CH505900A - Mittel zur Hemmung des Wachstums von Bakterien in Kulturmedien und Verwendung des Mittels - Google Patents
Mittel zur Hemmung des Wachstums von Bakterien in Kulturmedien und Verwendung des MittelsInfo
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Description
Mittel zur Hemmung des Wachstums von Bakterien in Kulturmedien und Verwendung des Mittels Gegenstand der Erfindung ist ein Mittel zur Hem mung des Wachstums von Bakterien, Actinomyceten und Nocardia in einem Kulturmedium zur Züchtung von Pilzen, z. B. Hefe- und Schimmelpilzen.
Bei der Züchtung von Pilzen auf verschiedenen Kulturmedien, beispielsweise Agar Agar, ergeben sich oft Schwierigkeiten, weil die Pilzkulturen von Bakterien überwuchert werden. Diese Schwierigkeiten sind beson ders dann gross, wenn Pilze,aus einem Ausgangsmaterial isoliert werden sollen, das sowohl Pilze als auch Bakte rien enthält.
Das erfindungsgemässe Mittel zur Hemmung des Wachstums von Bakterien in Kulturmedien zur Züch tung von Pilzen, z. B. Hefen- und Schimmelpilzen, zeichnet sich dadurch aus, dass es ein Polyhydroxy- anthrachinon, das ausser den Hydroxygruppen gegebe nenfalls noch weitere Substituenten aufweist, sowie mindestens einen Zucker enthält.
Ferner betrifft die Erfindung die Verwendung des erfindungsgemässen Mittels in Kulturmedium zur Ge winnung von Hefen oder Schimmelpilzen.
Es hat sich als besonders vorteilhaft herausgestellt, als Zusatzstoff die Pulpe oder einen Extrakt aus den reifen Früchten der Pflanze cassia fistula zu verwen den.
Das erfindungsgemässe Mittel kann beliebigen Kul turmedien, beispielsweise den üblichen flüssigen oder festen Kulturmedien zugegeben werden. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemässen Mittels besteht darin, dass der pH-Wert des Endmediums durch die saure Wirkung der phenolischen Hydroxylgruppen sich auf 5 einstellt und dass dieser pH-Wert dann auch während des Züchtungsvorganges aufrechterhalten bleibt.
Das erfindungsgemässe'Mittel unterdrückt bzw. ver hindert sowohl das Wachstum von Bakterien als auch das Wachstum der nach .neueren Anschauungen zu den Bakterien gehörenden Actinomyceten und von Nocar- dia. Es hat sich herausgestellt, dass sowohl bei Bazillen als auch bei Kokken durch einen Zusatz des erfindungs- gemässen Mittels zum Zuchtmedium die Vermehrung dieser Mikroorganismen verhindert wird, wobei bei der mirkoskopischen Untersuchung gefunden wurde, dass diese Mikroben bei Anwesenheit des Mittels zwar zu Riesenmikroben wachsen,
die ein vielfaches der Grösse der normalen Mikroben aufweisen, dass aber keine Teilung dieser Mirkoben und somit keine Vermehrung eintritt. Dieser bakterizide Effekt wurde zum Beispiel bei Pseudomonas aeruginosa (Bacillus pyocyaneus), Bacillus coli, B. proteux, Salmonella, Staphylococcen und Strep- tococcen gefunden.
Neben der Hemmung des Wachstums von Bakterien bewirkt das erfindungsgemässe Mittel im allgemeinen gleichzeitig eine grosse Stimulierung des Wachstums der Pilze und zwar kann dieses Wachstum innerhalb sehr kurzer Zeiten, beispielsweise innerhalb von 24-48 Std. erfolgen. Ganz besonders gute Resultate der Wachs tumshemmung von Bakterien, sowie der Wachstumsför derung von Pilzen können erhalten werden, wenn man dem Kulturmedium eine Pulpe oder einen Extrakt aus den reifen Früchten der Pflanze cassia fistula zusetzt.
Dieser Pflanzenextrakt enthält neben dem Anthrachi- nonderivat noch Zucker und zwar hautsächlich Pentosen und Hexosen. Man nimmt an, dass der Grund für die bedeutende Stimulierung des Wachstumes von Pilzen bei Zusatz der erwähnten Pflanzenpulpe bzw. des Pflanzen extraktes unter anderem in dessen spezieller Penlosen- bzw. Hexosenzusammensetzung zu suchen ist.
Man hat nunmehr festgestellt, dass ein Anthrachi- nonderivat, das in dieser Pflanzenpulpe enthalten ist, die 1,8-Dihydroxy-anthrachinon-3-carbonsäure ist, die ei nen Zersetzungsschmelzpunkt von 313-316 C auf- weist. Ein weiteres in diesem Plfanzenextrakt enthalte nes Anthrachinonderivat besitzt einen Schmelzpunkt von etwa 250 C. Das erfindungsgemässe Mittel kann jedoch auch ein synthetisches Anthrachinonderivat beispiels weise Trihydroxy-methylanthrachinon, sowie mindestens einen Zucker enthalten.
Ein besonderer Vorteil bei der Verwendung der Pulpe oder eines Extraktes aus den reifen Früchten der Plfanze cassia fistula wird dadurch erzielt, dass bei der Zugabe dieses Mittels zu Zuchtmedien, die Kolonien der Canadia ablicans enthalten diese eine charakteristische goldgelbe Farbe erhalten. Diese charakteristische Fär bung kann zur selektiven Isolierung und Diagnosis dieser bedeutenden pathogenen Spezies herangezogen werden.
Es ist ferner anzunehmen, dass die Anthrachinon- derivate in dem Pflanzenextrakt oder der Plfanzenpulpe in Form ihrer Glukoside vorliegen. Weitere Komponen ten dieser Pflanzenpulpe sind harzartige Materialien, flüchtige Öle und Wachse.
Die Züchtung der Pilze, z. B. der Hefen- und Schimmelpilze wird vorzugsweise bei Temperaturen von 15 bis 40 C vorgenommen. Bei Verwendung eines wässrigen Extraktes aus den reifen Früchten der Pflanze cassia fistula als Zusatzstoff werden meistens zwei bis acht Prozent wässriger Pflanzenextrakte (die Prozentan- Caben beziehen sich auf das Trockengewicht des Extrak tes) zu dem gesamten Kulturmedium zugesetzt.
Es hat sich ferner herausgestellt, dass ein mit Hilfe eines organischen Lösungsmittels, beispielsweise mit Hilfe von Äther, gewonnener Extrakt aus der Pulpe der reifen Früchte der Pflanze cassia Fistula auch in vivo gute bakteriziede Eigenschaften aufweist. <I>Beispiel 1</I> Die reifen Früchte der Pflanze cassia fistula weisen eine längliche hauptsächlich aus Holzsubstanz bestehen de harte Umhüllung auf, in der sich die Samen befinden. Die einzelnen Samen sind von einem plättchenartigen Gebilde umgeben, das etwa zur Hälfte aus Holz und zur Hälfte aus wasserlöslicher Substanz besteht.
Unter Plfanzenpulpe wird dabei bekanntlich dieses die Samen umgebende aus Holz und wasserlöslichem Material bestehende Gebilde verstanden 10 g Pflanzenpulpe (ent sprechend 5 g löslichem Material) werden mit Wasser geschüttelt, und das ganze wird auf 100 ccm aufgefüllt. Man filtriert dann durch ein grobes Filter und gegebe nenfalls anschliessend noch durch ein feines Filter, wobei man 100 ccm einer klaren Lösung erhält. Zu dieser Lösung werden dann 2 g Agar Agar sowie 1/2 g Pepton (Pepton für bakteriologische Verwendung) gege ben.
Dieses Pepton wirkt als Stickstoffquelle, jedoch kann man gegebenenfalls anstelle des Peptons auch eine andere Stickstoffquelle,beispielsweise Ammoniumsulfat, verwenden. Man kocht dann das Ganze auf dem Wasserbad bis eine vollständige Lösung eingetreten ist. Nach diesem Kochen ist die Lösung normalerweise Genügend steril. Eventuell kann sie noch nach dem Verfahren der aklten Sterilisation, beispielsweise mit Hilfe von Glassintern weiter sterilisiert werden. Jedoch soll keine Sterilisation der Lösung im Autoklaven vorgenommen werden, weil dabei eine Zerstörung der Zuckerkomponente des Zusatzstoffes eintreten kann.
Nach der Sterilisation kann das Kulturmedium so fort mit der Pilzkultur, beispielsweise einem Pilze und Bakterien enthaltende Medium geimpft werden. Dabei ist nicht nur im Vergleich zu keinen Zusatzstoff enthal tenden Kulturmedien ein wesentlicher rascheres Wachs tum zu beobachten, sondern der Pflanzenextrakt zeigt ebenso wie andere erfindungsgemässe Zusatzstoffe auch eine wesentliche Stimulierung des Pilzwachstums im Vergleich zu bekannten Zusatzstoffen wie z.
B. dem Medium nach Sabourand oder von Czapeck-Dox. <I>Beispiel 2</I> In diesem Beispiel wird die Verwendung des erfin- dungsgemässen Mittels zur Isolierung und Diagnose von Candida albicans erläutert.
Die Candida albicans ruft die Erkrankung Moniliose hervor.
Es wird das in Beispiel 1 beschriebene die Pflanzen- pulpe der cassia fistuala enthaltende Zuchtmedium verwendet. Dieses Medium wird mit einem Material beimpft, das neben anderen Mikroorganismen noch den Mirkoroganismus Candida albicans enthält. Während das Wachstum der in der Impfung enthaltenen Bakterien unterdrückt wird, wächst der Mirkoorganismus Candida @albicans auf dem Zuchtmedium gut, wobei er eine charakteristische goldgelbe Färbung entwickelt.
Zu Vergleichszwecken wurde ein entsprechendes Zuchtmedium verwendet, das jedoch keine Pflanzenpul- pe der cassia fistula enthielt. Bei Verwendung der gleichen Impfsubstanz, die Candida albicans neben anderen Mikroorganismen enthielt, konnte sich die Candida albicans nichtentsprechend entwickeln, da ihr Wachstum durch die anderen Mikroorganismen ge hemmt wurde.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Mittel zur Hemmung des Wachstums von Bakterien in Kulturmedien zur Züchtung von Pilzen, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Polyhydroxyanthrachinon, das ausser den Hydroxygruppen gegebenenfalls noch weitere Substituenten aufweist, sowie mindestens einen Zucker enthält. UNTERANSPRUCH Mittel nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeich net, dass es die Pulpe oder einen Extrakt aus den reifen Früchten der Pflanze cassia fistula enthält. PATENTANSPRUCH II Verwendung des Mittels nach Patentanspruch I in Kulturmedium zur Gewinnung von Hefen oder Schim melpilzen.<I>Anmerkung des</I> Eidg. <I>Amtes für geistiges Eigentum:</I> Sollten Teile der Beschreibung mit der im Patentanspruch I gegebenen Definition der Erfindung nicht in Einklang ste hen, so sei daran erinnert, dass gemäss Art. 51 des Patentgesetzes der Patentanspruch für den sachlichen Geltungsbe- :-eich des Patentes massgebend ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH829466A CH505900A (de) | 1966-06-08 | 1966-06-08 | Mittel zur Hemmung des Wachstums von Bakterien in Kulturmedien und Verwendung des Mittels |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH829466A CH505900A (de) | 1966-06-08 | 1966-06-08 | Mittel zur Hemmung des Wachstums von Bakterien in Kulturmedien und Verwendung des Mittels |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH505900A true CH505900A (de) | 1971-04-15 |
Family
ID=4338088
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH829466A CH505900A (de) | 1966-06-08 | 1966-06-08 | Mittel zur Hemmung des Wachstums von Bakterien in Kulturmedien und Verwendung des Mittels |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH505900A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1991015954A1 (en) * | 1990-04-18 | 1991-10-31 | E.I. Du Pont De Nemours And Company | Anthraquinones as inhibitors of sulfide production from sulfate-reducing bacteria |
-
1966
- 1966-06-08 CH CH829466A patent/CH505900A/de not_active IP Right Cessation
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1991015954A1 (en) * | 1990-04-18 | 1991-10-31 | E.I. Du Pont De Nemours And Company | Anthraquinones as inhibitors of sulfide production from sulfate-reducing bacteria |
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