CH558819A - Verfahren zur herstellung gefaerbter fasern, baender oder folien. - Google Patents

Verfahren zur herstellung gefaerbter fasern, baender oder folien.

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CH558819A CH15670A CH15670A CH558819A CH 558819 A CH558819 A CH 558819A CH 15670 A CH15670 A CH 15670A CH 15670 A CH15670 A CH 15670A CH 558819 A CH558819 A CH 558819A
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Description


  
 



   Im schweizerischen Hauptpatent Nr. 536 341 ist beschrieben, dass man synthetische Fasern in der Masse, vor dem Verspinnen, färben kann, indem man sie in einem Gemisch zweier Lösungsmittel, die ein Zweiphasensystem bilden und wobei das eine vorzugsweise aus Wasser besteht, in Form von Schnitzeln mit in Wasser schwerlöslichen Farbstoffen färbt und anschliessend die Schnitzel nach Spülen und Trocknen zu Fasern verspinnt.



   Es wurde nun weiter gefunden, dass es sehr vorteilhaft ist, wenn man den Farbstoff zuerst im organischen Lösungsmittel, beispielsweise durch Erwärmen unter Rückfluss, durch Mahlen oder durch Beschallung oder andere Mittel in kolloidale bis echte Lösung resp. in feinste Verteilung bringt, wobei dieser Vorgang wesentlich erleichtert wird, wenn der Farbstoff vorgängig durch Umlösen oder Umküpen in eine amorphe, besonders reaktionsfähige Form gebracht wurde. Die Vorteile dieses Vorgehens liegen nicht nur auf der Seite der Applikation, sondern auch der Fabrikation der Farbstoffe.



   Demgemäss betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung gefärbter Fasern, Bänder oder Folien, dadurch gekennzeichnet, dass man in Wasser schwerlösliche bis vollständig unlösliche Farbstoffe vder deren Übergangsformen in polaren organischen Lösungsmitteln, die in Wasser höchstens beschränkt löslich sind, durch Auflösen und/oder durch Mahlen oder Dispergieren in feinste Verteilung bringt, sie einem wässrigen Färbebad zusetzt, so dass sich ein Zweiphasensystem bildet, hochpolymere Materialien in Form von Flocken, Schnitzeln oder Chips in dieses Färbebad einträgt, sie nach Aufziehen des Farbstoffs vom Färbebad abtrennt und nach Spülen und Trocknen durch Verspinnen aus der Schmelze oder aus einem Lösungsmittel zu Fasern, Bändern oder Folien verformt.



   Es ist beispielsweise bei Dispersionsfarbstoffen nicht mehr nötig, unter Zusatz von Dispergatoren, Mahlen und Zerstäubungstrocknen, eine gut verteilbare Form herzustellen. Man kann den Farbstoff in rohem Zustande im organischen Lösungsmittel durch Erwärmen lösen. Auf solche Art hergestellte Präparationen, die in der Regel etwa 10% Farbstoff enthalten, können zum Färben direkt dem Färbebad zugesetzt werden.



   Ein unerwarteter und noch bedeutenderer Vorteil ist aber darin zu erblicken, dass damit auch in Wasser vollständig unlösliche Farbstoffe, wie die Pigmentfarbstoffe, auf diese Art mit gutem Erfolg einsetzbar werden, während sie sich direkt dem Färbebad zugesetzt wenig gut eignen. Es ist dabei nicht notwendig, dass sich die Farbstoffe in echter Lösung im organischen Lösungsmittel befinden. Es genügt, wenn sie sehr fein dispergiert oder kolloidal gelöst vorliegen. Bei harten Kristallen ist ein Umfällen besonders angezeigt, denn anschliessend kann der Farbstoff aus dem wässrigen Medium direkt ins Lösungsmittel übergeführt werden, indem man ihn ausschüttelt.



   An gut geeigneten Pigmenten sind ausser denen der indigoiden, thioindigoiden und anthrachinoiden Reihe die Phthalocyanine, die Dioxazine, die Perinone, die Perylenderivate, die Azofarbstoffe des Kupplungs- und des Kondensationstyps sowie die Metallkomplexe von Azo- und Beizenfarbstoffen zu nennen.



   Bei reversibel reduzierbaren Farbstoffen wie den Küpenfarbstoffen, die sowohl in   Pigmentform    als auch in reduzierter Leukoform, der Küpensäure, eingesetzt werden können, entscheidet in erster Linie das Zieh- und Aufbauvermögen dar über, welche Form einzusetzen ist. Eine Regel lässt sich nicht aufstellen. So zieht Trichlorisodibenzanthron als freie Leukoform viel besser, während der Perinonfarbstoff (C.I. Vat Orange 7) nur als Pigment, nicht aber als Leukoform zieht.



  Indigo dagegen baut in beiden Formen gleich gut auf. Bei Küpenfarbstoffen, die in Pigmentform eingesetzt werden sollen, ist es besonders wichtig, durch Umlösen eine feine amorphe Form zu erzeugen.



   Als Lösungsmittel werden vor allem Alkohole verwendet, die mit Wasser nicht mischbar sind und einen höheren Siede punkt als Wasser besitzen. Insbesondere kommt der auch zum
Färben sehr günstige Benzylalkohol oder   Phenäthylalkohol    in
Betracht. Den Präparaten können noch zusätzliche Mittel bei gegeben werden, wie Lösungsvennittler oder Dispergatoren.



  Werden Lösungsmittel oder Gemische davon verwendet, die bei Raumtemperatur fest sind, so ist darauf zu achten, dass sie keinen zu hohen Schmelzpunkt haben und die Bildung einer flüssigen Phase unter Färbebedingungen gestatten. Dies ist insbesondere bei Verwendung von Amiden, wie Benzamid,
Benzolsulfonamid und Toluolsulfonamid, als Lösungsmittel der Fall.



   Beim Einsatz kleiner Mengen an Färbepräparaten zum Färben ist ein Zusatz weiterer Lösungsmittel notwendig, um die Bildung der zweiten Phase sicherzustellen, aus der der Farbstoff auf das Substrat aufzieht.



   Erstaunlicherweise werden auch beim Einsatz von Pigmenten sehr brillante Nuancen erhalten. Sie variieren zum Teil beträchtlich von denen der Pigmente, wie sie durch Einstäuben der Schnitzel erzielt werden können. Da keine Teilchen in den Fasern sichtbar sind, dürften die Farbstoffe in einer Verteilung vorliegen, die der Lösung sehr nahekommt.



   Auch wenn die organische Phase beim Färben deutlich abgesetzt in Tropfenform oder gar als kompakte Bodenschicht vorliegt, resultiert nur anfänglich eine unegale Verteilung des Farbstoffes, die sich durch gutes Rühren schon nach kurzer Zeit voll ausegalisieren lässt. Es ist deshalb in der Regel nicht notwendig, spezielle Zusätze, wie Dispergatoren, zu verwenden, um eine stabile und feine Emulsion der zweiten Phase zu gewährleisten.



   Das Verfahren liefert besonders gute Resultate auf den Polyamiden 6 und 6,6, ferner auf Polyester und auf Polypropylen. Alle diese Materialien werden nach scharfem Trocknen durch Schmelzspinnen zu Fasern, Bändern oder Folien verformt.



   In den nachfolgenden Beispielen bedeuten die Teile, sofern nichts anderes angegeben ist, Gewichtsteile, die Prozente sind Gewichtsprozente und die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.



   Beispiel 1
1 Teil Kupferphthalocyanin-Rohpigment wird in 10 Teilen konzentrierter Schwefelsäure gelöst und in Eiswasser ausgetragen. Dann gibt man 10 Teile Benzylalkohol zu und trennt die wässrige Phase ab. Das erhaltene Präparat wird in ein Fär bebad von 100 Teilen warmem Wasser gegeben. Unter gutem Rühren trägt man 100 Teile Polyesterschnitzel ein, steigert die Temperatur auf   90     und hält eine Stunde bei dieser Temperatur. Dann lässt man das völlig ausgezogene Bad ablaufen, spült mit warmem und kaltem Wasser und trocknet im Va kuumtrockenschrank. Anschliessend werden die Schnitzel nach dem Schmelzspinnverfahren zu Fasern versponnen. Man er hält ein kräftiges, sehr echtes und brillantes Blau. Ersetzt man die Schnitzel durch solche aus Polyamid 6 oder 6,6 oder aus Polypropylen statt Polyester, so erhält man ähnlich gute Ergebnisse.

 

   Beispiel 2
1 Teil Indigo wird in 10 Teilen Benzylalkohol in einer Sandmühle gemahlen. Man verfährt mit diesem Präparat wie im Beispiel 1 beschrieben. Es resultiert ein echtes Marineblau.



   Beispiel 3
1 Teil   4,4' -Diamino-1, 1' -dianthrachinonyl-Rohpigment    wird wie in Beispiel 1 beschrieben aufgearbeitet und eingesetzt. Es resultieren echte Rottöne.  



   Beispiel 4
1 Teil   1 ,4-Di-(2,4-dichlorbenzoyl) -aminoanthrachinon    wird in 10 Teilen Schwefelsäure gelöst, in Wasser und Eis ausgetragen und mit 10 Teilen Benzylalkohol versetzt. Das Volumen wird mit Wasser auf 150 Teile eingestellt und 100 Teile Polyamid-6 Schnitzel eingetragen. Man schüttelt dreissig Minuten bei Raumtemperatur, lässt das Bad ablaufen, spült heiss und kalt und trocknet im Vakuumtrockenkasten. Nach dem Verspinnen erhält man in echten goldgelben und brillanten Tönen gefärbte Fasern. Ähnlich gute Resultate werden auch auf Polyester und Polypropylen erzielt.



   Beispiel 5
1 Teil Trichlor-isodibenzanthron wird in wässriger Lauge verküpt, 10 Teile Benzylalkohol zugegeben, angesäuert und die in den Benzylalkohol übergeführte Küpensäure abge trennt. Man bewahrt das Präparat unter Abschluss der Luft auf. Es wird zu 100 Teilen heissem Wasser und 100 Teilen
Polyesterschnitzel unter Rühren zugegeben. Nach erfolgtem
Aufziehen wird das Bad abgelassen und wie in Beispiel 1 be schrieben fertiggestellt. Es resultiert ein brillantes Rotviolett.



   Beispiel 6
1 Teil Dibenzoylamino-dichloro-9, 10-triphenoxydioxazin wird wie in Beispiel 2 beschrieben behandelt. Es resultieren kräftige echte violette Färbungen.



   Beispiel 7
2 Teile l-Oxy-4-anilino-anthrachinon werden in 10 Teilen Benzylalkohol und 10 Teilen Äthylenglykol unter Erwärmen aufgelöst. Das Präparat wird in 100 Teile Wasser eingetragen.



   Nach Zugabe von 100 Teilen Polyesterschnitzeln erwärmt man unter Rühren auf   90",    hält eine halbe Stunde bei dieser Temperatur, lässt das völlig ausgezogene Bad ablaufen, spült mit heissem und kaltem Wasser und trocknet. Nach dem Verspinnen erhält man in kräftigen, dunkelblauen Tönen gefärbte Fasern.



   PATENTANSPRUCH 1
Verfahren zur Herstellung gefärbter Fasern, Bänder oder Folien, dadurch gekennzeichnet, dass man in Wasser schwerlösliche bis vollständig unlösliche Farbstoffe oder deren Übergangsformen in polaren organischen Lösungsmitteln, die in Wasser höchstens beschränkt löslich sind, durch Auflösen und/ oder durch Mahlen oder Dispergieren in feinste Verteilung bringt, sie einem wässrigen Färbebad zusetzt, so dass sich ein Zweiphasensystem bildet, hochpolymere Materialien in Form von Flocken, Schnitzeln oder Chips in dieses Färbebad einträgt, sie nach Aufziehen des Farbstoffes vom Färbebad abtrennt und nach Spülen und Trocknen durch Verspinnen aus der Schmelze oder aus einem Lösungsmittel zu Fasern, Bändern oder Folien verformt.

 

   UNTERANSPRÜCHE
1. Verfahren gemäss Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man vor der Zugabe des den Farbstoff enthaltenden organischen Lösungsmittels zum wässrigen Färbebad weitere Lösungsmittel zusetzt.



   2. Verfahren gemäss Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man als organische Lösungsmittel Alkohole verwendet, die mit Wasser nicht mischbar sind und einen höheren Siedepunkt als Wasser besitzen.



   3. Verfahren gemäss Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man Benzylalkohol oder Phenäthylalkohol verwendet.



   PATENTANSPRUCH II
Die gemäss dem Verfahren des Patentanspruches I hergestellten gefärbten Fasern, Bänder oder Folien.

**WARNUNG** Ende DESC Feld konnte Anfang CLMS uberlappen**.



   

Claims (1)

  1. **WARNUNG** Anfang CLMS Feld konnte Ende DESC uberlappen **.
    Beispiel 4 1 Teil 1 ,4-Di-(2,4-dichlorbenzoyl) -aminoanthrachinon wird in 10 Teilen Schwefelsäure gelöst, in Wasser und Eis ausgetragen und mit 10 Teilen Benzylalkohol versetzt. Das Volumen wird mit Wasser auf 150 Teile eingestellt und 100 Teile Polyamid-6 Schnitzel eingetragen. Man schüttelt dreissig Minuten bei Raumtemperatur, lässt das Bad ablaufen, spült heiss und kalt und trocknet im Vakuumtrockenkasten. Nach dem Verspinnen erhält man in echten goldgelben und brillanten Tönen gefärbte Fasern. Ähnlich gute Resultate werden auch auf Polyester und Polypropylen erzielt.
    Beispiel 5 1 Teil Trichlor-isodibenzanthron wird in wässriger Lauge verküpt, 10 Teile Benzylalkohol zugegeben, angesäuert und die in den Benzylalkohol übergeführte Küpensäure abge trennt. Man bewahrt das Präparat unter Abschluss der Luft auf. Es wird zu 100 Teilen heissem Wasser und 100 Teilen Polyesterschnitzel unter Rühren zugegeben. Nach erfolgtem Aufziehen wird das Bad abgelassen und wie in Beispiel 1 be schrieben fertiggestellt. Es resultiert ein brillantes Rotviolett.
    Beispiel 6 1 Teil Dibenzoylamino-dichloro-9, 10-triphenoxydioxazin wird wie in Beispiel 2 beschrieben behandelt. Es resultieren kräftige echte violette Färbungen.
    Beispiel 7 2 Teile l-Oxy-4-anilino-anthrachinon werden in 10 Teilen Benzylalkohol und 10 Teilen Äthylenglykol unter Erwärmen aufgelöst. Das Präparat wird in 100 Teile Wasser eingetragen.
    Nach Zugabe von 100 Teilen Polyesterschnitzeln erwärmt man unter Rühren auf 90", hält eine halbe Stunde bei dieser Temperatur, lässt das völlig ausgezogene Bad ablaufen, spült mit heissem und kaltem Wasser und trocknet. Nach dem Verspinnen erhält man in kräftigen, dunkelblauen Tönen gefärbte Fasern.
    PATENTANSPRUCH 1 Verfahren zur Herstellung gefärbter Fasern, Bänder oder Folien, dadurch gekennzeichnet, dass man in Wasser schwerlösliche bis vollständig unlösliche Farbstoffe oder deren Übergangsformen in polaren organischen Lösungsmitteln, die in Wasser höchstens beschränkt löslich sind, durch Auflösen und/ oder durch Mahlen oder Dispergieren in feinste Verteilung bringt, sie einem wässrigen Färbebad zusetzt, so dass sich ein Zweiphasensystem bildet, hochpolymere Materialien in Form von Flocken, Schnitzeln oder Chips in dieses Färbebad einträgt, sie nach Aufziehen des Farbstoffes vom Färbebad abtrennt und nach Spülen und Trocknen durch Verspinnen aus der Schmelze oder aus einem Lösungsmittel zu Fasern, Bändern oder Folien verformt.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man vor der Zugabe des den Farbstoff enthaltenden organischen Lösungsmittels zum wässrigen Färbebad weitere Lösungsmittel zusetzt.
    2. Verfahren gemäss Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man als organische Lösungsmittel Alkohole verwendet, die mit Wasser nicht mischbar sind und einen höheren Siedepunkt als Wasser besitzen.
    3. Verfahren gemäss Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man Benzylalkohol oder Phenäthylalkohol verwendet.
    PATENTANSPRUCH II Die gemäss dem Verfahren des Patentanspruches I hergestellten gefärbten Fasern, Bänder oder Folien.
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