Hochdruck-Dampfkraftanlage
Gegenstand der Erfindung ist eine Hochdruck Dampfkraftanlage mit einem Dampfgenerator, der einen Speisewassereinlass, einen tZberhitzerdampfaus- lass und einen Dampfgenerator aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass ein eine Pumpe aufweisendes Rückführsystem vorgesehen ist, um Arbeitsmedium in wenigstens einen Teil des Dampfgenerators zurückzuführen bzw.
wieder umlaufen zu lassen, welcher Teil eine Mehrzahl paralleler Rohre enthält, die mit ihrem Einlassende an den Auslass des Rückführsystems und an einen stromaufwärtigen Teil von Speiseleitungen angeschlosssen sind, wobei in diesem letztgenannten Teil Drosselöffnungen vorhanden sind, die dazu dienen, die Aufteilung des Arbeitsmediums vom Speisewassereinlass auf Gruppen der parallelen Rohre in gezielter Weise zu besorgen, separat von der Arbeitsmediummenge, die durch das Rückführsystem fliesst, mit dem Zweck, durch ausgewählte Dimensionierung der genannten Drosselöffnungen eine entsprechende Aufteilung der Arbeitsmediummenge vom Speisewassereinlass auf die besagten Gruppen von parallelen Rohren herbeizuführen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnungen beispielsweise beschrieben:
Fig. 1 ist ein Schema des Wasser- und Dampfkreis Umlaufes eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemässen Hochdruck-Dampfkraftanlage,
Fig. 2A zeigt eine Einzelheit im Schnitt nach Linie IIA-IIA der Fig. 2B durch einen Abschnitt des Einlass-Verteilers zur Speisung der Rohre, die einen Teil der Wandung einer Brennkammer bilden, und
Fig. 2B ist ein Schnitt nach Linie IIB-IIB in Fig. 2A.
Gemäss Fig. 1 ist der Dampfgenerator zwischen einem Speisewassereinlass 1 und einem Überhitzer- Dampfauslass 2 angeordnet. Speisewasser fliesst vom Einlass 1 durch einen Wärmeaustauscher 3 in die Speiseleitungen 4, welche die Abschnitte A, B und C und D eines zusammengesetzten Verteilers 5 speisen.
Eine Vielzahl von parallelen Rohren 6 sind in Gruppen aufgeteilt und die unteren Enden der Rohre 6 jeder Gruppe an entsprechende Abschnitte des Verteilers 5 angeschlossen, wie Fig. 1 zeigt. Vom Verteiler 5 strömt das Wasser, das anschliessend verdampft, durch die Rohre 6 aufwärts zu einem Sammler 7. Die Rohre 6 bilden zusammen die Wände wenigstens eines Teils einer nicht dargestellten Kesselbrennkammer.
Vom Sammler 7 strömt der Dampf durch Leitungen in einen vielröhrigen Begrenzungsteil 8 für den Dampfstrom, welcher in der Brennkammer entsteht.
Vom Teil 8 passiert der Dampf ein Absperr- und Drosselventil 9 und strömt durch einen ersten tZberhit- zer 10, durch einen zweiten Überhitzer 11 und zum Uberhitzer-Dampfauslass 2. Die Hitze absorbierendbn Oberflächen des Austauschers 3, der Rohre 6, des Teils 8 und der überhitzer 10 und 11 können alle Wärme aus der Brennkammer aufnehmen.
Eine Leitung 12, die am Auslass 2 angeschlossen ist, führt den Dampf durch das Zufuhrventil 13 nach der Turbine 14. Eine Aufheizleitung 15 und ein Ventil 16 dienen zur Aufheizung der Leitung 12 während des Anlassens, bevor der Dampf der Turbine 14 zugeführt wird. An letztere ist ein elektrischer Generator 17 über die Welle 18 angeschlossen. Der Abdampf der Turbine 14 wird durch eine Leitung 19 einem Kondensator 20 zugeführt. Eine Kühlwasserleitung 21 dient zur Kondensierung des Abdampfes, welcher im Fallwasserkasten 22 gesammelt wird.
Aus dem Fallwasserkasten 22 führt eine Leitung 23 zu einer Pumpe 24, welche das Wasser in den Wasserreiniger 26 fördert, dann durch in Serie geschaltete Niederdruck-Speisewasservorwärmer 27 und 28 in einen Entlüfter 29, der sich durch eine Leitung 30 in einen Vorratstank 31 entleert. Die Dampfseiten des Entlüfters 29 und des Tanks 31 sind auch über eine Leitung 32 verbunden. Ein Ventil 33 steuert die Fördermenge der Pumpe 24, um im Tank 31 einen konstanten Wasserstand aufrechtzuerhalten.
Eine Leitung 34 führt Wasser aus dem Tank 31 in die Speisepumpe 35, welche durch eine Antriebs Dampfturbine 36 für variable Drehzahl angetriebcn wird. Die Speisepumpe 35 erhöht den Flüssigkeitsdruck auf den Arbeitsdruck im Dampfgenerator. Die variable Drehzahl der Turbine 36 reguliert das Flüssig keitsquantum am Speisewassereinlass 1.
An die Speisepumpe 35 sind über eine Leitung 37 zwei Hochdruck-Speisewasservorwärmer 38 und 39 angeschlossen, die in Serie geschaltet sind. Ein Rück schlagventil 76 verhindert den Rückfluss zur Pumpe 35. Die Speisewasservorwärmer 27, 28, 38 und 39 erhalten Anzapfdampf aus der Turbine 14 mit sukzessive zunehmendem Druck (nicht dargestellt).
Es können ein oder mehrere Zwischen-Uberhitzer- Dampfkreisläufe (nicht dargestellt) vorgesehen sein.
Es sind Mittel vorgesehen, um Rückführwasser wieder in die Rohre 6 zurückzuführen. Vom Begrenzungsteil 8 führt eine Abflussleitung 40, 41, 42 in eine Mischkammer 43. Eine Rückführpumpe 44, welche durch einen Motor 45 angetrieben ist, saugt aus der Kammer 43 über eine Leitung 46 Rückführwasser an, welches über ein Rückschlagventil 47 und eine Leitung 48 in die Abschnitte A, B, C und D des Verteilers 5 gefördert wird. Die Pumpe 44 liefert den Flüssigkeitsdruck, welcher zur Überwindung des Strömungswiderstandes, der Unterschiede in der Strömungsdichte und des statischen Druckes in dem ganzen Rückführsystem erforderlich ist.
Wenn während des Anlassvorganges die Temperatur des Wassers auf die normale Arbeitstemperatur steigt, bleibt das Ventil 9 geschlossen. Die Speisewasserpumpe 35 liefert Wasser unter Arbeitsdruck in das Rückführsystem. Die Pumpe 44 hält einen minimalen Strom durch die Röhren 6 aufrecht. Um die Menge dieses Wassers zu vergrössern, kann Wasser aus der Leitung 40 über eine Leitung 49 und durch ein Rohr 50 in eine Wärmeaustauschschale 51 geleitet werden, und danach über eine Leitung 52, eine Leitung 53 und ein Steuerventil 54 zum Entlüftungsvorratstank 31 oder statt dessen durch eine Leitung 55 und ein Steuerventil 56 in den Kondensator 20 geführt werden.
Das erhitzte Wasser, das durch den Tank 31 läuft, kann in die Leitung 53 geführt werden zur Gewinnung von Hilfsdampf, zur Erhitzung des Speisewassers und für andere nicht dargestellte Hilfsbetriebe. Der Dampf, welcher durch die Leitung 55 in den Kondensator 20 geführt wird, wird dort kondensiert und gekühlt, und das Kondensat wird nachher im Fallwasserkasten gesammelt und läuft durch den Reiniger 26 und gereinigt in den Dampfgenerator-Kreislauf zurück.
Wenn die Temperatur des Wassers bzw. Wasser Dampfgemisches, hernach Gemisch oder Arbeitsmedium genannt, und die Enthalpie in den Leitungen 40 und 49 zunimmt, kann Dampf aus der Leitung 41 durch eine Leitung 57 und ein Reduzierventil 58 in den Wärmeaustauscher 51 geführt werden, danach über die Leitung 59 zu den Überhitzern 10 und 11 und durch die Leitung 12 und die Heizleitung 15 zum Ventil 16. Vom Ventil 16 kann der Dampf nach aussen abgeführt oder für weitere Zwecke im Zyklus verwendet werden.
Im Rohr 50 besitzt das Gemisch den hohen Arbeitsdruck des Rückführsystems. Das Gemisch im Austauscher 51 stromabwärts vom Ventil 58 hat niedrigen Druck. Als Folge der Druckreduktion durch das Ventil 58 findet eine wesentliche Temperaturreduktion des Gemisches statt, das in den Austauscher 51 eintritt, verglichen mit der Temperatur des Gemisches im Rohr 50. Daher wird vom Rohr 50 Wärme an das durch den Austauscher 51 strömende Gemisch abgege heu. Es findet also eine Temperatur- und Enthalpie Abnahme zwischen den Leitungen 49 und 52 und eine Enthalpie-Zunahme zwischen der Leitung 57 unterhalb des Ventils 58 und der Leitung 59 statt.
Durch geeignete Dimensionierung des Rohres 50 und Steuerung des Druckabfalls durch das Ventil 58 wird im wesentlichen trockener gesättigter Dampf durch die Leitung 59 dem Überhitzer 10 zugeführt, während derjenigen Periode, in welcher anfänglich Dampf der Turbine 14 durch das Ventil 13 zugeführt wird.
In den Rohren 6 wird eine anfängliche Durchströmung mit einem Druck in Gang gesetzt, der genügt, um eine Trennung von Dampf und Wasser zu unterdrücken. Das Gemisch wird im Rückführsystem erhitzt und durch die Leitung 52 zum Heizen des Speisewassers abgezogen; das Wasser aus dem Fallwasserkasten 22 wird bei 26 gereinigt und in den Verdampferkreis über den Einlass 1 zurückgeführt. Wenn die Temperatur des Dampfes in der Leitung 41 sich ca. 3000 C nähert, kann ein Teil des Dampfstromes durch das Ventil 58 den Überhitzern 10 und 11 und der Frischdampfleitung 12 zugeführt werden, wobei dieser Teil danach durch das Ventil 16 strömt. Nachdem in der Leitung 12 überhitzter Dampf oberhalb des Ventils 13 vorhanden ist, kann dieser der Turbine 14 zugeführt werden.
Die Enthalpie in der Leitung 40 ist in der Grössenordnung von 500 kcal/kg oder höher, zur Zeit, wenn der Generator 17 bereit ist, mit dem angeschlossenen elektrischen System (nicht dargestellt) synchronisiert zu werden. Nach der Synchronisierung wird die Feuerung in der Brennkammer verstärkt, wodurch auch die Strömung zu den Überhitzern 10 und 11 durch das Ventil 58 sowie der Druck in den tÇberhit- zern 10 und 11 vergrössert werden.
Die Dampfströmung durch das Ventil 58 wird fortgesetzt, bis die Enthalpie des Dampfes in der Leitung 40 einen Wert von 610-670 kcal/kg erreicht, wonach Dampf aus dem Begrenzungsteil 8 durch das Ventil 9 den Überhitzern 10 und 11 zugeführt werden kann.
Der Druck in den Überhitzern 10 und 11 wird bis auf den Arbeitsdruck des Systems erhöht, und zwar durch die koordinierte Öffnung der Ventile 9 und 58. Die Strömung durch die Leitungen 53 und 55 wird unterbrochen, indem die Steuerventile 54 und 56 geschlossen werden. Dagegen wird die Strömung des Rückführsystems durch die Leitungen 40, 41, 42 und 46, durch die Pumpe 44 und die Leitung 48 fortgesetzt, soweit notwendig, um eine minimale Durchströmung der Kesselrohre 6 aufrechtzuerhalten.
Die bis daher verwendeten Dampfgeneratoren mit einer aktiv umgewälzten Rückzirkulation waren nicht mit einer Einrichtung zum gezielten Eindosieren rückgeführten Arbeitsmediums mit niedriger Enthalpie direkt aus dem Speisewassereinlass in bezug auf verschiedene Gruppen der Parallelrohre 6 des Kessels ausgerüstet, sondern allen Rohren 6 wurde Arbeitsmedium von einheitlicher Qualität zugeführt. Die Grösse des Einlasses der einzelnen Rohre regulierte die Durchströmmenge jedes Rohres derart, dass diese Durchströrnmenge sich nur im Verhältnis zur totalen Wärmeaufnahme in diesem Teil des Dampfgenerators änderte und Differenzen in der Wärmeaufnahme unter den einzelnen Parallelrohren 6 auftreten konnten.
Ein derartiges System hatte feste Betriebscharakteristika, die nicht leicht verändert werden konnten, um wechselnde Wärmeaufnahmeverläufe zwischen Teilen der Rohre 6 auszugleichen, wenn Schlackenbildungen die Wärmeaufnahme in gewissen Rohren herabsetzt und in andern vergrössert. Eine Ungleichmässigkeit hatte jedoch die Neigung sich noch zu verstärken: Wenn die Wärmeaufnahme in einem Rohr über den normalen Wert zunimmt, expandiert der Dampf im Rohr stärker, wobei die vergrösserte volumenmässige Durchflussmenge den Strömungswiderstand in diesem Rohr vergrössert mit dem Resultat, dass der Massendurchfluss abnimmt, woraus eine Erhöhung der Temperatur des Rohrmetalls resultiert. Um das Ausmass der thermischen Unterschiede bzw. des Ungleichgewichts zwischen den Rohren 6 zu begrenzen, war ein hohes Druckgefälle für die Rohre 6 erforderlich.
Dies vergrösserte die erforderliche Leistung der Pumpe 44, so dass die benötigten PS des Motors 45 entsprechend grösser waren.
Die Erfindung überwindet die früheren Schwierigkeiten dadurch, dass Drosselorgane (in Form von Drosselöffnungen 66) zur Regulierung des Durchflusses aus dem Speisewassereinlass 1 zu den Rohren 6 stromaufwärts des Rückführsystems für die Rohre 6 vorgesehen sind. Die Enthalpie des Arbeitsmediums in den Abschnitten A, B, C und D des Verteilers 5 wird in gezielter Weise beeinflusst, um Anderungen in der Wärmeaufnahme unter den Gruppen von Rohren 6 bestmöglich Rechnung zu tragen.
Wenn also die Wärmeaufnahme in einer einzelnen Gruppe von Rohren 6 bei konstanter Durchflussmenge beim Speisewassereinlass 1 zunimmt, bleibt die Menge des aus dem Einlass 1 dieser Gruppe pro Zeiteinheit zufliessenden Arbeitsmediums annähernd konstant und bewirkt eine zunehmende Expansion des Arbeitsmittels in einem oder mehreren Rohren 6 dieser Gruppe nur eine Abnahme der Menge des Arbeitsmediums, die von der Pumpe 44 in diese Rohrgruppe rückgeführt wird.
Damit ergibt sich eine entsprechende Verminderung der Enthalpie der rückgeführten Arbeitsmediummenge, also teilweise Kompensation der eben erwähnten Mengenabnahme, damit aber auch eine weitgehende Vermeidung von Rohrtemperaturanstiegen wegen zu grosser Wärmeaufnahme. Änderungen in der Wärmeaufnahme einer bestimmten Gruppe von Rohren 6 bewirken also eine gegensinnige Änderung der, der Gruppe zugeführten Wärmemenge im Sinne der Konstanthaltung der Rohrwandungstemperatur.
Die Anordnung der Drosselöffnungen 66 in den Speiseleitungen 4 vermindert das erforderliche Druckgefälle der Pumpe 44, da normalerweise am Einlass der Rohre 6 keine solchen Organe erforderlich wären.
Die Konstruktion ist wirtschaftlich und gestattet die Ausbildung und Dimensionierung einer Brennkammerwandung nach bekannten Regeln. Als Ergebnis der oben geschilderten Massnahmen und ihrer ausgleichenden Wirkung kann eine grössere Enthalpiezunahme vom Einlassverteiler 5 zum Auslassammler 7 toleriert werden, wodurch auf den Einbau von zwischengeschalteten Mischsammlern oft abgesehen werden kann.
Die Fig.2A und 2B zeigen in grösserem Masstab Einzelheiten aus Fig. 1 zur weiteren Erläuterung der vorerwähnten Massnahmen. Der Abschnitt A ist zur Veranschaulichung ausgewählt worden. Andere Abschnitte könnten eine ähnliche Konstruktion aufweisen.
Die Position der Leitungen 4 und 48 in bezug auf den Verteilerabschnitt 5A sind in Fig. 2A und 2B gegen über der Ausführung nach Fig. 1 modifiziert.
Die Leitung 4 ist in den Verteilerabschnitt 5A hinein durch ein Rohr 61 verlängert, das mit einem Verteilrohr 62 verbunden ist. Das Rohr 61 ist am Körper des Abschnittes 5A und am Verteilrohr 62 wie ersichtlich angeschweisst. Tragstege 63 sind ebenfalls am Rohr 62 angeschweisst und zentrieren dasselbe in axialer Richtung im Abschnitt 5A.
Am Rohr 62 werden die Endplatten 64 angeschweisst. Die ganze Baugruppe wird in den Abschnitt 5A bei entfernter Abschlussplatte 65 eingesetzt. Das Rohr 61 wird in die Öffnung eingeführt, deren Umgebung im Abschnitt 5A zur Verbindung mit der Leitung 4 vorbereitet ist. Das Rohr 62 wird mit dem Abschnitt 5A so ausgerichtet, dass die Stege 63 es fest abstützen.
Dann wird das Rohrstück 61 eingeschweisst. Die unteren Rohranschlüsse 6a werden an dem Abschnitt 5A angeschweisst. Die Drosselöffnungen 66 werden durch die Stutzen 6a hindurch ins Rohr 62 gebohrt. Die Rohre 6 könnten nach dem Bohren der öffnungen 66 zusammengesetzt werden, sofern die Verbindungsdurchgänge 67 zuerst in den Abschnitt 5A gebohrt wären. Die Drosselöffnungen 66 werden selektiv dimensioniert in Anpassung an die erwarteten Wärme übergangsmengen in den einzelnen Rohrleitungen 6.
Die Endplatte 65 wird eingeschweisst. Die Leitungen 4 und 48 oder Teile derselben werden an den Abschnitt 5A angeschweisst.
Aus dem Speisewassereinlass 1 tritt das Wasser durch die entsprechende Leitung 4 und das entsprehcende Rohr 61 in das Verteilerrohr 62. Die Öffnungen 66 leiten das Arbeitsmedium durch die Kammer 68 gegen die Rohre 6. Die Öffnungen 66, welche das Speisewasser nach den Rohren verteilen, bewirken einen Druckabfall. Die Öffnungen 66 dienen auch als Düsen zum Richtungsteuern des Arbeitsmediumsstromes. Auf diese Weise strömt den Rohren 6 in erster Linie Arbeitsmedium aus den Öffnungen 66 und weniger aus dem Rückführsystem aus der betreffenden Abzweigung der Leitung 48 in den Verteilerabschnitt 5A zu.
Sollte eines der Rohre 6, die mit dem Verteilerabschnitt 5A verbunden sind, mehr Wärme erhalten als die anderen, würde die Expansion des Arbeitsmediums in diesem Rohr daraufhin wirken, die Durchflussmenge durch dieses Rohr zu reduzieren. Da vorzugsweise Arbeitsmedium ins Rohr 6 eintritt, das direkt vom Speisewassereinlass 1 kommt, reduziert jede Verminderung der Durchflussmenge in einem Rohr, verglichen mit den anderen Rohren, die Quantität des Rückflusses in dieses Rohr aus der Leitung 48. Die Reduktion der Durchflussmenge in diesem Rohr wird vernachlässigbar klein, dank der Reduktion der durchschnittlichen lEnthalpie des in dieses Rohr eintretenden Arbeitsmediums.
In Fig. 1 wird der Austauscher 50, 51 während jenen Zeiten benützt, wenn erstmals Dampf der Turbine 14 zugeführt wird, um sie auf Touren zu bringen, wenn der Generator synchronisiert und anfänglich bis zu einem vorbestimmten Wert belastet wird, welcher wesentlich unterhalb des Wertes liegen kann, für den der Generator ausgelegt ist. Der ganze Durchfluss durch die Leitung 40 könnte durch das Rohr 50, die Leitung 52, die Leitung 69 und das Rückschlagventil 70 der Pumpe 44 zugeführt werden. Die Reduktion der Arbeitsmediumtemperatur und der Enthalpie im Rohr 50 reduziert das spezifische Volumen des Arbeitsmediums. Wo der Austauscher 50, 51 wesentlich höher als die Pumpe 44 angeordnet ist, verursacht das kleinere spezifische Volumen des Arbeitsmediums in der Leitung 52 ein zusätzliches Druckgefälle, um den Widerstand durch das Rohr 50 zu überwinden.
Wo dieses Druckgefälle gleich oder grösser ist als dieser Widerstand (Reibungsverlust) wird das Arbeitsmedium bevorzugt durch die Leitungen 52 und 69 und das Rückschlagventil 70 in die Mischkammer 43 strömen, und der Durchfluss durch die Leitung 42 wird aufhören. In anderen Fällen wird die Strömung zwischen der Leitung 42 und der Leitung 69 aufgeteilt sein. Der Durchfluss durch die Ventile 54 und 56 wird diese Aufteilung ebenfalls beeinflussen, da der Druckabfall durch die respektiven Leitungen dadurch variiert wird.
Der Durchfluss durch die Leitung 69 und die Mischkammer 43 zur Pumpe 44 reduziert das spezifische Volumen des in die Pumpe eintretenden Arbeitsmediums, und für eine gegebene Pumpencharakteristik wird die Durchflussmenge durch die Rohre 6 vergrössert, insbesondere während des Anlaufens, wodurch ein besserer Schutz der Rohre 6 gegen die Entwicklung von Hitzeschädigung gewährleistet wird.
Wenn die durchschnittliche Temperatur und Enthalpie des aus den Rohren 6 austretenden Arbeitsmediums einen gewünschten Wert übersteigt (an einem stromabwärts in dem Rückführsystem liegenden Punkt gemessen) kann die Kühlwirkung in den Rohren 6 durch Vergrösserung der Durchflussmenge durch dieselben gehoben werden. Dies wird durch Zuführung von Arbeitsmedium von einem Punkt strom aufwärts der Stelle, wo die Leitungen 4 mit dem Verteiler 5 und mit der Saugseite der Pumpe 44 verbunden sind, bewerkstelligt. In Fig. 1 ist zu diesem Zweck die Leitung 71 mit der Leitung 37 am Auslass des Hochdruckvorwärmers 39 verbunden. Das Steuerventil 72, das von der Arbeitsmediumtemperatur in der Leitung 48 abhängig ist, steuert den Zufluss zur Mischkammer 43.
Wenn die Temperatur in der Leitung 48 einen vorbestimmten Wert übersteigt, wird dies durch die Temperaturfühler 73 festgestellt, welche durch Leitungsmittel mit der Steuerungsvorrichtung 74 verbunden sind, die ihrerseits das Ventil 72 verstellen, um die Temperatur des Arbeitsmediums in der Leitung 48 auf einem vorbestimmten Wert zu halten, welcher im Einstellorgan 75 eingestellt worden ist.
Für eine gegebene Pumpencharakteristik wird die Fördermenge (in gr/h) vergrössert, in dem Mass wie das spezifische Volumen des Arbeitsmediums abnimmt.
Wenn daher das Arbeitsmedium in den Leitungen 42 und 71 bei 266 at (kg/cm2) eine jeweilige Enthalpie von 640 resp. 283 kcal/kg und ein Durchflussverhältnis von 3:1 aufweist, wird das Verhältnis des spezifischen Volumens 12:7 betragen, woraus ein Zuwachs von 71 0/0 der Fördermenge der Pumpe resultiert. Dies bewirkt eine Zunahme des Durchflusses im Rückführsystem von 28 0/0.
Die Kühlwirkung kann entweder permanent angewendet werden oder während eines vorübergehenden Kontroll- oder Steuervorganges, bei welchem der Spei sewasser-Zufluss und/oder die Heizleistung justiert werden, um den Betriebsgleichgewichtszustand zu erreichen.
Die Erfindung schafft also wirksame Mittel, um die Zirkulation in einem Dampfgenerator zu verbessern durch selektive Aufteilung oder Proportionierung zwischen der Arbeitsmediummenge, welche direkt aus dem Speisewassereinlass strömt, und der rückgeführten Arbeitsmediummenge unter den parallel geschalteten Gruppen der Verdampfungsrohre 6, wobei das erforderliche Druckgefälle für die Rückführpumpe herabgesetzt und die Enthalpie des Arbeitsmediums gesteuert wird, welches in die Rohre 6 strömungsabwärts der Drosselöffnungen 66 eintritt. Es werden zusätzlich Mittel zur Kühlung des Rückführstromes geschaffen, bevor letzterer in die Pumpe 44 eintritt. Eine Nebenschlussleitung 71 für die Kühlmittel ist vorgesehen, mit selektiver Aufteilung des Arbeitsmediums auf die Nebenschlussleitung 71 und die Kühlmittel.
Es sind auch Massnahmen getroffen, die eine Vergrösserung der Rückflussmenge ermöglichen durch Einführen von Arbeitsmedium von einer Stelle (Mischkammer 43) des Rückführungssystems in die Pumpe 44.