Die Erfindung bezieht sich auf eine Giessvorrichtung zum
Herstellen von Hohldecken oder Hohlwänden aus giessfähi gen und erhärtenden Baustoffen, z. B. aus Beton, mit einer unter einem portalartigen Gestell angeordneten, flachen
Giessform und einem über diese fahrbaren Beschickungswagen zum Füllen der Giessform, mit quer zu dessen Bewegungsrichtung angeordneten, in die Giessform beweglichen und daraus hervorziehbaren Formkernen, und mit Schwin gungserzeugern, die der Giessform zugeordnet sind und zum Rütteln derselben dienen. Neben Beton können auch andere giessfähige und erhärtende Baustoffe, wie Gips, Mörtel, Leichtb au stoffe usw., verwendet werden.
Üblicherweise werden solche Betonhohlkörper, insbe sondere Hohlplatten, in einer Giessform hergestellt, welche mit einsetzbaren Formkernen versehen ist, sowie mit einem Beschickungswagen gefüllt werden kann und Belastungsvorrichtungen und Vibratoren zum Verdichten des Betons und Ausscheiden des überschüssigen Wassers aus dem Beton aufweist, um das Abbinden des Betons zu beschleunigen.
Dennoch wird bis zum verlässlichen Festwerden des Betons ein beträchtlicher Zeitaufwand benötigt, und da sich das Volumen der Füllmasse durch Wasserausscheidung während längerer Zeit vermindert, ist es schwierig, die Einhaltung vorgeschriebener Abmessungen, insbesondere für die Wandstärke von Hohlraumbegrenzungen, zu gewährleisten und ein Verwerfen der Betonkörper beim Abbinden des Betons zu verhindern, insbesondere dann, wenn der Beton mit vor seiner Verdichtung eingebrachten Verstärkungseinlagen versehen ist. Schon geringe Ungleichmässigkeiten in der Wandstärke von hohlen Betonkörpern, die als Bauelemente verwendet werden, können aber die Festigkeit und Haltbarkeit von Bauten aus vorgefertigten Betonhohlkörpern gefährlich beeinträchtigen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Giessvorrichtung zum Herstellen von Hohldecken oder Hohlwänden aus giessfähigen und erhärtenden Baustoffen so auszubilden, dass eine schnelle, vereinfachte Herstellung mit gleichmässiger Verdichtung und beschleunigter Abdichtung des Betons unter Einhaltung vorgeschriebener Wandstärken für Hohlraumbegrenzungen möglich und gesichert ist.
Die erfindungsgemässe Giessvorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass den beweglich angeordneten, in die Giessform einschiebbaren Formkernen benachbart liegende und gleichfalls beweglich angeordnete Entwässerungsleitungen zum Ableiten des in der Giessform ausgeschiedenen Wassers zugeordnet sind.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung bestehen die Formkerne zweckmässig aus an den Enden geschlossenen, mit gelochten Aussenwänden versehenen Hohlkörpern, die über ihre ganze Länge mit einer elastisch verformbaren, an den Enden dichtend festgelegten Bekleidung und mit einer Druckmittelzuführungsleitung zum Auftreiben der Bekleidung versehen sind. Diese Ausbildung der Formkerne gestattet es, den in die Giessform eingefüllten Beton mit den aufblähbaren Bekleidungen der Formkerne von innen her unter Druck zu setzen und hierdurch das Abscheiden von Überschusswasser aus dem Beton zu beschleunigen. In Verbindung damit wird zugleich gewährleistet, dass der Beton in seinen Hohlraumbegrenzungen die vorgeschriebene Wandstärke aufweist.
Die Entwässerungsleitungen sind vorzugsweise durch gleichlaufend zu den Formkernen angeordnete, an den Enden geschlossene Hohlkörper mit gelochten Aussenwänden gebildet, die über ihre Länge durch eine Filterbekleidung gegen Eindringen von Feststoffen geschützt und an einem Ende mit einer unteren Ablaufleitung versehen sind.
Die Zeichnung stellt beispielsweise eine Ausführungsform der Giessvorrichtung gemäss der Erfindung dar. Es zeigen:
Fig. 1 den Grundriss einer Anlage zum Herstellen von hohlen Betondecken für Gebäude, bei der die obere Abdeckung und der Deckel der Betonform fortgelassen sind,
Fig. 2 einen Querschnitt durch die Anlage nach der Linie 2-2 von Fig. 1, bei dem jedoch auch der obere Teil der Vorrichtung dargestellt ist,
Fig. 3 einen Längsschnitt nach der Linie 3-3 von Fig. 1,
Fig. 4 einen vergrösserten Querschnitt durch eine der Entwässerungsleitungen nach der Linie 4-4 von Fig. 1,
Fig. 5 einen vergrösserten Querschnitt durch einen der Formkerne nach der Linie 5-5 von Fig. 1,
Fig. 6 eine vergrösserte schaubildliche Teilansicht einer der Entwässerungsleitungen.
Fig. 7 eine stark vergrösserte schaubildliche Teilansicht eines Formkernes,
Fig. 8 einen stark vergrösserten Teillängsschnitt durch einen der Formkerne,
Fig. 9 eine schaubildliche Schrägansicht von oben eines der Formkerne mit daran angebrachten Entwässerungsleitungen in einer bevorzugten Ausführung,
Fig. 10 eine schaubildliche Ansicht der beiden Entwässerungsleitungen, die dem Formkern zugeordnet sind,
Fig. 11 einen Formkern gemäss Fig. 9 und 10 im Längsschnitt,
Fig. 11A einen Teilschnitt durch das eine Ende des in Fig. 11 dargestellten Formkerns,
Fig. 12 eine schaubildliche Ansicht einer abgewandelten Ausführung des in Fig. 9 dargestellten, mit Entwässerungsleitungen versehenen Formkernes, und
Fig. 13 die Stirnansicht einer abgeänderten Ausführung eines Formkernes mit daran angebrachten Entwässerungsleitungen.
Die Giessform weist ein Giessbett 10 mit einer Grundplatte 11 auf, über der ein portalartiges Gestell aus seitlichen senkrechten Trägern 12 errichtet ist, die durch obere Querträger 13 verbunden sind.
In der Giessform, gemäss Zeichnung, soll eine Hohldecke 14 aus Beton gegossen werden. Die Konstruktion der Giessform hängt von der Gestalt des herzustellenden Hohlkörpers ab und kann deshalb sehr unterschiedlich sein. Im vorliegenden Falle weist die Giessform neben dem Giessbett 10 eine ebene Bodenplatte 15 auf, welche auf der Grundplatte 11 abgestützt und an allen vier Seiten von kastenförmigen Längs- und Querträgern 16 eingefasst ist.
Das portalartige Gestell trägt eine obere Abdeckplatte 17, die an einem aus Längs- und Querträgern gebildeten Tragrahmen 18 befestigt ist. Der Tragrahmen 18 ist mit seinen Längs- und Querträgern hydraulisch oder mittels eines sonstigen, nicht dargestellten Antriebes in dem portalartigen Gestell in senkrechter Richtung beweglich gelagert. In abge wandelter Ausführung kann natürlich bei ortsfester Anordnung der oberen Abdeckplatte 17 auch die Bodenplatte 15 der Giessform mit einem entsprechenden Antrieb in senkrechter Richtung beweglich gelagert sein. Befindet sich die obere Abdeckplatte 17 in ihrer untersten Stellung, so schliesst sie die Giessform auf den sie einfassenden Längs- und Querträgern 16 nach oben ab.
Die Bodenplatte 15 ist absenkbar oder anderweitig beweglich gelagert und wirkt nach dem Abbinden des Betons als Tragplatte für den in der Giessform hergestellten Betonkörper. Die Giessform ist vorzugsweise mit einer das Ablösen des Betonkörpers erleichternden Auskleidung versehen, die aus einer halbflüssigen oder elastomeren Membran bestehen kann. Unter der Bodenplatte 15 der Giessform sind Schwingungserzeuger angeordnet, die in ihrer Gesamtheit mit 19 bezeichnet sind. Diese Schwingungserzeuger sind mit der Bodenplatte 15 gemäss Fig. 3 durch elektromagnetische Halterungen 20 verbunden. Statt dessen können auch andere Halterungsmittel vorgesehen sein.
Gemäss Fig. 2 ist an einem Stirnende des portalartigen Gestells 12, 13 ein Beschickungswagen 21 auf Schienen 22 angeordnet, welche sich zu beiden Seiten des Gestells über die ganze Giessform bis auf die gegenüberliegende Seite erstrecken, so dass die Giessform über ihre gesamte Länge und Breite mit dem Beschickungswagen befahren werden kann.
An beiden Längsseiten der Giessform sind gemäss Fig. 1 und 3 Formkerne 23 durch die Längsträger 16 des Giessbettes in Querrichtung einschiebbar. Die Formkerne sitzen mit ihren äusseren Enden an Tragbalken 24, die mit Rädern 25 auf Querschienen 26 laufen und mit ihren freitragend angeordneten vorderen Enden auf ortsfest gelagerten Führungsrollen 26' abgestützt sind. Die Tragbalken 24 sind mit nicht dargestellten, hydraulisch betätigten oder sonstigen Antriebs mitteln versehen, mit denen die Formkerne 23 in Richtung der Doppelpfeife 27, Fig. 3, in die Giessform eingefahren und ausgefahren werden können, wofür natürlich die Längsträger 16 mit entsprechenden, nicht dargestellten Durchlässen versehen sind.
An den Tragbalken 24 sind zwischen benachbarten Formkernen 23 auch Entwässerungsleitungen 28 befestigt, die mit ihren vorderen Enden in der ausgeschobenen Freigabestellung gleichfalls auf den Stützrollen 26' abgestützt sind. Einzelheiten der Formkerne 23 und der Entwässerungsleitungen 28 sind in Fig. 4-8 dargestellt.
Die Formkerne 23 bestehen in der dargestellten Ausführung aus hohlen Metallkernen von im wesentlichen rechteckigem Querschnitt mit abgerundeten Ecken 29. Beide Enden 30 sind geschlossen. Die Kernwände sind gemäss Fig. 5 und 7 mit Löchern 31 versehen. Die hohlen Metallkerne sind aussen mit einer undurchlässigen biegsamen Bekleidung 32 aus Gummi oder Kunststoff versehen, die an den Enden des Kerns befestigt und verschlossen ist, z. B. durch Klebmittel und eine Metallklammer. Eine der beiden Stirnwände 30 des hohlen Metallkerns ist mit einer in den Kern mündenden Leitung 33 versehen.
Diese Leitungen sind an eine nicht dargestellte Zuführungsleitung für Druckluft oder Druckflüssigkeit angeschlossen, die bei ihrer Beaufschlagung den Formkern unter Druck setzt und seine äussere, aus Gummi oder Kunststoff bestehende Bekleidung 32 aufbläht, um von innen her einen Druck auf den den Formkern umschliessenden Beton auszuüben.
Die Entwässerungsleitungen 28 bestehen gemäss Fig. 4 und 6 ebenfalls aus länglichen Hohlkörpern, die jedoch wesentlich schmaler sind als die Formkerne 23. Sie weisen ebenfalls einen rechteckigen Querschnitt auf, können in abgewandelten Ausführungen jedoch auch einen kreisrunden oder ovalen Querschnitt haben. Die Entwässerungsleitungen 28 sind mit perforierten Wänden 34 versehen, die aussen mit Filterpapier 35 beschichtet sein können. Die Entwässerungsleitungen sind innen durch eine Querwand 36 versteift, durchragen auch einen oder beide seitlichen Längsträger 16 der Giessform und laufen gemäss Fig. 6 zum freien Ende verjüngt zu, um das Herausziehen aus der Giessform nach dem Abbinden des Betons zu erleichtern.
Es ist auch erwünscht, die zum Durchlass der Entwässerungsleitungen dienenden, nicht dargestellten Wandöffnungen der Giessform so zu bemessen, dass die Formkerne 23 und die Entwässerungsleitungen 28 keilförmig mit dieser zusammengreifen, wenn sie in die Giessform eingeschoben sind. Ferner sollten die zum Einschieben der Formkerne 23 dienenden Öffnungen der Giessform mit hier nicht dargestellten Gummidichtungen versehen sein, um das Austreten von Presswasser aus diesen Öffnungen zu verhindern, wenn die Giessform durch Beaufschlagung der Formkerne unter Druck gesetzt wird.
Zum Herstellen der hohlen Betonkörper werden die
Formkerne 23 und die Entwässerungsleitungen 28 durch die kastenförmigen Längsträger 16 in die Giessform eingeschoben, und die obere Abdeckplatte 17 wird in ihre oberste
Stellung bewegt, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist. Sodann wird der Beschickungswagen 21 über den offenen Unterteil der Giessform geschoben, wobei so viel Beton ausgebracht wird, dass die Giessform vollständig gefüllt wird. Dabei sollten die Schwingungserzeuger 19 angetrieben sein, um das Fliessen des Betons unter und um die Formkerne 23 und Entwässerungsleitungen 28 zu erleichtern. Die obere Fläche des eingefüllten Betons wird dann bündig zur Oberkante der kastenförmigen Längs- und Querträger 16 abgestrichen, worauf der Beschickungswagen 21 nach einer Stirnseite des portalartigen Gestells 12, 13 ausgefahren wird.
Die obere Abdeckplatte 17 wird dann gesenkt und entweder hydraulisch oder auf sonstige Weise in der abgesenkten Stellung gesichert.
Dabei kommen auch die über der oberen Abdeckplatte befindlichen, in Fig. 2 und 3 schematisch angedeuteten weiteren
Schwingungserzeuger 37 in die Arbeitsstellung. Sollte die Masse der Giessform zu gross sein, um eine ausreichende
Schwingungsenergie auf das in die Giessform eingefüllte
Material zu übertragen, so könnten die Schwingungserzeuger an Membranen angebracht werden, die auf den Zuführungs leitungen 33 der Formkerne sitzen und die Schwingungen durch das in den Leitungen befindliche Wasser übertragen.
Die Schwingungen könnten auch durch in den Zuführungs leitungen angeordnete Schwingungserzeuger vermittelt wer den.
Sodann werden die Leitungen 33 mit Druckluft oder
Druckflüssigkeit beaufschlagt, so dass die Bekleidungen 32 der Formkerne von innen her unter Druck gesetzt werden und das im Beton enthaltene, überschüssige Wasser austrei ben, das von den Entwässerungsleitungen 28 aufgenommen wird. Das Betonwasser strömt dabei durch das auf den Ent wässerungsleitungen 28 sitzende Filterpapier 35 und wird durch die offenen Enden der Entwässerungsleitungen 28 abgeleitet, die natürlich ausserhalb der Wände der Giessform ausmünden. Der Beaufschlagungsdruck wird natürlich so bemessen, dass die aus Gummi oder Kunststoff bestehenden Bekleidungen 32 der Formkerne ausreichend gedehnt werden und der Beton durch Austreiben des überschüssigen Wassers hinreichend verdichtet wird. Ist dieser Zustand eingetreten, so können die Schwingungserzeuger abgeschaltet werden.
Die Formkerne 23 und die Entwässerungsleitungen 28 werden dann durch die seitlichen Begrenzungen der Giessform nach aussen zurückgezogen, und die obere Abdeckplatte 17 wird abgehoben. Weiterhin können dann auch die seitlichen Längsträger abgenommen werden, die die Giessform einfassen, so dass die Bodenplatte 15 der Giessform zusammen mit der darauf liegenden, hohlen Betonplatte nach der dem Beschickungswagen 21 gegenüberliegenden Seite des portalartigen Gestells ausgefahren und in der jeweils gewünschten Höhe in ein zum Ablagern dienendes Trocknungsgestell 38 eingebracht werden kann. Hierfür können an den geeigneten Stellen Transportrollen 39 vorgesehen sein.
Gemäss Fig. 1 kann die Giessform rahmenartige Einsätze 40 zum Freihalten von Fensteröffnungen in Wänden oder von Durchlässen für Schächte in Decken- und Bodenplatten aufweisen, wobei diese rahmenartigen Einsätze 40 natürlich hinreichend starr ausgebildet sein müssen, um dem Pressdruck beim Giessen der Betonhohlkörper standhalten zu können. Die an diesen Stellen liegenden Formkerne 23 und Entwässerungsleitungen 28 müssen natürlich entsprechend kurz bemessen und von gegenüberliegenden Seiten her in die Giessform eingeschoben werden. In ähnlicher Weise können auch Öffnungen für Türen oder sonstige Einbauten vorgesehen werden.
Die unterschiedlichen Schwingungserzeuger sorgen dafür, dass der Beton beim Austreiben des überschüssigen Betonwassers zugleich auch verdichtet wird. Er ist dann hinreichend fest und trocken, um ein frühzeitiges Abnehmen der Formkerne, Entwässerungsleitungen und Formwände zu gestatten.
Das Abnehmen der Formkerne kann dadurch beschleunigt werden, dass die Druckbeaufschlagung der Formkerne nach hinreichender Entwässerung sogleich beendet wird und die Formkerne an eine Saugleitung angeschlossen werden. Die zuvor gedehnten Bekleidungen 32 der Formkerne fallen dann sehr rasch wieder zusammen, womit ein leichtes Herausziehen der Formkerne ohne Gefahr einer Beschädigung des sie umgebenden Betons gesichert ist. Die aus Filterpapier bestehende Bekleidung 35 der Entwässerungsleitungen 28 verhindert es, dass Zement und andere Feinteilchen des Betons mit dem Überschusswasser abgeleitet werden und hierdurch eine Entmischung des Betons stattfinden kann.
Das Filterpapier kann beim Abnehmen der Entwässerungsleitungen 28 im Betonkörper verbleiben. Zur Beschleunigung der Ableitung des Überschusswassers können die Entwässerungsleitungen auch noch an eine Vakuumleitung angeschlossen werden, obschon dies in der Regel nicht erforderlich ist.
Die den Rahmen der Giessform bildenden Längs- und Querträger 16 können hinreichend starr ausgebildet werden, damit sie bei Bedarf vor dem Füllen der Giessform auch etwaige Stabeinlagen, Versteifungsgitter oder vorgespannte Stahldrähte abstützen können. Die Giessform kann auch zur Halterung von Befestigungsmitteln oder Einlagen verwendet werden, die in die fertige Betonhohlplatte eingearbeitet werden sollen. Jede der Aussenflächen des herzustellenden hohlen Betonkörpers, insbesondere die oberen und unteren Flächen, können mit Sauganschlüssen versehen sein, die bei Bedarf gewünschte Unebenheiten in der Betonoberfläche aufrechterhalten, bis der Beton abgebunden ist und aus der Giessform entnommen werden kann.
Die Betonhohlplatten oder sonstigen Betonkörper werden also in einer starren Form hergestellt, wobei der Beton von innen her unter Druck gesetzt und das hierbei ausgepresste Betonwasser abgesaugt wird. Die fertigen Betonkörper trocknen daher sehr rasch und stimmen mit den Abmessungen der Giessform besonders genau überein.
Der in Fig. 8 dargestellte, vergrösserte Teillängsschnitt durch einen der Formkerne 23 zeigt eine Ausführungsmöglichkeit für die Festlegung der biegsam-nachgiebigen Bekleidung 32 an den Enden des Formkerns. Der Formkern ist hier mit versteifenden Querwänden 30a versehen und weist an seinen Enden geneigte Verjüngungsflächen 41 auf, die in eine halbkreisförmige Umfangsnut 42 übergehen. Die Enden sind durch Stirnflächen 43 geschlossen. Die halbkreisförmig begrenzte Umfangsnut 42 enthält einen aufblasbaren Schlauch 44, der mit einem nach aussen ragenden Aufblasventil 46 versehen ist. Die elastische Bekleidung 32 erstreckt sich über diesen Aufblasschlauch, ragt bis an die Stirnwand 43 des Formkernes und ist über dem Schlauch durch einen starren äusseren Klemmring 47 abgedeckt, der das Ende des Formkernes 23 umschliesst.
Die Giessform weist hier an ihrer Längskante eine senkrechte Begrenzungswand 16a auf, die mit einer abgewinkelten Randleiste 48 die Klemmringe 47 der benachbarten Formkerne 23 von oben übergreift. Die Verjüngungen 41 liegen natürlich an den freien Enden der einseitig eingespannten Formkerne 23 und erleichtern das Einschieben und Herausziehen der Formkerne aus dem Giessbett.
An ihrem anderen Ende sind die Formkerne 23 gemäss Fig. 8 im Bereich der dortigen, inneren Querwand 30a von einem Profilring 49 umschlossen, der einen einwärts offenen U-Querschnitt aufweist und einen aufblasbaren Dichtungsschlauch 50 enthält, der ein nach aussen ragendes Aufblasventil 46' aufweist. Der Profilring 49 weist einen nach oben ragenden Befestigungssteg auf, der mit einer Klemmschraube 51 an einer senkrechten Wand 16b der Giessform festgelegt ist. Natürlich kann diese Festlegung aber auch an den in Fig. 1 und 3 dargestellten Tragbalken 24 der Formkerne 23 und Entwässerungsleitungen 28 erfolgen.
Vor dem Giessen der Formkörper werden die mit den Bekleidungen versehenen Formkerne 23 und die Entwässerungsleitungen 28 in die Giessform eingefahren, worauf die Schleuche 46 und 50 stramm aufgeblasen werden, so dass sie die elastischen Bekleidungen 32 an den gelochten Wänden der Formkerne 23 festspannen. Dabei legt sich der Schlauch 50 an die Aussenfläche der elastischen Bekleidung 32, während der Schlauch 44 die Bekleidung von innen her an dem sie umschliessenden Klemmring 47 verspannt. Nach dem Aufblasen der Dichtungsschläuche kann die Giessform gefüllt werden, worauf auch die Formkerne mit Druckluft beaufschlagt und ihre Bekleidungen aufgeblasen werden.
In abgewandelter Ausführung kann auch ein Verschäumungsmittel zum Abdichten und Auftreiben des Betons in der Giessform benutzt werden. Das Verschäumungsmittel kann zwischen den oberen und unteren Wänden der Giessform und innerhalb des Betons untergebracht werden, oder es wird in einer Schicht auf dem Boden der noch leeren Giessform angeordnet, worauf der Beton eingegossen und eine zweite Verschäumungsschicht auf der Oberfläche des in der Giessform befindlichen Betons angeordnet wird. Ist die Giessform geschlossen, so kann die Verschäumung entweder durch äussere Wärmezufuhr oder durch im Beton erzeugte Reaktionswärme eingeleitet werden. Die Verschäumung ist mit einer Volumenvergrösserung verbunden, die das auch von den Schwingungserzeugern begünstigte Abscheiden des Betonwassers zur Folge hat.
Fig. 9-12 zeigen eine bevorzugte Ausbildung der Formkerne und der ihnen zugeordneten Entwässerungsleitungen, die bei freitragender Anordnung dieser Teile eine erhöhte Festigkeit sichern. Bei grossen Abmessungen der Betonhohlplatten oder sonstigen Betonkörper besteht die Gefahr, dass die Entwässerungsleitungen 28 unter Wirkung der auftretenden Giessdrücke und inneren Spannungen eine Verlagerung oder Verwerfung erleiden. Dies soll durch die hier dargestellte Ausführung erschwert werden. Der Formkern 23 ist hier gemäss Fig. 9 und 11 im wesentlichen zylindrisch ausgebildet. Dabei ist er auch hier mit einer undurchlässigen, biegsamen Bekleidung 32 und mit einem Zuführungsstutzen 33 versehen, der an eine Druckmittelleitung angeschlossen werden kann.
Die Entwässerungsleitungen 28 sind hier durch die Entwässerungsleitungen 28A ersetzt worden, die aus gegenüberliegenden Halbschalen 52 bestehen, deren Innenflächen 53 der zylindrischen Aussenfläche der mit den elastischen Bekleidungen versehenen Formkerne 23 angepasst ist.
Die Aussenfläche 54 der Halbschalen 52 weist einen kleineren Krümmungsradius auf als die Innenfläche 53 und ist mit ihren Enden an sichelförmigen Stirnwänden 55 verschweisst.
Beide Enden 56 und 57 sind geschlossen, doch enthalten die sichelförmigen Stirnwände an den Enden 57 je einen Entwässerungsstutzen 59, durch den das in die Halbschalen eingedrungene Betonwasser abgeleitet oder abgesaugt werden kann. Die mit äusseren Lochungen 60 versehenen Halbschalen 52 können zusammen mit den sie tragenden, zylindrischen Formkernen 23 mit Filterpapier umhüllt sein, wie dies bei den Entwässerungsleitungen 28 gemäss Fig. 4 mit dem Belag 35 aus Filterpapier vorgesehen war. Die Teile können auf unterschiedliche Weise zusammengehalten sein, z. B. durch auf die Länge verteilt liegende Spannbänder 61, wie in Fig. 9 angedeutet, oder durch Blattfedern 62, die bei der Ausführung nach Fig. 11 vorgesehen sind.
Das Ende 64 des Fo,,nkemes 23 weist eine Stirnplatte 63 auf, die von der Druckmittelleitung 33 durchragt ist, und die Halbschalen 52 können dadurch gehaltert sein, dass ihre Entwässerungsstutzen 59 zugeordnete Löcher der Stirnplatte 63 durchragen und mit haarnadelartigen Steckfedern 65 festgelegt sind, die Umfangsnuten 66 der Entwässerungsstutzen 59 erfassen, wie dies in Fig. 11A dargestellt ist.
Die Blattfedern 69 sind an ihren inneren Enden 67 gekrümmt und durchragen mit ihren äusseren Enden eine Öffnung 68 der Stirnplatte 63. An diesen Öffnungen 68 sind die Blattfedern 62 mit Keilen 69 befestigt. Die Keile 69 sorgen dafür, dass die Blattfedern 62 mit ihren gekrümmten inneren Enden 67 fest an der gekrümmten Innenfläche der Halbschalen anliegen und sie fest an die elastische Bekleidung 32 des Formkernes 23 andrücken. Bei Druckmittelbeaufschlagung des Formkernes werden die Entwässerungsleitungen 28A nach aussen gedrückt, wobei aber die Teile durch die Blattfedern 62 zusammengehalten sind.
In der abgewandelten Ausführung nach Fig. 12 weisen die Halbschalen 52 einen grösseren Querschnitt auf und sind hierdurch gegen Verlagerung und Verformung besser gesichert. Im übrigen aber laufen auch hier die den zylindrischen Formkernen 23 zugeordneten Halbschalen 52 zu ihren freien Enden verjüngt zu, so dass sie sich leicht in die Form einsetzen und nach dem Ableiten des Presswassers aus dem verdichteten Formkörper leicht wieder herausziehen lassen.
In der abgewandelten Ausführung von mit Entwässerungsleitungen versehenen Formkernen 23 nach Fig. 13 ist der Kernkörper mit einer verhältnismässig dünnen elastischen Bekleidung 32A versehen. Die das Betonwasser aufnehmenden und ableitenden Entwässerungsleitungen bestehen aus zwei sich gegenüberliegenden flachen Hohlkörpern 28B, deren gekrümmte Innenwand 53A der Rundung des zylindrischen Formkerns 23 angepasst ist und deren Aussenfläche 52A etwa die gleiche Krümmung aufv:ist, mit über die ganze Fläche verteilten Löchern 60A versehen ist und in abgewinkelte Seitenwände 54B übergeht, die einen flachen Leitraum 55A begrenzen.
Da die elastische Bekleidung 32A in diesem Falle besonders dünn ist, muss sie zwischen den flachen Hohlkörpern 28B versteift werden, damit sie unter Wirkung des Innendruckes der Formkerne nicht zu stark nach aussen aufgeblasen wird. Zu diesem Zweck ist die dünne Bekleidung an beiden Seiten des Formkernes mit Versteifungsrippen 70 versehen. Jede dieser Versteifungsrippen endet an einem .Längswulst 71, der durch eine Drahteinlage versteift sein kann. Diese mit Versteifungsrippen versehenen Teilbekleidungen liegen zwischen den Kanten der Innenwand 53A und den nach aussen ragenden Flanschen der Seitenwände 54B der Leiträume 55A, deren Innenwand 53A mit der Aussenwand 52A durch Bolzen 72 und Abstandshülsen 73 verbunden und in Abstand gehalten ist.
Vor dem Verspannen der Wände 52A, 53A werden Stirnwände 75 eingesetzt, die die Leiträume 55A an den Enden des Formkernes 23 begrenzen und von denen jeweils eine Stirnwand an der tiefst gelegenen Stelle mit einem Ableitrohr nach Art der Rohrstutzen 59 versehen ist.