Verfahren und Vorrichtung zum Verengen des Innenquerschnittes von Kaminen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Verengen des Innenquerschnitts von Kaminen, bei welchem ein Rohr mit dem gewünschten Innenquerschnitt in den Kamin eingeführt sowie mit Anschlussfittings versehen und daraufhin der Zwischenraum zwischen dem Rohr und der Kamininnenfläche mit einem möglichst wärmeisolierenden Füllstoff ausgefüllt wird, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Die Verengung der Innenquerschnitte von Kaminen älterer Gebäude ist durch die Umstellung auf ölheizungen und Gasheizungen wegen Vermeidung der Versottungsgefahr erforderlich geworden. Bei dem herkömmlichen bekannten Verfahren wird eine mit einem Vibrator versehene und im Querschnitt dem gewünschten Endquerschnitt des Kamins angepasste bombenartige Vorrichtung in den Kamin eingelassen und daraufhin eine Mörtelmischung nachgefüllt. Wenn diese Vorrichtung langsam im Kamin aufwärts gezogen wird, verdichten die horizontal ausgerichteten Schwingungen des Vibrators die Mörtelmasse gegen die Kamininnenwand. Da diese Mörtelmassen leicht zum Sanden neigen, ist es erforderlich, in einem zweiten Arbeitsgang eine verhältnismässig dünne Härteschale mit einem besonderen Mörtelgemisch aufzubringen. Dieses Verfahren ist zeit- und lohnintensiv und daher verhältnismässig teuer.
Ausserdem kann die Heizung erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Mörtelmasse hinreichend abgebunden und ausgetrocknet ist.
Es ist ausserdem bekannt, den Kamin dadurch zu verengen, dass man ein dem gewünschten Querschnitt entsprechendes Stahlrohr in den Kamin einführt und den Zwischenraum zwischen dem Stahlrohr und der Kamininnenwand mit einem geeigneten Füllstoff ausfüllt.
Dieses Verfahren erweist sich als sehr umständlich und teuer, weil man gezwungen ist, das Stahlrohr auf ganz bestimmte Längen abzuschneiden, die den Entfernungen zwischen den einzelnen Anschlussstellen entsprechen.
Um die Fittings mit den Stahlrohren zu verbinden, muss man das Mauerwerk des Kamins in geeigneter Grösse aufbrechen, wodurch erhebliche Beschädigungen in den bewohnten Räumen zwangsläufig entstehen.
Mit der Erfindung wird die Aufgabe gestellt, die Nachteile der vorbekannten Verfahren zu vermeiden und eine Kaminverengung zu finden, bei der auch ein vornehmlich metallisches Rohr, insbesondere ein flexibles Chrom-Nickel-Stahlrohr, Verwendung findet, welches nicht in einzelne Stücke aufgeteilt zu werden braucht sondern in seiner ganzen Länge über die gesamte Höhe des Kamins reicht. Im besonderen strebt die Erfindung die Vermeidung von Kaminaufbrucharbeiten und eine wesentliche Arbeitsverkürzung an.
Im Rahmen des erfindungsgemässen Verfahrens ist zur Lösung dieser Aufgabe vorgesehen, dass zunächst ein über die ganze Länge des Kamins reichendes Rohr in den Kamin eingeführt und an den Anschlussstellen durch die Kamin aussparungen hindurch am Rohr Markierungen angebracht werden, woraufhin aus dem Rohr im Bereich der Markierungen ausserhalb des Kamins ausreichend grosse Öffnungen herausgeschnitten und das Rohr im Bereiche dieser Öffnungen mit Fittings in einer Grösse verbunden wird, dass das Rohr anschliessend mit den Fittings wieder in den Kamin eingeführt und der Füllstoff eingefüllt werden kann.
Es hat sich bei Anwendung dieses Verfahrens gezeigt dass die im Kamin bereits vorhandenen Öffnungen ausreichen, um einerseits die im Rohr anzubringenden öffnungen zu markieren und andererseits auch die Anschlussstutzen mit den Fittings des Rohres vom Innenraum des Hauses aus zu verbinden. Dadurch werden die Aufbrucharbeiten vermieden, ohne dass die Montage des Rohres erschwert wird.
Eine geeignete Vorrichtung zum Durchführen dieses Verfahrens ist gekennzeichnet durch die Anordnung von Fittings am Rohr, welche einen das Rohr nur zum Teil umgreifenden gekrümmten Anschlussflansch aufweisen, der am Rohr befestigt und mit einem Anschlussstutzen versehen ist, dessen Länge so gross bemessen ist, dass das Rohr mit den darauf befestigten Fittings in den Kamin einführbar ist.
Im Rahmen von Ausgestaltungen der Erfindung ist es zweckmässig, wenn an den Anschlussstutzen des Fittings eine dessen Querschnitt anpassbare Verbindungsmuffe anschliessbar ist, die in Längsrichtung geteilt und mit ihren Enden manschettenartig überlappbar ist, wobei eine axiale Sperre durch Ineinandergreifen von passenden Sicken gebildet ist. Das besondere dieser Verbindungsmuffe besteht darin, dass sie durch die normale Kamin- aussparung hindurch montierbar und an verschiedene Fitting-Durehmesser anpassbar ist.
Um die Heizkörperrohre anschliessen zu können, ist es vorteilhaft, wenn eine Ansehlussmuffe aus zwei konzentrisch mit Abstand voneinander angeordneten Rohren vorgesehen wird, die an einer Stirnseite miteinander verbördelt sind, wobei die andere Stirnseite offen ausgebildet ist und das äussere Rohr im Mittelbereich eine nach aussen sich erstreckende umlaufende Sicke aufweist.
Einzelheiten der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch und beispielsweise dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Längsschnitt durch einen Kamin mit den für Zentralheizung vorgesehenen Anschlussstellen,
Fig. 2 einen Teillängsschnitt durch einen Kamin gemäss Fig. 1 im Bereiche einer Anschlussstelle,
Fig. 3 eine Seitenansicht eines Fittings für Prüföff zungen
Fig. 4 eine Draufsicht auf den Fitting gemäss Fig. 3 und
Fig. 5 einen Längsschnitt durch eine Anschlussmuffe.
Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ist ein Kamin 1 schematisch im Längsschnitt in einem Haus 2 dargestellt, wobei angenommen ist, dass ein ölheizungskessel 3 im Rahmen einer Zentralheizung Verwendung findet. Hierbei handelt es sich um das einfachste Problem, den Kamin 1, der ursprünglich für eine Kohlen- oder Koks Zentralheizung dimensioniert worden ist, auf einen für die Öl- oder Gasheizung geeigneten Querschnitt zu verringern. Die Erfindung ist ebenso anwendbar auf Häuser mit Etagenheizungen, so dass die Erfindung nicht auf das gezeigte Ausführungsbeispiel beschränkt ist.
Im Beispiel der Fig. 1 befinden sich im Kamin I Öffnungen für den Heizungsanschluss 4 sowie ferner für die Prüföffnung 5 im Keller und für die Prüföffnung 6 im Dachboden.
Das Verfahren zur Verringerung des Querschnitts des Kamins 1 wird folgendermassen ausgeführt:
Ein Rohr 7, welches vorzugsweise als Metallrohr, insbesondere als flexibles Chrom-Nickel-Stahlrohr, ausgebildet ist, wird von oben in den Kamin eingeführt, bis ein an seinem Ende angeordnetes Beschwerungselement am unteren Kaminende aufstösst. Durch die Anschlussstellen bzw. Prüföffnungen 4, 5 und 6 wird mit einem geeigneten Markierungsmittel am Rohr von aussen her angezeichnet, in welcher Lage sich die entsprechenden Anschlussöffnungen befinden. Nunmehr wird das Rohr 7 wieder aus dem Kamin 1 herausgezogen, woraufhin man an den markierten Stellen den Anschlussöffnungen entsprechend grosse Ausschnitte aus dem Rohrmantel herausschneidet.
Die Ränder dieser Öffnung werden umgebördelt, woraufhin geeignet ausgebildete Fittings 9 mit dem Rohr 7 verbunden werden. Die Verbindungsstellen werden mit geeigneten Dichtungsmassen versehen, um sie rauchfrei zu isolieren. Das Besondere des Verfahrens besteht darin, dass das Rohr 7 mit den aufgesetzten Fittings 9 in der Breitenausdehnung nicht grösser als der Innenquerschnitt des Kamins 1 ist. Dadurch wird die Möglichkeit geschaffen, das Rohr 7 mit den damit befestigten Fittings 9 von oben her wieder in den Kamin 1 einzuführen, bis die Fittings den Anschlussöffnungen gegenüberliegen.
Nun kann man das Rohr 7 im Kamin 1 zentrieren und gegebenenfalls die später beschriebenen Anschlüsse durch die Kaminwand hindurch montieren. Es ist dabei nicht erforderlich, den Kamin aufzubrechen.
Sobald diese Arbeit beendet ist, wird von oben her in den Zwischenraum von Rohr 7 und der Kamininnenseite 1 ein geeigneter Füllstoff eingeführt, der einerseits das Rohr 7 mit der Kaminwand 1 in loser oder gebundener Form verbindet und ausserdem eine ausreichende Wärmeisolation herbeiführt.
Praktische Versuche haben gezeigt, dass schon sofort nach Beendigung der Montage die Heizung 3 wieder in Gang gesetzt werden kann, ohne dass auf die Abbindung des Füllstoffs Rücksicht genommen werden muss, was vor allem in der Heizperiode (6 bis 8 Monate irn Jahr) sehr ausschlaggebend ist.
Das erfindungsgemässe Verfahren hat den Vorteil, dass die Kaminverengung jeden vorkommenden Temperaturen standhält, weil der Schmelzpunkt des Chrom Niekel-Stahlrohres wesentlich über 10000C liegt. Dabei ergibt sich darüberhinaus eine absolute Wasserdichtbeit und Säurebeständigkeit sowie Rostfreiheit. Auch die strömungstechnischen Voraussetzungen sind günstiger beim Gegenstand der Erfindung als bei den herkömmlichen Verfahren zum Verengen von Kaminquerschnitten.
Diese Vorteile, zu denen auch die hervorragende Wärmedämmung gehört, lassen sich mit einem geringeren Kostenaufwand als bei bekannten Verfahren erzielen.
Im Beispiel der Fig. 2 ist eine besonders vorteilhafte Verbindungsmöglichkeit des Rohres mit den Anschlussstellen gezeigt. Danach besitzt der Fitting 9 einen An sehlussflanseh 10, der nur zum Teil das Rohr 7 im Bereich der nicht dargestellten ausgeschnittenen Öffnung umgreift. Dieser Anschlussflansch 10 wird feuerfest isoliert und mit Hilfe von Klemmbändern 16 mit einer entsprechenden Verschraubung 17 fest mit dem Rohr 7 verbunden. Diese Arbeiten werden, wie bereits erwähnt, ausserhalb des Kamins vorgenommen.
Mit dem Anschlussflansch 10 ist ein Anschlussstutzen 11 verbunden, beispielsweise über den Heftrand 15, der über Punktverschweissung am Anschlussflansch 10 befestigt ist. Der Anschlussstutzen 11 besitzt im Ausführungsbeispiel eine nach aussen gehende umlaufende Sicke 12. Diese Sicke 12 dient zur Aufnahme einer entsprechenden Sicke 14 einer Verbindungsmuffe 13, die von aussen her durch die normale Kaminaussparung 26 hindurch montiert werden kann. Die Verbindungsmuffe 13 ist in Längsrichtung geteilt, so dass sie durch Überlappung ihrer Enden 25 im Durchmesser dem Anschlussstutzen 11 angepasst werden kann. Die ineinandergreifenden Sicken 12 und 14 werden zweckmässigerweise miteinander verkittet. Diese Arbeiten sind ohne Aufbruch des Kamins durchführbar. Schliesslich wird auf die Verbindungsmuffe 13 eine Anschlussmuffe 21 (vgl.
Fig. 5) aufgesetzt, die dem Anschluss der Heizungsrohre dient.
Es ist im Sinne der Fig. 3 und 4 auch möglich, anders gestaltete Fittings 9 mit dem Rohr 7 zu verbinden. So zeigen die Fig. 3 und 4 einen Anschlussflansch 18 mit einem prismatischen Anschlussstutzen 19, der besonders für die Prüföffnung 5, 6 gemäss Fig. 1 geeignet ist. Auch in diesem Falle kann der Anschlussstutzen 19 mit Hilfe des Heftrandes 20 über Punktverschweissung mit dem Anschlussflansch 18 verbunden werden, der wiederum das Rohr 7 nur teilweise im Bereiche der ausgeschnittenen Öffnung umgreift.
Das Rohr 7 ist bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 2 durch bekannte Wickelverfahren mit Hilfe eines Blechbandes hergestellt, wobei sich mindestens im Bör delbereich der Blechränder spiralartig umlaufende Sicken ergeben. Man kann darüberhinaus auch besondere Sicken im Blechband vorsehen, wodurch es möglich ist, das Rohr 7 elastisch biegsam auszugestalten. Das erfindungsgemässe Verfahren setzt somit nicht einen genau gemauerten Kamin voraus, da sich das Rohr 7 dem Verlauf des Kamins ohne weiteres anpasst. Die Sicken haben dar überhinaus den Vorteil, dass sie einen ausserordentlich günstigen Haftverbund mit dem das Rohr 7 umgebenden Füllstoff 8 ergeben. Die Rohreinführung von der Kaminmündung oder von der Sohle aus ist bei einem flexiblen Rohr wesentlich leichter.
Im Beispiel der Fig. 5 ist eine Manschette gezeigt, die aus einem Aussenrohr 22 und einem konzentrisch im Abstand dazu angeordneten Innenrohr 24 besteht, die an einem Ende über die Verbördelung 25 miteinander verbunden sind und am anderen Ende einen Ringspalt bilden. Die Muffe 21 besitzt im mittleren Bereich des Aussenrohres 22 eine Sicke 23.