Fahrstrassenanlage Die Erfindung betrifft eine Fahrstrassenanlage. Die bisher bekannten Fahrstrassenanlagen mit Ein bahnverkehr, deren Fahrbahnen der in Längs- und Quer richtung verlaufenden Fahrbahnscharen sich grössten- teils im rechten Winkel kreuzen, bringen zufolge ihrer kleinen Kreuzungsflächen erhebliche Gefahren und Schwierigkeiten mit sich, da im Einbahnverkehr aus zwei Richtungen eintreffende Fahrzeuge bei Beibehaltung der Fahrtrichtung eine Fahrbahn überqueren müssen. Viele Fahrer verursachen dabei Unfälle, weil sie die Geschwin digkeit der Fahrzeuge auf der zu überquerenden Fahr bahn nicht richtig einschätzen können.
Bei einer Ver kehrsregelung durch Ampeln und dergleichen werden die Gefahren zwar etwas herabgesetzt, doch entsteht an jeder dieser Kreuzungen durch Anhalten und Warten auf Frei gabe der Fahrtrichtung ein grosser Zeitverlust. Ausser- dem wird durch den dauernden Wechsel von Geschwin digkeitsminderung, Halten und Anfahren ein hoher Brenn stoffverbrauch sowie starker Lärm verursacht.
Das Ziel der Erfindung besteht vor allem darin, un ter Berücksichtigung des ständig wachsenden Fahrzeug verkehrs eine Fahrstrassenanlage zu schaffen, über de ren Kreuzungen die Fahrzeuge ohne Unterbrechung in ständigem Verkehrsfluss gefahrlos fahren können, bei denen eine besondere Verkehrsregelung überflüssig ist und das heutige Verkehrsproblem vollständig gelöst wird.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass von den in mindestens einer Verkehrsebene verlaufenden, ein- oder mehrspurigen Fahrbahnen zweier sich kreu zender Fahrbahnpaare mit Einbahnverkehr entgegenge setzter Richtung jeweils mindestens ein Teilstück von praktisch polygonaler Form gebildet ist, das aus annä hernd symmetrisch nach links und rechts gerichteten Kurven und dazwischen liegenden geraden oder geboge nen Fahrbahnabschnitten besteht, und dass die beiden Fahrbahnpaare sich auf den zwischen den Kurven lie genden Fahrbahnabschnitten im spitzen Winkel kreuzen.
Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Fahr strassenanlage gemäss der Erfindung näher beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 bis 3 die Fahrstrassenanlage im Grundriss, Fig. 4 die Fahrstrassenanlage in Perspektive, Fig.5 die schematische Darstellung mehrerer Aus führungsformen der Fahrstrassenanlage.
Die in Fig. 1 dargestellte Fahrstrassenanlage weist mehrere sich kreuzende Fahrbahnpaare auf, deren Ein bahnverkehr aufweisende Fahrbahnen aus abwechselnd nach links und rechts umbiegenden Fahrbahnkurven a und c sowie dazwischen liegenden Fahrbahnabschnitten b bestehen. Die Kurven der Nachbarfahrbahnen eines Fahrbahnpaares sind entgegengesetzt umbiegend angeord net. Die Nachbarfahrbahnen besitzen entgegengesetzten Einbahnverkehr. Die Fahrbahnpaare kreuzen sich auf den Fahrbahnabschnitten b im spitzen Winkel, und zwar beispielsweise an der Kreuzung x in einem Winkel von etwa 30 , an der Kreuzung y in einem solchen von etwa 15 und an der Strecke z von wenigen Grad.
Die mit d bezeichneten Flächen zwischen den Kurven a und c kön nen beliebig bebaut, als Schutzinsel für Fussgänger ein gerichtet und auch mit Blendschutz ausgestattet werden.
Die Fig. 2 und 3 zeigen eine Strassenkreuzung, bei der aus vier Richtungen zusammentreffende Strassen mit Gegenverkehr m,, m2, m3 und m4 an ein Teilstück der Fahrstrassenanlage angeschlossen sind, das aus vier Paa ren von Abschnittskreuzungen b mit ihren Kurven a und c besteht und in zwei einander gegenüberliegenden Strassenwinkeln angeordnet ist. In Fig. 2 ist ein Teil stück der Fahrstrassenanlage mit spitzen Kreuzungswin keln und in Fig. 3 mit Kreuzungswinkeln von wenigen Grad dargestellt.
Bei dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel sind an drei übereinander angeordnete Teilstücke der Fahrstrassenanlage vier 12spurige Autobahnen ml + m5 + m.., m.-+ m, T m,o, m3 + m7 + m11, ml + m5 + m,= angeschlossen,
wobei die Doppelspurenpaare m5 - m$ und m9 - m,., in die zweite und dritte Ver kehrsebene geführt sind.
Fig. 5 zeigt in schematischer Darstellung die Anord nung einer Altstadt C, die in höherer Verkehrsebene Teilstücke der Fahrstrassenanlage als Kreuzungen be sitzt, und die Anordnung der Fahrstrassenanlage einer Trabantenstadt D. die verkehrstechnisch mit der Altstadt C verbunden ist. Anschliessende Fernstrassen weisen Kreuzungen auf, die aus Teilstücken Ei und E, bestehen.
Bei E_ ist die Kreuzung um weitere Abschnittskreuzungs- paare mit ihren Kurven erweitert worden, die als an- schliessendes Einkaufszentrum oder Siedlung ausgebaut sein können, Auf der beschriebenen Fahrstrassenanlage begegnen sich die Fahrzeuge mit verschiedenen Zielrichtungen zu folge des spitzen Kreuzungswinkels stets gefahrlos mit fast gleicher Fahrtrichtung. Sie fahren mit höchster Si cherheit über die vergrösserte Kreuzungsfläche, die sie danach im gleichen Winkel wieder verlassen. Über die Kurven b; wegen sich die Fahrzeuge zur nächsten Kreu zung.
Bei einen Zielrichtungswechsel ordnen sich die Fahrzeuge am Kreuzungspunkt in etwa gleicher Fahrt richtung in die Zielrichtung der kreuzenden Fahrbahn ein. Je spitzer der Winkel zwischen den sich kreuzenden Fahrbahnabschnitten ist, desto grösser ist die Sicherheit auf der Fahrstrassenanlage und ihre Leistungsfähigkeit. Der Weg auf diesen neuartigen Fahrbahnen ist etwa um die Kurven länger als bei den bekannten, sich im rechten Winkel kreuzenden Fahrbahnen. Dafür wird aber das Fahrtziel in ununterbrochenem Verkehrsfluss in weit kürzerer Fahrzeit erreicht und eine sehr viel grössere Verkehrssicherheit erzielt.
Vorteilhaft sind zwei benachbarte Teilstücke der Fahrstrassenanlage vorgesehen, die aus vier Paaren von Fahrbahnabschnittskreuzungen und ihren Fahrbahnkur ven bestehen und welche im Einbahnverkehr den Fahr zeugverkehr der daran angeschlossenen vier Strassen mit Gegenverkehr aufnehmen; so können die Fahrzeuge im Einbahnverkehr gefahrlos in ununterbrochenem Ver- kehrsfluss in jede Richtung fahren.
Ein derartiges Teil stück der Fahrstrassenanlage kann in Erdebene bzw. in einem Stadtgebiet in höherer Verkehrsebene oder unterir disch in nur einer Verkehrsebene eine Autobahnkreu zung ersetzen. Der für das Teilstück der Fahrstrassen anlage benötigte Raum ist geringer und die Baukosten sind mehrfach niedriger als bei den bekannten Auto bahnkreuzungen.
Mit dieser Fahrstrassenanlage ist das Verkehrspro blem auch in Altstädten zu lösen. Beim Neubau von Städten können sie zusätzlich errichtet werden. Beson ders in Altstädten kann die Anordnung in einer höheren oder unterirdischen Verkehrsebene auch das Parkpro blem in den Stadtzentren lösen. wenn an den Fahrbahn rändern Abstellplätze, Parkhäuser und Hochgaragen an geordnet werden und dadurch die Fahrzeuge von einem Parkplatz zum anderen fahren können, ohne mit dem Fussgängeverkehr in Berührung zu kömmen.
Die bekannten Autobahnen besitzen Doppelspuren in beiden Verkehrsrichtungen und ihre Kreuzungen be nötigen zwei Verkehrsebenen. Sollen nun bei einer mehr spurigen Autobahn für die Doppelspurenpaare getrennte Autobahnkreuzungen übereinander gebaut werden, so erfordert beispielsweise eine 12spurige Autobahn mit ihren sechs Spurenpaaren ein Bauwerk in sechs Ver kehrsebenen, das ein sehr ausgedehntes Gelände erfor- dert. Demgegenüber werden mit der beschriebenen Fahr- strassenanlaCe bei der gleichen 12spurigen Autobahn in deren Kreuzungsgelände nur drei der erwähnten Teil stücke benötigt. die übereinander angeordnet an die Spurenpaare der Autobahn angeschlossen werden kön nen.
Es ist demnach möglich, den Fahrzeugverkehr über die erforderlichen Bauwerke in nur drei Verkehrsebenen auf viel kleinerem Geländeraum ohne Spurenwechsel ge fahrlos in ununterbrochenem Verkehrsfluss in jeder Rich tung abzuwickeln und ihn auch beliebig nach Art, Ziel oder Geschwindigkeit zu sortieren. Auch diese Anord nung ist geeignet, in einem Stadtgebiet Anwendung zu finden.