Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines gegen Ausfasern oder -fransen beständigen, eine lokkere Bauschigkeit aufweisenden textilen Flächengebildes in Form einer Maschen- oder Webware mit trachten-effektartig strukturiertem oder meliertem Aussehen.
Texturierte Garne, z. B. aus Polyester, Nylon undloder Acetaten werden in grossem Umfang in Gewirken sowie insbesondere für Gewebe und Gestricke, u. a. auch für Doppelgestricke verarbeitet. Die Bedeutung solcher Garne nimmt zu. Obgleich diese texturierten Garne für viele Anwendungszwecke einzigartige Eigenschaften aufweisen, besteht eine nach wie vor auftretende Schwierigkeit darin, dass ein daraus hergestelltes Gewebe zum Auffasern oder Ausfransen neigt, wenn es aus texturierten Endlosfilamenten hergestellt ist, die nur eine geringe oder gar keine Verzwirnung aufweisen. Dieses Problem kann ausgeschaltet werden, wenn die Garne stark verzwirnt werden, so dass diese Garne für Kleiderstoffe unattraktiv sind.
Ein weiteres Gebiet, auf dem die Verwendung von texturierten Garnen verbessert werden kann, ist die Herstellung von Geweben oder Gewirken mit meliertem Aussehen. In den letzten Jahren nahm die Beliebtheit von kombinierten übergefärbten oder verschieden gefärbten Garnen zur Herstellung melierter Gewebe oder Gestricke für Kleider im sogenannten Trachtenstil immer mehr zu. Herkömmlicherweise wird dieser Effekt dadurch erreicht, dass die Garnenden vor dem Stricken oder Weben auf einer herkömmlichen Zwirnmaschine miteinander verzwirnt werden. Dieser Vorgang ist jedoch ziemlich aufwendig und kompoliziert, so dass diesbezüglich noch beträchtliche Verbesserungen mit dem Ziel wünschenswert sind, auf einfache Weise Kombinationen übergefärbter oder verschiedenfarbiger texturierter Garne herstellen zu können, die für Stoffe bzw. Kleider mit einem solchen trachtenartigen Aussehen geeignet sind.
Der Erfindung liegt damit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der obengenannten Art zu zeigen. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass man ein Kräuselgarn, das wiederholt auftretende Abschnitte von 3,2 bis 25,4 mm Länge aufweist, die jeweils aus einem vergleichsweise offenen Teil aus bauschigen und flauschigen, Falschdrall-gezwirnten Multifilamenten und einem vergleichsweise kurzen Knotenpunkt bestehen, an welchem die Multifilamente dichter aneinander herangebracht und miteinander verflochten oder umeinander herumgeschlungen sind, auf rein mechanische Weise durch Strikken bzw. Wirken oder Weben zum Flächengebilde weiter verarbeitet.
Das Kräuselgarn kann beispielsweise hergestellt werden, wenn ein oder mehrere texturierte, mehrfädige Kunstgarne durch einen sich gleichzeitig mit ihnen in Richtung der Garnbewegung bewegenden Luftstrom geleitet werden, der unter einem Winkel von etwa 45 bis 75" eingeleitet wird, wobei sich die Fasern des texturierten Garns vor dem Aufspulen gleichmässig miteinander vermischen und verflechten können. Der unter einem spitzen Winkel zur Garnlaufrichtung einfallende Luftstrom kann eine periodische Verflechtung der gekräuselten Einzelfäden bewirken, so dass vorteilhaft keine nennenswerten Garnstücke vorhanden sind, in denen die Einzelfäden ungehindert zu verrutschen vermögen und daher für ein Auffasern anfällig sind.
Dabei können ein oder mehrere strukturierte Multifilamente der Luftstrahlbehandlung unterworfen werden, wobei ersichtlicherweise zwei oder mehrere derartige Garne, die übergefärbt oder verschiedenfarbig sind, so verarbeitet werden können, dass eine für die Hervorbringung des erwähnten Trachteneffekts geeignete Garnkombination erhalten wird.
Im folgenden sind bevorzugte Ausführungsformen der Vorrichtung zur Herstellung des Garns anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung mit einer Falschzwirn- oder Falschdrall-Texturiermaschine zur Luftstrahl-Verflechtung des Garns;
Fig. 2 einen in stark vergrössertem Massstab gehaltenen lotrechten Schnitt durch eine bevorzugte Ausführungsform der Luftstrahldüse;
Fig. 3 eine Fig. 2 ähnelnde Darstellung einer abgewandelten, einfacheren Ausführungsform der Düse und
Fig. 4 eine in stark vergrössertem Massstab gehaltene perspektivische Darstellung des Kräuselgarns.
In Fig. list eine Texturiermaschine für das gleichzeitige und getrennte Texturieren zweier Garne 2 und 4 dargestellt, die von Vorratswickeln 6 bzw. 8 her in die Maschine eingeführt werden und dabei über die Enden der Wickel in die Bodenwalzen 10 der Maschine hineingezogen werden. Ersichtlicherweise können die Bodenwalzen 10 mit solcher Drehzahl betrieben werden, dass die Garne mit Über- oder Unterspeisung in die Heizeinrichtung 12 der Texturiermaschine gelangen.
Von der Heizeinrichtung 12, die von üblicher Bauart und beispielsweise eine elektrisch beheizte Kontaktfläche sein kann, gelangen die beiden Garne jeweils über eine eigene Falschdrall-Spindel 14 bzw. 16, von denen die eine dem Garn einen Z-Drall und die andere einen S-Drall erteilt. Die durch die Spindeln 14 und 16 hervorgebrachte Verzwirnung erstreckt sich abwärts bis zur Heizeinrichtung 12, wo sie wie beim herkömmlichen Texturiervorgang fixiert wird. Die Garne werden von den Spindeln durch zwei Speisewalzen 18 abgezogen, welche die Garne entweder zwecks Entspannung zu einer zweiten, nicht dargestellten Heizeinrichtung oder unmittelbar zu Abzugswalzen 20 fördern. Den Abzugswalzen 20 vorgeschaltet ist die verflechtende Luftdüse 22, in welcher die texturierten Garne unmittelbar vor ihrer Aufnahme durch die Abzugswalzen 20 verflochten und miteinander verschlungen werden.
Da die Garnherstellung und die zugehörige Vorrichtung bereits Gegenstand der CH-Patente Nr. 577 572 und 578 631 sind, wird von einer ausführlichen Erläuterung der Luftdüsen gemäss Fig. 2, 3 abgesehen und ausdrücklich auf diese Patente verwiesen.
Die Luftdüse 22 gemäss Fig. 2 besteht aus dem rohrförmigen Körper 24, der von einer in Bohrungsabschnitte a, b, c unterteilten Bohrung 26 durchsetzt wird. Die Luft wird in den Abschnitt b der Düse über ein Teil 28 eingeleitet, das mit einem Luft-Einlasskanal 30 versehen ist, der gemäss Fig.
2 unter einem Winkel von 45 bis 75" und vorzugsweise etwa 53" zur Garnachse angeordnet ist. Ersichtlicherweise kann der Aussendurchmesser des Körpers 24 innerhalb weiter Grenzen schwanken, doch besitzt er vorzugsweise solche Abmessungen, dass eine von der Mitte des Luftkanals 30 aus über den Körper 24 gezogene gerade Linie x-x eine Länge d aufweist, die etwa 75 bis 90 % der Länge des Abschnitts a beträgt.
Gemäss Fig. 2 besitzt der Luftkanal 30 bei 32 eine Durch- messerverengung um etwa 2h bis 4 und lässt die Luft unmittelbar hinter dem Punkt, an welchem der Abschnitt b beginnt, in letzteren eintreten. Wenn der Luftstrom durch die Verengung 32 das den Abschnitt b durchlaufende Garn beaufschlagt, werden die Fasern oder Fäden des Garns bzw. der Garne in der Weise so umverlagert, dass sie sich in sehr kurzen und regelmässigen Abständen an Knotenpunkten miteinander verflechten und verschlingen. Der Abstand zwischen den einzelnen Knotenpunkten beträgt etwa 3,2 bis 25,4 mm und vorzugsweise etwa 6,4 bis 12,7 mm. Dieser Abstand kann selbstverständlich schwanken.
Es ist wesentlich, dass eine übermässige Verdrehung und Verzwirnung vermieden wird und dass der Luftstrom das Garn im wesentlichen genau in seiner Mitte beaufschlagt.
Fig. 3 zeigt eine vereinfachte Düse, in welcher der Durchmesser des Garnkanals 26 nur einmal von einem vergleichsweise engen Einlassbohrungsabschnitt zu einem Verflechtungsabschnitt ändert, während der Luftkanal 30 durchgehend gleichmässigen Durchmesser besitzt.
Gemäss dem vorerwähnten CH-Patent Nr. 577 572 wird die beste Garnqualität hinsichtlich Auffaserungsbeständigkeit erhalten bei einem Luftdruck von 1,05 bis 2,1 kg/cm2 (absolut). Ferner hat sich eine Überspeisung von 2-10 /0 als sehr zufriedenstellend erwiesen.
Die S- und Z-Drallanordnung gemäss Fig. 1 bietet den Vorteil, dass zwei Garne bis zur letzten Speisewalze, d. h.
zur Speisewalze 18 bemäss Fig. 1, getrennt verarbeitet werden können, worauf die beiden Garne dann miteinander vereinigt und zusammen zur Düse überführt werden, um miteinander verflochten zu werden und somit einen einzigen Garnfaden zu bilden, der infolge einer gleichen Kombination von S- und Z-Drall in seinen Einzelfäden einen Gesamtdrall Null aufweist, so dass die Notwendigkeit für ein nachträgliches Wärmefixieren oder Mehrfachzwirnen zur Steuerung der Drallwerte entfällt.
Ersichtlicherweise ist die Anordnung gemäss Fig. 1 zahlreichen Abwandlungen zugänglich. Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform kann z. B. ein Einzelstrang eines mehrfädigen Garns strukturiert werden, worauf die Fäden des Einzelstrangs unter Verwendung der Anordnung gemäss Fig. 2 in der Düse 2 miteinander verflochten werden, um ein Garn zu liefern, das sich ganz besonders gut für die Herstellung eines auffaserungssicheren Gewirks eignet. Bei einer anderen Abwandlung kann ein Garn Nulldrall durch Vereinigung von S- und Z-Garnen mit gleichem Drallgrad, wie vorstehend beschrieben, hergestellt werden. In weiterer Abwandlung können zwei oder mehr verschiedenfarbige oder unterschiedlich einfärbbare Garne getrennt falschgezwirnt und dann an der Düse miteinander vereinigt werden, bevor sie auf den Abzugswickel auflaufen.
Hierdurch wird die Notwendigkeit für das Mehrfachzwirnen verschiedener Garne zur Bildung von meliertem Garn vermieden und wird eine innigere Vermischung der Farben zu wesentlich verringerten Verarbeitungskosten gewährleistet.
Die verbesserte Auffaserungsbeständigkeit der mit diesen verflochtenen, strukturierten Garnen erfindungsgemäss hergestellten Gewirke wird effektiv durch den nachstehend noch näher erläuterten Mace-Auffaserungstest auf der entsprechenden Vorrichtung belegt: Beispielsweise zeigte ein übliches strukturiertes 150 Denier-Multifilament-Polyestergarn (unverflochten), das zu einem Schweizer Pikeegewirk verstrickt wurde, einen Auffaserungswert von 3-2 bei Prüfung nach dem genannten Versuchsverfahren, während ein identisches Garn, das erfindungsgemäss bei 1,05 kg/cm2 (absolut) auf einer herkömmlichen Scragg-Texturiermaschine verflochten wurde, im Fall eines Doppelgewirks eine Auffaserungsbeständigkeit von 5-4 besass.
Es zeigt sich also eine sehr bedeutende Verbesserung, weil der Wert von 5 als ausgezeichnet betrachtet wird, während ein Wert von 3 gerade noch an der Grenze des Annehmbaren liegt.
Die genannten Auffaserungs- oder Ausfranswerte wurden auf einer Mace-Einpositionsprüfvorrichtung Modell B-612, wie sie durch die Firma ABC Machinery Corporation, Charlotte, N.C., USA, hergestellt wird, auf der Grundlage der Vorschriften für den Mace Snag Tester der Firma ICI Fibres Limited bestimmt. Das in Textile Industries , Dezember 1970, Seiten 125-6, erörterte ICI-Gerät ist im Provisional Handbook für MK 2 < Mace > Snag Tester and Viewing Cabinet von W.A. Shepard, Textile Development Department, ICI Fibres Limited, Hookstone Road, Harrogate, Yorks, England, im einzelnen beschrieben. Versuchsproben wurden mit photographischen Normen bzw. Vergleichsmustern, Bezugs-Nr.
DGH 1922, der Firma ICI verglichen, die in Werte von 1 bis 5 mit Zwischenzahlen von 4-3, 5-4 usw. unterteilt waren, wobei der Wert 5 der Auffaserung von Null entspricht. Ausgewertet wurde nur die Zahl, nicht aber die Art der Auffaserungen und Ausfransungen. Die angegebenen Werte stellen den Mittelwert aus zwei Messungen pro Rich- tung von Maschenstäbchen und -reihe dar, wobei die Versuche jedesmal wiederholt wurden, wenn zwei zugeordnete Werte um mehr als eine Einheit auseinander lagen. Die Messgenauigkeit des Mace-Versuchs beträgt bei 950/obiger Zuverlässigkeit +0,5 Einheiten.
Als Kräuselgarn kommen beliebige Arten von Mehrfachendlosfaden-Kunstgarne in Frage, die z. B. aus Polyester, Nylon, Acetat, Acryl oder Aquivalenten oder Kombinationen davon, und sowohl aus Einzelgarnfäden als auch aus getrennten Garnfäden bestehen. können. Typische Beispiele für solche Garne sind ein 68-fädiges Polyestergarn von 2/70 Denier oder ein 34-fädiges Polyestergarn von 150 Denier.
Mit diesen Kräuselgarnen kann eine grosse Vielfalt verschiedener Gewebe oder Gewirke hergestellt werden, welche die genannte Auffaserungsbeständigkeit und/oder das melierte Aussehen besitzen, z. B. Doppelgestricke.
Das in Fig. 4 dargestellte verflochtene texturierte Garn besteht aus einer Vielzahl von thermoplastischen Endlos Kunstfäden 34 und weist sich verhältnismässig gleichmässig wiederholende Abschnitte 36 von etwa 3,2 bis 25,4 mm Länge auf, die jeweils aus einem vergleichsweise offenen Abschnitt 37 aus einem bauschigen und offenen, falschgezwirnten Mehrfachfadenstrang und einem vergleichsweise kurzen Knotenabschnitt 38 bestehen, an welchem die Einzelfäden dichter aneinander herangebracht und verflochten bzw. umeinander herumgewickelt sind.
Ausser dem Vorteil der verbesserten Auffaserungsbeständigkeit oder des verbesserten melierten Effekts bieten diese Kräuselgarne beim Weben und Wirken von Geweben und Gestricken noch weitere Vorteile. Beispielsweise eignen sie sich besonders vorteilhaft zur Verwendung beim Kettenwirken und -weben, d. h. dort wo eine Kettung erforderlich ist, da sich abstehende Fäden und lose Fadenbündel ganz oder zumindest weitgehend vermeiden lassen, so dass ein grösserer Wirkungsgrad beim Stricken und Kettenwirken erzielt wird.
Im folgenden ist die Erfindung in Beispielen näher erläutert: Beispiel 1
Texturierte Garne, nämlich normal dispersionsfärbbares 70/34-Dacron-Polyestergarn, Typ 56, mit S-Drall und säurefärbbares 70/34- Dacron -Polyestergarn, Typ 92, mit Z-Drall, wurden bei einem Luftdruck von 1,41 kg/cm2 (absolut), 2 % Überspeisung und einem Durchsatz von etwa 135 m/min durch die abgestufte Düse gemäss Beispiel 1 des vorerwähnten CH-Patentes 577 572 von Vorratswickeln abgezogen. Sowohl die Verarbeitungsgleichförmigkeit als auch die Produktgleichmässigkeit waren als gut zu bezeichnen; das so erhaltene, als Ausgangsmaterial dienende Garn besass ein ansprechend meliertes Aussehen im Trachtenstil, wenn es gemäss der Erfindung zu einem Einfach-Jerseygewirk verarbeitet und dann mit Säurefarbstoff eingefärbt wurde.
Das Aussehen stand in sehr vorteilhaftem Gegensatz zu einem gleichartigen Jerseygewirk aus einem zweifarbigen Mehrfachgarn, das infolge einer starken Tendenz zu einem regellosen Muster ein unregelmässig gestreiftes und köperartiges Aussehen erhielt.
Beispiel 2
Sechs der abgestuften Düsen gemäss Beispiel 1 des vorerwähnten Patentes 577 572 wurden oberhalb der oberen Spei sewalzen einer Zwölfpositionen-Texturiermaschine, Scragg Model CS-12, mit Einzelheizeinrichtung angeordnet, welche gemäss Fig. 1 an den einzelnen Stationen jeweils abwechselnd eine Texturierung mit S- und Z-Drall bewirkt. Jedes Garnfadenpaar aus 70-34- Dacron -Garn vom Typ 92 bzw.
Typ 56 wurde mit S- bzw. Z-Drall strukturiert, worauf beide Garne gemeinsam bei einem Luftdruck von 1,05 kg/cm2 (absolut) und einer 6zeigen Überspeisung zum Wickel durch eine Düse geführt wurden. Die Überspeisung wurde im Vergleich zu den vorherigen Beispielen zwecks Erzielung einer guten Verdichtung erhöht, während der Druck zur Verhinderung von Knotenbildung reduziert wurde. Das auf diese Weise hergestellte, Knotenpunkte in Abständen von 9,5 mm aufweisende Garn diente als Ausgangsmaterial. Es wurde zu einem Doppelgewirk gestrickt, das nach dem Einfärben mit einem Vergleichsgewirk identischer Struktur verglichen wurde, das jedoch aus einem 150/34- Dacron -Garn vom Typ 56 bestand, welches strukturiert und fixiert, aber nicht verflochten worden war.
Beide Gewirke wurden auf der vorher beschriebenen Mace-Prüfvorrichtung auf ihre Auffaserungsbeständigkeit untersucht. Das Gewirk aus den verflochtenen Garnen besass einen nahezu perfekten Auffaserungswert von 5-4, sowohl längs als auch quer gemessen, während das andere Gewirk einen an der Grenze liegenden Wert von 3-2 in Längsrichtung und einen niedrigen Wert von 2 in Querrichtung besass. Doppeltgestrickte Gewirke in wesentlich lockererer Schweizer Pikeemaschenart aus den gleichen Garnen zeigten noch betontere Unterschiede in ihrer Auffaserungsbeständigkeit, die - obgleich sie bei beiden Gewirken etwas niedriger lag als vorher - die Vorzüge der Auffaserungsbeständigkeit der erfindungsgemäss hergestellten Gewirke noch betonte. Letztere besassen ausserdem den zusätzlichen Vorzug eines ansprechend melierten Aussehens nach dem Einfärben.
Ihre Auffaserungswerte sind in Tahelle I zusammengefasst. Tabelle I
Mace-Prüfwerte von locker gestrickten Gewirken aus verflochtenen und nicht-verflochtenen Garnen
Garnart Gewirkseite Mace-Wert
Längs Quer
Verflochten Vorderseite 3-2 5-4
Nicht verflochten Vorderseite 1 3
Verflochten Rückseite 4 5-4
Nicht verflochten Rückseite 4-3 3 Beispiel 3
Bei einem Versuch wurde ein Vergleich der Auffaserungsbeständigkeit von Gewirken angestellt, die einmal erfindungsgemäss und einmal aus verzwirntem Garn hergestellt wurden. Bei dem verflochtenen Garn handelte es sich um ein 150/3e Dacron -Garn, Typ 56, während das verzwirnte Garn durch Vereinigung zweier Stränge eines texturierten 100/34- Dacron -Garns, Typ 56, mit 6-Drehungen (Z-Drall) hergestellt wurde.
Das verflochtene Garn wurde zu einem 6,10 g/0,84 m2 schweren Schweizer Pikee und das andere Garn zu einem 9,37 g/0,84 m2 schweren Schweizer Pikee gewirkt, und die Gewirke wurden dem Mace-Versuch unterworfen. Die Ergebnisse sind in Tabelle II zusammengefasst.
Tabelle II
Mace-Versuchswerte von Gewirken aus verflochtenen und gezwirnten Garnen Garnsorte Gewirkseite Mace-Wert
Längs Quer Verflochten Vorderseite 4 3 Gezwirnt Vorderseite 4-3 3 Garnsorte Gewirkscitc Mace-Wert ¯¯-lgs Vucr Verflochten Rückseite 5-4 5-4 Gezwirnt Rückseite 5-4 4-3
Speziell unter Berücksichtigung des Umstandes, dass das aus dem gezwirnten Garn hergestellte Gewirk den Vorteil sowohl eines Garns höheren Titers als auch eines Gewirks höheren Gewichts beasss, was beides eigentlich die Auffaserungsfestigkeit erhöhen sollte, wird angenommen, dass diese Ergebnisse deutlich aufzeigen, dass das verflochtene Garn dem gezwirnten Garn gleichwertig oder sogar überlegen ist.
Beispiel 4:
Fünf Garne, die gemäss dem Beispiel 8 des vorerwähnten CH-Patentes 577 572 hergestellt worden sind, wurden auf einer Maschine mit 18 Nadeln pro Zoll (18-cut machine) mit einem Ponte-di-Roma-Maschenmuster gewirkt, worauf die so erhaltenen Gewirke zur leichteren Beobachtung von Auffaserungen rauchgrau eingefärbt wurden. Tabelle III zeigt die mittels einer Mace-Prüfvorrichtung ermittelten Ergebnisse.
Tabelle III
Mace-Prüfwerte von Gewirken aus Garnen, die auf
Texturiermaschinen mit und ohne eingebaute Düsen hergestellt wurden Probe Vorderseiten-Wert Ruckseiten-Wert
Längs Quer Längs Quer 1 (nicht verflochten) 3 2 3 4 2 (verflochten) 5-4 4 4 5-4 3 (nicht verflochten) 4-3 4-3 4 3 4 (verflochten) 4 5-4 4 5-4 5 (verflochten) 4 4 4 5-4
Diese Werte veranschaulichen ein Schema beträchtlich verbesserter Auffaserungsgrade der verflochtenen Garne im Vergleich zu den Vergleichsproben aus nicht-verflochtenen Garnen.