Verfahren zum Nassbehandeln von Textilbahnen Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zum gesteuerten Nassbehandeln, vorzugsweise Waschen, von laufenden Textilbahnen, wobei der Ge samtbehandlungsvorgang in mehrere Behandlungsbe reiche unterteilt ist und die Textilbahn nach Durch laufen der Behandlungsflotte eines jeden Behandlungs bereiches einer Vorabquetschung der Oberflächenflüs sigkeit und einer Hauptabquetschung der Kernflüssig keit zur exakten Badtrennung zwischen den verschie denen Behandlungsbereichen unterworfen wird.
Es ist bekannt, insbesondere beim Waschen, Ent säuern und ähnlichen Nassbehandlungen, den Gesamt behandlungsvorgang in mehrere voneinander getrennte Behandlungsbereiche zu unterteilen und zwischen den einzelnen Bereichen eine Zwischenabquetschung vor zunehmen. Derartige Verfahren werden in den briti schen Patentschriften Nrn. 982 518 und 984 851 sowie in den französischen Patentschriften Nrn. 1349 000 und <B>1</B>410 143 beschrieben. E Bei diesen Behandlungen läuft die aus der Textil bahn herausgepresste Flotte im allgemeinen an der Textilbahn entlang zurück in das vorangehende Be handlungsabteil. Es hat sich nun gezeigt, dass eine der artige Abführung der ab- und ausgequetschen Flotte sich auf die Behandlungswirkungen der jeweiligen Nass behandlung ausserordentlich ungünstig auswirkt.
Um zu optimalen Wirkungen zu kommen, ist es vielfach er forderlich, die Behandlungsflotte und die aus der Tex tilbahn ausgequetschte Flotte gezielt zu führen. Dazu ist es aber erst einmal erforderlich, diese Flotte genau zu erfassen. Das ist bei der bekannten Art der Zwi schenabquetschung, bei welcher vom Quetschwerk ein undefiniertes Gemisch von auf der Textilbahn befind licher Flotte des vorangegangenen Behandlungsberei ches und in der Textilbahn befindlicher auszuwaschen der Flüssigkeit in das vorangehende Abteil zurückläuft, nicht möglich.
In der schweizerischen Patentschrift Nr.<B>113337</B> wird ein Verfahren beschrieben, um die in der Quetsch- fuge entstehende eigentliche Quetschflotte zunächst zu erfassen, d. h. sie von der von der Textilbahn als Oberflächenfilm mitgerissenen Flüssigkeit zu trennen und sie an den dafür am besten geeigneten Stellen wieder in den Behandlungsprozess einzuführen.
Es ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, welches die automatische Steuerung des Behandlungsablaufes ermöglicht.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass die nach dem letzten Behandlungsbereich abgequetschte Kernflüssigkeit zur Messung der Restkonzentration der Behandlungsflotte verwendet und der ermittelte Wert zur Steuerung des Behandlungsprozesses benutzt wird.
Die Behandlungsflotte wird vorteilhaft im Gegen strom zur Laufrichtung der Textilbahn geführt und der Gesamtbehandlungsvorgang in 5-8 Behandlungs bereiche mit mindestens 8 Badtrennungen aufgeteilt.
Theoretische Untersuchungen haben ergeben, dass das Verhältnis der Flüssigkeit, welche die Textilbahn jeweils durch die einzelnen Badtrennungen in Waren laufrichtung transportiert, zu der entgegenströmenden Behandlungsflüssigkeit, deren Volumen durch den spe zifischen Flüssigkeitsverbrauch bestimmt wird, von entscheidendem Einfluss auf die Behandlungsleistung ist und so gering wie möglich sein soll, wobei der Entwässerungsvorgang zweckmässig mit 65-70 % Ab- quetscheffekt erfolgt.
In den von der Textilbahn nach einander durchlaufenen Behandlungsbereichen soll ein konstantes oder ein sich nur konstant veränderndes Konzentrationsgefälle zwischen Textilgut und Behand- lungsflotte herrschen. Die an den Abquetschstellen der einzelnen Behandlungsbereiche abgeführten Flotten mengen sollen an Stellen gleicher oder ähnlicher Kon zentration wieder in den Behandlungsflottenstrom ein geführt werden.
Das beschriebene Verfahren ergibt eine ideale Mög lichkeit für die automatische Steuerung des Behand lungsprozesses, da die Konzentration der im Haupt- quetschwerk anfallenden Flotte in einem direkten Zu sammenhang mit der in der Textilbahn vorhandenen Konzentration steht. Als Messfühler für die Steuer apparaturen können beispielsweise Leitfähigkeitselek troden oder Messgeräte für den pH oder für die Trü bung der Flotte benutzt werden, wie diese allgemein bekannt und gebräuchlich sind. Auf Grund dieser Mess ergebnisse können vom Regler, beispielsweise in Ab hängigkeit von der Differenz zwischen Ist- und Soll wert, die Warengeschwindigkeit, der Frischwasserzu lauf oder die Zugabe von Chemikalien geregelt wer den.
In einer zur Ausführung des beschriebenen Ver fahrens geeigneten Vorrichtung ist beispielsweise hinter jedem Behandlungsabteil oder -bereich einer Nassbe handlungsanlage ein zweistufiges Zwischenquetschwerk für Vor- und Hauptabquetschung vorhanden.
Das Zwischenquetschwerk für die Hauptabquet schung kann vorteilhaft als horizontales Zweiwalzen- quetschwerk ausgeführt sein, dessen eine Hauptquetsch- walze mit einer leichten Vorquetschwalze für die Vor abquetschung zusammenarbeitet.
In einer besonderen Ausführungsform ist beispiels weise das Quetschwerk für die Vorabquetschung vom Quetschwerk für die Hauptabquetschung getrennt an geordnet.
Unter Bezugnahme auf die Zeichnungen wird das erfindungsgemässe Verfahren nachfolgend eingehend er läutert. Auf den Zeichnungen zeigt: Fig. 1 ein Waschabteil mit einem Quetschwerk, wobei das Vorquetschwerk mit dem Hauptquetschwerk eine Einheit bildet, Fig. 2 die getrennte Anordnung von Vor- und Hauptquetschwerk, Fig. 3 eine Vorrichtung zur Durchführung des be schriebenen Verfahrens.
In den Zeichnungen befindet sich beispielsweise im Waschabteil 10 Flotte 12 zum Waschen einer Textil bahn 19. Diese Textilbahn wird durch untere und obere Umlenkwalzen 11 durch die Waschabteile hin durchgeführt. Hinter jedem Waschabteil befindet sich ein Quetschwerk, das zwei horizontal zueinander an geordnete Walzen 13 für die Hauptabquetschung so wie eine Vorquetschwalze 14 aufweist, die in Fig. 1 mit einer der Walzen 13 zusammenarbeitet. Zwischen Vor- und Hauptabquetschung umläuft die Textilbahn noch eine Umlenkwalze 15 und kann ausserdem über einen Breithalter 16 geführt werden. Unter den Wal zen 13 sind Führungsbleche 17 angeordnet, durch die von den Walzen 13 abtropfende Flotte in das Wasch abteil 10 zurückgeführt wird.
Die Anordnung nach Fig. 2 unterscheidet sich von der in Fig. 1 und 3 gezeigten im wesentlichen da durch, dass das Quetschwerk aus den Walzen 18 für die Vorabquetschung und einem davon getrennten Quetschwerk mit den Walzen 13 für die Hauptab quetschung besteht.
Die gezeigte Vorrichtung arbeitet nun beispielsweise so, dass im Vorquetschwerk ein leichtes Vorabquet schen um 150-200 %, insbesondere bei hohen Geschwin digkeiten auf etwa 100-120%, Abquetscheffekt erfolgt. Dadurch wird der von der Textilbahn mitgerissene Flottenfilm, der keine wesentlich höhere Konzentration als die Waschflotte im vorhergehenden Abteil aufweist, entfernt und kann in das Waschabteil zurückgeleitet werden. Diese Flotte kann somit die im anschliessen den Hauptquetschwerk ausgepresste Flotte nicht mehr verdünnen, wodurch deren getrennte Weiterverwen dung auf Grund starker Konzentrationsherabsetzung verhindert würde.
Nach der Vorabquetschung läuft die Textilbahn in das Hauptquetschwerk ein, in welchem eine Abquetschung auf einen Abquetscheffekt von 80 bis<B>90%</B> und hoher Ausgleich der Konzentration inner halb der Textilbahn erfolgt. Wie die Figuren zeigen, kann dieses Quetschwerk vorzugsweise als horizonta les Zweiwalzenquetschwerk ausgebildet sein. Durch die Warenführung und Walzenanordnung ist eine leichte Sammlung und Abführung der in kleinen Mengen an fallenden konzentrierten Quetschflotte möglich. Diese läuft nicht mehr an der Textilbahn entlang und kann diese deshalb auch nicht verschmutzen, wie das bei der früheren Art der Abquetschung, z. B. beim weissen Fond von Druckwaren, häufig geschah.
Wegen der ge ringen anfallenden Menge von Abquetschflotte wird deren Abführung und Wiedereinführung an der rich tigen Stelle durch die erforderlichen kleinen Leitungs querschnitte erleichtert.
Fig. 3 zeigt eine spezielle, für die Lösungswäsche, z. B. nach Bleiche oder Merzerisation ausgelegte An lage. Die Waschwirkung hängt hauptsächlich von der Art der Flottenführung und der Güte der Badtrennung ab. Die ersten vier Abteile werden beispielsweise von Frischwasser 20. im Gegenstrom durchflossen, welches über den Wärmeaustauscher 21 eingeführt und in die sem durch das Abwasser 22 aus dem ersten Wasch abteil vorgewärmt wird. Jedes Abteil enthält zwei scharf getrennte Bäder. Das Abwasser 22 vom ersten Hauptquetschwerk wird direkt in den Abfluss geleitet. In Fig. 3 ist der Hauptflottenstrom als ausgezogene und der Quetschflottenstrom als gestrichelte Linie dar gestellt.
Die Leitfähigkeitsmessung zwecks Regulierung des Wasserverbrauchs erfolgt im Gerät 24 im Quetsch- flottenstrom des letzten Hauptquetschwerks.
Das letzte Abteil mit ebenfalls zwei getrennten Bä dern wird bei diesem Beispiel mit in einem Ionenaus- tauscher entsalztem Wasser 23 gespeist, welches nach dem Durchfluss durch dieses Abteil dem Frischwasser zugemischt wird. Es wurde nämlich erkannt, dass unter bestimmten Verhältnissen auch mit grösstem Maschi nenaufwand die gewünschte Auswaschwirkung auf bei spielsweise pH 8, mit dem verfügbaren Frischwasser nicht erreicht werden kann. Mit entsalztem Wasser je doch verschiebt sich z. B. bei Natronlauge das hydro- lytische Gleichgewicht derart, dass noch niedrigere Restkonzentrationen bzw. pH-Werte auf der Textilbahn erreicht werden können.
Durch die konzentrierte, separate Erfassung der Quetschflotte ergibt sich eine sehr gute Möglichkeit, die Waschwirkung über die Leitfähigkeit der Quetsch flotte zu messen. Zwischen den Chemikalienkonzen trationen in der Ware und in der Quetschflotte besteht ein klarer Zusammenhang. Der Messwert wird benutzt, um die Grössen, welche die Waschwirkung beeinflus sen, zu regeln; dies sind z. B. Wasserverbrauch und Warengeschwindigkeit. Die Durchflussgestaltung bei der Waschanlage nach Fig. 3 ist so getroffen, z. B.
durch grosse Strömungsquerschnitte, dass der erforder liche Waschflottengegenstrom nur bei einem Flotten- niveauunterschied von 10-12 mm zwischen den Ab teilen erfolgt.