Zeigerträgerkopf für eine Vorrichtung zum Bestücken von Uhrwerken, zum Aufnehmen, Transportieren und Setzen von Uhrenzeigern, insbesondere von Sekundenzeigern von Armbanduhren
Es sind Anlagen zum Bestücken von Uhrwerken bekannt, die einen Drehtisch mit einer auf die Arbeitsgänge abgestimmten Zahl von Arbeitsstationen zur Aufnahme je eines Uhrwerkes aufweisen. Diese Uhrwerke sind in diesen Drehtisch in der Weise eingelegt, dass sie in untereinander gleichbleibender Lage gehaltert sind und werden durch schrittweise Drehung des Drehtisches nacheinander den einzelnen Arbeitsstationen zugeordneten Arbeitsgeräte zugeführt, die bestimmte Arbeiten an den angehaltenen Uhrwerken ausführen.
Insbesondere sind Anlagen dieser Art bekannt, an denen an aufeinanderfolgenden Arbeitsstationen in dieser Weise jedes Uhrwerk mit einem Stundenzeiger, einem Minutenzeiger und gegebenenfalls mit einem Mittelsekundenzeiger und/oder einem Weckerzeiger bestückt werden, wobei jeder Arbeitsstation ein Magazin mit dem oder den betreffenden Zeiger(n) zugeordnet ist und ein Schwenkarm mit einem Trägerkopf, der in der Lage ist, mittels Unterdruck oder einem im Auge des Zeigers fassenden Stiftes einen Zeiger vom Magazin zu entnehmen und in einer vorbestimmten Lage auf das an der Arbeitsstation befindliche Uhrwerk aufzusetzen.
Mit einer solchen Anlage kann das Bestücken von Uhrwerken mit den erforderlichen Zeigern vollkommen automatisiert werden.
Bei einer vorgeschlagenen Ausführung ist im Zeigerträgerkopf eine Nadel oder eine Hohlnadel längsverschiebbar, die in der einen Endlage aus dem Kopf vorragt und auf welche an der Entnahmestelle ein Zeiger aufgespiesst werden kann, der dann beim Setzen durch Zurückziehen der Nadel in den Trägerkopf durch die die Nadeldurchtrittsstelle begrenzenden Ränder abgestreift wird.
Es hat sich gezeigt, dass solche Zeigerträgerköpfe den Anforderungen bei der Entnahme und beim Setzen von Sekundenzeigern von Armbanduhren mit Durchmessern der Zeigerwelle und entsprechend des Auges im Zeiger zwischen 0,18 und 0,25 mm nicht genügen. Beim Entnehmen, Halten und Setzen solcher Zeiger mittels Unterdruck allein, können Ungenauigkeiten der Positionierung der Zeiger an der Entnahmestelle nicht korrigiert werden, der Zeigerträgerkopf erfasst dann die Zeiger in einer von der Soll-Lage abweichenden Lage, wodurch beim Setzen dann Verbiegungen der Zeigerwelle und/oder Beschädigungen der Zeiger entstehen können.
Werden hingegen ohne Anwendung von Unterdruck solche Sekundenzeiger zur Entnahme so weit auf die Nadel aufgepresst, dass eine für den Transport genügende Haftung entsteht und dann beim Setzen wieder von der. Nadel abgestreift, können ebenfalls sehr leicht Beschädigungen der Zeiger entstehen.
Mit der vorliegenden Erfindung werden bei einem Zeigerträgerkopf zum Aufnehmen von einer Aufnahmestelle, Transportieren zu einer Setzstelle und zum Setzen von Uhrenzeigern, insbesondere von Sekundenzeigern von Armbanduhren, mit einem in einer Bohrung des Kopfes in Richtung der Achse eines aufzunehmenden bzw.
aufgenommenen Zeigers längsverschiebbar, federnd abgestützten Organ mit einer aus dem Kopf vorragenden, zum Aufspiessen eines Zeigers bestimmten zugespitzten Nadel dadurch behoben, dass das genannte Organ und die Nadel starr miteinander verbunden sind, und dass in die das Organ führende Bohrung zum Anschluss an einen Saugstrom bestimmte Kanäle münden, die über Durchbrüche des Organs mit neben der Austrittsöffnung für die Nadel in einer Linie angeordneten Öffnungen kommunizieren, wobei die Strömungsquerschnitte für den Saugstrom so gewählt sind, dass bei angelegtem Unterdruck bei freien Öffnungen das Organ mit der Nadel vollkommen in den Kopf eingezogen ist und bei abgedeckten Öffnungen das Organ unter der Wirkung seiner Feder in eine Lage gleitet, in welcher die Nadel aus dem Kopf vorragt.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 einen Axialschnitt durch einen Zeigerträgerkopf in der Ruhelage und die
Fig. 2-5 schematisch den Zeigerträgerkopf der Fig. 1 in verschiedenen Betriebsstellungen.
Der dargestellte Zeigerträgerkopf ist dazu bestimmt, am Ende eines Schwenkarmes einer Anlage zum automatischen Bestücken von Uhrwerken mit Zeigern befestigt zu werden.
In der einen Endlage des Schwenkarmes befindet sich der Zeigerträgerkopf zentriert über einem in einer Entnahme stelle für die Aufnahme positionierten Zeiger, und in der anderen Endlage des Schwenkarmes befindet sich der Zeigerträgerkopf zentriert über einem an der Setzstelle positionierten Uhrwerk auf dessen Zeigerwelle der vom Zeigerträgerkopf gehaltene Zeiger aufgesetzt werden soll. Die Befestigung des Zeigerträgerkopfes am Schwenkarm erfolgt an einer Büchse 1. In diese Büchse 1 ist eine Hülse 2 in Axialrichtung beweglich, aber spielfrei gelagert. Über diese Hülse 2 ist oben eine Haube 3 gesteckt. Zwischen der unteren Stirnfläche dieser Haube 3 und dem Grund einer Bohrung 4 in derBüchse 1, liegt um die Hülse 2 herum eine Schraubendruckfeder 5, welche die Hülse 2 in die dargestellte obere Endlage drückt.
Die Befestigung zwischen der Haube 3 und der Hülse 2 erfolgt durch eine Schraube 6. Das obere Ende der Haube 3 ist als Konus 7 ausgebildet. Das Ende der Schraube 6 bildet eine Schulter 8, gegen welche eine Druckfeder 9 anliegt, welche im Innern der Bohrung 10 der Hülse 2 verläuft. Die Druckfeder 9 drückt gegen einen Kolben 11, der in der Bohrung 10 axial verschiebbar ist. An dem der Schraube 6 gegen überliegenden Ende wird der Hub des Kolbens 11 durch eine in die Bohrung 10 eingesetzte Hülse 2 begrenzt, in welche ein Zapfen 13 eingesetzt ist, der eine zentrale Öffnung 15 und zwei einander diametral gegenüberliegende Saugöffnungen
14 aufweiset. Die Öffnung 15 dient zum Durchtritt einer zugespitzten Nadel 18, welche am Kolben 11 befestigt ist.
In den durch die Hülsenbohrung 10 gebildeten Zylinderraum münden radiale Kanäle 16, welche in nicht näher dargestellter Weise an eine Unterdruckleitung angeschlossen sind. Durch Axialnuten 17 des Kolbens 11 ist eine Verbindung zwischen .den Kanälen 16 und den Saugöffnungen 14 geschaffen.
Die Wirkungsweise des in Fig. 1 dargestellten Zeigerträgerkopfes beim Aufnehmen, beim Transport und beim Setzen eines Zeigers wird im folgenden anhand der teilweise schematischen Fig. 2-5 näher erläutert.
Der Zeigertragerkopf ist im Schwenkarm eingesetzt, der zwischen einer Zeiger-Entnahmestelle und einer Arbeitsstelle - an welcher der Zeiger auf das Uhrwerk aufgesetzt wird - verschwenkt werden kann. Die Kanäle 16 sind an eine
Unterdruckquelle angeschlossen. Die Druckfeder 9 und der Unterdruck sind derart aufeinander abgestimmt, dass der Kolben 11 mit der Nadel 18 durch den durch die Öffnungen
14, 15 die Zylinderkammer 10 und die Kanäle 16 strömenden Saugstrom entgegen der Wirkung der Feder 9 sich in der in Fig. 2 dargestellten Lage einpendeln, bei der die Nadel 18 vollständig in den Trägerkopf eingezogen ist.
Der aufzunehmende Zeiger Z befindet sich vorzugsweise auf einem etwa horizontalen Drehteller unterhalb des Zeiger trägerkopfes. Oberhalb des letzteren ist an der Entnahme stelle ein auf und ab beweglicher Stempel angeordnet, dessen Axe genau auf das Zeigerauge A ausgerichtet ist. Durch Absenken des mit einer konischen Bohrung ausgerüsteten Stempels wird vorerst der Zeigerträgerkopf durch den Konus 7 genau zentriert, so dass das Auge A des aufzunehmenden Zeigers koaxial zur Nadel 18 liegt. Durch weiteres Absenken des Stempels bewegt sich nun die Hülse 2 samt den in ihr gehaltenen Teilen nach unten, bis schliesslich die in Fig. 3 dargestellte Lage erreicht ist, in welcher der Zapfen 13 sich so nahe dem aufzunehmenden Zeiger befindet, dass dieser durch den die Öffnungen 14, 15 durchströmenden Saugstrom angesogen wird.
Dadurch werden die Öffnungen 14 durch den Zeiger selbst geschlossen und diese Änderung bewirkt, dass nunmehr die Wirkung der Feder 9 überwiegt und den Kolben 11 bis zu dessen Anschlag an die Hülse 12 verschiebt.
Dabei tritt die Nadel 18 durch die Öffnung 15 des Zapfens
13, durchdringt das Auge A des angesogenen Zeigers Z und zentriert mit ihrem zugespitzten Ende diesen bezüglich dem
Trägerkopf. Anschliessend bewegt sich der Stempel und da mit auch die Hülse 2 samt dem angesogen gehaltenen Zeiger wiederum nach oben und gibt den Konus 7 frei. Der Schwenkarm mit dem Zeigerträgerkopf wird jetzt in die Arbeitsposition verschwenkt. In letzterer befindet sich oberhalb des Zeigerträgerkopfes wiederum ein Stempel mit einer zentrierten, konischen Bohrung, in welche beim Absenken der Konus 7 gleitet und den Kopf nun an der Arbeitsstelle relativ zur Axe der Zeigerwelle W, auf welche der gehaltene Zeiger gesetzt werden soll (Fig. 4), genau ausrichtet, so dass diese Axe und die Längsaxe des Kopfes genau koaxial verlaufen.
Beim weiteren Absenken des Stempels an der Arbeitsstelle bewegt sich die Hülse 2 sowie die mit ihr verbundenen Teile nach unten, bis schliesslich die Spitze der Nadel 18 auf der Stirnfläche der Zeigerwelle W aufzuliegen kommt.
Die Abwärtsbewegung der Hülse 2 wird fortgesetzt, wodurch Nadel 18 und Kolben 11 entgegen der Wirkung der Feder 9 in das Innere der Hülse hineingeschoben werden, wobei über den Kolben 11 die Feder 9 etwas zusammengedrückt wird.
Schliesslich drückt die untere Stirnfläche des Zapfens 13 den Zeiger Z über die Zeigerwelle W, so dass der Zeiger auf der Zeigerwelle durch Haftsitz oder Pressitz festgehalten ist. Der Stempel wird nun wieder nach oben bewegt (Fig. 5). Die Hülse 2 geht mit, der Zeiger Z bleibt auf der Zeigerwelle.
Sobald der Stempel den Konus 7 freigibt, kann der Schwenkarm samt dem Zeigerträgerkopf wieder in die Entnahmeposition geschwenkt werden. In der Zwischenzeit hat sich dort der Drehteller um eine Teildrehung weiter gedreht, so dass der nächste Zeiger bereits für die Entnahme positioniert ist, wenn der Schwenkarm die Entnahmeposition erreicht.
Der bereits beschriebene Vorgang kann sich für den nächsten zu setzenden Zeiger wiederholen.
Mit Vorteil wird beim Rückweg des Schwenkarmes von der Setzposition zur Entnahmeposition die Saugströmung kurz unterbrochen. Dadurch fallen Nadel 18 und Kolben 11 wieder in die in Fig. 3 dargestellte Lage und ein allfällig nicht gesetzter Zeiger fällt ab. Dadurch können Beschädigungen vermieden werden.