Arzneiniittelverpackung
Gegenstand des Hauptpatents No 411 232 ist eine Verpackung für Arzneimittel in dosierter Form, wie z. B. Pillen, Tabletten, Drages, Suppositorien, Ovula für Human- und Veterinärmedizin, welche während einem determinierten Behandlungszyklus in einer bestimmten zeitlichen Reihenfolge verabreicht werden sollen, wobei die dosierten Darreichungsformen in einem oder mehreren konzentrischen Kreisen oder Spirallinien auf einer Scheibe angeordnet sind, und wobei die Verpackung eine entsprechend dem Behandlungszyklus und der vorgeschriebenen zeitlichen Reihenfolge der Administrationen des Arzneimittels geeignet markierte, kreisförmige oder spiralförmige Skala aufweist, die entweder fix angeordnet oder verstellbar ist,
wobei sich aus der gegenseitigen räumlichen Lage der dosierten Darreichungsformen in der Verpackung einerseits und den Markierungen der Skala anderseits ablesen lässt, wann die Verabreichung der dosierten Darreichungsform während dem Behandlungszyklus jeweils zeitlich fällig ist, dadurch gekennzeichnet, dass sich die dosierten Darreichungsformen in kreis- oder spiralförmig angeordneten Behältnissen eines scheibenförmigen als Durchdrückverpackung ausgebildeten Formteils befinden, welcher gebildet wird durch tZbereinander- schichten und Verbinden einer ebenen Deckfolie aus leicht zerreissbarem bzw.
durchdrückbarem Material und einer den Formunterteil bildenden Folie aus einem nicht starren, jedoch gegen Zerreissung relativ widerstandfähigen und mindestens teilweise durchsichtigen Material, in welchem Formunterteil kreis- oder spiralförmig angeordnete tiefgezogene Vertiefungen ausgebildet sind, welche gemeinsam mit dem darüberliegenden ebenen Abschnitt der Deckfolie die Behältnisse bilden, und dass ferner der genannte scheibenförmige Formteil auf einem Dosenunterteil aus relativ starrem Material derart fest fixiert ist, dass der Boden des Dosenunterteils zum scheibenförmigen Formteil parallel orientiert ist und ferner die Deckfolie des Formteils dem Boden des Dosenunterteils zugekehrt ist, und dass ferner im Boden des Dosenunterteils kreis- oder spiralförmig angeordnete Durchbrechungen von entsprechender Form und Grösse wie die Behältnisse im Formteil vorhanden sind,
welche mit den Behältnissen des Formteils in Deckung gebracht sind, so dass ein Durchdrükken der Behältnisse durch die genannten Durchbrechungen unter Entnahme der darin enthaltenen dosierten Darreichungsform ermöglicht wird.
Durch die beschriebene Ausbildung unterscheidet sich die vorgeschlagene Verpackung grundsätzlich von den bekannten Packungen dieser Art, bei welchen die Behältnisse für die Tabletten von einem verschieboder drehbaren platten- oder scheibenförmigen Element abgedeckt sind, welches ein Loch aufweist, das mit den Behältnissen in Deckung gebracht werden kann, wonach die Tabletten durch dieses Loch entnommen werden können.
Diese bekannten Packungen sind relativ kompliziert und daher teuer in der Herstellung. Ausserdem besteht bei ihrem Gebrauch die Gefahr, dass Tabletten unbeabsichtigt und unbemerkt herausfallen. Letzteres ist besonders schwerwiegend bei allen Medikamenten, deren Wirksamkeit auf einer genauen Einhaltung des Behandlungszyklus' basiert, wie z. B. bei Tabletten zur temporären Schwangerschaftsverhütung, wie NORA CYCLIN (µ'. Bei Verwendung der vorgeschlagenen Packung ist ein unbemerkter Verlust von Tabletten praktisch unmöglich. Eine allenfalls vergessene Einnahme des Medikaments ist an der Packung deutlich erkennbar und zwar jederzeit, wobei auch der Tag dieses Versehens genau abgelesen werden kann. Bei den vorbekannten Packungen ist besonders beim Auslassen eines oder mehrerer Tage und dem nachherigen Überdrehen dieser Tabletten bzw.
Behältnisse die Gefahr besonders gross, dass diese Tabletten herausfallen.
Selbst wenn dieses Herausfallen bemerkt wird, weiss dann der Benützer zumeist nicht, aus welchen Behältnissen die Tabletten herausgefallen sind. Die vorgeschlagene Packung ist zudem einfacher aufgebaut und daher rationeller und billiger herstellbar als die bekannten Packungen mit Tagesskala.
Die Durchdrückpackung nach dem Hauptpatent weist insofern einen neuartigen Aufbau auf, als - wie bereits erwähnt - die Behältnisse durch Tiefziehen der zähen bzw. nur schwer zerreissbaren Folie gebildet sind und die zerreissbare Folie eben ist. Es hat sich gezeigt, dass ebene Deckfolien bei der Herstellung der eigentlichen Durchdrückpackung nicht oder nur sehr selten beschädigt werden, wogegen dies bei den bisher üblichen Durchdrückverpackungen - ohne tiefgezogene Behältnisse - sehr oft der Fall ist, da bei letzteren beim Verpackungsvorgang nicht nur die zähe Folie, sondern auch die zerreissbare Folie deformiert und dadurch oft zerrissen wird. Ausserdem bringt die ebene Deckfolie den Vorteil einer einwandfreien Auflage und damit einfachen Fixiermöglichkeit der Durchdrückpakkung am Dosenboden.
Die bekannten Durchdrückpackungen weisen ausser den beiden Folien eine steife Schicht auf, welche zumeist zwischen den beiden Folien liegt und im Bereich der Tabletten gelocht ist. Die als Bestandteil der im Hauptpatent vorgeschlagenen Packung verwendete Durchdrückpackung weist keine steife Schicht auf; sie ist daher einfacher herstellbar. Die Funktion der fehlenden Versteifungsschicht wird, nach dem Einsetzen in die Dose, vom Dosenunterteil übernommen. Die Herstellung der Gesamtpackung ist äusserst einfach: die Durchdrückverpackung und die beiden Dosenteile werden getrennt fertiggestellt, die Durchdrückpackung in dem Dosenunterteil eingelegt und der Deckel aufgesetzt. Dieser Vorgang lässt sich mit sehr einfachen Mitteln automatisieren.
Weiter ist durch das Hauptpatent eine spezielle Ausführungsform geschützt, die darin besteht, dass die Kontrollskala auf einer in bezug auf die räumliche Lage der Behältnisse im Formteil konzentrisch angeordneten verstellbaren Scheibe liegt, die einen kleineren Radius hat als der kürzeste Abstand vom Zentrum irgend eines Behältnisses im Formteil, und dass die genannte verstellbare Kontrollscheibe mit einer Vorrichtung z. B. einem Einrastmechanismus versehen ist, die ihre permanente und irreversible Fixierung in einer bestimmten Stellung, die zu Beginn des Behandlungszyklus gewählt wird, erlaubt.
Als leicht zerreissbares Material für die Deckfolie des Formteils eignet sich z. B. Papier, Zellophan oder insbesondere eine dünne Aluminiumfolie.
Als nicht starres, jedoch gegen Zerreissung widerstandsfähiges Material für den Formunterteil sind z. B.
Folien aus Celluloseacetat, Polyäthylen, Polypropylen oder insbesondere weichgemachtem Polyvinylchlorid geeignet.
Der Dosenunterteil kann aus einem beliebigen mechanisch genügend widerstandfähigen und relativ starren Material, wie Aluminiummetall, gehärteten Kunstharzen, wie Phenolharz, Harnstoffharz, Melaminharz oder Epoxydharz, ferner aus geeigneten Thermoplasten, wie Celluloseacetat, Polystyrol, Polyäthylen u. dgl. bestehen.
Gewünschtenfalls, aber nicht notwendigerweise kann auf dem Dosenunterteil ein üblich geformter abnehmbarer Dosendeckel aufgesetzt sein, der aus dem gleichen oder einem verschiedenen Material bestehen kann wie der Dosenunterteil.
Wie bereits im Hauptpatent dargelegt, eignet sich die erfindungsgemässe Verpackung besonders für Präparate zur temporären Schwangerschaftsverhütung. Ein derartiges Präparat ist unter der geschützten Markenbe- zeichnung NORACYCHNOR der Firma CIBA AG, Basel im Handel erhältlich. Die vorübergehende Schwangerschaftsverhütung mit einem solchen Präparat hat in der Natur ihr Vorbild und beruht auf einem physiologischen Prinzip, nämlich dem Auftreten von unfruchtbaren Phasen als Schutzfunktion. Um mit Sicherheit eine Schwangerschaft zu verhüten, muss das Präparat regelmässig eingenommen werden, und zwar täglich eine Tablette vom 5. bis 24., 25. oder 26. Zyklustag. Nach Beendigung der Medikation kommt es wieder zu ovulatorischen Zylden, die Empfängnisbereitschaft ist wieder normal.
Werden die Tabletten nicht regelmässig eingenommen, kann eine Schwangerschaft eintreten, die dann normal verläuft.
Für die Medikamente zur temporären Schwangerschaftsverhütung sind bisher Dosiersysteme mit 20, 21 oder 22 Tabletten bekannt geworden. Das 22-er Dosiersystem hat den Vorteil, dass damit der jeweilige Menstruationsbeginn immer auf den gleichen Wochentag, z. B. einen Montag, gesteuert werden kann.
Beim 20-er Dosiersystem fehlt ein Tag auf drei volle Wochen, die Kontroll-bzw. Tages skala und die Tablettenbehältnisse müssen daher in bezug aufeinander einstellbar sein.
Durch die vorliegende Zusatzerfindung soll nun eine Verpackung mit einer durch sieben teilbaren, den Behältnissen starr zugeordneten Tagesskala geschaffen werden, insbesondere eine Verpackung für Medikamente zur temporären Schwangerschaftsverhütung, welche Packung die Vorteile des Hauptpatents aufweist. Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die Kontroll-bzw. Tagesskala direkt auf die im deckungsgleich gelochten Dosenboden fixierte Durchdrückverpackung oder den gegebenenfalls verbreiterten Rand des Dosenunterteils gedruckt ist.
Dabei kann ein weiteres Behältnis, beim 21-er Dosiersystem für eine 22. Darreichungsform (Tablette), ausserhalb dieses Systems, vorzugsweise im Zentrum der Durchdrückpackung angeordnet sein. Dadurch entsteht eine Packung für das 22-er Dosiersystem.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen beispielsweise erläutert; es zeigen:
Fig. 1 eine Verpackung für ein 22-er Dosiersystem nach diesem Zusatzpatent für ein schwangerschaftsverhütendes Mittel in Draufsicht ohne Deckel;
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1;
Fig. 3 den Formteil (Durchdrückpackung) der Verpackung gemäss Fig. 1 in Draufsicht;
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3;
Fig. 5 eine perspektivische Ansicht der Verpackung gemäss Fig. 1 mit Deckel in verkleinerter Darstellung.
Der die Durchdrückpackung bildende Formteil 1 besteht aus einer Folie 2 aus relativ zähem Material, beispielsweise weichgemachtem Polyvinylchlorid, mit tiefgezogenen Behältnissen 3 und 3' für die Tabletten 4 des schwangerschaftsverhütenden Präparates, sowie einer Deckfolie 5 aus relativ leicht zerreissbarem Material, beispielsweise Aluminium. Der Formteil 1 weist zumindest eine seitliche Aussparung, ein Loch 6' od. dgl. auf. Von den darstellungsgemäss insgesamt zweiundzwanzig Behältnissen 3, 3' sind einundzwanzig (Behältnisse 3) auf zwei konzentrischen Kreisen und eines (Behältnis 3') im Zentrum angeordnet.
Der Formteil 1 ist auf dem. Dosenunterteil 9 aus steifem Material, beispielsweise Polyäthylen, fest fixiert, wobei ein Nocken od. dgl. Element (nicht dargestellt) des Dosenunterteils den Formteil 1 übergreift und dessen Abheben verhindert, während ein in das Loch 6' des Formteils 1 greifender Stift 11 seine Verdrehung blockiert. Der Formteil kann anderseits auch punktweise mit dem Dosenboden verklebt sein. Der Dosenunterteil 9 weist auf zwei konzentrischen Kreisen einundzwanzig Durchbrechungen 12 auf, die in Anzahl, Form und gegenseitiger Lage mit den konzentrisch angeordneten Behältnissen 3 des Formteils 1 genau übereinstimmen, und die mit den Behältnissen 3 in genaue Deckung gebracht sind.
Der Dosenunterteil 9 weist ausserdem ein zentrales Loch 12' auf, welches genau unterhalb des zentralen Behältnisses 3' des Formteils 1 liegt.
Die Tagesskala 16 ist kreisförmig auf die Folie 2 gedruckt, wobei die aufeinanderfolgenden Wochentage in radialer Richtung geschrieben sind. Der Abstand der Beschriftungen ist derart, dass die einundzwanzig in den beiden Kreisen liegenden Tablettenbehältnissse 3 des Formteils in die radialen Verlängerungen der einundzwanzig hintereinanderfolgenden Wochentagbeschriftungen liegen. Die zweiundzwanzigste Tablette ( letzte Tablette ) ist durch ihre zentrale Sonderlage hervorgehoben.
Die Tabletten werden der Packung entnommen, indem die Behältnisse 3 und gegebenenfalls 3' durch die Durchbrechungen 12 bzw. 12' im Dosenunterteil 9 gedrückt werden, wobei die entsprechende Partie der Aluminiumdeckfolie 5 zerreisst, und die Tablette herausfällt. Wurde an einem Wochentag die Einnahme einer Tablette vergessen, so ist das Versehen aus dem Vorhandensein des noch intakten Behältnisses, welches dem betreffenden Wochentag zugeordnet ist, genau ersichtlich. Derart ist eine zuverlässige Kontrolle möglich.
Der Dosenunterteil kann durch einen abnehmbaren Deckel 17 aus undurchsichtigem Material, z. B. Poly äthylen abgedeckt sein.
Hierdurch werden die im durchsichtigen Formteil verpackten Tabletten zusätzlich gegen Lichteinwirkung geschützt.
Die Erfindung ist nicht auf das obige Ausführungsbeispiel eingeschränkt. Insbesondere kann - wie bereits eingangs erwähnt - die Tagesskala auch auf dem Rand des Dosenunterteils markiert sein, der dann verbreitert ist. Weiter kann die Skala mit durch die einzelnen Wochentage bis zum äusseren Tablettenring oder dem Rand des Formteils führenden Markierlinien versehen sein. Ferner kann bei durchsichtiger Folie 2 die Skala auch auf die Deckfolie 5 gedruckt sein.