CH556876A - Verfahren zur herstellung von cephalosporansaeurederivaten. - Google Patents

Verfahren zur herstellung von cephalosporansaeurederivaten.

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CH556876A
CH556876A CH737471A CH737471A CH556876A CH 556876 A CH556876 A CH 556876A CH 737471 A CH737471 A CH 737471A CH 737471 A CH737471 A CH 737471A CH 556876 A CH556876 A CH 556876A
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D501/00Heterocyclic compounds containing 5-thia-1-azabicyclo [4.2.0] octane ring systems, i.e. compounds containing a ring system of the formula:, e.g. cephalosporins; Such ring systems being further condensed, e.g. 2,3-condensed with an oxygen-, nitrogen- or sulfur-containing hetero ring
    • C07D501/14Compounds having a nitrogen atom directly attached in position 7
    • C07D501/16Compounds having a nitrogen atom directly attached in position 7 with a double bond between positions 2 and 3
    • C07D501/207-Acylaminocephalosporanic or substituted 7-acylaminocephalosporanic acids in which the acyl radicals are derived from carboxylic acids
    • C07D501/247-Acylaminocephalosporanic or substituted 7-acylaminocephalosporanic acids in which the acyl radicals are derived from carboxylic acids with hydrocarbon radicals, substituted by hetero atoms or hetero rings, attached in position 3
    • C07D501/26Methylene radicals, substituted by oxygen atoms; Lactones thereof with the 2-carboxyl group

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Cephalosporin Compounds (AREA)

Description


  
 



   Gegenstand der Erfindung ist ein neues Verfahren zur Herstellung von Cephalosporansäurederivaten, nämlich von 3 Desacetoxymethyl- 3-formyl-7-aminocephalosporansäure (3 Formyl-7-amino- ceph-3-em-4-carbonsäure) und ihren 7 Acylderivaten der Formel I
EMI1.1     
 worin X ein Wasserstoffatom oder einen Acrylrest und   OR1    eine abspaltbare substituierte Methoxygruppe bedeutet.



   Im US-Patent 3 351 596 ist ein Verfahren zur Herstellung gewisser Ester der Formel I beschrieben, das dadurch gekennzeichnet ist, dass Verbindungen, welche statt der Formylgruppe eine Hydroxymethylgruppe aufweisen, oxidiert werden. Als Oxidationsmittel werden oxidierende Metallverbindungen wie oxidierende Metalloxide, z.B. Chromtrioxid oder Mangandioxid angeführt. Als Ester werden u.a. Niederalkylester und Phenylester sowie leicht eliminierbare Ester wie Benzyl-, p Methoxybenzyl-, 3,5-Dimethoxybenzyl-, Diphenylmethyl- und   C1-C6-Haioalkylester    genannt.

  Jedoch hat sich gezeigt, dass die genannten leicht eliminierbaren Ester von 3-Formylverbindungen der Formel I nach dem beschriebenen Verfahren nicht in nennenswerter Ausbeute hergestellt werden können, weil die Halogenalkylester unter den bekannten Herstellungsbedingungen lactonisieren und die Ester des Benzyltyps, vor allem Diphenylmethylester, durch das Oxidationsmittel angegriffen werden.



   Daher können nach dem patentierten Verfahren praktisch keine Ester hergestellt werden, die in die freie Säure bzw. deren Salze der Formel I überführbar sind.



   Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass die Oxidation von abspaltbaren substituierten Methylestern der 3 Hydroxymethylverbindung mit aliphatischen Sulfoxiden in Gegenwart von Anhydriden aromatischer Carbonsäuren vorgenommen werden kann und dass dabei weder die Estergruppe noch die Sulfidfunktion angegriffen wird. Die Estergruppe kann nach bekannten Methoden abgespalten werden.



  Das erfindungsgemässe Verfahren ist daher dadurch gekennzeichnet, dass man Verbindungen der Formel II
EMI1.2     
 worin X und OR, die angegebene Bedeutung haben, mit aliphatischen Sulfoxiden in Gegenwart von Anhydriden aromatischer Carbonsäuren oxidiert. Wenn erwünscht, kann man aus erhaltenen Verbindungen der   Formeln    die Estergruppe abspalten und, wenn erwünscht, die erhaltenen Verbindungen in Salze oder erhaltene Salze in andere Salze überführen.



   Als aliphatische Sulfoxide sind vor allem zu nennen Diniederalkylsulfoxide, besonders Dimethylsulfoxid, Diäthylsulfoxid, Dipropylsulfoxid, Dibutylsulfoxid und Niederalkylensulfoxide, z. B.   Tetramethylensulfoxid.   



   Anhydride aromatischer Carbonsäuren sind z. B. Phthalsäureanhydrid, vor allem aber Benzoesäureanhydrid.



   Das Sulfoxid wird zweckmässigerweise in Überschuss und das Anhydrid in etwa der gleichen molaren Menge wie das Sulfoxid angewendet. Sulfoxid und Anhydrid können auch als Lösungsmittel dienen. Man kann auch zusätzlich inerte Verdünnungsmittel wie Benzol, Toluol, oder Gemische von inerten Lösungsmitteln verwenden.



   Die Oxidation kann unter Kühlung oder leichter Erwärmung, z.B. bei Temperaturen von   ca. -50    bis +70   aC,    durchgeführt werden; vorzugsweise arbeitet man bei Zimmertemperatur.



   Das neue Verfahren kann zur Herstellung beliebiger 7   Acylamino-cephalosporansäurederivate    der Formel   1      verwen-    det werden. Es sei darauf hingewiesen, dass die erfindungsgemässe Oxidation von Verbindungen der Formel II zu Verbindungen der Formel I nicht abhängig ist von der Art des Acylrestes X in 7-Stellung des Cephalosporin-Ringsystems. X kann daher die Bedeutung aller auf dem Cephalosporin-Gebiet bekannten N7-Acylreste haben. Falls diese Acylreste funktionelle Gruppen, wie z. B. Hydroxy-, Amino-, Carboxyl- oder Mercaptogruppen aufweisen, ist es vorteilhaft, sie bei der Reaktion vorübergehend in bekannter Weise zu schützen, insbesondere durch Schutzgruppen, wie sie für Aminosäuren, z. B. von der Peptidsynthese her (vgl. beispielsweise das belgische Patent Nr. 757 786) bekannt sind.

  Die Schutzgruppen können nachträglich, wenn erwünscht, aus der erhaltenen Verbindung der Formel I abgespalten werden, so dass man die Verbindung mit freien funktionellen Gruppen im Acylrest X erhält. Wenn die Verbindung der Formel I in andere antibiotisch aktive Cephalosporinverbindungen umgewandelt werden soll, kann es zweckmässig sein, die Schutzgruppen in der Verbindung der Formel I zu belassen und erst nach Vollzug der Umwandlungsreaktion abzuspalten.



   Als auf dem Cephalosporin-Gebiet bekannte Acylreste, die bei dem vorliegenden Verfahren in den Verbindungen der Formel I als Substituent X vorhanden sein können, sind beispielsweise die Acylreste zu nennen, die in den folgenden U.S. Patenten aufgeführt sind:    3218318    (Flynn ketal.,   publ. 16.11.1965), 3      236841    (Kuehl et al., publ. 22.2.1966), 3 252 973 (Flynn et al., publ.



     24.5.1966), 3    261 832 (Cowley et al., publ. 19.7.1966), 3 270 009 (Flynn et al.,   publ.      30.8.1966), 3    351 956 (Chamberlin,   publ. 7.11.1967)3    355 452 (Fechtigetal., publ.



     28.11.1967), 3    483 197 (Bickel et al., publ. 9.12.1969), 3 484 437 (Urech et al.,   publ. 16.12.1969)      oder franz.    Patent 2 012 122 (Johnson et al.).



   So kann der Acylrest vor allem der Rest einer Carbonsäure oder Thiocarbonsäure oder ein von der Kohlensäure sich ableitender Rest, z.B. ein Carbaminsäure- oder Monokohlensäureesterrest, sein. Der Carbonsäure- oder Thiocarbonsäurerest kann sich herleiten von gegebenenfalls substituierten aliphatischen, cycloaliphatischen, cycloaliphatisch-aliphatischen, araliphatischen, heterocyclischen oder heterocyclischaliphatischen Carbonsäuren.



   In dieser Hinsicht sind zu nennen:
1) Ein Rest der Formel    R2(CH2),CO,    worin n für eine ganze Zahl von 0 bis 4, vorzugsweise für 0 oder   1    steht und die   Methylengruppetn)    gegebenenfalls substituiert  ist (sind) und worin R2 ein unsubstituierter oder   durch    einen oder mehrere Substituenten substituierter Aryl-,   Cycloalkyl-,    Heterocyclyl-, Aryloxy-,    rylthio,      Cycloalkoxy,      (:ycloalkyl-    thio-, Heterocyclyloxy oder   Heterocyclylthiorest    ist. Arylreste sind mono- oder bicyclische carbocyclische Reste, besonders Phenylreste.

  Cycloalkylreste sind 4- bis   8-gliedrig,    vor   allem    Cyclopentyl und   ýclohexyl.    Heterocyclylreste sind monooder   bicyclische    Reste mit Stickstoff, Sauerstoff   und/oder    Schwefel als Heteroatomen, besonders   Eleste    mit   14      Eietero-    atomen und insgesamt 5 oder   ó    Ringatomen. Die Reste können ungesättigt oder teilweise oder ganz gesättigt sein und können einen ankondensierten Benzolring enthalten.

  Als Beispiele sind zu nennen: Furyl, Thienyl, Pyrryl, Cumaryl,   Thiocumaryl,   
Indolyl, Oxazolyl, Thiazolyl, Imidazolyl, Pyrazolyl, Triazolyl, Tetrazolyl, Thiadiazolyl, Oxadiazolyl, Thiatriazolyl, Pyranyl,    Pyridyl,    Chinolyl,   Pyrimidyl,    Pyrazinyl, Thiazinyl, Dithiazinyl, Thiadiazinyl,   Triazinyl,      Tetrazinyl,    gegebenenfalls mit ihren
Isomeren, und ihre Hydrierungsprodukte.

  Als Substituenten der Ringe sind vor allem zu nennen: niedere Alkyl- und niedere Alkoxygruppen sowie niedere   Carballioxygruppen    mit bis zu 5 Kohlenstoffatomen wie Methyl, Äthyl, Propyl, Butyl, Pentyl, Methoxy,   Äthoxy-,    Propoxy, Butoxy,   Pentoxy,      Methoxycar-    bonyl,   Äthoxycarbonyl,      Propoxycarbonyl,    tert. Butyloxycarbonyl, tert.

  Amyloxycarbonyl, ferner Halogenatome wie Fluor, Chlor,   Brom,    Jod und das Pseudohalogen Trifluormethyl, die Nitrogruppe, die Formylgruppe, die   Cyangruppe,    die   Carboxy-    carbonylgruppe, weiter die   Hydroxy-,      Amino-,      Carboxy-    und Mercaptogruppe mit den   z.B.    im oben   erwähnten    belgischen Patent Nr.757 786 genannten   Schutzgruppen,    ferner   unsubsti-    tuiertes oder in der   erwähnten    Weise substituiertes Phenyl. Als Substituenten der Methylengruppe(n) kornmen die gleichen wie für die cyclischen Reste, jedoch mit Ausnahme der Niederalkylgruppe, in Betracht.

  Besonders hervorzuheben sind Reste mit einer   mono-substituierten    Methylengruppe. Als einige Beispiele von Resten der Formel   R2(CH2)nCO    seien genannt: 2,6-Dimethoxybenzoyl, Tetrahydronaphtoyl, 2 Methoxynaphthoyl, 2-Äthoxy-naphthoyl, Cyclopentanoyl, 2 Phenyl-5-methyl-isoxazolyl-carbonyl, 2-(2'-Chlorphenyl)-5methyl-isoxazolyl-carbonyl, Phenylacetyl, Thienyl(2)-acetyl, Thienyl(3)-acetyl, Furyl(2)-acetyl, S-Phenylthioacetyl, Phenoxyacetyl, S-Bromphenylthioacetyl,   a-Phenoxypropionyl,    a Phenoxy-phenyl-acetyl,   α-Methoxy-phenylacetyl,      α

  ;-Methoxy-    3,4-dichlor-phenylacetyl, S-Benzylthioacetyl, S-Benzylthiopropionyl, Pyridyl(2)-thioacetyl, Tetrazolyl(5)-acetyl-, Tetrazolyl(1)-acetyl, Imidazolyl(2)-acetyl, Imidazolyl(1)-acetyl, Imidazolyl(2)-thio-acetyl, 1,3,4-Thiadiazolyl(2)-thioacetyl, Thiazolinyl(2)-thioacetyl, 1,2,4-Triazolyl(3)-thioacetyl, 5 Mercapto-1,3,4-iadiazolyl (2)-thioacetyl, 5-Amino-tetrazolyl(1)-acetyl,   α-Amino-α-phenyl-acetyl,      α-Cyan-α-phenyl-    acetyl,   α-Hydroxy-α-phenyl-acetyl,      α-Carboxy-α-phenyl-    acetyl,   α-Methoxy-α-phenyl-acetyl,      α-Azido-α-phenyl-acetyl,       α-Formylamino-α-phenyl-acetyl, α

  ;-(2,2,2-Trichloräthyloxycar-    bonylamino)   -a-phenyl-acetyl,      a    (tert.butyloxycarbonylamino)   -α-phenyl-acetyl, α-(2-Jodäthoxycarbonyl)-α-phenyl-acetyl, α-(2-Bromäthoxycarbonyl)-α-phenyl-acetyl, α-(2-Biphenylyl-      2-propyloxycarbonyl)      --phenyl-acetyl    sowie   entsprecnende      p-    Hydroxyphenyl-acetyl-, p-Chlorphenyl-acetyl, Cyclohexylacetyl, Thienyl(2)-acetyl-, Thienyl(3)-acetyl- und Furyl(2)acetylreste, welche in   os-Stellung    die für   Phenyl-acetyl    genannten Substituenten tragen.



   Weiter ist als Acylrest X zu nennen:
2) Ein Rest der   Formel      worin    n für eine ganze Zahl von   t    bis 7 steht und die Kette gerade oder verzweigt und gegebenenfalls von einem Sauerstoff- oder Schwefelatom unterbrochen und/oder durch einen oder mehrere Substituenten substituiert ist. Als Substituenten kommen die gleichen in Betracht, die oben unter 1) für die cyclischen Reste genannt sind, mit Ausnahme der Niederalkylgruppe, ausserdem die Azidogruppe und eine   Ureidogruppe.   



  Als Beispiele für   Acylreste    dieser Art sind zu nennen:   Acetyl,    Propionyl, Butyryl, Valeryl, Hexanoyl, Heptanoyl, Octanoyl, Vinyl, Acrylyl, Crotonyl, 2-Pentenoyl, Butylthioacetyl, Allyl   thioacetyl,    Chloracetyl, Bromacetyl, Dichloracetyl,   Dibrom-    acetyl, Dijodacetyl, Difluoracetyl, Trifluoracetyl, ss-Brompro- pionyl,   Cyanacetyl,    ss-Cyanpropionyl,   b-Amino-8-carboxy-    valeryl,   #-Phthaloylamino-#-carboxy-valeryl,      #-Äthoxycarbo-      nylamino-#-carboxy-valeryl,

   #-Isobutyloxycarbonylamino- #-    carboxy-valeryl,   #-Benzyloxycarbonylamino-#-carboxy-vale-    ryl,   #-Äthylaminocarbonylamino-      #-carboxy-valeryl,      #-(n-    Butyl)-aminocarbonylamino-   #-carboxy-valeryl,      #-(tert.Butyl-       oxycarbonylamino)-#-carboxy-valeryl, #-(2,2,2-Trichlor äthyloxycarbonylamino)-#-carboxy-valeryl, #-(2-Biphenylyl2-propyloxycarbonyl)-#-carboxy-valeryl,

   #-(2-Jodäthoxy-    carbonyl)   -#-carboxy-valeryl,      b x-chloracetyl)      -amino-b-    carboxy-valeryl,   b x-dichloracetyl)      -amino-b-carboxy-    valeryl,   #-Benzoylamino-#-carboxy-valeryl,      #-trinitrophenyl-       amino-#-carboxy-valeryl, α-azido-acetyl, α-Methoxycarbonyl-    acetyl,   α-Äthoxycarbonyl-acetyl,      α,α-Dimethoxycarbonyl-    acetyl,   α,α-Diäthoxycarbonyl-acetyl    und   α-Cyan-ss-dimethyl-    acryl.



   Weiter ist als Acylrest X zu nennen:
3) Ein Rest der   Formel       R3-NH-CO,      worin    R3 ein unsubstituierter oder substituierter aromatischer, araliphatischer oder aliphatischer Kohlenwasserstoffrest, vorzugsweise ein unsubstituierter oder substituierter Niederalkylrest ist. Als Substituenten der aromatischen und   araliphati-    schen Reste sind die gleichen zu nennen, wie sie unter 1) für die cyclischen Reste genannt sind, als Substituenten der   aliphati-    schen Reste die gleichen, mit   Ausnahme    der Niederalkylreste.



     Als    Beispiele für Acylreste dieser Art sind zu nennen:   Methyl-    carbamoyl,   Athylcarbamoyl,    Propylcarbamoyl, Isopropylcar- bamoyl, tert.Butylcarbamoyl, Phenylcarbamoyl,   p-Chlorphe-    nyl-carbamoyl, Benzylcarbamoyl, ss-Chloräthylcarbamoyl, 1,1 Dimethyl-2-chloräthylcarbamoyl, 2-Brompropyl-carbamoyl.



   Weiter sind als Acylrest X zu nennen:    4)    Ein Rest der Formel    R4-O-CCI,      worin    R4 die gleiche Bedeutung wie   R3    unter 3) hat. Als Beispiele für acylreste dieser Art sind zu nennen: Methyloxycarbonyl, Äthyloxycarbonyl,   Propyloxycarbonyl,      tert.Butyloxy-    carbonyl, tert.-Amyloxycarbonyl, Allyloxycarbonyl, Cyclopentyloxycarbonyl,   Cyclohexyloxycarbonyl,      Adamantyloxy-    carbonyl, Tolyloxycarbonyl, Benzyloxycarbonyl, p-Methoxy    benzyloxyzarbonyl,2-(p-Biphenylyl)-2-propyloxycarbonyl.   



   Besonders hervorzuheben sind als Acylreste X ein   unsubsti-    tuierter oder wie erwähnt substituierter   Phenylacetyl-,    Phenoxyacetyl-, Phenylglycyl-, Thienyl(2)-acetyl-, Thienyl(3)acetyl-, Furyl(2)-acetyl-, Tetrazolyl(1)-acetyl-, Methoxycarbonylacetyl-, Äthoxycarbonyl-acetyl-, Cyanacetyl- und   #-    Aminoadipoylrest.

 

   Die abspaltbare substituierte Methoxygruppe OR, in den   Verbindungen    der Formel II enthält als Substituenten bevor- zugt solche, die eine sterische Hinderung des Esters hervorrufen und die ausserdem eine leichte Abspaltung des Esters   nach    den auf dem   Cephalosporingebiet    hierfür bekannten Verfahren   z. B.      durch    Solvolyse, Reduktion,   Fotolyse    oder auf enzymatischem Wege ermöglichen. Die   Methylestergruppe    kann einen oder mehrere Substituenten enthalten.

  Als Substituenten der   Methoxygruppe zu nennen sind unsubstituierte oder substituierte mono- oder bicyclische Aryl- oder Aroylreste wie ein unsubstituierter oder substituierter Naphthyl-, Benzoyl- oder insbesondere Phenylrest, ferner niedere Alkanoyloxygruppen mit höchstens 5 Kohlenstoffatomen und unsubstituierte oder substituierte Aroyloxygruppen. Substituenten des (der) Aryl-, Aroyl- oder Aroyloxyreste (s) sind die oben unter 1) für cyclische Reste erwähnten, insbesondere ein oder mehrere Nitrogruppen und/oder Halogenatome wie Fluor, Brom, Jod, besonders Chlor, und/oder Niederalkyl- und/oder Niederalkoxygruppen wie Methyl, Äthyl, Propyl, Äthoxy, Propoxy, vor allem Methoxy.

  Die substituierte Methylgruppe ist daher beispielsweise eine Phenacyl-, Bromphenacyl-, Acetoxymethyl-, Pivaloyloxymethyl-, Benzoyloxymethyl-, Benzyl-p-Methoxybenzyl-,   3,5-Dimethoxybenzyl-, 3,4-Dimethoxybenzyl-,    p   Nitrobenzyl-, 2,4,6-Trimethylbenzyl-,    Diphenylmethyl-, Di-(pmethoxyphenyl)-methyl-, n-Phenyl-,   n-(3 ,4-dimethoxy-6-    nitro-phenyl)-methyl-,   a-Methyl-a-    (3,4-dimethoxy-6-nitrophenyl) -methyl- oder Triphenylmethylgruppe.



   Die genannten Estergruppen können in bekannter Weise nach der erfindungsgemässen Oxidation abgespalten werden oder, wenn dies erwünscht ist, erst nach einer gegebenenfalls vorzunehmenden Umwandlungsreaktion, wie sie oben erwähnt wurde. Die Abspaltung kann beispielsweise durch Reduktion, z. B. mit naszierendem Wasserstoff oder mit katalytisch erregtem Wasserstoff, oder durch Fotolyse oder Solvolyse, besonders Hydrolyse in saurem Medium (Salzsäure, Trifluoressigsäure, Ameisensäure, Essigsäure) oder in schwach alkalischem Medium (bis pH   ca. 10)    erfolgen.



   Die Salze von Verbindungen der Formel I, worin X für einen Acylrest steht, sind Metallsalze, vor allem solche von therapeutisch anwendbaren Alkali- oder Erdalkalimetallen, wie Natrium, Kalium, Ammonium, Calcium, oder Salze mit organischen Basen, z.B. Triäthylamin, N-Äthyl-piperidin, Dibenzyläthylendiamin, Procain, Diisopropylamin, Äthanolamin. Ist X basisch, so können sich innere Salze bilden. Die Salze können in bekannter Weise, z. B. durch Behandlung mit Basen, wenn erwünscht mit Hilfe von Ionenaustauschern, erhalten werden.



   Infolge der engen Beziehungen zwischen den neuen Verbindungen in freier Form und in Form ihrer Salze sind im vorausgegangenen und nachfolgend unter freien Verbindungen und Salzen sinn- und zweckgemäss gegebenenfalls auch die entsprechenden Salze bzw. freien Verbindungen zu verstehen.



   Die als Ausgangsstoffe verwendeten Verbindungen der Formel II sind bekannt oder können in an sich bekannter Weise hergestellt werden. Beispielsweise kann man sie aus Verbindungen der Formel II, worin R für Wasserstoff steht, durch Veresterung mit wie oben erwähnt substituiertem Diazomethan oder durch Umsetzung einer Verbindung der Formel II, worin R für ein Alkali- oder Erdalkalimetallion oder für ein Ammoniumion, z. B. Triäthylammonium, steht, mit einem reaktionsfähigen Ester, z.B. einem Halogenid, insbesondere einem Chlorid, Bromid oder Jodid, eines wie erwähnt substituierten Methanols, z. B. durch Umsetzung einer Verbindung der Formel II, worin R für Natrium steht, mit Phenacylbromid erhalten.

  Die Herstellung der Verbindung der Formel II, worin X und R für Wasserstoff stehen, (O-Desacetyl-7-aminocephalosporansäure) kann beispielsweise nach dem im englischen Patent 1 080 904 beschriebenen Verfahren durch Desacetylierung von 7-Aminocephalosporansäure mit Acetylesterase aus Bacillus subtilis   erfolgen.VerbindungenderFormel    II, worin X für einen Acylrest und R für Wasserstoff stehen, können durch Desacetylierung der entsprechenden 7-Acylamino-cephalosporansäuren nach dem Verfahren des erwähnten englischen Patentes hergestellt werden.



   Die Erfindung betrifft auch diejenigen Ausführungsformen des Verfahrens, nach denen man von einer auf irgendeiner Stufe des Verfahrens als Zwischenprodukt erhältlichen Verbindung ausgeht und die fehlenden Verfahrensschritte durchführt, oder das Verfahren auf irgendeiner Stufe abbricht, oder bei denen man die Ausgangsstoffe unter den Reaktionsbedingungen bildet, oder bei denen die Reaktionskomponenten gegebenenfalls in Form ihrer Salze vorliegen.



   Die Verbindungen der Formel I weisen eine antibakterielle Wirkung auf,   z. B.    gegenüber penicillin-sensitiven und penicillin-resistenten Staphyloccocus aureus, Kelbsiella pneumoniae und Salmonella typhosa. Dies gilt vor allem für die Salze. Sie können daher zur Bekämpfung von Infektionen, die durch solche Mikroorganismen hervorgerufen werden, verwendet werden, ferner als Futtermittelzusätze, zur Konservierung von Nahrungsmitteln oder als Desinfektionsmittel. Man kann die Verbindungen der Formel I auch als Zwischenprodukte zur Herstellung weiterer Derivate der 7-Aminocephalosporansäure verwenden.



   Die neuen Verbindungen können als Heilmittel, z. B. in Form pharmazeutischer Präparate, Verwendung finden. Diese enthalten die Verbindungen in Mischung mit einem für die enterale, topicale oder parenterale Applikation geeigneten pharmazeutischen organischen oder anorganischen, festen oder flüssigen Trägermaterial. Für die Bildung desselben kommen solche Stoffe in Frage, die mit den neuen Verbindungen nicht reagieren, wie z.B. Wasser, Gelatine, Lactose, Stärke, Stearylalkohol, Magnesiumstearat, Talk, pflanzliche Öle, Benzylalkohole, Gummi, Propylenglykol, Polyalkylenglykole, Vaseline, Cholesterin oder andere bekannte Arzneimittelträger. Die pharmazeutischen Präparate können z. B. als Tabletten, Dragees, Salben, Cremen, Kapseln oder in flüssiger Form als Lösungen, Suspensionen oder Emulsionen vorliegen.

  Gegebenenfalls sind sie sterilisiert und/oder enthalten Hilfsstoffe, wie Konservierungs-, Stabilisierungs-, Netz- oder Emulgiermittel, Lösungsvermittler oder Salze zur Veränderung des osmotischen Druckes oder Puffer. Sie können auch andere therapeutisch wertvolle Substanzen enthalten. Die Präparate werden nach üblichen Methoden erhalten.



   Die Erfindung wird in dem folgenden Beispiel beschrieben.



  Die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.



   Beispiel
1,0 g aus Toluol   umkristallisiertes    Diphenylmethyl-3hydroxymethyl-7ss-   [N'-tert-butyloxycarbonyl-D.-(a)    -phenyl   glycylamino]    -ceph-3-em-4-oat (F. 121   "C) und    10,0 g   Benzoesäureanhydrid    werden in 20 ml absolutem Dimethylsulfoxid gelöst. Die farblose Lösung wird während 5 Stunden bei Raumtemperatur im Dunkeln stehen gelassen. Dann wird das hellbraune Reaktionsgemisch im Hochvakuum zur Trockne eingedampft. Der ölige Rückstand wird in 50 ml Methylenchlorid aufgenommen und mit zweimal je 70 ml 5-prozentiger sek. Kaliumphosphat-Lösung und 70 ml gesättigter Kochsalzlösung extrahiert. Der organische Extrakt wird mit wasserfreiem Magnesiumsulfat getrocknet und am Vakuum zur Trockne eingedampft. 

  Vom Rückstand wird, durch zweimaliges Digerieren mit je 200 ml Petroläther, das überschüssige Benzoesäureanhydrid abgetrennt. Den nun festen, gelben Rückstand gibt man auf eine Silicagel-Säule (50 g; Merck puriss. mit   10%    Wasser). Man eluiert zunächst mit Methylenchlorid-Toluol   (1:1);    es werden Fraktionen von je 50 ml aufgefangen. Die Fraktionen 2-3 enthalten unpolare Verunreinigungen, welche verworfen werden. Aus den Fraktionen 8-11 (Elution mit Methylenchlorid) werden 552 mg dünnschichtchromatographisch reines   Diphenylmethyl-3-formyl-7ss[N'-      tert.butyloxycarbonyl-D-(a)    -phenylglycylamino] -ceph-3-em4-oat isoliert. Aus Diacetyläther kristallisiert das Produkt in farblosen Nadeln, welche bei   179-181"unter    Zersetzung schmelzen.  



   Das Produkt zeigt im Dünnschichtchromatogramm auf Silicagel die folgenden Rf-Werte (Nachweis mit Joddampf oder UV254   nm:    im System Toluol-Aceton (4:1) Rf = 0,74 (Ausgangsmaterial: 0,26) im System Toluol-Aceton (2:1) Rf = 0,88 (Ausgangsmaterial: 0,44) im System Toluol-Essigester (1:1) Rf = 0,93 (Ausgangsmaterial: 0.30)
Das Ausgangsmaterial kann wie folgt hergestellt werden:
4,0 g 3-Acetoxymethyl-7ss- [N'-tert.-butyloxycarbonyl-D   (a)-phenylglycylamino]    -ceph-3-em-4-carbonsäure werden in 50 ml Wasser aufgeschlämmt. Nach Zugabe von 7,7 ml 1-n.



  Natronlauge erhält man eine klare Lösung, welche mit 0,1 g gereinigter Esterase aus Bact. subtilis Stamm ATCC 6633 (vgl.



  engl. Patent 1 080 904) versetzt wird. Man rührt bei 35   "C und    hält das pH der Reaktionslösung durch Zugabe von 0,5-n.



  Natronlauge auf 7,3. Nach Verbrauch von 14,4 ml 0,5-n.



  Natronlauge ist die Reaktion beendet (5 Stunden).



   Die Reaktionslösung wird auf pH 6,5 gestellt, mit Aktivkohle geklärt, dann mit ca. 120 ml Essigester überschichtet und unter Rühren mit 5-m. Phosphorsäure auf pH 2,2 angesäuert.



  Man sättigt die mit Eis gekühlte Lösung mit Kochsalz und trennt die Phasen. Die wässrige Schicht wird zweimal mit je 100 ml Essigester nachextrahiert und verworfen. Die organischen Extrakte werden viermal mit je 30 ml gesättigter Kochsalzlösung gewaschen und kurz über wasserfreiem Magnesiumsulfat getrocknet. Nach Filtration wird die Lösung der 3-Hydroxymethyl-7ss-   [N'-tert.-butyloxycarbonyl-D-      (z)-    phenylglycylamino] -ceph-3-em-4-carbonsäure mit Diphenyldiazomethan in Cyclohexan versetzt und während 45 Minuten bei Raumtemperatur stehen gelassen. Man engt die noch schwach rötlich gefärbte Lösung auf ca. 200 ml ein, versetzt mit Äther und lässt über Nacht im Kühlschrank stehen. Das dabei ausgefallene farblose Kristallisat wird abfiltriert und in der Kälte mit Äther gewaschen.

  Nach Trocknen im Vakuumexsikkator werden 2,975 g Kristalle von Diphenylmethyl-3hydroxymethyl-7ss-   [N'-tert.-butyloxycarbonyl-D-      (or)-    phenylglycylamino]-ceph-3-em-4-oat erhalten, welche sich bei
128   9C zersetzen.    Die eingedampfte Mutterlauge enthält weiteres Produkt, das durch Säulenchromatographie an Silicagel (MERCK puriss.) isoliert werden kann.



   In analoger Weise können die folgenden Verbindungen hergestellt werden:
Diphenylmethyl-3-formyl-7-phenylacetylamino-ceph-3em-4-oat. F. 123-125 (aus Cyclohexan).



   Im Dünnschichtchromatogramm auf Silicagel G ist der Rf Wert = 0,75 im Lösungsmittelsystem Essigester/Toluol (1:1).



  (Entwicklung mit Joddampf oder Nachweis mit   Um254).   



   Diphenylmethyl-3-formyl-7ss- [5'-phthal-imido-5'    diphenylmethoxycarbonyl-D-n-Valeroyl-amino]    -ceph-3-em   4-oat.'   
Das Produkt zeigt im Dünnschichtchromatogramm an Silicagel die folgenden Rf-Werte (Nachweis mit Jod dampf   oder UV254 nm):    im System Toluol-Aceton (4:1) Rf = 0,63 (Ausgangsmaterial: 0,20) im System Toluol-Aceton (2:1) Rf = 0,84 (Ausgangsmaterial: 0,38) im System Toluol-Essigester (1:1) Rf = 0,82 (Ausgangsmaterial: 0,17)   Diphenylmethyl-3-formyl-7ss-      (2 '-thienylacetylamino)    -ceph3-em-4-oat;
Das Produkt zeigt im Dünnschichtchromatogramm auf Silicagel G Platten im System Toluol-Essigester (1:1) Rf = 0,72, (Nachweis mit Joddampf oder UV254 nm).

 

     bis-(4-Methoxyphenyl)-methyl-3-formyl-7ss-phenylacetyl-    amino-ceph-3-em-4-oat.



   Das Produkt im Dünnschichtchromatogramm an Silicagel im System Eisessig-Toluol (1:1) Rf = 0,73. 

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH
    Verfahren zur Herstellung von 7-Aminocephalosporansäurederivaten der Formel I EMI4.1 worin X ein Wasserstoffatom oder einen Acylrest und OR1 eine abspaltbare substituierte Methoxygruppe bedeutet, dadurch gekennzeichnet, dass man Verbindungen der Formel II EMI4.2 worin X und ORI die angegebenen Bedeutungen haben, mit aliphatischen Sulfoxiden in Gegenwart von Anhydriden aromatischer Carbonsäuren oxidiert.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man von Verbindungen der Formel II ausgeht, worin OR, eine durch mindestens einen gegebenenfalls substituierten mono- oder dicyclischen Aryl- oder Aroylrest substituierte Methoxygruppe ist.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man von Verbindungen der Formel II ausgeht, worin OR1 eine gegebenenfalls substituierte Benzhydryloxygruppe ist.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man von Verbindungen der Formel II ausgeht, worin OR1 die Benzhydryloxygruppe ist.
    4. Verfahren nach Patentanspruch oder einem der Unteransprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass man die Oxidation mit einem Diniederalkylsulfoxid durchführt.
    5. Verfahren nach Patentanspruch oder einem der Unteransprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass man die Oxidation mit Dimethylsulfoxid durchführt.
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