Die vorliegende Erfindung betrifft eine Fernmeldevermittlungsanlage mit einer Zweipegel-Signalisieranordnung.
In einer durch einen Rechner gesteuerten Fernmeldevermittlungsanlage (siehe z. B. Schweizer Patent Nr. 496 383) werden Wählimpulse, die durch das Öffnen der Teilnehmerlei tungs-Schleife entstehen, durch rechnergesteuerte Abtastmittel am Ausgang der Teilnehmerleitung entdeckt; die Abtastmittel tasten den Ausgang alle 14 Millisekunden ab. Der Rechner speichert die abgetasteten Zustände des Leitungsausganges als binäre Bits, d. h. 1 bzw. 0 für eine geschlossene bzw. offene Leitungsschleife, wobei ein Wählimpuls oder eine offene Schleife im Speicher registriert werden, wenn ein Ubergang von 1 auf 0 beim Vergleich des Resultats von zwei nacheinanderfolgenden Abtastvorgängen am Leitungsausgang entdeckt wird.
Ein Nachteil dieser bekannten Anlage ist es, dass ein Störimpuls oder eine Leitungs- oder Schlaufenöffnung, welche nicht zwischen zwei nacheinanderfolgenden Abtastungen der Leitung, d. h. während einer Abtastperiode, stattfindet, fälschlicherweise als Wählimpuls registriert wird.
Der erwähnte Nachteil kann so behoben werden, dass eine Öffnung der Schlaufe nur dann registriert wird, wenn drei nacheinanderfolgende Abtastungen das Resultat 1-0-0 ergeben. Dies bedeutet allerdings, dass - falls alle Wählimpulse registriert werden sollten - ihre Dauer ungefähr das Doppelte der Abtastperiode ausmachen sollte, oder aber sollte die Abtastperiode der halben Dauer des kürzesten Impulses entsprechen. Da diese kürzeste Impulsdauer ungefähr 16 Millisekunden betragen kann, sollte die Abtastperiode 8 Millisekunden lang sein. Eine derart relativ hohe Abtastfrequenz kann aber für den Rechner eine zu grosse Belastung darstellen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Fernmeldevermittlungsanlage mit einer Zweipegel-Signalisieranordnung zu schaffen, welche so ausgelegt ist, dass unerwünschte Zweipegel-Eingangsimpulse den Ausgang der Anlage nicht erreichen und folglich nicht abgetastet werden.
Eine derartige Anlage ist dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Filter zur Eliminierung von Zweipegel-Eingangsimpulsen von einer einen bestimmten Wert unterschreitenden Dauer enthält, wobei das Filter erste und zweite Verzögerungsmittel enthält, die auf positive bzw. negative Pegeländerungen ansprechen und deren Ausgangssignale das Triggern einer bistabilen Vorrichtung in den einen oder den andern stabilen Zustand veranlassen, und dass diese Verzögerungsmittel nur dann ein Ausgangssignal erzeugen, wenn der neue Pegel eine bestimmte minimale erste oder zweite Dauer aufweist.
Wenn in einer Fernmeldevermittlungsanlage die erwähnte Signalisieranordnung verwendet wird, ist es möglich, die Wählimpulse richtig zu registrieren, ohne dass hohe Abtastfrequenzen zum Abtasten des Ausganges der bistabilen Einrichtung verwendet werden müssen.
Wenn wegen eines Fehlers z. B. Netz-Eingangssignale an den Eingang der Signalisieranlage gelangen und wenn die Frequenz dieser Signale innerhalb des durch das Filter eliminierten Bereiches liegt, dann werden sie nicht am Ausgang der Anlage erscheinen, so dass sich der Fehler nicht bemerkbar macht.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung soll nun anhand der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 bestimmte Teile der erfindungsgemässen Fernmeldevermittlungsanlage,
Fig. 2 den Empfänger-Stromkreis RC aus Fig. 1 in ausführlicherer Darstellung, und
Fig. 3 Lade- und Entladekurven von im Empfänger-Stromkreis RC vorhandenen Kondensatoren.
Eingangs folgende Bemerkung: In der nachfolgenden Figurenbeschreibung wird der Ausdruck Anlage dort verwendet, wo neben der Signalisieranordnung auch weitere, für den Betrieb der Anordnung nötige Elemente der Fernmeldevermittlungsanlage herangezogen werden.
Die in Fig. 1 schematisch angedeuteten Ausrüstungen bilden einen Teil einer rechnergesteuerten Fernmeldevermittlungsanlage: Eine Anzahl von Teilnehmerstationen SS, welche an einen Eingang Im eines Haupt-Koppelnetzwerkes MSN über eine Telephonleitung a, b angeschlossen sind.
Jede Teilnehmerstation SS enthält einen nicht gezeigten Teilnehmer-Apparat mit einer nicht gezeigten Wählscheibe und einem Gabelkontakt hc, welcher zwischen die Telephonleitungen a, b geschaltet ist. Dieser Gabelkontakt ist geschlossen, wenn der Teilnehmer seinen Hörer abnimmt. Das Netzwerk MSN setzt sich aus einer Anzahl von untereinander verbundenen, nicht gezeigten, Koppelstufen zusammen und weist eine Anzahl von Ausgängen Om auf, welche je mit dem Eingang einer abgehenden Verbindungsschaltung OJC gekoppelt sind. Jede der Schaltungen OJC ist mit einem Eingang Is eines Signalisier-Koppelnetzwerkes SSN verbunden, welches durch eine Anzahl untereinander verbundener, nicht gezeigter, Koppelstufen gebildet wird und welches eine Anzahl von Ausgängen Os aufweist, welche die mit dem Eingang Ir eines Empfänger-Stromkreises RC gekoppelt sind.
Schliesslich enthält die Anlage einen Rechner CO, welcher dem Aufbau und Abbau eines Pfades zwischen der Teilnehmerstation SS und dem Empfänger-Stromkreis RC steuert und aus diesem Grunde das Netzwerk MSN, die Schaltung OJC, das Netzwerk SSN und den Stromkreis RC kontrolliert, wie aus dem mit Pfeilen versehenen Linien ersichtlich ist. Insbesondere steuert der Rechner CO das Abtasten der Ausgänge Or der Empfänger-Stromkreise RC, und zwar mit Hilfe eines seiner Abtast-Stromkreise SC (Fig. 2), die Wählimpulse zu empfangen und diese in einem Zähler CR zu speichern.
Fig. 2 zeigt in ausführlicher Form die Ausbildung des Empfänger-Stromkreises RC aus Fig. 1. Der Empfänger Stromkreis enthält einen Eingang Ir, der sich aus zwei Eingangsklemmen Ira und Irb zusammensetzt; diese Klemmen sind einerseits mit den Leitungen a und b, andererseits mit dem positiven bzw. negativen Pol einer 48-Volt-Gleichstromquelle E verbunden, wobei der positive Pol geerdet ist.
Die Eingangsklemme Ira ist mit dem geerdeten positiven Pol der Gleichstromquelle E über eine Serieverbindung eines Arbeitskontaktes el, einer Wicklung wl, eines Transformators und eines Widerstandes rl verbunden; die zweite Eingangsklemme Irb ist mit dem negativen Pol der Gleichstromquelle oder Batterie E verbunden, und zwar über eine Serienverbindung eines Arbeitskontaktes e2, einer Wicklung w2 des oben erwähnten Transformators und eines Widerstandes R2.
Der Transformator wl, w2 legt den Wählton an die Leitung an. Die Kontakte el und e2 gehören zu einem Relais Er, welches durch den Rechner CO gesteuert wird. Die Eingangsklemme Irb ist gleichzeitig mit der Basis eines NBN-Transistors T1 über eine Serieverbindung von Widerständen R3, R4 und R5 verbunden. Der Verbindungspunkt der Widerstände R3 und R4 ist über eine Diode dl mit der Batterie verbunden; der Verbindungspunkt der Widerstände R4 und R5 ist mit einem Anzapfpunkt Pl eines aus Widerständen R6 und R7 gebildeten Potentiometers verbunden, und zwar über Diode d2 und den Widerstand R21. Dieses Potentiometer ist parallel zur Gleichstromquelle E geschaltet. Gleichfalls parallel zur Gleichstromquelle E ist ein weiteres, aus Widerständen R8, R9, R10 und Ri 1 bestehendes Potentiometer geschaltet.
Der Verbindungspunkt des Widerstandes R5 und der Basis des Transistors Tl ist über einen Kondensator C3 mit der Batterie verbunden. Der Emitter dieses Transistors Tl ist mit dem Verbindungspunkt von Widerständen R20 und R12 verbunden, welche Widerstände ein weiteres Potentiometer bilden, das zwischen Erde und Batterie geschaltet ist. Der Kollektor des Transistors Tl ist einerseits über die Widerstände R13 und R14 mit der Erde und andererseits über den Widerstand R15 und den Kondensator Cl mit der Batterie verbunden, wobei Diode d7 parallel zum Widerstand R15 geschaltet ist.
Der Verbindungspunkt des Widerstandes R15 mit dem Kondensator Cl ist über Diode d3 mit dem Anzapfpunkt P2 des Potentiometers R8-Rl 1 verbunden und dadurch an das Potential dieses Punktes angeschlossen. Der Verbindungspunkt von R15 und Cl ist gleichfalls über Diode d4, Kondensator C2 und Widerstand R16 an den Anzapfpunkt P1 angeschlossen. Der Verbindungspunkt der Diode d4 mit dem Kondensator C2 ist an den Anzapfpunkt P4 über Diode d5 angeschlossen und dadurch mit dem Potential dieses Punktes verbunden. Der Verbindungspunkt zwischen d4 und C2 ist gleichfalls über Widerstand R17 an den Verbindungspunkt zwischen R13 und R14 angeschlossen und auch an die Kathode der Diode d6, deren Anode mit der Basis eines NPN-Transistors T2 verbunden ist; diese
Basis ist über Widerstand R18 geerdet.
Der Emitter des Transistors T2 ist mit dem Anzapfpunkt P3 verbunden und sein Kollektor ist über Widerstand R19 geerdet. Dieser Kollektor, welcher den Ausgang Or des Empfänger-Stromkreises RC bildet, ist mit dem Abtast-Stromkreis SC des Rechners CO verbunden, welcher diesen Ausgang abtastet. Der Abtast Stromkreis ist mit dem Zähler CR verbunden.
Nun soll die Wirkungsweise der Signalisier-Anordnung beschrieben werden. Einfachheitshalber wird der Spannungsabfall über die leitenden Dioden vernachlässigt.
Vom Augenblick der Inbetriebnahme des Empfänger Stromkreises RC (dieser ist parallel zu den Polen deatte- rie E geschaltet) fliessen Ströme in folgenden Kreisen:
1. Erde, R8, R9, R10, Rll, Batterie; wenn die Werte der einzelnen Elemente eingesetzt werden, ergeben sich für die Anzapfpunkte P2, P3 und P4 folgende Potentiale: -27,7 Volt, -31,4 Volt bzw. -31,7 Volt.
2. Erde, R6, R7, Batterie;
3. Erde, R14, R13, R15, C1, Batterie; ursprünglich sind beide Elektroden des Kondensators C1 praktisch auf der Batteriespannung; nachher lädt sich jene Elektrode, welche mit dem Verbindungspunkt der Elemente R15, D3, D4 verbunden ist, auf das Erdpotential auf, wie die Kurve CO in Fig. 3 zeigt. Die Dioden D3 und D4 sind ursprünglich blockiert, da deren Anoden auf einem Potential von -48 Volt sind, während deren Kathoden eine Spannung von ungefähr -27,7 bzw. -31,7 Volt aufweisen. In dem Augenblick sind beide Dioden d5 und d6 leitend. Während des Aufladens des Kondensators C1 erhöht sich das Spannungspotential des Verbindungspunktes von R13 und R14 auf -14,3 Volt.
4. Erde, R8, R9, R10, d5, C2-R16, R7, Batterie; der in diesem Stromkreis vorhandene Kondensator C2 lädt sich zwischen den Spannungspotentialen der Anzapfpunkte P1 und P4 auf, da die Diode d5 das Spannungspotential des oberen Verbindungspunktes von C2 und R16 mit jenem von P4 verbindet, d. h. sie verhindert, dass die Spannung dieses Verbindungspunktes unter -31,7 Volt absinkt.
5. Erde, R20, R12, Batterie; das Emitterpotential des Transistors Tl ist ungefähr -46,7 Volt.
6. Erde, Ri4, R17, parallel mit R18, d6; C2-R16; R7; Batterie.
In diesem zusätzlichen Ladestromkreis lädt sich der Kondensator C2 viel langsamer auf als im Stromkreis Punkt 4, und zwar wegen der in diesem letztern Stromkreis vorhandenen Widerstände, die viel grösser sind als jene im Stromkreis 4. Die im Stromkreis gemäss Punkt 6 fliessenden Ströme sind klein, da die Werte der Widerstände R17 und R18 relativ hoch sind und da der Potentialwert des Verbindungspunktes von C2 und R16 an eine Spannung von ungefähr -31,7 Volt angeschlossen ist. Das Spannungspotential am Verbindungspunkt von R13 und R14 erhöht sich von ungefähr -14,3 Volt auf -9,1 Volt, da sich die Ladung des Kondensators Cl ungefähr -48 Volt auf -27,7 Volt ändert, wie es aus den weitern Ausführungen hervorgeht.
Transistor Tl ist nicht leitend, da seine Basis am Batteriepotential und sein Emitter an einer Spannung von -46,7 Volt liegen. Auch Transistor T2 ist nicht leitend, da sein Emitter an einem höheren Potential als seine Basis liegt, was darauf zurückzuführen ist, dass ein Strom durch R18 und d6 fliesst.
Die Potentialdifferenz ist gleich dem Spannungsabfall über dem Widerstand R10, d. h. ist gleich ungefähr 0,3 Volt.
Wenn die Ladung des Kondensators Cl einen derartigen Wert erreicht, dass die Diode d4 leitend wird, d. h. über den Wert von -31,7 Volt ansteigt (Punkt A in Fig. 3), wird die Serienverbindung d3, R9, R10 und d5 durch diese leitende Diode d4 praktisch kurzgeschlossen und die Diode d5 ist blockiert. Der Kondensator C2 lädt sich dann hauptsächlich auf das Erdpotential in folgendem Stromkreis auf: Erde, R14, R13, R15, d4, C2-R16, R7, Batterie. Die Kondensatoren Cl und C2 laden sich dann weiter zusammen auf Grundpotential auf mit praktisch derselben Zeitkonstante (Teil AC in Fig. 3). Einfachheitshalber sind diese Zeitkonstanten in Fig. 3 gleich.
Wenn die Kondensatoren Cl und C2 über -31,4 Volt geladen sind (Punkt B in Fig. 3), so dass das Basispotential des Transistors T2 höher ist als sein Emitterpotential, dann wird dieser Transistor leitend und die Diode d6 blockiert. Folglich erscheint ein negativer Spannungsschritt am Ausgang Or dieses Transistors.
Wenn der Transistor T2 leitend wird, bleibt das Spannungspotential der Anzapfpunkte P2 und P4 praktisch unver ändert, da der Widerstand Rl9 relativ hoch ist.
Die Kondensatoren Cl und C2 werden weiter aufgeladen, bis der Wert des Spannungspotentials des Verbindungspunktes von Cl, R15, d3 und d4 jenen des Anzapfpunktes P2 erreicht, d. h. -27,7 Volt (Punkt C in Fig. 3). Durch die Diode d3, welche dann leitend wird, ist die Ladung der Kondensatoren Cl und C2 mit diesem Potential verbunden, d. h., es wird verhindert, dass die Ladung über dieses Potential ansteigt.
Die Zeitkonstanten der Ladestromkreise der Kondensatoren Cl und C2 wurden so gewählt, dass der Transistor T2 10 Millisekunden (Punkt B in Fig. 3) nach dem Ladeanfang (Punkt O in Fig. 3) des Kondensators Cl leitend wird und dass die Aufladung der Kondensatoren Cl und C2 16 Millisekunden (Punkt C in Fig. 3) nach dem Ladeanfang des Kondensators Cl gestoppt wird.
Aus dem bisher Gesagten folgt, dass im Ruhezustand des Empfänger-Stromkreises, d. h. 16 Millisekunden nachdem er betätigt wurde, der Transistor T1 leitend und der Transistor T2 nicht leitend ist und die oberen Elektroden der Kondensatoren Cl und C2 auf ungeführ -27,7 Volt geladen sind.
Die Dioden d3 und d4 sind leitend, während die Dioden d5 und d6 blockiert sind.
Wenn ein Teilnehmer den Hörer seiner Teilnehmerstation SS abnimmt, schliesst der Kabelkontakt hc und folglich auch die die Leiter a, b enthaltende Telephonschleife, wodurch ein Pfad von dieser Teilnehmerstation zum Empfänger Stromkreis RC hergestellt wird über das Haupt-Koppelnetzwerk MSN, über die abgehende Verbindungs-Schaltung OJC und das Signalisier-Koppelnetzwerk SSN. Im Empfänger Stromkreis RC werden die Arbeitskontakte el und e2 des Re lais Er durch einen nicht gezeigten, vom Rechner CO gesteuerten Peripherie-Stromkreis geschlossen. Diese Operationen werden hier nicht weiter beschrieben, da sie allgemein bekannt und für die vorliegende Erfindung von keiner Wichtigkeit sind.
Durch das Schliessen der Arbeitskontakte el und e2 wird das Basispotential des Transistors T1 auf einen solchen Wert erhöht, dass der Transistor ieitend gemacht wird; dies gilt insofern als der Widerstand der Telephonleitung und des Verbindungspfades zwischen der Teilnehmerstation SS und dem Empfänger-Stromkreis RC kleiner ist als 2 k#
Da der Transistor T1 leitend ist, entlädt sich der Konden sator Ci sehr schnell auf die Batteriespannung im folgenden Stromkreis (siehe Kurve CC1 in Fig. 3):
7. Batterie, Cl, d7, Tl, R12, Batterie.
Die Werte von Cl und R12 sind klein. Die Dioden d3 und d4 werden sofort blockiert.
Als Folge entlädt sicn der Kondensator C2, (Kurve CC2 in Fig. 3) hauptsächlich über dem Widerstand Rl6 und auch langsam über dem Widerstand R17, da der Wert von R17 viel grösser ist als jener von R16 und auch deshalb weil er mit dem Verbindungspunkt de: Widerstände R14 und R13 verbunden ist. welcher praktisch auf -32,1 Volt ist.
Der Ver bindungspunkt der Widerstände R13 und R15 ist praktisch so fort auf ungefähr -48 Volt, da der Kondensator Cl sich sehr schneli entlädt. nach der Entladung des Kondensators C2 unter -3 i,4 Volt (Punkt E in Fig. 3) wird der Transistor T2 blockiert und die Diode d6 wird leitend. Folglich erscheint ein positiver Spannungsschritt am Ausgang Or des Transistors T2. Um ein Zeitintervall später erreicht die Ladung des Kondensators C2 einen derartigen Wert (Punkt F in Fig.
3), dass die Diode d5 leitend wird wodurch das Spannungspotential des Verbindungspunktes von C2 und R16 -31,7 Volt erreicht. Die Zeitkonstante der Entladungs-Stromkreise der Kondensatoren Cl und C2 wurden so gewählt, dass Transistor T2 10 Millisekunden nach dem Entladungsanfang der Kondensatoren Ci und C2 blockiert ist und dass der Kondensator C2 auf -27.7 Volt 16 Milhsekunden nach diesem Starr entladen wird
Bei geschlossener Telephonschleife a, hc, b können die Vorgänge folgendermassen zusammengefasst werden:
: - Transistor 11 wird sofort ieitend; - Transistor T2 wird 10 Millisekunden später blockiert, wobei am Ausgang Or eine positive Spannung erscheint; - 16 Millisekunden späte- werden die Kondensatoren C1 und C2 auf ungefähr -48 Volt bzw. --31,7 Volt entladen. Die Dioden da und d4 sird nicht leitend. während sich die Dio- den d5 und d6 in einem leitenden Zustand befinden.
Wenn ein Teilnehmer in der Teilnehmerstation SS eine Telephornummer wählt, öffnet sich die Telephonschleife a.
hc, b bei jedem Wählimpuls. Während jeder Schleifenöff- nung hat der Empfänger-Stromkreis die Tendenz, in dem oben beschriebenen Ruhezustand zurückzukehren: - Der Transistor Ti wird sofort blockiert: - der Transistor T2 wird I 10 Millisekunden später leitend, wodurch am Ausgang Or ein negatives Spannungssignal erscheint: - 16 Millisekunden nach dieser Öffnung werden beide Kondensatoren Cl und C2 auf ungefähr -27,7 Volt geladen.
Jede Leitungsöffnung einer vorausbestimmten Minimaldauer erzeugt 10 Millisekunden später am Ausgang Or einen negativen Impuls derselben Dauer und jedes Schliessen der
Leitung einer vorausbestimmten Minimaldauer erzeugt 10 Millisekunden später am Ausgang Or einen positiven Spannungsimpuls derselben Länge. Jeder Impuls, z. B. ein Wählimpuls, welcher an den Empfänger-Stromkreis RC angelegt wird. wird in diesem verzögert und erscheint 10 Millisekun- den später an dessen Ausgang Or, wo er durch den Abtast Stromkreis SC abgetastet und im Zähler CR gespeichert wird. Alle diese Vorgänge werden durch den Rechnet CO ge steuert.
Damit ein einzelner, durch das Öffnen oder Schliessen einer Teleplionschleife erzeugter impuls genau um 10 Millise kunden ohne Verstümmelung verzögert werden kann, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: die Schleifenöffnung muss mindestens 10 Millisekunden dauern, wobei eine Schleifenschliessung von mindestens 16 Millisekunden vorausgeht; die Schleifenschliessung muss gleichfalls mindestens 10 Millisekunden dauern, wobei eine Schleifenöffnung von mindestens 16 Millisekunden vorausgeht.
Bei Verfolgung der Vorgänge im Stromkreis selbst wird folgendes festgestellt: - Der Transistor T2 wird genau 10 Millisekunden (Punkt A, Fig. 3) nach der Schlelfenöffnung leitend gemacht unter der Voraussetzung, dzss der Kondensator C2 während einer vorausgegangenen Schleifenschliessung entladen wurde, wobei die Entiadungszeit gleich 16 Millisekunden war; - oer Transistor T2 wird genau 10 Millisekunden (Punkt E, Fig. 3) nach der Schleifenschliessung blockiert unter der Veraussetzung, dass der Kondensator C2 während der vorangegangenen Schleifenöffnung voll aufgeladen wurde. wobei die Aufladezeit gleich 16 Millisekunden war.
Anders ausgedrückt: Nacheinanderfolgende, durch Schleifenöffnungen oder -schliessungen erzeugte Impulse werden dann chne Verstümmelung um genau 10 Millisekunden verzögert, wenn deren Dauer mindestens 16 Millisekunden ist. Die se. V;ert kann durch die Anpassung der Zeitkonstante der Lade- bzw. Endlade-Stromkreise der Kondensatoren C1 und C2 abgeändert werden. Der Wert von 16 Millisekunden wurde aber deshalb gewählt, weit diese minimale Dauer einer maximalen Wähigeschwindigkeit entspricht. Damit ein Wählimpuls von einer minimalen Dauer entdeckt wird.
wurde die Abtastperiode des Ausganges Or auf 14 Millisek.un- den angesetzt. Telephonschleife@-Öffnungen oder -Schliessungen vo@@iner Dauer, die kürzer ist als 10 Millisekunden und die durch Leitungsöffnungen von mindestens 16 Millisekunden vorangegangen werden erscheinen nicht am Ausgang Or des Empfänger-Stromkreises RC. Wenn die Schleifensff- nung kürzer als 10 Millisekunden dauert. wird der Kondensa- tor C2.
welcher auf einen Wert von -31.7 Volt während einer verangehenden Leitungsschliessung entladen wurde, nie auf einen genügend hohen Wert aufgeladen um den Tran sistor T2 leitend zu machen, da seine Aufladung erst 10 Milli- sekunden nach der Öffnung erfolgt; Wenn die Schleifen- Schliessung kürzer als 10 Millisekunden dauert, kann der Kondensator C2, der während einer vorangehenden Leitungs öffnung auf einen Wert von --21,7 Volt aufgeiaden wurde, nie auf einen genügend hoher Wert entladen werden. um den Transistor T2 nicht leitend zu machen.
Nach der Beendi- gung einer so kurzen Schleifenschliessung. beginnt sich der Kondensator C2 sefert im Stromkreis gemäss Punkt 5 aufzuladen.
Der Wert :0 Millisekunden wurde deshalb gewahit, weil der der maximalen Dauer ein"r fehlerhaften Schleifenöff- nung bzw. -schliessung entspricht. Empirisch wurde festgestellt, dass Telephonleitungs-Öffnungen oder -Schliessungei nie eine zusammengesetzte Dauer von zwischen 10 und 16 Millisekunden aufweisen. Derartige Öffnungen oder Schliessungen würden dann auf Ausgang Or des Empfänger-Strom- kreises RC mit einer kleinen Verzögerung als 10 Millisekunden,
wie aus dem Vorangehenden hervorgeht. erscheinen.
Der Kondensator C3 verhindert ein Auswirken von Leitungsstörungen auf den Transistor Ti.
Die Wählimpulse haben praktisch keinen Einfluss auf das Potential des Anzapf-Punktes Pl.
In der beschriebenen Signalisieranlage können die Ladeund Entlade-Schaltkreise der Kondensatoren Cl und C2 als erste und zweite Verzögerungs-Stromkreise angesehen werden, welche ein Filter bilden das die zwei Pegel-Wählimpulse unter einer vorausbestimmten Dauer (die gleich 10 Millisekunden ist) eliminiert. Diese ersten und zweiten Verzöge rungsmittel reagieren auf durch Leitungsöffnungen bzw.
-schliessungen verursachte Pegeländerungen und erzeugen ein Ausgangssignal an der oberen Elektrode des entsprechenden Kondensators Cl und C2 nur dann, wenn die entsprechende Leitungsöffnung bzw. -schliessung die Minimaldauer aufweist. Diese Ausgangssignale triggern die bistabile Vorrichtung T2 in ihren leitenden bzw. nichtleitenden Zustand.
Der Ausgang der ersten Verzögerungsmittel, d. h. die obere Elektrode des Kondensators Cl ist mit den zweiten Verzögerungsmitteln gekoppelt und bereitet diese zweiten Mittel darauf vor, dass sie imstande sein sollen, auf eine Schleifenschliessung derart zu reagieren, dass sie die vorausbestimmten Zeitintervalle von 10 Millisekunden zählen. Kondensator C2 wird zusammen mit Kondensator Cl auf -27,7
Volt geladen, damit Kondensator C2 vorbereitet ist, in 10 Mil lisekunden sich zu entladen und den Transistor T2 zu blockie ren.
Wenn wegen eines Fehlers die Messspannung von z. B.
220 Volt/50 Hz auf eine der Telephonleitungen oder zwi schen die Leitungen a und b angelegt wird, wird dieser Feh ler sehr schnell entdeckt, wie nachstehend erläutert ist.
In diesem Falle erscheint die Netzspannung am Leiter b, auch wenn die Arbeitskontakte el und e2 offen sind, da diese Leiter durch die Wicklungen wl und w2 transformator gekoppelt sind. Die Netzspannung wird durch den Diodengleichrichter dl auf -48 Volt herabgesetzt und da der Verbin dungspunkt Pl der Widerstände R6 und R7 normalerweise auf -38 Volt liegt, kann der Strom nur durch den Diodeng leichrichter d2 fliessen, wenn die Spannung des Verbindungs punktes der Widerstände R4 und R5 höher ist als -38 Volt.
Das bedeutet, dass wenn die Netzspannungs-Quelle zwi schen der Batterie und der Leitung b liegt, deren negative
Halbwellen komplett eliminiert werden; wenn die Netzspannungs-Quelle zwischen Erde und dem Leiter b liegt, wird ein grosser Teil der negativen Halbwellen eliminiert. Nachher wird der letztgenannte Fall als Beispiel herangezogen.
Erstens wird vorausgesetzt, dass die Telephonschleife ge schlossen ist, wobei Transistor Tl leitend und T2 nicht lei tend ist.
Während der ersten eliminierten negativen Halbwelle der angelegten Wechselspannung kann, wenn das Spannungs potential am Verbindungspunkt der Widerstände R4 und R5 grösser als -38 Volt ist, ein Strom vom Leiter b zum Verbindungspunkt Pl über die Widerstände R3 und R4 und die
Diode d2 fliessen, wodurch das Potential dieses Verbindungspunktes Pl erhöht wird. Die verschiedenen Widerstandswerte wurden aber so gewählt, dass dieser Potentialanstieg nicht genügt, um die Diode d6 zu blockieren und den Transistor T2 leitend zu machen. Wenn das Spannungspotential des Leiters b unter den Wert des Emitterpotentials des Transistors Tl (ungefähr -46,7 Volt) abfällt, wird Transistor Tl blockiert, so dass sich der Kondensator Cl aufzuladen beginnt.
Da die maximale Dauer der negativen Halbwelle 10 Millisekunden ist, wird der Transistor Tl lediglich während eines Zeitintervalls, der kürzer ist als 10 Millisekunden, blokkiert. Der Transistor ist also wieder leitend noch bevor der Kondensator C2 sich aufzuladen beginnt. Folglich wird Kondensator Cl entladen. Die Lage des Transistors T2 bleibt unverändert.
Während der nachfolgenden positiven Halbwelle der angelegten Netzspannung bleibt Transistor Tl leitend. Es handelt sich um einen Leistungstransistor, so dass er einen relativ hohen Basisstrom erträgt, welcher ihn ohne Rücksicht auf die Widerstände R3, R4, R5 und R12 durchfliessen kann.
Gleichzeitig fliesst auch ein Strom in Richtung des Verbindungspunktes Pl, dessen Spannungspotential erhöht wird.
Wenn das Ansteigen des Potentials genügend hoch ist, wird Diode d6 blockiert, wodurch Transistor T2 leitend gemacht wird und das Potential der Ausgangsklemme Or abfällt.
Am Ausgang Or des Empfänger-Stromkreises RC erscheinen folglich nur positive Halbwellen der Netzspannung, und zwar als Impulse, deren Dauer je etwas kürzer als 10 Millisekunden ist.
Zweitens wird vorausgesetzt, dass die Telephonschleife offen ist, der Transistor Tl im nichtleitenden und der Transistor T2 im leitenden Zustand ist.
Während der ersten negativen Halbwelle der angelegten Netzspannung bleibt Transistor Tl blockiert.
Während der nachfolgenden positiven Halbwelle wird Transistor Tl leitend, wodurch sich Kondensator Cl sofort entlädt, während Kondensator C2 sich über den Widerstand R16 langsamer entlädt. Da diese Entladezeit 10 Millisekunden dauert, was die maximale Dauer der positiven Halbwelle ist, wird Transistor T2 nicht blockiert. Diese positive Halbwelle wird also an den Verbindungspunkt Pl angelegt, wodurch gleichfalls eine Blockierung von T2 verhindert wird.
Während der nachfolgenden negativen Halbwelle wird Transistor Tl wieder blockiert, so dass sich Cl auflädt, während C2 daran gehindert wird, da die maximale Dauer dieser negativen Halbwelle gleich 10 Millisekunden ist.
Während der nachfolgenden positiven Halbwelle sind die Transistoren Tl und T2 in demselben Zustand als in der oben zuerst erwogenen Halbwelle.
Es ist also wieder ersichtlich, dass die positiven Halbwellen am Ausgang Or des Stromkreises RC als Impulse erscheinen, deren Dauer etwas kürzer ist als 10 Millisekunden.
Diese Impulse werden durch den Rechner CO entdeckt, wenn dieser seinen Abtaster SC betätigt, wonach die Impulse im Zähler CR gespeichert werden. Da die Abtastung jede 14. Millisekunde erfolgt, können manche Impulse verloren gehen, aber dies ist nicht von Wichtigkeit, da der Rechner erst dann eine Warnung gibt, wenn 15 dieser Impulse im Zähler CR registriert wurden.
Die Signalisieranordnung ist also nicht nur imstande, Impulse, welche kürzer als 10 Millisekunden sind, zu eliminieren, d. h. welche innerhalb eines vorausbestimmten Frequenzbereiches liegen, aber auch Eingangsimpulse entdecken kann, deren Dauer kleiner als 10 Millisekunden ist, d. h. welche innerhalb dieses Frequenzbereiches liegen. Der Detektions-Stromkreis wird durch jene Elemente gebildet, die die Eingangsklemme Irb mit der Basis des Transistors T2 koppeln.