Spülbarer Flaschenverschluss
Die Erfindung betrifft einen spülbaren Flaschenverschluss aus nachgiebigem Material, mit einer Verschlusskappe, welche einen zum Untergreifen einer an der Flaschenöffnung vorgesehenen äusseren Flaschenlippe bestimmten Innenwulst aufweist, und mit einem mit dem unteren Rand der Verschlusskappe verbundenen abreissbaren Garantieband, wobei längs der Verbindungsstelle zwischen Garantieband und Verschlusskappe auf die Flaschenverschlussinnenseite führende Öffnungen angeordnet sind.
Bei Flaschenverschlüssen der vorliegenden Art, d.h.
bei solchen, die eine Verschlusskappe und ein an ihrem unteren Rand angeordnetes abreissbares Garantieband aufweisen, besteht das Problem der sorgfältigen Reinigung des zwischen Flasche und Flaschenverschluss liegenden Bereichs. Zur Vermeidung von Fäulnis- und Gärungsprozessen muss dieser Teil der Flasche und des Flaschenverschlusses nach dem Füllvorgang von den Resten des Füllgutes gereinigt werden können. Dies ist besonders wichtig bei Bierflaschen. Bei der Abfüllung von Bier wird ein Grossteil der Bierflaschen, um das Bier haltbarer zu machen, kurz vor und während des Verschliessvorganges zum Überschäumen gebracht, um die Luft aus der Flasche auszutreiben.
Der während des Verschliessvorganges in den Verschluss eindringende Schaum wird nun bei den erwähnten Flaschenverschlüssen in die rund umlaufenden Hohlräume zwischen der Verschlusskappe und dem Garantieband gedrückt, wo er bei den bisherigen Flaschenverschlüssen nicht sorgfältig genug ausgetrieben werden kann. Das eingeschlossene Bier bildet nun die idealsten Schmutznester und, dank dem Hefegehalt des Bieres, die beste Grundlage für Bakterien und Pilzkulturen aller Art. Dies kann zur Schimmelbildung und zur Gärung (Essigsäure) führen, so dass nicht nur der Flaschenverschluss unansehnlich und übelriechend wird, sondern auch der Flascheninhalt verdorben werden kann.
Hier bringt zwar der aus der Schweizer Patentschrift Nr. 346781 bekannte Verschluss eine gewisse Verbesserung, doch kann auch er die aufgezeigten Mängel nicht vollständig beheben. Dies rührt daher, dass zwar von aussen her zwischen der Verschlusskappe und dem Garantieband eine Öffnung gegen die Innenseite des Verschlusses besteht, doch ist kein Ausgang aus dem Innenraum vorhanden, so dass Rückstände des Füllgutes bestenfalls verdünnt aber nie vollständig entfernt werden können. Im übrigen bleibt stets Feuchtigkeit zurück.
Auch dieser Behälterverschluss hat also die bereits oben geschilderten Nachteile.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, den eingangs genannten Flaschenverschluss derart zu verbessern, dass Füllgutrückstände zwischen der Flasche und dem Flaschenverschluss vollständig ausgetrieben werden können. Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die Innenseite des Garantiebandes zwischen seinen Längsrändern verlaufende Durchgangskanäle aufweist, die mit den Öffnungen in Verbindung stehen und am unteren Längsrand nach aussen führen.
Der erfindungsgemässe Flaschenverschluss gestattet es nun, von oben her mit einem Wasserstrahl den Innenraum zwischen Flasche und Flaschenverschluss vollständig zu spülen und nicht nur zurückbleibendes Füllgut mehr oder weniger stark zu verdünnen. Überdies kann die Flüssigkeit auch vollständig zwischen der Flasche und dem Flaschenverschluss ausgetrieben werden, indem man über die Öffnung Pressluft oder auch Warmluft einbläst. Der erfindungsgemässe Flaschenverschluss gestattet also erstmals eine sorgfältige gründliche Reinigung des zwischen Flasche und Flaschenverschluss liegenden Bereichs und vermeidet damit die aufgezeigten Mängel.
Der erfindungsgemässe Flaschenverschluss erbringt darüber hinaus aber noch den Vorteil, dass die Öffnungen und die freien Durchgangskanäle auch während der Lagerung der Flaschen eine Belüftung des zwischen Flasche und Flaschenverschluss liegenden Bereichs ermöglichen, wodurch sich ansammelnde Feuchtigkeitsreste austrocknen können.
Die Durchgangskanäle könnten an und für sich aus einzelnen auf der Innenseite des Garantiebandes verteilte Nuten gebildet werden. Es hat sich allerdings als besonders vorteilhaft herausgestellt, wenn das Garantieband auf der Innenseite mit Rippen versehen ist, wodurch die Kanäle grösser und der Spülbereich vergrössert wird. Die öffnungen können an und für sich durch Unterbrüche in der Verbindungsstelle zwischen dem Garantieband und der Verschlusskappe gebildet sein. Eine besonders zweckmässige Lösung besteht allerdings darin, wenn die Verschlusskappe in an und für sich bekannter Weise mit Rillen ausgestattet ist, die direkt in einen Durchgangskanal münden. Dadurch wird die Spülkraft weiter verbessert.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Garantieband an seiner Innenseite und längs seinem oberen Rand eine Abschrägung aufweist, so dass ein konischer Ringraum unterhalb der Verschlusskappe entsteht, in den hinein sich die Rillen öffnen. Es wird dadurch ein Spülraum geschaffen, der eine besonders gründliche und schnelle Ausspülung von Resten des Spülgutes ermöglicht. Man kommt dadurch mit weniger Spülflüssigkeit und weniger Spüldruck aus. Ausserdem erleichtert diese Ausbildung das Austreten der Flüssigkeit.
Da durch die Durchgangskanäle auf der Innenseite des Garantiebandes die Innenfläche, die mit der Flasche zusammenwirkt, vermindert ist, haben solche Flaschenverschlüsse unter Umständen beim ersten Aufsetzen keinen S9 guten Halt, wie jene, mit einer durch gehenden Innenfläche des Garantiebandes. In diesem Falle ist es zweckmässig, wenn weiter Massnahmen vorgesehen sind, um ein Vorklammern des lose auf eine Flasche aufgesetzten Flaschenverschlusses zu ermöglichen. Vorzugsweise sind hierzu die axialen Rippen des Garantiebandes am unteren Ende mit einer Verdickung versehen. die ein Ablösen des Flaschenverschlusses erschweren.
Diese Ausgestaltung verbessert überdies die Spülwirkung u. Belüftung, da die Austrittsöffnungen der Durchgangskanäle an der Unterseite des Garantiebandes vergrössert werden. Ausserdem liegt das Garantieband nicht über die ganze Länge der Rippen an der Flasche an, so dass der Spülraum vergrössert wird und sich in diesem Teil ohne Unterbrechung um die ganze Flasche erstreckt.
Der Flaschenverschluss besteht vorzugsweise aus thermoplastischem Kunststoff. Als solcher eignen sich beispielsweise Polyäthylen, Polypropylen, Polyamide und weichgemachtes Polyvinylchlorid.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele des erfindungsgemässen Flaschenverschlusses anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 den Flaschenverschluss auf eine Flasche aufgesetzt. im Schrägbild;
Fig. 2 denselben Verschluss in Draufsicht;
Fig. 3 den Verschluss im axialen Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 2, wobei die linke Hälfte der Figur den leeren Verschluss und die rechte Hälfte den auf eine Flasche aufgesetzten Verschluss darstellen;
Fig. 4 einen Ausschnitt aus Fig. 3 in grösserem Massstab als diese; und
Fig. 5 einen axialen Schnitt durch einen ähnlichen Flaschenverschluss, der lose auf eine Flasche aufgesetzt ist.
In Fig. 1 ist der auf einer Flasche 22 befestigte Flaschenverschluss 1 im Übersichtsbild dargestellt; er besteht aus der Verschlusskappe 2 und dem am untem Rand derselben abreissbar befestigten Garantieband 3.
An der Verschlusskappe 2 ist seitlich eine Abdrücknase 4 angeordnet. DasGarantieband 3 läuft in ein Griffstück 5 über, das mit seiner oberen inneren Kante über mehrere zerreissbare Stege leicht lösbar mit der untern äussern Kante der Abdrücknase verbunden list.
Wenn die Flasche 22 geöffnet werden soll, wird das im Bild links befindliche Ende des Griffstücks 5 angehoben und von der Abdrücknase 4 abgerissen und weiter das Garantieband 3 vom Umfang des Flaschenhalses abgezogen und von der Verschlusskappe 2 getrennt.
Darauf kann durch Druck auf die Abdrücknase von unten die Verschlusskappe von der Flasche abgedrückt werden.
Gemäss Fig. 2 und 3 ist der Deckelteil 14 der Verschlusskappe 2 nur in seinem äusseren, ringförmigen Teil eben ausgebildet, während das kreisförmige Mittelstück 17 nach innen gewölbt ist. Die Seitenwand der Verschlusskappe 1 ist mit einem nugsumlaufenden Innenwulst 10 versehen, der die Flaschenlippe untergreift und somit die Verschlusskappe auf der Flasche festhält.
Am Deckelteil 14 der Verschlusskappe ist ferner ein nach innen gerichteter ringförmiger Einsteckteil 15 mit einem ringsumlaufenden Aussenwulst 16 angebracht, wodurch die Dichtung und die Haftung der Verschlusskappe an der Flasche noch verstärkt wird, da der Wulst 16 so bemessen ist, dass er nach dem Einsetzen von innen gegen den Flaschenmund gepresst wird. Der Einsteckteil 15 umfasst das konkave Mittelstück 17 des Deckelteils.
Das Mittelstück 17 geht über einen Stützrand 20, dessen Oberseite einen Neigungswinkel von etwa 35 bis 550, beispielsweise 450, zur Mittelachse der Verschlusskappe bildet, in den ebenen Teil des Deckelteils 14 über.
Dadurch ist das konkave Mittelstück mit seinem Umfangsrand 18 (Fig. 3) versenkt zum Einsteckteil 15 angeordnet. Am äusseren Umfang des Einsteckteils befindet sich unmittelbar unter dem ebenen Teil des Deckelteils eine ringförmige Einschnürung 19, die den Rand des Mittelstücks 17 umfasst.
Der zentrale Teil des Mittelstücks 17 ist linsenförmig verstärkt, wie aus Fig. 3 und 5 hervorgeht.
Durch diese Ausbildung der Verschlusskappe 2 wird erreicht, dass sie einem hohen Innendruck widerstehen kann, ohne undicht zu werden und sich von der Flasche zu lösen. Bei einem starken auftretenden Innendruck wird das Mittelstück 17 abgeflacht (Fig. 3 rechts) und überträgt radial nach aussen gerichtete Kräfte auf die ringförmige Stützwand 20 und auf den Einsteckteil 15.
Dadurch wird der Aussenwulst 16 des Einsteckteils fest an die Innenseite des Flaschenmundes angedrückt, wie dies in der rechten Hälfte der Fig. 3 zu erkennen ist, wodurch die Dichtigkeit des Verschlusses und auch seine Haftung an der Flasche erhöht werden.
Die Umfangswand der Verschlusskappe 2 ist aussen mit axialen Rillen 8 versehen. Das Garantieband 3 ist.
wie in Fig. 3 und 4 zu erkennen ist, über ein verhältnismässig dünnes Zwischenstück 21 mit dem untern Rand der Verschlusskappe 2 verbunden, so dass es verhältnismässig leicht abgerissen werden kann.
Wie insbesondere aus Fig. 3 hervorgeht, ist das Garantieband 3 an seiner Innenseite mit axialen Rippen 7 versehen, so dass bei aufgesetztem Flaschenverschluss ein freier Raum an der Innenseite des Garantiebandes entsteht. Dieser freie Raum erweitert sich nach oben hin, das heisst zum Rand der Verschlusskappe 2 hin, da das Garantieband 3 an seiner Innenseite längs seines oberen Randes eine Abschrägung 11 aufweist. die in die Innenseite des Zwischenstücks 21 übergeht.
Die Tiefe der genannten Rillen 8 ist so bemessen, dass zwischen dem Unterrand der Verschlusskappe 2 und dem anliegenden Rand des Garantiebandes 3 Öffnungen 6, siehe insbesondere Fig. 4, entstehen. Diese öffnungen ermöglichen es, den Flaschenverschluss nach dem Füllen der Flasche und dem Aufsetzen des Verschlusses zu spülen, um an der Innenseite des Garantiebandes 3 etwa vorhandene Reste des Füllgutes zu entfernen. Ausserdem wird durch die freien Durchgangskanäle, die zwischen den Rippen 7 vorhanden sind, und die öffnungen 6 ein Durchströmen von Luft ermöglicht, so dass bei Vorhandensein von Resten des Füllgutes eine Schimmelbildung vermieden wird.
Fig. 5 zeigt einen ähnlichen Flaschenverschluss wie Fig. 1 bis 4, der bei sogenannter schleppender Übernahme der gefüllten Flaschen lose auf eine Flasche aufgesetzt ist; die Rippe 7 bewirkt dabei eine Vorklammerung des Verschlusses. Man erkennt, dass die untern, in radialer Richtung verstärkten Enden der Rippen 7 hinter die Lippe 23 der Flasche greifen, so dass der Verschluss dadurch am Flaschenmund festgeklammert wird. Beim endgültigen maschinellen Verschliessen wird der Verschluss durch einen Stempel in eine Stellung entsprechend der rechten Hälfte der Fig. 3 auf die Flasche herabgedrückt. Die verstärkten Enden der Rippen vergrössern überdies den Spülraum.
Die an der Seite der Verschlusskappe 2 angeordnete Abdrücknase 4 besitzt einen flachen Teil 24, der waagrecht zur Seitenwand angeordnet ist.
An der Unterseite des Teils 24 ist vorzugsweise eine Riffelung zum leichteren Abheben vorgesehen. Die Abdrücknase ist durch seitliche Stützteile 12 verstärkt, die ein Umbiegen der Abdrücknase 4 sowohl beim Abdrükken wie auch beim Wiederaufsetzen der Verschlusskappe 2 verhindern.
Das Griffstück 5 schirmt die Abdrücknase 4 weitgehend nach unten ab. Hiermit wird folgendes erreicht.
Das Griffstück 5 ist fixiert auf die Ausstellhöhe der Abdrücknase 4 und ist jederzeit leicht zum Öffnen zu fassen.
Radial angeordnet am Garantieband 3 sitzt das Griffstück 5, das vorzugsweise in unmittelbarer Nähe der Abdrücknase 4 mit dem Garantieband 3 in Verbindung steht. Das Griffstück 5 überlappt damit einerseits das Garantieband 3 in seiner eigenen Länge; es ist damit aber auch so angeordnet, dass die Oberkante des Griffstücks 5 mit der Unterkante der Abdrücknase 4 vorzugsweise an mehreren Punkten durch Stege 13 mit verhältnismässig geringem Querschnitt verbunden werden kann, so dass das Griffstück ohne Mühe von der Abdrücknase abgerissen werden kann.
Die mehrfache punktweise Verbindung zwischen Griffstück 5 und Abdrücknase 4 macht es unmöglich, die
Kappe 2 von Hand zu entfernen, ohne dass die genannte Verbindung zerstört wird. Durch diese Ausbildung ist also ein echter Garantieverschluss geschaffen.
Diese bevorzugte Anordnung verhindert gleichfalls, dass sich lose Flaschenverschlüsse ineinander verkeilen, wodurch die erfindungsgemässen Flaschenverschlüsse problemlos auf maschinellen Sortier- und Abfüllanlagen verwendet werden können.