CH615207A5 - - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Formmasse auf der Basis von Melaminharz. Die erfindungsgemässe Formmasse kann unter Druck und Hitze verformt werden, wobei man wärmebeständige Formkörper erhält.
In zunehmendem Masse verlangt die Technik Kunststoffe, die hohen thermischen Belastungen genügen. So werden z.B. Haushaltsartikel, wie Herd-, Grill- und Toasterteile hohen 4« Temperaturen ausgesetzt, wobei Struktur, Farbe und Festigkeit erhalten bleiben und eine lange Gebrauchsdauer gewährleistet sein sollen. Besonderes Interesse finden wärmestabile Kunststoffe in der Elektrotechnik, so bei der Herstellung von Lampenfassungen, Scheinwerfergehäusen, Reflektoren, Sicherungs-45 einsätzen, usw. Diese Teile sind einer wesentlich höheren Belastung ausgesetzt, sie sollen dabei jedoch praktisch keine Schädigung erleiden.
Neben den bisher bei Formteilen geforderten vorzüglichen Eigenschaften, wie hohem Elastizitätsmodul, hoher mechani-5o scher Festigkeit, geringer Wasserauf nähme, guten elektrischen Eigenschaften, geringem Schwindungsverhalten, Lichtechtheit und Tropenfestigkeit, müssen diese Formteile erhöhten thermischen Belastungen, wie sie z.B. in der Norm des Vereins Deutscher Elektroingenieure (VDE) 0304 beschrieben sind, stand-55 halten. Hierbei dürfen keine oder nur geringe Schädigungen am Gefüge auftreten; zugleich ist zu gewährleisten, dass die Oberflächen der betreffenden Teile auch nach Temperung einwandfrei sind, d.h. keine Risse, Sprünge oder Lunker aufweisen und ihren Glanz sowie die ursprüngliche Farbe des Materials beibe-fi0 halten.
Es ist bekannt, dass Formteile auf Melaminharzbasis vornehmlich organische Füll- und Verstärkerstoffe, z.B. Holzmehl, Zellulosepulver oder Baumwollfasern enthalten. Diese Produkte halten thermischen Beanspruchungen oberhalb 170° C 65 nicht stand, sie vercracken dabei und bewirken, dass die Formteile in kurzer Zeit ihre Eigenschaften verlieren, die sie durch Zugabe der Füll- und Verstärkerstoffe erhalten sollen. Selbst wenn solchen Produkten thermisch inerte anorganische Füll-
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und Verstärkerstoffe zugesetzt werden, haben daraus gefertigte Formteile ebenfalls nicht die erforderlichen thermischen Beständigkeiten, da auch die bisher verwendeten modifizierten Melaminharze nicht den thermischen Erfordernissen genügen. Teile aus solchen Formmassen springen bzw. platzen bei länge- s rer thermischer Belastung auf, so dass das Gefüge und die Oberfläche ganz erheblich geschädigt sind. Alle weiteren Versuche, diese Fehler und Mängel durch Verwendung bekannter Füll- und Verstärkerstoffe mit speziellen thermischen Eigenschaften zu reduzieren, um wärmestabile Formteile zu erhalten, io sind bisher gescheitert.
Es hat weiterhin nicht an Versuchen gefehlt, Formteile aus Melaminharz-Pressmassen mit guten thermischen Eigenschaften zu erhalten, die blasen-, riss- und lunkerfrei sind. Es wurde angestrebt, die aus der thermischen Belastung resultierenden î s Verschlechterungen der mechanischen Eigenschaften durch Anwendung spezifischer Temperverfahren zu vermindern. Zu diesem Zweck versuchte man, durch langsame Temperaturen -hebung bis zur erforderlichen Belastungstemperatur die im Harz der Formteile enthaltenden niedrig-siedenden flüchtigen 20 Bestandteile und inkludierten Gase vorsichtig zu entfernen,
ohne dass es zu spontanen Vergrösserungen des Gasvolumens im Innern der Teile kommt. Operationen dieser Art müssen äusserst sorgfältig durchgeführt werden und führen zu Pressteilen, die nur beschränkt thermisch belastbar sind, da trotz aller 25 dieser Massnahmen keine quantitative Entfernung möglich ist. Die Praxis ist zudem an solchen Verfahren nicht oder nur in geringem Masse interessiert, da sie sehr zeitaufwendig sind und nur diskontinuierlich durchgeführt werden können.
Völlig ungelöst ist das Problem, die Farbtonbeständigkeit w von Formteilen trotz hoher thermischer Belastung zu bewahren, da nicht nur - wie bereits erwähnt - die eingesetzten Harze und Füllstoffe vercrackt werden, wodurch der Farbton erheblich verschoben wird, sondern auch die bisher eingesetzten inneren und äusseren Gleitmittel in einem solchen Masse verkoken, dass 35 erhebliche Farbtonveränderungen auftreten. Dies gilt selbstverständlich auch für Weichmacher-Zusätze, Plastifizierungshilfen und thermisch nichtstabile Farbstoffe.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist eine Formmasse auf Basis von Melaminharzen zu entwickeln, die zur Herstellung 40 von wärmebeständigen Formkörpern geeignet ist und zwar beispielsweise nach dem Pressverfahren oder dem Spritzgussverfahren. Die fraglichen Formmassen sollen Melaminharz enthalten, in welchem das Molverhältnis von Melamin zu Formaldehyd im Bereich von 1:1,5 bis 1:2,5 liegt, und sie sollen als 45 weitere Komponenten Beschleuniger, anorganischer Füllstoffe und Gleitmittel enthalten. Diese aus Formmassen hergestellten Formkörper sollen selbst bei einem zweistündigen Erhitzen in Anwesenheit von Luft auf eine Temperatur von 200° C keine Dunkelfärbung erleiden und es soll auch keine Beschädigung 50 am Gefüge eintreten, so dass die fraglichen Formkörper überall dort eingesetzt werden können, wo sie hohen thermischen Beanspruchungen unterworfen sind.
Überraschenderweise hat es sich gezeigt, dass die angestrebten Ziele mit Hilfe der erfindungsgemässen Formmassen 55 erreicht werden können, die neben dem Melaminharz noch eine bestimmte Gruppe an Beschleunigern, sowohl einen siliziumfreien Füllstoff als auch einen Füllstoff auf Silicatbasis und ausserdem ein Gleitmittel enthalten.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher eine ao Formmasse auf der Basis von Melaminharz mit einem Molverhältnis von Melamin zu Formaldehyd im Bereich von 1:1,5 bis 1:2,5, die Beschleuniger, anorganische Füllstoffe und Gleitmittel enthält, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie a) ein Melaminharz, das in einem damit hergestellten Formkörper bei 65 zweistündigem Erhitzen an der Luft auf 200° C keine Beschädi- -gung am Gefüge und keine Dunkelfärbung erleidet, b) einen latenten Beschleuniger, der das Umsetzungsprodukt von Melamin mit einer höchstens zweibasischen organischen Säure ist,
c) einen anorganischen Füllstoff mit geringem Absorptionsverhalten und einer ölaufnahmezahl zwischen 10 und 40, der ein Carbonat, Sulfat oder Oxyd des Calciums oder Magnesiums ist,
d) einen anorganischen Füllstoff auf Silikatbasis und e) ein äusseres Gleitmittel als ein Carboxyorganosiloxan, das mit einem Alkanol mit bis zu 4 Kohlenstoffatomen verestert ist, enthält oder daraus besteht, enthält.
Die erfindungsgemässen Formmassen können als weitere Komponente f) ausserdem ein Gleitmittel enthalten, welches siliziumfrei ist.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsart der Erfindung enthält das in den Formmassen enthaltene äussere Gleitmittel, d.h. also die Komponente e, zusätzlich zu dem veresterten Carboxyorganosiloxan noch ein Salz einer Fettsäure.
Die in den erfindungsgemässen Formmassen verwendeten Komponenten vergilben bei hoher thermischer Belastung während langer Zeiträume nicht und verkoken oder vercracken auch nicht. Dadurch wird ein eingestellter Ausgangsfarbton bei der Herstellung der Formkörper aus den Formmassen nicht verschoben und ferner können die aus den erfindungsgemässen Formmassen hergestellten Formteile hohen thermischen Belastungen und auch schockartigen Belastungen ausgesetzt werden, ohne dass die Qualität der Oberfläche, die Farbe und Festigkeit der Teile irgendwie nachteilig oder nennenswert beeinflusst wird.
Die in den erfindungsgemässen Formmassen eingesetzten Melaminharze müssen, wie bereits erwähnt wurde, in den so erhaltenen ausgehärteten Formkörpern bei zweistündiger Erhitzung an der Luft auf Temperaturen von 200° C weder eine Dunkelfärbung noch eine Beschädigung am Gefüge erleiden. Die Produkte verwendeter Melaminharze erleiden auch keine derartigen Schäden bei zweistündiger Erhitzung auf 280° C. Die verwendeten Melaminharze sind vorzugsweise nicht-modifi-zierte und unverätherte Melaminharze. Im allgemeinen ist es vorteilhaft, in den erfindungsgemässen Formmassen die Mel-aminharzkomponente a in einer Menge von 25 bis 60 Gewichts-%, insbesondere in einer Menge von 30 bis 50 Gewichts-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formmasse einzusetzen.
Wie bereits erwähnt wurde, müssen in den erfindungsgemässen Formmassen solche Melaminharze eingesetzt werden, deren Gehalt an Formaldehyd relativ gering ist, d.h. das Molverhältnis von Melamin zu Formaldehyd muss im Bereich von 1:1,5 bis 1:2,5 liegen. Um bei derartigen Melaminharzen eine ausreichende Reaktionsgeschwindigkeit bei der Härtung zu erreichen, die es ermöglicht, in ökonomischer Weise aus den Formmassen Formkörper herzustellen, ist es notwendig in diesen Formmassen einen latenten Beschleuniger einzusetzen, der das Umsetzungsprodukt von Melamin mit einer höchsten zweibasischen organischen Säure ist. Diese in den erfindungsgemässen Formmassen enthaltene Komponente b kann das Umsetzungsprodukt von Melamin mit einer Monocarbonsäure oder Dicarbonsäure sein, wobei die fragliche Säure gesättigt oder olefinisch ungesättigt sein kann. Ferner können die organischen Säuren dieses Umsetzungsproduktes auch Sulfonsäuren sein. Als Beispiel latenten Beschleunigers seien Umsetzungsprodukte auf Melamin mit den folgenden Säuren Benzoesäure, Phthalsäure und deren Isomere, Adipinsäure, Sebazinsäure, ferner Maleinsäure und Fumarsäure sowie Benzol-, Phenol- und die verschiedenen Toluol-mono- und -disulfonsäuren, genannt. Der latente Beschleuniger, also die Komponente b, wird in den erfindungsgemässen Formmassen vorzugsweise in einer Menge von 0,01 bis 2 Gewichts- %, insbesondere in einer Menge von 0,1 bis 0,7 Gewichts-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formmasse, eingesetzt.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung der erfindungsgemässen Formmassen zur Herstellung von wärmebeständigen Formkörpern. Da die aus den
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Formmassen hergestellten Formkörper auch bei thermischer Geeignete einwertige aliphatische Alkohole, die zur Einführung Belastung ihren Farbton nicht verändern sollen, verwendet man der Reste der Formel R'-O bzw. R2-0 dienen, sind die Alkohole auch als Komponente e, d.h. als äusseres Gleitmittel, aus- Butanol, Octylalkohol, Nonylalkohol, Allylalkohol sowie schliesslich solche Produkte, die ebenso wie die anderen Kom- Cyclohexylalkohol und entsprechende Isomere. Geeignete ponenten bei thermischer Belastung nicht zu gefärbten Substan- s zweiwertige Alkohole, die zur Einführung der Gruppe der zen abgebaut werden. Die äusseren Gleitmittel können auch als Formel 0-R3-0 dienen, sind Äthylenglykol, Diäthylenglykol Formtrennmittel bezeichnet werden, und sie dienen dazu, die sowie die verschiedenen Propandiole, Butandiole und Cyclo-Haftung der Formmassen an Metalloberflächen zu verringern. hexandiole.
Im Gegensatz dazu dienen innere Gleitmittel, die, wie bereits Die äusseren Gleitmittel werden im allgemeinen in einer erwähnt wurde, als zusätzliche Komponenten gegebenenfalls in m Menge von 0,1 bis 1,5, vorzugsweise 0,3 bis 0,8 Gewichts-%, den erfindungsgemässen Formmassen auch enthalten sein kön- und die inneren Gleitmittel in einer Menge von 0,1 bis 3,
nen, zu einer Verminderung der Reibung der Teilchen in der vorzugsweise 0,3 bis 1 Gewichts-%, bezogen auf die Gesamt-Formmasse. masse, eingesetzt.
Die in den erfindungsgemässen Formmassen eingesetzten Zur Erzielung von Oberflächen mit glatter Beschaffenheit
äusseren Gleitmittel sind Carboxyorganosiloxane, die mit einem 15 und homogener Verteilung der eingelagerten Farbpigmente ist Alkohol mit bis zu 4 Kohlenstoffatomen verestert sind, wobei, es erforderlich, anorganische Füllstoffe mit geringem Adsorp-wie bereits erwähnt wurde, ausser Gleitmittel gegebenenfalls tionsverhalten und einer ölaufnahmezahl zwischen 10 und 40 auch dennoch ein Salz einer Fettsäure enthalten sein kann. Die einzusetzen, die Carbonate, Sulfate oder Oxyde des Calciums Carboxyorganosiloxane sind in ihrem chemischen Aufbau im oder Magnesiums sind. Die ölaufnahmezahl gibt die in Milli-allgemeinen einer linearen Methylsilikon mit durchlaufender Si- 20 gramm ausgedrückte Menge Leinöl an, die ein Gramm der O-Si-Kette, bei welchem aber ein grosser Teil der Alkylgruppen vorgelegten Substanz aufnehmen kann, ohne in den viskosen durch Estergruppierungen ersetzt ist, ähnlich. Der die Ester- Zustand überzugehen.
gruppen bildende Alkohol muss ein Alkanol mit bis zu 4 Koh- Als weitere Füllstoffe in der Formmasse dienen neben den lenstoffatomen sein, und vorzugsweise ist diese Alkoholkompo- zur Oberflächenverbesserung eingesetzten Substanzen rein nente Methanol. Als verestertes Carboxyorganosiloxan können 25 anorganische Zusätze auf Silikatbasis, die vorzugsweise bei beispielsweise Produkte eingesetzt werden, welche die folgen- 250° C thermostabil sind, wobei sich besonders inerte Silikate, den Kenndaten besitzen: Säurezahl unter 5, vorzugsweise 2 bis z.B. Calciummetasilikat eignen. Der Anteil der gesamten anor-4 ; Verseifungszahl 150 bis 300, vorzugsweise 200 bis 250 ; ganischen Füllstoffe c) und d) beträgt vorzugsweise höchstens
Molekulargewicht 800 bis 2000, vorzugsweise 1000 bis 1300 ; 65 Gewichts-% der Gesamtmasse, wobei das Verhältnis zwi-Si02-Gehalt 15 bis 30, vorzugsweise 20 bis 25 Gewichts-%. Als 30 sehen beiden Gruppen der Füllstoffe, d.h. von Oberflächen äussere Gleitmittel können zusätzlich auch Salze von gesättigten verbessernden Stoffen zu inerten Silikaten im allgemeinen in oder ungesättigten Fettsäuren mit 12 bis 20 C-Atomen, vor- den Grenzen von 1:1 bis 1:10 liegt.
zugsweise Stearin-, Palmitin-, öl-, Linol- und Linolensäure Zusätzlich können gegebenenfalls Verstärkungsstoffe zur eingesetzt werden, wobei der Anteil dieser Seifen höchstens bis Erhöhung der mechanischen Festigkeiten und der Wärmestabi-zu 100 Gewichts-% des eingesetzten Carboxyorganosiloxans 35 lität verwendet werden; hierbei eignen sich z.B. Glas- und beträgt, d.h. nicht höher als 50% der gesamten äusseren Gleit- Asbestfasern und andere mineralische Faserstoffe, z.B. Steinmittel ist, und 0,4 Gewichts-% der Gesamtmasse jedoch nicht wolle und Metalltitanate oder thermostabile, organische Syn-überschreiten darf. thesefasern, die farbbeständig eingefärbt sind.
Innere Gleitmittel, welche siliziumfrei sind, finden im allge- Als Färb- und Pigmentierungsmittel werden — falls die meinen bei der Herstellung von Pressmassen keine Anwendung, 40 Zugabe solcher Zusätze erwünscht wird - solche verwendet, die wenngleich sie auch dort eingesetzt werden können. Ihr Zusatz gegenüber Vergilbung, Verkokung und Vercrackung beständig ist jedoch bei Spritzgussmassen im allgemeinen erforderlich. sind, wie Zinksulfid, Bariumsulfat, Titandioxyd, Eisenoxyd, Geeignete innere Gleitmittel sind beispielsweise aliphatische Russ, sowie organische Pigmente und Farbstoffe, und aromatische Mono- und Polycarbonsäurederivate in Form Die erfindungsgemässen Formmassen stellen im allgemei-
von Estern mit gesättigten oder olefinisch ungesättigten alipha- 45 nen Press- oder Spritzgussmassen dar, die sich besonders für die tischen oder cycloaliphatischen ein- oder mehrwertigen Alko- Herstellung von elektrischen Bauteilen, wie elektrischen Isolierholen mit 2 bis 9 C-Atomen, Amiden und/oder Sulfonaten einer material, insbesondere thermisch hoch belastbaren Isolatoren, Fettsäure mit 16 bis 24 C-Atomen. Hierbei können Derivate Schaltungsteilen und Schaltkammern eignen. Ferner lassen sich olefinisch ungesättigter oder vorzugsweise gesättigter Säuren die Formmassen aufgrund ihrer guten Fertigungseigenschaften mit bis zu 18 C-Atomen, wie Stearin-, Palmitin-, Kokosöl-, 50 zur Herstellung von Wärmeisolationsmaterial, Haushaltsgerä-Rizinusöl-, Adipin-, Sebacin-, Malein-, Fumarsäure, ferner ten, Beschlagteilen, Topf- und Werkzeuggriffen, Herdleisten
Benzoe-, Phthal-, Trimellith-, Pyromellithsäure sowie Hydroxy- oder dergleichen verwenden.
carbonsäuren wie Salicylsäure, eingesetzt werden. Bevorzugt In den folgenden Beispielen bedeutet T Gewichtsteile und werden zu diesem Zweck j edoch Phthalsäurederivate oder % Gewichts- %.
Derivate von Isomeren der Phthalsäure eingesetzt, welche die 55 Beispiele folgende Formel 1. (Pressmasse) 30 1 eines Melamin-Formaldehyd-Pulver-
harzes, erhalten durch Kondensation von Melamin mit Formal-OO OO dehyd im Molverhältnis von 1:1,6 bei pH 9 mit Bariumhydro-
II II II II xyd als Katalysator bis zur Wasserverträglichkeit (d.i. das Ver-
R '-0-C-C6H4-C-[0-R3-0-C-C6H4-C ] n-0-R2 (I) 60 hältnis Harz : Wasser, bei der die Lösung noch keine Trübung ergibt) von 1:1,5, werden mit 40 T Calciummetasilikat, 13 T aufweisen. In dieser Formel I stellen die Reste R1 und R2 Calciumcarbonat, 0,2 T Melaminbenzolsulfonat, 0,2 T eines unabhängig voneinander einwertige aliphatische Reste mit zwei Siloxans (Kenndaten : Säurezahl 3,5, Verseifungszahl 220, bis neun Kohlenstoff atomen oder einwertige cycloaliphatische Molekulargewicht 1180 und Si02-Gehalt 23 %), 0,2 T Magne-Reste mit bis zu 9 Kohlenstoffatomen dar. R3 ist ein zweiwerti- f>5 siumstearat, sowie 9 T einer grauen Farbmischung aus Zinksul-ger aliphatischer Rest mit 2 bis 9 Kohlenstoffatomen oder ein fid, Eisenoxyd und Farbruss (Hersteller: Firma Degussa, zweiwertiger cycloaliphatischer Rest mit bis zu 9 Kohlenstoff- Hanau, Bundesrepublik Deutschland) intensiv gemischt und bei atomen und n bedeutet eine ganze Zahl im Bereich von 0 bis 8. 120 bis 130° C homogenisiert. Aus der Formmasse werden bei
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einer Form-Verweilzeit von 10 Minuten bei 160 bis 170° C 10 mm starke Normstäbe gepresst und einer zehnstündigen Temperaturbehandlung bei 250° C in Luft ausgesetzt. Das Aufheizen der Formkörper kann sowohl schockartig als auch langsam erfolgen. Nach der thermischen Behandlung sind die Formkörper riss- und blasenfrei und zeigen keine Veränderung des hellgrauen Farbtones.
Vergleich 1) (Einfluss eines modifizierten Harzes)
Eine Formmasse gemäss Beispiel 1. bei der das Melamin-Formaldehyd-Pulverharz durch ein mit 12% Sorbit modifiziertes Harz ersetzt worden ist, wird zu Normstäben verarbeitet und geprüft. Die Formteile sind nach der Temperaturbehandlung schwarz.
Vergleich 2) (Einfluss des Molverhältnisses im Harz)
Eine Formmasse gemäss Beispiel 1, bei der aber ein pulver-förmiges Harz aus Melamin und Formaldehyd im Molverhältnis von 1:3 eingesetzt wird, wird zu Normstäben verarbeitet und geprüft. Die Formteile sind nach der Temperaturbehandlung gerissen.
Vergleich 3) (Einfluss des äusseren Gleitmittels)
Eine Formmasse gemäss Beispiel 1, bei der das Siloxan durch 1 T Magnesiumstearat ersetzt worden ist, zeigt nach der Verarbeitung zu Normstäben und der Temperaturbehandlung einen Farbtonumschlag nach schwarz.
2. (Spritzgussmasse) Eine 40 T Harz entsprechende, wäss-rige, 60%ige Lösung des in Beispiel 1 eingesetzten Melamin-Formaldehyd-Harzes wird in einem Kneter mit 30 T Calciummetasilikat, 30 T Calciumcarbonat, 0,1 T Melaminbenzolsulfo-nat, 0,5 T Dioctylphthalat, 0,4 T Magnesiumstearat, 0.4 T des in Beispiel 1 eingesetzten Siloxans sowie 8 T Farbmischung - in gleicher Zusammensetzung wie in Beispiel 1 - zu einer Formmasse homogenisiert und granuliert. Nach Trocknung bei ca. 80° C wird die bis auf einen Restfeuchtgehalt von 1 bis 2 °c getrocknete Formmasse gemahlen und zu Formteilen verarbeitet. die die gleich gute thermische Stabilität wie die in Beispiel 1 i angegebenen Teile besitzt.
Vergleich 4) (Einfluss des latenten Beschleunigers)
Eine Formmasse wird gemäss Beispiel 2 hergestellt, jedoch ohne den Anteil an Melaminbenzolsulfonat. Die daraus geformten Teile können aber infolge des Fehlens des Härtungsbein schleunigers nur mit der dreifachen Härtezeit zu blasenfreien Teilen ausgehärtet werden. Bei der sich anschliessenden thermischen Prüfung wird keine vollständige homogene Durchhärtung erzielt, wie sie für eine thermische Belastbarkeit bei 250° C erforderlich ist. Dies zeigt sich an dem Prüfkörper durch Riss-i< und Blasenbildung.
3. (Spritzgussmasse) 40 T des Melamin-Formaldehyd-Har-zes aus Beispiel 1 werden mit 30 T Calciummetasilikat, 28 T Calciumcarbonat. 0.1 T Melaminbenzolsulfonat. 1 T Dioctylphthalat, 0.4 T des in Beispiel 1 eingesetzten Siloxans. 0.4 T :« Magnesiumstearat sowie 6 T einer Farbmischung - in gleicher Zusammensetzung wie in Beispiel 1 — vermischt und auf einem Buss-Ko-Kneter PR 46 (Hersteller: Buss AG., Basel/Schweiz) (Arbeitsbedingungen: 80° C Manteltemperatur, nicht beheizte Schnecke mit 40 UpM, Ausstoss ca. 800 kg/h) zu einer Form-masse verarbeitet. Die Prüfung der daraus hergestellten Formteile gemäss Beispiel 1 zeigte ebenfalls ein gutes Prüfergebnis. Vergleich 5) (Einfluss des inneren Gleitmittels)
Eine Formmasse wird gemäss dem Beispiel 3 hergestellt, jedoch ohne den Anteil an Dioctylphthalat. Aus der Mischung kann auf dem Kneter keine Formmasse hergestellt werden, da das Gemisch sofort ohne Plastifizierung aushärtet.
C
Claims (12)
1:1,5 bis 1:2,5, die Beschleuniger, anorganische Füllstoffe und Gleitmittel enthält, dadurch gekennzeichnet, dass sie a) ein Melaminharz, das in einem damit hergestellten Formkörper bei zweistündigem Erhitzen an der Luft auf 200° C keine Beschädigung am Gefüge und keine Dunkelfärbung erleidet,
b) einen latenten Beschleuniger der das Umsetzungsprodukt von Melamin mit einer höchstens zweibasischen organischen Säure ist,
c) einen anorganischen Füllstoff mit geringem Absorptionsverhalten und einer ölaufnahmezahl zwischen 10 und 40, der ein Carbonat, Sulfat oder Oxyd des Calciums oder Magnesiums ist,
d) einen anorganischen Füllstoff auf Silikatbasis und e) ein äusseres Gleitmittel als ein Carboxyorganosiloxan, das mit einem Alkanol mit bis zu 4 Kohlenstoffatomen verestert ist, enthält oder daraus besteht,
enthält.
1. Formmasse auf der Basis von Melaminharz mit einem Molverhältnis von Melamin zu Formaldehyd im Bereich von
2. Formmasse nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie als weitere Komponente f) ausserdem ein inneres Gleitmittel, welches Siliziumfrei ist, enthält.
2
PATENTANSPRÜCHE
3. Formmasse nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das in ihr enthaltende äussere Gleitmittel (Komponente e) das veresterte Carboxyorganosiloxan und ausserdem ein Salz einer Fettsäure enthält.
4. Formmasse nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie das Melaminharz in einer Menge von 25 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise 30 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formmasse, enthält.
5. Formmasse nach einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das in ihr enthaltene Melaminharz ein nicht modifiziertes unveräthertes Melaminharz ist.
6. Formmasse nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie die Komponente b), also den latenten Beschleuniger, in einer Menge von 0,01 bis 2 Gew.-%, vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis 0,7 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formmasse, enthält.
7. Formmasse nach einem der Patentansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der in ihr enthaltene silikatische Füllstoff d) ein inertes Silikat ist, und dass die Gesamtmenge aus Füllstoffe) + Füllstoff d) maximal 65 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formmasse, beträgt, wobei das Gewichtsverhältnis von Füllstoff c) zu Füllstoff d) im Bereich von 1:1 bis 1:10 liegt.
8. Formmasse gemäss einem der Patentansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das in ihr enthaltene äussere Gleitmittel e) ein Carboxyorganosiloxan mit einer Säurezahl von unter 5 und einer Verseifungszahl von 150 bis 300, sowie einem Molekulargewicht im Bereich von 800 bis 2000 ist, wobei das Carboxysiloxan einen Gehalt an SiOa von 15 bis 30 Gew.-% aufweist, und dass das äussere Gleitmittel e) gegebenenfalls ausserdem ein Magnesiumsalz, Calciumsalz, Zinksalz oder Aluminiumsalz einer gesättigten oder ungesättigten Fettsäure enthält.
9. Formmasse nach einem der Patentansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie das äussere Gleitmittel e) in einer Menge von 0,1 bis 1,5 Gew.-%, vorzugsweise 0,3 bis 0,8 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formmasse, enthält, wobei dann wenn das äussere Gleitmittel e) eine Mischung aus den Carboxyorganosiloxanen mit Salzen von Fettsäuren ist, der Anteil der Salze der Fettsäuren in der Komponente e) höchstens 50 Gew.-% der Komponente e) beträgt, und ausserdem die Gesamtmenge an den Salzen der Fettsäure höchstens 0,4 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formmasse, ausmacht.
10. Formmasse gemäss einem der Patentansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Pressmasse oder eine Spritzgussmasse ist, wobei Spritzgussmassen als weitere Komponente f) noch ein inneres siliziumfreies Gleitmittel enthalten,
s vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis 3 Gew.-%, und insbesondere in einer Menge von 0,3 bis 1 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formmasse.
11. Formmasse nach Patentanspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass sie als inneres Gleitmittel ein Esterderivat oder m Amidderivat einer Mono- oder Polycarbonsäure oder ein Sulfo-nat einer Fettsäure mit 16 bis 24 Kohlenstoffatomen enthält, vorzugsweise einen niedermolekularen Phthalsäureester der Formel I
is o o o o
II II II II
R '-0-C-C6H4-C-[0-R3-0-C-C6H4-C ]n-0-R2 (I)
in welcher die Reste
R1 und R2 unabhängig voneinander einwertige aliphatische Reste mit zwei bis neun Kohlenstoff atomen oder einwertige cycloaliphatische Reste mit bis zu 9 Kohlenstoffatomen darstellen,
R3 ein zweiwertiger aliphatischer Rest mit 2 bis 9 Kohlen-
25 Stoffatomen oder ein zweiwertiger cycloaliphatischer Rest mit bis zu 9 Kohlenstoffatomen ist, und n eine ganze Zahl im Bereich von 0 bis 8 ist.
12. Verwendung der Formmassen gemäss Patentanspruch 1 zur Herstellung von wärmebeständigen Formkörpern.
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