Vorrichtung zum Setzen von Zeigern auf Uhrwerke und Verfahren zum Betrieb dieser Vorrichtung
Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zum Setzen von Zeigern auf Uhrwerke und ein Verfahren zum Betrieb dieser Vorrichtung.
Aus der schweizerischen Patentschrift 355 408 ist eine Vorrichtung zum Setzen von Zeigern auf Uhrwerke bekannt, die den effektiven Setzvorgang mechanisiert.
Um mit dieser bekannten Vorrichtung zu arbeiten, müssen die zu setzenden Zeiger einzeln von Hand einer Entnahmestelle entnommen und zentriert über der Zeigerwelle oder dem Zeigerohr, auf welche bzw. welches sie gesetzt werden sollen, gehalten werden. Die Vorrichtung dient ausschliesslich zum mechanischen Setzen eines in dieser Weise bereits über dem Uhrwerk positionierten Zeigers.
Durch eine Vorrichtung zum Bestücken und Kontrollieren von Weckeruhren ist weiter eine Anordnung bekannt geworden, die einen Zeigerträgerkopf aufweist, der zur Aufnahme eines Zeigers von einer Aufnahmestelle und zum Halten eines aufgenommenen Zeigers mittels Saugluft eingerichtet ist, und der am Ende eines schwenkbaren Armes gehalten ist, welcher taktweise zwischen einer Position, in welcher der Kopf positionierte Zeiger aufnimmt und einer Arbeitsposition, in welcher Zeiger auf positionierte Uhrwerke gesetzt werden, bewegbar ist. Da diese bekannte Vorrichtung ausdrücklich für das Bestücken von Weckeruhren bestimmt ist, sind infolge der Grösse der Teile die Anforderungen an die Genauigkeit der Positionierung der Werkzeuge gering und es bedarf zu ihrer Erfüllung keiner besonderen Massnahmen, sondern es genügt die blosse Begrenzung der Endlagen des Schwenkarmes.
Das Setzen von Zeigern auf Armbanduhrwerke erfordert dagegen ein hochpräzises Zentrieren des Zeigerträgerkopfes sowohl bezüglich dem aufzunehmenden Zeiger in der Aufnahmeposition als auch in der Arbeitsposition zum Setzen des aufgenommenen Zeigers bezüglich dem Uhrwerk. Durch blosse Begrenzung der Endlagen des Schwenkarmes z. B. lässt sich die erforderliche Präzision der Positionierung nicht oder nur auf sehr aufwendige Weise erzielen, wenn berücksichtigt wird, dass beispielsweise beim Setzen des Mittelsekundenzeigers einer Armbanduhr das Auge des Zeigers, an welchem dieser aufgenommen wird, einen Durchmesser zwischen 0,18-0,25 mm aufweist und dieses Auge beim Setzen auf eine gleich dünne Zeigerwelle aufgeschoben werden muss.
Die Folgen einer nicht genügend genauen Positierung des Zeigerträgerkopfes aber sind an der Aufnahmestelle Beschädigungen oder Verbiegungen von Zeigern oder Nichtaufnehmen der Zeiger und an der Arbeitsstelle Verbiegungen und Beschädigungen nicht nur der Zeiger sondern auch der Zeigerwellen.
Die Erfindung löst die Aufgabe, eine Vorrichtung der soeben genannten Gattung zu schaffen, die trotz relativ einfacher Konzeption ein auch für kleinste Zeiger von Armbanduhren genügendes hochpräzises Zentrieren des Zeigerträgerkopfes sowohl bezüglich dem jeweils aufzunehmenden Zeiger als auch in der Arbeitsposition zum Setzen des aufgenommenen Zeigers bezüglich dem Uhrwerk mit einer hohen Repetiergenauigkeit sicherstellt und gegenüber bekannten Vorrichtungen eine wesentliche Produktionssteigerung ermöglicht.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung, welche diese Aufgabe löst, ist dadurch gekennzeichnet, dass sowohl bei der Aufnahmestelle als auch bei der Arbeitsstelle je ein ortsfester, auf und ab beweglicher Stempel angeordnet ist, durch den der durch seinen Arm angenähert für die Zeigeraufnahme bzw. Zeigersetzoperation positionierte Zeigerträgerkopf an diesen beiden Stellen zentrierbar ist.
Das erfindungsgemässe Verfahren zum Betrieb dieser Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Zeigerträgerkopf in einer Zeigeraufnahmeposition über einem Drehteller zentriert wird, dann mit dem zentrierten Zeigerträgerkopf vom Drehteller ein erster Zeiger aufgenommen wird, der Kopf mit diesem Zeiger in eine Arbeitsposition über eine Zeigerwelle oder ein Zeigerrohr eines Uhnverkes bewegt und zentriert wird und der Zeiger gesetzt wird, und dass hierauf der gleiche Zeigerträgerkopf mindestens einmal in seine Zeigeraufnahmeposition zurückbewegt wird und nach jeweils einer Drehung des Drehtellers mindestens ein gegen iiber dem ersten Zeiger unterschiedlicher weiterer Zeiger aufgenommen und in analoger Weise auf das gleiche Uhrwerk aufgesetzt wird.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf die Vorrichtung,
Fig. 2 einen Schnitt durch die Vorrichtung in der Lage, in welcher sich der Schwenkarm mit dem Zeigerträgerkopf in der Arbeitsposition über einem Uhrwerk oder dergleichen befindet,
Fig. 3 einen Schnitt durch die Vorrichtung in der Lage, in welcher sich der Schwenkarm mit dem Zeigerträgerkopf in der Zeiger-Aufnahmeposition über einem Drehteller befindet, und
Fig. 4 einen Schnitt durch das untere Ende des Zeigerträgerkopfes mit auf das Uhrwerk aufgesetzten Zeigern.
Das nachfolgend beschriebene Ausführungsbeispiel bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Setzen von Sekunden-, Minuten- und Stundenzeigern auf Uhrwerke.
Ein Schwenkarm 1 ist um einen Vertikalbolzen 2 schwenkbar gelagert. Dieser Schwenkarm 1 wird durch nicht dargestellte Antriebsorgane zwischen einer Zeiger-Aufnahmeposition A - die in Fig. 1 in unterbrochenen Linien dargestellt ist - und einer in vollen Linien gezeichneten Arbeitsposition B taktweise verschwenkt.
Am äusseren Ende des Schwenkarmes 1 ist auswechselbar ein Zeigerträgerkopf 4 eingesetzt, der mit einer Ringschulter 5 auf dem Schwenkarm 1 aufliegt.
Dieser Kopf 4 dient zum Aufnehmen jeweils eines Zeigers 7 bzw. 8 an der Aufnahmestation, dem anschlie ssenden Transport zur Arbeitsposition B und hernach zum Setzen dieser Zeiger auf die Zeigerwelle 18 bzw.
19 eines Uhrwerks 20.
In der Aufnahmeposition A des Schwenkarmes 1 befindet sich unterhalb des Kopfes 4 ein horizontaler Drehteller 6. Auf diesem Drehteller 6 liegen in entsprechenden Vertiefungen oder zwischen Anschlägen die zu montierenden Zeiger. Beim dargestellten Beispiel ist dies abwechslungsweise je ein Stundenzeiger 7 und ein Minutenzeiger 8, die sich nahe am Rand des Drehtellers befinden. Der Drehteller 6 ist mit einem nicht näher dargestellten Antrieb versehen, welcher in bestimmter Abhängigkeit zur Bewegung des Schwenkarmes schrittweise verschwenkt wird und sich jeweils um einen vorbestimmten Winkel verdreht, um den nächstfolgenden Zeiger zur Entnahmestelle zu bringen.
Die Zeiger 7, 8 werden entweder von Hand oder durch automatische Förderer auf den Drehteller 6 aufgelegt, und zwar vorzugsweise an einer Stelle, die der Entnahmestelle etwa diametral gegenüberliegt. Es ist ausserdem möglich, die Zeiger durch automatische Förderer direkt auf die Aufnehmestation aufzulegen.
Sowohl oberhalb der Aufnahmestation als auch oberhalb der Arbeitsstation befindet sich je ein ortsfest gelagerter, aber in Axialrichtung beweglicher Stempel 9 bzw. 10. Beide Stempel 9, 10 können unabhängig voneinander durch mechanische Betätigungsorgane auf und ab bewegt werden, beispielsweise durch Exzenter.
Die beiden Stempel 9, 10 sind somit nur in Axialrichtung beweglich, nicht aber schwenkbar. Die Axe X (Fig. 2) des sich über der Arbeitsstation befindlichen Stempels 10 verläuft genau koaxial zur Axe Z (Fig. 4) des Zeigerrohres. Anderseits liegt die Axe Y (Fig. 3) des Stempels 9 koaxial über dem Auge des auf dem Drehteller 6 liegenden, aufzunehmenden Zeigers 7 bzw. 8.
Damit eine hochpräzise Zentrierung des im Schwenkarm 1 gelagerten Kopfes 4 möglich ist, sind die Stempel 9 und 10 je mit einer konischen Bohrung 12 bzw. 13 versehen, in welche ein Konus 14 am oberen Ende des Kopfes 4 einzugreifen bestimmt ist. Die konischen Bohrungen 12, 13 und der Konus 14 sind genau ineinanderpassend ausgebildet, so dass sich eine sehr genaue Zentrierung des Kopfes 4 bezüglich der jeweiligen Stempelaxe X oder Y ergibt. Dadurch braucht die Drehbewegung des Schwenkarmes 1 nur grob begrenzt zu werden, da die eigentliche Genauigkeitszentrierung des Kopfes 4 durch die Stempel 9, 10 erfolgt, wenn sich diese absenken. Der Kopf 4 enthält eine im Schwenkarm 1 befestigte Büchse 15, in welcher ein Bolzen 16 in Axialrichtung spielfrei, aber leichtgängig teleskopartig geführt ist.
Der Bolzen 16 wird durch eine in der Büchse 15 abgestützte Druckfeder in seine obere Endlage gedrückt.
Wie aus Fig. 4 ersichtlich ist, befindet sich im Zentrum des Bolzens 16 ein Hohlstift 11, der abgefedert ist und dazu bestimmt ist, an der Aufnahmestelle den hernach auf das Zeigerrohr 18 aufzusetzenden Stundenzeiger 8 aufzunehmen. Zu diesem Zweck ist das untere Ende dieses Hohlstiftes 11 leicht konisch ausgeführt, so dass der Zeiger 8 ohne zusätzliche Hilfsmittel auf dieser Hohlwelle allein durch die Konizität bzw. Reibung festgehalten wird. Beim Aufsetzen des Stundenzeigers 8 auf das Zeigerrohr 18 greift vorerst der Hohlstift 11 über die Zeigerwelle 19 und kommt auf die Schulter 23 aufzuliegen. Bei der weiteren Abwärtsbewegung des Stempels 10 und damit des durch diesen zentrierten Bolzens 16 drückt die Stirnfläche 22 den Stundenzeiger über das Zeigerrohr 18, da der Hohlstift 11 infolge seiner relativ schwachen Feder zurückweicht.
Das Aufsetzen des Minutenzeigers 7 erfolgt sinngemäss gleich, indem der im Innern des Hohlstiftes 11 gelagerte, ebenfalls leicht konische Stift 21 den Minutenzeiger 7 vom Drehtisch 6 - der in der Zwischenzeit um eine Teildrehung weitergedreht wurde - aufnimmt, indem der Stempel 9 abgesenkt wird. Hernach wird der Stempel 9 wieder nach oben bewegt, bis der Konus 14 ausser Eingriff mit der konischen Bohrung 12 kommt.
Anschliessend wird der Schwenkarm 1 in die Arbeitsposition B verschwenkt und hernach der Stempel 10 abgesenkt, wobei er den Kopf 4 genau zentriert. Der Stift 21 kommt sodann auf die Stirnseite der Zeigerwelle 19 aufzuliegen, und bei der weiteren Abwärtsbewegung des Kopfes 4 wird der Minutenzeiger 7 durch die Stirnfläche 22 des Kopfes auf die Zeigerwelle 19 aufgedrückt. Der Stempel 10 wird etwas weniger tief abgesenkt als beim Aufsetzen des Stundenzeigers.
Der gleiche Vorgang könnte auch mit dem Sekundenzeiger wiederholt werden, wobei lediglich im Innern des Stiftes 21 ein weiterer beweglicher, leicht konischer Stift für die Aufnahme des Sekundenzeigers angeordnet werden muss. In diesem Falle müssten auch auf den Drehteller 6 Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger abwechslungsweise aufgelegt werden.
Es ist auch möglich, für die Uhrwerke - ähnlich wie für die Zeiger - einen taktweise bewegten Drehteller vorzusehen, so dass eine Bedienungsperson dann lediglich die zeigerlosen Uhrwerke einzulegen und die mit Zeigern versehenen Uhrwerke vom Drehteller zu entfernen hat.
Obschon die Zeiger - also Sekundenzeiger, Minutenzeiger und Stundenzeiger - unterschiedlich ausgebildet sind und unterschiedliche Bohrungen haben, eignet sich der gleiche Zeigerträgerkopf zum Setzen aller drei Zeigersorten.
Weiter ist es auch möglich, die Uhrwerke auf einem taktweise bedienten Drehteller mittels drei Schwenkarmen zu beliefern. Diese Schwenkarme transportieren die Zeiger von drei verschiedenen Drehtellern auf die Uhrwerke. Die Drehteller sind je mit Stunden-, bzw.
Minuten-, bzw. Sekundenzeigern beladen und können durch eine einzige Bedienungsperson beladen und nachgeladen werden.
PATENTANSPRUCH 1
Vorrichtung zum Setzen von Zeigern auf Uhrwerke, mit einem Zeigerträgerkopf, der in einem Arm gehalten ist, welcher taktweise zwischen einer Position (A), in welcher der Kopf positionierte Zeiger aufnimmt und einer Arbeitsposition (B), in welcher Zeiger auf positionierte Uhrwerke gesetzt werden, bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl bei der Aufnahmestelle als auch bei der Arbeitsstelle je ein ortsfester, auf und ab beweglicher Stempel (9, 10) angeordnet ist, durch den der durch seinen Arm (1) angenähert für die Zeigeraufnahme bzw. Zeigersetzoperation positionierte Zeigerträgerkopf (4) an diesen beiden Stellen zentrierbar ist.
UNTERANSPRÜCHE
1. Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Zeigerträgerkopf (4) mit einem Konus (14) versehen ist und jeder Stempel (9, 10) eine entsprechende konische Bohrung (13) aufweist, in welche der Konus (14) beim Absenken des Stempels eintritt.
2. Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Zeigerträgerkopf (4) eine im Arm (1) festsitzende Büchse (15) und einen in dieser Büchse in Axialrichtung verschiebbaren, federbelasteten Bolzen (16) aufweist, dessen oberes Ende mit einem Konus (14) versehen ist, der zur Zentrierung mit konischen Bohrungen (12, 13) der Stempel (9, 10) abwechslungsweise zusammenwirkt.
3. Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sich an der Aufnahmestelle (A) ein Drehteller (6) für die Zeiger (7, 8) befindet, auf welchem die Zeiger eine vorbestimmte Relativlage einnehmen.
4. Vorrichtung nach Unteranspruch 3, bei welcher die Aufnahme eines Zeigers durch Einführen eines vom Zeigerträgerkopf vorragenden Stifts in das Auge des aufzunehmenden Zeigers erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass das Ende des genannten Stiftes (11, 21) konisch ist, um von der Sollposition abweichend auf dem Teller (6) befindliche Zeiger bei der Aufnahme zu zentrieren.
5. Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der bei seiner Hubbewegung den Zeigerträgerkopf (4) an der Arbeitsstelle zentrierende Stempel (10) zugleich den für das Setzen eines vom Kopf (4) getragenen Zeigers erforderlichen Aufpressdruck erzeugt.
PATENTANSPRUCH II
Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Zeigerträgerkopf (4) in einer Zeigeraufnahmeposition (A) über einem Drehteller (6) zentriert wird, dann mit dem zentrierten Zeigerträgerkopf (4) vom Drehteller (6) ein erster Zeiger (8) aufgenommen wird, der Kopf (4) mit diesem Zeiger (8) in eine Arbeitsposition (B) über eine Zeigerwelle oder ein Zeigerrohr (18, 19) eines Uhrwerkes (20) bewegt und zentriert wird und der Zeiger (8) gesetzt wird, und dass hierauf der gleiche Zeigerträgerkopf (4) mindestens einmal in seine Zeigeraufnahmeposition (A) zurückbewegt wird und nach jeweils einer Drehung des Drehtellers mindestens ein gegenüber dem ersten Zeiger unterschiedlicher weiterer Zeiger (7) aufgenommen und in analoger Weise auf das gleiche Uhrwerk (20) aufgesetzt wird.
Entgegengehaltene Schrift- und Bildwerke
Schweizerische Patentschrift Nr. 355 408
Deutsches Gebrauchsmuster Nr. 6807323
**WARNUNG** Ende DESC Feld konnte Anfang CLMS uberlappen**.