CH615148A5 - Process for the preparation of pure 1-nitroanthraquinone - Google Patents
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Description
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PATENTANSPRÜCHE
1. Verfahren zur Herstellung von reinem 1-Nitroanthra-chinon, dadurch gekennzeichnet, dass man Anthrachinon in wenigstens 85%iger Salpetersäure bei Temperaturen von —20 bis + 65 ° C und bei Molverhältnissen von Salpetersäure : Anthrachinon von über 20:1 nitriert, die Reaktion bei einem Anthra-chinonumsatz von über 50% dadurch abbricht, dass man das Reaktionsgemisch auf Temperaturen unter 20° C abkühlt und/ oder den Molenbruch der Salpetersäure im Reaktionsgemisch auf einen Wert von weniger als 0,86 einstellt, das 1-Nitroanthra-chinon anschliessend dadurch ausfällt, dass man den Molenbruch der Salpetersäure auf einen Wert von 0,7 bis 0,4 einstellt und/oder die Temperatur auf unter 20° C absenkt, das ausgefallene 1-Nitroanthrachinon abtrennt und einer Vakuumdestillation unterwirft.
2. Verfahren nach Ansprach 1, dadurch gekennzeichnet, dass man bei Temperaturen von —10 bis +35° C nitriert.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man bei Molverhältnissen Salpetersäure : Anthrachinon von 25 bis 100:1 nitriert.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Reaktion bei einem Anthrachinonumsatz von 80 bis 100% abbricht.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man den Molenbruch der Salpetersäure durch Zugabe von Wasser, Zugabe von verdünnter Salpetersäure und/oder Abdestillieren von konzentrierter Salpetersäure auf einen Wert von weniger als 0,86 einstellt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man das 1-Nitroanthrachinon dadurch ausfällt, indem man den Molenbruch der Salpetersäure durch Abdestillieren von Salpetersäure und/oder durch Verdünnen mit Wasser und/oder durch Zugabe von verdünnter Salpetersäure auf einen Wert von 0,7 bis 0,4 einstellt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vakuumdestillation in Gegenwart von bei der Destillation stabilen und gegenüber dem Nitro-anthrachinon inerten Lösungsmitteln, welche zwischen 100 und 350° C sieden, durchgeführt wird.
In der DE-OS 2 343 978 wird ein Verfahren zur Herstellung von reinem 1-Nitroanthrachinon beschrieben, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man Anthrachinon in wenigstens 90%iger Salpetersäure bei einer Temperatur von mindestens 0° C, insbesondere mindestens 45° C, vorzugsweise bei 55 bis 75° C, und bei Molverhältnissen von Salpetersäure zu Anthrachinon von weniger als 20:1, insbesondere 6:1 bis 15:1, nitriert, die Reaktion bei einem Anthrachinon-Umsatz von mindestens 50%, insbesondere bei 80—100%, dadurch abbricht, dass das Reaktionsgemisch auf Temperaturen unter 30° C gekühlt und/oder der Molenbruch der Salpetersäure beispielsweise durch Zugabe von Wasser und/oder Abdestillieren von Salpetersäure auf einen Wert von weniger als 0,86 eingestellt wird, das 1-Nitroanthrachinon dadurch ausfällt, dass der Molenbruch der Salpetersäure anschliessend durch Abdestillieren von Salpetersäure und/oder durch Verdünnen mit Wasser und/ oder durch Zugabe von verdünnter Salpetersäure auf einen Wert von 0,7 bis 0,4 eingestellt und/oder die Temperatur auf unter 20° C abgesenkt wird, das ausgefallene 1-Nitroanthrachinon abtrennt und einer Vakuumdestillation, gegebenenfalls in Gegenwart von bei der Destillation stabilen und gegenüber den Nitroanthrachinonen inerten Lösungsmitteln, welche zwischen 100 und' 350° C sieden, unterwirft.
Hier und im folgenden bedeutet Molenbruch immer denjenigen der Salpetersäure im jeweiligen Gesamtgemisch gemäss folgender Gleichung
V hno3 = nHNo3/(nnNo3 + nN + nH2o)
n = Anzahl der Mole
N = Nitroanthrachinon-Derivate und Anthrachinon
Nachteilig wirkt sich bei diesem Verfahren aus, dass Molverhältnisse von Salpetersäure zu Anthrachinon und/oder Nitroanthrachinonen auftreten können, die bestimmte verfahrenstechnische und sicherheitstechnische Massnahmen erforderlich machen und somit unter Umständen erheblichen zusätzlichen Aufwand bedingen können. Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesen Nachteil zu vermeiden.
Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung von reinem 1-Nitroanthrachinon gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man Anthrachinon in wenigstens 85 %iger Salpetersäure bei Temperaturen von —20 bis +65° C bei Molverhältnissen Salpetersäure: Anthrachinon von über 20:1 nitriert, die Reaktion bei einem Anthrachinon-Umsatz von über 50%, insbesondere von 80 bis 100%, dadurch abbricht, dass man das Reaktionsgemisch auf Temperaturen unter 20° C abkühlt und/oder den Molenbruch der Salpetersäure, vorzugsweise durch Zugabe von Wasser, Zugabe von verdünnter Salpetersäure und/oder Abdestillieren von konzentrierter Salpetersäure, auf einen Wert von weniger als 0,86 einstellt, das 1-Nitroanthrachinon dann dadurch ausfällt, dass man anschliessend den Molenbruch der Salpetersäure, bevorzugt durch Abdestillieren von Salpetersäure und/oder durch Verdünnen mit Wasser und/oder durch Zugabe von verdünnter Salpetersäure, auf einen Wert von 0,7 bis 0,4 einstellt und/oder die Temperatur auf unter 20° C absenkt, das ausgefallene 1-Nitroanthrachinon abtrennt und einer Vakuumdestillation, gegebenenfalls in Gegenwart von bei der Destillation stabilen und gegenüber dem Nitroanthra-chinon inerten Lösungsmitteln, welche zwischen 100 und 350° C sieden, unterwirft.
Als bevorzugte Temperaturen, bei denen die Nitrierung durchgeführt werden kann, kommen Temperaturen von —10 bis +35° C in Frage. Als Molverhältnisse Salpetersäure Anthrachinon oberhalb von 20:1 kommen alle Molverhältnisse bis 500:1 in Frage, wobei Molverhältnisse Salpetersäure : Anthrachinon zwischen 25 bis 100:1 bevorzugt werden. Insbesondere bevorzugt werden dabei Molverhältnisse von 30 bis 80:1.
Die Nitrierung lässt sich in der Regel in üblichen Reaktionsvorrichtungen, wie Strömungsrohr, Kesselkaskade oder Kessel, in kontinuierlicher oder diskontinuierlicher Arbeitsweise durchführen. Um bei kontinuierlicher Verfahrensweise eine möglichst grosse Ausbeute an 1-Nitroanthrachinon zu erhalten, sollte im Fall des Strömungsrohres ausgeprägte Pfropfenströmung bzw. Reynoldszahlen von mehr als 2300, im Fall von Kaskade oder Kessel ein ideales Verweilzeitspektrum erreicht werden. Die Reaktion sollte vorteilhafterweise adiabatisch bzw. teiladiabatisch, kann aber selbstverständlich auch isotherm durchgeführt werden.
Das Abstoppen der Reaktion richtet sich nach dem Molenbruch der Salpetersäure im Gemisch und auch nach der Temperatur. Bei höheren Temperaturen müssen danach niedrigere Molenbrüche eingestellt werden als bei tiefen Temperaturen.
Es wird bei einem Molverhältnis von über 20:1 nitriert. Das Abstoppen der Nitrierung kann beispielsweise dadurch vorgenommen werden, dass man durch schnelles Abdestillieren von konzentrierter Salpetersäure ein niedrigeres Molverhältnis und, gegebenenfalls durch Kühlung, bestimmte Temperaturen einstellt. Beispielsweise kann man hierzu folgende Bedingungen einstellen:
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Molverhältnis Temperatur Molenbruch
19:1 höchstens -5°C 0,871
15:1 höchstens +5 °C 0,847
10:1 höchstens+15° C 0,793
6:1 höchstens+30° C 0,694
Bei höheren Temperaturen sollten die Molenbrüche kleiner eingestellt werden, beispielsweise wie folgt:
Temperatur
Molverhältnis
Molenbruch
Säurekonzentration
65 °C
18:1
0,615
86%
45°C
18:1
0,692
90%
25°C
18:1
0,758
93%
65°C
10:1
0,702
91,5%
45 °C
10:1
0,744
93,5%
25°C
10:1
0,791
95,5%
65°C
5:1
0,733
95,5%
45°C
5:1
0,754
96,5%
25°C
5:1
0,775
97,5%
Die Säurekonzentration ergibt sich aus dem Molenbruch durch die eingangs angegebene Gleichung für den Molenbruch.
Wird die Nitrierung beispielsweise durch Zugabe von Wasser und/oder Abdestillieren von Salpetersäure abgestoppt, so können beispielsweise folgende Bedingungen eingestellt werden:
Molverhältnis Temperatur Molenbruch Säurekonzentration
112:1 25 °C 0,76 92%
54:1 65°C 0,65 87%
45:1 50°C 0,78 93%
40:1 40°C 0,72 90,5%
25:1 65°C 0,59 84%
Ähnlich wie das Abstoppen der Reaktion ist auch die mit der Kristallisation verbundene Reinigungsoperation von der Temperatur und dem Molenbruch der Salpetersäure im Nitriergemisch abhängig. Da die Salpetersäure bei höheren Temperaturen einen relativ grossen Dampfdruck besitzt, dürfte es zweckmässiger sein, das Kristallisat bei Raumtemperatur oder bei Temperaturen ^30° abzufiltrieren. Die für die Reinigungsoperation erforderlichen Salpetersäuremengen und Konzentrationen richten sich danach, welche Verunreinigungen und in welcher Menge diese abgetrennt werden sollen. Sollen beispielsweise 10 Gew. % (5 Gew. %) Anthrachinon aus dem erfin-dungsgemäss erhaltenen Nitroanthrachinongemisch abgetrennt werden, so können z. B. die Säurekonzentrationen auf ca. 93% (82%), 84% (78%), 80% (76%) oder 76% (72%) und entsprechend die Molenbrüche auf yhno3 = 0,69 (0,53), 0,58 (0,49), 0,52 (0,47). oder 0,46 (0,42) eingestellt werden.
Ähnliches gilt selbstverständlich auch für die Abtrennung von 2-Nitroanthrachinon aus solchen Nitroanthrachinonge-mischen. Sollen beispielsweise ca. 8 Gew. % 2-Nitroanthrachinon und weniger als 3 Gew.% Anthrachinon abgetrennt werden, so müssen z. B. für Säurekonzentrationen von ca. 80, 78, 76 oder 72% Molenbrüche von }'hno3 = 0,51; 0,49; 0,47 oder 0,42 eingestellt werden.
Um dabei nur einen möglichst kleinen Trennverlust an 1-Nitroanthrachinon hinnehmen zu müssen, sollten zu relativ hohen Säurekonzentrationen grosse Molenbrüche, d. h. kleine Molverhältnisse, eingestellt werden. Entsprechend sollten bei relativ niedrigen Säurekonzentrationen kleine Molenbrüche, d. h. grosse Molverhältnisse, eingestellt werden.
Der Trennverlust an 1-Nitroanthrachinon wird im erfin-dungsgemässen Verfahren dabei um so kleiner, je grösser die Menge an entsprechend verdünnter Salpetersäure ist. Grosse Mengen an verdünnter Salpetersäure sind jedoch im allgemeinen unwirtschaftlich, da die Salpetersäure destilliert und gegebenenfalls wieder aufkonzentriert werden muss. Es hat sich jedoch gezeigt, dass man für den nächsten Verfahrensschritt genügend reines 1-Nitroanthrachinon erhält, wenn man für die Kristallisation und die damit verbundene Reinigung 90- bis 72%ige Salpetersäure verwendet und die Molenbrüche entsprechend aufwerte zwischen 1/hno3 = 0,70 und 0,42 einstellt.
Für das Abstoppen der Reaktion und die anschliessende Reinigungsoperation ergeben sich für das erfindungsgemässe Verfahren folgende Kombinationsmöglichkeiten:
Wird die Reaktion durch Zugabe von wenig Wasser und/ oder durch Abdestillation von Salpetersäure und/oder durch Abkühlen des Reaktionsgemisches abgestoppt, so lässt sich durch Zugabe von Wasser und/oder verdünnter Salpetersäure und/oder durch Abdestillation von Salpetersäure der für das Ausfällen von 1-Nitroanthrachinon erforderliche Molenbruch einstellen.
Wird durch Abdestillation ein Molverhältnis der Nitrierprodukte und des nichtumgesetzten Anthrachinons zu Salpetersäure von ^12:1 erreicht oder wird bei diesen Molverhältnissen die Nitrierung durchgeführt, so lässt sich das bei Temperaturen von gl5°C ausgefällte 1-Nitroanthrachinon von den im Filtrat befindlichen Nebenprodukten abtrennen. Diese Nebenprodukte lassen sich nahezu vollständig aus dem Filtrat ausfällen, wenn man einen Molenbruch von weniger als 0,4 z. B. durch Verdünnen mit Wasser oder durch teilweise oder vollständige Abdestillation der Salpetersäure, einstellt. Dieses ausgefällte und in üblicher Weise abgetrennte Gemisch der Nebenprodukte enthält nahezu das gesamte 2-Nitroanthrachinon. Dieses lässt sich in relativ reiner Form isolieren, wenn man die oben beschriebene Ausfällung fraktioniert vornimmt. Die von den organischen Produkten befreite Salpetersäure kann beispielsweise nach Aufkonzentration oder als Verdünnungsmittel in den Prozess zurückgeführt werden.
Das nach dem erfindungsgemässen Verfahren aus der Salpetersäure ausgefällte 1-Nitroanthrachinon fällt in kristalliner Form an und lässt sich (z. B. über ein Dreh-, Plan- oder Druckfilter) relativ leicht abfiltrieren. Der Filterkuchen kann nach kurzem Nachwaschen mit verdünnter Salpetersäure in der üblichen Weise mit Wasser neutral gewaschen und getrocknet oder aber direkt, gegebenenfalls im Vakuum, von Salpetersäure befreit werden (z. B. Strom- oder Kontakttrockner). Das so getrocknete 1-Nitroanthrachinon wird sodann einer Vakuumdestillation, insbesondere einer Rektifikation, unterworfen.
Die Durchführung dieser Vakuumdestillation erfolgt dabei in an sich bekannter Weise.
Die im folgenden angegebenen Temperaturen und Drücke geben die Bedingungen am Kopf der Destillationsapparatur wieder.
Die Destillation wird dabei zwischen 200 und 400° C bei 0,5 bis 100 Torr, insbesondere bei 235 bis 330° C und 1,5 bis 50 Torr, vorzugsweise bei 245 bis 315° C und 2,5 bis 35 Torr, durchgeführt. Die Durchführung kann dabei sowohl diskontinuierlich als auch kontinuierlich erfolgen. Als ganz besonders günstig erweist es sich, die Destillation bei Temperaturen zwischen 265 und 300° C und einem Vakuum von 5 bis 20 Torr durchzuführen.
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Eine besondere Variante des erfindungsgemässen Verfahrens besteht "darin, dass man das vorgereinigte Produkt zusammen mit einem Lösungsmittel, welches bei 100 bis 300° C siedet, unter Destillationsbedingungen stabil und gegenüber dem Produkt inert ist, z. B. hochsiedende Kohlenwasserstoffe oder Siliconöle, unter den oben angegebenen Bedingungen destilliert und das aus dem Kondensat auskristallisierte 1-Nitroanthrachinon nach bekannten Verfahren abtrennt.
Das erfindungsgemässe Verfahren lässt sich z. B. in Form folgender Varianten durchführen:
Variante 1
Die Nitrierung wird dadurch abgestoppt, dass man das gesamte Reaktionsgemisch einem Verdampfer, z. B. einem Kontaktdünnschicht- bzw. Fallfilm Verdampfer, zuführt und den erforderlichen Teil Salpetersäure - zweckmässigerweise schnell -abdestilliert und das im Sumpf befindliche Gemisch in einer Kristallisiervorrichtung entweder auf Temperaturen von weniger als 15° C abkühlt und/oder durch Zugabe von Wasser oder verdünnter Salpetersäure das 1-Nitroanthrachinon ausfällt und in einer Trennvorrichtung abtrennt. Aus dem Filtrat lassen sich die darin gelösten Nebenprodukte entweder durch Verdünnen mit Wasser oder durch Abdestillieren der Salpetersäure ausfällen. Die von organischen Produkten befreite Salpetersäure kann über eine Kolonne in eine hoch- und niederprozentige Salpetersäure aufgetrennt werden, wobei die hochprozentige Salpetersäure wiederum zur Nitrierung und die niederprozentige Salpetersäure zur Kristallisation eingesetzt werden kann.
Das ausgefallene 1-Nitroanthrachinon wird von Salpetersäure, insbesondere durch eine direkte Trocknung, gegebenenfalls unter vermindertem Druck, befreit und einer Hochvakuumrektifikation unterworfen.
Variante 2
Die Nitrierung wird in einem Kühlaggregat je nach Molverhältnissen durch Herunterkühlen auf Temperaturen von unter 25 °C abgestoppt. Durch anschliessendes Verdünnen des Reaktionsgemisches mit Wasser und/oder verdünnter Salpetersäure und/oder durch Abkühlen des Reaktionsgemisches auf unter 15° C wird das 1-Nitroanthrachinon ausgefällt und in einer Trenn Vorrichtung abgetrennt. Die weitere Reinigung des 1-Nitroanthrachinons und die Aufarbeitung des Filtrats erfolgen nach Variante 1.
Variante 3
Die Nitrierung wird in einem Mischgefäss durch Zugabe von wenig Wasser oder verdünnter Salpetersäure abgebrochen. Anschliessend wird das Reaktionsgemisch durch Zugabe von verdünnter Salpetersäure oder weiterer Mengen Wasser und/oder durch Abdestillation entsprechender Mengen Salpetersäure auf einen Molenbruch von weniger als 0,7 gebracht. Das ausgefällte 1-Nitroanthrachinon wird abgetrennt. Die weitere Reinigung von 1-Nitroanthrachinon und die Aufarbeitung des Filtrats erfolgen wie unter Variante 1 beschrieben. Selbstverständlich sind auch Kombinationen dieser Varianten möglich.
Es hat sich gezeigt, dass nach dem erfindungsgemässen Verfahren 1-Nitroanthrachinon erhalten werden kann, das eine Reinheit von 99% und mehr aufweist.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren treten keine sicherheitstechnisch besonders aufwendigen Molverhältnisse von Salpetersäure zu Anthrachinon und/oder Nitroanthrachinon auf.
In den folgenden Beispielen bedeutet Molverhältnis immer dasjenige von Salpetersäure: Anthrachinon. Wenn nicht anders angegeben, wird das auskristallisierte Produkt bei Raumtemperatur abgetrennt. Die Ausbeute bezieht sich stets auf eingesetztes Anthrachinon. Die Temperaturangaben sind stets in ° C angegeben. Alle diskontinuierlich durchgeführten und hier beschriebenen Versuche lassen sich ebenso auch kontinuierlich durchführen.
Beispiele
1. 20,8 g Anthrachinon werden in 2,15 Liter 98%iger Salpetersäure 42 Minuten bei —20° C gerührt. Danach werden sehr schnell 255 g Eis zugegeben und 1,72 Liter 98%ige Salpetersäure abdestilliert (Kristallisiersäure 70%, y = 0,40). Das ausgefallene Produkt wird abfiltriert, mit wenig 70%iger Salpetersäure gewaschen, im Vakuum getrocknet und bei 6 Torr und 267° C Kopftemperatur fraktioniert destilliert. Es werden 21,5 g 100%reines 1-Nitro-anthrachinon erhalten (85%d. Th.).
2. 20,8 g Anthrachinon werden bei —10° C in 851 ml
98 %iger Salpetersäure 15 Minuten gerührt. Danach werden sehr schnell 634 ml 98%ige Salpetersäure im Vakuum bei —10° C abdestilliert und 108,3 ml Wasser zugegeben (Kristallisiersäure 73%, y = 0,43). Das auskristallisierte Produkt wird abfiltriert, mit wenig 70 %iger Salpetersäure gewaschen, im Vakuum getrocknet und bei 5 Torr und 264° C Kopftemperatur destilliert. Es werden 20,0 g 99,6% reines 1-Nitro-anthrachinon erhalten (78,7% d. Th.).
3. 20,8 g Anthrachinon werden bei —10° C in 425,2 ml 98%iger Salpetersäure 19 Minuten lang gerührt. Danach werden 395,8 ml 98 %ige Salpetersäure sehr schnell im Vakuum bei —10° C abdestilliert und 69,5 ml 70%ige Salpetersäure (Kristallisiersäure 76,7%, y = 0,47) zugesetzt.
Nach Filtration, Waschen mit wenig 70%iger Salpetersäure und Trocknen wird bei 10 Torr und 282° C Kopftemperatur destilliert: 19,9 g 99,6% reines 1-Nitro-anthrachinon (78,3% d. Th.).
4. 208 g Anthrachinon werden in 851 ml 98%iger Salpetersäure bei —10° C 500 Minuten nitriert. Dann werden im Vakuum schnell 490 ml 98%ige Salpetersäure abdestilliert. Das durch Zugabe von 1,44 Liter 70 %iger Salpetersäure ausgefallene Produkt wird abfiltriert (Kristallisiersäure 75 %, y = 0,45), mit wenig 75%iger Salpetersäure gewaschen, bei 140—180° C unter Normaldruck getrocknet und bei 5 Torr und 263° C Kopftemperatur destilliert. Es werden 161 g 99% reines 1-Nitroanthrachinon (63,0% d. Th.) erhalten.
5. 208 g Anthrachinon werden in 2,13 Liter 98%iger Salpetersäure bei 0° C innerhalb von 17 Minuten nitriert. Durch Abkühlen auf —20° C wird die Reaktion abgestoppt, und das durch Zugabe von 1,12 Liter Wasser ausgefallene Produkt (Kristallisiersäure 72% y = 0,42) wird bei Raumtemperatur abfiltriert, mit 74%iger Salpetersäure gewaschen, getrocknet und bei 274° C Kopftemperatur, 7 Torr destilliert:
191 g 99% reines 1-Nitro-anthrachinon (74,7% d. Th.).
6. 20,8 g Anthrachinon werden in 2,15 Liter 98%iger Salpetersäure 20 Minuten bei —20° C nitriert. Durch Zugabe von 635 ml 70%iger Salpetersäure wird die Reaktion bei —20° C abgebrochen. Das während des im Vakuum vorgenommenen schnellen Abdestillierens von 2,144 Liter 98%iger Salpetersäure ausgefallene Produkt wird bei Raumtemperatur abfiltriert (Kristallisiersäure 70%, y = 0,40) und bei 25 Torr und 250° C Kopftemperatur/308° Sumpftemperatur destilliert. Im Sumpf werden 17,5 g 99,8% reines 1-Nitro-anthrachinon (69% d. Th.) erhalten.
Das als Destillat erhaltene Gemisch aus 1-Nitro-anthrachinon und Anthrachinon kann wieder in die Nitrierung eingesetzt werden.
7. Ein auf —10° C gekühltes Gemisch von 2,08 kg Anthrachinon und 17,02 Liter 98%iger Salpetersäure/Stunde wird kontinuierlich in einem Strömungsrohr mit einer Verweilzeit von 7,5 Minuten bei einer Temperatur von +20° C umgesetzt. Um die Reaktion abzustoppen, wird das Reaktionsgemisch sofort nach Verlassen des Reaktors in einem Verdampfer (z. B. Dünnschicht-, Umlauf- oder Fallfilmverdampfer) geleitet, wo im Vakuum 13,8 Liter/Stunde 99%ige Salpetersäure abdestil5
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liert werden. Während die abdestillierte Salpetersäure zur Nitrierung wiederverwendet wird, gelangt das Sumpfprodukt in einen Kristallisationsbehälter, in den pro Stunde 5,1 Liter 70%ige Salpetersäure gegeben werden (Kristallisiersäure 79,4 %, y = 0,51). Das auskristallisierte Produkt wird mit Hilfe eines 5 Druckdreh- oder Planfilters (bzw. einer Zentrifuge) abgetrennt, nach anschliessendem kurzem Nachwaschen mit 70%iger Salpetersäure im Vakuum von Salpetersäure befreit, geschmolzen und bei 5 Torr und einer Kopftemperatur von 269° C einer Vakuumrektifikation unterworfen. io
Die Ausbeute an 99,5 % reinem 1-Nitro-anthrachinon beträgt 1,74 kg/Stunde (68,4% d. Th.).
Die in der Mutterlauge gelösten Anthrachinon-Derivate werden durch Abdestillieren von Salpetersäure befreit, die über Kopf abgehende Salpetersäure wird rektifiziert. Die 99%ige wird zur Nitrierung, die 70%ige Salpetersäure zur Kristallisation eingesetzt (bzw. aufkonzentriert).
8. 20,8 g Anthrachinon werden bei 65° 130 Minuten in 387,8 ml 88%iger Salpetersäure nitriert. Durch Zugabe von 467,6 ml 70%iger Salpetersäure wird die Reaktion abgestoppt. Das durch Abdestillieren von 220 ml 100%iger Salpetersäure und Abkühlen auf Raumtemperatur auskristallisierte Produkt (Kristallisiersäure 70%, = 0,4) wird abfiltriert, mit 70%iger Salpetersäure gewaschen und nach einer Vakuumtrocknung bei 8 Torr und 273° C Kopftemperatur destilliert;
17,8 g 99,2% reines 1-Nitro-anthrachinon (69,8% d. Th.).
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