Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Fasermatten, insbesondere Glasfasermatten, mit Ausnahme nicht rein mechanischer Herstellungsverfahren innerhalb der Textilveredelungsindustrie Der hier verwendete Begriff Faser soll im allgemeinsten Sinne verstanden werden und alle textilen Faserstoffe erfas sen, unabhängig davon, ob sie praktisch endlose oder längen begrenzte Gebilde sind.
Der steigende Verbrauch und die erweiterte Anwendung von Glasfasermatten machen es erforderlich, die Eigenschaf ten solcher Glasfasermatten für bestimmte Anwendungen genauer festzulegen und bei der Produktion einzuhalten. Bis her hat man Glasfasermatten zur akustischen, elektrischen und thermischen Isolierung ebenso verwendet wie zur Ver stärkung und Filterung. Jede dieser verschiedenen Verbin dungsarten verlangt von den Glasfasermatten bestimmte Eigenschaften hinsichtlich Festigkeit, Porosität und Geschlos senheit.
Ein Verfahren, nach dem man Glasfäden zur Herstellung von Matten erhalten kann, besteht darin, aus einer Düse oder einer Speisevorrichtung austretende Glasströme mechanisch zu verstrecken. Dabei werden die Glasströme mit Hilfe von Abzugsrollen zu feinen Fasern verstreckt, die dann unter dem Einfluss der Atmosphäre erstarrt. Die erstarrten Fasern wer den an einer Aufgabevorrichtung mit einer Schlichte versehen und anschliessend zu einem Faserstrang, d. h. einem Glasfa den, zusammengerafft und von einer Abzugsvorrichtung zur weiteren Verwendung gefördert.
Gemäss einem anderen bekannten Verfahren werden Glas fasern dadurch hergestellt, dass aus einer Speisevorrichtung austretende Glasströme mittels eines gegen sie gerichteten Gasstromes hoher Geschwindigkeit verstreckt werden und die feinen Fasern in solche verschiedener Längen zerbrochen wer den und sich auf einem Haufen ansammeln.
Während man bisher aus Glasfasern, die nach einem der beiden Verfahren hergestellt worden sind, bereits Vliese und Matten herstellte, ist es schwierig, Matten aus Fasersträngen herzustellen, da die Faserstränge nur beschränkt in der Lage sind, eine integrale Masse zu bilden. Genauer gesagt, die Glas faserstränge sind schwierig zu verteilen, so dass die Formie rung zu einer für die Mattenherstellung notwendigen integra len Masse schwierig ist. Man muss aus diesem Grunde Agen- tien zusetzen, wie beispielsweise eine Überdosis an Bindemit teln oder zusätzlichen Glasfasern kürzerer Länge, um die Geschlossenheit einer Matte zu erzielen. Die Verwendung solcher Zusätze erfordert jedoch zusätzliche Verfahrens schritte, entsprechende Einrichtungen und Kosten.
Zur Her stellung einer integraleren Masse lässt man die Glasfaser stränge auf eine Umlenkfläche aufprallen, um ihnen eine flau mige oder faserige Eigenschaft zu erteilen. Dabei hängt das Ausmass der erzielten Faserigkeit von der Grösse der Auf prallgeschwindigkeit ab. Nur jene Fasern werden gebrochen, die im Faserstrang dispergiert oder abseits vom Hauptstrang liegen, während der Hauptstrang selbst unbeschädigt bleibt.
Zwar erbringen Matten aus solchen Fasern einen höheren Anteil an feiner Porosität, wie er für akustisch elektrische und thermische Isolierung notwendig ist, jedoch bewirkt die Rei bung und die mechanische Beanspruchung des Glasfaserstran ges beim Umlenken desselben mit hoher Geschwindigkeit an einer Fläche, eine Reduzierung der mechanischen Festigkeit des Glasfaserstranges und der Fäden, und es ist schwierig, diese dann gleichmässig in einem vorbestimmten Bereich zu legen. Dadurch wird die Gleichmässigkeit einer Matte wesent lich geringer.
Überdies weisen solche Glasfasermatten den Nachteil auf, dass ihnen eine feine Porosität in weitem Umfang fehlt, da sie die für Isoliermaterial notwendigen kleinen Zwischenräume nur in sehr geringem Masse aufweisen. Solche kleinen Zwischenräume sind insbesondere in feinen oder dünnen Mat ten notwendig, die als Verstärkungsmaterial, wie beispiels weise für Bedachungsmaterial, Verwendung finden. Bei Dach belägen sind solche feinen Zwischenräume notwendig, um geschmolzenes oder plastisches Füll- oder Imprägnierungsma- terial festzuhalten und ein Durchsickern der Materialien durch die Matte zu vermeiden.
Andererseits weisen bekannte Mat ten, die vollständig aus Glasfasersträngen hergestellt worden sind, wegen ihrer ungewöhnlich langen Zwischenräume einen rauhen Charakter auf und besitzen nicht das Aussehen, das für Verstärkungsmaterialien notwendig ist, die mittels Harz mit halbtransparenten Materialien laminiert werden.
Es wäre insbesondere wünschenswert, durchgehende Glas faserstränge in eine Matte einzuarbeiten, da mechanisch ver- streckte Glasfasern solcher Glasfaserstränge wesentlich grös- sere Festigkeit aufweisen als jene Glasfasern, die im Blasver- fahren hergestellt worden sind. Durch solche Massnahmen könnte die Anwendung von Glasfasermatten auch auf solche Gebiete ausgedehnt werden, die den bisherigen Matten ver schlossen sind. Sowohl die Bruch- wie auch die Reissfestigkeit solcher Matten könnten wesentlich gesteigert werden durch die Verwendung von Glasfasersträngen, die Glasfasern hoher Festigkeit enthalten.
Zweck der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vor richtung zur Herstellung von Fasermatten, insbesondere Glas fasermatten, mit Ausnahme nicht rein mechanischer Herstel lungsverfahren innerhalb der Textilveredelungsindustrie, anzugeben, denen die obigen Nachteile nicht anhaften und die die oben aufgestellten Forderungen erfüllen.
Demgemäss ist Gegenstand der Erfindung: a) ein Verfahren zur Herstellung von Fasermatten, insbe sondere Glasfasermatten, mit Ausnahme nicht rein mechani scher Herstellungsverfahren innerhalb der Textilveredelungs industrie, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man Faser stränge auf einer Unterlage zu einem nichtgewebten flächigen Gebilde verteilt, man das Gebilde mit einer Flüssigkeit über flutet, um die die Fasern zusammenhaltenden Kräfte zu über winden, man weiter das Gebilde so lange im überfluteten Zustand hält, bis die Fasern der Stränge unter wenigstens ange näherter Beibehaltung ihrer gegenseitigen Ausrichtung auf der Unterlage zu einer Fasermatte verteilt sind, und man schliesslich die Flüssigkeit unter wenigstens angenäherter Bei behaltung der gegenseitigen Ausrichtung der Fasern von der Matte abzieht;
ferner b) eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens. die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie eine Einrichtung zum Verteilen von Fasersträngen in Form eines nichtgewebten flä chigen Gebildes auf einer Unterlage aufweist, ferner eine Ein richtung zum Überfluten des auf der Unterlage befindlichen Gebildes mittels einer Flüssigkeit, um die die Fasern zusam menhaltenden Kräfte zu überwinden, sowie weiter eine Ein richtung, um die Gebilde so lange im überfluteten Zustand zu halten, bis die Fasern der Stränge verteilt sind, und schliesslich eine Einrichtung zum Abziehen der Flüssigkeit nach dem Ver teilen der Fasern, wobei die Flüssigkeit quer zur Ebene durch das Gebilde sickert.
Mittels des vorliegenden Verfahrens und der entsprechen den Vorrichtung zur Durchführung desselben kann eine aus gezeichnete Öffnung und Verteilen der Fasern eines Faser stranges erreicht werden, ohne dessen Festigkeitseigenschaf ten zu schwächen. Ein solches faseriges Flächengebilde ermöglicht die Herstellung von sehr geschlossenen Matten. Die verteilten Fasern können sich beispielsweise beim Über lappen oder Kreuzen vermischen oder verhaken.
Aus dem Faserstrang kann somit eine kohäsive Masse hergestellt wer den. Überdies kann das Vermischen und Verketten der Fasern des Faserstranges die Bildung einer Vielzahl von kleinen Fur chen verursachen, die man an vielen Produkten wünscht, und es lässt sich beispielsweise eine feine äussere Aufmachung der Fasermatte erzielen, was häufig dann erwünscht ist, wenn eine solche Fasermatte beispielsweise als Verstärkungseinlage in einem Harzlaminat oder in anderen Gegenständen verwendet wird.
Ein wesentlicher Vorteil des vorliegenden Verfahrens liegt beispielsweise darin, dass beim Verteilen der Fasern die ein mal eingenommene Verteilung oder die Gleichmässigkeit der Verteilung oder die ursprüngliche Orientierung der Faser stränge des Gebildes nicht gestört wird. Es können somit Matten hergestellt werden, die eine grosse Gleichmässigkeit der Verteilung der Fasern, feinste Aufmachung, die kleinsten Furchen und von allen bisher bekannten Matten die beste Gleichmässigkeit aufweisen. Diese Eigenschaften sind bei spielsweise besonders wichtig für die Herstellung von dünnen oder feinen Matten, die sich bezüglich ihrer Gleichmässigkeit und ihres Gewichtes pro Flächeneinheit bekanntlich sehr schwer einstellen lassen.
Obwohl das vorliegende Verfahren und die vorliegende Vorrichtung vorzugsweise der Verarbeitung von Glasfaser strängen dienen, können sie aber auch im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Fasersträngen aus anderen Materialien zur Anwendung gelangen. So kann das Verfahren beispiels weise zum Verteilen von Fasersträngen aus Celluloseacetat, künstlicher Seide, Baumwolle, Wolle oder Nylon verwendet werden.
Die Verteilung der Faserstränge auf der Unterlage kann beispielsweise nach den im Schweizer Patent Nr. 507 383 beschriebenen Verfahren und Anlagen erfolgen.
Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Erfindung sind anhand der Zeichnungen näher beschrieben. Dabei zeigen: Fig. 1 eine Vorrichtung zum Verteilen von Fasersträngen auf einer Unterlage, in Vorderansicht und in schematischer Darstellung; Fig. 2 die Vorrichtung nach Fig. 1 in Draufsicht; Fig. 3 eine Vorrichtung zum Dispergieren von auf einer Unterlage angehäuften Fasersträngen, in Seitenansicht und im Schnitt; Fig. 4 eine Beaufschlagungsvorrichtung der Vorrichtung nach Fig. 3, im Querschnitt und in grösserem Masstab, und Fig. 5 die Beaufschlagungsvorrichtung nach Fig. 4 in Front ansicht.
Die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Vorrichtung weist Düsenansätze 21, ?\' auf, die an nicht näher dargestellten Glasschmelzwannen angeordnet sind. Aus den Düsen der Düsenansätze treten kleine Glasschmelzströme aus, die zu fortlaufenden Glasfäden<B>23</B> gezogen werden. Im vorliegenden Beispiel werden Düsenansätze verwendet, die '00 bis :100 Düsen aufweisen. Die Glasfäden werden auf einen durch schnittlichen Durchmesser von 0,013 mm verzogen.
Die Glasfäden durchlaufen nun herkömmliche Schlichte aufbringvorrichtungen'_S, in denen sie mittels Laufbändern oder Zuführtüchern mit einer Schlichte oder einer Schmälze versehen werden. Die Schlichte kann blosses Wasser sein, um die Reibung zwischen den einzelnen Glasfäden zu reduzieren, wenn diese anschliessend zu einem Strang zusammengebracht werden. Falls erwünscht, kann auch eine komplexere Schlichte oder ein Bindemittel verwendet werden, um den Zusammen hang der Glasfäden zu fördern, sobald diese zu Strängen verei nigt sind und um ein Anhaften des Stranges aus den Glasfäden an die Oberflächen der Abzugsrollen zu ermöglichen.
Soll aus dem Glasfaserstrang eine Matte hergestellt werden und soll diese Matte schliesslich bei ihrer späteren Verwendung mit einem plastischen Harz kombiniert werden, so kann es unter Umständen wünschenswert sein, dem Schlichtemittel ein Netzmittel zuzusetzen, welches die Benetzung der Matte mit dem Harz erleichtert.
Sollen die Glasfaserstränge später dispergiert oder wieder geöffnet werden, um ihnen eine wünschenswerte, verbesserte Porosität zu verleihen, so kann die Aufbringung eines geeigne ten Bindemittels im Zuge der Herstellung der Glasfäden aus reichende, aneinanderhaftende Eigenschaften geben, um die Bindung des Glasfaserstranges in einer Matte zu fördern, in die sie auf einer Unterlage geformt werden. Ein solcher Bin der hat eine zweifache Aufgabe, und zwar dient er einerseits dazu, die Glasfäden in den Glasfasersträngen zusammenzuhal. ten und andererseits die Glasfaserstränge zu einem integralen Körper zusammenzubinden.
Sofern die Glasmatten unmittelbar im Zusammenhang mit der Herstellung der Glasfäden gebildet werden, kann ein sonst üblicherweise verwendeter Schmiermittelzusatz zur Schlichte weggelassen werden. Der Zusatz eines solchen Schmiermittels ist dann notwendig, wenn die Glasfaserstränge nachfolgenden Operationen, wie beispielsweise einem Fachen oder Drehen unterworfen werden, um dabei deren Handhabung zu erleich tern.
Die Glasfäden jedes Düsenansatzes werden, nachdem sie mit der Schlichte versehen sind, zu Gruppen zusammenge nommen, im vorliegenden Beispiel sind es 14 Glasfaser stränge, wobei dann jeder einzelne Glasfaserstrang für sich getrennt in einer Nut über den entsprechenden Sammelschuh 27 zum zweiten Sammelschuh 31 läuft.
Von den Schuhen 31 werden die zwei Gruppen aus vonein ander getrennten Glasfasersträngen 29, 30 über Leitrollen 33 zu Abzugsrollen 35 und 36 geführt. Diese Abzugsrollen wei sen den gleichen Aufbau auf, sind jedoch zueinander seiten verkehrt angeordnet und liegen zu beiden Seiten der Mittelli nie des Aufnahmeförderbandes 61.
Die Abzugsrollen 35, 36 werden jeweils von Motoren 37, 38 angetrieben. Die von der Abzugsrolle 35 geförderten Glas faserstränge werden von dieser mittels fortlaufend aus der Oberfläche der Abzugsrolle herausragenden Fingern eines oszillierenden Speichenrades abgestossen. Auf die gleiche Weise erfolgt auch das Abstossen der Glasfaserstränge an der Abzugsrolle 36. Die Glasfaserstränge werden tangential von den Abzugsrollen abgeschleudert, d. h. die mit hoher Geschwindigkeit rotierenden Abzugsrollen 35, 36 verleihen jedem Strangsegment bei dessen Abstossen von der Abzugs rolle eine kinetische Energie.
Da die Strangsegmente alle tan gential in der gleichen Richtung von der Abzugsrolle abgestos- sen werden, bewegt sich jedes Strangelement und damit der ganze Glasfaserstrang mit einer linearen Geschwindigkeit, die zur einheitlichen Verteilung der Glasfaserstränge ausgenutzt wird.
Die Rückseite jeder Abzugsrolle ist von einer unabhängig angeordneten, oszillierenden rückwärtigen Platte bedeckt, an der das zugehörige Speichenrad angeordnet ist. Die rückwär tige Platte 42 der Abzugsrolle 36 kann mittels eines Armes 43 in eine bogenförmige oszillierende Bewegung versetzt werden. Die ganze Anordnung des Ausstossmechanismus ist auf einer Plattform 50 angeordnet, welche auch die Abzugsrollen 35 und 36 und zugehörigen Hilfseinrichtungen trägt. Die Platt form 50 ist an einer aus Winkeleisen gefertigten Aufhängevor richtung 51 angeordnet. Der Arm 43 kann auf einer bogenför migen Bahn bis in eine Lage bewegt werden, in der die tangen tiale Ausstossbewegung des Glasfaserstranges von der Abzugsrolle 36 beendet ist.
Sofern, wie im vorliegenden Bei spiel, das tangentiale Abstossen der Glasfaserstränge recht winklig nach unten erfolgen soll, so muss der Arm 43 mittels einer Schwinge 52 an der Aufhängevorrichtung 51 befestigt werden, um das Abstossen des Glasfaserstranges in der gewünschten Lage zu ermöglichen.
Die von den Abzugsrollen 35 und 36 abgestossenen Glasfa serstränge werden nach ihrer Ablenkung in Form einer Matte 60 auf einer Unterlage angehäuft. Als Unterlage ist im vorlie genden Fall ein Förderband 61 vorgesehen, das aus einem unlegierten Stahl besteht.
Die sich mit vorbestimmter linearer Geschwindigkeit abwärts bewegenden Gruppen aus Glasfasersträngen 58, 59 werden mittels Ablenkmitteln, im vorliegenden Beispiel sind hierzu Düsen 100, 101 und 102, 103 zum Austritt eines strö menden Mediums vorgesehen, über die Breite der Auffangflä che 61 verteilt.
Aufgrund der hohen Umfangsgeschwindigkeit der Abzugs rolle bewegen sich die Glasfaserstränge von dem Punkt an, an dem sie mittels der Finger des Speichenrades vom Umfang der Abzugsrolle abgestossen werden, in genau tangentialer Rich tung. Die Glasfaserstränge bewegen sich dabei genau auf den Bereich zu, an dem sie mit Hilfe von strömenden Medien in eine neue Bewegungsbahn gelenkt werden, so dass sie an einem gewünschten Punkt auf der Sammelfläche auftreffen.
In Fig. 3 ist eine Vorrichtung zum Dispergieren der auf der Unterlage angehäuften Fasern dargestellt. An einer ersten Flüssigkeits-Beaufschlagungsstation 70 wird eine Flüssigkeit 74 mit Hilfe eines Überfalls 71 gleichmässig über eine Glasfa serstrangmatte 60 verteilt. Mittels einer Zuleitung 72 wird die Flüssigkeit zum Überfall 71 gefördert. Ein Ventil 73 steuert den Flüssigkeitsstrom und damit die auf die Matte aufzubrin gende Flüssigkeitsmenge. Die von dem Überfall abströmende Flüssigkeit 74 wird in einer Wanne 76 aufgefangen und über flutet bei 75 die Matte 60 entweder am Beaufschlagungspunkt oder an einer früheren oder späteren Stelle.
Die Auffangwanne 76 ist an einem Ende mittels einer Wand 77 versehen, während das andere Ende als Abfluss dient und offen ist. Die Wand 77 kann weggelassen werden, sofern die Auffangwanne 76 leicht schräggestellt ist und das Förderband 61 und die Matte 60 mit ausreichend grosser Geschwindigkeit bewegt werden. Seitenwände 78 sind jedoch in jedem Fall erforderlich, um ein Abströmen der Flüssigkeit quer zur Bewegungsrichtung der Matte zu verhindern und den Überflutbereich 75 zu bilden. Durch diese Ausbildung der Auffangwanne 76 wird sichergestellt, dass der Überflutbereich 75 entsprechend der Darstellung in Fig. 3 sich nach rechts fortsetzen wird und die Flüssigkeit schliesslich in eine Auf fangwanne 90 abfliesst.
Das Regulierventil 73 wird vorteilhaf terweise so eingestellt, dass die Fliessgeschwindigkeit im Flut bereich 75 im wesentlichen der Wandergeschwindigkeit der Matte 60 entspricht. Durch diese Massnahmen wird eine vor wärts- oder rückwärtsgerichtete Verschiebung der gleichmäs- sig verteilten oder orientierten Glasfaserstränge der Matte 60 verhindert.
Das Dispergieren der Glasfäden in den Glasfasersträngen der Matte 60 kann durch Verwendung einer zweiten Flüssig- keits-Beaufschlagungsstation 80 wesentlich verbessert wer den. Die zweite Beaufschlagungsstation 80 ist von der ersten Station 70 mit Abstand angeordnet, der von der Geschwindig keit des Förderbandes 61 abhängt. Die zweite Beaufschla gungsstation weist ebenfalls einen Überfall 81 mit einer Zulei tung 82 auf, deren Zufluss von einem Ventil 83 gesteuert wird. Das Steuerventil 83 und die Ablauffläche 85 des Überlaufes 81 wirken derart zusammen, dass man bezüglich der Matte 60 und des Überflutstromes 75 einen genau vorbestimmten Flüs sigkeitsstrom 84 erhält.
Zweckmässigerweise stellt man den Flüssigkeitsstrom 84 so ein, dass seine Geschwindigkeit etwas grösser ist als diejenige des Überflutstromes 75 und der Matte 60, um dadurch eine wirkungsvolle Dispersion zu erzielen.
In Fig. 4 ist die zweite Beaufschlagungsstation in grösserem Masstab dargestellt und man erkennt, dass die Ablauffläche 85 geneigt ist, beispielsweise um 15" gegen die Horizontale, so dass der von dem Ventil 83 gesteuerte Flüssigkeitsstrom 84 in der durch den Pfeil 84a angedeuteten Richtung abströmt. Der Überfall 81 ist so nahe wie möglich an der Fläche des Über flutstromes 75 und der Matte 60 angeordnet, um die Einwir kung der Schwerkraft auf die Richtung des Flüssigkeitsstromes 84 so weit wie möglich auszuschalten. Die Richtung und Geschwindigkeit des Flüssigkeitsstromes 84 kann in vektoriel- ler Form durch die Vektoren 84b und 84c dargestellt werden.
Da der horizontale Vektor 84b wesentlich grösser ist als der abwärtsgerichtete vertikale Vektor 84c, ergibt sich ein Flüssig keitsstrom 84, der die Matte 60 und den Oberflutstrom 75 überflutet und die Glasfäden der Glasfaserstränge in der Matte 60 wirkungsvoll dispergiert.
Nach dem Dispergieren kann die überschüssige Flüssigkeit auf zweierlei Arten entfernt werden. Erstens kann die Flüssig keit durch das Förderband 61 in den Auffangbehälter 90 abfliessen, in dem sich der Flüssigkeitsstrom 91 befindet, der sich aus dem aus der Matte austretenden Strom und einem Teil des Überflutstromes 75 zusammensetzt. Durch das verti kale Ablaufen der überschüssigen Flüssigkeit kann diese in Löcher oder Furchen, die noch in der Matte 60 vorhanden sind und noch nicht dispergierte Glasfäden enthalten, eindrin gen. Dadurch werden die Glasfäden weiter dispergiert, und es wird erreicht, dass die Furchen verkleinert werden und die Matte eine grössere Gleichmässigkeit erhält.
Aus dem Auf fangbecken 90 wird die Flüssigkeit 91 über eine Leitung 92 und eine Pumpe 93 abgezogen. Die Leitung 92 und die Pumpe 93 können gegebenenfalls die Flüssigkeit wieder in die Zulei tungen 72, 82 einspeisen. Als zweite Flüssigkeitsabzugsvor richtung kann eine Saugkammer 110 vorgesehen sein, die unterhalb des Förderbandes 61 angeordnet ist und die über eine Öffnung 111 mit einer nicht näher dargestellten Luftab zugsvorrichtung verbunden ist. Da die Luft, die Matte und das Förderband entsprechend den in der Figur 3 dargestellten Pfeilen vertikal durchdringt, werden die Glasfäden während des weiteren Flüssigkeitsabzuges in ihrer dispergierten Lage gehalten.
In Fig. 5 ist die Vorderansicht der Beaufschlagungsstation gemäss Fig. 4 im Ausschnitt dargestellt. Diese Vorrichtung kann auch für die erste Beaufschlagungsstation 70 verwendet werden. An der Überfallvorrichtung 81 der Figur 6 ist eine Zuführungsleitung 82 angeordnet, welche die Flüssigkeit am Boden 87 der Vorrichtung zuströmen lässt. In der Überfall vorrichtung sind eine Reihe von Schaufeln oder Leitflächen innerhalb der Überlaufvorrichtung vorgesehen, um eine seitli che Drift des abfliessenden Mediums und damit ein Verschie ben der gleichmässig verteilten Glasfaserstränge durch die von der Ablauffläche 85 ablaufende Flüssigkeit zu verhindern. Die Leitflächen oder Schaufeln 86 sind mit Abstand vom Boden des Überlaufbehälters angeordnet, so dass mit einer einzigen Zuleitung 82 der ganze Boden des Behälters mit Flüssigkeit bestrichen werden kann.
Das hier beschriebene Verfahren und die entsprechenden Vorrichtungen ermöglichen eine genauere und gleichmässi- gere Verteilung eines Glasfaserstranges, als dies mit den bis her bekannten Verfahren möglich war.
Die obigen Ausführungsbeispiele sind zwar im Zusammen hang mit der Verarbeitung von Glasfasersträngen beschrie ben, es ist aber durchaus möglich, Faserstränge aus anderen Materialien zu verwenden.