Be ständigkeit gegen Witterungs- und chemische Einflüsse möglich. Den massgeblichen Vorschriften für den Stra ssenbau kann deshalb ohne weiteres Rechnung getragen werden.
Statt zunächst zu grösseren Raumkörpern gebrannt und sodann auf unter 10 mm liegende Korngrösse ge brochen zu werden, kann der weissbrennendes Ton vor dem Brennen auch zu beliebig gestalteten Formkörpern gepresst werden, die ohne nachträgliches Brechen als Aufhellungs-Zuschlag verwendet werden.
Es ist schon seit fast einem Jahrhundert bekannt, bei der Herstellung von Strassendecken mit bituminösen Bindemitteln kleingemahlene Ziegelsteine als Zuschlag- stoff beizufügen. Es ist daboi aber nicht vorgeschlagen worden, die Ziegel aus weissbrennendem Ton bei Sinter temperatur herzustellen, also einen zur Aufhellung des Strassenbelages geeigneten keramischen Zuschlagstoff zu schaffen.
Die Verwendung kleingebrochener Ziegelsteine hatte vielmehr den Zweck, das als Zuschlagstoff die nende Gestein dort zu ersetzen, wo es nicht oder in unzureichenden Mengen vorkommt, und durch das Bre chen der Ziegel hinreichend raune, unebene und unregel mässige Oberflächen zu schaffen, damit das bituminöse Bindemittel eine hinreichend feste mechanische Ver bindung mit den einzelnen Körnern des Zuschlagstoffes herstellen kann.
Es ist auch schon der Vorschlag be kanntgeworden, hartgebrannte Körper aus Lehm, Ton oder dergleichen zu brechen und einer Strassenbelag- masse anstelle von gebrochenem Granit beizumischen, um den Strassenbelag billiger und in Härte und Farbe einheitlicher zu machen. Eine Aufhellung sollte auch bei diesem Verfahren nicht erreicht werden, da weder die Verwendung weissbrennender Tone zur Herstellung der Zuschlagstoffe vorgeschlagen wurden noch über haupt an Strassenbeläge mit bituminösen Bindemitteln gedacht war.
Besteht das Bindemittel, wie bei dem be kannten Verfahren, aus Zement, so besteht ohnehin kein Bedürfnis nach einer Aufhellung, und die Zu schlagstoffe haben im allgemeinen von vornherein eine dunklere Färbung als das Bindemittel.
Bekannt ist es auch schon, bei der Herstellung von Strassenbelägen einem bituminösen Bindemittel von Ver unreinigungen freies Kaolin zur Verbesserung der Säure beständigkeit oder Ton zur Verbesserung der Wider standsfähigkeit gegen Temperaturänderungen beizufü gen. In beiden Fällen handelt es sich aber um fein pulverisiertes Material, das keine Aufhellung des Be lages bewirken kann, weil dazu eine gewisse Korngrösse erforderlich ist, um ausreichend grosse Reflexionsflächen an der Strassenoberfläche zu schaffen.
Der erfindungsgemäss unter Verwendung kerami scher Aufhellungszuschlagstoffe hergestellte Strassenbe4 lag kann gegebenenfalls .auch nur räumlich abgegrenzte Teile der Strassendecke bilden. Er kann beispielsweise zur Herstellung von Randstreifen dienen oder für Mar kierungsstreifen verwendet werden, die bisher überwie gend mit Farbauftrag oder aufgeklebten Kunststoff- Folien hergestellt werden, sich deshalb leicht von der Strassenoberfläche ablösen und in periodischen Zeitab ständen erneuert werden müssen.
Vor Strassenverzweigungen kann der erfindungsge mäss hergestellte Strassembelag in nebeneinanderliegen- den, in die verschiedenen Zweigstrassen übergehenden Teilstreifen verschiedene Helligkeit aufweisen. In allen diesen Fällen ist besonders vorteilhaft, dass die Mar kierungsstreifen und dergleichen durch den Verkehr lau fend gereinigt werden. Um die Kosten und die Verwen dung des gebrannten Zuschlagstoffes möglichst gering zu halten, kann ferner zweckmässig die Verwendung der keramischen Zuschlagstoffe auf die Verschleissschicht der Strassendecke beschränkt werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung einer bituminösen Stra ssenbaumasse, dadurch gekennzeichnet, dass zwecks Auf hellung frostsichere, grob- oder feinkeramische Körper, die aus weissbrennendem Ton bei Sintertemperatur ge brannt worden sind, als Zuschlagstoff beigemischt wer den. UNTERANSPRUCH Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass grob- oder feinkeramische Körper aus weissbrennendem Ton zu grossen Raumkörpern gebrannt und sodann auf unter 10 mm Korngrösse gebrochen werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH1438565A CH464045A (de) | 1965-10-18 | 1965-10-18 | Verfahren zur Herstellung einer bituminösen Strassenbaumasse |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| CH1438565A CH464045A (de) | 1965-10-18 | 1965-10-18 | Verfahren zur Herstellung einer bituminösen Strassenbaumasse |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| CH464045A true CH464045A (de) | 1968-10-15 |
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ID=4400363
Family Applications (1)
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| CH1438565A CH464045A (de) | 1965-10-18 | 1965-10-18 | Verfahren zur Herstellung einer bituminösen Strassenbaumasse |
Country Status (1)
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|---|---|
| CH (1) | CH464045A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10331056B4 (de) * | 2003-06-03 | 2006-12-21 | FITR-Gesellschaft für Innovation im Tief- und Rohrleitungsbau Weimar mbH | Asphaltbaustoff |
-
1965
- 1965-10-18 CH CH1438565A patent/CH464045A/de unknown
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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