Verfahren und Vorrichtung zum Klemmen von Materialbogen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Klemmen von Materialbogen zwischen einer Auflagefläche und einer Greiferzunge, wobei die Greiferzunge federnd gelagert ist.
Zum Obergeben von Bogen in Verarbeitungsma schinen, z. B. in Druckmaschinen, ist es notwendig, eine genaue Lagefixierung der Bogen vorzunehmen, um z. B. einen passhaltigcn Druck zu erreichen. Die Vorrichtungen zum Klemmen der Bogen müssen den einmal fixierten Bogen exakt in dieser Lage festhalten.
Dazu sind sehr grosse Haltekräfte erforderlich, die ihrerseits wiederum grosse Lagerkräfte hervorrufen.
Zur Vermeidung grosser Lagerkräfte sind Vorrichtungen bekannt, bei denen die Greiferzunge federnd in dem Greiferkörper angeordnet ist.
Derartige Vorrichtungen haben den Nachteil, dass sich die Greiferzunge beim Klemmen auf der Auflage Hache dadurch verschiebt, dass die Greiferzunge sich auf einer Kreisbahn bewegt. Eine exakte Fixicrung des Materialbogens ist nicht erreichbar.
Um die Nachteile der kreisförmigen Bewegung zumindest teilweise zu beseitigen, wurde vorgeschlagen, eine Anordnung zu treffen, bei der der Drehzapfen für die federnde Greiferzunge, die Mitte der Greiferwelle und der Greiferschlusspunkt auf dem Druckzylinder bei geschlossenem Greifer möglichst in einer geraden Linie liegen.
Durch diese Massnahme wird zwar erreicht, dass die letzte Bewegungsphase im Bereich 90 liegt und auf Grund der sin-Funktion die Verschiebung gering ist.
Nachteilig für eine exakte Lagefixierung bei mehreren Übergaben ist aber auch diese geringe Verschiebung.
Zweck der Erfindung ist es, die aufgezeigten Mängel zu beseitigen und eine genaue Lagefixierung von Materialbogen zu ermöglichen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu finden, durch welche eine Relativbewegung der Spannmittel zueinander vermieden wird.
Erfindungsgemäss wird das dadurch erreicht, dass eine Greifertraverse mit einer Greiferzunge in der crsten Bewegungsphase eine Kreisbewegung um eine Grei ferwellenmittellinie ausfuhrt und die Greiferzunge in der zweiten Bewegungsphase eine in bezug auf die Auflagefläche senkrechte oder annähernd senkrechte Bewegung bis zum vollständigen Klemmen der Materialbogen auf der Auflagefläche ausführt, wobei die Bewegungseinleitung für beide Bewegungen über ein gemeinsames Steuerglied, die Greiferwelle, erfolgen kann und die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens so ausgebildet sein kann, dass eine Greifertraverse, sich durch eine Zugfeder mittels eines Anschlages gegen eine An schlagschraube abstützend, lose auf einer Greiferwelle angeordnet ist und die Greiferzunge,
die über einen Stössel mit einer fest auf der Greiferwelle befestigten Stellbuchse verbunden ist, mittels zweier als Federparallelogramm ausgebildeter Blattfedern auf der Greifertraverse angeordnet ist, wobei zur Führung des Stö Bels, der einerseits mit der Stellbuchse und anderseits mit der Greiferzunge verbunden sein kann, in der Greifertraverse ein StöBellager angeordnet werden kann und die Blattfçdern des Federparallelogramms bei Klemmung des Materialbogens parallel zueinander und parallel zur Auflagefläche angeordnet werden können.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausfüh- rungsbeispiel nähcr erläutert werden.
In der dazugehörigen Zeichnung zeigen :
Fig. I die Prinzipskizze einer erfindungsgemässen Vorrichtung in geöffneter Stellung,
Fig. 2 die gleiche Vorrichtung nach Ablauf der ersten Bewegungsphase,
Fig. 3 die gleiche Vorrichtung in geschlossener Stel- lung,
Fig. 4 Einbaubeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung in den Gegendruckzylinder einer Druckmaschine.
Auf einer Greiferwelle I ist drehbar eine Greifertraverse 2 angeordnet, auf der sich ein Lagerbock 3 befindet. Zwischen dem Lagerbock 3 und einem Spannstück 4 sind die Blattfedern 5 so angeordnet, dass sie ein Federparallelogramm bilden. Die Distanz zwischen den Blattfedern 5 wird durch Lagerklötze 6 hergestellt.
Auf dem Spannstück 4 befindet sich eine Greiferzunge 7.
Durch eine Zugfeder 8 wird ein Anschlag 9 der Greifertraverse 2 gegen eine in einem Gegenlager 14 angeordnete einstellbare Anschlagschraube 10 gedrückt. Fest mit der Greiferwelle I ist eine mit zwei Anschlägen versehene Stellbuchse 11 verbunden. Zwischen der Stellbuchse 11 und der Greifertraverse 2 ist eine Druckfeder 12 so angeordnet, dass sie sich einerseits auf einem Stössel 15 und anderseits an einem in der Greifertraverse 2 befindlichen StöBellager 13 abstützt. Innerhalb der Druckfeder 12, kraftschlüssig mit dem genannten Anschlag der Stellbuchse 11 verbunden, ist ein im Stössellager 13 geführter, an dem Spannstück 4 befestigter Stössel 15 angeordnet. Alle Bewegungen werden durch ein Verdrehen der Greiferwelle I eingeleitet.
In geöffnetem Zustand ist die Greiferwelle I entgegen der Uhrzeigerbewegung bis in ihre Endstellung bewegt worden. Der eine Anschlag der Stellbuchse 11 hat dabei über einen Stift 16 die Greifertraverse 2 entgegen der Kraft der Zugfeder 8 mitgenommen. Die Federkräfte der Zugfeder 8 und der Druckfeder 12 sind unter Berücksichtigung der Hebelarme so eingestellt, dal3 das rechtsdrehende Moment der Greifertraverse 2 gröBer ist als das linksdrehende. Nach Ankunft des Materialbogens auf der Auflagefläche 18 beginnt der Schliessvorgang mit einer Rechtsdrehung der Greiferwelle 1 und der auf ihr befestigten Stellbuchse 11.
Durch die Zugfeder 8 verbleibt der Stift 16 weiterhin in Kontakt mit dem Anschlag der Stellbuchse 11. In dieser Bewegungsphase bcwegt sich die Greiferzunge 7 auf einer Kreisbahn um die Mittellinie 19 und der Abstand zwischen dem Spannstück 4 und dem Anschlag der Stellbuchse 11 bleibt glcich. Zwischen der Greifertraverse 2 und der Stellbuchse 11 sowie zwischen der Greiferwelle I und der Greifertraverse 2 findet keine Relativbewegung statt. In dieser ersten Bewegungsphase ist das Federparallelogramm leicht ausgelenkt. Am Ende dieser Bewegungsphase befindet sich die Greiferzunge 7 in einem Abstand von der Auflagefläche 18, der der doppelten Dicke des Materialbogens entspricht. Die Fläche der Greiferzunge 7 liegt annähernd parallel zur Auflagefläche 18.
Nachdem der Anschlag 9 an der Anschlagschraube 10 anliegt, beginnt die zweite Bewegungsphase. Die Greifertraverse 2 steht jetzt absolut still. Da sich die Greiferwelle I mit der Stellbuchse 11 weiter nach rechts bewegt, kommt es zu einer Relativbewegung zwischen Greiferwelle I und Greifertraverse 2 sowie zwischen Greifertraverse 2 und Stellbuchse 11 sowie zwischen Lagerbock 3 und Spannstück 4. Auf Grund der besonderen Anordnung bewirkt eine kleine Winkelveränderung nur eine extrem kleine Wegverände- rung. Das Lagerspiel des Stössellagers kann diese kleine Wegveränderung aufnehmen, so daB auf Grund der Charakteristik eines Federparallelogramms eine senkrechte Bewegung der Greiferzunge 7 auf die Auflagefläche 18 erreicht wird.
Nach dem Aufsetzen der Greiferzunge 7 auf den Materialbogen erfolgt die Phase des sogenannten tZberdrückens und damit Festhalten des Materialbogens. Hierbei erfolgt eine Relativbewegung zwischen dem Spannstück 4 und dem Lagerbock 3 bis in eine Stellung, in der sich die Blattfedern 5 parallel zur Auflagefläche 18 befinden. Der Offnungsvorgang geschieht in umgekehrter Reihenfolge.
Der geradlinige Hub der Greiferzunge 7 ist über ein auf dem Stössel 15 aufgebrachtes Feingewinde und Stellmuttern 20 einstellbar. Die Haltekraft zwischen der Greiferzunge 7 und der Auflagefläche 18 ist über die Druckfeder 12 regulierbar.