Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Käse
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Käse, bei welchem eine Käsebruch und Flüssigkeit enthaltende Mischung in ein nicht horizontal angeordnetes Rohr gefüllt und der aus der Mischung abgesetzte Käse aus dem Rohr entnommen wird.
Bei der herkömmlichen Herstellung von Käse, z.B. eines relativ wenig Löcher aufweisenden pasteurisierten Schweizer Tilsiters, wird zumeist wie folgt vorgegangen: a) Vorerst wird die etwa 32 C warme Milch mit der geeigneten Menge an Lab und Bakterien versetzt und während etwa 30 Minuten dicken gelassen.
b) Hierauf erfolgt das Vorkäsen, bei welchem die gedickte Milch gerührt und dabei während etwa 30 Minuten bei etwa 32 C gerührt wird.
c) Anschliessend wird unter weiterem Rühren die Temperatur innerhalb von etwa 15 Minuten auf etwa 40 C gesteigert.
d) Nun wird bei etwa 400 C während etwa 30 Minuten ausgerührt, wobei durch geeignete Rührwerkzeuge und Rührbewegung die gewünschte Korngrösse des in der Sirte (diese ist die den Bruch enthaltende Flüssigkeit) befindlichen Bruchs eingestellt wird.
e) Der Bruch wird nunmehr aufgeschoben, d. h. in einem Teil einer Wanne zusammengeführt, was im allgemeinen etwa 10 Minuten Arbeitszeit bei zwei Arbeitskräften in Anspruch nimmt.
f) Der aufgeschobene Bruch wird dann mit flüssigkeitsdurchlässigen Pressplatten bedeckt und während etwa 10 Minuten vorgepresst (Gesamtzeit etwa 15 Minuten). Dabei wird die Sirte abgelassen.
g) Der so vorgepresste Käse wird nun in viereckige Stücke geschnitten. Das Schneiden und das vorgängige Entfernen der Pressplatten erfordert etwa 10 Minuten Arbeitszeit von zwei Arbeitskräften.
h) Die geschnittenen Käsestücke werden nun einzeln in Pressformen gefüllt, was für etwa 100 Käse etwa 15 Minuten Arbeitszeit (2 Mann) erfordert.
i) Die Formen werden auf die Presse gegeben und hier (bei 100 Käsen, z.B. in zwei Chargen) etwa 10 Minuten gepresst (Arbeitszeit etwa 20 Minuten).
k) Nun werden die Käse aus der Pressform entnommen (15 Minuten).
1) Die Käse werden in manchen Fällen in Zwischenlagerformen gegeben, in denen man sie unter Wenden etwa 24 Stunden zwischenlagert.
m) Die Käse werden aus den Zwischenlagerformen entnommen und in ein Salzbad gegeben, in dem sie etwa 24 Stunden verbleiben.
n) Die Käse werden unter üblicher Lagerbehandlung 1 bis 3 Monate gelagert.
Ziel der Erfindung ist es, die Käseherstellung, insbesondere hinsichtlich der Arbeitsgänge e) bis und mit k) zu rationalisieren bzw. die genannten Arbeitsgänge zu vermeiden, weil sie ausserordentlich arbeitsintensiv sind.
Zu diesem Zweck ist schon früher vorgeschlagen worden, den Käsebruch mit der ihn umgebenden Flüssigkeit in ein Rohr mit perforierter, d. h. flüssigkeitsdurchlässiger Wandung einzuführen, aus welchem die Flüssigkeit seitlich ablaufen kann, wobei sich der Bruch am unteren Rohrende ansammelt, von wo er entnommen wird. Für bestimmte Weichkäse ist diese Methode gangbar, da solcher Käse praktisch ungepresst weiterverarbeitet werden kann. Bei kompakterem Käse, also selbst bei Weichkäsearten, die nicht zu locker und nicht zu löchrig oder gar krümelig sein dürfen, wird man nach dieser bekannten Methode nicht zum Ziel kommen, wenn man keinen Pressvorgang nachschaltet, also die Operationen h), i) und k) nachholt.
Somit gestattet das soeben genannte, bekannte Verfahren nur bei ganz besonderen Käsearten die Vermeidung der Arbeitsgänge e) bis und mit k), während für Käsesorten, die kompakter sein müssen, nur das Weglassen der Arbeitsgänge e) bis und mit g) möglich ist.
Das Erfindungsziel kann bei praktisch allen Käsesorten mit einem Verfahren der eingangs genannten Art erreicht werden, welches Verfahren erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet ist, dass die besagte Mischung in ein erstes Rohr gegeben wird, welches erste Rohr an seinem unteren Ende vorerst für den Käsebruch undurchlässig verschlossen gehalten wird, bis sich der Käsebruch wenigstens grösstenteils im unteren Teil des Rohres gesammelt hat und der so gebildete Käse von der überstehenden Flüssigkeit und Käsemasse genügend gepresst wurde, worauf wenigstens der grösste Teil des Käses vor oder nach Entfernung wenigstens eines Teils der überstehenden Flüssigkeit dem ersten Rohr entnommen und in ein zweites Rohr eingebracht und darin vorerst verweilen gelassen wird,
worauf am unteren Ende des zweiten Rohres sukzessive Käse entnommen und am oberen Ende des zweiten Rohres wieder Käse aus dem ersten Rohr eingeschichtet wird.
Um zu vermeiden, dass in der ersten Einfüllphase der Bruch durch harten Aufprall im unteren Teil des ersten Rohres zerschlagen und dadurch verändert wird, wodurch der unterste Teil des im ersten Rohr angesammelten Käses eine andere Beschaffenheit erhielte als der nachfolgende Teil, ist es vorteilhaft, wenigstens in dieser ersten Phase des Einfüllens die Mischung entlang der Rohrwandung oder durch in das erste Rohr eingeführte Schläuche einzubringen.
In der ersten Einfüllphase kann es daher besonders vorteilhaft sein, das erste Rohr gegenüber der Horizontalen in einem Winkel von weniger ala 90" geneigt zu halten.
Es kann vorteilhaft sein, das untere Ende des ersten Rohres anfänglich so weit für die Flüssigkeit undicht zu lassen, dass Flüssigkeit entweichen kann, bis die Dichtigkeit durch den sich sammelnden Käse (für diesen, d.h. auch für den Bruch ist das Rohrende ja anfänglich dicht) hergestellt wird.
Dadurch kann die mit dem Käsebruch eingeführte Flüssigkeit unten entweichen.
Während der Verweilzeit der Mischung im ersten Rohr wird dieses mit Vorteil vertikal gehalten, da sich so der Druck der überstehenden Flüssigkeit und Käsemasse am besten auswirken kann.
Für die Herstellung des kompakteren pasteurisierten Schweizer Tilsiters hat sich z.B. eine Rohrlänge von mindestens 1 m, vorzugsweise 1,8 m, bewährt, wobei als Mischung der Bruch mit etwa 10 bis 50% der Sirte eingebracht werden kann. Vorteilhaft wird man einen Teil der Sirte, z. B.
50 bis 90%, vor dem Einbringen in das erste Rohr entfernen, wobei man genügend Flüssigkeit behalten sollte, um einen ausreichenden Druck der Flüssigkeitssäule zu erzielen. Man kann sich dabei auch das hydrostatische Paradoxon zunutze machen. Es sollte zur Erzielung guter Ergebnisse in der Regel nicht weniger Flüssigkeit in der Mischung enthalten sein als wenigstens 10 bis 25 % der bei der Bruchherstellung anfallenden Sirte, wobei eine Menge von etwa 15 % der Flüssigkeit zweckmässig erscheint.
Bei besonderen Käsearten kann die Sirte fast ganz entfernt und durch Wasser oder eine andere Flüssigkeit ersetzt werden, bevor die Mischung in das Rohr eingebracht wird.
Verweilzeit, Rohrlänge und Qualität des Käsebruchs sowie Qualität des herzustellenden Käses sollten aufeinander abgestimmt werden, weshalb genaue Angaben nicht für alle Fälle verbindlich gegeben werden können, sondern vielmehr von Fall zu Fall durch Versuche ermittelt werden sollen.
Im Gegensatz zur bekannten, eingangs genannten Methode wird beim Verfahren nach der Erfindung das Vorpressen und Pressen des Käses und somit der Arbeitsgänge e) bis und mit g) der genannten herkömmlichen Methode vermieden, selbst wenn ein kompakterer Käse, wie z.B. der pasteurisierte Schweizer Tilsiter, hergestellt werden soll. Dabei haben Vergleichsversuche ergeben, dass die Qualität unver ändert gut bleibt.
Sowohl das erste als auch das zweite Rohr kann ganz oder teilweise eine flüssigkeitsdurchlässige Wand haben.
Eine flüssigkeitsdurchlässige, z.B. perforierte, Wand wird dabei beim zweiten Rohr vor allem zur Erteilung einer Oberflächenstruktur dienen, während sie im ersten Rohr der Entfernung der Flüssigkeit dient. In beiden Fällen ist es vorteilhaft, das obere Rohrende flüssigkeitsundurchlässig zu lassen.
Beim Einfüllen des Käses im zweiten Rohr wird man zweckmässig vorerst einen Stössel von unten einführen, der mit zunehmender Beschickung des Rohres nach unten herausgezogen wird, bis das Rohr gefüllt ist.
Dabei kann der Käse, so wie er aus dem ersten Rohr kommt, z.B. unterteilt oder aber zugeschnitten in Abschnitten ins zweite Rohr eingeführt werden. Im letzteren Falle wird man vorteilhaft Zwischenlagen, z.B. aus perforiertem und vorzugsweise armiertem Blech, verwenden, um die Käseoberfläche zu gestalten.
Beispiel
Zur Herstellung eines pasteurisierten Schweizer Tilsiters werden die in der Beschreibungseinleitung genannten Arbeitsgänge a) bis und mit d) durchgeführt.
Zum Zwecke des Vergleichs wird hierauf ein Teil von Käsebruch und Sirte in der herkömmlichen Weise unter Durchführung der Arbeitsgänge e) bis und mit n) weiterbehandelt, was zu einem Käse gewohnt guter Qualität führt.
Ein anderer Teil der Mischung aus Käsebruch und Sirte wird im Käsefertiger von einem Teil der Sirte dadurch getrennt, dass man sie in der letzten Phase des Fertigrührens entfernt, bis nur noch etwa 25 bis 30% des ursprünglichen Volumens (einschliesslich Bruch) enthalten sind.
Der in etwa 15 bis 20% der ursprünglichen Sirte schwimmende Bruch wird nun samt Sirte in einige in den unteren 3/4teln gelochte PVC-Rohre von je 1,8 m Länge und 25 cm Durchmesser gegeben, welche Rohre an ihren unteren Enden durch je einen darüber gestülpten Metalltopf verschlossen sind. In 24 solchen Rohren kann die Masse aus ursprünglich 8000 Liter Milch eingeführt werden.
Dabei wird in jedes Rohr während des Einfüllens ein Schlauch bis in Bodennähe eingeführt und während des Füllens allmählich herausgezogen. Die Rohre können während des Einfüllvorganges senkrecht gehalten werden, in welcher Lage sie nach dem Füllen während etwa 15 bis 20 Minuten belassen werden.
Nun wird das untere Ende jedes Rohres einzeln oder gruppenweise geöffnet, indem der Topf entfernt wird, und der im Rohr ( erste Rohr ) befindliche Käsezapfen wird unter Aufteilung in Abschnitte passender Länge (die den handelsüblichen bzw. fertigungsüblichen Massen entsprechen) entnommen.
Diese frischen Käse werden unter Zwischenlage perforierter verstärkter Bleche in eine aus ähnlichen Rohren bestehende, zweite Rohrbatterie eingefüllt und darin etwa 20 Minuten belassen.
Währenddessen wird in der ersten Rohrbatterie der soeben geschilderte Vorgang wiederholt, und die zweite Frischkäsecharge wird nun nacheinander in die zweite Rohrbatterie eingefüllt, während unten die Käse aus der zweiten Rohrbatterie allmählich entnommen werden.
Diese entnommenen Käse werden nun nach den Arbeitsgängen 1) bis n) weiterbehandelt.
Es wurde so ein qualitativ dem Käse nach dem herkömmlichen Verfahren ebenbürtiger Käse erhalten.
Soll ein ebenbürtiger Käse nach dem bekannten Verfahren mit dem perforierten Rohr erhalten werden, so müssen die Arbeitsgänge a) bis und mit d) und die Arbeitsgänge h) bis und mit n) des herkömmlichen Verfahrens durchgeführt werden. Würde man nämlich auf die Arbeitsgänge h) bis und mit k) verzichten, so erhielte man einen zu weichen, zu löchrigen und zu krümeligen Käse.
Der Zeitaufwand der drei Verfahrensarten ergibt sich bezüglich der dabei notwendigen verschiedenen Arbeitsgänge wie folgt aus der anschliessenden Tabelle.
Zeit der Pressvorgänge für 100 Käselaiber
Vergleichsversuch nach Vergleichsversuch nach Beispiel nach herkömmlichem Verfahren mit erfindungsgemässem
Verfahren perforiertem Rohr Verfahren
Arbeitsgang Zeit in Min. Arbeitsgang Zeit in Min. Arbeitsgang Zeit in Min.
e) 10 (20) fortlaufendes (60) Einfüllen 8 (8) fortlaufendes f) 15 (15) Einfüllen und Wartezeit x 15 (-) 30 g) 10 (20) Entnahme 1. Entnahme 25 (25) h) 15 (30) h) 15 (30) Umfüllen 25 (25) i) 20 (30) i) 20 (30) Wartezeit x 20 (-) k) 15 (30) k) 15 (30) 1. u. 2. Ent- 25 (50) nahme u.
Umfüllen *
Total 85 (145) Total 80 (150) Total 118 (108) + x Arbeiter können anderweitig eingesetzt werden.
* Dabei ist aber schon die 2. Partie mehr als halb durchgeschleust.
+ Die zweite Partie kann als teilweise vorbereitet (20%) gelten.
Die in Klammern gesetzten Zeiten sind Arbeiterzeiten; die ohne Klammern Maschinenzeiten.
Beim gezeigten Beispiel nach erfindungsgemässem Verfahren sind die Wartezeiten von 35 Minuten nicht mit Arbeitskosten belastet, während alle genannten Zeiten der Vergleichsversuche nach den beiden anderen Verfahren mit Arbeitskosten verbunden sind. Zudem ist nach der Erfindung der 50% übersteigende Zeitaufwand für eine zweite Partie beendet.
Zieht man in Betracht, dass die Käseherstellung an sich ein schubweise ablaufender Vorgang ist, so kann erst richtig ermessen werden, wie wichtig es ist, den Käsefertiger rasch zu entleeren und für die nächste Charge bereitzustellen, was nur bei dem erfindungsgemässen Verfahren möglich ist. So kann praktisch Charge auf Charge ohne nutzlose Zeitverschwendung im Käsefertiger bzw. in der Käsewanne und in den Rohren, z.B. in zwei Rohrbatterien, verarbeitet werden, wobei der Käsefertiger während der Wartefrist bereits die nächste Charge bearbeiten kann.
Der effektive Gewinn übersteigt somit eindeutig den in der Tabelle ausgewiesenen.
Es kann also mit gleich vielen Käsefertigern bzw. Wannen in der gleichen Zeiteinheit mehr produziert werden.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens soll nachstehend anhand der schematischen Zeichnung beispielsweise erläutert werden.
In der einzigen Zeichnungsfigur ist eine erfindungsgemässe Vorrichtung schematisch wiedergegeben, wobei sie im wesentlichen als Blockdiagramm dargestellt ist.
Auf einem Zwischenboden 1 eines nicht gezeichneten Gebäudes sind zwei Käsefertiger 2, 3 (oder Wannen) dargestellt, deren jeder durch je ein Ventil 20 bzw. 30 mit je einer Leitung 21 bzw. 31 verbunden ist. Die Leitungen 21 und 31 verlaufen zu einem Ventil 4, durch welches sie wahlweise mit einem Verteiler 5 verbunden werden können. Am Verteiler 5 sind z.B. 24 Schläuche 6 angeschlossen, deren jeder (es sind nur 6 sichtbar) in eines der 24 Rohre (nur 6 sind sichtbar) einer ersten Rohrbatterie 7 eingeführt werden kann, um so den Fertiger 2 oder 3 in die Rohre dieser Batterie zu entleeren. Eine weitere erste Rohrbatterie 7' ist bereits früher gefüllt worden und befindet sich in Entleerstellung. Die Rohrbatterien 7 und 7' können in Richtung der Doppelpfeile 8 entlang einer nicht gezeigten Fahrbahn verschoben werden, wobei sie durch nicht gezeigte Mittel an der Decke 1 aufgehängt sind.
Soll nun die vorher allenfalls schon von einem Teil der Flüssigkeit befreite Mischung aus einem der Käsefertiger 2 oder 3 in eine der Batterien 7 oder 7' entleert werden, so wird die Batterie unter den Verteiler 5 verbracht. Die Schläuche 6 werden in die Rohre der Batterie eingeführt, und durch Öffnen der Ventile 20 oder 30 und Verbringen des Ventils 4 in die geeignete Schaltstellung kann nun der Inhalt des betreffenden Fertigers 2 oder 3 in die Rohre der entsprechenden Batterie (hier 7) entleert werden. Die Schläuche sind dabei vorerst bis in die Nähe der unteren Enden der Rohre eingeführt. Durch Verschieben der Batterie 7 wird dann im Zuge des Füllens der Rohre die Eintauchtiefe der Rohre vermindert (im vorliegenden Falle sind die Rohre der Batterie 7 schon teilweise gefüllt).
Die gefüllte Batterie 7' hat nun bereits die Wartezeit hinter sich, und es wird aus ihr, wie bei 9 angedeutet, Käse entnommen, wobei er auf die richtige Länge geschnitten wird.
Die Frischkäse 9' werden auf einer Unterlage 10 von links nach rechts verschoben (z. B. durch Fliessband) und werden in die Rohre einer zweiten Batterie 70 eingeschichtet, wobei eine weitere Batterie 70' in Bereitschaft steht. Zum Vermeiden des Hineinstürzens der Käse in die Rohre der Batterie 70 oder 70' werden sie darin durch nicht gezeigte Stössel gestützt, wobei im Zuge des Füllens die Stössel abgesenkt werden.
Je nach Verweilzeit (entsprechend Käsequalität und Rohrlänge) werden dann die Käse, wie bei 90 angedeutet, der zweiten Batterie 70 oder 70' entnommen, während oben aus einer weiteren Charge aus einer der ersten Batterien 7 oder 7' wieder Käse 9' eingeschichtet werden.
Die bei 90 entnommenen Käse werden der üblichen Weiterverarbeitung (wie Zwischenlagerung, Salzbad und Reifelagerung) zugeführt.
Die Rohre der ersten Batterie 7 oder 7' sind vorteilhaft im obersten Teil flüssigkeitsundurchlässig, sollten aber im unteren Teil oder zumindest in der mittleren Partie flüssigkeitsdurchlässig, z.B. perforiert sein, damit dem Frischkäse genügend Flüssigkeit entzogen werden und dessen Oberfläche etwas geprägt werden kann.
Die Rohre der zweiten Batterie können glatt oder perforiert sein, je nach der gewünschten Oberflächenmusterung der Käse.
Auch der Oberflächenmusterung dienen die abwechslungsweise mit den Käsen 9' in die Rohre der zweiten Batterie einführbaren Zwischenlagen. Wird der Käse bei 9 nicht zerschnitten, sondern soll dies erst nach der zweiten Batterie 70 oder 70' erfolgen, also z. B. bei 90, so braucht man die Zwischenlagen nicht. Es könnte dann von 9 direkt in die Batterie 70 oder 70' eingefüllt werden, was aber weniger bevorzugt wird.
Der ganze Vorgang kann auch weitestgehend automatisiert werden, wobei man lediglich die Kapazität der Fertiger 2 und 3, der Batterien 7 und 7' bzw. 70 und 70' aufeinander abzustimmen braucht, um die erforderlichen Wartezeiten einzuhalten. Auch das Verschliessen und Öffnen der Ventile 20, 30 und 4 und der nicht gezeigten Verschlüsse der Rohre der Batterien 7, 7', 70 und 70', sowie alle anderen Vorgänge können automatisiert sein.
Dabei wäre es dann möglich, die erforderliche Arbeitszeit noch wesentlich unter die im Beispiel gezeigte Zeit zu senken, weil für mehrere Vorrichtungen nur noch eine Aufsichtsperson nötig wäre.
PATENTANSPRUCH 1
Verfahren zur Herstellung von Käse, bei welchem eine Käsebruch und Flüssigkeit enthaltende Mischung in ein nicht horizontal angeordnetes Rohr gefüllt und der aus der Mischung abgesetzte Käse aus dem Rohr entnommen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die besagte Mischung in ein erstes Rohr gegeben wird, welches erste Rohr vorerst an seinem unteren Ende für den Käsebruch undurchlässig verschlossen gehalten wird, bis sich der Käsebruch wenigstens grösstenteils im unteren Teil des ersten Rohres gesammelt hat und der so gebildete Käse von der überstehenden Flüssigkeit und Käsemasse genügend gepresst wurde, worauf wenigstens der grösste Teil des Käses vor oder nach Entfernung wenigstens eines Teils der überstehenden Flüssigkeit dem ersten Rohr entnommen und in ein zweites Rohr eingebracht und darin vorerst verweilen gelassen wird,
worauf am unteren Ende des zweiten Rohres sukzessive Käse entnommen und am oberen Ende des zweiten Rohres wieder Käse aus dem ersten Rohr eingeschichtet wird.
UNTERANSPRÜCHE
1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die besagte Mischung durch einen Schlauch in das erste Rohr eingebracht wird, welcher Schlauch vorerst bis zum Boden des Rohres eingeführt und im Zuge der Füllung allmählich aus dem Rohr gezogen wird.
2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die in das erste Rohr eingebrachte Mischung
15 bis 50% des ursprünglichen Milchvolumens ausmacht oder
10 bis 50% der bei der Bruchherstellung anfallenden Sirte enthält.
3. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die in das erste Rohr eingebrachte Mischung
15 bis 50% des ursprünglichen Milchvolumens ausmacht oder 10 bis 50% der bei der Bruchherstellung anfallenden Sirte enthält.
4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens im ersten Rohr mindestens in seinem mittleren Bereich durch eine flüssigkeitsdurchlässige Wandung aus der eingebrachten Mischung Flüssigkeit entfernt wird.
5. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens im ersten Rohr mindestens in seinem mittleren Bereich durch eine flüssigkeitsdurchlässige Wandung aus der eingebrachten Mischung Flüssigkeit entfernt wird.
6. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens im ersten Rohr mindestens in seinem mittleren Bereich durch eine flüssigkeitsdurchlässige Wandung aus der eingebrachten Mischung Flüssigkeit entfernt wird.
7. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens im ersten Rohr mindestens in seinem mittleren Bereich durch eine flüssigkeitsdurchlässige Wandung aus der eingebrachten Mischung Flüssigkeit entfernt wird.
8. Verfahren nach Patentanspruch I oder einem der Unteransprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Mantelfläche des Käses im zweiten Rohr durch dessen wenigstens teilweise perforierte Wandung geprägt wird.
9. Verfahren nach Patentanspruch I oder einem der Unteransprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Käse, bei seiner Entnahme aus dem ersten Rohr, in den fertigen Käselaiben entsprechende Abschnitte geteilt und diese Abschnitte abwechselnd mit Zwischenlagen in das zweite Rohr gegeben werden.
10. Verfahren nach Unteranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Käse, bei seiner Entnahme aus dem ersten Rohr, in den fertigen Käselaiben entsprechende Abschnitte geteilt und diese Abschnitte abwechselnd mit Zwischenlagen in das zweite Rohr gegeben werden.
PATENTANSPRUCH II
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens je eine Batterie aus ersten Rohren und aus zweiten Rohren mit zu öffnenden Verschlüssen an den unteren Rohrenden, und Mittel zur Einführung der besagten Mischung in die ersten Rohre, Mittel zur Entnahme des Käses aus den ersten Rohren, Mittel zur Überführung des aus den ersten Rohren entnommenen Käses in die zweiten Rohre und Mittel zur Entnahme des Käses aus den zweiten Rohren vorgesehen sind.
UNTERANSPRÜCHE
11. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die erste Rohrbatterie durch einen flüssigkeitsundurchlässigen Mantel umgeben ist, welcher einen Ablauf zur Entfernung von darin sich sammelnder Flüssigkeit aufweist.
12. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die ersten Rohre wenigstens in ihrem mittleren Bereich flüssigkeitsdurchlässige, z.B. perforierte, Wandungen aufweisen.
13. Vorrichtung nach Unteranspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die ersten Rohre wenigstens in ihrem mittleren Bereich flüssigkeitsdurchlässige, z.B. perforierte, Wandungen aufweisen.
14. Vorrichtung nach Patentanspruch II oder einem der Unteransprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schneidvorrichtung vorgesehen ist, welche die Aufteilung des Käses bei der Entnahme aus den ersten Rohren gestattet.
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