Elektromagnetisches Relais Die vorliegende Erfindung betrifft ein elektromagne tisches Relais mit einem feststehenden, einen bewickel ten Spulenkörper tragenden Eisenkern und einem auf einem mit dem Eisenkern verbundenen Joch beweglich gelagerten, mindestens ein Kontaktglied betätigenden Klappanker.
Die bekannten Klappankerrelais weisen meist einen Eisenkern mit kreisförmigem Querschnitt auf. Das eine Ende des Eisenkerns ist an einem bandförmigen, ab gewinkelten Joch befestigt, beispielsweise durch Vernie ten, Verste:mmen usw. Auf den Kern ist ein bewickelter, mit Flanschen versehener Spulenkörper aufgebracht.
Der Anker, der als angenähert rechtwinkliges Winkelstück oder als Platte ausgebildet sein kann, ist üblicherweise am ;einen sich etwa auf der gleichen Höhe wie das freie Ende des Eisenkerns befindlichen Jochende an gebracht, und zwar entweder mittels einer am Jochende vorgesehenen Schneide, auf welcher die Innenkante des abgewinkelten Ankers gelagert ist, oder mittels eines ferromagnetischen, dünnen und federnden Blechstreifens, der sowohl am Jochende als auch an der Ankerplatte befestigt ist.
Diese bekannten Ausbildungen des Magnetkreises elektromagnetischer Relais weisen verschiedene Nach teile auf. Der Hauptnachteil liegt darin, dass der Verlauf des magnetischen Flusses an der Übergangsstelle vom zylinderförmigen Kern zum bandförmigen Joch sowie zum ebenfalls band- oder plattenförmigen Anker un günstig ist und einen beträchtlichen, für die Betätigung des Relais nichtnutzbaren Streufluss verursacht. Zudem ist eine wirksame, die Korrosion verhindernde Oberflä chenbehandlung der Eisenteile an der Befestigungsstelle des Kerns am Joch erschwert und nicht mit Sicherheit zu erreichen.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist, die angeführ ten Nachteile zu vermeiden.
Erfindungsgemäss ist das elektromagnetische Relais dadurch gekennzeichnet, dass der Kern und das Joch einstückig als mindestens zweifach abgewinkelter Körper ausgebildet sind, und dass Kern und Joch je mindestens angenähert recheckigen Querschnitt aufweisen.
Das freie Jochende kann eine Schneide zur Lagerung eines abgewinkelten Ankers aufweisen, dessen Innenseite in einem Abstand von der Winkelinnenkante mit einer der Schneide entsprechenden Nut versehen ist.
Der Anker kann dem Druck einer ihn an die Schneide anpressenden Spannfeder ausgesetzt sein, die vorzugsweise als langgestreckte und gebogene Drahtfeder ausgebildet ist, welche in einer auf der Aussenseite des Ankers der Nut gegenüberliegend angeordneten Rille an greift.
Die Länge der Schneide und die Breite des Ankers an der Stelle der zur Aufnahme der Schneide vorgese henen Nut können mit Vorteil grösser sein als die Breite des Kerns, um eine Querschnittsverminderung für den Magnetfluss an dieser Stelle, zu vermeiden. Es kann fer ner das mit der Schneide versehene Jochteil einen An schlagnocken für den Anker aufweisen, um einen Luft spalt zwischen dem Jochteil und dem Anker zu bewir ken.
Am Joch kann mindestens ein vom Anker betätig- bares Kontaktglied befestigt sein, auf welches das die Nut aufweisende, abgewinkelte Ankerteil mit seiner auf der einen und/oder anderen Seite der Nut liegenden, äusseren Fläche durch Druck und/oder Zug wirkt.
Zur Befestigung des Relais und/oder der Kontakt glieder kann das Joch mit Lappen versehen sein. Es kann hierzu das die Schneide aufweisende Jochteil mit zwei rechtwinklig zum Jochteil angeordneten, z. B. ab gebogenen Lappen versehen sein, die auch mit je einem Loch zum Einstecken und Halten der Drahtfeder verse hen sind.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeich nung beispielsweise erläutert. Es zeigen: Fig. 1 ein Relais ohne Spule und ohne Kontaktglie der, in isometrischer Teilmontage-Darstellung, Fig. 2 das zusammengestellte Relais der @Fig. 1, in einem senkrechten Schnitt, Fig. 3 einen bewickelten Spulenkörpex für das Re lais der Fig. 1 in isometrischer Darstellung, Fig. 4 ein Schalterpaket für das Relais der Fig. 1, in isometrischer Darstellung,
Fig. 5-7 weitere Ausführungsformen des Relais der Fig. 1 mit einem bewickelten Spulenkörper und mit Kontaktgliedern, halbschematisch in einem senkrechten Schnitt und zum Teil ausschnittweise, Fig. 8 und 9 Einzelheiten der Anschlüsse des be wickelten Spulenkörpers der Fig. 3, in isometrischer Darstellung.
Gemäss den Fig. 1 und 2 weist das Magnetsystem eines elektromagnetischen Relais einen Kern 1, ein recht winklig zum Kern 1 angeordnetes, erstes Jochteil 2, und ein zweites, rechtwinklig zum ersten Jochteil 2 und demnach parallel zum Kern 1 angeordnetes, zweites Jochteil 3 auf. Der Kern 1 und die Jochteile 2 und 3 sind durch Abwinkeln eines ausgestanzten Eisenblech streifens einstückig ausgebildet und weisen deshalb alle angenähert den gleichen, rechteckigen Querschnitt auf.
Das Ende des Jochteils 3, das kürzer als der Kern 1 ist, weist eine nach aussen gerichtete Schneide 4 auf, welche beispielsweise durch Pressen des Blechstreifens in einem entsprechenden Presswerkzeug hergestellt ist. Ferner ist das Jochteil 3 auf seiner Aussenseite mit einem beispielsweise zylinderförmigen Nocken 5 (Fig. 2) ver sehen, der mit Vorteil ebenfalls aus dem Blechstreifen gedrückt ist.
Die Schneide 4 ist zur Lagerung eines Klappankers 6 vorgesehen, der die Form eines aus einem Eisenblech streifen abgebogenen Winkelstückes aufweist, dessen einer Ankerteil 7 senkrecht zum Kern 1 angeordnet ist und im in Fig. 2 dargestellten unerregten Zustand des Re lais mit der Stirnfläche des Kerns 1 einen Luftspalt 8 bil det. Das andere abgewinkelte Ankertail 9 ist mit einer dreieckförmigen Quernut 10 versehen, welche der Auf nahme der Schneide 4 dient und mit dieser zusammen das Lager 'für den Klappanker 6 bildet.
Die Nut 10 ist hierbei in -einem Abstand von der Innenkantes 11 des Ankers 6 angeordnet, beispielsweise etwas in der Mitte in Längsrichtung des Ankerteils 9. Das Ankerteil 9 wird hierbei einerseits. durch die vorstehende Schneide 4 und anderseits durch den Nocken 5, gegen welchen das Ankerteil 9 an seinem Ende anschlägt, in einem einen Luftspalt 12 zwischen der Innenfläche des Ankerteils 9 und der Aussenfläche des Jochteils 3 bildenden Abstand gehalten.
Um den Anker 6 am Jochteil 3 festzuhalten und das Ankerteil 9 gegen die Schneide 4 zu drücken, ist eine Spannfeder 13 vorgesehen, die als langgestreckte, gebogene Drahtfeder ausgebildet ist. Zur Verankerung der Spannfeder 13 weist das Jochteil 3 zwei rechtwink lig abgebogene Lappen 14 auf, in welchen je ein klei nes Loch 15 zum Einstecken und Halten der Spann feder 13 vorgesehen ist. Damit sich die Spannfeder 13 in den Löchern 15 nicht bewegen kann, weist jedes Loch 15 eine zugespitzte Form auf, wobei die Spannfeder in diese Spitze zu liegen kommt. Zur Fixierung der Lage der Spannfeder 13 auf dem Ankerteil 9 ist dieses mit einer Rill- 16 versehen, deren Verlauf der gebogenen Form der Spannf-der angepasst sein kann.
Die Rille 16 kann genau gegenüber der Nut 10 angeordnet sein, so dass von der Spannfeder 13 nur eine das Ankerteil 9 auf die Schneide 4 drückende Kraft ausgeübt wird. Die Rille kann aber auch etwas unterhalb der Nut 10 an gebracht werden, so dass dann auf das Ankerteil 9 von der Spannfeder 13 ein zusätzliches Drehmoment aus geübt wird, welches das Ankerteil gegen den Nocken 5 drückt.
Um zu verhindern, dass der Anker 6 durch Erschüt terungen gegen die Spannfeder 13 von der Schneide 4 weggeschoben wird, sind als mechanische Ankerrück- haltung an der Innenseite der Lappen 14 zwei Nocken 17 angebracht, welche mit Vorteil aus dem Material der Lappen gedrückt sind und die eine Ankerbewegung begrenzen.
Die Lappen 14 bilden vorzugsweise einen Teil des Blechstreifens, aus welchen der Kern 1 und die Joch- teile 2 und 3 abgebogen sind. Dies lässt sich durch Ausstanzen einer entsprechenden Blechform und an- ,schliessendes Abbiegen der Lappen in einfacher Weise erzielen. Die Lappen 14 dienen gleichzeitig als Träger für ein oder mehrere Kontaktglieder, die durch den Anker 6 mechanisch betätigt werden, und sind zu die sem Zweck mit verschiedenen Öffnungen, z. B. ;einem am Rande des Lappens 14 offenen Schlitz 18, einem weiteren, ebenfalls am Rande des Lappens 14 offenen, abgewinkelten Schlitz 19 und einem runden Loch 20 versehen.
Als eine Ausführungsform zwischen den Lappen 14 befestigbarer Kontaktglieder ist in Fig. 4 ein gekapsel- te@s Schaltglied 21 dargestellt und in Fig. 2 angedeutet, das aus zwei nebeneinander angeordneten Schnappschal tern mit quadeiförmigen Gehäusen besteht, deren ge samt,, Breite dem innern Abstand der beiden Lappen 14 entspricht.
Das Schaltglied 21 weist auf seinen Aussenflächen je zwei Nocken 22 und auf einer seiner Schmalseiten zwei Druckstifte 23 auf, wobei die Druckstifte 23 in bekannter Weise zur Betätigung jedes der Schnappschal ter vorgesehen sind. Die Druckstifte 23 sind in Verdik- kungen 24 angeordnet, welche eine grössere Führungs länge für die Druckstifte bewirken. Auf der unteren Schmalseite des Schaltgliedes 21 sind mehrere Anschluss- elemente 25 angeordnet, die mit entsprechenden Kon taktstücken des Schaltgliedes 21 verbunden sind.
Die Anschlusselemente 25 können beispielsweise als Flach kontakte zum .Einstecken in Einzel-Flachsteckelemente oder meinen entsprechenden, separaten Steckerteil, oder als Lötfahnen zum Verlöten von Anschlussdrähten ver wendet werden. Die Anschlusselemente 25 können auch eine zum Einstecken und Einlöten :in gedruckte Schal tungen oder zum Umwickeln mit einem Schaltdraht ge eignete Form aufweisen.
Zur Befestigung des Schaltgliedes 21 wird dieses zwi schen die Lappen 14 gebracht, wobei die Nocken 22 in die Schlitze 18 und 19 eingeführt werden. Da der Schlitz 19 abgewinkelt ist, können die Nocken 22 in die in Fig. 2 dargestellte Endlage gebracht werden, ohne dass ein vorgängiges Aufbiegen der Lappen 14 nötig wäre.
Zur Fixierung des Schaltgliedes 21 zwischen den Lappen 14 wird der den innern Teil des Schlitzes 19 begrenzende Teil des Lappens 14 um den Nocken 22 nach innren gebogen, wozu eine Zange oder dergleichen im Loch 24 und am Lappenrand angesetzt werden kann. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, liegt das Ende des Ankerteils 9 mit seiner Aussenfläche am Druckstift 23 des Schaltgliedes 21 an.
Das in jedem Lappen 14 vor gesehene Loch 20 kann ausser zur Montage des Schalt gliedes 21 auch zur nachträglichen Befestigung ,einer Schutzhaube für das Relais benützt werden, wobei die Schutzhaube auf ihrer Innenseite mit in die Löcher 20 einrastbaren Nocken versehen ist. Zur Erregung des Relais ist ein den Kern 1 um gebender bewickelter Spulenkörper vorgesehen, der bei spielsweise in Fig. 3 dargestellt ist. Der Spulenkörper weist einen oberen und einen unteren Flansch 26 bzw. 27 auf und ist mit einer Wicklung 28 versehen.
Der Spulemkörper ist mit einer Öffnung für den Kern 1 ver sehen, deren Querschnitt dem Querschnitt des Kerns 1 entspricht. Die Enden der Wicklung 28 sind an meh rere Anschlusselemente 29 geführt und mit diesen ver bunden. Mit Vorteil sind die Anschlusselemente 29 in gleicher Weise ausgebildet wie die Anschlusselemente 25 des Schaltgliedes 21 und weisen auch die gleiche Länge auf.
Zur Befestigung des bewickelten Spulenkörpers auf dem Kern 1 (Fig. 1) ist jede der beiden Schmalseiten des Kerns mit einer Kerbe 30 versehen. Die. öffnung des Spulenkörpers für den Kern 1 weist zwei entspre chende Nocken (nicht dargestellt) auf, so dass diese beim Aufschieben des Spulenkörpers auf den Kern 1 in die Kerben 30 einschnappen und dadurch den Spulenkörper festhalten.
Der untere Flansch 27 ist auf seiner Aussenseite mit einer Ausnehmung 31 versehen, welche zur Aufnahme des Jochteils 2 (Fig. 1) vorgesehen ist. Dadurch wird erzielt, dass die Unterseite des Relais, also sein Joch- teil 2 und der Spulenflansch 27, eine angenähert ebene Fläche bildet. Auch der obere Flansch 26 ist auf seiner Aussenseite mit einer Ausnehmung 32 versehen, in wel che im eingebauten Zustand das Ende des Kerns 1 (Fig. 1) ragt.
Diese Ausnehmung 32 gestattet es, einen separat dargestellten Kurzschlussring 33 einzulegen, der dann einerseits im versteckten Teil der Ausnehmung 32 und anderseits vom Kern 1, den der Kurzschluss- ring 33 teilweise oder ganz umschliesst, festgehalten wird.
Wenn das Relais als Wechselstromrelais verwendet wird, ist es zweckmässig, den Kurzschlussring 33 so aus zubilden, dass er etwa '/s des Querschnitts des Kerns 1 umschliesst. Die Länge des im Kurzschlussring 33 an geordneten Schlitzes beträgt in diesem Falle also etwa der Breite des Kerns 1. Um die eine Seite des Kurzschlussrings 33 durch den Kern 1 hindurchführen zu können, ist dieser mit einem gestrichelt dargestellten Ausschnitt 34 versehen.
Auch ein gleichstromerregtes Relais kann mit dem Kurzschlussring 33 versehren werden, wenn die Erzielung einer Verzögerung erwünscht ist. In diesem Falle um schliesst der Kurzschlussring 33 den gesamten Quer schnitt des Kerns 1 und weist eine der Breite des Kerns entsprechende Schlitzlänge auf.
Die dem Kern 1 zugewandte Seite des Ankerteils 7 wird in bekannter Weise mit einem in Fig. 1 separat dargestellten Klebblech 35 oder dergleichen versehen, das beispielsweise als Selbstklebefolie ausgebildet sein kann.
Um das Relais befestigen zu können, ist sein Joch- teil 2 gemäss Fig. 1 beidseitig mit einem Lappen 36 versehen, der beispielsweise ein Gewindeloch 37 auf weist. Vorzugsweise sind die Lappen 36 mit dem Joch- teil 2 zusammenhängend und werden gleichzeitig mit dem Kern 1, den Jochteilen 2 und 3 und den Lappen 14 aus einem Blechstreifen ausgestanzt.
Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, kann der Magnetfluss ungehindert vom Kern 1 in das Jochteil 2 übertreten, da an der Übergangsstelle keine Querschnitts unstetigkeiten oder -änderungen vorhanden sind. Vom Jochteil 2 verläuft der Magnetfluss ebenso ungehindert bis zur Schneide 4 des Jochteils 3 und tritt an dieser Stelle in das Ankerteil 9 über. Ein Parallelpfad vom Jochteil 3 zu dem unterhalb der Nut 4 liegenden Anker teil 9 wird hierbei vom Magnotfluss nur in sehr gerin gem Ausmasse benützt, da der Luftspalt 12 einen hohen Widerstand darstellt.
Ein an der Übergangsstelle vom Joch zum Anker, d. h. an der Lagerstelle des Ankers, gegenüber bekannten Relais günstigerer Magnetfluss ist beim beschriebenen Relais dadurch erzielt, dass diese Übergangsstelle an einem flachen Teil und nicht in der Winkelinnenkante 11 des Ankers vorgesehen ist, wo durch sich die Schneide 4 und die Nut 10 genauer aus bilden lassen. Eine durch die Schneide 4 des Jochteils 3 und die Nut 10 des Ankerteils 9 an der Übergangsstelle noch bewirkte Querschnittsverkleinerung für den Ma gnetfluss ist beim dargestellten Relais mindestens an genähert dadurch kompensiert, dass die Länge der Schneide 4 und die Breite des Ankerteils 9 an der Stelle der Nut 10 grösser sind als die Breite des Kerns 1.
Der gleiche Vorteil ist auch für den Übergang des Ma gnetflusses vom Ankerteil 7 auf den Kern 1 vorhanden, indem auch an dieser Stelle Eisenteile mindestens an genähert gleicher Querschnittsfläche und -form vorlie gen.
Neben den genannten, den Verlauf des Magnetflus- ss betreffenden Vorteilen, weist das beschriebene Relais den Vorteil auf, dass das gesamte Magnetsystem ein schliesslich der Befestigungselemente für die Kontakt glieder und das Relais aus einem einzigem Blechstück gestanzt und gebogen werden können, so dass weitere Arbeitsgänge zum Montieren des Magnetsystems und Anbringen von Befestigungselementen entfallen. Dies er laubt deshalb, die Befestigungselemente für das Relais, nämlich die Lappen 30 mit den Gewindelöchern 37, ohne Mehraufwand so anzuordnen, dass das Gewindeloch ausserhalb des Flanschrandes des Spulenkörpers liegt.
Dadurch ist es nicht mehr möglich, mit zu langen Be festigungsschrauben auf den Spulenkörper oder die Wicklung zu drücken und diese zu beschädigen.
Durch das beschriebene Relais. wird 'ferner die, vor teilhafte Möglichkeit erzielt, Ankerteile beidseitig der Lagerstelle des Ankers zur Betätigung von Kontaktglie dern zu verwenden und dadurch mittels einer Druck- und/oder Zugkraft auf die Kontaktglieder zu wirken bzw. eine vorteilhafte Anordnung der Kontaktglieder und des Betätigungselementes für die Kontaktglieder be züglich des Ankers zu erreichen.
In den Fig. 5 bis 7 sind drei Ausführungsbeispiele verschiedenartiger Kon taktglieder halbschematisch im Schnitt dargestellt, wo bei bereits vorbeschriebene, übereinstimmende Teile gleich bezeichnet sind.
Gemäss Fig. 5 weist ein Relais wiederum dien Kern 1, das erste abgewinkelte Jochteil 2 und das zweite ab gewinkelte Jochteil 3 auf, die alle aus einem Stück ge fertigt sind.
Auf der Schneide 4 des Jochteils 3 ist der Anker 6 mit den abgewinkelten Ankerteilen 7 und 9 gelagert. Auf dem Kern 1 ist ein Spulenkörper mit den Flanschen 26 und 27 befestigt, der die Wicklung 28 trägt, welche mit den Anschlusselementen 29 verbunden ist. Ein erster, isolierter, oder aus einem Isoliermaterial bestehender Träger 41 ist am Jochteil 3 befestigt, vorzugsweise an dem in Fig. 5 nicht dargestellten Lappen 14 der Fig. 1 und beispielsweise mit Nocken oder auch Befestigungs schrauben.
Im Träger 41 sind an ihren anschlussseitigen Endren drei Kontaktfedern 42 und 43 eines Umschalt- kontaktes isoliert befestigt. Über ein weiteres Trägerele ment 44 ist eine Stützplatte 45 für die kontaktseitigen Enden der beiden äusseren Kontaktfedern 42 mit Schlit zen für einen Kontaktnachlauf am Träger 41 angebracht. An einer ob..erhalb der durch die Schneide 4 gebildeten Lagerstelle des Ankerteils 9 ist an diesem eine mit einer Öffnung zur Durchführung der einen Kontaktfeder 42 versehene Hubplatte 46 für die mittlere, zu bewegende Kontaktfeder 43 angebracht.
Bei Erregung des Relais wird durch den anziehenden Anker 6 die Kontaktfeder 43 über die Hubplattes 46 in ihre andere Kontaktlage gezogen. Gegenüber bekannten Relais mit ähnlichen Kontaktsätzen erlaubt das beschriebene Relais infolge des Abstandes der Lagerstelle des abgewinkelten Ankers, von seiner Innenkante den Angriffspunkt der am Anker befestigten Hubplatte beliebig nahe an das auf der Kontaktfeder 43 angeordnete Kontaktstück zu verle gen. Dies verhindert ein unkontrolliertes mechanisches Schwingen der Kontaktfedern, wodurch das Prellen der Kontakte bei der Kontaktgabe wirkungsvoll vermieden ist.
Durch Verhinderung des mechanischen Schwingens der Kontaktfedern ist das Prellen der Kontakte in min destens gleichem Ausmasse bei einer nicht dargestellten Anordnung der Kontaktglieder vermieden, die derjeni gen der Fig. 5 ähnlich ist. In dieser weiteren Ausfüh rungsform wirkt die am Ankerteil 3 befestigte Hub platte 46 auf eine Verlängerung der mittleren Kontakt feder 43 ausserhalb ihrer Kontaktstücke, während die am weiteren Träger 44 befestigte Stützplatte 45, die eine Öffnung für die mittlere Kontaktfeder 43 aufweist, die Kontaktfedern innerhalb ihrer Kontaktstücke stützt.
Die beschriebenen Kontaktanordnungen können auch umgekehrt werden, indem die äusseren Kontaktfedern 42 bewegt und die mittlere Kontaktfeder 43 festgehalten werden, wozu wieder entsprechende Stützplatten und Hubplatten vorgesehen werden.
Die gleiche vorteilhafte Wirkung kann gemäss Fig. 6 auch mit kurzen Kontaktfedern 47 und 48 erzielt wer den, die wiederum in dem am Jochteil 3 befestigten Träger 41 verankert sind. Eine Hubplatte 49 ist am Ankerteil 9 unterhalb der durch die Schneide 4 des Jochteils 3 gebildeten Lagerstelle befestigt und greift an einer Verlängerung der mittleren, zu bewegenden Kon taktfeder 48 an. Beim Anzug des Ankers drückt das Ankerteil 9 die Hubplatte 49 und damit die Kontakt feder 48 in die andere Kontaktlage.
In Fig. 7 ist eine Ausführungsform des Relais dar gestellt, bei welcher beide oberhalb und unterhalb der durch die Schneide 4 des Jochteils 3 gebildeten Lager stelle liegenden Wirkflächen des Ankerteils 9 zur Be tätigung von Kontaktstücken ausgenützt sind. In dem am Jochteil 3 befestigten Träger 41 sind zwei Kontakt federn 50 und 51 verankert, von welchen die Kontakt feder 50 mittels des weiteren Trägers 44 auf die ober halb der Ebene der Schneide 4 liegende Seite geführt ist.
Eine weitere Kontaktfeder 52 ist schräg zwischen den Kontaktstücken der Kontaktfedern 50, 51 angeordnet und auf einem mit einer entsprechenden schrägen Flä che versehenen, oberhalb und unterhalb der Schneide 4 am Ankerteil 9 befestigten Isolierträger angebracht. Beim Anziehen des Ankers verschiebt sich die Kontaktfeder 52 als Tangente eines Kreises, dessen Mittelpunkt die Schneide 4 ist und bewirkt Kontakte mit den Kontakt stücken der Kontaktfedern 50, 51, wodurch diese mit einander verbunden werden.
Beim Relais nach Fig. 7 sind also zwei Kontakte in Reihe angeordnet, was das Schalten höherer Spannungen oder ;einer induktiven Last in einfacher Weise ermöglicht.
Das beschriebene Relais kann natürlich auch mit andern Kontaktsätzen bestückt werden, insbesondere mit mehreren, nebeneinander oder übereinander angeordne ten Kontaktgliedern. Von besonderem Vorteil ist der Umstand, dass die Pakete mit den Kontaktfedern, die beispielsweise gemäss Fig. 5 und 6 ausgebildet sind, vorgängig zusammengestellt und z. B. in einem Isolier- träger eingegossen, eingespritzt oder eingepresst werden können.
Dieser Isolierträger wird vorzugsweise mit Nok- ken 22 gemäss Fig. 2 und 4 versehen, so dass sich das Paket der vormontierten Kontaktfedern ohne den Aufwand dem bisher nachteiligen Justierungsarbeiten in der beschriebenen Weise an den Lappen 14 (Fig. 1, 2) befestigen lässt.
In Fig. 8 ist eine besonders vorteilhafte Anordnung der Anschlusselemente für die Wicklung des bewickelten Spulenkörpers der Fig. 3 dargestellt. .Ein Flansch 61, der eine auf dien Spulenkörper aufgebrachte Wicklung 62 begrenzt, ist mit zwei Ausnehmungen 63 und 64 versehen, die etwa quaderförmig und im wesentlichen nur auf der Seite des Flanschrandes. offen sind.
Auf der Innenseite des Flansches 61 ist ein zur Ausneh- mung 63 bzw. 64 hin offener Kanal 65 bzw. 66 an geordnet. Der eine Kanal 65 führt bis zum äusseren Rand der Wicklung 62, also zum Wicklungsende, und der andere Kanal 66 bis zum in Fig. 8 nichtsichtbaren Wickelkörper, also zum Wicklungsanfang. Ferner ist jede Ausnehmung 63, 64 mit einem Schlitz 67 bzw. 68 versehen, der auf der Aussenseite des Flansches 61 angeordnet ist und am Rand des Flansches 61 offen ist. Das andere.
Ende jedes Schlitzes 67, 68 ist zu einer zylindrischen Bohrung 69 bzw. 70 erweitert, die auf der Aussenseite des Flansches 61 offen, auf dessen In nenseite aber geschlossen ist.
Gemäss Fig. 9 ist das in die Ausnehmungen ein zusetzende Anschlusselement 71 als Stift ausgebildet, der nahe seinem einen Ende mit reinem Quersteg 72, 73 versehen ist. Der Quersteg weist einen vorderen Teil 72 und einen verbreiterten Ansatz 73 auf. Die Breite des Ansatzes 73 entspricht hierbei der Höhe der Aus- nehmungen 63, 64 (Fig. 8).
Die Abmessungen des Stif tes 71 im Teil des Quersteges 72, 73 und oberhalb des Steges sind zudem mit den Abmessungen der zylindri schen Bohrungen 69, 70 im Flansch 61 so abgestimmt, dass sich der Stift 71 in den Bohrungen 69, 70 drehen lässt. Der unterhalb des Quersteges 72, 73 liegende Teil des Stiftes 71 kann beliebig ausgebildet sein, beispiels weise gemäss Fig. 9 in einer Form, die zum Einstecken und Einlöten in gedruckte Schaltungen oder zum Um wickeln mit einem Schaltdraht geeignet ist.
Eine andere Ausbildungsform des unteren Teils des Stiftes 71 ist die in Fig. 3 dargestellte Form als Flach kontakt zum Einstecken in ein Einzel-Flachsteckelement oder in einen entsprechenden, separaten Steckerteil, oder zum Verlöten von Anschlussdrähten als Lötfahne.
Das Anbringen der Anschlussstifte 71 im Flansch 71 und das Verlöten der Wickeldrähte mit den An schlussstiften wird in der folgenden Weise vorgenommen: Beim Wickeln der Wicklung 62 wird der Anfang des Wickeldrahtes in den Kanal 66 eingelegt. Das Ende des Wickeldrahtes wird nach dem Wickeln durch den Kanal 65 nach aussen geführt. Hierauf wird die Wick lung in üblicher Weise zum Beäspiel mit Folien ab gedeckt.
Je ein Anschlussstift wird von der Aussenseite des Flansches 61 her in die Bohrung 69 bzw. 70 in Rich tung des Pfeiles 74 eingesteckt, so dass dann der Steg 72, 73 wie in Fig. 8 gestrichelt dargestellt etwa parallel zum Kanal 67 bzw. 68 liegt und über den Rand des Flansches 61 vorsteht. Um die vorstehenden, vorderen Stegteile 72 werden nun die Wicklungsdrähte, die an den flanschrandseitigen Öffnungen der Kanäle 65 und 66 greifbar sind, gewickelt und verlötet. Hierauf werden die Anschlussstifte 71 in Richtung des Pfeiles 75 bzw.
in der gegensinnigen Richtung mit Hilfe einer Zange oder dergleichen um etwa 90 gedreht, so dass der Quer steg 72, 73 gänzlich in das Innere der Ausnehmung 63 bzw. 64 zu liegen kommt. Beim Drehen der Anschluss stifte 71 wird auch der überschüssige Wicklungsdraht in die Ausnehmung 63 bzw. 64 hineingezogen und bil det dort eine Schlaufe.
Schliesslich werden die noch offenen Ausnehmungen 63, 64 mit einem härtenden Kunstharz ausgegossen. Falls die Wicklung 62 mehrere Wicklungsanschlüsse aufweist, wird für jeden nach aussen geführten Wick- lungsanschluss eine entsprechende Ausnehmung zum Einsetzen eines Anschlussstiftes, an welchen der entspre chende Wicklungsdraht angelötet wird, vorgesehen.
Der ganze Spulenkörper mit dem Flansch 61 kann in einem Kunststoff-Spritzverfahren oder Kunststoff-Pressverfahren zusammen mit allen Ausnehmungen, Kanälen und Schlitzen hergestellt werden.
Die beschriebene Ausbildung der Anschlusselemente für die Wicklung und ihre Anordnung im Flansch des Spulenkörpers weist den Vorteil auf, dass beim Verlöten der Drahtenden mit den Anschlussstiften kein Zug auf den Wicklungsdraht ausgeübt wird, wodurch ein Ab reissen des Wicklungsdrahtes vermieden ist. Da sich beim Eindrehen des Quersteges des Anschlussstiftes in die Ausnehmung eine Drahtschlaufe bildet, ist auch bei die sem Vorgang mit Sicherheit ein Abreissen des Drahtes vermieden.
Da der Anschlussstift ferner nach dem Ver giessen der Ausnehmung mindestens angenähert von aus gehärtetem Kunstharz umgeben ist, besteht nur noch eine sehr geringe Gefahr, dass beim Anlöten eines Ver bindungsdrahtes an den Anschlussstift die übertragene Wärme den beispielsweise niederschmelzenden Flansch so stark erhitzt, dass sich der Anschlussstift im Flansch lockern oder gar aus dem Flansch herausfallen kann.
Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass die Draht enden nirgends an die Oberfläche der Innen- und Au ssenseite des Flansches treten, sondern überall durch eine isolierende Schicht von Flanschmaterial gegenüber der Wicklung und der Aussenseite abgedeckt sind. Das gleiche ist auf der Innenseite des Flansches für den Anschlussstift der Fall.