Verpackung für Zeiger von Uhren
Es sind Anlagen zum Bestücken von Uhrwerken bekannt, die einen Drehtisch mit einer auf die Arbeitsgänge abgestimmten Zahl von Arbeitsstationen zur Aufnahme je eines Uhrwerkes aufweisen. Diese Uhrwerke sind in diesen Drehtisch in der Weise eingelegt, dass sie in untereinander gleichbleibender Lage gehaltert sind und werden durch schrittweise Drehung des Drehtisches nacheinander den einzelnen Arbeitsstationen zugeordneten Arbeitsgeräten zugeführt, die bestimmte Arbeiten an den angehaltenen Uhrwerken ausführen.
Insbesondere sind Anlagen dieser Art bekannt, an denen an aufeinanderfolgenden Arbeitsstationen in dieser Weise jedes Uhrwerk mit einem Stundenzeiger, einem Minutenzeiger und gegebenenfalls mit einem Mittelsekundenzeiger und/oder einem Weckerzeiger bestückt werden, wobei jeder Arbeitsstation ein Magazin mit dem oder den betreffenden Zeiger(n) zugeordnet ist und ein Schwenkarm mit einem Trägerkopf, der in der Lage ist, mittels Unterdruck oder einem im Auge des Zeigers fassenden Stift einen Zeiger vom Magazin zu entnehmen und in einer vorbestimmten Lage auf das an der Arbeitsstation befindliche Uhrwerk aufzusetzen.
Mit einer solchen Anlage kann das Bestücken von Uhrwerken mit den erforderlichen Zeigern vollkommen automatisiert werden. Hingegen erfolgt das Nachfüllen der Magazine mit frischen Zeigern von Hand, was eine sehr zeitraubende Arbeit darstellt.
Um diesen Arbeitsgang zu vermeiden, ist vorgeschlagen worden, die Zeiger bereits am Herstellungsort in Reihen parallel und in genau bemessenen Abständen zueinander fixiert zu verpacken und durch einen translatorischen Schrittvorschub an der Anlage zum Bestücken der Uhrwerke die Zeiger einen nach dem andern an die Aufnahmestelle des Trägerkopfes dieser Anlage heranzuführen. Dabei ergeben sich aber Ungenauigkeiten, bedingt durch thermische Dilatationen der Anlage und ganz besonders der Verpackung der Zeiger, durch Vorschubungenauigkeiten u. dgl. als deren Folge die Zeiger nicht mehr vom Trägerkopf aufgenommen werden oder dabei beschädigt werden.
Schon eine geringe Abweichung des Abstandes der benachbarten Zeiger in der Verpackung vom Sollwert, auf den der Schrittvorschub eingestellt ist, oder ein minimaler Fehler in der Schrittlänge des Vorschubes addiert sich, so dass schon nach kurzer Zeit der Trägerkopf der Bestückungsanlage an der Aufnahmestelle keinen Zeiger mehr vorfindet.
Mit der vorliegenden Erfindung sollen diese Nachteile vermieden werden und eine Verpackung für Uhrzeiger geschaffen werden, die direkt als Magazin für eine Anlage zum Bestücken von Uhrwerken mit Zeigern verwendbar ist und Gewähr dafür bietet, dass trotz unvermeidlicher Ungenauigkeiten im Transport der Zeiger und im Abstand der Zeiger in der Verpackung als Folge beispielsweise thermischer Dilatationen derselben, der Trägerkopf des Automaten bei der Aufnahme nach jedem Schritt einen Zeiger in genau positionierter Aufnahmelage findet.
Dies wird mit der erfindungsgemässen Verpackung für Uhrzeiger dadurch erreicht, dass sie als Scheibe mit einer Mittelöffnung ausgebildet ist, welche Scheibe auf einer Fläche radial gerichtete Vertiefungen zur positionsgerechten Aufnahme je eines Zeigers sowie an der Stelle jedes Zeigerauges eine Bohrung aufweist, die sich gegen die gegenüberliegende Fläche der Scheibe hin konisch erweitert, das Ganze derart, dass die Scheibe zugleich als Magazin für eine Anlage zum Bestücken von Uhrwerken verwendbar ist, wobei die konische Bohrung die genaue Zentrierung jedes Zeigers an der Entnahmestelle der Anlage mittels eines Zentrierkonus ermöglicht.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform einer Verpackung nach der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 ist eine Draufsicht auf eine solche Verpackung.
Fig. 2 ist ein Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1, jedoch mit Teilen der Verpackung in voneinander abgehobener Lage und
Fig. 3 veranschaulicht im Schnitt, wie mehrere solcher Verpackungen gemäss Fig. 1 aufeinander gestapelt werden können.
Die dargestellte Verpackung für Uhrzeiger besteht im wesentlichen aus einer kreisförmigen Scheibe 1, vorzugsweise einem Kunststoffspritzling. Die Scheibe 1 besitzt eine Mittel öffnung 2 sowie ringförmig angeordnet eine grosse Zahl radialer Vertiefungen 3, in welche jeweils je ein Zeiger Z gegen seitliche und radiale Verschiebung gesichert eingelegt werden kann. Genau an der Stelle des Zeigerauges A jedes in dieser Weise eingelegten Zeigers weist die Scheibe 1 eine Bohrung 4 auf, die sich gegen die gegenüberliegende Fläche der Scheibe hin zu einem konischen Teil 5 erweitert.
Damit die in dieser Weise verpackten Zeiger auf dem Transport vom Hersteller zur Verarbeitungsstelle nicht herausfallen können, ist eine Abdeckung vorgesehen. Diese besteht aus einem Ring 6, dessen äussere Umrisskante federnde Finger 7 bildet. Die Zahl dieser Finger 7 ist gleich der Anzahl Vertiefungen, die die Scheibe zur Aufnahme je eines Zeigers aufweist. Die Innenkante des Abdeckringes 6 weist eine Anzahl gleichmässig verteilter Ausnehmungen 8 auf.
Die Scheibe 1 ist um ihre Mittelöffnung 2 herum mit einer Nabe 9 versehen, die an ihrem oberen Ende eine Anzahl radial vorstehender Nocken 10 trägt, deren Zahl und Verteilung derjenigen der Ausnehmungen 8 des Abdeckringes 6 entspricht. Der Ring 6 kann, wenn seine Ausnehmungen 8 mit den Nocken 10 zur Deckung gebracht sind, auf die Nabe 9 der Scheibe 1 aufgesteckt und in die in Fig. 2 strichpunktiert dargestellte Lage gebracht werden, in welcher er relativ zur Scheibe 1 verdreht werden kann. Sobald bei einer solchen Drehung die Ausnehmungen 8 des Ringes 5 mit den Nocken 10 nicht mehr übereinstimmen, ist der Ring 6 gegen Herausfallen gesichert.
Durch Verdrehen des in dieser Weise eingesetzten Ringes 6 können dessen Finger 7 in eine solche Lage gebracht werden, dass sie entweder alle in die Scheibe eingelegten Zeiger Z für die Entnahme freigeben, diese Lage ist in Fig. 1 dargestellt, oder aber alle Zeiger in den betreffenden Vertiefungen festhalten.
Die Scheibe 1 trägt an ihrem Aussenrand eine über die mit den Vertiefungen versehene Fläche nach oben ragende Rippe 11 und an ihrer gegenüberliegenden Fläche eine ringförmige Ausnehmung 12, in welche beim Aufeinanderlegen mehrerer Scheiben 1 in deckender Anordnung die Rippen 11 der darunterliegenden Scheibe eingreifen. Mehrere der beschriebenen Verpackungen für Uhrenzeiger sind daher raumsparend stapelbar, was besonders für deren Transport Vorteile bringt.
Die für die Bestückung von Uhrwerken benötigten Zeiger werden, je nach der Art des Bestückungsautomaten, nach Gattungen getrennt oder in der Reihenfolge der Bestückung in einer Verpackung der beschriebenen Art angeordnet vom Zeigerhersteller geliefert. An der Verbrauchsstelle werden die beschriebenen Verpackungen, nachdem durch Verdrehen des Abdeckringes 6 in die Fig. 1 dargestellte Lage alle darin enthaltenen Zeiger für die Entnahme freigegeben werden, jede direkt als Magazin für den Bestückungsautomaten verwendet. Dieser weist an der Entnahmestelle seines Trägerkopfes einen mit dem Arbeitstakt der Anlage synchronisierten Antrieb zur schrittweisen Verdrehung der Scheibe 1 auf, die über ihre Mittelöffnung 2 mit der Abtriebswelle dieses Antriebes drehverbunden wird.
Die Lagerung dieses Drehantriebes ist, beispielsweise durch Zwischenschaltung einer Oldham-Kupplung, in der Vertikalebene zur Drehachse allseitig etwas schwimmend verschiebbar. Am Ende jedes Schrittes dieses Drehantriebes wird eine Vertiefung 3 mit einem Zeiger Z der Entnahmestelle des Trägerkopfes des Automaten zugeführt. Bevor sich dieser zur Aufnahme des Zeigers auf diesen herabsenkt, wird ein Zentrierkonus von unten her in den konischen Teil 5 der Bohrung 4 unter dem Auge des an der Entnahmestelle befindlichen Zeigers eingeführt und zentriert dadurch diesen Zeiger bezüglich des Trägerkopfes mit hoher Genauigkeit. Dank der schwimmenden Anordnung der Scheibe 1 können dabei Ungenauigkeiten aus dem Transport und als Folge thermischer Dilatationen oder Durchbiegungen der Scheibe korrigiert werden.
Am Ende dieser Positionierbewegung, wenn die Scheibe durch den genannten Zentrier konus in der für die Entnahme des an der Entnahmestelle befindlichen Zeigers korrekte Lage fixiert worden ist, kann der Trägerkopf des Automaten zur Entnahme des in dieser Weise hierfür mit hoher Genauigkeit positionierten Zeigers gesenkt werden. Nach der Entnahme dieses Zeigers senkt sich der Zentrierkonus, die Scheibe wird um einen Schritt weiterge dreht und der Positioniervorgang wird, durch Eintreten des Zentrierkonus in die Bohrung, unter dem neu zur Entnahmestelle gelangten Zeiger, wiederholt.
Durch die mit der beschriebenen, als Magazin verwendbaren Verpackung gegebene Möglichkeit, jeden Zeiger an der Entnahmestelle gesondert für die Entnahme hochpräzis zu positionieren, entfällt die Notwendigkeit, die Verpackung aus einem thermisch möglichst neutralen Werkstoff und mit extrem hoher Genauigkeit herzustellen. Die Verpackung kann mit den üblichen Toleranzen aus einem billigen Kunststoff hergestellt werden.