Einrichtung für die Behandlung von Textilmaterialien in Strangform Die Erfindung betrifft eine Einrichtung für die Be handlung von Textilmaterialien in Strangform.
Obwohl die Erfindung im folgenden im Zusam menhang mit einer Flüssigkeitsbehandlungsanlage, z. B. einem Färbebottich bzw. einer Kufe beschrieben wird, in welcher das Material kontinuierlich in ein Färbbad eingeführt und aus diesem herausgezogen wird, eignet sich die Einrichtung gleichermassen für andere Flüs sigkeitsbehandlungsanlagen für Textilien, z. B. für Ab sudmaschinen, Waschmaschinen und dergleichen.
Färbebottiche, die man bisher zum Färben von strangförmigen Textilien benützt hat, umfassten eine Vielzahl von Zugwalzen, Plattierwalzen und dergleichen, die über dem Bad angeordnet waren und um welche individuelle, endlose Stränge von Material in Strang form kontinuierlich in den Farbstoff und aus diesem heraus geleitet wurden. Diese Vorrichtungen benützten eine Stiftstange, durch welche jeder solche endlose Strang im Abstand von jedem anderen endlosen Strang ge halten wird. Die Kapazität einer solchen Kufe beträgt ungefähr 1500 m Material, wobei gleichzeitig fünfzehn, zwanzig oder auch mehr endlose Stränge laufen. Beim Betrieb einer solchen Färbanlage ist es notwendig, ge wisse Längen von Textilien, z. B. 100 m, um die Zug rollen oder -walzen in die Kufe einzuführen und dann die beiden Enden des Materiales zusammenzunähen.
Dieser Vorgang wird für jeden endlosen Strang wieder holt, bis die gewünschte Anzahl von Strängen vorhan den ist. Dann kann das Färben anlaufen, indem der Behälter mit Farbe beschickt wird und betrieben wird, bis die gewünschte Färbung erreicht ist. Das Entladen der Kufe geht in der umgekehrten Reihenfolge vor sich, wobei jeder solche endlose Strang geschnitten und das Material entfernt werden muss. Wenn die wei tere Behandlung wiederum eine endlose Länge von Ma terial erfordert, müssen die Stücke wieder zusammenge näht werden, um eine solche endlose Länge herzu stellen.
Die Erfindung betrifft nun eine Einrichtung für die Behandlung von strangförmigem Textilmaterial und zeichnet sich aus durch einen Tank mit einem Unter teil für eine Behandlungsflüssigkeit, eine Vielzahl von Führungswalzen im Oberteil des Tanks, um welche der Strang in aufeinanderfolgenden Schlingen läuft, wo bei jede Schlinge nach unten in die Flüssigkeit ein taucht, Mittel zum Antreiben mindestens einer Füh rungswalze, ein Materialführungselement im Oberteil des Tanks mit beweglichen Taschen zum Halten und Leiten aufeinanderfolgender Materialschlingen, Befesti gungsmittel im Tank zum Befestigen des Vorderendes des Strangs, wobei diese Mittel entlang eines endlosen Wegs beweglich sind,
der mindestens teilweise dem Weg des Strangs um die Führungswalzen entspricht, und Mittel zum Vorschieben der Taschen des Führungs elements um eine Teilung und zum Bewegen der Be festigungsmittel durch endlosen Weg, so dass das Vor derende des Strangs für jeden Umlauf der Schlingen durch den Tank eine volle Umdrehung ausführt.
In der Zeichnung sind mehrere beispielsweise Aus führungsformen der erfindungsgemässen Einrichtung dar gestellt. Es zeigen: Fig. 1 einen Horizontalschnitt durch eine Flüssig keitsbehandlungsanlage, z. B. eine Haspelkufe, nach Massgabe der Erfindung, entlang der Linie 1-1 in Fig. 2, wobei der Aufbau für die Tür oder für den Ver schluss ausgelassen ist, Fig.
2 einen Seitenriss der erfindungsgemässen Ein richtung, gesehen von der rechten Seite in Fig. 1, in teilweise abgebrochener Darstellung, Fig. 3 eine Ansicht ähnlich der in Fig. 2, mit ab gebrochenem Oberteil und im wesentlichen entlang der Linie 3-3 in Fig. 1, Fig. 4 eine Ansicht ähnlich der in Fig. 2 und 3 und zeigt einen Teil der Anlage im Abbruch, entlang der Linie 4-4 in Fig. 1, Fig. 5 die Steuerung der Anlage, schematisch, Fig. 6 eine vergrösserte Teilansicht der rechten un teren Ecke der Vorrichtung nach Fig. 1,
Fig. 7 einen vergrösserten Seitenriss eines schrau benförmigen Textilführungselements, Fig. 8 einen schematischen Horizontalquerschnitt in teilweisem Abbruch und eine abgewandelte Aus führungsform der Erfindung, Fig. 9 ein vereinfachtes Schaltungsdiagramm der Anlage nach Fig. 8, Fig. 10 einen schematischen Vertikalschnitt des obe ren Teils der Anlage nach Fig. 8, im wesentlichen entlang der Linie 10-10 in Fig. 8, Fig. 11 eine Darstellung ähnlich der in Fig. 10, jedoch im Seitenriss und stellt die verschiedenen An triebselemente dar, und Fig. 12 eine schematische Darstellung einer abge wandelten Form der Materialführung, die mit der Ein richtung nach Fig. 1 oder Fig. 8 benützt werden kann.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, umfasst eine Kufe 10 einen zylindrischen, auf einer horizontalen Achse angeordneten Tank mit Endwandungen 12 und 14. Alle inneren Teile der Kufe 10 oder des System, die mit korrosivem Wasser, Chemikalien oder Farben in Berührung kommen, bestehen vorzugsweise aus rost freiem Stahl oder anderen korrosionsfesten Metallen oder Kunststoffen. Der Tank der Kufe 10 ist eine flüs sigkeitsdichte Konstruktion und hat eine Öffnung 16 in seiner Seitenwandung 17, durch welche das Mate rial zur Behandlung eingeführt und nach der Behand lung entfernt werden kann und durch welche der Innen raum der Kufe besichtigt und instand gehalten werden kann.
Die Öffnung 16 hat einen Verschluss 18 mit bekannten Dichtungsmitteln, wenn die Kufe als Druck bottich und nicht als offene Kufe benützt werden soll.
Die Endwandungen 12 und 14 der Kufe 10 sind an den oberen und unteren halbzylindrischen Teilen 22 bzw. 24 mit Verstärkungselementen 20 ausgestattet. Die Teile 22 und 24 sind durch Flansche miteinander verschraubt, wobei eine Dichtung 28 zwischen den Flanschen 26 vorgesehen ist, um diese luftdicht abzu dichten, wenn die Kufe unter Druck gesetzt werden soll.
Im unteren Teil der Kufe, wo das Färbbad erhitzt werden soll, kann ein gelochter, falscher Boden über den Beheizungsmitteln vorgesehen sein; ausserdem kann das Bad auch durch geeignete, geschlossene Heizspi- ralen zwischen dem falschen Boden und den Seiten wänden 17 beheizt werden; die zum Steuern der Heiz schlangen und Dampfschlangen dienenden Organe sind im Patent Nr. 397 580 beschrieben.
Eine aussen an der Endwandung 12 angebrachte Konsole 30 trägt einen Motor 32 oder eine andere geeignete Antriebsquelle. Der Elektromotor 32 dient zum Antrieb einer Zugwalze, die sich horizontal in der Kufe 10 zwischen den Endwandungen 12 und 14 erstreckt. Diese Walze 34 sitzt auf einer Welle, die in einem flüssigkeitsdichten Lager 38 in der Endwandung 12 und in einem entsprechenden Lager 40 in der Endwandung 14 gelagert ist. Ein angetriebenes Ketten rad 42 (Fig. 2), das aussen auf :der Welle 36 ange ordnet ist, die sich durch die Wandung 12 erstreckt, treibt über eine endlose Kette 44 ein weiteres Ketten rad 46 auf der Welle 38 an.
Eine zweite, ebenfalls horizontal in der Kufe 10 angeordnete Walze 48 sitzt auf einer Welle 50, die in Lagern 52 in den Wandungen 12 und 14 gelagert ist. Die Rotationsachse der Walze 48 ist parallel zur Rotationsachse der Walze 34, jedoch etwas niedriger. Diese Walze muss nicht, wie dargestellt, eine freilau- fende Walze sein, sondern kann auch unmittelbar mit derselben Umfangsgeschwindigkeit wie die Walze 34 angetrieben sein.
Wie am besten aus Fig. 1 und 4 ersichtlich ist, liegen beide Walzen 34 und 48 an der Rückseite der Kufe 10 über dem Flüssigkeitspegel im Unterteil der Kufe, wobei die Walze 34 etwas über der Walze 48 und näher an der Rückseite der Kufe liegt.
Eine Leerlaufwalze 54 ist an der Vorderseite der Kufe 10 angeordnet. Diese Walze 54, deren Rotations achse zu den Rotationsachsen der Walzen 34 und 48 parallel steht, erstreckt sich ebenfalls horizontal über die Vorrichtung und ist mittels einer Welle 56 in flüs sigkeitsdichten Lagern 58 und 60, die aussen an den Endwandungen 12 und 14 vorgesehen sind, in diesen gelagert. Die Höhe dieser Walze 54 liegt vorzugs weise zwischen :den Walzen 34 und 48, wobei auch diese Walze 54 über dem Flüssigkeitsstand des Bads in der Kufe 10 liegt.
Auch kann diese Walze er- wüpschtenfalls mit derselben Umfangsgeschwindigkeit wie die Walzen 34 und 48 angetrieben werden. Ob wohl die Walzen 34, 38 und 54 in der Zeichnung als auf Wellen montiert dargestellt sind, die durch die Walzen durchgehen und an deren Enden abge stützt sind, können die Wellen natürlich auch Stummel wellen sein, die in den betreffenden Endwandungen 12 und 14 abgestützt sind.
Wie am besten in den Fig. 1, 4, 6 und 7 dar gestellt, ist ein schraubenförmiges Element oder eine rotierbare Stiftstange 60 an der Vorderseite der Kufe 10 unmittelbar unter der Walze 54 und etwas vor derselben vorgesehen. Dieses Element 60 hilft beim automatischen Zuführen des Materials in die Kufe und beim automatischen Entfernen aus der Kufe nach der Behandlung. Ausserdem wirkt dieses Element 60 als be wegliche oder rotierbare Stiftstange bei der Flüssigkeits behandlung des Materials in der Kufe, indem es die Schlingen im Abstand voneinander hält und verhindert, dass sie sich verwickeln.
Das vorzugsweise aus rostfreiem Stahl gefertigte Schraubenelement 60 umfasst eine Welle 62, :deren eines Ende in einem Lager 64 an der Innenseite der Wan dung 14 abgestützt ist, während sich das andere Ende durch die Wandung 12 erstreckt und in einem dichten Lager 66 umläuft. Auf der Welle 62 ist konzentrisch ein schraubenförmiger Drahtteil 68 angeordnet, der eine Vielzahl von beweglichen Zwischenräumen oder Ta schen 70 (Fig. 7) aufweist, die zur Aufnahme des strangförmigen Materials dienen. Der Drahtteil 68 stützt sich auf :der Welle 62 über eine Vielzahl von radialen Streben oder Speichen 72 ab.
Wie Fig. 2 und 6 zeigen, ist auf dem Ende der Welle 62, das sich durch die Wandung 12 erstreckt, ein Kettenrad 74 montiert. Eine Konsole 74 auf der Endwandung 12 stützt einen Elektromotor 78 mit einem Kettenrad 80 auf seiner Abtriebswelle ab. Eine end lose Kette 82 läuft um das Antriebskettenrad 80 und das Abtriebskettenrad 74 rotiert dieses durch eine Um drehung bei jeder Erregung des Motors 78.
Eine Führung 84 (Fig. 1) auf einer Konsole 86 auf der Kufe 10 oder auf einem danebenliegenden Rahmenteil liegt neben der Öffnung 16 und über dem schraubenförmigen Element 60. Diese Führung 84 dient dazu, den Strang F von einem Wagen V aufzuneh men und über die Walze 54, unter der Walze 48 und über die Abtriebswalze 34 zu leiten. Normalerweise webt ein Webstuhl 80 bis 120 Me ter Stoff und da die Kufe ungefähr 1500 Meter auf nimmt, werden die Einzellängen des Materials zusam mengenäht, um diese Gesamtlänge zu bilden.
Eine endlose Kette 88 aus rostfreiem Stahl (Fig. 3) liegt neben der Innenseite der Wandung 12. Diese Kette 88 läuft über ein Antriebkettenrad 90 und über eine Vielzahl von Spannrädern 92 und beschreibt im wesentlichen denselben Weg, wie die Schlingen des Ma terials F beim Laufen über und unter den Walzen 54, 48 und 34 in der Richtung des Pfeils 3 in Fig. 4. Jedes Spannrad 92 ist geeigneterweise drehbar auf einer Stummelwelle 94 an der Innenseite der Wandung 12 gelagert, während das Antriebskettenrad 90 auf einer angetriebenen Welle 96 aufgekeilt ist, die sich durch die Wandung 12 erstreckt und drehbar in einem dichten Lager gelagert ist. Auf der Welle 96 ist in Nuten und längsweise verschiebbar ein Zahnrad 98 angeord net, das durch eine Druckluftkupplung 100 bewegt wer den kann.
Wenn das Rad 98 in der Stellung nach Fig. 1 steht, kämmt es mit einem Zahnrad 102 auf der Antriebswelle 36 der Antriebswalze 34 und wird daher gedreht, um die Welle 96 zu drehen und die Kette 88 über die Spannräder 92 zu bewegen. Die Kupplung 100 sitzt vorzugsweise auf einer Konsole 104 auf der Endwandung 12 der Kufe 10.
Wie Fig. 6 zeigt, hat die Kette 88 ein von einem Glied abstehendes festes Glied 106 mit einem flexiblen Leitglied 108. Das Vorderende des Materials F wird an dieses flexible Leitglied 108 durch Nähen oder an derweitig befestigt, so dass das Vorderende des Ma terials im wesentlichen demselben Weg folgt wie die Kette 88 beim Umlaufen um die Kettenräder. Es ist zu ersehen, dass dieser endlose Weg des Vorderendes des Materials F in einer Ebene liegt, die quer zu den Achsen der Walzen 54, 48 und 34 liegt.
Eine Impulszeituhr 114 (Fig. 5) dient zum Steuern der Rotation des Schraubenelements 80 und zum Be tätigen eines Druckluftventils 110 für die Kupplung 100 in einer vorbestimmten Zeitfolge. Ein flexibles, von der dauernd umlaufenden Welle 36 angetriebenes Kabel 116 bewirkt, dass die Zeituhr 114 nach einer vorbestimmten Anzahl von Umdrehungen der Welle 36 einen Erregungsimpuls an ein Verzögerungsrelais 112 abgibt, wodurch der Motor 78 so lange erregt wird, dass das Schraubenelement 60 eine volle Umdrehung durchführt. Nach der Beendigung dieser vollen Um drehung des Schraubenelements 60 betätigt ein Stift 118 auf dem Kettenrad 74 der Welle 62 einen Schal ter 120, um einen Kreis eines Verzögerungsrelais 122 zu schliessen, so dass dieses durch einen Impuls von der Zeituhr 114 durch eine bestimmte Zeitspanne er regt werden kann.
Das Relais 122 betätigt das Ven til<B>110</B> genügend lange, so dass die Kette 88 eine voll kommene Umdrehung durchläuft und das Material durch die leere Tasche am Ende des Schraubenelements 60 einzieht. Die Impulsuhr 114 ist so mit der Rotation der Schlingen des Materials durch die Kufe 10 syn chronisiert, dass das Schraubenelement 60 und die Ein ziehkette 88 jeweils eine volle Umdrehung in der vor genannten Zeitspanne für jede Umdrehung der Schlin gen des Materials durch die Kufe 10 durchführen. Es ist auch zu ersehen, dass die beiden Zahnräder 98 und 102 im Verhältnis von 1 : 1 stehen, so dass die Bewegung der Einziehkette 88 dieselbe Geschwindig- keit hat wie die Oberflächengeschwindigkeit der An triebswalze 34 und des damit laufenden Materials.
Der Betrieb der Kufe 10 geht vor sich wie folgt: Das Bad mit der richtigen Menge von Farbe wird in der Kufe vor dem Einführen des Materials F in Strangform vorbereitet, da nach dem Befestigen des Vorderendes des Materials F an das flexible Leit- glied 108 und dem Anlassen des kontinuierlichen Laufs des Elektromotors 32 durch den Bedienungsmann, das Material automatisch über die Rollen 54, 48 und 34 geführt wird und aufeinanderfolgende Schlingen bildet, wobei die Flüssigkeitsbehandlung der Schlingen folgt, sobald das ganze Material vom Wagen V eingeführt wurde, ohne dass der Bedienungsmann irgendwelche wei teren Schritte unternehmen muss.
Der Bedienungsmann fädelt das Vorderende des Ma terials durch die Öffnung 84 über die Walze 54, unter der Walze 48 und über die Walze 34 ein, und von hier direkt zum Leitglied 108 auf der andern Seite der Kufe, wie in Fig. 1 durch den gestrichelten Linienzug dargestellt ist. Dann befestigt der Bedienungsmann das Vorderende des Materials durch Festnähen, Klemmen oder Binden am Leitglied 108. Sodann teilt der Be- dienungsmapn die Gesamtlänge der Länge des Material strangs F auf dem Wagen durch die Anzahl von Schlin gen, die in der Kufe gebildet werden können und be stimmt so die Länge jeder einzelnen Schlinge.
Die Höchstzahl der Schlingen in der Kufe 10 wird durch die Länge der Schraubenstange 60 und die Zahl der Taschen entlang dieser Länge oder durch die Stei gung der Schraube bestimmt. Nach dem Errechnen der Länge jeder Schlinge des Materials F wird die Zeit uhr so eingestellt, dass sie einen Impuls für jede Um drehung einer Schlinge durch die Kufe abgibt. Nach dem Befestigen des Vorderendes F an dem Leitglied 108 auf der Kette 88 wird der Elektromotor 32 an gelassen und treibt ununterbrochen die Walze 34 wäh rend der ganzen Behandlungszeit des Materials an.
Hierdurch wird das Material F über die Walze 54, unter die Walze 48 und über die Walze 34 in den Boden der Kufe geführt, da bei diesem anfänglichen Vorgang das Vorderende des Materials F, das am Leit- glied 108 befestigt ist, sich nicht bewegt und auch die Kette 88 stillsteht.
Nachdem eine vorbestimmte Menge von Material F in den Unterteil der Kufe eingeführt worden ist, er hält die Zeituhr 114 über das flexible Kabel<B>116</B> ein Signal, wodurch sie die Arbeitsfolge einleitet: erst wird das Schraubenelement 60 um eine Drehung gedreht, dann die Einziehkette 88 um eine Umdrehung wäh rend des Stillstehens des Schraubenelements 60. Im einzelnen gibt die Zeituhr 114 ein Signal auf das Ver zögerungsrelais 112, um dieses für eine bestimmte Zeit zu erregen; dies erregt den Motor 78, der das Schrau benelement 60 um eine Umdrehung weiterdreht.
Wäh rend dieser Anfangsbewegung des Schaubenelements 60 bleibt das Material F in seiner Lage, da es noch nicht durch die erste Tasche 70 des Schraubenelements 60 eingefädelt worden ist.
Nach einer vollen Umdrehung des Schraubenele ments 60 erreicht der Stift 118 auf dem Kettenrad 74 der Welle 62 eine Stellung, in welcher er den Schalter 120 des Verzögerungsrelais 122 schliesst. Die Zeituhr 114 sendet nun ein Signal und erregt das Relais 122 durch eine bestimmte Zeit, wodurch das Druckluftventil 110 so lange geöffnet wird, dass die Kupplung 100 das Rad 98 mit dem Rad 102 in Ein griff bringt, so dass die Drehung des Zahnrads 98 die Kette 88 durch eine volle Drehung in der Rich tung des Pfeils A dreht.
Beim Vorlaufen der Kette 88 um eine volle Drehung wird das befestigte Ende des Materials F durch die erste Tasche 70 des Schrau benelements 60 geleitet und von hier über die Walze 54, unter die Walze 48 und über die Walze 34 zu rück in die Stellung nach Fig. 1 und 8 unter dem Schraubenelement 60. Da die Kette das Ende des Ma terials mit derselben Geschwindigkeit bewegt, mit der das Material durch die Zugwalze 34 bewegt wird, kommt es zur Bildung einer vollen Schlinge mit einem gefalte ten Teil im Boden der Kufe (Fig. 4), der bei der An fangsbewegung des Materials F in der Kufe 10 ge bildet wird, wein die Kette stillsteht.
Durch das Fal ten ist das Material F im Bad in einer vollkommen spannungslosen Lage, während der Farbstoff darauf einwirkt.
Nach dem Bilden der ersten Schlinge beginnt sich die zweite Schlinge zu formen, weil das Material dauernd in die Kufe durch die Walze 34 eingeführt wird. Wenn eine genügende Materialmenge in den Unterteil der Kufe 10 eingeführt ist, wird die Arbeitsfolge des Schrau benelements 60 und der Kette 88 wiederholt, d. h. das Schraubenelement 60 macht eine volle Umdrehung und das Material F der ersten Schlinge in der ersten Tasche 70 des Schraubenelements 60 bewegt sich nach links (Fig. 6 oder 7) und hinterlässt eine leere Tasche, die neues Material beim nächsten Umlauf der Kette 88 aufnimmt. Bei diesen Vorgängen läuft die Walze 34 dauernd um und die zweite Schlinge beginnt mit dem Formen der Falte im Unterteil der Kufe 10.
Es ist zu ersehen, dass sich die Schlingen nacheinander von rechts nach links in Fig. 1 bilden und schritt weise nach links beim Bilden jeder Schlinge weiterge schoben werden, indem erst das Schaubenelement um eine Drehung gedreht und dann die Kette 88 um einen vollen Umlauf weitergedreht wird, bis das ganze Ma terial vom Wagen V oder der Versorgungsquelle in die Kufe eingegeben ist.
Wenn die Kufe mit einer Länge des strangförmi- gen Materials F gefüllt ist, läuft das Hinterende des Materials lose nach, so dass der oben beschriebene Vor gang ununterbrochen wiederholt wird und die Schlingen dauernd in das Bad und aus diesem herauslaufen (Pfeil B in Fig. 4). Dies geht fort, bis die Behandlung des Materials beendet ist.
Nach der Beendigung der Flüssigkeitsbehandlung des Materials und dem Entladen der Kufe 10 wird der Motor 32 stillgesetzt, so dass das Vorderende des Materials F vom festen Teil 106 abgenommen wer den kann und durch die Öffnung 84 in den Wagen V zurückläuft. Die Schlingen des Materials werden aus der Kufe von rechts nach links in Fig. 1 abgenommen.
Die Arbeit, die mit dem Beladen der Kufe und mit ihrem Betrieb verbunden ist, ist bedeutend kleiner, da das Material in einer ganzen Länge behandelt wird und nicht in kurze, endlose Schleifen zusammengenäht werden muss, die jeweils individuell in die Kufe ein gelegt werden. Ausserdem ist auch das Einfärben gleich mässiger, da das Material schnell eingesetzt, das Bad eingegeben und schnell auf Arbeitstemperatur gebracht werden kann. Das bedeutet, dass die erfindungsge- gemässe Vorrichtung Streifenbildung vermeidet und das gleichmässige Einfärben der ganzen Materiallänge ge währleistet.
Die Fig. 8-11 zeigen eine Kufe 10' mit einem auf einer horizontalen Achse montierten Tank und mit Wandungen 12' und 14'. Auch hier bestehen die Teile, die mit korrosiven Mitteln, Chemikalien oder Farben in Eingriff gelangen, aus rostfreiem Stahl oder korri- sionsfesten Kunststoffen. Die Kufe 1,0' hat eine läng- liehe Öffnung 16' in der Seitenwandung 17', die auf bekannte Art und Weise mit einer Flüssigkeitsdich tung ausgestattet ist.
Die Kufe umfasst eine grosse angetriebene Zugwalze 150 auf einer horizontalen Welle. Die Welle 152 der Walze 150 liegt in einem flüssigkeitsfesten Lager 154 in dien Seitenwänden 12' bzw. 14'. Die Walze 150 liegt neben der Öffnung 16' des Tanks und wird dauernd durch einen Elektromotor 156 über eine Kette und ein Kettenrad 158 angetrieben.
Eine zweite Walze 160 liegt im Tank der Kufe 10' an der Rückwand 19' und sitzt auf einer Welle 162, die sich durch Lager 164 in den Wandungen 12' und 14' erstreckt. Diese Walze ist eine Freilaufwalze, kann jedoch auch eine angetriebene Walze sein, in welchem Falle ihre Umfangsgeschwindigkeit dieselbe sein muss wie die der Walze 150. Da die Walze 150 die Zugwalze ist und alle aufeinanderfolgenden Schlin gen des Materials beim Durchlaufen durch die Flüs sigkeit mitnehmen muss, ist der Durchmesser dieser Walze bedeutend grösser als der der zweiten Walze 160.
Ein Schraubenelement 60', das im wesentlichen der Konstruktion des Schraubenelements 60 entspricht, ist in der Kufe 10' angeordnet und rotiert dauernd auf einer Spindel, die mit den Walzen 150 und 160 par allel angeordnet ist. Diese Spindel liegt vor und unter halb der Achse der Walze 150 (Fig. 10). Das Schrau benelement 60' rotiert auf einer Welle 62', die sich durch Lager 166 erstreckt und einen Endteil 64' hat, der sich beträchtlich über die Aussenwand des Seiten teils 12' erstreckt.
Eine Reduziereinheit 168 hat eine Eingangswelle 170, die eine Ausgangswelle 172 mit variabler Dreh zahl antreiben kann. Die Eingangswelle 170 treibt die Ausgangswelle 172 über einen direkten, nicht darge stellten Kettentrieb, der durch ein Justierrad 174 ein gestellt werden kann, so dass die Drehzahl der Aus gangswelle 172 gegenüber der Drehzahl der Eingangs welle 170 geändert werden kann. Die Eingangswelle 170 wird von der Welle 152 der Walze 150 über eine endlose Kette 178 angetrieben, welche über ein Ket tenrad 180 auf der Welle 152 und ein Kettenrad 182 auf der Welle 170 läuft.
Die Welle 62' ist mit dem Reduziergetriebe 168 zwecks dauernder Rotation über eine endlose Kette 184 verbunden, welche über ein Kettenrad 186 auf der Welle 62' und! ein Kettenrad 188 auf der Welle 172 läuft. Die Drehzahl des Schrau benelements 60' ist derart, d'ass eine Tasche des Ele ments sich um eine Teilung vorwärts bewegt, wäh rend die Walze 150 die Schlingen im Tank durch eine volle Drehung durchleitet. Durch Einstellen des Justierrads 174 des Reduziergetriebes 168 kann die Drehzahl des Elements 60' so eingestellt werden,
dass die gewünschte Schlingenlänge in der Kufe 10' gebil det wird, oder die Verstellung kann beim Betrieb vorgenommen werden, um etwaige Berechnungsfehler in der Länge der Schlingen wettzumachen oder Schrump- fen des Materials, was zum Verkleinern der Schlingen führt, aufzunehmen.
Neben der Rückwandung 19' der Kufe 10' ist ein Plattierglied 190 (Fig. 2). Dieses hin und her gehende Plattierglied 190 sitzt auf einer sich durch Lager 194 in den Seitenwandungen 12' und 14' erstreckenden Welle 192. Das Plattierglied 190 wird durch eine Nocke 196 (Fig. 11) hin und her bewegt, die auf der Welle 162 der Walze 160 angeordnet ist. Eine Nase 198 der Nocke 196 beaufschlagt einen Arm 200, der sich radial von der Welle 192 erstreckt und bewirkt, dass sich dieser nach vorn und rückwärts bewegt, so dass das Plattierglied 190 die Schlingen des Materials F schlägt, wenn sich .diese nach unten in die Behand lungsflüssigkeit bewegen und in diesen Falten bilden.
Die Kufe 10' hat eine endlose Kette 88' ähnlich der Kette 88, die sich entlang eines bestimmten, end losen Wegs an der Innenseite der Wand 12' bewegen kann. Diese Kette 88' hat einen etwas anderen Weg als die Kette 88, da die Kufe 10' nach Fig. 8-11 nur zwei Walzen hat und die Kette 88' im wesent lichen demselben Weg folgt wie ein Teil der Schlinge des Materials F, wenn dieses über dem Flüssigkeits pegel in der Kufe ist. Ein festes Glied 106' an der Kette 88' dient zum Befestigen des flexiblen Füh rungsteils des Vorderendes des Materials, wenn dieses in die Kufe eingeleitet wird. Bei jeder Umdrehung einer Schlinge durch die Kufe 10' macht die Kette 88' einen vollen Umlauf entlang ihres endlosen Wegs mit derselben Geschwindigkeit, mit welcher das Material durch die Walze 150 vorgeschoben wird.
Da die Kette bedeutend kürzer ist als die Länge der Schlinge des Materials, bewegt sich die Kette nur während eines verhältnismässig kurzen Zeitabschnittes bei jedem Schlin genumlauf.
Die Kette 88' läuft um Kettenräder 202 und 204 (Fig. 10) auf den Wellen 62' bzw. 162, wobei diese Räder 202, 204 frei auf den Wellen laufen. Ausserdem läuft die Kette 88' über ein Antriebskettenrad 206 auf einer Stummelwelle 208, die sich durch die Wan dung 12' der Kufe 10' erstreckt. Die Welle 208 trägt ein Antriebsglied 210 (Fig. 8) einer Druckluftkupplung 212, die normalerweise vom Antriebsglied 214 abge kuppelt ist (Fig. 11), das frei auf der Welle 208 läuft. Das Kettenrad 214 wird dauernd durch die Welle 152 über eine Kette 216 angetrieben, welche um ein Kettenrad 218 läuft, das auf der Welle 152 aufge keilt ist. Wenn die Kupplung 212 eingerückt wird, beaufschlagt das Glied 210 das Antriebsglied 214, so dass die Welle 208 rotiert und' die endlose Kette 88' umläuft.
Fig. 9 zeigt ein vereinfachtes Schaltungsdiagramm für den Betrieb der Einziehkette 88'. Ein Druckluft ventil 222 zum Anliefern von Druckluft aus einer ge eigneten Quelle an die Kupplung 212 wird durch ein Solenoid oder Relais 224 betätigt. Das Relais 224 liegt in einem elektrischen Kreis mit einem Haupt schalter 226, der zum Ingangsetzen der Kufe geschlos sen wird. Wie aus Fig. 9 ersichtlich ist, wird das Re lais 224 erregt, wenn ein normalerweise offener Schal ter 228 vorübergehend geschlossen wird.
Der Schalter 228 (Fig. 11) wird durch einen Stift 230 betätigt, welcher auf einem Zahnrad 232 auf einer Stummelwelle 234', das mit einem dauernd umlaufen den Zahnrad 234 kämmt, welches auf dem verlänger ten Teil 64' der Welle 62' sitzt. Beim Erregen des Relais 224 wird die Kupplung 212 sofort betätigt, so dass die Welle 208 rotiert und die Kette 88' mitnimmt. Die Welle 208 hat ein Zahnrad 236 (Fig. 11), das mit einem Zahnrad 238 auf einer Stummelwelle 240 kämmt. Das Rad 238 hat einen Stift 242, der einen Schalter 244 öffnet, der im Haltekreis des Relais 224 liegt.
Sobald sich das Zahnrad 238 dreht, schliesst der Schalter 244 den Haltekreis und hält das Relais 224 erregt, so dass die Kette 88' einen vollen Umlauf durch machen kann, d. h. eine Drehung des Rads 238 ent spricht einem Umlauf der Kette 88', und wenn der Stift 242 in die Stellung nach Fig. 11 zurückkommt, wird der Schalter 244 geöffnet, die Kupplung 212 so fort ausgerückt und die Bewegung der Kette 88' so fort angehalten.
Wenn die Kette 88' aus irgendwelchen Gründen vor Beendigung ihrer Bewegung angehalten wird, ist aus Sicherheitsgründen eine Zeituhr 250 vorgesehen, die ein Relais 252 betätigt, das einen Schalter 254 im Kreis des Hauptmotors 156 öffnet. Diese Zeituhr betätigt das Relais 252 dreissig Sekunden nach dem Anhalten der Kette 88', wenn diese vor einem vollen Umlauf stehenbleibt, so dass der Motor 156 abge stellt wird und weder die Kufe noch das Material beschädigt werden können.
Wie in Fig. 10 und 11 gezeigt, ist eine Öffnung 256 ausserhalb der Kufe vorgesehen und fest an dieser mit einer Konsole 258 verbunden. Diese Einfuhröff nung ist vor der Öffnung 16' und in der Mitte zwi schen den Seitenwänden 12' und 14'. Dieses Glied 256 kann verschwenkt werden, um das Zu- und Ab führen von Material zur und von der Kufe zu er leichtern.
Der Betrieb der Kufe erfolgt im allgemeinen wie bereits beschrieben mit kleinen Abweichungen beim Beladen und Entladen. In beiden Fällen geht dieses vollautomatisch vor sich, wenn das Ende des Materials F am festen Glied 106' der Kette 88' befestigt wor den ist.
Fig. 10 zeigt, wie das Material nach dem Durch leiten durch die Einfuhröffnung 256 unter dem Schrau benelement 60' durchgeht und in die erste Tasche neben der Kette 88' eingelegt wird. Dann läuft das Material F nach oben über die Walze<B>1,50</B> und nach unten über die Freilaufwalze 160, worauf das Ma terial nach dem Bilden einer genügend langen Schlinge an dem festen Glied 106' der Kette befestigt wird. Die Kufe wird dann angelassen und das Beladen geht genau so vor sich wie bei der Kufe 10, mit dem Unterschied, dass das Schraubenglied dauernd und nicht intermittierend rotiert. Die schwenkbare Einfuhröffnung 256 folgt dem Material bei der Bildung sukzessiver Schlingen, die die Taschen des Schraubenelements 60' füllen.
Das Entladen geht in der umgekehrten Reihenfolge vor sich. Das am festen Glied 106' der Kette 88' befestigte Vorderende des Materials wird gelöst und durch die Einfuhröffnung zurückgeleitet und die Schlin gen werden nacheinander aus der Kufe vom Ende 12' an der Kette 88' gegen die andere Seite 14' abge nommen.
Fig. 12 zeigt ein Materialführungselement 260, das anstelle der Schraubenelemente 60 oder 60' in den Kufen 10 oder 10' benützt werden kann. Das Ma terialführungselement 260 hat einen endlosen Riemen oder eine endlose Kette 262, die über Kettenräder 264 bzw. 268 läuft. Der Riemen oder die Kette 262 hat eine Vielzahl von sich nach aussen erstreckenden Fin- gern 270, welche Taschen 272 für die Schlingen des Materials F bilden. In der Anordnung nach Fig. 12 bewegt sich das Materialführungselement 260 mit den Fingern 272 horizontal, so dass sich auch die Taschen 272 in der Richtung von der Einziehkette hinwegbe wegen.
Natürlich muss die Zeiteinstellung der Bewe gung der Taschen 272 mit der Bewegung der Ta schen der Elemente 60 oder 60' entsprechen, so dass stets eine leere Tasche zum Aufnehmen des Vorder endes des Materials F bereitsteht. Es ist zu ersehen, dass zwecks dieser Bewegung der Stange 26'0 die Wel len 274 und 276, welche die Kettenräder 264 und 268 tragen, vertikale Achsen haben müssen.