Treppe für Flugzeugpassagiere
Die Erfindung bezieht sich auf eine Treppe für Flugzeugpassagiere, mit deren Hilfe sie in ein Flugzeug einoder aussteigen können. Es handelt sich dabei um eine auf dem Flugplatz verbleibende Treppe. Bekannte Treppen dieser Art haben den Nachteil, dass die an den Flugzeugrumpf anschliessende bzw. möglichst nahe an denselben herangebrachte Einsteigplattform sich bei ihrer Höhenverstellung nicht genau senkrecht bewegt. Beim Einsteigen der Passagiere und beim Auftanken steigt das Gewicht des Flugzeuges, so dass der Rumpf sich auf seinen Federbeinen senkt. Wird die Einstiegsplattform nun ebenfalls gesenkt, geschieht dieses Absenken aber nicht vertikal, sondern entlang einer bogenförmigen Bahn, so besteht die Gefahr, dass die Plattform den Flugzeugrumpf verletzt.
Die Erfindung will eine Treppe schaffen, bei der sich die Einsteigplattform während der Höhenverstellung genau senkrecht auf- oder abwärts bewegt.
Erfindungsgemäss wird dieses Ziel erreicht durch eine Treppe, bei der die Einstiegplattform mittels eines hydraulischen Hebers auf- und abwärts verstellbar ist und die sich dadurch auszeichnet, dass der an die Ein stiegpiattfor'm anschlE enldre Treppenholim als langer Hebel einer Lenker-Geradführung ausgebildet ist, an dem die einzelnen Treppenstufen und mittels Parallelogrammführungen angelenkt sind, so dass alle Stufen gleichzeitig ihre Tritthöhe ändern, wenn die Höhe der Einstiegplattform über dem Boden geändert und damit der Neigungswinkel des Treppenholmes verstellt wird.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt:
Fig. 1 und 2 zeigen schematisch den Aufbau der Treppe in zwei verschiedenen Höhenlagen der Einstiegplattform,
Fig. 3 eine Variante in schematischer Darstellung nd
Fig. 4 eine vereinfachte Darstellung einer Treppe mit einer schwenkbaren Einstiegplattform und einem mittleren Podest, aufgebaut auf einem Fahrzeug,
Fig. 5 eine Situationsskizze in kleinerem Massstab, die die Verwendung der Treppe zeigt.
Die Fig. 1 und 2 zeigen einen hydraulischen Heber mit einem festen Kolben 1 und einem verschiebbaren Zylinder 2. Oben auf dem Zylinder ist eine Einstiegplattform 3 befestigt. Unterhalb der Plattform 3 ist eine um die Aussenseite des Zylinders drehbare Manschette 4 angeordnet. Die Manschette ist zwischen zwei Lagerringen 5 gehalten; sie trägt einen Arm 6 an dem das noch zu beschreibende Lenker-Gradführungssystem angreift. Infolge der beschriebenen Konstruktion, kann ldB Plattform 3 zusammen mit dem Zylinder 2, auf dem sie jLa belfestigt ist, um den festen Kolben 1 geschwenkt werden, ohne dass die Manschette 4 und der daran befestigte Arm 6 diese Bewegung mitmacht.
Die Schwenkung der Plattform geht relativ leicht, da deren Gewicht ja von der Hydraulikflüssigkeit getragen wird.
Das an den Arm 6 angeschlossene Geradführungs Lenkersystem ist eine Geradführung nach Evans. Sie umfasst im wesentlichen zwei Lenker, einen langen Hebel AC und einen kurzen Stab BD. Lenkerhebel AC muss genau zweimal (2x) so lang sein wie Stab BD (x) und letztgenannter muss in der Mitte des Hebels bei D am Hebel AC angelenkt sein.
Ferner liegt die feste Gelenkstelle B senkrecht unter der Anlenkstelle A und das Ende C des Hebels AC ist horizontal verschiebbar und liegt auf der selben Höhe wie die feste Gelenkstelle B. Die Verbindungslinien AB und BC schliessen einen 900 Winkel ein. Es lässt sich nun leicht beweisen, dass dieser Winkel immer 900 bleibt, auch dann wenn der Abstand zwischen den Gelenkstellen A und B verkleinert oder vergrössert wird.
Dies bedeutet aber, dass sich das Gelenk A immer genau senkrecht über der Gelenkstelle B entlang einer Geraden bewegt.
Es handelt sich bei den Dreiecken ABD und BCD um gleichschenklige Dreiecke. Für diese Dreiecke gilt: 2a + y = 1800 bzw. 2fi + < 3 = 1800.
Ferner ist a + y = 1800.
Aus diesen Gleichungen folgt, dass a + ss = 900.
Fig. 2 zeigt dasselbe Lenkersystem bei niedriger eingestellten Plattform.
Fig. 3 bezieht sich auf eine Variante des Lenkersystems, bei dem der Hebel AC' gekürzt ist. Die Strekken AD und DB sind gleichlang (x). Die Strecke CD ist dagegen verkürzt. Um mit einem solchen Lenkersystem eine Geradführung der Lenkerstelle A zu erzielen, muss die Gelenkstelle C' entlang einer gekrümmten Bahn geführt werden, wie in Fig. 3 dargestellt ist. Eine solche Lenker-Geradführung mit verkürztem Hebel, um so Platz zu sparen, ist bei der in Fig. 4 dargestellten Treppe verwendet.
Bei der in Fig. 4 dargestellten Treppe sind für die Verstellung wesentliche Teile stärker ausgezogen als der Wagen, das Treppengeländer usw. Der Deutlichkeit halber sind die Gelenke der Geradführung mit den gleichen Buchstaben bezeichnet (ABC'D) wie in Fig. 3.
Der hydraulische Heber und die mit ihm verbundenen Teile sind gleich bezeichnet wie in Fig. 1. Hebel AC' ist als Fachwerkträger 10 ausgebildet. Er muss erhebliche Kräfte aufnehmen und bildet den eigentlichen Holm der Treppe.
Die oberen Stufen 11 der Treppe sind je mittels nach unten zeigenden Stützen direkt am Gitterträger 10 angelenkt. Ein zweiter gelenkholm 12 bildet mit dem Träger 10, dem Arm 6 und einem Arm 13 eines Podestes 14 ein Gelenk-Parallelogramm. Wird die Höhe der Einstiegplattform geändert, so ändert sich die Neigung des Gitterträgers und damit auch des Holmes 12.
Die Stufen ändern dabei die Tritthöhe, bleiben aber immer parallel und behalten eine horizontale Trittfläche.
Etwa auf halber Höhe der Treppe befindet sich der bereits genannte Podest 14, der mit Hilfe des Armes 13 wie eine vergrösserte Stufe mit verstellt wird und horizontal gehalten ist. Die unteren Stufen 15 sind zwischen zwei Parallelogramm - Holmen 16, 17 die oben am Podest und unten am Wagengestell angelenkt sind, gehalten und geführt.
Ist die Parallelführung A, B, C', D exakt ausgeführt, so können die unteren Gelenke 18, 19 feste Drehpunkte am Rahmen des Fahrgestells sein. Will man mit Sicherheit ein Verklemmen vermeiden, so kann man den Gelenken 18, 19 einen zusätzlichen Freiheitsgrad geben und sie horizontal verschiebbar machen, wie durch die beiden dicken Linien 20 (die Führungsschienen darstellen sollen) angedeutet ist.
Schliesslich sei noch bemerkt, dass der Zylinder 2 nach oben über die Einstiegplattform 3 hinaus verlängert ist damit der Kolben (bzw. die Kolbenstange) eine möglichst lange Führung im Zylinder hat.
Die Schwenkbarkeit der Einstiegplattform 3 ist sehr wichtig bei Flugzeugen mit nach rückwärts gerichteten Flügeln und hinter dem Flügel angeordneter Türe, weil dann das Fahrzeug mit der Treppe nicht mehr senkrecht zum Rumpf bis vor die Türe fahren kann (s. Fig. 5). Das Fahrzeug fährt so nahe wie möglich schräg auf die Türe zu, die Einstiegplattform wird auf die richtige Höhe gebracht und danach so weit geschwenkt, bis ihr gepolsterter Anschllussrand genau parallel zum Flugzeugrumpf verläuft, wie dies die Skizze in Fig. 5 veranschaulicht.