Kinderwagen mit Fahr- und Schlittengestell Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kinderwa gen mit einem Fahr- und Schlittengestell.
Die heutzutage verwendeten Kinderwagen sind im Winter, insbesondere bei hohem und weichem Schnee und bei mit Eisbuckeln bedeckten Wegen, nur sehr schlecht zu handhaben. Als Abhilfe kennt man Schnee kufen aus Holz, die mit den zwei Rädern jeder Seite, gewöhnlich mittels Riemen, verbunden werden können, doch haben sich diese nicht durchsetzen können. Ab gesehen davon, dass solche Kufen im Handel nicht ohne weiteres erhältlich sind, ist ihre Montage, zumal bei kaltem Wetter im Freien mit Handschuhen, unbequem und zeitraubend. Weitere Nachteile bestehen darin, dass sie bei bestimmten Arten der Federung diese versteifen, dass sie den Wagen schwerfällig machen und auch keine Feststellbremse aufweisen.
Die vorliegende Erfindung stellt sich die Aufgabe, einen Kinderwagen mit einem Fahr- und Schlittengestell zu schaffen, bei dem die vorerwähnten Nachteile ver mieden sind und der sich im Winter ohne zusätzlich anzubringende Elemente mit wenigen Handgriffen in ein vollwertiges Schlittengefährt verwandeln lässt. In einer bevorzugten Ausführungsform soll dieser Kinderwagen zudem auch von ungeübten Händen auf ein kleines, fla ches Volumen zusammenklappbar sein, in welcher Form er sich dann auch in Kleinautos leicht unterbringen lässt.
Das Gestell eines solchen Kinderwagens kann mit verschiedenen Aufsätzen - Liegekorb für Säuglinge, Sportwagenaufsatz, Wohnungs-, Auto- und Camping sitz - versehen werden, so dass ein und dasselbe Gestell während des ganzen Jahres für alle Altersstufen eines Kleinkindes und für alle üblichen Zwecke verwendbar ist.
Der erfindungsgemässe Kinderwagen besitzt ein Chassis, an dem ein Aufsatz zur Aufnahme des Kindes sowie die Laufräder angebracht sind, und ist dadurch gekennzeichnet, dass am Chassis unabhängig von den Rädern benutzbare Schlittenkufen vorgesehen sind.
Im folgenden wird ein in der Zeichnung dargestell- tes Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes nä her beschrieben. In der Zeichnung zeigen: Fig. 1 eine axonometrisch Ansicht des Gestelles eines erfindungsgemässen Kinderwagens mit abgenom menen Rädern und ohne Aufsatz, Fig. 2 einen Grundriss des Gestelles nach Fig. 1 mit strichpunktiert angedeuteten Rädern,
Fig. 3 in kleinerem Massstab den zu Fig. 2 gehöri gen Seitenriss und Fig. 4 einen Schnitt gemäss dem in Fig. 3 angedeu teten Schnittverlauf IV-IV mit einer eingeklappten Fahrwerkhälfte.
Das in den Figuren gezeigte Gestell weist als Haupt teile zwei in eine gemeinsame Ebene hineinklappbare Rahmen 1, 2 sowie zwei rechtwinklig zur Ebene dieser Rahmen in der in Fig. I abgebildeten Gebrauchsstellung verlaufende, gekröpft:,- Achsen 3, 4 auf. Die zwei Ach sen 3, 4 sind gleich geformt und besitzen je zwei mit einander fluchtende Achsstummel 5, 6 und einen zwi schen diesen liegenden, nach oben abgekröpften Mittel teil 7. Im folgenden werden gleiche Elemente der bei den Achsen 3, 4 und der beiden Rahmen 1, 2 auch mit gleichen Bezugszahlen bezeichnet.
Etwas einwärts ihrer Enden weisen die Achsstummel 5, 6 der Achsen Ringnuten 8, 9 auf zur Aufnahme nicht dargestellter Achsklammern zwecks axialer Siche rung der auf die Achsstummeln 5, 6 aufsteckbaren Rä der 10, 11 (siehe Fig. 2 bis 4).
Die Hauptteile der beiden Rahmen 1, 2 bilden je eine an ihren beiden Enden halbkreisförmig gebogene, stark federnde Rohrbügel 12, 13 aus Stahlrohr sowie ebenfalls aus Stahlrohr gefertigte, an den Enden halb kreisförmig auslaufende Kufenträger 14, 15, an denen flache, an ihrer Lauffläche im Querschnitt ballig aus gebildete Kufen 16, 17 befestigt sind. Die Kufenträger 14, 15 sind mit den Rohrbügeln 12, 13 an ihren Be rührungsstellen vorzugsweise mittels Hartlötung oder Schweissung starr miteinander verbunden, sie könnten aber natürlich auch mittels Kleben, Nieten oder der gleichen vereinigt sein.
Gleiches gilt auch für die Ver- bindung der Kufen mit den Kufenträgern. Die Kufen bestehen vorzugsweise aus einem Leichtmetall oder einem Kunststoff. Aus den Fig. 2 und 3 geht hervor, dass die aufwärts gebogenen Kufenteile an ihren Enden frei liegen und diese Enden sich über kurze Streben 18, 19 an den Kufenträgern 14, 15 abstützen.
Zur Verbindung der Rahmen 1 und 2 mit d;,n Ach sen 3 und 4 dienen Verbindungsbeschläge 20, 21 mit einander senkrecht kreuzenden Bohrungen 22, 23 für die Aufnahme der Achsstummel 5, 6 bzw. der Rohrbügel 12, 13 an ihren geraden Teilen. Während die Achs stummel fest in ihren Bohrungen 23 sitzen, sind die Rohrbügel 12, 13 in ihren Bohrung n 22 drehbar ge lagert. Der Festsitz der Achsstummel in ihren Bohrun gen kann durch Einpressen, Einkleben oder Festklem men mittels Schrauben oder dergleichen erzielt werden. Um die Rohrbügel in ihre Bohrungen 22 einzubringen, müssen die Beschläge, wie aus Fig. 2 hervorgeht, geteilt ausgeführt sein, wobei die obere Lagerschale 24 des Be schlages mittels Schrauben 25 mit dessen Grundkörper 26 verbunden ist.
In der rechten Hälfte der Fig. 2 ist die Lagerschale und der Rohrbügel abgenommen und nur der Kufenträger 14 mit seiner Kufe 17 sowie der Grundkörper 26 des Verbindungsbeschlages sichtbar.
Die in den Verbindungsbeschlägen drehbar gelager ten Rohrbügel 12 und 13 und damit die beiden Rah men 1, 2 lassen sich, wie die rechte Hälfte der Fig. 4 zeigt, in eine annähernd zu den Achsstummeln der bei den Achsen 3, 4 parallele Ebene umklappen, wobei die beiden Rohrbügel nach aussen schwenken. In der in Fig. 1 dargestellten Gebrauchsstellung dienen an den Rohrbügeln 12, 13 und; oder Kufenträgern 14, 15 an gelötete oder angeschweisste Anschlagpratzen 27, 28 mit Ausrundungen 29, 30, die sich in der Gebrauchsstellung auf die inneren Teile der Achsstummel stützen, als Si cherungen für die senkrechte Lage der Rahmen gegen ein Kippen nach innen.
Als weitere Lagesicherung, ins besondere gegen ein nach Aussenkippen der Rahmen 1, 2, dient der eingehängte Korb, der jedoch in der Zeichnung zur besseren Übersichtlichkeit nicht dar gestellt ist. Der Korb wird an vier Lederschlaufen 31, 32 befestigt, die an den freien Enden der Rohrbügel 12, 13 vorgesehen sind. An den einen, in Fig. 1 vorderen Enden sind die Schlaufen 31 mittels Ringen 33 befe stigt, wogegen die Schlaufen 32 an den hinteren Enden der Rohrbügel an Zapfen 34 hängen, die fest mit ab gekröpften Spannhebeln 35 verbunden sind. Letztere sind um Bolzen 36 in den hinteren Enden der Rohrbügel drehbar und dienen zum Spannen der Schlaufen nach dem Einhängen des Korbes.
Zum Einhängen werden die Spannhebel aus der in Fig. 1 gezeichneten Lage nach innen um eine halbe Drehung gegen das Gestell umgelegt, sodann am Korb vorhandene Bolzen in die Schlaufen eingehängt und schliesslich die beiden Spann hebel 35 wieder nach aussen über die Totpunktstellung zurückgeschwenkt, so dass die beiden exzentrisch gela gerten Zapfen 34 die Schlaufen 32 mitnehmen und diese kräftig gespannt werden. Bunde an den Enden der am Korb vorgesehenen Bolzen sowie an den Zapfen 34 ver hindern dabei ein Abrutschen der Schlaufen. Durch die ses Spannen wird das ganze Wagengestell versteift, na mentlich gegen seitliche Beanspruchungen.
An der Aussenseite des Rahmens 2 befindet sich eine Feststellbremse, die nach Belieben zum Blockieren eines Rades oder zum Feststellen des als Schlitten verwende ten Gestelles dienen kann. Diese Bremse besitzt einen zweiarmigen Handhebel 37, der um einen an einer Lagerplatte 38 befestigten Bolzen 39 drehbar gelagert ist. Der untere Hebelarm dieses Handhebels endet in einem waagrecht nach aussen gekröpften Bremsarm 40, der zwecks Blockierens des Wagens zum Eingriff mit dem benachbarten Wagenrad 11 gebracht werden kann.
Mit dem unteren Hebelarm ist ferner ein diesen Hebel arm durchsetzender fester Bolzen 41 verbunden, an des sen hinterem, dem Gestell zugekehrten Teil eine Brems stange 42 mittels einer an deren oberem Ende angebo- genen Öse gelenkig gelagert ist. Das untere, gerade Ende der Bremsstange ist in einem am unteren Teil des Kufen trägers 15 befestigten Ring 43 geführt. Am vorderen, in den Figuren sichtbaren Teil des Bolzens 41 ist das eine Auge einer Zugfeder 44 befestigt, deren zweites Auge an einem weiteren Bolzen 45 der Lagerplatte 38 verankert ist.
Wenn man den Handhebel 37 nach un ten legt, so kommt bei aufgesetzten Rädern der waag rechte Bremsarm 40 zum Eingriff mit der Aussenfläche des Radreifens und gleichzeitig wird dab--i die im Ring 43 geführte Bremsstange 42 nach oben gezogen. Dabei befinden sich der Hebel 37 und die Feder 44 in ihrer über die Totpunktlage hinaus überstreckten Stellung, in der die Feder 44 selbsttätig den Br msarm 40 gegen den Reifen des Rades 11 drückt. Der Bremsarm blok- kiert also in dieser Stellung das Rad dauernd.
Bei ab genommenen Rädern, also bei Verwendung des Kinder wagens als Schlitten, kann die Feder 44 den Hebel 37 weiter um seinen Bolzen 39 drehen, wobei die Brems stange 42 noch weiter nach oben gezogen wird, bis ihr Ende sich über der Unterkante der Kufe 17 befindet und damit nicht mehr bremsend wirkt. Zum Bremsen wird der Hebel 37 in die aus Fig. 3 ersichtliche Stel lung gebracht, in der sich das Ende der Bremsstange in den Schnee oder in das Eis eingräbt und das Fahrzeug sicher hält.
Zum Transport kann das Gestell nach Abnahme des Korbes und der Räder (letztere nach Entfernen der Si cherungsklammern für die Räder aus den Nuten 8 der Achsstummeln 5, 6) so wie in der rechten Hälfte der Fig. 4 dargestellt, zusammengeklappt werden. Im zu sammengelegten Zustand nimmt das Gestell in der Höhe wenig Platz ein, es lässt sich also im Kofferraum eines Autos leicht verstauen, ohne den Platz für anderes Ge päck wesentlich zu beeinträchtigen. Gleiches gilt auch für die Räder, die sich sogar, wenigstens zum Teil in dem zwischen den Rahmen 1, 2 in der eingeklappten Stellung noch vorhandenen Platz unterbringen lassen.
Der Korb mit dem Baby oder Kleinkind wird auf den Sitzen untergebracht, wobei zu seiner Befestigung zweckmässig fest eingebaute Gurte oder Schlaufen vor gesehen sein können. Besonders vorteilhaft ist für Klein kinder eine Kombination eines solchen Gestelles mit einem Autositzkorb, der sich auch als am Tisch einer Wohnung befestigbarer Korb ausbilden lässt, wodurch sich die Anschaffung mehrerer Körbe für verschiedene Zwecke erübrigt.
Es sind natürlich noch weitere Ausführungsformen eines solchen Kinderwagens denkbar. Falls die Räder wie beim beschriebenen Beispiel über die Kufen hin ausragen, können sie gemeinsam mit ihren Achsen nach oben einklappbar ausgeführt werden. Die Achsstummel müssen dabei ausserhalb der Verbindungsbeschläge Schwenkbolzen aufweisen, um die sie nach oben ge schwenkt werden können, ausserdem sind Arretierele- mente zur Verriegelung der Achsstummel in der aus geschwenkten Stellung vorzusehen.
Falls die Kufen hö her sind und über die tiefsten Punkte der Räder hinaus- ragen, können auch die Kufen mit ihren Kufenträgern gegenüber ihren Rohrbügeln nach innen einklappbar ge staltet werden. Allerdings müssen dann, um das Gestell wie oben beschrieben und eingangs gefordert, zusammen legen zu können, die Räder ebenfalls abnehmbar sein, wogegen dies bei nach oben einschwenkbaren Rädern nicht unbedingt nötig ist. In beiden Fällen müssen aber selbstverständlich die übrigen Elemente der seitlichen Rahmen - Rohrbügel und Kufenträger - gleichfalls in die Ebene der Achsen schwenkbar sein.
Bei einer weiteren zweckmässigen Ausführungsform sind die Kufen mittels eines Scherengitters oder einer Exzentereinrichtung in ihrer Ebene gegenüber dem Rah men, an dem sie befestigt sind, ein- und ausfahrbar, und zwar bis über die tiefsten Punkte der Räder hinaus, so dass diese an Ort und Stelle bleiben können.
Neben dem für das Ein- und Ausfahren erforderlichen Ge- stänge oder sonstigen Mittels sind dabei noch zusätzlich Führungselemente für die Führung der Kufen in ihrer Bewegungsebene vorhanden, oder aber es müssen die Mittel zum Ein- und Ausfahren so steif gestaltet wer den, dass sie auch die auftretenden Seitenkräfte aufneh men können und spezielle Führungen somit entbehrlich sind. In beiden Fällen benötigt man noch Arretiermittel für die Verriegelung der Kufen in der eingezogenen bzw. ausgefahrenen Stellung.
Ein Kinderwagen wie beschrieben vereinigt in sich einen vollwertigen Räderwagen mit einem Schlitten, der allen diesbezüglichen Ansprüchen genügt. 1n der Aus führung mit einschwenkbarem Kufen- und/oder Räder werk oder mit abnehmbaren Rädern und zusammen klappbaren Seitenrahmen erfüllt ein solcher Kinderwa gen auch die Forderung in bezug auf leichte, platzspa rende Unterbringung und in Verbindung mit verschie denen Aufsätzen - Bettkorb, Sitzkasten für Auto, Cam ping und Wohnung usw. - stellt er ein universelles, für praktisch alle vorkommenden Bedürfnisse verwendba res Kindertransportgerät dar.