CH480717A - Längswasserdichtes Fernmeldekabel - Google Patents
Längswasserdichtes FernmeldekabelInfo
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Classifications
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Description
Längswasserdichtes Fernmeldekabel Die vorliegende Erfindung betrifft ein längswasser dichtes Fernmeldekabel mit einer aus Adern mit einer feuchtigkeitsunempfindlichen Hohlraum- oder Volliso lation bestehenden Kabelseele.
Bei Fernmeldekabeln ist es bekanntlich erforder lich, das Eindringen von Feuchtigkeit in das verlegte Kabel nach Möglichkeit zu verhindern oder zumindest das Eindringen von Feuchtigkeit auf einen kleinen Raum zu beschränken. In ganz besonderem Masse gilt dies für Fernmeldekabel, deren Kabelseele aus Adern mit einer feuchtigkeitsunempfindlichen Hohlraumisola- tion oder einer Vollisolation aus Kunststoff besteht, oder Adern deren Isolationsfläche allseitig geschlossen und aus einem feuchtigkeitundurchlässigen Material aufgebaut ist.
Bei solchen Adern vermag sich nämlich ins Kabel eingedrungenes Wasser zwischen der Kabel seele und dem Mantel, aber auch in den durch die Adern gebildeten Zwickeln in längsaxialer Richtung der Kabelseele auszubreiten. Dies kann dazu führen, dass erst nach geraumer Zeit der Wassereinbruch be merkt wird, sei es dass an irgendeiner Stelle einer Ader ein Isolationsfehler vorliegt und dadurch diese Ader über das Wasser am Erdpotential zu liegen kommt, oder sei es, dass das Wasser an eine Verbindungs- oder Abzweigungsmuffe gelangt ist und dort einen Kurz- schluss zwischen den Adern hervorruft.
Da nunmehr ein relativ langes Stück Kabel unter Wasser steht, ist es meist erforderlich das Kabel auszuwechseln, denn es ist recht schwierig und zeitraubend die eigentliche Wassereinbruchstelle im Mantel zu finden, diese zu verschliessen und das Kabel wieder betriebstüchtig zu machen.
Um diese Wanderung des Wassers innerhalb eines Fernmeldekabels zu unterbinden, ist bereits vorge schlagen worden, einen aufschäumbaren Kunststoff in und um die Kabelseele anzubringen, der dann in aufge schäumtem Zustand eine absolute Längswasserdichtig- keit des Kabels ergibt. Dieser Vorschlag hat auch recht gute Ergebnisse bezüglich der Längswasserdichtigkeit gezeigt, jedoch besteht ein erheblicher Nachteil dieses Vorschlages darin, dass das Kabel, nachdem der Kunststoff ausgeschäumt ist, eine so hohe Steifigkeit aufweist, dass es nahezu nicht mehr aufgetrommelt werden kann.
Versuche, die erforderliche Flexibilität durch Variation des Aufschäumgrades zu erreichen, sind fehlgeschlagen, da bei einer Erhöhung des Auf- schäumgrades und damit bei wachsender Flexibilität die Längswasserdichtigkeit erheblich sinkt, so dass bei Erreichen der erforderlichen Flexibilität die ge wünschte Längswasserdichtigkeit nicht mehr vorhan den ist.
Das erfindungsgemässe Fernmeldekabel ist dadurch gekennzeichnet, dass mindestens um die Kabelseele eine Schicht aus einem bei Zutritt von Wasser ein Gas entwickelndes Material vorgesehen ist.
Das Kabel wird also nicht bereits während der Fer tigung längswasserdicht ausgebildet, sondern es ist lediglich längswasserdichtfähig aufgebaut und die Längswasserdichtigkeit wird erst nach der Verlegung, wenn also die Flexibilität keine Rolle mehr spielt, er zeugt, und zwar nur an der Stelle, an der ein Wasser einbruch auftritt. Die Abdichtung erfolgt dadurch, dass an der Stelle des Wassereinbruchs das dort vorhan dene, bei Zutritt von Wasser ein Gas entwickelnde Material örtlich Gas entwickelt und dadurch die Was sereinbruchstelle verstopft. Der in und an der Ein bruchstelle herrschende Druck des Gases ist dem von aussen wirkenden Wasserdruck entgegengesetzt. Das Zufliessen des Wassers in das Kabel endet dann, wenn beide Drücke einander dem Betrage nach gleich sind.
Nach einiger Zeit wird der Gasdruck durch Druckaus gleich mit den benachbarten Kabelstücken absinken, so dass weiteres Wasser in das Kabel eindringen kann, dort wiederum ein Gasen hervorruft, was den Gas druck erhöht und damit ein weiteres Eindringen des Wassers verhindert Schliesslich wird nach einiger Zeit das gesamte Kabel unter einem konstanten Gasdruck stehen, der dem Betrag nach gleich gross ist, wie der an der Was sereinbruchstelle herrschende Wasserdruck, so dass nunmehr in das Kabel kein Wasser mehr einzudringen vermag.
Ein solches Kabel hat den Vorteil, dass, zumindest bei Verwendung eines geeigneten Gas bildenden Mate rials, die Fehlerortung durch das an der Wasserein- bruchstelle ausströmende Gas sehr einfach sein kann. Darüber hinaus kann durch Auswahl geeigneter, Gas entwickelnder Materialien eine Störung der übertra- gungseigenschaften des Kabels vermieden werden, da das Wasser durch die chemische Reaktion vollständig in Gas umgesetzt werden kann und somit die Dielektri- zitätskonstante und damit die Kapazität zwischen den einzelnen Adern kaum verändert wird.
Die sonst bei einem Wassereinbruch üblicherweise vorhandene Dämpfungserhöhung und Reflexionsstelle, die sich zu- gegebenermassen kaum störend auf die übertragungs- eigenschaften auswirken, entfällt bei einem solchen Kabelaufbau ganz.
Das Gas entwickelnde Material kann in sämtlichen, im Kabel auftretenden Hohlräumen - wie in den Zwik- keln zwischen den Adern und den Adern und dem Mantel - vorhanden sein. Da das Gas jedoch in sämt liche Zwischenräume gelangen kann, genügt es in den meisten Fällen für die geforderrter Längswasserdichtig- keit, wenn nur um die Kabelseele eine entsprechende Schicht angeordnet ist.
Das bei Zutritt von Wasser Gas entwickelnde Material ist mit Vorteil gleichmässig über die gesamte Kabellänge aufgebracht. Dies erleichtert einmal den Aufbringvorgang und gewährleistet zum anderen, ins besondere wenn nur um die Kabelseele eine entspre chende Schicht angeordnet ist, dass ein Wasserein bruch grundsätzlich zuerst auf die Gas entwickelnde Materialschicht trifft, das Wasser also nicht zwischen den Adern hindurch in das Kabelinnere gelangen kann.
Als Schichtenmaterial können alle bei Zutritt von Was ser Gas entwickelnde Materialien verwendet werden, mit Vorteil solche, bei denen während des chemischen Prozesses keine Säuren, Laugen oder andere agressive Flüssigkeiten entstehen, wie beispielsweise Karbide, Calciumhydrid, Calciumoxyd, einige Erdalkalimetalle ete. Diese Stoffe können in Form einer zähflüssigen Masse aufgebracht werden, aus fertigungsteehnischen Gründen jedoch am zweckmässigsten in feinpulveri sierter Form, wobei das pulverförmige Material über eine Lackschicht auf die einzelnen Lagen und/oder den einzelnen Adern festgelegt ist.
Die Wahl der Schichtdicke hängt im wesentlichen von dem verwendeten Material bzw. von dessen Gas bildung ab. So kann bei einem Material mit einem hohen Gas-Materialvolumen-Verhältnis die Schicht relativ dünn ausgebildet sein, während bei einem nie deren Gas-Materialvolumen-Verhältnis eine dickere Schicht notwendig ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Längswasserdichtes Fernmeldekabel mit einer aus Adern mit einer feuchtigkeitsunempfindlichen Hohl raum- oder Vollisolation bestehenden Kabelseele, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens um die Kabelseele eine Schicht aus einem bei Zutritt von Was ser ein Gas entwickelndes Material vorgesehen ist. UNTERANSPRÜCHE 1. Längswasserdichtes Fernmeldekabel nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein bei Zutritt von Wasser ein Gas entwickelndes Material vorgesehen ist, bei dem bei der Gasentwicklung keine agressiven Flüssigkeiten entstehen. 2.Längswasserdichtes Fernmeldekabel nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, dass die aus bei Zutritt von Wasser ein Gas entwickelnde Schicht oder Schichten aus einem fein pulverigen Material bestehen, das über eine Lack schicht auf den einzelnen Lagen und/oder den einzel nen Adern festgelegt ist. 3. Längswasserdichtes Fernmeldekabel nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die aus bei Zutritt von Wasser ein Gas entwickelnde Schicht oder Schichten gleichmässig über die gesamte Kabellänge aufgebracht sind.
Applications Claiming Priority (2)
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1968
- 1968-10-12 CH CH479869A patent/CH480717A/de not_active IP Right Cessation
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