Verfahren zur Herstellung einer als Schmiermittel sich eignenden
Zusammensetzung
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfah ren zur Herstellung einer als Schmiermittel sich eignen den Zusammensetzung, das ein inniges oleophiles Ge misch an natürlichem oder synthetischem Graphit und ionische und covalente Metallsulfide enthält.
Die Verwendung gewisser Gemische von festen
Schmiermitteln, z. B. Graphit und Molybdändisulfid, ist be kannt. Es wurde aber gefunden, dass innige oleophile Ge mische von Graphit und Metallsulfiden, die dadurch herge stellt werden, dass Gemische von Graphit und Metallsulfi den in einer organischen Flüssigkeit, die einen niedrigen
Siedepunkt, eine geringe Viskosität und eine geringe Ober flächenspannung aufweist, zusammen gemahlen werden,
Schmiermittel mit überragenden Eigenschaften ergeben.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich ferner auf die
Verwendung genannter Zusammensetzung zur Herstel lung von Schmiermitteln auf der Grundlage eines Fettes oder Mineralöls oder eines Öles mit einer synthetischen
Grundlage, die durch innige oleophile Gemische von Graphit und Metallsulfiden verdickt werden.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung einer als Schmiermittel sich eignenden Zusammensetzung, die in inniger Mischung natürlichen oder synthetischen Graphit und ionische oder covalente Metallsulfide enthält, ist dadurch gekennzeichnet, dass natürlicher oder synthetischer Graphit und ionische oder covalente Metallsulfide in Gegenwart einer organischen Flüssigkeit als Mahlflüssigkeit mit einem Siedepunkt unterhalb 500 C, einer Viskosität von unterhalb 600 Centistokes bei 38 0C und einer Oberflächenspannung von weniger als 72 dyn/cm bei 25 C, zu einer Oberfläche bestimmt, durch das Stickstoffadsorptionsverfahren von Brunauer, Emmet und Teller, von 10 bis 800 m2/g gemahlen werden. Das genannte Stickstoffadsorptionsverfahren von Brunauer, Emmet und Teller ist im Journal of the Amer. Chem.
Soc. p. 309-319 (1938) beschrieben.
Die in oben definiertem Verfahren zur Herstellung einer Zusammensetzung verwendeten Graphit- und Metallsulfidmaterialien und die organische Flüssigkeit sowie bevorzugte Ausführungsformen des Verfahrens werden nachstehend in Einzelheiten beschrieben.
Innige oleophile Gemische von Graphit und Schwefel enthaltenden Materialien
Im Gegensatz zu nicht oleophilen Feststoffen absorbieren oleophile Feststoffe n-Dotriacontan eher als n-Butanol.
Sowohl natürlicher als auch synthetischer Graphit ist bekannt und leicht erhältlich. Das synthetische Material wird z. B. aus Petrolkoks hergestellt, indem dieser im Vakuum oder in einem inerten Gas auf 1000 bis 3000 0C erhitzt wird. Im typischen Fall enthält es 95 bis 100 Gew.-0/o Kohlenstoff. Das natürliche Material kann einen etwas geringeren Kohlenstoffgehalt aufweisen und hat gewöhnlich grössere Kristalle.
Das Verhältnis des Graphits zu ionischen und covalenten Metallsulfiden kann 100:1 bis 1:100 betragen. Bei Schmiermitteln wird es jedoch vorgezogen, mehr als 25 Gew.-0/o Metallsulfide enthaltendes Material zu verwenden.
Die das innige oleophile Gemisch enthaltende Zusammensetzung kann erzielt werden, indem natürlicher oder synthetischer Graphit und ein Metallsulfid in den meisten organischen Flüssigkeiten gemahlen werden, doch wird es vorgezogen, eine Flüssigkeit zu verwenden, deren Grossteil aus dem innigen oleophilen Gemisch leicht entfernt werden kann. Es werden daher Flüssigkeiten, die unterhalb von 500 0C destillieren und bei 38 0C eine Viskosität von weniger als 600 Centistokes, eine Oberflächenspannung von weniger als 72 dyn/cm und vorzugsweise 10 bis 40 dyn/cm bei 25 0C aufweisen, verwendet.
Zu obigem Zweck sich eignende organische Flüssigkeiten sind Kohlenwasserstoffe mit einem geringen Molekulargewicht, einschliesslich geradkettige oder verzweigtkettige, gesättigte oder ungesättigte Alkylverbindungen, gesättigte oder ungesättigte, substituierte oder unsubstituierte Cycloalkylverbindungen und substituierte oder unsubstituierte aromatische Verbindungen. Beispiele solcher Verbindungen sind n-Heptan, Octen-2, 2,2,4-Trimethylpentan, Cyclohexan, Benzol oder Toluol. Besonders bevorzugt werden verzweigtkettige Alkylverbindungen. Andere geeignete organische Flüssigkeiten sind diejenigen Verbindungen, die Fluor, Chlor oder Phosphor und Chlor enthalten, z. B. Tetrachlorkohlenstoff.
Andere geeignete organische Flüssigkeiten sind die po laren Sauerstoffverbindungen, wie z. B. Isopropylalkohol.
Siliconflüssigkeiten können ebenfalls verwendet werden.
Ein niedriges Molekulargewicht aufweisende Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Propan, Butan und Pentan, können unter Druck als Mahlflüssigkeit verwendet werden.
Um die besten Ergebnisse zu erzielen, sollte die Menge Graphit und Metallsulfid im Gemisch des Graphits und des Metallsulfids mit der organischen Flüssigkeit 50 Gew.-0/o nicht übersteigen; vorzugsweise sollte sie 2 bis 20 Gew.-01o betragen.
Das Mahlen wird mit Vorteil in irgendeiner geeigneten Mühle oder Mahlvorrichtung ausgeführt werden und soll fortgesetzt werden, bis ein inniges oleophiles Gemisch mit einer Oberfläche, durch die Adsorption von Stickstoff bestimmt, von 10 bis 800 und vorzugsweise von 20 bis 200 m2/g erzielt wird. Dies kann gewöhnlich erreicht werden, indem während der erforderlichen Zeitdauer bei normaler Temperatur gemahlen wird, doch kann die Temperatur des Gemisches gegebenenfalls z. B. bis zu 400 0C künstlich erhöht werden. In diesem Fall können Flüssigkeiten, die eine Viskosität von bis zu 600 Centistokes bei 38 0C aufweisen, wie z. B. Mineralschmieröle, von Spindelölen bis zu bright stocks , verwendet werden.
Eines der raschesten und wirksamsten Verfahren besteht darin, das Mahlen in einer Schwingmühle vorzunehmen.
Beim Mahlen ist es erwünscht, Luft soweit wie möglich auszuschliessen; dies lässt sich am leichtesten erreichen, indem die Mühle zuerst mit der organischen Flüssigkeit und dann mit den Kugeln und dem Graphit beschickt wird. Ein zweckmässiges Verfahren besteht darin, die Mühle mit der Flüssigkeit und der Hälfte der Kugeln und dann mit dem Graphit und dem Metallsulfid und schliesslich mit den übrigen Kugeln zu beschicken. Ein solches Mahlverfahren kann als geschlossenes System bezeichnet werden.
Bei Verwendung einer Kugelmühle ist es natürlich wünschenswert, Kugeln aus einem Material, das mit dem Graphit und dem Metallsulfid nicht reagiert und sich beim Mahlen nicht ungebührend abnützt, zu verwenden.
Schwingmühlen weisen gewöhnlich Stahlkugeln auf, die sich für den vorliegenden Zweck gut eignen. Es wird besonders bevorzugt, für die Kugeln und die Mahlkammer eine harte Stahlsorte zu verwenden.
Wenn erwünscht, kann ein magnetischer Filter verwendet werden, um feine Stahlteilchen zu entfernen, die in der beim Mahlen entstehenden Aufschlämmung vorkommen können. Es kann auch ein Umlaufsystem verwendet werden, bei dem die Aufschlämmung durch einen äusseren magnetischen Filter gepumpt und dann zur Mühle zurückgeführt wird. Das Umlaufsystem kann halbkontinuierlich sein, wobei die Aufschlämmung nach der Mahlperiode herausgepumpt und dem System frisches Material beigefügt wird.
Eine geeignete Schwingmühle wird von der Firma Pilamec Limited hergestellt und unter dem Namen Megapact verkauft.
In einer Anfangsstufe kann die beim Mahlen erzielte Aufschlämmung des innigen oleophilen Gemisches durch Sieben oder Ersetzen der Mahlflüssigkeit durch eine andere Flüssigkeit und dann Sieben von den Mahlkugeln getrennt werden.
Die Mahlflüssigkeit oder die Ersatzflüssigkeit wird aus der Zusammensetzung nicht entfernt, und die Mahlflüssigkeit kann als Grundöl für die als Schmiermittel sich eignende Zusammensetzung dienen.
Folgende Varianten sind möglich, falls man eine als Schmiermittel sich eignende Zusammensetzung zu erhalten wünscht: a) Der Zusammensetzung, bestehend aus der Aufschlämmung des innigen oleophilen Gemisches und der Mahlflüssigkeit, wird Grundöl beigefügt, und die Mahlflüssigkeit wird abdestilliert.
b) Der Zusammensetzung, bestehend aus der Aufschlämmung des innigen oleophilen Gemisches und der Mahlflüssigkeit, wird Grundöl beigefügt, und das Gemisch wird durch einen Homogenisierer (z. B. vom Manton-Gaulin-Typus) geführt, so dass Temperaturen bis zu oder über 140 0C erreicht werden. Die Temperatur muss hoch genug sein, um die Mahlflüssigkeit abzutreiben.
c) Die als Schmiermittel sich eignende Zusammensetzung kann auch unmittelbar hergestellt werden, indem der Graphit und das Metallsulfid in der organischen Flüssigkeit, bestehend aus dem Grundöl, gemahlen werden. Z. B.
kann ein Mineralschmieröl mit einer geringen Oberflächenspannung, einem niedrigen Siedepunkt und einer Viskosität von bis zu 600 Centistokes bei 38 0C verwendet werden. Beim Mahlen kann eine erhöhte Temperatur von bis zu 400 0C verwendet werden.
Diese Verfahren a), b) und c) werden besonders bevorzugt. Im allgemeinen können die innigen oleophilen Gemische von Graphit und Metallsulfid dem Grundöl entweder bei Raumtemperatur oder, wenn erwünscht, bei erhöhter Temperatur, wie z. B. bis zu 400 C, einverleibt werden.
Eine als Grundöl dienende organische Mahlflüssigkeit
Das Grundöl zum Schmieren kann ein Mineralöl oder ein synthetisches Öl sein.
Geeignete Mineralöle sind raffinierte Mineralöle, die aus Erdöl erzielt werden, z. B. diejenigen, die bei 99 0C eine Viskosität von 2 bis 50 Centistokes und vorzugsweise von 4 bis 40 Centistokes aufweisen.
Zu den synthetischen Schmierölen gehören organische Ester, Polyglycoläther, Polyphenyläther, fluorierte Kohlenwasserstoffe, Silicatester, Siliconöle und Gemische davon.
Die wichtigste Klasse von synthetischen Ölen bilden die organischen flüssigen Polyester, insbesondere die neutralen Polyester, die bei 99 0C eine Viskosität von 1 bis 30 Centistokes aufweisen. Unter Polyester versteht man Ester, die mindestens zwei Esterbindungen pro Molekül aufweisen. Unter neutralen versteht man ein voll verestertes Produkt. Zu den geeigneten Polyestern gehören flüssige Diester aliphatischer Dicarbonsäuren und einwertiger Alkohole (z. B. Dioctylsebacat, Dinonylsebacat, Octylnonylsebacat und die entsprechenden Azelate und Adipate), flüssige Diester aliphatischer Dicarbonsäuren und Phenole (z. B. diejenigen, die in der britischen Patentschrift Nr. 1129 965 und in den britischen Patentbeschreibungen Nr. 1 044 550, 1 044 883, 1 058 906 und 1 059 955 beschrieben werden) und komplexere Polyester (z.
B. diejenigen, die in den britischen Patentbeschreibungen Nr.
666 697, 743 571, 780 034, 861 962, 933 721, 971 901 und 986 068 und in den britischen Patentschriften Nr.
1105968 und Nr. 1129965 beschrieben werden).
Verwendung der erzeugten Zusammensetzung zur Herstel lung eines Fett oder Öl enthaltenden Schmiermittels
Das Verhältnis des innigen oleophilen Gemisches von Graphit und Metallsulfid zum Grundöl in einer erfindungsgemäss erzeugten, als Schmiermittel sich eignenden Zusammensetzung hängt vom Wesen dieses Öls und der erforderlichen Konsistenz des Fettes ab. Für die meisten Zwecke wird mit Vorteil eine Menge von bis zu 50 Ges %, auf das Endfett bezogen, verwendet, wie dies oben angeführt wurde. Es ist jedoch bemerkenswert, dass das innige oleophile Gemisch Öle verdicken kann, wobei Schmiermittel mit sehr nützlichen Eigenschaften bei so geringen Konzentrationen wie 5 bis 20 Gew.-0!c, auf das Endfett bezogen, erhalten werden können.
Diese Eigenschaft macht man sich zunutze bei der Verwendung der erhaltenen Zusammensetzung zur Herstellung eines ein Öl oder Fett enthaltenden Schmiermittels. Diese Verwendung ist dadurch gekennzeichnet, dass man die Mahlflüssigkeit aus der Zusammensetzung entfernt und das sich ergebende oleophile Gemisch mit einem zum Schmieren sich eignenden Fett vermischt oder das oleophile Gemisch in einem Öl dispergiert. Das Entfernen der Mahlflüssigkeit aus der Zusammensetzung kann auf folgende Weise geschehen.
Wenn zum Mahlen eine organische Flüssigkeit mit einem verhältnismässig hohen Siedepunkt verwendet wird, kann es wünschenswert ein, diese Flüssigkeit durch eine solche mit einem niedrigen Siedepunkt zu ersetzen. Diese letztere Flüssigkeit kann dann durch Sieden, vorzugsweise durch kräftiges Sieden, entfernt werden.
Es ist ebenfalls möglich, die Aufschlämmung zu filtrieren, um einen aus dem innigen oleophilen Gemisch bestehenden Filterkuchen zu erzielen.
Im einen wie im anderen Fall wird es vorgezogen, die letzten Spuren der Mahlflüssigkeit oder der Ersatzflüssigkeit zu entfernen, indem das innige oleophile Gemisch mehrere Stunden in einem Vakuumofen z. B. auf 100 0C und bei einem Druck von 1 mm Hg erhitzt wird.
Das nach der Entfernung der Mahlflüssigkeit sich ergebende, innige oleophile Gemisch kann einem Fett nach verschiedenen Verfahren einverleibt werden. Es wird bevorzugt, das innige oleophile Gemisch einem Fett unmittelbar nach dem Mahlen einzuverleiben. Wird das innige oleophile Gemisch jedoch einige Zeit vor der Einverleibung hergestellt, so wird es vorgezogen, das innige oleophile Gemisch in einem luftdichten Behälter aufzubewah ren. Es kann auch als Aufschlämmung aufbewahrt werden.
Folgende Beispiele zeigen Verfahren, nach denen das Schmiermittel durch Verwendung der erfindungsgemäss erzeugten Zusammensetzung hergestellt werden kann.
a) Die Mahlflüssigkeit wird von der beim Mahlen erzeugten Aufschlämmung des innigen oleophilen Gemisches abfiltriert. Der erzielte Filterkuchen wird gemahlen, z. B. indem der Kuchen durch eine Kolloidmühle geführt wird, und das dabei entstandene Pulver wird mit dem Öl gerührt. Das dabei erzeugte Schmiermittel wird durch Kolloidmahlen vollendet.
b) Die Mahlflüssigkeit wird von der Aufschlämmung des innigen oleophilen Gemisches rasch abgesiedet, um die Bildung eines aus dem innigen Gemisch bestehenden Kuchens zu vermeiden. Das erzielte Pulver wird mit dem Öl gerührt und das Schmiermittel durch Kolloidmahlen fertiggestellt.
c) Schmiermittel in Form von Dispersionen
Innige oleophile Gemische von Graphit und Metallsulfid können Grundölen in Mengen von bis zu 15 Gew.-0/c, auf das Gesamtgewicht bezogen, einverleibt werden, wobei Dispersionen mit überraschend guten Schmiereigenschaften gebildet werden.
Die Dispersionen können recht einfach erzeugt werden, indem das innige oleophile Gemisch mit dem Grundöl gerührt wird. In einer Alternative kann eine mechanische Dispersionshilfe, wie z. B. eine Kolloidmühle, verwendet werden. Es kann jede der oben für Fette angegebenen Herstellungsmethoden verwendet werden.
Die für die Dispersionen verwendeten Grundöle sind die gleichen wie diejenigen, die für Fette verwendet werden und oben beschrieben sind.
Eigenschaften der als Schmiermittel sich eignenden Zusammensetzung sowie die durch Verwendung der Zusammensetzung erhaltenen Schmiermittel
Die als Schmiermittel sich eignenden erfindungsgemässen Zusammensetzungen sowie die durch Verwendung der Zusammensetzung erhaltenen Schmiermittel haben einen bemerkenswert hohen Tropfpunkt. Wenn der Tropfpunkt gemäss den Standardverfahren IP oder ASTM gemessen wird, so stellt man fest, dass er über 400 0C liegt: solche Schmiermittel werden als unschmelzbar bezeichnet und lassen sich nach herkömmlichen Verfahren nur schwer herstellen. Durch Verwendung sorgfältig auserlesener Grundöle, z. B. synthetischer Öle mit einer hohen Oxydations- und thermischen Beständigkeit, können als Schmiermittel sich eignende Zusammensetzungen erzeugt werden, die eine einzigartige Kombination von Eigenschaften aufweisen.
Wenn als Grundöle Mineralöle verwendet werden, weisen diese Fette eine gute Oxydations- und mechanische Beständigkeit bei Temperaturen von bis zu etwa 130 bis 140 0C auf. Für Temperaturen über diesem Bereich können synthetische Grundöle verwendet werden. Für strengere Betriebsbedingungen können auch Antioxydantien verwendet werden. Den als Schmiermittel sich eignenden Zusammensetzungen sowie den durch Verwendung erhaltenen Schmiermitteln können auch Viskositätsindexverbesserer, Metallentaktivatoren, Antikorrosionsmittel usw. oder lasttragende Zusatzstoffe beigefügt werden.
Allgemein gibt es zwei Klassen von Testverfahren für Schmiermittel. Erstens gibt es diejenigen, die als Werkbankversuche bezeichnet werden mögen. Zweitens gibt es Versuche in besonders entworfenen Lagergestellen.
Es wurde gefunden, dass die als Schmiermittel sich eignenden Zusammensetzungen sowie die durch Verwendung der Zusammensetzung erhaltenen Schmiermittel bei Messung mit der Vierkugelvorrichtung (Werkbankversuch), eine höhere Belastungsfähigkeit (im Vergleich zu bloss durch oleophilen Graphit verdickten Schmiermitteln) aufweisen.
Im übrigen besitzen die als Schmiermittel sich eignenden Zusammensetzungen sowie die durch Verwendung der Zusammensetzung erhaltenen Schmiermittel gleich wertige rheologische Eigenschaften wie durch oleophilen Graphit allein verdickte Schmiermittel, wie dies mittels eines Penetrometers bestimmt wird (Werkbankversuch).
Eigenschaften von Schmiermitteln in Form von Dispersionen
Die durch Verwendung der Zusammensetzung erzeugten Dispersionen (siehe oben) sind beständig; in zahlrei chen Fällen ist es nicht notwendig, Dispergiermittel zu verwenden.
Die Dispersionen weisen eine sehr hohe Belastungsfähigkeit auf, insbesondere im äussersten Druckgebiet, wenn sie unter Verwendung der Vierkugelvorrichtung geprüft werden.
Folgende Beispiele dienen dazu, die Erfindung zu veranschaulichen.
Beispiele
Eine Anzahl Schmiermittel wurde hergestellt, indem als Dickmittel feste oleophile Gemische verwendet wer den; diese wurden so erzeugt, dass Gemische von Metall sulfid und Graphit in n-Heptan bis zu 48 Stunden in einer Megapact -Schwingmühle gemahlen wurden. Das n-Hep tan wurde durch kräftiges Sieden aus dem innigen oleophi len Gemisch entfernt und das erzielte Pulver mit dem
Grundöl gerührt, wobei eine Dispersion des oleophilen Gemisches im Grundöl erhalten wurde.
Die oleophilen Produkte wiesen beträchtlich grössere Oberflächen auf, wie dies unter Verwendung des Stickstoffadsorptionsverfahrens gemessen und in Quadratmeter pro Gramm ausgedrückt wurde.
Die Dispersionen wurden in einer Vierkugelvorrichtung geprüft; die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle 1 wiedergegeben. Vergleichswerte sind für reinen Graphit und ein reines Sulfid angegeben. Das verwendete Prüfverfahren war dasjenige, das im Verfahren 6503 beschrieben wird, das einen Teil von U. S. Federal Test Method Standard Nr. 791a bildet, nur wurde bei einer Versuchsreihe eine Dauer von 1 Minute anstatt von 10 Sekunden verwendet.
Tabelle 1 Geprüftes BET Versuche zur Bestimmung Gemisch Ober- der Belastungsfähigkeit fläche von 50!eigen Dispersionen mCg in medizinischem
Paraffinöl (Vierkugelvorrichtung) Durchschnitt- Schweiss liche Hertz- belastung
Belastung kg kg
Grundöl - 13,5 110 (medizinisches Paraffinöl) 100 Teile 70 19,5 140 oleophiler Graphit 20 Teile MoS2 63 24 210 80 Teile Graphit 50 Teile MoS2 53 38 260 50 Teile Graphit 10 Teile PbS 56 28,5 250 90 Teile Graphit 20 Teile SnS2 48 26 260 80 Teile Graphit 100 Teile 40 67 370 oleophiles MoS2 aus Dag 325 hergestellt 100 Teile 8 22,5 160 handelsübliches MoS2 (Dag 325)
Die nachstehende Tabelle 2 zeigt Ergebnisse für verschiedene Gemische fester Schmierstoffe in einem Schmieröl BG 160/95,
einem normalgradigen Mineralöl mit einer Redwood-Viskosität von 160 sec bei 60 0C und einem Viskositätsindex von 95, dispergiert. Einige Vergleichsergebnisse sind für das Grundöl, den reinen Graphit und ein reines Sulfid angeführt.
Tabelle 2
Verschleissritze, 1 min, mm Durchschnitt- Schweiss Festes Schmiermittel Verschleissritze liche Hertz- belastung in BG 160195 dispergiert 60 min Versuch Belastung bei 15 kg, mm 100 kg 150 kg 200 kg kg kg Keines 0,79 2,5 - - - 135 +5 Gew.-% 0 77 ¯ ¯ ¯ 28 220 oleophiler Graphit 0,77 - - - 28 220 +5 Gew.-0Io 5 T. Schwefel
95 T. Graphit 0,44 - 56 350 +5 Gew.-% 10 T. Schwefel 0,66 - - - 57 375
90 T. Graphit +2 Gew.-% 0,87 1,1 1,5 2,0 - 250 oleophiles PbS +5 Gew:0Ic 20 T.
PbS 0,42 1,4 1,7 2,0 44 450
80 T. Graphit +10Gew.-0Io 20T. PbS
80 T. Graphit 0,33 0,97 1,4 1,5 58 650
Besonders offensichtlich sind die ausgezeichneten Eigenschaften von Gemischen von oleophilem Graphit und oleophilem Bleisulfid hinsichtlich des äusseren Drucks.
Eine Anzahl Schmiermittel gemäss der vorliegenden Erfindung wurde hergestellt, indem als Dickmittel innige oleophile Gemische von Graphit und Metallsulfid verwendet wurden, die dadurch hergestellt wurden, dass ca. 25 g eines Gemisches von Graphit und Molybdändisulfid in etwa 180 ml n-Heptan 4 Stunden in einer Megapact Schwingmühle gemahlen wurden. Das n-Heptan wurde durch kräftiges Sieden aus dem innigen oleophilen Gemisch entfernt, das erzielte Pulver mit dem Grundöl gerührt und das Schmiermittel durch Kolloidmahlen fertiggestellt.
Das erzeugte feste Schmiermittel wurde unter Verwendung einer Kolloidmühle in medizinischem Paraffinöl dispergiert.
Die Durchdringungseigenschaften der Schmiermittel sind in der nachstehenden Tabelle 3 angegeben.
Tabelle 3 33010 36 % Eigenschaften des 33 o!o MoS2 20 T. MoS2 50 T. MoS2 Schmiermittels (Dag 325) 80 T. Graphit 50 T. Graphit Durchdringung es wird ¯¯ unverarbeitet, mm-' kein Fett 272 276 verarbeitet, mm-l gebildet 279 276 Entnahme Gew.-0I0** 3,6 2,5
Ein Gemisch von Graphit und 10 Gew.-0Io Bleisulfid wurde 8 Stunden in einer Megapact -Schwingmühle in n-Heptan gemahlen. Das n-Heptan wurde durch Verdrängung mit BG 160/95 (siehe oben) aus dem innigen oleophilen Gemisch entfernt. Das erzielte Schmiermittel wurde in einer Kolloidmühle homogenisiert. Die Eigenschaften dieses Schmiermittels wurden mit denjenigen eines gleichwertigen mit oleophilem Graphit verdickten Schmiermittels verglichen. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle 4 angegeben.
Tabelle 4 Eigenschaften des (A) (B) Schmiermittels 15 /0 oleophilen Graphit Ein oleophiles inniges enthaltendes Schmiermittel Gemisch von 15 01o (für die Herstellung Graphit und 1,5 OIo PbS siehe Schmiermittel B) enthaltendes Fett Durchdringung unverarbeitet, mm-" 272 287 verarbeitet, mm-l 306 302 Entnahme Gew.-0/o** 4,8 5,4 Durchschnittliche Hertz-Belastung, kg 44 51 Schweissbelastung, kg 282 400 * Gemäss IP Test 50 gemessen. Diese Durchdringungswerte sind Durchdringungen im Massstab von U, die nach der allgemein anerkannten Wechselbeziehung für mit Seife verdickte Schmiermittel (ASTM D. 1403-56T) in massstabgetreue Werte umgewandelt sind.
Infolge der verschiedenen rheologischen Eigenschaften der Schmiermittel gemäss der vorliegenden Erfindung sind dies nicht genau die Werte, die man von einer massstabgetreuen Durchdringung erhalten würde.
** Gemäss Ministry of Defence Test Specification DTD 825 gemessen.
Es geht aus den in den Tabellen 1, 2, 3 und 4 angeführten Ergebnissen hervor, dass innige oleophile Gemische von Graphit und Metallsulfid zum Verdicken von Dispersionen und Fetten verwendet werden können. Sowohl die Dispersionen als auch die Fette weisen hohe Belastungfähigkeiten auf, und die Schmiermittel besitzen eine besonders wertvolle Belastungsfähigkeit in der äussersten Druckgegend.