Insektizid wirksamer Köder und Verfahren zu dessen Herstellung
Die vorliegende Erfindung betrifft einen insektizid wirksamen Köder, der im wesentlichen aus einem nicht thermoplastischen hydrophilen Trägermaterial besteht, in welches die insektiziden Wirkstoffe eingelagert sind, sowie ein Verfahren zur Herstellung des Köders.
Es sind bereits insektizid wirksame Köder bekannt, die im wesentlichen aus einem Trägermaterial bestehen, bei dem sich der insektizide Wirkstoff, der Lockstoff und gegebenenfalls die Lockfarbe im wesentlichen auf der Oberfläche befinden (vgl. z. B. deutsches Gebrauchsmuster Nr. 1 708 559, deutsche Patentschrift Nummer 818 435).
Als Trägermaterialien wurden für diese Köder im wesentlichen Papier, Pappe, Holzschliff, Faserstoffe, Textilien, Kunststoffe, Wolle, Watte und Gummi verwendet.
Als insektizide Wirkstoffe wurden im wesentlichen chlorierte Kohlenwasserstoffe, aber auch Phosphorsäure- ester und Carbamate genommen.
Als Lockstoffe wurden Monosaccharide und Disaccharide verwendet, wie Rohrzucker, Fruktose, Galaktose, aber auch Proteine, wie Hefe, Eipulver und Milchpulver. Bekannt ist auch die starke Lockwirkung von Wasser. Aus diesem Grunde eignen sich hydrophile Trägermaterialien besonders gut, und es wurden verschiedene Methoden entwickelt, sie zu befeuchten und feucht zu halten (deutsche Gebrauchsmuster Nummern 1 708 559, 1 746 283, 1 756939). Als Lockfarben haben sich bei diesen Ködern Rot und Schwarz besonders bewährt.
Die Herstellung dieser Köder wird prinzipiell in zwei Stufen durchgeführt. In der ersten Stufe wird das Trägermaterial hergestellt, in der zweiten Stufe wird das Trägermaterial mit Lösungen der Wirkstoffe, der Lockstoffe und der Lockfarben getränkt, wahlweise in meh reren einzelnen Arbeitsgängen, wenn z. B. die einzelnen Stoffe nicht in dem gleichen Lösungsmittel löslich sind.
Diese Herstellungsart zeigt verschiedene Nachteile.
Zunächst ist es arbeitsaufwendig, die gesamte Herstel- lung in zwei oder mehreren verschiedenen Arbeitsgängen vorzunehmen. Ausserdem müssen Lösungsmittel verwendet werden, die Köder müssen nach jeder Imprägnierung getrocknet werden, wofür erhebliche Trocknungsenergien notwendig sind, und schliesslich müssen die Lösungsmittel wenigstens teilweise zurückgewonnen, in jedem Falle aber ganz entfernt werden. Beim Arbeiten mit brennbaren und explosiven Lösungsmitteln sind zudem noch entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.
Auch die Köder selbst weisen gewisse Nachteile auf.
Sie haben nur eine relativ kleine Oberfläche und zeigen eine schnellere Abnutzung, weil die Wirk- und Lockstoffe zur Hauptsache an der Oberfläche des Trägermaterials vorhanden sind, nicht aber gleichmässig verteilt im ganzen Trägermaterial.
Weiterhin sind insektizid wirksame Köder bekannt, die im wesentlichen aus einem Trägermaterial bestehen, in das die Wirkstoffe, die Lockstoffe und die Farbstoffe gleichmässig eingelagert sind (vgl. z. B. deutsche Patentschrift Nr. 818 435 und deutsche Auslegeschrift Nummer 1182468).
Als Trägermaterialien werden z. B. Papier und Pappe verwendet. In diesem Fall müssen die Wirkstoffe und anderen Zusatzstoffe direkt, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme von Lösungsmitteln und Emulgatoren, in den wässrigen Papierbrei gegeben werden, aus dem das Papier bzw. die Pappe hergestellt wird.
Diese Herstellungsart hat den erheblichen Nachteil, dass Wirkstoffe und Zusatzstoffe in grösseren Mengen verlorengehen. Ausserdem können nur Wirkstoffe verwendet werden, die nicht hydrolysieren. Das Wasser und die anderen organischen Lösungsmittel müssen entfernt bzw. auch rückgetrocknet werden.
Als Trägermaterial kann aber auch Zucker verwendet werden. In diesem Fall werden alle Bestandteile unter sehr hohem Druck zu Tabletten verpresst.
Nachteilig ist bei diesem Herstellungsverfahren, dass man spezielle Pressapparate benötigt, die mit sehr hohem Druck arbeiten, und dass sich die Tabletten bei stärkerer Befeuchtung auflösen, schmieren und unansehnlich werden.
Unabhängig von der Herstellungsweise haben diese beiden Köderarten den Nachteil, dass ihre Oberfläche im Verhältnis zu ihrem Gewicht relativ klein ist.
Aus der Vielzahl der vorbekannten Köder haben in der Praxis solche Köder die grösste Bedeutung erlangt, bei denen zunächst das Trägermaterial, im allgemeinen Zellulose oder Holzschliff, hergestellt wird und dieses anschliessend mit den Wirkstoffen und gegebenenfalls anderen Zusätzen getränkt wird. Diese Köder werden im allgemeinen als Kugeln, Teller oder Streifen in den Handel gebracht.
In ihnen ist die Ausnutzung der insektiziden Potenz der verwendeten Wirkstoffe keineswegs optimal.
Es wurde gefunden, dass ein solcher insektizid wirksamer Köder eine besonders gute Sofortwirkung und eine besonders lange Dauerwirkung hat und damit eine besonders günstige Ausnutzung der insektiziden Potenz der Wirkstoffe gewährleistet, wenn er im wesentlichen aus einem nicht thermoplastischen hydrophilen Polyurethanschaumstoff besteht und er als Insektizid ein Carbamat und/oder einen Phosphorsäureester sowie einen Insektenlockstoff, gleichmässig in das Zellgerüst des Polyurethanschaumstoffs eingelagert, enthält.
Weiterhin wurde gefunden, dass man den erfindungsgemässen Köder in einem einstufigen Verfahren in besonders einfacher Weise erhält, wenn man 1. insektizide Carbamate und/oder insektizide Phosphorsäufe- ester und 2. Insektenlockstoffe zusammen mit 3. hydrophilen Polyolen oder mit nicht hydrophilen Polyolen und hydrophilen Zusatzstoffen, 4. Polyisocyanaten und 5. Aktivatorgemischen zu einem hydrophilen Polytire- thanschaum verschäumt und den so erhaltenen Polyurethanschaumstoff in eine für Köder geeignete Gestalt bringt.
Überraschenderweise zeigen die erfindungsgemässen Köder im Vergleich zu den besten aus dem Stand der Technik bekannten Ködern eine besser Sofortwirkung und eine längere Dauerwirkung. Ganz besonders überraschend ist aber, dass die insektiziden Carbamate und Phosphorsäureester bei der Herstellung der Schaum- stoffe ihre insektizide Potenz voll beibehalten, obwohl einerseits bekannt ist, dass Carbamate und Phosphorsäureester leicht hydrolysieren und anderseits die Herstellung des Schaumstoffs in Gegenwart von Basen und basischen Katalysatoren bei hohen Temperaturen, im allgemeinen über 1000 C, vorgenommen wird.
Als insektizide Carbamate können alle Carbamate verwendet werden, die eine ausreichend insektizide Wirkung auf die zu vernichtenden Insekten ausüben, also im wesentlichen auf Dipteren, wie Fliegen (Musca domestica, Fannia canicularis, Calliphora erythrocephala, Lucilia sericata, Chrysomyia putoria), Mücken (Aedes-, Culex- und Anopheles-Arten), Schaben (Blattella germanica, Blatta orientalis, Perlplaneta ameri cana), Heimchen (Acheta domesticus) und Ameisen (Lasius niger).
Besonders bewährt haben sich Carbamate der allgemeinen Formel
EMI2.1
In dieser Formel steht R für Wasserstoff oder Acylreste, insbesondere Aceiyl und Propionyl. A steht für Phenyl und Phenylreste mit ankondensierten heterocyclisehen Ringen, die Sauerstoff, Stickstoff oder Schwefel enthalten, wie Cumaranyl und Chromanyl. Alle diese Reste können mit 1 bis 3 Substituenten der folgenden Art substituiert sein: Alkyl mit 1 bis 6 C-Atomen, wie Methyl, Äthyl, Isopropyl und sec.-Butyl; Alkoxy mit 1 bis 6 C-Atomen, wie Methoxy, Äthoxy, Isopropoxy, sec.-Butoxy; Alkenyl mit 2 bis 6 C-Atomen, wie Allyl, Methallyl; Alkinyl mit 2-6 C-Atomen, wie Propargyl; Dialkylamino-Gruppen, wie Dimethlamino; Dialkenylamino-Gruppen, wie Diallylamino; Alkyl-alkenylamino Gruppen, wie Allyl-methylamino.
Insektizide Carbamate, die verwendet werden können, sind z. B. genannt in den deutschen Patentschlaften Nrn. 1 108 202, 1 159 929, 1145162, 162352 und 1153 012 sowie in den belgischen Patentschriften Nrn. 649260 und 681 442.
Als besonders wirksame insektizid Carbamate seien genannt: 2-Isopropoxyphenyl-N-methylcarbamat, 2-Me thyl-eumaran-7-yl-N-methylcarbamat, 2,2-Dimethyl-cumaran-7-yl-N-methylcarbamat sowie die N-Acetyl-Deri- vate dieser beiden Cumaranyl-Verbindungen und das 2-Dimethylaminophenyl-N-methylcarbamat.
Als insektizide Phosphorsäureester kommen alle Phosphorsäureester in Frage, die eine ausreichende insektizide Wirksamkeit gegen die obengenannten zu vernichtenden Insekten aufweisen. Die Bezeichnung insektizide Phosphorsäureester ist hier in der umfassenden Bedeutung verwendet, wie sie auf dem Hygieneinsektizid-Gebiet verwendet wird. Sie umfasst also Phosphorsäureester im engeren Sinne, Thiophosphorsäureester, Thiophosphonsäureester. Im einzelnen seien genannt: O,O-Dimethyl-2,2-dichlorvinylphosphat,
O,O-Dimethyl-( l -hydroxy-2,2,2-trichloräthyl) - phosphonat,
O,O-Dimethyl-3 -mel hyl-4-nitrophenylthiophosphat und O,O-Dimethyl-3 -nitrophenylthioph.osphat.
Für die Köder kommen sowohl einzelne Carbamate wie auch einzelne Phosphorsäureester, aber auch Mischungen aus Vertretern dieser beiden Wirkstoffgruppen in Frage.
Die Wirkstoffkonzentration in den Ködern kann in einem grossen Bereich schwanken. Im allgemeinen liegt sie zwischen 0,01 und 20 Gewichtsprozent, vorzugsweise zwischen 0,1 und 5.
Als Lockstoffe werden die üblichen Insektenlockstoffe verwendet (Wiesmaim, Schweizer Archiv für Tierheilkunde 102 1960, S. 143; Gebrauchsmusterschutz Nr. 1 708 559; Wiesmann, Z. f. angew. Zool. 47, 1960, S. 159). Besonders günstig sind Zucker, wie Disaccharide und Monosaccharide, z.B. Rohrzucker, Glukose, Laktose, Galaktose und Fruktose. Es können aber auch Proteine verwendet werden, insbesondere Hefe, Hefe hydrolysat, Eipulver und Milchpulver.
Die Konzentration der Lockstoffe im Köder kann ebenfalls in grösseren Bereichen schwanken. Im allgemeinen liegt sie zwischen 0,1 und 80 Gewichtsprozent, vorzugsweise zwischen 1 und 50.
Eine weitere Erhöhung der Lockwirkung erzielt man durch Lockfarben (deutsches Gebrauchsmuster Nr. 1 708 559).
Insbesondere haben rote, violette und schwarze Farbstoffe eine Bedeutung bei Insektenködern. Als Farbstoffe seien genannt: Kuppiungsprodukt aus 1,2-Bis(3' aniino-4'-methoxybenzolsulfonamido)äthan auf das 2,4 Dimethoxy-5-chlor-phenylamid der ss-Oxynaphtoesäure, Kupplungsprodukt aus 1 ,2-Bis(3 '-amino-4'-methoxyben- zolsulfonamido)äthan auf das 4- thexyphenylamid der ,-Oxynaphtoesäure, RuBe (schwarz).
Die Konzentration der Farbstoffe im Köder kann ebenfalls in grössern Bereichen schwanken. Im allgemeinen liegt sie zwischen 0,1 und 10 Gewichtsprozent, vor zugsweise zwischen 0,5 und 5.
Als hydrophile Mittel kann man die üblichen hydrophilen Mittel verwenden, die keinen störenden Einfluss auf die Pelyurethanschaumstoff-Bildung haben. Hierzu gehören im wesentlichen Silikagel und Polyhydroxy Verbindungen, wie Zucker.
Die Polyurethanschaumstoffe werden in üblicher Weise hergestellt. Hierüber besteht eine weitreichende Literatur (vergleiche z. 13. J. J. Saunders, K. C. Frisch: Polyurethanes, Part I, Chemistry, Interscience-Wiley, New York [1962], Part II, Technology, Interscience- Wiley, New York [1964]; R. Vieweg, A. Höchtlen, Kunststoff-Handbuch, Bd. VII, Polyurethane, Carl Hanser [19661).
Gemäss dem üblichen Herstellungsverfahren werden
Polyole mit den Polyisocyanaten unter Zugabe von Katalysatoren, Schaumstoffstabilisatoren und sonstigen Zusatzstoffen vermischt. Die Schaumbildung tritt in exothermer Reaktion selbsttätig ein. Die bei der Schaumstoffherstellung auftretenden Temperaturen liegen zwischen 50 und 1700 C, vorzugsweise oberhalb 1000 C.
Die Wirkstoffe, Lockstoffe und hydrophilen Mittel gibt man zweckmässigerweise den Polyolen vor der Verschäumung zu. Es ist jedoch auch möglich, sie in die anderen Reaktionskomponenten, insbesondere in die Aktivatorgemische, einzumischen,
Die Farbstoffe werden bei der Schaumstoffherstellung vorzugsweise als Dispersionen in den üblichen Weichmachern, wie Polyadipaten, Polyphthalaten, Adipinsäure-di-n-butylester, Trlphenylphosphat oder Dioctylphthalat, eingesetzt. Jedoch ist auch eine Zugabe im Gemisch mit den bei der Schaumstofíherstellung üblicherweise eingesetzten Zusatzstoffen, wie Katalysatoren, Emulgatoren oder Schaumstoffstabilisatolren, möglich.
Für das erfindungsgemässe Verfahren hat es sich als günstig erwiesen, hydrophil eingestellte Polyurethanschaumstoffe zu verwenden, weil diese leicht zu befeuchten sind und durch das Anziehen des Wassers aus der Atmosphäre stets etwas feucht bleiben, wodurch die Insekten in erhöhtem Masse angezogen werden.
Zur Herstellung dieser hydrophilen Polyurethanschaumstoffe werden Polyäther verwendet, die Mischpolymerisate aus Äthylenoxid und Propylenoxid darstellen. Die Polyäther sollen eine Funktionalität von mindestens 2 besitzen und steilen vorzugsweise Triole dar. Das Molekulargewicht schwankt zwischen 1000 und 4000. Der Athylenoxidgehalt in den Polyäthern soll höher sein als 10% der gesamten Alkylenoxidmenge.
Die Polyole besitzen einen sehr hohen Gehalt an pfi- mären Hydroxylgruppen.
Für die Herstellung der Polyurethanschaumstoffe werden die üblichen bereits bekannten Isocyanate, Aktivatoren, Schaumstoffstabilis atoren, Treibmittel sowie sonstigen Zusatzstoffe verwendet.
Als Isocyanat wird vorzugsweise das Toluylendiisocyanat (80 % 2,4- und 20 % 2,6-Isomeres oder 65 % 2,4- und 35 % 2,6-Isomeres verwendet.
Als Aktivatoren eignen sich besonders tertiäre Amine, wie Dimethyl-benzylamin, N-Methyl-N'-dimethylaminoäthylpiperazin und 2,2,4-Trimethyl-2-silanior- pholin.
Die die Wirkstoffe, Lockstoffe und andere Z;usatz- stoffe enthaltenden Polyurethanschaumstoffe fallen, wie bei der Herstellung von Polyurethanschaumstoffen nach dem Stand der Technik üblich, im allgemeinen in Form von Blöcken oder dicken Platten an.
Aus diesen Teilen werden die erfindungsgemäss beanspruchten Köder durch Zerschneiden, Zersägen oder Stanzen hergestellt.
Die Form der erfindungsgemässen Köder ist beliebig.
Man kann sie herstellen als Plättchen, Bänder, Folien, Filme, Kugeln, Würfel, Quader, Zylinder oder Tönnchen.
Die erfindungsgemässen insektiziden Köder werden in üblicher Weise verwendet, wobei es besonders vor- teilhaft ist, wenn sie mit Wasser befeuchtet werden, da sie in diesem Zustand eine besonders hohe Lockwirkung ausüben.
Abschliessend sollen nochmals die Vorteile der erfindungsgemässen Köder und ihrer Herstellung im Hinblick auf die vorbekannten Köder, insbesondere die in der Praxis wichtigen Köder, zusammengefasst werden:
1. Die Wirkstoffe sind im Ködermaterial gleichmässig verteilt.
2. Der hydrophile Polyurethanschaumstoff gewährleistet eine hohe Hydrophilie und Wasseraufnahmefähig- keit.
3. Die Wirkstoffe sind gegen eine zu schnelle Auswaschung, eine schnelle Hydrolyse und eine zu schnelle mechanische Abnutzung durch den Einbau in das Polyurethanschaumstoffgerüst geschützt.
4. Die Köder zeigen bei Verwendung geringerer Wirkstoffmengen schnellere und länger anhaltende Wirksamkeit und nutzen deshalb die insektizide Potenz der insektiziden Wirkstoffe besonders gut aus.
5. Die Herstellung des Trägermaterials, die Einführung des insektiziden Wirkstoffs, die Einführung des Lockstoffs sowie die Einführung des Farbstoffs werden in einem einzigen Arbeitsgang erreicht. Die Herstellung ist also besonders einfach und schnell möglich. Es werden Lösungsmittel und Trocknungsenergien eingespart.
Ausserdem entfallen Sicherheitsvorkehrungen, die bei der Verwendung von brennbaren und explosiven Lösungsmitteln notwendig wären.
Schliesslich entstehen keine Probleme bei der Verwendung von leicht flüchtigen Wirkstoffen, die bei der üblichen Rücktrocknung mitverdampfen.
Herstellungsbeispiel 1 Herstellung des Schaumstoffs:
100 Gewichtsteile eines trifunktionellen hydrophilen Polyäthers (Hydroxylzahl 56, mittleres Molekulargewicht 3000), der durch Anlagerung von 45 % Athylen- oxid und 55 % Propylenoxid an Glycerin als Startkomponente erhalten wurde, werden mit 40 Gewichtsteilen Puderzucker (Lockstoff), 10 Gewichtsteilen einer Rotpaste (Dispersion eines Azo-Rotpigments in einem üblichen Weichmacher [Lockfarbe]), 0,05 Gewichtsteilen 2, 2,4-Trimethyl-2-siiamorpholin, 0,25 Gewichtsteilen Zinn-(II)ctoat (beide als Aktivatoren), 3 Gewichtsteilen Wasser (Treibmittel),
1,0 Gewichtsteil eines wasserlöslichen Polyäthersiloxans (Stabilisator) sowie 2 Gewichtsteilen O,O-Dimethyl-(l-hydroxy-2,2,2- trichloräthyl)phosphonat innig vermischt. Anschliessend wird die Mischung mit 39 Gewichtsteilen Toluylendiisocyanat (65 S; 2,4- und 35 S 2,6-Isomeres) gründlich verrührt. Nach ungefähr 5 Sekunden trübt sich das Gemisch, und es bildet sich ein Schaumstoff, der nach weiteren 60 Sekunden seine endgültige Höhe erreicht hat. Der erhaltene rote Schaumstoff ist elastisch, besitzt eine feine Zellstruktur und ist sehr hydrophil; nach gravimetrischer Bestimmung nimmt der Schaumstoff nach dem Eintauchen in Wasser 1100 Gewichtsprozent Wasser auf.
Herstellung des Köders:
Aus dem so hergestellten Schaumstoff werden mittels eines rotierenden Messers (handelsübliche Polyurethanschaumstoff-Spaltanlage) 0,5 cm dicke Platten hergestellt. Diese Platten werden mit der gleichen Apparatur in Platten mit einer Kantenlänge von 6,3 und 9 cm geschnitten. Diese Platten können direkt als Köder verwendet werden.
In gleicher Weise kann man auch Köder in beliebig anderer Form daraus herstellen.
Herstellungsbeispiel 2 Herstellung des Schaumstoffs:
100 Gewichtsteile eines trifunktionellen hydrophilen Polyäthers (Hydroxylzahl 56, mittleres Molekulargewicht 3000), der durch Anlagerung von 45 % Sithylen- oxid und 55,% Propylenoxid an Glycerin als Startkomponente erhalten wurde, werden mit 80 Gewichtsteilen Puderzucker, 20 Gewichtsteilen Eipulver, 2,175 Gewichtsteilen 2MethyI-curnaran-7 -yi-N-methylcarba- mat, 2,175 Gewichtsteilen O,O-Dimethyl-2,2-dichlor- vinylphosphat und 10,0 Gewichtsteilen einer Rotpaste (Dispersion eines Azo-Rotpigments in einem üblichen Weichmacher) gründlich vermischt.
Dieser Polyolmischung wird eine Aktivatorlösung aus 0,05 Gewichtsteilen 2,2,4-Trimethyl-2-silamorpholin, 0,6 Gewichtsteilen Zinn-(II)-octoat, 3 Gewichtsteilen Wasser und 1,75 Gewichtsteilen eines wasserlöslichen Polyäther- siloxans zugesetzt. Anschliessend wird die Mischung mit 43 Gewichtsteilen Toluylendiisocyanat (65 % 2,4und 35 CO 2,6-lsomeres) gründlich verrührt und der sich nach ungefähr 5 Sekunden bildende Polyurethanschaum- stoff in Formen gefüllt, in denen er nach weiteren 60 Sekunden seine maximale Höhe erreicht. Der erhaltene, rot gefärbte Schaumstoff ist elastisch und besitzt eine feine Zellstruktur. Die Hydrophilie wird durch die Wasseraufnahme gemessen, wobei der Schaumstoff unter Ausquetschen der Luft in Wasser eingetaucht wurde.
Die Wasseraufnahme beträgt 1480 Gewichtsprozent.
Herstellung des Köders:
Es können in gleicher Weise wie im Herstellungsbeispiel 1 angegeben plattenförmige oder beliebig anders gestaltete Köder daraus hergestellt werden.
Verwendungsbeispiel I
Es wurde ein erfindungsgemässer Köder mit einem vorbekannten Köder verglichen. Der erfindungsgemässe Köder war eine Platte mit Kantenlängen von 0,5 x 6,3 x 9 cm und einem Gewicht von 2,1 g.
Er enthält als Wirkstoff O,O-Dimethyl-(l-hydroxy- 2,2,2-trichloräthyl)-phosphat in einer Menge von 1,0 % und als Lockstoff Puderzucker von 20,4 % und als Lockfarbe einen roten Azo-Pigmentfarbstoff.
Der Köder wurde gemäss Beispiel 1 hergestellt.
Der vorbekannte Köder hatte die gleichen Abmessungen wie der erfindungsgemässe Köder, wog jedoch 6,8 g. Er enthielt den gleichen Wirkstoff und den gleichen Lockstoff in der gleichen Konzentration. Die Lockfarbe war ebenfalls rot. Dieser Köder wurde aus einer Holzschliffpappa durch Imprägnieren mit den einzelnen Stoffen hergestellt.
Bei dem Vergleich dar beiden Köder ist zu berücksichtigen, dass der vorbekannte Köder mehr als 3mal so schwer war wie der erfindungsgemässe Köder und deshalb auch, absolut gesehen, mehr als 3mal soviel Wirkstoff und Lockstoff enthielt.
Der biologische Test wurde wie folgt durchgeführt:
Zur Prüfung der Köderwirkung wurde jeder Köder auf eine Untertasse gelegt, bis zur Grenze der Aufnahmefrist mit Wasser befeuchtet und dann auf dem Boden eines Raumes von 3,7 x 3,8 m Seitenlänge und einer Höhe von 2,9 m in der Mitte je eines Bogens aus weissem Filtrierpapier von 52 cm x 52 cm Grösse in gleichem Abstand von den Wänden des Raumes gestellt. Dann wurden in diesen Raum etwa 2000 Fliegen der Art Musca domestica ausgesetzt. Die Fliegen konnten völlig frei zwischen den beiden Ködern wählen.
Nach 4 Stunden wurde die Zahl der toten Fliegen ermittelt, die bei jedem Köder auf der Untertasse und auf dem Filtrierpapierbogen lagen. Die darüber hinaus im Raum verstreut liegenden abgetöteten Fliegen wurden nicht gewertet, da bei ihnen nicht sicher war, von welchem der beiden Köder sie abgetötet wurden.
Es wurden die Fliegen auf den beiden Untertassen sowie auch die Fliegen auf den Filtrierpapierbogen einzeln ausgezählt. Dann wurde festgestellt, wieviel % der insgesamt gezählten Fliegen durch den einen und wieviel % durch den anderen Köder abgetötet worden waren.
Diese Prozentzahlen stellen den Wirkungsindex dar.
Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle angegeben. Dabei zeigt sich, dass der erfindungsgemässe Köder einen wesentlich höheren Wirkungsindex hat und ausserdem eine viel schnellere Wirkung auf die Fliegen ausübt als der vorbekannte Köder.
Beim erfindungsgemässen Köder lagen prozentual mehr Fliegen auf der Untertasse als beim vorbekannten Köder, jeweils bezogen auf die Gesamtzahl der ausgewerteten Fliegen.
Tabelle
Köder Zahl der abgetöteten Fliegen auf
Untertasse Papier Untertasse und Papier Wirkungsindex Erfindungsgemäss 548 739 1287 73 Vorbekannt 98 384 482 27
Verwendungsbeispiel 2
Es wurde ein erfindungsgemässer Köder mit einem vorbekannten Köder verglichen. Der erfindungsgemässe Köder stellte eine Platte dar mit den Kantenabmessungen 0,5 x 6,3 x 9,0 cm. Er wog 2,5 g. Als Wirkstoff enthielt er 2-Methyl-cumaran-7-yl-N-methylcarbamsat in einer Menge von 0,83 % und O,O-Dimethyl-2,2-dichlorvinylphosphat in einer Menge von 0,83 %. Als Lockstoff enthielt er Puderzucker in einer Menge von 30,4 O und Eipulver in einer Menge von 7,6 % und als Lockfarbe einen roten Azo-Pigmentfarbstoff.
Der Köder war nach Herstellungsbeispiel 2 hergestellt worden.
Der vorbekannte Köder hatte die gleichen Abmessungen wie der erfindungsgemässe Köder, wog jedoch 7,5 g. Er enthielt die gleichen Wirkstoffe und die gleichen Lockstoffe in derselben Konzentration. Seine Lockfarbe war ebenfalls rot.
Der Köder wurde aus einer Pappe aus Holzschliff hergestellt, die mit den einzelnen Stoffen imprägniert wurde.
Bei dem Vergleich der beiden Köder ist zu berücksichtigen, dass der vorbekannte Köder, absolut gesehen, die 3fache Menge an Wirkstoffen und Lockstoffen enthielt.
Die Wirkung der beiden Köder wurde nach dem im Verwendungsbeispiel 1 angegebenen Test verglichen. Es wurden etwa 3000 Fliegen der Art Musca domestica verwendet. Nach 4 Stunden sind 2710 Tiere durch die beiden Köder abgetötet worden.
Tabelle
Köder Wirkungsindex
Erfindungsgemäss 64
Vorbekannt 36
Verwendungsbeispiel 3
Es wurden zwei Köder verglichen. Der erfindungsgemässe Köder stellte eine Platte mit den Kantenabmessungen von 0,5 x 6,3 ; 9 cm dar. Er wog 2,3 g.
Als Wirkstoff enthielt er 2-Methyl-cumaran-7-yl N-methylcarbamat in einer Menge von 1,0 %, als Lockstoff Puderzucker in einer Menge von 20,4 % und als Lockfarbe einen roten Azo-Pigmentfarbstoff.
Der Köder war nach Herstellungsbeispiel 1 hergestellt worden.
Der vorbekannte Köder hatte die gleichen Abmessungen wie der erfindungsgemässe Köder. Er wog jedoch 6,9 g. Er erhielt die gleichen Wirkstoffe und Lockstoffe in der gleichen Konzentration. Die Lockfarbe war ebenfalls rot.
Er war in üblicher Weise aus einer Holzschliffpappe durch Imprägnieren mit den einzelnen Stoffen hergestellt worden.
Beim Vergleich der beiden Köder ist zu berücksichtigen, dass der vorbekannte Köder, absolut gesehen, 3mal mehr Wirkstoffe und Lockstoffe enthielt als der erfindungsgemässe Köder.
Die Wirkung der beiden Köder wurde nach dem in Verwendungsbeispiei 1 beschriebenen Test bestimmt.
Von etwa 1500 Fliegen wurden 1399 in 4 Stunden abgetötet. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt. Dabei ist besonders zu berücksichtigen, dass der erfindungsgemässe Köder eine höhere Sofortwirkung hat. Es lagen verhältnismässig viel Fliegen auf der Untertasse und relativ wenige auf dem Papier.
Tabelle
Köder Zahl der abgetöteten Fliegen auf
Untertasse Papier Untertasse und Papier Wirkungsindex Erfindungsgemäss 737 229 966 69 Vorbekannt 261 172 433 31
Verwendungsbeispiel 4
Es wurden zwei Köder miteinander verglichen. Der erfindungsgemässe Köder entsprach genau dem in Beispiel 3 beschriebenen Köder.
Der vorbekannte Köder entsprach im Prinzip dem in Beispiel 3 beschriebenen vorbekannten Köder, jedoch war seine Grösse auf ein Drittel reduziert, so dass die Gewichte der beiden Köder gleich gross waren.
Die beiden Köder enthielten also nicht nur prozentual, sondern auch, absolut gesehen, die gleiche Menge an Wirk- und Lockstoffen.
Die Wirkung der beiden Köder wurde nach dem im Verwendungsbeispiel 1 angegebenen Test bestimmt. Die Wirkungsindices gehen aus der nachstehenden Tabelle hervor.
Tabelle
Köder Wirkungsindex
Erfindungsgemäss 75 %
Vorbekannt 25 %
Verwendungsbeispiel 5
Es wurden zwei Köder verglichen. Der erfindungsgemässe Köder entsprach im Prinzip dem erfindungsgemässen Köder gemäss Beispiel 1, enthielt jedoch als Wirkstoff O,O-Dimethyl-2,2-dichlorvinylphosphat in einer Menge von 0,85 10 und als Lockstoff Puderzucker in einer Menge von 34 %.
Der vorbekannte Köder entsprach im Prinzip dem vorbekannten Köder gemäss Verwendungsbeispiel 1, enthielt jedoch die gleichen Lock- und Wirkstoffe in der gleichen Menge wie der in diesem Beispiel beschriebene erfindungsgemässe Köder.
Beide Köder wurden 5 Wochen lang täglich bis zur Grenze ihrer Saugfähigkeit mit Wasser angefeuchtet und im Abstand von einer Woche in der in Verwendungsbeispiel 1 angegebenen Weise immer wieder erneut auf ihre biologische Wirkung geprüft.
Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt. Aus dieser Tabelle geht eindeutig hervor, dass der erfindungsgemässe Köder vom Anfang des Versuches an dem Vergleichsköder deutlich an Wirkung überlegen war und im Laufe der Zeit immer mehr an Überlegenheit gewann.
Tabelle Versuchszeit Wirkungsindex der beiden Köder in Wochen Erfindungsgemäss Vorbekannt
0 60 40
1 62 38
2 65 35
3 70 30
4 84 16
5 91 9
Verwendungsbeispiel 6
Die Vergleichsversuche gemäss Beispiel 3 wurden mehrfach mit Ködern wiederholt, die jeweils anstelle des 2-Methyl-7-cumaranyl-N-methylcarbamats die in der nachfolgenden Tabelle genannten Wirkstoffe enthielten.
Die Wirkungsindices für die Köderpaare sind in der nachfolgenden Tabelle angegeben: Tabelle
EMI6.1
<tb> <SEP> Wirkungsindices <SEP> für <SEP> die <SEP> Köder
<tb> <SEP> Effindungsgemäss: <SEP> Vorbekannt
<tb> <SEP> N <SEP> O-CO-NHCHs <SEP> 66 <SEP> 34
<tb> <SEP> OCH(CH3)2
<tb> <SEP> CH3
<tb> CH2= <SEP> CH-CH2-S- <SEP> -O-CO-NHCHy <SEP> 57 <SEP> : <SEP> 43
<tb> <SEP> CH3
<tb> <SEP> 9-O-CO-NHCHn <SEP> 62 <SEP> : <SEP> 38
<tb> <SEP> O-CH2-C <SEP> an <SEP> CH
<tb> <SEP> Äw;-O-CO-NHCHs <SEP> 56 <SEP> : <SEP> 44
<tb> <SEP> CH-CH=CH2
<tb> <SEP> I
<tb> <SEP> CH3
<tb> <SEP> ?co0NHcH3
<tb> <SEP> j <SEP> \C(CHs)2 <SEP> 67 <SEP> : <SEP> 33
<tb> <SEP> CH2
<tb> <SEP> yCH8
<tb> <SEP> OCON\
<tb> <SEP> 6/: <SEP> O-CH3
<tb> <SEP> :Hs)z <SEP> 64 <SEP> : <SEP> 36
<tb> <SEP> C112
<tb> <SEP> / <SEP> \ <SEP> O-CO-P;IHCH3 <SEP> 63 <SEP> :
<SEP> 37
<tb> <SEP> N(CHs)2
<tb>
EMI7.1
<tb> <SEP> Wirkstoff <SEP> Wirkungsindices <SEP> für <SEP> die <SEP> Köder
<tb> <SEP> Erfindungsgemäss <SEP> : <SEP> Vorbekannt
<tb> NO2vo-PS(OCH3)2 <SEP> 61 <SEP> : <SEP> 39
<tb> <SEP> CH3
<tb> <SEP> /9-O-PS(OCHa)2 <SEP> 60 <SEP> : <SEP> 40
<tb> <SEP> NO2
<tb>
Zur Herstellung hydrophiler Polyarethanschaum- stoffe verwendet man zweckmässigerweise Polyole mit Hydroxylzahlen unter 250, besonders unter 100. Bei der Herstellung dieser Polyole werden mehr als 10 % Athylenoxid, bezogen auf die gesamte Menge Alkylenoxid, verwendet.