CH514688A - Verfahren zur Herstellung von synthetischen Polymerfasern sowie deren Verwendung zur Herstellung von papierähnlichen Materialien - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von synthetischen Polymerfasern sowie deren Verwendung zur Herstellung von papierähnlichen Materialien

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CH514688A
CH514688A CH1508866A CH1508866A CH514688A CH 514688 A CH514688 A CH 514688A CH 1508866 A CH1508866 A CH 1508866A CH 1508866 A CH1508866 A CH 1508866A CH 514688 A CH514688 A CH 514688A
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    • D01DMECHANICAL METHODS OR APPARATUS IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS
    • D01D5/00Formation of filaments, threads, or the like
    • D01D5/42Formation of filaments, threads, or the like by cutting films into narrow ribbons or filaments or by fibrillation of films or filaments
    • D01D5/423Formation of filaments, threads, or the like by cutting films into narrow ribbons or filaments or by fibrillation of films or filaments by fibrillation of films or filaments

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Description


  
 



  Verfahren zur Herstellung von synthetischen Polymerfasern sowie deren
Verwendung zur Herstellung von papierähnlichen Materialien
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von synthetischen Polymerfasern aus einem geschäumten thermoplastischen Material, sowie deren Verwendung zur Herstellung von papierähnlichen Materialien.



   Synthetische Polymerfasern finden auf vielen neuen und nützlichen Anwendungsgebieten, wie bei Textilien, bei der Papierherstellung, bei Verstärkungselementen bzw.



  -materialien, usw., verbreitete Verwendung. Im allgemeinen werden die Fasern durch Auspressen bzw. Strangpressen einer Polymerlösung durch kleine Löcher in einer Spinndüse und darauffolgendes Verdampfen des Lösungsmittels erzeugt. Ein Alternativverfahren ist das Schmelzen des Polymers und darauffolgende Strangpressen bzw.



  Pumpen der geschmolzenen Masse durch eine Spinndüse zur Bildung von Fasern bzw. Fäden. Darüber hinaus muss der gebildete Einzelfaden bzw. Einfaden zur molekularen Orientierung und Verfestigung bzw. Versteifung der Faser nachträglich gestreckt werden.



   So können aus einem gegebenen Polymer durch dieses Verfahren keine Fasern erzeugt werden, wenn das Polymer nicht in einem geeigneten Lösungsmittel gelöst oder bei geeigneten Temperaturen geschmolzen werden kann.



  Ein anderer Nachteil des Schmelzverfahrens sind die Abbauwirkungen von Hitze und Sauerstoff. Es müssen viele umständliche und kostspielige Massnahmen getroffen werden, um diesen Abbau zu verhindern. Ferner sind durch herkömmliche Verfahren hergestellte Fasern glatt und es mangelt ihnen an Fibrillierung bzw. Kleinfaserung, die bei vielen Anwendungen, wie bei der Papierherstellung, usw., notwendig ist.



   Die Erfindung richtet sich auf stabile synthetische Fasern bzw. synthetische Stapelfasern (synthetic stable fibers) mit einem hohen Grad von Fibrillierung bzw. Kleinfaserung und netzartiger Struktur.



   Weiterhin richtet sich die Erfindung auf ein neues Verfahren zur Herstellung von synthetischen Polymerfasern.



   Diese Ziele werden durch ein Verfahren zur Herstellung von synthetischen Polymerfasern, bei welchem ein synthetischer Polymerschaumstoff erzeugt wird, das Polymer durch Strecken des genannten Schaumstoffes orientiert wird und dann der Schaumstoff entweder in Luft abgerieben, abgeschliffen bzw. abgeschabt oder der gestreckte Schaumstoff in einem flüssigen Medium einer Scherwirkung unterworfen wird, um stabile Fasern bzw.



  Stapelfasern zu bilden. verwirklicht.



   Die Erfindung wird an Hand der folgenden nicht als Beschränkung aufzufassenden Beispiele näher erläutert. In diesen sind alle Teile Gewichtsteile und alle Prozente Gewichtsprozente. soweit nichts anderes angegeben ist.



   Beispiel 1
Es wurde die folgende Beschickung in einen verschliessbaren bzw. abdeckbaren ummantelten Bandschnekkenmischer bzw. Gegenstrom-Doppelschnecken-Mischer eingebracht:
100 Teile körniges Styrol mit einer Teilchengrösse von 0,833 mm (20 mesh) und mit einem Staudinger-Molekulargewicht von etwa 55 000 (Monsanto High Heat 99)
3 Teile kolloidales Siliciumdioxyd
Der atmosphärische Sauerstoff wurde aus dem Mischer mit Stickstoff auf einen Stand von weniger als 6    /0    Sauerstoff herausgespült. Die Styrol/Siliciumdioxyd-Mischung wurde dann mit 10 Teilen einer Mischung aus Pentan und Aceton im Verhältnis von 95 :5 (95 :5 pentane/acetone solution) besprüht und 30 Minuten lang gemischt.



   Die obige Mischung wurde in eine Strangpresse bzw.



  Schneckenpresse von 6,35 cm, welche bei den folgenden Bedingungen gehalten wurde, eingeführt:
Einfülltrichter 26,67   "C   
Beschickungszone 26,67   "C    bis 32,22   C   
Mittlere Zone 121,11   "C   
Strangpressformzone   148,89 0C   
Folien- bzw. Plattenstrangpressform [sheet   diel    148,89   "C   
Es wurde eine Schnecke mit einem Verhältnis von Länge zu Durchmesser von 22 mit einer Geschwindigkeit von 36 Umdrehungen pro Minute in der Strangpresse (ex  truder) verwendet und eine Schaumgeschwindigkeit von 45,35   kglStunde    bei einer Materialtemperatur von 143,33   "C    erhalten.



   Die durch die obige Verfahrensweise hergestellte Polystyrolschaumstoffplatte bzw. -folie wurde an beiden Enden an 2 an Führungsstäben gleitende Klemmen bzw. Klammern befestigt und in ein Glycerinbad bei 140   "C    eingebracht. Nach 25 bis 30 Sekunden, als der Schaumstoff durcherhitzt war, wurde er in einer zur Strangpressrichtung parallelen Richtung auf das 4- bis 7fache seiner ursprünglichen Länge gestreckt, aus dem Glycerin entfernt und in kaltem Wasser rasch abgeschreckt. Der gestreckte Teil des Schaumstoffes wurde dann zu Stücken von 2,54 cm geschnitten, in Wasser eingebracht und durch einen hochtourigen  Virtis -Rührer, Modell 45, Typ Super 30 mit einer Höchstumdrehungsgeschwindigkeit von 45 000 Umdrehungen pro Minute, der 10 Sekunden lang mit 70    /Oiger    Geschwindigkeit betrieben wurde, zerteilt, zerkleinert bzw. zerbrochen.

  Diese Scherwirkung führte zu einer Suspension von bis zu 1,27 cm langen feinen Fasern mit einem Durchmesser von 0,0127 bis 0,254 mm (.5 to 10 mils). Die Fasern, welche durch Filtrieren gewonnen wurden, erwiesen sich als molekular orientiert, wenn sie unter einem Polarisationsmikroskop untersucht wurden.



   Beispiel 2
Es wurde eine wie im Beispiel 1 hergestellte geschäumte Platte bzw. Folie von StyrollAcrylnitril-Copolymer mit einem Gehalt an 10 Gew.-Teilen Acrylnitril [ANI unmittelbar in eine Kammer geleitet und auf   145 "C    erhitzt und anschliessend durch Walzen mit verschiedener Geschwindigkeit (differential speed rolls) kontinuierlich auf das 3- bis 6fache ihrer ursprünglichen Länge gestreckt.



  Die gestreckte Platte bzw. Folie wurde in eine Hackmaschine bzw. einen Zerhacker und dann in einen Papierholländer, wo sie zu einer papierähnlichen Pülpe, die aus einer Suspension von Fasern mit ausgeprägten fibrillierten bzw. kleinfaserigen Strukturen bestand, geschlagen wurde, eingeführt. Diese kann durch herkömmliche Mittel zu einem festen papierähnlichen Material entwässert werden.



   Beispiel 3
Es wurde eine Mischung aus dem im Beispiel 1 verwendeten Styrolpolymer und 10   Gew.- /o    eines Polyamides (eines unter dem Handelsnamen du Pont Zytel 63 verfügbaren Nylons), bezogen auf das Gesamtharzgewicht, wie im Beispiel 1 geschäumt, orientiert und zu Fasern verarbeitet. Das Ergebnis war eine netzartige Masse von stabilen Fasern bzw. Stapelfasern, welche zu Fäden gesponnen und gewebt werden konnten, als Verstärkungselemente bzw. -materialien verwendet werden konnten, usw.



   Beispiel 4
Der Schaumstoff des Beispieles 3 wurde in einer zur Ausspritzrichtung senkrechten Richtung gestreckt. Das Scheren des gestreckten Schaumstoffes in einem  Virtis  Rührer führte zu kurzen Fasern, welche feine Nebenfasern (fibrals), die von den Hauptfasern abzweigten, aufwiesen.



   Beispiel 5
Es wurden 100 Teile feinverteiltes Polyäthylen hoher Dichte mit einem Molekulargewicht von etwa 75 000 mit 2 Teilen feinverteiltem Siliciumdioxyd vermischt, auf 0   "C    gekühlt und mit 4 Teilen Pentan vermischt. Dies wurde dann in den geschlossenen Zylinder eines Strangpressrheometers (extrusion rheometer) eingebracht und zur Verhinderung von Verlusten an Dämpfen mit einem dicht passenden Kolben dicht verschlossen. Der Aufbau wurde rasch auf 155   "C    erhitzt und die Masse wurde aus einer Schlitzdüse an der Vorrichtung stranggepresst bzw. ausgepresst, wodurch sich ein Schaumstoff hoher Dichte mit grossen Zellen ergab. Der Schaumstoff wurde in einem Glycerinbad nahe unterhalb seines Schmelzpunktes, d. h.



  auf etwa 135   "C    erhitzt und in der Maschinenrichtung auf annähernd das 4fache seiner ursprünglichen Länge gestreckt. Der orientierte Schaumstoff wurde in einem  Virtis -Rührer bei hoher Geschwindigkeit einer Scherung unterworfen, wodurch sich grobe Fasern mit netzartiger Struktur mit einer Länge von bis zu 2,54 cm (one inch) ergaben. Die Untersuchung der Fasern mit einem Polarisationsmikroskop zeigte die Molekülorientierung an. Die Fasern wurden mittels einer Instron-Prüfvorrichtung unter Spannung gezogen (pulled in tensile) und es wurde festgestellt, dass sie eine hohe Festigkeit bzw. Reisslänge hatten.



   Beispiel 6
Der wie im Beispiel 1 hergestellte orientierte Schaumstoff wurde in Luft mit Metallkämmen bzw. -aushackern abgerieben bzw. abgeschliffen, wodurch stabile Fasern bzw. Stapelfasern mit netzartiger Struktur, welche den durch Scheren in einem flüssigen Medium hergestellten ähnlich waren, erzeugt wurden.



   Die schäumbaren thermoplastischen Harze, welche bei der Durchführung der Erfindung verwendet werden können, umfassen Polymere von a-Olefinen mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen, bzw. Polyäthylen, Polypropylen, Polybu   ten-(l),    Polypenten-(l) sowie ihre Halogenderivate und aliphatisch substituierten Derivate, wie Polyvinylchlorid,   Poly4-methylpenten-(1 )l,    Polyvinylidenchlorid, usw., und Polymere, welche aus aromatischen Alkenylmonomeren der allgemeinen Formel
EMI2.1     
 worin   R    für Wasserstoff, Chlor bzw. 

   den Methylrest steht und R2 einen aromatischen Rest mit 6 bis 10 Kohlenstoffatomen, welcher auch an den aromatischen Kern gebundene Substituenten, wie Halogene und Alkylgruppen, aufweisen kann, bedeutet, hergestellt worden sind, beispielsweise Polystyrol, Poly-(a-methylstryrol), Poly-(vinyltoluol), Poly-(a-chlorstyrol),   Poly(o-chlorstyrol),    Poly-(p-chlorstyrol), Poly-(m-chlorstyrol), Poly-(o-methylstyrol), Poly-(pmethylstyrol), Poly-(äthylstyrol), Poly-(isopropylstyrol), Poly-(dichlorstyrol), Poly-(vinylnaphthalin), usw.



   Es können auch Copolymere von den obigen aromatischen Alkenylmonomeren und Monomeren der allgemeinen Formel
EMI2.2     
 worin R3 für Wasserstoff bzw. den Methylrest steht und R4 die Nitrilgruppe (bzw. Cyanidgruppe, d. h.   -C---N),    die
Carboxylgruppe
EMI2.3     
 oder die Methyl- bzw. Äthylester der letzteren  
EMI3.1     
 beziehungsweise
EMI3.2     
 bedeutet, verwendet werden. Beispiele für derartige Mischpolymerisate sind   Polystyrol/acrylnitril),    Poly-(sty   rollmethylmethacrylat), Poly(methylmethacrylat/acrylni- trillstyrol > Terpolymerisat, Poly-(a-methylstyroI/methylmet-    hacrylat),   Poly-(styroVäthylacrylat),    usw.



   Bei der Durchführung der Erfindung in gleicher Weise brauchbar sind die obigen Polymere und Mischungen derselben, welche auch eine synthetische Kautschukkomponente bzw. Naturkautschukkomponente, wie Butadien, Neopren, Nitrilkautschuke, Polyisopren, Polyisobutylen, Naturkautschuke, usw., enthalten. Diese Kautschuk enthaltenden Copolymere können durch irgendeines der herkömmlichen Verfahren, wie Copolymerisationspfropfen,
Polyblend-Verfahren, usw., hergestellt werden.



   Eine weitere Gruppe von zur Durchführung der Erfindung brauchbaren schäumbaren thermoplastischen Har zen umfasst Polyvinylester, welche aus Monomeren der allgemeinen Formel
EMI3.3     
 worin   R5    für Wasserstoff, eine Alkylgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen bzw. eine Arylgruppe mit 6 bis 10 Kohlenstoffatomen einschliesslich Alkylarylsubstituenten steht. hergestellt worden sind, beispielsweise Poly-(vinylformiat), Poly-(vinylacetat), Poly-(vinylpropionat), Poly (vinylbenzoat) und dergleichen.



   Den obigen Polymeren ähnlich und in gleicher Weise brauchbar sind die Polymere vom Vinyläthertyp, welche aus Monomeren der allgemeinen Formel
EMI3.4     
 worin R6 für eine Alkylgruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, eine Arylgruppe mit 6 bis 10 Kohlenstoffatomen bzw. einen   Iwertigen    aliphatischen Rest mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen, welch letzterer ein Kohlenwasserstoffrest oder sauerstoffhaltig, d. h. ein aliphatischer Rest mit Ätherbindungen sein und auch andere Substituenten, wie   Ha-    logene, Carbonylgruppen, usw., aufweisen kann, steht, hergestellt worden sind.



   Beispiele für diese Polyvinyläther sind   PolyXvinylmet-    hyläther),   PolyXvinyläthyläther),      PolyXvinyl-n-butyläther),    Poly-(vinyl-2-chloräthyläther), Poly-(vinylphenyläther),   PolyXvinylisobutyläther),    Poly-(vinylcyclohexyläther),   PolyXp-butylcyclohexyläther),      Polylvinyläther)    von p-Chlorphenylglykol, usw.



   Andere thermoplastische Harze, welche bei der Durch führung der Erfindung verwendet werden können, umfassen Celluloseäther und -ester, beispielsweise Äthylcellulose, Celluloseacetat, Celluloseacetat/butyrat, Polycarbonate, Polyamide, Polyester, Polyformaldehyd, Polyacetale, usw.



   Die obigen Aufstellungen sind lediglich für einige der schäumbaren thermoplastischen Polymere, welche bei der Durchführung der Erfindung brauchbar sind, charakteristisch und sie sind bezüglich aller verwendbaren Polymere keineswegs als vollständig anzusehen. Mischungen der obigen Polymere und Copolymere derselben sind ebenfalls einbezogen.



   Das spezielle Polymer, welches zur Bildung von Fasern verwendet werden kann, hängt von der Endverwendung und den physikalischen Eigenschaften, die bei den Fasern erwünscht sind, ab. Beispielsweise würden aus Polyvinylacetat hergestellte Fasern dem kalten Fluss und der Verformung in der Hitze unterliegen und wären für Anwendungen, welche einen bestimmten Grad von Steifheit bzw. Härte und Hitzebeständigkeit erfordern, beispielsweise als Fasern zur Verwendung bei der Herstellung von Füllbrettern (panel boards) in Fahrzeugen, in Tuchen bzw.



  Geweben, die ein Bügeln erfordern oder in Gebieten mit heissem Klima zu verwenden sind, usw., unannehmbar.



   Andererseits können Polyvinylacetatfasern als Fasern zur Verwendung bei der Herstellung von Celluloseprodukten bzw. cellulosehaltigen Produkten, wie Papier, Spanholzplatten, usw., äusserst brauchbar sein, wobei die Platten bzw. Folien durch Druck und Hitze unter Ausnutzung der Klebbarkeit bzw. des Haftvermögens und des temperaturabhängigen Fliessens (temperature-flow) der Fasern zur Herstellung der Bindung bzw. Verklebung aneinandergeschichtet sein können.



   Eine starrere bzw. härtere Faser mit einer höheren Glasphasenübergangstemperatur kann durch Verwendung eines Styrol/Acrylnitril-Copolymers als Grundmaterial erhalten werden. Es kann durch sinnvolle bzw. zweckentsprechende Wahl der als Ausgangsmaterial verwendeten Polymere ein weiter Bereich von physikalischen Eigenschaften bei den Fasern erhalten werden.



   Die bei der Durchführung der Erfindung verwendeten Polymere sollen ein Staudinger-Molekulargewicht von 10 000 bis 500 000 haben. Innerhalb dieses Bereiches ist ein Molekulargewicht von 15 000 bis 200 000 bevorzugt und besonders bevorzugt sind die Polymere im Molekulargewichtsbereich von 15 000 bis 150 000.



   Die Herstellung des thermoplastischen Polymers kann durch irgendeine der herkömmlichen Verfahrensweisen, welche gegenwärtig zur Herstellung verschiedener geschäumter thermoplastischer Harze verwendet werden, bewerkstelligt werden. Diese umfassen solche verschiedene Verfahren wie das Strangpressen von thermoplastischen Perlen bzw. Tabletten, welche Pneumatogene bzw.



  Lufterzeuger (pneumatogens) enthalten, das Strangpressen von thermoplastischem Material, wobei das Pneumatogen bzw. der Lufterzeuger unmittelbar in den Strangpresszylinder eingespritzt bzw. eingeblasen wird, und das Strangpressen von thermoplastischen Harzen mit einem Gehalt an einem chemischen Treibmittel, welches sich bei Strangpresstemperaturen zersetzt, wodurch das Harz geschäumt wird.

 

   Andere Verfahrensweisen umfassen das Schäumen des Harzes in einer Form durch Einführung des thermoplastischen Polymers zusammen mit irgendwelchen Pneumatogenen bzw. Lufterzeugern oder chemischen Treibmitteln in eine Form und Unterwerfen derselben Hitze und/oder Druck zur Bildung des geschäumten Polymers.



   Diese und andere Verfahrensweisen sind in der Technik der Herstellung von geschäumten thermoplastischen Harzen bekannt und brauchen hier nicht näher beschrieben zu werden.



   Es können irgendwelche für das thermoplastische Harz passende Verfahrensweisen zur Orientierung des Schaumstoffes, beispielsweise die Kaltverstreckung von  der bei Nylon angewandten Art (cold drawing of nylon types), das Erhitzen und Strecken, usw., verwendet werden. Die am verbreitetsten angewandte Verfahrensweise ist die Erhitzungs- und Orientierungsverfahrensweise, wie sie im Beispiel 1 beschrieben ist.



   Die orientierten Schaumstoffplatten bzw. -folien können durch mechanisches Abreiben bzw. Abschleifen in Luft oder durch Scheren in einem flüssigen Medium in Fasern überführt werden. Die Faserbildungsstufe kann durch Abreiben bzw. Abschleifen des orientierten Schaumstoffes durch solche mechanische Vorrichtungen wie Ausführungswalzen bzw. Klemmwalzen (pinch rolls), Kämme, Räder, gezahnte Messer bzw. Zackenmesser (serrated knives), Sägezahnmesserklingen und dergleichen, welche den Schaumstoff zu Fasern mit netzartiger Struktur abreiben, abschaben bzw. abschleifen, bewerkstelligt werden.



   Eine andere gleich gut geeignete Verfahrensweise zum Überführen der orientierten Schaumstoffplatte bzw. -folie in Fasern ist das Einbringen des orientierten Schaumstoffes in ein flüssiges Medium und Unterwerfen des genannten orientierten Schaumstoffes hohen Scherkräften. Diese Scherkräfte wirken auf den Schaumstoff sowohl in der Längsrichtung als auch in der horizontalen Richtung, wodurch Fasern mit netzartiger Struktur bzw. netzartige Fasern, welche aus dem flüssigen Medium durch herkömmliche Mittel, wie Filtrieren, Dekantieren, Zentrifugieren, Verdampfen, usw., leicht gewonnen oder direkt bei der Erzeugung von Papier verwendet werden können, erzeugt werden.



   Scherkräfte, welche zur Durchführung der Erfindung brauchbar sind, umfassen solche, welche in einem Waring Mischer bzw. in einem  Virtis -Rührer erhalten werden.



  Bei einer technischen Anwendung kann ein Papierholländer, welcher aus einem Zylinder mit Messern bzw. Stäben und einem einstellbaren Messerblock bzw. einer einstellbaren Grundplatte besteht, verwendet werden. Der sich zerteilende orientierte Schaumstoff wird wiederholt in einem Wassermedium unter der Holländerwalze durch Umströmen einer Kreisrinne (circular trough) umlaufen gelassen.



  Der orientierte Schaumstoff beginnt unmittelbar zu kurzen Fasern geschoren zu werden und bald wird eine breiige faserige Masse erhalten. Die Fasern können durch Entwässern und Trocknen gewonnen werden.



   Eine andere brauchbare technische Vorrichtung zur Erzeugung von Fasern mit gleichmässiger kurzer Länge ist die Jordan-Maschine. Diese besteht aus einem einstellbaren konischen Drehzapfen, der in ein feststehendes Metallgehäuse eingepasst ist. Die Aussenoberfläche des Zapfens und die Innenoberfläche des Gehäuses sind mit Messerstangen (bar knives), welche das Fasermaterial reiben, schleifen, mahlen oder schneiden, versehen.



   Es ist klar, dass viele verschiedene andere Arten von Abrieb- bzw. Abschleif- oder Scherwirkung zur Erreichung desselben Zieles angewandt werden können. Aus diesem Grunde sind die oben angegebenen Arten von Scherwirkung nur Beispiele, die in keiner Weise als beschränkend aufzufassen sind.



   Es kann jede Flüssigkeit, welche den Schaumstoff nicht löst, als Medium, in welchem die Scherwirkung bewerkstelligt wird, verwendet werden. Wenn der Schaumstoff wasserunlöslich ist, ist Wasser wegen seiner Verfügbarkeit, niedrigen Kosten, leichten Handhabung, Ungiftigkeit und Nichtentflammbarkeit bzw. Nichtbrennbarkeit das bevorzugte Medium. Die Erfindung umfasst jedoch jedes flüssige Medium, welches den orientierten Schaumstoff bzw. die Fasern nicht löst und sie ist daher nicht auf Wasser beschränkt.

 

   Von den 2 Verfahrensweisen des Zerteilens bzw. Zerkleinerns des orientierten Schaumstoffes ist das Scheren in einem flüssigen Medium bevorzugt, da dadurch die Bildung von unerwünschtem Polymerstaub bzw. pulverigem Polymermaterial auf ein Mindestmass herabgesetzt wird.



   Die erfindungsgemäss erzeugten Fasern finden verbreitete Verwendung als Fasern zur Papierherstellung bzw.



  Stapelfasern, welche gesponnen und zu Textilien gewebt, als Verstärkungselemente bzw. -materialien, Bindemittel verwendet werden können, usw. 

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE
    1. Verfahren zur Herstellung von synthetischen Polymerfasern aus einem geschäumten thermoplastischen Material, gekennzeichnet durch a) Strangpressen eines schäumbaren thermoplastischen Materiales zur Erzeugung eines Schaumstoffes, b) Verstrecken des Schaumstoffes zur Herbeiführung einer Orientierung in der Strangpressrichtung, c) Fibrillierung bzw. Kleinfaserung der orientierten Schaumstoff-Folie auf mechanischem Weg.
    II. Verwendung der nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I erhaltenen Fasern zur Herstellung von papierähnlichen Materialien, dadurch gekennzeichnet. dass die Fasern in flüssigem Medium zu einer Pülpe verarbeitet werden, aus welcher man anschliessend papierähnliche Blätter formt.
    UNTERANSPRÜCH E 1. Verfahren gemäss Patentspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstrecken des Schaumstoffe, in einem heissen Glyzerinbad durchgeführt wird.
    2. Verfahren gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fibrillierung der orientierten Schaumstoff-Folie durch Abreiben oder Abschleifen in der Luft vorgenommen wird.
    3. Verfahren gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die orientierte Schaumstoff-Folie zur Fibrillierung hohen Scherkräften in einem flüssigen Medium unterworfen wird.
    4. Verfahren gemäss Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die hohen Scherkräfte mittels Schlagen erzeugt werden.
CH1508866A 1965-10-19 1966-10-19 Verfahren zur Herstellung von synthetischen Polymerfasern sowie deren Verwendung zur Herstellung von papierähnlichen Materialien CH514688A (de)

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DE1660486A1 (de) 1971-05-27
IL26672A (en) 1970-04-20
GB1165571A (en) 1969-10-01
FR1500504A (fr) 1967-11-03
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