CH483375A - Zündschnur und Verfahren zu deren Herstellung - Google Patents
Zündschnur und Verfahren zu deren HerstellungInfo
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Description
Zündschnur und Verfahren zu deren Herstellung Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Zündschnur mit einer Seele aus Pentaerythrittetranitrat (im folgenden kurz als PETN bezeichnet) und auf ein Verfahren zu deren Herstellung. Solche Zündschnüre dienen im allgemeinen zur Zündung von Sprengstoffen.
Es gibt Zündschnüre mit einer Seele aus PETN, deren Seelen aus feinkörnigem PETN besteht, das von einer Umhüllung geschützt wird. Diese Umhüllung kann aus Textilien oder aus wasserundurchlässigen Überzügen bestehen, ferner aus thermoplastischem Stoff, wie z. B. Polyvinylchlorid oder Polyäthylen. In einem bekannten Verfahren zur Herstellung von Zündschnüren wird trockenes PETN in freifliessender Form kontinuierlich durch eine Düse geschleust, während die Schutzumhül lung darum herum gesponnen oder extrudiert wird. Das PETN wird im Innern der Umhüllung zu einer Seele verfestigt.
Damit wünschenswerte Zündmerkmale im PETN erzielt werden, ist es von Vorteil wenn das Material der Seele eine feinere Durchschnittsteilchen- grösse aufweist, als gerade erforderlich ist, damit das PETN frei durch die Düse fliesst. Es ist deshalb üblich, das PETN in Kristallen von genügender Teilchengrösse herzustellen, damit es frei durch die Düse in die Umhüllung fliesst, wonach die gefüllte Umhüllung einem genügenden quetschenden Druck zu unterziehen ist, um die Kristalle bis zur gewünschten Feinheit zu zerdrücken. Die Zündleistung der Schnur wird bis zu einem gewissen Grad durch die Kristallzerkleinerung bestimmt, die bei diesem Quetschvorgang erfolgt.
Dies ist besonders für Seelen mit geringem Querschnitt gültig, wenn man sehr feinpulvriges PETN zur Gewährleistung einer einwand freien Fortpflanzung der Zündung verwenden muss. Da dieser Quetschvorgang aber schwer zu steuern ist, ist es schwierig, die Eigenschaften der Zündschnur mit Sicher heit zu gewährleisten.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun eine Zündschnur, die eine verfestigte Seele aus gekörntem Pentaerythrittetranitrat aufweist. Es wurde festgestellt, dass die gewünschte Feinheit der PETN-Teilchen in der fertigen Zündschnur leichter eingehalten werden kann, wenn man das PETN zum vorneherein in Form eines Pulvers einer solchen durch schnittlichen Teilchengrösse verwendet, die ungefähr derjenigen entspricht, die in der Zündschnur die gün stigste ist. Das Bindemittel kann ohne Schwierigkeit so gewählt werden, dass die erhaltenen Körner hierauf in normalen Arbeitsvorgängen ohne wesentliche Zerkleine rung gehandhabt werden können, und hierauf die um hüllte Körnermasse ohne weiteres bis zu einer genügen den Dichte zur Gewährleistung einer zuverlässigen Fort pflanzung der Zündung zusammengedrückt werden.
Gegenstand der Erfindung ist daher auch ein Verfah ren zur Herstellung der Zündschnur, das dadurch ge kennzeichnet ist, dass man einen Strom von frei fliessen dem gekörntem Pentaerylthrittetranitrat durch eine Düse in eine Umhüllung schleust, die kontinuierlich um den Pentaerythrittetranitrat-Strom gebildet wird, so dass die ser in der Umhüllung eine Seele aus dem Körnerstrom bildet und hierauf die die Seele enthaltende Umhüllung einem genügenden Druck unterwirft, um die Körner zu zerdrücken und eine die Zündung fortpflanzende Seele zu bilden. Dabei verwendet man mit Vorteil zu Körnern agglomeriertes Pentaerythrittetranitrat, dessen Herstel lung im schweizerischen Patent Nr. 478 729 beschrieben wird.
Die Eigenschaften der erfindungsgemässen Zünd schnur können nach Wunsch geändert werden, indem die Teilchengrösse des PETN, aus dem die agglomerierten Körner hergestellt werden, modifiziert wird. Es ist möglich, die Körner aus PETN von feinerer Teilchen- grösse herzustellen, als normalerweise durch Zerdrücken grösserer Kristalle erzielt werden kann, und infolgedes sen kann nach dem erfindungsgemässen Verfahren Zündschnur hergestellt werden, die eine Seele aus agglomeriertem PETN von feinerer Kristallgrösse hat, als das nach dem bis anhin angewendeten Herstellungs- verfahren erzeugte Zündschnurseelenmaterial.
Dadurch wird es möglich, eine Zündschnur herzustellen, die eine höhere Zündungsgeschwindigkeit bei irgendeiner gegebe nen Ladedichte oder dieselbe Zündungsgeschwindigkeit bei einer niedrigeren Ladedichte aufweist, als dies bei der bis anhin zu Verfügung stehenden Zündschnur der Fall war. Diese Zündschnur mit sehr feinen Seelenmate rialien weist ferner eine erhöhte Empfindlichkeit gegen über Nebeninitiierung und eine bessere Fähigkeit zur Fortpflanzung der Zündung auf. Es ist daher auch möglich, zufriedenstellende Zündschnur von niedrigerer Ladedichte und kleinerem Seelendurchmesser und infol gedessen von geringerer Zündungsgeschwindigkeit als bei der früheren PETN-Zündschnur herzustellen.
Bei der Herstellung der Zündschnur ist es zweckmäs- sig, die frisch gebildete Zündschnur in kontinuierlicher Weise durch eine quetschende Pressvorrichtung, z. B, quetschende Walzen zu führen, um Zerkleinerung und damit die Verfestigung der Körner zu bewirken. Die Schutzumhüllung kann aus einer oder mehreren Mate rialschichten bestehen, doch genügt es normalerweise, wenn lediglich eine einzige Schutzschicht um die PETN- Seele gewickelt wird, bevor die Zündschnur dem verfe stigenden Druck unterzogen wird. Wenn erwünscht, können zusätzliche Umhüllungen aus verschiedenem Material verwendet werden. So kann man z.
B. eine Umhüllung aus einer einzigen Schicht Papier vor dem Quetschvorgang und nach diesem eine Textil- und/oder gegen Wasser schützende Umhüllung anbringen.
Im folgenden Beispiel sind Teile als Gewichtsteile und Prozente als Gewichtsprozente angegeben. <I>Beispiel</I> 9 Teile (Trockengewicht) wasserfeuchtes PETN wur den mit 10 Teilen einer 3 %igen wässrigen Dispersion von Polyvinylacetat Mowilith D (eingetragene Marke) gewaschen, worauf das PETN abgenutscht wurde. Das nasse PETN (10 % Wassergehalt) wurde in eine mit Stauscheiben ausgerüstete zylinderische Polythentrom- mel von 25 cm Durchmesser und 45 cm Länge eingetra gen. Die Trommel wurde 30 Minuten bei 20 Umdrehun gen pro Minute um ihre Achse gedreht, um das PETN zu Körnern zu agglomerieren.
Das granulierte PETN wurde dann 5 Stunden bei 70 C getrocknet und durch ein Sieb mit 1 mm Maschenweite getrieben, das ca. 5 0/0 des PETN aus gröberen Stücken zurückhielt, die nicht leicht zerkleinert werden konnten. Die Eigenschaften des PETN vor und nach der Granulierung sind in Tabelle 1 angegeben.
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<U>Tabelle <SEP> 1</U>
<tb> Vor <SEP> der <SEP> Nach <SEP> der
<tb> Granulierung <SEP> Granulierung
<tb> Schüttdichte <SEP> (g/cm3) <SEP> 0,80 <SEP> 0,56
<tb> Siebanalyse
<tb> Prozentualer <SEP> Durchgang
<tb> durch <SEP> Maschenweite <SEP> 1,2 <SEP> mm <SEP> <B>100</B> <SEP> 100
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<tb> 0,15 <SEP> '1 <SEP> 61 <SEP> 10
<tb> <B>091</B> <SEP> 'l <SEP> 27 <SEP> 7 Das granulierte PETN wurde in einem kontinuierli chen senkrechten Strom durch eine Düse von 0,275 cm Durchmesser in ein Papierrohr gepresst, das durch Wicklung eines 1,5 cm breiten Streifens kontinuierlich gebildet wurde.
Die so gebildete papierumwickelte Kör nersäule wurde durch eine Spinnplatte geführt, die 10 Spulen mit 660 m Juetschnur aufwies, die bei einer Geschwindigkeit von 3 Umdrehungen pro cm um die Säule gewickelt wurde, un dann durch eine zerkleinernde Pressform von 0,25 cm Innendurchmesser gezogen. Ein weiterer Überzug aus Baumwolle wurde in umgekehrter Richtung zur Jute mittels einer Spinnplatte aufgewickelt, die 8 Spulen mit je 6 Baumwollfäden der Fadennummer 30 aufwies, die mit einer Geschwindigkeit von 53 Umdrehungn pro Meter Zündschnur rotierten. In einem gesonderten Arbeitsgang wurde diese halbfertig-- Zünd schnur mittels einer Düse mit einem 0,025 cm dicken Polyäthylen-bÜerzug versehen.
Die fertige Zündschnur hatte eine Seelenladung aus 33 Körnern (0,2 g) PETN pro Meter, deren Explosionsgeschwindigkeit 4500 Meter pro Sekunde betrug.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Zündschnur gekennzeichnet durch eine verfestigte Seele aus gekörntem Pentaerythrittetranitrat. II. Verfahren zur Herstellung einer Zündschnur nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man einen Strom von frei fliessendem gekörnten Pentaery- thrittetranitrat durch eine Düse in eine Umhüllung schleust, die kontinuerlich um den Pentaerythrittetranit- rat-Strom gebildet wird, so dass dieser in der Umhüllung eine Seele aus dem Körnerstrom bildet und hierauf die die Seele enthaltende Umhüllung einem genügenden Druck unterwirft, um die Körner zu zerdrücken und eine, die Zündung fortpflanzende Seele zu bilden. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Zündschnur durch eine quetschende Pressvorrichtung, z. B, durch quetschende Walzen führt. 2. Verfahren nach Patentanspruch II oder Unteran spruch 1., dadurch gekennzeichnet, dass man eine Schicht Papier um die Pentaerythrittetranitrat-Seele wik- kelt, bevor sie dem Druck unterworfen wird.<I>Anmerkung des</I> Eidg. <I>Amtes für geistiges Eigentum:</I> Sollten Teile der Beschreibung mit der im Patentanspruch gegebenen Definition der Erfindung nicht in Einklang ste hen, so sei daran erinnert, dass gemäss Art. 51 des Patentgesetzes der Patentanspruch für den sachlichen Geltungsbe reich des Patentes massgebend ist.
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1965
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